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Autor Thema: Wesser.de , eine Drückerkolonne?  (Gelesen 43856 mal)
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Ma-Schi


Beiträge: 7


« Antworten #90 am: Juni 05, 2008, 21:18:43 »

da ist wohl der ironische unterton verloren gegangen. ich fand die diskussion über den angeblich vorgeschriebenen gewerbeschein so lustig, weil wesser seit 40 jahren mit tausenden studenten ohne gewerbeschein gearbeitet hat und arbeitet. trotzdem sind wohl einige leute der meinung, dass das "die staatsanwaltschaft interessieren" würde (weiß nicht mehr, wer das geschrieben hat).

wenn das mit dem fehlenden gewerbeschein wirklich so kriminell ist, wie manche leute hier glauben, dann müsste das im laufe der jahrzehnte doch mal irgendein finanzamt (oder wer auch immer) gemerkt haben, oder nicht?
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Rammstein


Beiträge: 71


« Antworten #91 am: August 01, 2008, 11:00:33 »

Ich wäre fast auf so eine Firma reingefallen !!!
Danke dass ich weiss was dort abgeht.
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rj333


Beiträge: 2


« Antworten #92 am: August 10, 2008, 01:47:42 »

josen, bin hier nun seit drei wochen in friedrichshafen am bodensee und arbeite momentan für eben diese ominöse w-firma und werbe fördermitglieder für die johanniter. verdammt anstrengend, manmuss sich teilweise teilweise einiges anhören, doch hier im team machts riesenspaß und ich hatte bisher keine probleme. aussagen wie "die kohle geht die ersten zwei jahre nur an wesser" etc sind schlichtweg falsch, es is andersrum, damit die hilfsorganisationen kein zu großes risiko eingehen. leider behaupten die leute am meisten, die keinen plan haben, wie in der bild zeitung halt. ich werde jetz noch 4 wochen in nürnberg arbeiten, mir mein semester verdienen, ein neues, hoffentlich ebenso geiles team kennenlernen und ehrlich gesagt ists mir egal, was skeptiker denken. äußere mich hier bloß, weil ich mich vor meinem arbeitsantritt unter anderem auch in diesem forum informiert habe und es schade finde, dass viele junge leute sich wegen irgendwelcher dummschwätzer und schwarzseher von diesem job abhalten lassen. ansonsten wünsch ich noch eine angenehme nachtruhe, ich muss hier noch ein wenig feiern
RJ
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Agent0815


Beiträge: 170


« Antworten #93 am: August 10, 2008, 08:20:41 »

was bist Du den für eine Blitzbirne nur weil sie Dir erzählt haben im Himmel ist Jahrmarkt.Ich habe selbe mal für JUH Scheine geschrieben(andere Werbefirma) und zwar n bisschen länger als Du und erzähl doch hier keinen von wegen in Deiner Drückerfirma ist alles ganz toll nur weil Du weil Du neu bist und somit topmotiviert.Ist ja klar in den ersten Monaten zahlen sie gut und son kleenen Studenten können sie schön verarschen..die arme Werbefirma Wesser bekommt die Ersten 2 jahre kein Geld vom Mitgliedsbeitrag ach Jottchen
wenn das so ist sind die aber extrem blöde weil verhandlungsunfähig und du genauso weil du das glaubst!
Man lass dir doch keinen erzählen
keiner zieht solch eine Bude aus Spass an der Freude hoch und hat seine Mitarbeiter ganz dolle lieb

"ich finde es ein bisschen schade das sich andere davon abschrecken lassen was hier steht"  PAH ich finde es schade das du offensichtlich blauäugig bist.Dir kann man doch auch erzählen,1939 haben die Polen Deutschland überfallen,und du würdest ja sagen.
Ich lese heraus,Du willst es eh nicht lange machen.
Mach das,aber red hier in der "Öffentlichkeit "gefälligst nichts schön,damit noch andere genauso viel Pech haben wie Du.
Weisst Du was? Ich war 3 Jahre an der Tür und mir hats auch spass gemacht(Jetz guckste wa kleener)
aber wenn du es toll findest und unterstützen möchtest das in diesem Gewerbe leider immer noch keine vernünftige Kohle gezahlt wird,keine Steuerabgaben,keine Sozialabgaben, immer noch teilweise geprügelt wird und leute eingesperrt werden und verarscht und abgezockt werden und von der Aussenwelt abgeschnitten und psychischer oder auch physischer Terror abgelassen wird(Ja,so etwas GIBT ES NOCH!),dann bist echt **** ich will es hier nicht so sagen aber mach mal die Augen auf,und LESE ein paar Threads von Leuten die auch was dazu erzählen können,und wenn wenn Du das dann NORMAL findest was in der Branche leider immernoch passiert,dann wünsche ich dir,das Du wenigstens einen Einzigen von den von mir und anderen Leuten hier aufgezählten MIssständen mitmachen "darfst"
mach ma schön Dein Ding
aber zieh nicht andere noch mit rein und rede nicht von dingen gut,von denen Du keine Ahnung hast und offensichtlich auch nicht haben willst
mach schön die Augen zu und red dir alles schön,soo gehts natürlich auch

Bitte nicht sauer sein,ich mein Dich nicht persönlich,ich kenn dich ja gar nicht persönlich,aber wenn ich SOWAS lese....nein da platzt mir der Kragen

LG Agent
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Venus


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WWW
« Antworten #94 am: August 10, 2008, 10:57:29 »

Hm, das versteh ich nicht ganz. Wenn die Wesser.de in den ersten 2 Jahren nichts von dem Geld bekommt, wie kann sich die Firma dann die Personalkosten leisten, genauso für Miete des Büros oder einer Internetpräsens. Unter solchen Voraussetzungen würde ich keine Firma aufmachen. Auch verstehe ich nicht ganz, wieso die Johanniter eine Firma beauftragen, Fördermitglieder zu finden. Diese Firma kostet doch Geld oder? Tja und die Johanniter brauchen doch eher Geld. Ich versteh den Sinn nicht: Ich will Geld, beauftrage eine (teure) Firma, die mir dann das Geld einbringt? Häää, komische Geschäftsidee.
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Agent0815


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« Antworten #95 am: August 10, 2008, 16:09:19 »

Hi Venus schön Dich zu schreiben ich hoffe Dir geht es gut,alles klar bei Dir?
Ts Ts TS komm wir machen auch beide ne Drückerfirma auf,wo wir dann Millionen scheffeln auf Kosten Menschen die sich krumm machen bei uns für 25 Euro die Woche als Taschengeld.Und bezahlen die ersten 2 jahre,weisst ja,das tun die Hilfsorgas ja nicht,na dann müssen wir eben gucken das unsere mitarbeiter wenn sie bei uns anfangen n bisschen Kapital mirbringen.
Und wenn sie frech werden gibts erstmal auf die Fresse und Ausweise brauchen die ja eh nicht mehr dann.Was sagste,wann gehts los?

LG Agent
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Agent0815


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« Antworten #96 am: August 11, 2008, 07:36:24 »

@Venus

es gibt Werbefirmen,die Für den Bodenrettungsdienst werben,zb war es bei Mir(für GIP) auch so,eine Werbefirma die in NRW in grösseren Städten vertreten ist,also Dortmund,Düsseldorf,Köln,...haben halt mehre  Standorte und gehen nur für JUH an die Tür
aber was er da schreibt,mit die erste4n 2 jahre kriegt diejenige Firma kein Geld,ist nicht korrekt,kannst Du Dir ja denken,hast ja auch schon selbst geschrieben
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Venus


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« Antworten #97 am: August 11, 2008, 19:17:22 »

@Agent0815

Hey, ja mir gehts ganz gut. Und selbst?

Eine Drückerfirma? Nee sorry! Ich möchte morgen noch in den Spiegel schauen können. Solche dreckiges Geld möchte ich auch gar nicht. Aber recht hast Du, so einfach könnte man das wohl machen!

Ach nee, das Kennzeichen (WW) kenne ich doch!!! Vorallem erinnere ich mich noch an die tollen Namen der Chefs, deren Initialien mit auf dem Kennzeichen waren: WW-DD oder WW-HH.
Mir begegnen heute selten solche Kennzeichen aus dieser Gegend. Wenn ich aber eins sehe, dann ist immer gleich der Blick auf das Fahrzeug gerichtet, ob es sich vielleicht um einen weißen VW-Bulli handelt.
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Agent0815


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« Antworten #98 am: August 11, 2008, 19:35:35 »

ich guck auch immer sofort ob ich einen kenne
das letzte mal wo son Jugendlicher bei mir vor der Tür stand hat er n Kaffee bbekommen,aber nur weil mein K-h. Hirschb. sein TL war,und die sind dann noch hupend an mir vorbeigefahren
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rj333


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« Antworten #99 am: August 17, 2008, 17:33:11 »

sehr höflicher umgangston hier, benutzt du immer so bescheuerte schiefe vergleiche, herr agent? im großen und ganzen gab es jetz keinerlei gegenargumente oder ähnliches, die deine ansicht belegen, sondern einfach nur großmäulige wichtigtuerei...sry aber das nervt.außerdem mag ichs nich, wenn man mich als blöd hinstellen will. aber man is ja so schön anonym hier, nicht wahr? ;-) ich habe auch nie behauptet, dass drückerkolonnen nich existieren, aber ich dachte, der thread handelt von wesser und ebendiese firma macht auf mich keinen solchen eindruck. allerdings schweifst du ja gerne mal vom thema ab.

 jetz mal zu der wirklich sinnvollen frage, wie wesser das mit diesem system finanzieren kann: wesser hat erhebliche rücklagen, die es ermöglichen, erst nach drei jahren den vollständigen anteil bezahlt zu kommen, daher is diese methode auch so rentabel für hilfs und umweltorganisationen, ansonsten entstünde ein viel zu großes finanzielles risiko für ebendiese. auch hier habe ich nie behauptet, dass die firma nix dran verdient.

noch rein aus interesse, könntet ihr beide (venus, agent) mir über pm oder so ein paar infos über eure person zukommen lassen? finde es sehr interessant, was das wohl für leute sein mögen, die so herrlich von sich überzeugt sind und soviel quatsch schreiben ;-) immerhin hat man ja auch eine gewisse verantwortung hier, es lesen ja auch leute mit, die keinen plan vom job haben und sich dann in diesem sehr repräsentativen forum ihre meinung zusammenbilden lassen.

mfg
RJ
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cyberactivist
Administrator

Beiträge: 495


« Antworten #100 am: August 17, 2008, 17:51:40 »

"rj333" Wenn Du NutzerInnen bedrohst und deren Daten rausbekommen möchtest, fliegst Du hier raus.
Du scheinst ja die Wahrheit für Dich gepachtet zu haben. Oder bist Du einfach nur ein Oberdrücker von wesser.de, der keine negative Aussagen über seinen Laden haben möchte? Dein Auftritt hier deutet darauf hin. Ein Verhalten wie in einer Drückerkolonne.

Banned !!!

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Venus


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WWW
« Antworten #101 am: August 18, 2008, 06:30:25 »

Upps, sorry, vielleicht hätten Agent0815 und ich dafür in ein anderes Thema gehen sollen. Ich will nicht behaupten, das die Wesser.de eine Drückerkolonne ist. Dafür weiß ich über die Firma leider zu wenig. Trotzdem muss ich sagen, finde ich Deinen Umgangston hier nicht besonders höflich.

Zitat
noch rein aus interesse, könntet ihr beide (venus, agent) mir über pm oder so ein paar infos über eure person zukommen lassen? finde es sehr interessant, was das wohl für leute sein mögen, die so herrlich von sich überzeugt sind und soviel quatsch schreiben

Wenn Du da was wissen willst, dann solltest Du uns vielleicht per PN anschreiben und erst mal was zu Deiner Person sagen, dann sage ich vielleicht auch was über mich. Ich glaube auch nicht, das hier irgend jemand mit "großmäuliger Wichtigtuerei" versucht hier Dinge zu erzählen, die ein Gegenargument bedarf. Jeder hier berichtet eigentlich was er selber erlebt hat. Und das kann ja wohl keine Lüge sein.

Danke, cyberactivist, für die Unterstützung.
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Agent0815


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« Antworten #102 am: August 18, 2008, 18:40:02 »

...oh mann,wer war er denn.Als ob es irgenteine richtige Drückerkolonne gibt,wo es den leuten gut geht und sie frei sind und Rente und Steuern einzahlen und Krankenversichert sind.Sicher gibts Werbefirmen in denen das VIELLEICHT ähnlich praktiziert wird allerdings reden Venus und ich über richtige Drückerhotels mit Zeitungsanzeigen wie:


Mitfahrer /Helfer
Männl/weibl v.18-26 Jahren DPA erforderlich
400€ Wöchentl.Auszahlung
melden unter 0160....

ok vielleicht haben Venus und ich den Thread verwechselt.Oder doch nicht?
Hier gehts es um Drückerkolonnen im Allgemeinen und im Besonderen,
und da Wasser oder Wisser anscheinend ja gaaar keine ist warum stehts dann hier?
Wusser ist also eine seriöse Firma wo angebliche Mitarbeiter versuchen, einen im Forum aufzulauern(wahrscheinlich tun sie das auch in echt beim Bürger,nicht nur hier)

wie sympathisch   Smiley

danke,das er weg ist
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Agent0815


Beiträge: 170


« Antworten #103 am: August 18, 2008, 18:44:00 »

und wenn bei Wesser oder Wasser oder Dasser wie auch immer die Leute soviel Geld bekommen,das sie in Milch schwimmen,warum legen sie dann Wert auf Mitarbeiter die sich derart unhöflich ausdrücken
ich habe wenigstens noch geschrieben das er damit nicht persönlich gemeint ist
da war aber einer persönlich beleidigt das man seine Firma in  der er anscheinend sowas wie der Eigentümer ist  mal n bisschen auseinander nimmt.
Wer schreibt denn nun mal etwas Konkretes zu dieser ominösen Firma von der ich zumindest noch nie gehört habe?
Macht mich wissend.


und hey,was soll das- bin doch ein Mädchen?
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infasc


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« Antworten #104 am: September 29, 2008, 13:14:05 »

Nachdem ich mich über Jahre im Bereich Fundraising, dort speziell im Sektor Mitgliederwerbung für Hilfs- / Umweltschutzorganisationen [= NPOs (Non Profit Organisations)] bzw. deren Durchführung bewegt hatte, und mich durch die Medien, aber auch im Verwandten- und Bekanntenkreis diesbezüglich immer wieder mit Kritik konfrontiert sehe, habe ich nun beschlossen, dieses Thema für alle Interessierten, sowie auch für mich selbst, im Rahmen einer Kurzanalyse möglichst objektiv und selbstkritisch aufzuarbeiten.

NPOs benötigen für ihre Arbeit Geld. Dieses erhalten sie im Rahmen von staatlichen Zuschüssen, überwiegend aber durch Spenden und Fördermittel von Privatpersonen, Institutionen und Firmen. Manche Tätigkeiten der NPOs werden auch kostendeckend durch Versicherungen getragen (z.B. der reguläre Rettungsdienst oder Pflegedienste).

Bedauerlicherweise kommt es immer wieder zu Skandalen, in denen Gelder von Geschäftsführern oder Vorständen veruntreut werden. Zwar wird das Auftreten solcher „schwarzen Schafe“ wohl leider nie ganz zu verhindern sein – in der freien Wirtschaft gibt es sie bekanntlich noch viel mehr als bei den Hilfsorganisationen – aber deren menschliches Versagen in ihrem Amt bzw. ihrer Position wiegt bei NPOs natürlich weit schwerer und wird zurecht deutlich kritischer bewertet. Es ist oftmals nur investigativen Journalisten zu verdanken, dass solche Zweckentfremdungen von Spendengeldern und Fördermittel überhaupt aufgedeckt werden.
Nur zu gut kann ich also Menschen verstehen, die sich nach dem Bekanntwerden entsprechender Ereignisse von der betroffenen Organisation oder gar generell von NPOs distanzieren und keine Unterstützung mehr leisten wollen. Doch sollte man auch immer sehen und dem entgegenhalten, was an Positivem geleistet wird:
Gemeinnützige Vereine bieten in Städten und Gemeinden vor Ort Tafeln und unterhalten Kleiderkammern für Bedürftige aus sozialschwachen Familien, organisieren sinnvolle Freizeitaktivitäten für Jugendliche, betreuen Senioren und Behinderte, Ehrenamtliche opfern teilweise hunderte bis zu tausende Stunden im Jahr für (Übungs-)Einsätze im Bereich Brandschutz und Gefahrenabwehr, humanitäre Auslandseinsätze in von Naturkatastrophen, Hunger und Krieg bedrohten Krisengebieten werden durchgeführt usw. usf. Das Alles kostet nun einmal sehr viel Geld: Es werden Materialien verbraucht, die Logistik muss organisiert werden, Räumlichkeiten sind zu unterhalten und natürlich muss auch die Verwaltung finanziert werden. Was Letzteres betrifft, gibt es sicherlich bei vielen NPOs durchaus noch Einsparpotenzial.

Vielleicht wäre es eine angemessene „Antwort“, nach einem größeren Skandal in der betroffenen Organisation die Unterstützung TEMPORÄR zu verweigern, nicht aber daraufhin das Fördern gemeinnütziger Institutionen und Vereine GÄNZLICH einzustellen.
Das Argument, der STAAT solle doch die wichtigen Aufgaben der NPOs übernehmen und sich die dafür notwendigen Gelder über die Steuern „zurückholen“, so dass alle gleichermaßen damit gerecht „belastet“ werden, ist nur bedingt gewichtig. Denn im Grunde bedeutete dies nicht nur NOCH MEHR STAAT (und staatliche Bürokratie), sondern auch eine Entmündigung des Bürgers, bei der Wahl ihm besonders unterstützenswert erscheinender, gemeinnütziger Projekte und Organisationen. Manch einer will vielleicht lieber einen mildtätigen Verein „vor der Haustür“ fördern, ein anderer kranke Kinder in Afrika, wieder ein anderer interessiert sich besonders für Arten- und Klimaschutz usw. Außerdem würden besagte Organisationen ihre (zumindest partiell durchaus vorhandene) Unabhängigkeit in Gänze verlieren, wenn sie sich allein durch das Steuersystem finanzierten.

Viele Blicken verächtlich auf „Werber“ hinab, die über den Weg einer Stand- oder Haustürwerbung auf die Arbeit von Hilfs- / Umweltschutzorganisationen hinweisen und den Bürger zur Unterstützung in Form einer möglichst dauerhaften Fördermitgliedschaft motivieren wollen. Solche Leute gelten oft als „Drücker“, „Abzocker“ oder „Betrüger“. Und leider muss ich sagen, dass dieser Ruf auf Grund entsprechenden Fehlverhaltens vieler solcher „Handelsvertreter“ (es handelt sich meistens nicht um bei Agenturen festangestellte Mitarbeiter, sondern um Freiberufler) gerechtfertigt ist:
Da wird dem potenziellen Förderer ein schlechtes Gewissen eingeredet (-> „Haben Sie denn kein Herz für hungernde Kinder / die Natur?“, „Sie wollen doch auch Hilfe, wenn es Ihnen schlecht geht, oder?!“...), es werden Lügen erzählt (-> „Der Staat hat uns nach der Gesundheitsreform die Gelder gestrichen!“, „Ja, wenn sie wollen, ist die Unterstützung NUR FÜR DIESES Jahr.“...) und es kommt zur Druckausübung (-> „Wenn Sie nicht mithelfen, können wir Sie auch künftig nicht mehr mit dem Rettungswagen mitnehmen“, „Fuß in die Tür“...).
Doch es gehen bei Weitem nicht alle Werber so unseriös vor. Vielmehr müssen sie ausbaden, was ihre unseriösen „Vorgänger“ an Schaden verursacht hat – verbrannte Erde, sozusagen: Man wird mit wüsten Beschimpfungen attackiert, die Türe wird einem vor der Nase zugeschlagen, mit der Polizei wird gedroht usw. noch ehe man überhaupt zu Wort gekommen ist. Hinzu kommt, dass die meisten Menschen nicht die Größe und Stärke zur Ehrlichkeit haben, wenn sie kein Geld für eine gemeinnützige Sache ausgeben möchten. Es wird verschämt zu Boden geschaut, der teure neue Mercedes und der hohe Benzinpreis vorgeschoben, die Ehefrau müsse mitentscheiden, aber die sei leider nicht zugegen (aus dem Hintergrund die Frage „Was gibt’s denn Schatz?“), man habe jetzt gerade keine Zeit oder ein Ferngespräch und möchte später nochmals „besucht“ werden (meistens wird die Haustür dann nicht mehr geöffnet) und 1000 andere Einwände mehr, die in Wahrheit Vorwände sind, werden gebracht...
Würden sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter einer Hilfsorganisation dies Wochenlang anhören müssen, würde manch einer von Ihnen geistigen Schaden davon tragen: Einen „Vertreter“, jemanden der (nur) IM AUFTRAG der NPO um Unterstützung bittet, treffen Beleidigungen und Kritik deutlich weniger, denn er nimmt sie weniger persönlich. Dies ist ein sehr wichtiges Argument, das FÜR professionelle Mitgliederwerbungen durch Agenturen spricht. Hinzu kommt, dass ein Ehrenamtlicher ohnehin schon viel von seiner Freizeit für gemeinnützige Tätigkeiten „opfert“. Soll er nun auch noch ganze Monate im Jahr damit verbringen, von Haustür zu Haustür zu gehen? Zudem gehen die meisten Ehrenamtlichen auch ganz normalen Berufen nach und können nicht wie beispielsweise Studenten ein paar Wochen ihrer Semesterferien für derartige Aktionen nutzen.

Wie beschrieben, kann Mitgliederwerbung also mitunter eine starke psychische Belastung sein und ist auch generell als „hartes Brot“ zu bezeichnen. Kein Wunder also, dass diese Arbeit gut bezahlt sein will, damit sie überhaupt gemacht wird. Jeder, der schon einmal über mehrere Wochen eine Haustürwerbung mitgemacht hat, wird es bestätigen: Dieser Job ist mit nichts zu vergleichen!

Doch genauso wenig, wie man allen „Bürgern an der Haustür“ unterstellen kann, sie seien unehrlich, geizig und unfreundlich, kann man alle Werber über einen Kamm scheren und die Behauptung aufstellen, sie seien grundsätzlich „Drücker“. Vielmehr sollte man sich an seiner eigenen Nase fassen und durch das Vorleben besseren, reiferen Verhaltens zeigen, dass pauschalisierende Vorurteile noch niemals irgendeine Richtigkeit besaßen.

Ein Job als Werber für Fördermitgliedschaften hat – all dem bisher aufgeführten zum Trotz – durchaus auch seine schönen Seiten:

- Man trägt seinen Teil dazu bei, dass wichtige, ehrenamtliche Arbeit geleistet werden und Menschen in Not bzw. Tieren oder der Natur geholfen werden kann.

- Man lernt oft viele nette junge Leute im Werbeteam kennen und hat Spaß mit ihnen.

- Man trifft zuweilen auf sehr interessante Menschen an der Haustür, die wirklich etwas Wertvolles zu erzählen / berichten haben.

- Man lernt „das Volk“, den Menschen als solchen viel besser kennen, bekommt zunehmend größere Menschenkenntnis.

- Man entwickelt seine kommunikativen Fähigkeiten und seine Zielstrebigkeit weiter.

- (Speziell) als Teamchef lernt man mit großer, vielseitiger Verantwortung umzugehen und Probleme zu lösen.

- Man lernt, dass man zu viel mehr in der Lage ist, als man sich je zugetraut hätte (sowohl in Punkto Belastung, als auch in Sachen Leistung) und stärkt dadurch auch seine Persönlichkeit, Selbstsicherheit und auch sein Selbstwertgefühl.

- Man kann gutes Geld für gute Arbeit verdienen.

Der letztere Punkt ist bekanntlich auch ein häufig diskutierter, sehr kritisch betrachteter. Natürlich werden die Agenturen für die Organisation und Durchführung von Mitgliederwerbungen von den NPOs bezahlt. Schließlich sind sie Wirtschaftsunternehmen und keine Wohlfahrtsvereine. Einzig und allein entscheidend ist letztlich, wie das Verhältnis der an die Firmen bezahlte Provisionen zu den an die NPOs entrichteten Förderbeiträgen durch die (Neu-)Mitgliedschaften gestaltet ist.
Im Laufe meiner Zusammenarbeit und meinem Informationsaustausch mit Hilfsorganisationen, Agenturen und deren (Ex-)Mitarbeitern, bin ich für mich zu der Erkenntnis gelangt, dass man diesbezüglich folgende Aussage treffen kann (wobei der Informationszugang nicht immer beabsichtigt bzw. gewollt war): In Deutschland bekommen Werbeagenturen von den NPOs in der überwiegenden Zahl der Fälle bzw. Verträge in Summe EIN bis ZWEI Jahresmitgliedschaftsbeiträge (einschließlich der von der NPO zu entrichtenden Mehrwertsteuer), wobei sich deren Ausbezahlung degressiv gestaffelt über 1 bis 4 Jahre erstreckt.
Wenn also ein Fördermitglied nur EIN Jahr lang die NPO unterstützt, geht ein größerer Teil seines (Gesamt-)Beitrages an die Agentur (50 % und mehr). Wenn das Mitglied dem gemeinnützigen Verein etc. hingegen 40 Jahre als Förderer treu bleibt, bekommt die Hilfsorganisation in Summe über 95 % der Jahresbeiträge.
Dabei gilt allerdings zu beachten, dass die Inflationsrate den effektiven Wert der Jahresmitgliedschaftsbeiträge in dieser Rechnung nach unten drückt. Im 40sten Jahr beispielsweise entspricht EIN Euro zum heutigen Zeitpunkt nur noch rund 36 ct (!), bei einer angenommenen Inflationsrate von 2,5 %. Wenn man diese berücksichtigt und davon ausgeht, dass ein Fördermitglied IM DURCHSCHNITT 10 Jahre die entsprechende NPO unterstützt, kommt man rechnerisch auf eine effektive Effizienz bei einer seriösen Fördermitgliedschaftswerbung von rund 77 % des Spenden- bzw. Fördermittelaufkommens für die NPO, falls die Agentur in Summe nur EINEN Jahresbeitrag erhält. Nur etwa 68 % sind es hingegen, wenn die mit der Werbung beauftragte Firma ZWEI Jahresbeiträge bekommt. Streng genommen müsste man auch noch den Umstand berücksichtigen, dass die an die Agentur gezahlten Provisionen auch der Inflationsrate unterliegen. Da sie den Firmen aber innerhalb weniger Jahre nach dem Beitritt des Mitglieds ausbezahlt werden, spielt dies in der Berechnung kaum eine Rolle. Außerdem wirkt sich dieser vernachlässigbare Effekt ZU GUNSTEN der NPOs aus. Die Tatsache, dass Mitgliedsbeiträge in der Realität von Zeit zu Zeit angepasst werden, spielt in dieser Berechnung keine Rolle, da es sich dabei in aller Regel auch wieder um äquivalent zu bezahlende Dienstleistungen durch darauf spezialisierte Firmen handelt, so dass wieder eine neue „Wertschöpfungskette“ beginnt, die im Endeffekt auf das Gleiche hinausläuft.

WICHTIG dabei ist, dass die erwähnten, um die Inflationsrate bereinigten, effektiven Effizienzwerte von 68 bis 77 % nur bei einer durchschnittlichen Mitgliedschaftsdauer von 10 Jahren gelten. Beträgt diese nur 5 Jahre, halbieren sich diese Werte entsprechend. Deshalb ist es so ungemein wichtig, dass die Fördermitglieder RICHTIG ÜBERZEUGT werden, eine möglichst dauerhafte, nachhaltige Unterstützung zu leisten, und nicht auf die Schnelle irgendwie überredet werden! Denn sonst ist eine Mitgliederwerbung für NPOs schon vom Ansatz her mehr als fragwürdig, insbesondere im Hinblick auf ihren gemeinnützigen Aspekt.
ZUM VERGLEICH: Wenn eine Spenden-Aktion über eine bundesweite Postwurfsendungskampagne durch eine NPO durchgeführt wird, liegt die effektive Effizienz bei nur 50 %, wenn IM STATISTISCHEN MITTEL jeder 10te EINMALIG 10 Euro spendet und für den vorgefertigten Überweisungsträger, die grafische Gestaltung, sowie den Farbdruck des plakativ gestalteten Bittstellbriefes und die Verteilung an alle Haushalte realistische 50 Cent pro (Postwurf-)Sendung veranschlagt werden.

Was also kann und will ich „euch“ an dieser Stelle mit auf den Weg geben?

Zunächst an die „Werber“ gerichtet:

1.) Informiert euch vor Antritt eines Werbeeinsatzes möglichst umfangreich über die von euch zu vertretende Organisation und die Verwendung ihrer Fördergelder bzw. deren Finanzierungssystem. Im Internet gibt es genügend Möglichkeiten dazu und auch ein Anruf bei der NPO kann nicht schaden!
Wenn ihr euch über euren Arbeit- bzw. Auftragsgeber erkundigt, zieht nicht nur Äußerungen in Betracht, die von enttäuschten, ehemaligen Mitarbeitern stammen. Deren Schreie sind natürlich weitaus häufiger zu finden und viel lauter als die meist noch viel häufigeren Stimmen derer, die mit der jeweiligen Agentur positive Erfahrungen gemacht haben. Nur haben diese kein so großes Bedürfnis, sich auf solchen Foren wie diesem hier zu äußern. Überhaupt neigt der Mensch ja bekanntlich dazu, sich das Negative besonders stark zu merken, das Positive hingegen als für selbstverständlich zu erachten.

2.) Klärt für euch die Frage, ob ihr mit dem PRINZIP klar kommt, dass ihr Geld für das Einwerben von Spenden- oder korrekt ausgedrückt Fördergeldern / -Beiträgen bekommt, welches aus Anteilen der Letzteren stammt. Ihr müsst hinter der Sache stehen, um dauerhaft und mit ruhigem Gewissen erfolgreich werben zu können. Werdet selber Fördermitglied!

3.) Lügt nicht und erzählt den Bürgern an der Haustüre nicht irgendetwas, wenn ihr überfragt seid. Seit vielmehr ehrlich und sagt, dass ihr diesen „Job“ noch nicht lange macht und diese Frage nicht beantworten könnt, euer Gegenüber möge sich doch bitte an die NPO wenden.

4.) Seit ehrlich, wenn ihr nach eurer Position bei der NPO und / oder einer bei euch vermuteten ehrenamtlichen Tätigkeit gefragt werdet: Kaum jemand hat ein Problem damit zu erfahren, dass ihr „die Sache hier als Ferienjob macht und natürlich schon eine Entlohnung dafür bekommt, wochenlang von Früh bis Spät bei Wind und Wetter von Tür zu Tür zu laufen“.

5.) Fragt eure Teamchefs, wenn euch irgendetwas unklar ist und seit auch immer euch selbst gegenüber kritisch: Man sollte sich immer wieder fragen, ob man korrekt mit den Leuten an der Türe umgeht. Wie würde man selbst angesprochen werden wollen? Meldet gravierendes Fehlverhalten von Kollegen an euren Teamchef und wenn ihr den Eindruck habt, dass er sich darum nicht kümmert, an die Agentur!

6.) Nehmt nichts persönlich: Anfeindungen richten sich (meist ungerechtfertigt) an die NPO oder sind auf eure unseriösen „Vorgänger“ zurückzuführen, nicht aber auf euch, wenn ihr korrekt arbeitet.

7.) Die oberste Devise kann nur immer lauten: Bleibe freundlich und sachlich, umso mehr, je stärker sich das Gegenüber erbost. Ein harter Tag, bei dem man keinen Erfolg hat und häufig beschimpft wird, macht es einem sehr schwer, die Contenance zu bewahren. Man neigt dazu, seinem Frust irgendwann bei einer besonders unfreundlichen Person Luft zu machen. Manchmal kann man sich nicht mehr zurückhalten, aber solche Fälle müssen mit größtmöglicher Disziplin minimiert werden und sollten möglichst bald mit einer Entschuldigung befriedet werden, denn ihr steht für eine große Organisation: Wenn IHR einen Fehler macht, hat die NPO einen Fehler gemacht. Wer sich diesbezüglich nicht beherrschen kann, ist nicht nur für diesen Job ungeeignet, sondern im Grunde nicht viel besser als die „schwarzen Schafe“, die sich in den Führungsetagen von NPOs illegal bereichern – mit verheerenden Folgen, wie wir alle wissen.

8.) Drängt nicht mit Eloquenz, Rhetorik und Argumenten einen durchaus freundlichen, geistig aber klar unterlegenen Menschen (oder ein altes schwaches „Mütterlein“ etc.) so weit in die Ecke, dass er gezwungen ist, seine Lüge nach außen hin einzugestehen, dass er sein Geld nicht für euer (gemeinnütziges) Anliegen hergeben möchte. Es reicht zu wissen, dass er bzw. sie mit dieser Tatsache konfrontiert wurde. Wenn das „potenzielle Fördermitglied“ aber arrogant, offensichtlich wohlhabend und geizig ist, oder aber einfach ein gut gelaunter Mensch ist, dann spielt die Argumentationsschiene ruhig bis zum Ende aus – in aller Freundlichkeit und Sachlichkeit, versteht sich. Jemand mit viel Humor reagiert dann durchaus auch einmal mit Sätzen wie „Jetzt haben Sie mich aber erwischt, Sie lassen auch wirklich keine Ausrede gelten ;-). Na los, schreiben Sie schon...“

9.) Begreift euren Job zum einen als Finanzierungssystem für NPOs, zum anderen aber auch als Öffentlichkeitsarbeit für die entsprechende Hilfs- / Umweltschutzorganisation: Ihr könnt dafür sorgen, dass NPOs wieder ein besseres Bild in der Gesellschaft abgeben. Ein großer Mehrwert ist auch, dass – unabhängig davon, ob die von euch Angesprochenen nun Mitglied geworden sind oder nicht – mit dem Gedanken des Gemeinnützigen konfrontiert wurden. So etwas kann bei dem ein oder anderen auch zeitverzögert zu einem Umdenken führen.

10.) Nutzt eure Tätigkeit dazu, um auch SELBER einmal ehrenamtliche Arbeit zu leisten: Es gibt zum, Beispiel genügend alte, einsame Senioren ohne Angehörige, die sich unglaublich freuen, wenn sie nach Langem einmal jemanden zum Sprechen und Erzählen vor sich haben. Man kann sich ab und an ruhig mal eine halbe Stunde oder länger mit einem solchen Menschen unterhalten, auch wenn von vorneherein klar ist, dass er kein Mitglied werden möchte (oder gar kann, weil er einen staatlichen Vormund hat etc.). Das heißt natürlich nicht, dass man sich von gelangweilten Klatsch-Und-Tratsch-Tanten etc. ausnutzen lassen sollte ;-).

An den „Bürger an der Haustüre“ gerichtet:

1.) Seien Sie skeptisch, lassen Sie sich die Legalität der Haustürwerbung belegen. Bei berechtigten Zweifeln kann man sich bei der Organisation oder der Polizei / dem Ordnungsamt rückversichern, ob alles mit rechten Dingen zugeht.

2.) Weisen Sie einen unfreundlichen Werber auf sein Fehlverhalten hin und schließen Sie die Türe, wenn er uneinsichtig ist. Bei grobem Fehlverhalten sollte die NPO benachrichtigt, im Extremfall eine Anzeige bei der Polizei gemacht werden.

3.) Seien Sie ehrlich, wenn Sie kein Geld für die NPO im Rahmen der Werbungsaktion ausgeben möchten. Daran ist nichts verwerflich und man spart sich lange, für beide Seiten mühsame Diskussionen. Jeder kann für sich entscheiden, welche (ehrenamtliche) Arbeit er in welchem Umfang unterstützen möchte. Fragen Sie einen aufmüpfigen Werber, welche NPOs er denn finanziell unterstützt...

4.) Fragen Sie nach, wofür die Beiträge genau verwendet werden und was Sie sonst noch wissen möchten. Ein häufig überfragter Werber neigt im Allgemeinen dazu, sich zunehmend ernsthafter über sein „Produkt“ zu informieren und wird dadurch seriöser.

5.) Auch für Sie gilt natürlich: Bleiben Sie stets freundlich und sachlich.

Wer sagt, er brauche keinen, der zu ihm kommt und irgendetwas von der sinnvollen Unterstützung einer NPO erzählt, es sei verächtlich wie hierbei das „Spenden“ kommerzialisiert wird, der sollte sich selbstkritisch die Frage stellen, ob er nicht auch schon einmal im Rahmen eines „Red Nose Days“ auf Pro 7 oder eines „RTL-Spendenmarathons“ etc. gespendet hat. Dies ist erst recht eine Kommerzialisierung vom Leid anderer Menschen: Die Preise für Werbeblöcke zur Prime Time bei den hohen Einschaltquoten sind horrend. Und ist es nicht verrückt, dass der Mensch erst eine spezielle Unterhaltungsshow, eine Benefiz-Gala und den Antrieb durch das Verhalten anderer braucht, um in „Spendenlaune“ zu kommen? Ist der Mensch wirklich ein noch derart unmündiges, vom Tier nicht weit entferntes, konditioniertes Wesen, das dem Rudel nachläuft, nur um seine Anerkennung zu bekommen? Dass er auf Grund seiner evolutionär bedingten Trägheit (Energiesparen) von außen motiviert werden muss, damit er über die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse hinauswächst und über den Tellerrand blickt, um auch an das Wohl anderer zu denken?
Ich ziehe den Hut vor jedem, der sich selbständig ein Bild über das Leid in dieser Welt (und vor der eigenen Haustüre) macht und sich über die Möglichkeiten informiert, wie man zur Linderung dessen beitragen kann! Doch soll er dann konsequent sein, auch tatsächlich dementsprechend Handeln und einem Werber keine Moralpredigt halten. Wären alle Menschen ganz im Kant’schen Sinne derart aufgeklärt und mündig, dass sich Bittstellbriefe und Mitgliederwerbungen im herkömmlichen Sinne erübrigten, sähe die Welt ganz anders aus. Doch bis es soweit ist, müssen wir uns auf utilitaristische Weise anderer Methoden bedienen.
Und fast keiner, der in Deutschland lebt, volljährig, zurechnungsfähig und nicht obdachlos ist kann ernsthaft behaupten, er könne für gemeinnützige Tätigkeiten keine zwei, drei Euro im Monat zur Seite legen:

Harriet D. Bruce Annan** ist eine aus Ghana stammende, gelernte Computerfachfrau, die seit einigen Jahren in  Deutschland lebt. Nach dem dramatischen Scheitern ihrer Ehe mit einem Engländer verdient sie ihren Lebensunterhalt nun in Düsseldorf als „Klofrau“. Am Tag arbeitet sie auf der Düsseldorfer Messe, nachts putzt sie in einer Szenekneipe. Mit ihrem Verdienst unterstützt sie in ihrer Heimatstadt Accra bedürftige Kinder, holt sie von der Straße und ermöglicht ihnen eine schulische Ausbildung. Dies war seit jeher ihr Kindheitstraum. Ihr Hilfsprojekt heißt "African Angel"**. Wenn eine „Klofrau“ von ihren wenigen, mühsam verdienten Euros Kinder in einem Drittweltland unterstützen kann, können wir das auch.

Soweit meine Darstellung. Ich hoffe, ich konnte möglichst viele Aspekte des Fundraising und im Speziellen der Mitgliederwerbung beleuchten.


Ich wünsche allen Lesern dieses Artikels sowie auch dem Rest der Welt alles Gute.


Bernhard Stremayr

[Im Gegensatz zu manch einem anderen in diesem Forum, habe ich kein Problem damit, meinen realen Namen anzugeben.]


PS: Die Wahrheit ist stets zu komplex, als dass sie durch pauschale Beurteilungen und einseitige Betrachtungen dargestellt werden könnte.


** Links zu Harriet D. Bruce Annan:

http://www.afrikanet.info/index.php?option=com_content&task=view&id=803&Itemid=2

http://www.african-angel.de
Gespeichert
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