Wenn die Seele rebelliert
Zahl der psychisch Kranken steigt
Krankenkassen schlagen Alarm: Die Zahl der psychisch Kranken steigt Jahr für Jahr. Neue Faktoren wie Arbeitsdichte und Arbeitsstrukturen können für Menschen mit psychischen Störungen besonders belastend sein - aber auch Kinder und Jugendliche sind betroffen.
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Zwölf Prozent der Mädchen und 18 Prozent der Jungen gelten nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts bereits als verhaltensauffällig oder haben psychische Probleme. Und es trifft nicht nur Kinder und Jugendliche. Depression und Co. sind mittlerweile Volkskrankheiten.
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Jahr für Jahr steigt die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Probleme. Die Techniker Krankenkasse hat ausgerechnet, dass im Schnitt bei jeder fünften Erwerbsperson mindestens einmal im Jahr eine psychische Erkrankung diagnostiziert wird. 36 Prozent der Frühverrentungen sind psychisch bedingt. In den Kliniken hat die Behandlung seelischer Probleme – gemessen an der Therapiedauer – den Herzpatienten bereits von Platz eins verdrängt. Die häufigsten Diagnosen für eine Einweisung sind laut Barmer GEK Depressionen, Schizophrenie und Verhaltensstörungen durch Alkoholsucht.
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Zudem gebe es neue Risikofaktoren. Dazu gehörten Arbeitsdichte und Arbeitsstrukturen, die für Menschen mit psychischen Störungen besonders belastend seien. „Dienstleistungsjobs, in denen man immer freundlich sein muss, sind für manche schwer durchzuhalten.“ Nach den Statistiken der Krankenkassen erkranken vor allem Mitarbeiter in Callcentern, Sozialarbeiter, Krankenpflegerinnen und in hohem Maße Zeitarbeiter. Aber auch unter Arbeitslosen steigt die Rate. Nicht nur Arbeit macht krank, auch ihr Verlust belastet.(...)
http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Zahl-der-psychisch-Kranken-steigtÄrzte verschreiben immer mehr Medikamente gegen psychische Krankheiten: Berufstätige erhalten doppelt so viele Medikamente wie noch vor zehn Jahren
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Pro berufstätigem Bundesbürger seien 2009 jeden Tag acht Tage Medikamente zur Behandlung von Depressionen verschrieben worden, berichtet die TK. Das bedeutet der Studie zufolge einen Anstieg von 113 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000. Frauen erhielten im Durchschnitt an 10,5 Tagen Antidepressiva, Männer an sechs Tagen. Doch das sind statistische Durchschnittswerte: Die Mehrheit nimmt keine entsprechende Medizin ein; Kranke mithin umso mehr.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,711458,00.htmlAlles klar, die Verdichtung der Arbeit, Streß, Konkurenzkampf und zunehmendes Mobbing macht Menschen krank. Auch die Angst, Angst vor sozialem Abstieg, vor Verlust des Arbeitsplatzes oder der Wohnung. Und über das soziale Mobbing, denen ein Erwerbsloser seitens der Gesellschaft und der Behörden ausgesetzt ist, gibt es in diesem Forum genug zu lesen.
Aber ich glaube, das ist nicht alles. Ich halte den gesellschaftlichen Konsenz, den Glauben an das Funktionieren dieses Systems, die Behauptung es ginge hier mit rechten Dingen zu und ewig so weiter, all das ist nur ein kollektiver Wahn, eine im millionenfachen Chor wiederholte Lüge. Die hier herrschende "Normalität" ist die schlimmste Krankheit, ein Trugbild, das das selbstzerstörische Treiben des kapitalistischen Systems noch ermöglicht.
Der oberste Artikel beginnt mit den Worten "Wenn die Seele rebelliert" und das schließt damit den Kreis zum Threadtitel: Die Seele weigert sich länger mitzuspielen in diesem kranken Spiel. Auch wenn der Kopf noch das glauben möchte, was scheinbar alle glauben, die plötzlich auftauchenden Ängste und Depressionen legen den Körper und das "Funktioneren" in seiner Rolle lahm.
Krank ist die Normalität und die Massen, die sich ihren Regeln beugen. Die sogenannte psychische Erkrankung ist eine Rebellion dagegen. Zuerst sind die Sensibleren betroffen.
Es ist an der Zeit die Begriffe von Krankheit und Gesundheit radikal zu hinterfragen und von dem Kopf auf die Füße zu stellen!