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Autor Thema: Aufsässig oder arbeitsscheu? - Verurteilt als Asozialer in der DDR  (Gelesen 892 mal)
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Kater


Beiträge: 7110


« am: August 16, 2007, 13:22:23 »

MDR FERNSEHEN Do, 16.08. 22:35 Uhr  

Zitat
Aufsässig oder arbeitsscheu? - Verurteilt als Asozialer in der DDR

Ein Film von Peter Grimm

Zwei Jahre Haft drohte der Paragraph 249 des DDR-Strafgesetzbuchs für "asoziale Lebensweise" an. Der Strafrahmen wurde nicht selten voll ausgeschöpft. Und um als "asozial" zu gelten, reichte es, sich einer zugewiesenen Arbeitsstelle zu verweigern. Doch angewandt wurde der Paragraph recht vielfältig: Aufmüpfige Jugendliche konnte es ebenso treffen wie Menschen mit sozialen Problemen, die man quasi in den Knast entsorgte. Und gerade für die konnte der Paragraph 249 eine Kette aus Haftstrafen nach sich ziehen. Nach der Entlassung bekamen sie oft nur eine miserable Wohnung und einen schlechten Job mit Arbeitsplatzbindung und zahlreichen Auflagen zugewiesen. Dagegen lehnten sie sich auf, verweigerten sich und prompt folgte die nächste Verurteilung nach Paragraph 249.

Marita hat so acht Jahre ihres Lebens in Gefängnissen verbracht. Sie erwartete 1987 nichts mehr, als nur eine erneute Verhaftung, weil sie statt im ihr zugewiesenen Wohnort Cottbus lieber bei einem Freund in Zwickau leben wollte. Dem Zwang wollte sie sich nicht beugen - die nächste Haftstrafe schien unausweichlich. Doch der Zwickauer Pfarrer Edmund Käbisch nahm sie - ein damals einzigartiger Fall - quasi ins Kirchenasyl auf. Das erregte zwar viel Unmut, doch letztlich wurde der Fall still "bereinigt". Marita durfte plötzlich doch in Zwickau leben und bekam eine Chance, die in der DDR für sie gar nicht mehr vorgesehen war. Aber auch politisch Missliebige konnte der Asozialenparagraph treffen. Man musste nur lange genug verhindern, dass einer einen Job bekam und konnte ihn dann verhaften.

Der Vorteil: Das Stigma "asozial" verfehlte bei vielen DDR-Bürgern seine Wirkung nicht, der Staat musste weniger Solidarisierungseffekte fürchten. Bernhard Freutel erging es so. Eine zugesagte neue Arbeitsstelle durfte er nach der Kündigung der alten plötzlich nicht mehr antreten. Es folgten kurze Zeit später sechs Monate Haft. Danach entging er weiteren Drangsalierungen durch eine Arbeit als Friedhofsgärtner bei der Kirche. Er weiß, dass es immer noch einigen, nach Paragraph 249 Verurteilten, schwer fällt, darüber zu reden, warum sie in Haft waren. Das "Asozialen"-Stigma wirkt nach.


http://www.mdr.de/tv/programm/prog%5Fdetail+885836.html
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Atheist


Beiträge: 294


« Antworten #1 am: August 16, 2007, 13:41:31 »

Dann viel Spaß beim "Wissenserwerb".
Generell wirft das die Frage auf: Warum sich über Medien noch mokieren, wenn man Inhalte kommentarlos übernimmt?
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"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein."
-- Albert Einstein --
Kuddel


Beiträge: 4010


« Antworten #2 am: August 16, 2007, 14:04:41 »

Zitat
Original von Atheist
Dann viel Spaß beim "Wissenserwerb".
Generell wirft das die Frage auf: Warum sich über Medien noch mokieren, wenn man Inhalte kommentarlos übernimmt?

Auch ich zitiere die Medien der Gegenseite (Spiegel, Welt, Handelsblatt) wenn ich davon ausgehe, daß die Fakten korrekt wiedergegeben wurden.

Glaubst Du nicht, daß es sich um Fakten handelt, oder willst Du diese Fakten einfach nicht hören?
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Atheist


Beiträge: 294


« Antworten #3 am: August 16, 2007, 14:13:15 »

Zitat
Original von Kuddel
Zitat
Original von Atheist
Dann viel Spaß beim "Wissenserwerb".
Generell wirft das die Frage auf: Warum sich über Medien noch mokieren, wenn man Inhalte kommentarlos übernimmt?

Auch ich zitiere die Medien der Gegenseite (Spiegel, Welt, Handelsblatt) wenn ich davon ausgehe, daß die Fakten korrekt wiedergegeben wurden.

Glaubst Du nicht, daß es sich um Fakten handelt, oder willst Du diese Fakten einfach nicht hören?

Kuddel, wie macht man das Minimum einer Menge zu ihrem Maximum?
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"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein."
-- Albert Einstein --
Pedder


Beiträge: 70



« Antworten #4 am: August 16, 2007, 14:14:38 »

Auch korrekt wiedergegebene Fakten sind, wenn zum passenden Zeitpunkt rausgeblasen, Manipulationen.
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anti-hartz4


Beiträge: 947



WWW
« Antworten #5 am: August 16, 2007, 14:16:52 »

Naja die §§ 47 und 48 waren schon scharf. Wurde als Jugendlicher 2mal Politisch und 1mal wegen Asozialen verhaltens verurteilt.Gab damals bei der Stasi in Magdeburg an,dass ich für diesen Staat keinen Finger mehr krumm machen werde. Nach meiner Endlassung 1987 bekam ich den 47er als Begleitung. Arbeitsplatz und Wohnraumbindung. Das war dann in meiner Heimatstadt Herzberg/Elster. Dann bekam ich ein super Angebot,denn in der Kohle wurden Leute gesucht. Trotz meiner damaligen Meinung vom Staat wollte ich mir das gute Geld nicht entgehen lassen. Bin also zu meinem ABV und schilderte ihm das. Konnte ganz locker nach Cottbus umziehen und meine Arbeit im Tagebau Welzow aufnehmen.      Heute haben Kapitalschmarotzer bei mir keine guten Karten.
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