@HCANN
Dein Beitrag ist mit der vernünftigste, den ich seit langem gesehen habe. Er ist einigermaßen objektiv, sachlich und enthält Kritik.
So ziemlich alle Beschwerden, die wir erhalten kommen aus den Outboundprojekten, daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Schriftführer aus einem Dortmunder Inboundprojekt kommt. In diesem ist die Welt ja scheinbar wirklich noch heile, so wie in vielen anderen Inboundprojekten Tectums auch. Die angeprangerten Zustände betreffen hauptsächlich den Outbound.Wir scheren die Mitarbeiter nicht alle über einen Kamm, dass machen diese selbst.
Ich kenne auch diverse Outboundprojekte mit zufriedenen Mitarbeitern.
Ich weiß nicht, wen Du mit "Schriftführer" meinst. Etwa den Menschen, der diese alberne Lobhudelei verfasst hat? Die liest sich für mich wie schlechte Satire, ich hoffe sehr, dass das nicht ernst gemeint ist.
Mir ist nicht bekannt, dass dieser Text bei der Demo am Freitag verlesen worden ist. Was ich aber 100%ig weiß ist, dass der Text, der Herrn Vatterot vom BR-Vorsitzenden GE überreicht worden ist ein gänzlich anderer ist, dieser Text hing auch überall auf den Infoplakaten für die Aktion bei Tectum aus. Dort wird Herrn Vatterot und ver.di deutlich gesagt, dass die BRs sich die ver.di-Einmischung in die BR-Arbeit verbitten, ansonsten aber ver.di viel Erfolg bei der eigentlichen Gewerkschaftsarbeit wünschen. Den Text kann ich besorgen, wenn's interessiert. Und genau diese Aussage sollte am Freitag rübergebracht werden, im WAZ-Artikel vom Samstag ist das auch gut rübergekommen. Das war keine Demo mit der Aussage "Tectum ist das Paradies auf Erden", die Aussage war "ver.di soll sich nicht um unsere Angelegenheiten kümmern, das tun wir schon selbst".
@HCANN
Zitat:
"wenn etwas so aussieht, als würde es meiner Auffassung widersprechen, muss es gefälscht sein" abtut, ist ausgesprochen beunruhigend.
Zitat Ende
Ich kann dich beruhigen. So ist es nicht ganz. Man muss immer die Begleitumstände sehen. Die Demo war annähernd glaubwürdig, bis zu dem Zeitpunkt als die Erklärung verlesen wurde. Hier fing nicht nur die Presse an zu zweifeln. Gestern Abend noch, habe ich mit einem Medienvertreter telefoniert, der mir sagte das der vor Ort anwesende Reporter die Veranstaltung als "seltsam " einstufte. Skepsis muss bei solchen Sachen angebracht sein. Als die TNT und PIN Angestellten vor einiger Zeit gegen den Postmindestlohn demonstrierten, bei dem sie mehr verdient hätten, kam auch im nach hinein heraus dass die Demonstranten dies nicht aus eigener Überzeugung taten.
Die Initiative für die Demo ging vom Betriebsrat des Standorts Gelsenkirchen aus, der auch die komplette Organisation auf die Beine gestellt hat. Am Standort GE haben BR-Mitglieder in den Abteilungen die Aktion vorgestellt und dafür geworben. Wie oben bereits festgestellt, hat diese merkwürdige Lobhudelei mit dem Anliegen der Demo nichts zu tun (und ich habe nicht gehört, dass so etwas verlesen worden ist). Beim WAZ-Bericht Lokalteil GE ist das gut wiedergegeben; der Radio-Emscher-Lippe-Redakteur wurde aus dem Studio konkret gefragt, ob er den Eindruck habe, dass die Mitarbeiter freiwillig und aus Eigenmotivation dort seien, und das hat er bestätigt (hab ich mir sagen lassen, ich hab die Reportage nicht gehört).
Meine Zielsetzung ist folgende. Ich möchte dass die Tectum Mitarbeiter fair bezahlt werden, ein transparentes Lohnsystem erhalten, bei dem sie überprüfen können, wie viele Aufträge tatsächlich storniert wurden, welcher Auftrag welches Geld eingebracht hat usw. Der Betriebsrat (ausgenommen Gelsenkirchen) soll nicht mehr Arbeitgebergesteuert sein. Eine offene Kommunikation zwischen BR und Verdi, ohne das Küpper droht Standorte zu schließen.
Die Zielsetzung Lohntransparenz wird sicherlich jeder unterschreiben. Gerade in dieser Hinsicht hat sich allerdings im Laufe der letzten 12-18 Monate vieles zum Positiven geändert.
Zum BR in Dortmund kann ich nichts sagen, der in Essen ist gerade frisch gewählt. Den dortigen BR-Vorsitzenden kenne ich persönlich, dass er "arbeitgebersteuert" ist, kann ich mir nur schwer vorstellen.
Und Kommunikation zwischen BR und ver.di - dafür braucht man zwei kommunikationsbereite Seiten. ver.di hat die Betriebsräte bewusst umgangen, und zumindest der BR in Gelsenkirchen ist wohl wenig motiviert, mit der Gewerkschaft zu reden. Worüber denn auch?
Zitat:
Du hast verschiedentlich die Arbeit des BR in GE positiv gewürdigt. Warum beteiligst Du Dich dann an einer Aktion, die eindeutig gegen den BR gerichtet ist?
Zitat Ende
Das ist so nicht richtig. Die Flyeraktion damals vor den Tectum-Gebäuden wurde spontan ausgerichtet und der BR noch vor der Aktion informiert. Natürlich nur der Gelsenkirchener.
So spontan, dass Ihr gedruckte Flyer dabei hattet? Der BR war von der morgendlichen Anwesenheit von Euch überrascht. Das kann ich beurteilen, weil ich selbst Euer Gespräch mit den Freigestellten gehört habe

. Was die Aktion aber auf keinen Fall war: Sie war nicht *abgestimmt* mit dem Betriebsrat.
Der SAT1 Bericht vor einigen Wochen war auch nicht von Verdi,mir oder sonst jemandem geplant. SAT1 kam von sich aus auf die Beteiligten zu. Als sich herausstellte, dass ein Bericht gemacht wird, wurde der BR in Gelsenkirchen von mir 3 Stunden vor dem Besuch bei Tectum von diesem Vorhaben informiert. Und zwar umgehend nachdem ich die Uhrzeit des eintreffens bei Tectum wusste. Die Information des BR war mit Gerd Vatterot abgesprochen.Wer den Betriebsrat nicht informierte war die Geschäftsführung. Es war sage und schreibe 3 Stunden Zeit um sich vorzubereiten und den Betriebsrat offiziel seitens der Führung zu informieren. Dies wurde nicht gemacht. Mir ist keine Aktion bekannt, über die der Betriebsrat nicht vorher informiert wurde.
Der Gelsenkirchener BR wurde vom sat.1-Bericht kalt erwischt und hat davon erst erfahren, als der Bericht bereits im TV lief.
Ansonsten ist Deine Aussage widersprüchlich. Einerseits behauptest Du, der BR wäre informiert worden, andererseits, die Geschäftsführung von Tectum wäre schuld an der Nicht-Information, weil er nichts weitergeleitet hätte. Na was denn nun? Das klingt für mich so, als wäre die GF informiert gewesen, und Du bist der Auffassung, dass die das dann an den BR hätten weiterleiten müssen - wenn sie das nicht getan haben, dann haben sie den Schwarzen Peter. Merke: Wer den BR von etwas informieren will, möge doch bitte den BR ansprechen und nicht die GF.
Aber wie dem auch sei: Auch hier gab es keinerlei *Absprache* mit dem BR.
Die Aussage von Gerd Vatterot "man habe den Betriebsrat nicht überlasten wollen und ihn darum nicht einbezogen." bezieht sich auf das einladen aller BR Mitglieder der Standorte. Zum Gelsenkirchener BR bestand eine offene Kommunikation. Die Arbeitgebergesteuerten BR-Mitglieder wären überfordert gewesen, nicht der GELSENKIRCHENER.
Hat er so nicht gesagt. Und vor allem: Hat er so nicht gemacht. Er hat den Gelsenkirchener BR übergangen genauso wie alle anderen BRs, und das mit einer patriarchalischen Begründung, die ein wenig an die Haltung erinnert, die Hubertus Küpper angeblich an den Tag legt.
Wie gesagt, die Gewerkschaft nimmt eure Interessen in noch vielfältiger Form wahr.
Was hätte ver.di davon, tectum in den Dreck zu ziehen und eine Entlassung von
2000 MA zu riskieren?
Davon würden die Mitgliederzahlen sicherlich nicht steigen und
als Totengräber so vieler Jobs - mögen sie noch so erbärmlich sein -
steht keiner gerne da.
Mein Job ist nicht "erbärmlich".
Und mit Verlaub, wer meine Interessen vertritt ist meine Entscheidung. Sich das Recht herauszunehmen, die Interessen von mündigen Menschen ohne deren Zustimmung oder Aufforderung wahrzunehmen... Wem wurde noch vorgeworfen, er sei nicht demokratisch gesinnt?