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Autor Thema: Aus der Krankheit eine Waffe machen  (Gelesen 9005 mal)
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Wilddieb Stuelpner


Beiträge: 8918


« Antworten #15 am: März 11, 2009, 15:01:14 »

Hierzu das Zitat eines Autoren über das Kapital:
"Kapital, flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. (K.Marx)

Das berühmte, immer oft benutzte Zitat (zitiert in Das Kapital, Band I, S. 801, Dietz-Verlag Berlin, 1961) von Karl Marx geht auf die Auseinandersetzung von Marx mit dem Artikel von P.J. Dunning über Trade Unions zurück. Über P.J. Dunning selbst findet man leider nichts.
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rosaberlinerin


Beiträge: 47


« Antworten #16 am: Januar 31, 2010, 00:24:50 »


"Das System hat uns 'krank' gemacht; geben wir dem kranken System den Todesstoß."


Dem kann ich nur zustimmen. Angst und Untertanentum machen nur krank auf die Dauer. Wer kaempft, der hat seine Angst und seine "Krankheit" ueberwunden.
Gespeichert

Da mag dein Anstreicher streichen,
den Riß streicht er uns nicht zu!
Einer bleibt und einer muß weichen,
entweder ich oder du.
Und was immer ich auch noch lerne,
das bleibt das Einmaleins:
Nichts habe ich jemals gemeinsam
der Sache des Klassenfeinds.
ManOfConstantSorrow


Beiträge: 5652


« Antworten #17 am: August 16, 2010, 19:56:49 »

Zitat
Wenn die Seele rebelliert
Zahl der psychisch Kranken steigt
Krankenkassen schlagen Alarm: Die Zahl der psychisch Kranken steigt Jahr für Jahr. Neue Faktoren wie Arbeitsdichte und Arbeitsstrukturen können für Menschen mit psychischen Störungen besonders belastend sein - aber auch Kinder und Jugendliche sind betroffen.

(...)
Zwölf Prozent der Mädchen und 18 Prozent der Jungen gelten nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts bereits als verhaltensauffällig oder haben psychische Probleme. Und es trifft nicht nur Kinder und Jugendliche. Depression und Co. sind mittlerweile Volkskrankheiten.
(...)
Jahr für Jahr steigt die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Probleme. Die Techniker Krankenkasse hat ausgerechnet, dass im Schnitt bei jeder fünften Erwerbsperson mindestens einmal im Jahr eine psychische Erkrankung diagnostiziert wird. 36 Prozent der Frühverrentungen sind psychisch bedingt. In den Kliniken hat die Behandlung seelischer Probleme – gemessen an der Therapiedauer – den Herzpatienten bereits von Platz eins verdrängt. Die häufigsten Diagnosen für eine Einweisung sind laut Barmer GEK Depressionen, Schizophrenie und Verhaltensstörungen durch Alkoholsucht.
(...)
Zudem gebe es neue Risikofaktoren. Dazu gehörten Arbeitsdichte und Arbeitsstrukturen, die für Menschen mit psychischen Störungen besonders belastend seien. „Dienstleistungsjobs, in denen man immer freundlich sein muss, sind für manche schwer durchzuhalten.“ Nach den Statistiken der Krankenkassen erkranken vor allem Mitarbeiter in Callcentern, Sozialarbeiter, Krankenpflegerinnen und in hohem Maße Zeitarbeiter. Aber auch unter Arbeitslosen steigt die Rate. Nicht nur Arbeit macht krank, auch ihr Verlust belastet.(...)
http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Zahl-der-psychisch-Kranken-steigt

Zitat
Ärzte verschreiben immer mehr Medikamente gegen psychische Krankheiten: Berufstätige erhalten doppelt so viele Medikamente wie noch vor zehn Jahren
(...)
Pro berufstätigem Bundesbürger seien 2009 jeden Tag acht Tage Medikamente zur Behandlung von Depressionen verschrieben worden, berichtet die TK. Das bedeutet der Studie zufolge einen Anstieg von 113 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000. Frauen erhielten im Durchschnitt an 10,5 Tagen Antidepressiva, Männer an sechs Tagen. Doch das sind statistische Durchschnittswerte: Die Mehrheit nimmt keine entsprechende Medizin ein; Kranke mithin umso mehr.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,711458,00.html

Alles klar, die Verdichtung der Arbeit, Streß, Konkurenzkampf und zunehmendes Mobbing macht Menschen krank. Auch die Angst, Angst vor sozialem Abstieg, vor Verlust des Arbeitsplatzes oder der Wohnung. Und über das soziale Mobbing, denen ein Erwerbsloser seitens der Gesellschaft und der Behörden ausgesetzt ist, gibt es in diesem Forum genug zu lesen.

Aber ich glaube, das ist nicht alles. Ich halte den gesellschaftlichen Konsenz, den Glauben an das Funktionieren dieses Systems, die Behauptung es ginge hier mit rechten Dingen zu und ewig so weiter, all das ist nur ein kollektiver Wahn, eine im millionenfachen Chor wiederholte Lüge. Die hier herrschende "Normalität" ist die schlimmste Krankheit, ein Trugbild, das das selbstzerstörische Treiben des kapitalistischen Systems noch ermöglicht.

Der oberste Artikel beginnt mit den Worten "Wenn die Seele rebelliert" und das schließt damit den Kreis zum Threadtitel: Die Seele weigert sich länger mitzuspielen in diesem kranken Spiel. Auch wenn der Kopf noch das glauben möchte, was scheinbar alle glauben, die plötzlich auftauchenden Ängste und Depressionen legen den Körper und das "Funktioneren" in seiner Rolle lahm.

Krank ist die Normalität und die Massen, die sich ihren Regeln beugen. Die sogenannte psychische Erkrankung ist eine Rebellion dagegen.  Zuerst sind die Sensibleren betroffen.

Es ist an der Zeit die Begriffe von Krankheit und Gesundheit radikal zu hinterfragen und von dem Kopf auf die Füße zu stellen!
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Eivisskat


Beiträge: 132


« Antworten #18 am: August 17, 2010, 07:16:21 »

Zitat
Der oberste Artikel beginnt mit den Worten "Wenn die Seele rebelliert" und das schließt damit den Kreis zum Threadtitel: Die Seele weigert sich länger mitzuspielen in diesem kranken Spiel. Auch wenn der Kopf noch das glauben möchte, was scheinbar alle glauben, die plötzlich auftauchenden Ängste und Depressionen legen den Körper und das "Funktioneren" in seiner Rolle lahm.



Wobei die/wir Erwerbslosen noch häufiger von der rebellierenden Seele betroffen sind, wie ich und 100.000 andere Elos bestätigen können und die Sensibleren zuerst.

Die Pharma-Industrie verdient sich dumm und dämlich an immer mehr Antidepressiva usw., die Betroffenen werden dadurch fett und abgestumpft, ihr der menschlichen Gemeinschaft so wertvoller Sensor für Ungerechtigkeiten & Mißstände geht verloren, ebenso wie ihre Energie zum Widerstand & Abschaffung derselben.






Zitat
DGB-Studie: Arbeitslos und krank

aus www.scharf-links.de vom 16.08.2010

Fazit der DGB-Studie: Erschreckend ist der physische und psychische Gesundheitszustand der Arbeitslosen im offenen Hartz-IV-Vollzug. 

Die Reduzierung der Gesundheit und Lebenserwartung bei den Überflüssigen außerhalb der ökonomischen Wertschöpfung der Lohnarbeit gehört auch zum historischen und gesellschaftspolitischen (stets noch geleugneten) Programm der Kapitalverwertung der Bourgeoisie und Aktionäre, deren Wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Administration.

"Arbeitslos zu werden, ist für viele Menschen ein Schicksalsschlag. Und je länger die Arbeitslosigkeit dauert und je geringer die Perspektiven auf einen Wiedereinstieg sind, desto belastender wird die Situation für die Betroffenen und ihre Familien", sagte DGB-Vorstand Annelie Buntenbach.

45 Prozent der Menschen im BDA-staatlichen "Hartz-IV-Vollzug" sagen von sich, dass sie gesundheitlich angeschlagen seien. Nach einer Untersuchung des (BDI-BDA-CDU-SPD-) Bundesarbeitsministeriums gaben fast zwei Drittel der Befragten an, dass sie nicht hundertprozentig (im Verwertungs- und Profitsystem des Kapitals) arbeiten könnten. Psychische Krankheitsursachen sind für ein Viertel der Arbeitsunfähigkeitstage bei Erwerbslosen verantwortlich. Die Krankenkassen erklären das u. a. mit dem psychischen Druck auf die Erwerbslosen, einen Arbeitsplatz zu finden und den damit verbundenen Rückschlägen. 

Die Lobby-Fraktionen des Kapitals, nicht nur im BDI-Bundestag und in der analogen BDA-Bundesregierung, unterschlagen die staatlichen BA-Repressions- und Abschiebungsmaßnahmen, gegen Erwerbslose, zur Aufnahme von "Hauptsache Arbeit" in Unterbezahlung: Hungerlohn, Billiglohn, Mini-Mindestlohn und Hartz-IV-Aufstocker-Lohn.

In ihrer Stellungnahme erklärt die Bundesregierung, analog wie stets auch ihre Vorgänger, in sophistischer (Ver-)Vollkommenheit: "Da die Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung ein wesentlicher Faktor für psychische Gesundheit und soziales Wohlbefinden der Menschen ist, zielen grundsätzlich alle Arbeitsförderungsmaßnahmen der Bundesregierung mittelbar auch auf die Stärkung der psychischen Gesundheit von Erwerbslosen."  Roll Eyes

Nicht auskömmliche und menschenwürdige Löhne und Arbeitsbedingungen für Erwerbslose und Unterbezahlte gehören zu ihren BDA-christlich-liberalen-Regierungsaufgaben, sondern und vor allem, die fortgesetzte und offiziell uneingestandene psychische Bedrohung und Einschüchterung der Mehrheit der Menschen in bereits abhängiger Lohnarbeit: die erwünschte 'Friedhofsruhe an der Arbeitsfront' des Kapitals ist deren Hauptaufgabe.
   

Quelle: Frankfurter Rundschau am 15.08.2010. DGB-Studie: Arbeitslos und krank.
www.fr-online.de/wirtschaft/arbeitslos-und-krank/-/1472780/4559316/-/index.html
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http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wirtschaft/2009/das-ende-der-arbeit.html

 „Wir müssen der Wandel sein, den wir in der Welt sehen wollen." (Mahatma Gandhi)
Alan Smithee


Beiträge: 1249



« Antworten #19 am: August 17, 2010, 12:39:57 »

Zitat
Die Lobby-Fraktionen des Kapitals, nicht nur im BDI-Bundestag und in der analogen BDA-Bundesregierung, unterschlagen die staatlichen BA-Repressions- und Abschiebungsmaßnahmen, gegen Erwerbslose, zur Aufnahme von "Hauptsache Arbeit" in Unterbezahlung: Hungerlohn, Billiglohn, Mini-Mindestlohn und Hartz-IV-Aufstocker-Lohn.

Absolut richtig! DAS sollte man in erster Linie diskutieren! In welche "Arbeit" schiebt/zwängt man eigentlich Arbeitslose? (Und für WAS werden sie missbraucht?)

Zitat
In ihrer Stellungnahme erklärt die Bundesregierung, analog wie stets auch ihre Vorgänger, in sophistischer (Ver-)Vollkommenheit: "Da die Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung ein wesentlicher Faktor für psychische Gesundheit und soziales Wohlbefinden der Menschen ist, zielen grundsätzlich alle Arbeitsförderungsmaßnahmen der Bundesregierung mittelbar auch auf die Stärkung der psychischen Gesundheit von Erwerbslosen."

Ich glaub, mein Hamster bohnert! Da weiß aber gerade ICH was ganz anderes zu berichten!
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...still dreaming of electric sheep...
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