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infasc
Beiträge: 9
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« Antworten #106 am: Oktober 15, 2008, 12:22:26 » |
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Also im Grunde ist die Antwort auf Deine Frage einfach: Sie sind genauso ehrlich, wie das „Volk“. Wo Menschen sind, da „menschelt’s.“ [Louis-Jules Gernet]. Und in der Tat sind beispielsweise die Werbefirmen schlicht „Unternehmen“. Sie haben – wie alle anderen Unternehmen auch – einen Konkurrenzkampf zu führen, Mitarbeiter zu bezahlen, eine Verwaltung zu unterhalten usw. usf. In der Wirtschaft gibt es immer wieder verschiedenste Skandale. Doch kaum jemand würde soweit gehen unsere Marktwirtschaft generell als „verwerflich“ zu bezeichnen. Bei den NPOs ist das natürlich etwas differenzierter und mit einem anderen Maßstab zu bewerten. Sie möchten ja per se für Moral und Menschlichkeit stehen. Trotzdem unterliegen auch sie den Gesetzen der Wirtschaft. Bei den großen Deutschen Hilfsorganisationen (DRK, JUH, MHD, ASB) würde beispielsweise kaum ein Mitarbeiter einem Kunden empfehlen, das „Essen auf Rädern“ oder das „Hausnotruf-System“ beim Mitbewerber zu bestellen, weil es bei diesem besser und / oder billiger zu haben ist. Es geht natürlich auch hier ums Geld. Schließlich hat die Organisation viele laufende Kosten für Pflegepersonal, Räumlichkeiten, Fahrzeuge usw. zu decken. Der Unterschied zur „freien“ Wirtschaft aber ist, dass keine „Gewinne“ erwirtschaftet werden können bzw. dürfen, die an irgendwelche natürlichen oder juristischen Personen ausgeschüttet werden [-> Gemeinnützigkeit!]. Darüber wachen u.a. staatliche Behörden und in einigen Fällen auch das DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen in Berlin). Es dürfen aber sehr wohl „Einnahmenüberschüsse“ erwirtschaftet werden, die zum Erhalt und Aufbau neuer Dienste etc. verwendet werden können. Was viele nicht wissen: Die Vorstände der besagten NPOs sind alle Ehrenamtliche (auf sämtlichen Ebenen wie Kreisverband, Regionalverband usw.). Sie bekommen KEIN Gehalt, wohl aber Unkosten erstattet, die Ihnen durch ihre Repräsentation etc. der Organisation entstehen (Reisekosten o. dgl.). Wer hingegen vergleichsweise viel verdient – aber nicht mehr als das „Pendant“ in der „freien“ Wirtschaft – sind oftmals die Geschäftsführer der NPOs. Das ist aber auch verständlich: Wenn man eine Stelle als Geschäftsführer für eine große, komplexe Organisation (in zudem wirtschaftlich schwierigen Zeiten) für monatlich 2.000 Euro brutto ausschreibt, bekommt man eben keine fähigen Leute... Auf der anderen Seite habe ich aber auch viele ineffiziente, verkrustete Verwaltungsstrukturen kennengelernt. An dieser Stelle ist viel Verbesserungspotential und -bedarf! Dort könnten viele Kosten eingespart werden.
Soweit mein Statement.
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