Mit Massenentlastungen sind die MitarbeiterInnen der defacto
Callcenter GmbH seit vergangenem Freitag konfrontiert. 60 von
insgesamt etwa 200 ArbeitnehmerInnen erhielten ihre Kündigung,
wurden darüber hinaus sofort freigestellt und auch des Hauses
verwiesen.
Besonders prekär: Ausgerechnet diese Firma hat sich noch 2010 mit
dem Preis der Wirtschaftsinitiative "Top Job" durch
Wirtschaftsminister Clemens auszeichnen lassen.
Den Kündigungen stützen sich auf den angeblichen Wegfall zweier
Aufträge in zwei Abteilungen. Just aus diesen Abteilungen kam
jedoch erst jüngst die Initiative zu einer Betriebsratswahl – ein Novum
für die gesamte Unternehmensgruppe defacto. Die für die Einleitung
der Wahl notwendige Betriebsversammlung am 02.11.2010 war
durch die Arbeitgeberseite so massiv gestört worden, dass jene
abgebrochen werden musste. Derzeit wird am Arbeitsgericht
Nürnberg daher die gerichtliche Einsetzung eines Wahlvorstandes
betrieben.
„Der Zusammenhang zwischen dem Versuch einen Betriebsrat zu
gründen und den nun anstehenden Massenentlassungen ist
offensichtlich. Den Verlust von Aufträgen halten wir schlicht für
vorgeschoben. Die Sache stinkt zum Himmel“ so der betreuende
Fachbereichssekretär Dr. Friedrich Sendelbeck.
Erst am kommenden Freitag wird sich der Ausschuss für
Massenentlassungen der Bundesagentur mit den Kündigungen
beschäftigen. Nicht einmal diese Entscheidung wartete defacto ab.
Wir laden daher herzlich zu einer
Pressekonferenz
Donnerstag, 02.12.2010, 12:00 Uhr
verdi-Servicezentrum K.i.B.S.
Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg (Erdgeschoss)
Betroffene Arbeitnehmer werden über die Hintergründe der geplanten
Betriebsratsgründung, der Kündigungen und des Gebarens der
defacto callcenter GmbH berichten.
Wir bitten um Teilnahme.
Nähere Auskünfte erteilt vorab
Dr. Friedrich Sendelbeck: 0170 8076377