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Autor Thema: Lohnsklaverei bei amazon.de  (Gelesen 67019 mal)
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mlawrenz
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« Antworten #255 am: Juli 05, 2009, 21:59:41 »

http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/mit-amazon-zum-ss-sturmbataillon;2329907
05.06.2009
NPD
Mit Amazon zum SS-Sturmbataillon
von Thomas Hanke

Der Onlineversandhändler Amazon ist nicht bereit, seine Zusammenarbeit mit der NPD und die Verbreitung neonazistischen Schrifttums zu beenden. Auch nachdem der "Tagesspiegel" die skandalöse Kooperation veröffentlicht hatte, verteidigte eine Sprecherin des Unternehmens sie gegenüber dem Handelsblatt: Man verkaufe ja keine verbotenen Bücher, und alles andere käme einer "dem Recht auf freie Meinungsäußerung widersprechenden Zensur" gleich. Die Zusammenarbeit mit dem "Nationalen Netztagebuch - hier spricht die NPD" werde auf Einhaltung der Bedingungen für das Partnerschaftsprogramm geprüft. Diese billige Ausflucht wurde schon am Donnerstag dem Tagesspiegel mitgeteilt, dabei müsste die Prüfung schnell beendet sein, denn es handelt sich um eine offizielle Webseite der NPD.

Aber offenbar ist Amazon nicht der Ansicht, dass die Neonazis "diskriminierende Inhalte, basierend auf Rasse, Geschlecht, Religion, Nationalität, Invalidität, sexueller Orientierung, oder Alter" (so die Ausschlusskriterien der Amazon-Bedingungen für das Partnerschaftsprogramm) verbreiten - sonst hätte die Kooperation nie begonnen und schon längst eingestellt werden müssen.

Spätestens jetzt ist klar: Amazon ist kein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, sondern das Unternehmen weiß genau, was es tut: "Unser Ziel ist es, unseren Kunden die größtmögliche Auswahl an verschiedenen Titeln bereitzustellen", so Amazon-Sprecherin Christine Höger. Das sind dann Titel wie "Rudolf Heß - Märtyrer für den Frieden", "SS-Sturmbataillon 500 am Feind" oder "Wir wolln das Wort nicht brechen - die Waffen-SS 1935-1945". Aktuell zum 65.Jahrestag der Landung in der Normandie geht bestimmt auch sehr gut "Verrat in der Normandie - Eisenhowers heimliche Helfer". Das sind Bücher, die offen die übelsten Einsatzverbände der Nazis verteidigen - für Amazon Ausdruck der Meinungsfreiheit.

Amazons Rechtfertigungsversuch ist eine Steilvorlage für die NPD, die deshalb von ihrer Homepage aus fleißig auf Amazon verlinkt und damit gutes Geld verdient. Amazon trägt zur Finanzierung der Neonazis bei, und zwar bewusst und wohlüberlegt: Auch das ist schließlich ein Markt, der bedient werden will. Denn so gut wie alle anderen deutschen Buchhändler bieten ja aus ethischen Gründen keine Nazi-verharmlosenden oder verherrlichenden Titel an. Amazon springt in die Bresche - ein Kalkül, das atemberaubend niederträchtig ist. Zum Glück ist niemand gezwungen, bei diesem Unternehmen zu kaufen, das Umsatz mit der SS-Rune macht.

Aufschlussreich ist, was die weniger im Vernebeln geschulten Kundenberater über die Geschäftspolitik sagen. Auf die Frage, ob Amazon auch antisemitische Literatur anbieten würde, denn auch dafür gebe es ja eine Nachfrage, kommt wie selbstverständlich die Antwort: Das würde man rechtlich prüfen und eventuell ins Angebot aufnehmen.

Wie sagte Max Liebermann: "Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte."

Link zum Artikel: http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/mit-amazon-zum-ss-sturmbataillon;2329907
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mlawrenz
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« Antworten #256 am: Juli 05, 2009, 22:03:06 »

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bei-amazon-verdient-die-npd-mit;2329728

05.06.2009
Partnerprogramm
Bei Amazon verdient die NPD mit
von Frank Jansen und Florian Kneist (Tagesspiegel)

Amazon hat die NPD in sein sogenanntes Partnerprogramm aufgenommen – und zahlt der Partei Provisionen für verkaufte Bücher. Politiker fordern, die Kooperation aufzukündigen. Bei Amazon sieht man das Ganze unaufgeregt: „Es gibt eine Nachfrage dafür, die wollen wir befriedigen."
Die NPD als Partner: Bei Amazon wird rechtsradikale Literatur verkauft - und die Partei verdient mit. Foto: dpa

Die NPD als Partner: Bei Amazon wird rechtsradikale Literatur verkauft - und die Partei verdient mit. Foto: dpa

BERLIN. Die NPD sucht verzweifelt nach Geldquellen. Da darf sie nicht wählerisch sein, und so wurde man beim geschmähten US-Kapitalismus fündig: Das Internet-Versandhaus Amazon führt die Homepage des Kreisverbands Barnim-Uckermark der rechtsextremen Partei in einem „Partnerprogramm“, das der NPD stetigen Zufluss von Einnahmen bietet. Auf der Homepage „Nationales Netztagebuch“ ist eine Rubrik unter dem Titel „Kaufen & Helfen“ eingerichtet, die mit Amazon.de verlinkt ist. Geworben wird in der Rubrik für einschlägige Literatur zu „Judenfragen“ und zu Rudolf Heß, die über Amazon zum Kauf angeboten wird. Die NPD verdient einige Prozente mit, wenn ein Käufer über den Link zu Amazon gelangt und sich dann mit rechtem Lesestoff eindeckt. Und nicht nur das: Es fließt auch Geld in die Kasse der Partei, wenn über den Link der Kauf eines anderen, unverdächtigen Produkts zustande kommt. Die NPD freut sich: In der Rubrik steht „Vielen Dank dafür“.

Die seltsame Geschäftsbeziehung von NPD und Amazon hat der Brandenburger Verfassungsschutz entdeckt. „Amazon nennt das Werbekostenerstattung“, heißt es auf der Webseite der Verfassungsschützer, „andere könnten das eine wirtschaftliche Partnerschaft mit verfassungsfeindlichen Extremisten nennen“. Auch der Berliner Verfassungsschutz hält die Partnerschaft zwischen Amazon und der NPD für „absolut problematisch“. Härtere Worte noch sind in allen demokratischen Parteien zu hören – bis hin zur Drohung mit einem Aufruf zum Boykott von Amazon. Es sei „unmöglich“, dass sich der Internetkonzern mit Rechtsextremisten einlasse, sagt der Präsident des Abgeordnetenhauses, Walter Momper (SPD). Und er droht, „wenn Amazon die Partnerschaft mit der NPD nicht kündigt, muss man die Firma boykottieren“. Nahezu wortgleich äußert sich der Chef der Grünenfraktion, Volker Ratzmann. Außerdem müsse Amazon „sein Sortiment auf rechtsextremes Material durchforsten und das sofort rausschmeißen“.

Der Zentralrat der Juden forderte Amazon auf, seine Kooperation mit der rechtsextremen NPD unverzüglich zu beenden. „Dass es eine derartige Geschäftsbeziehung gibt, ist eine richtige Schande, bei Amazon sollte man sich dafür in Grund und Boden schämen“, sagte der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann, am Freitag im Gespräch mit Handelsblatt.com. „Denn wirtschaftliche Partnerschaft bedeutet hier zwangsläufig auch faktische politische Komplizenschaft mit den Faschisten.“ Die Neonazis investierten ihre zusätzlichen „Amazon-Euros“ nämlich sofort in politische Hetze und in braune aggressive Propaganda.

Das sieht Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) genauso. Und sie erwartet, „dass Amazon auf der Stelle die Geschäftsbeziehung zur NPD beendet“. Sollte das nicht passieren, will Pau „alle Demokraten aufrufen, nicht mehr bei Amazon zu kaufen“. Solange Amazon die Partnerschaft mit der NPD nicht beende, „werde ich bei Amazon nicht kaufen“, sagt der Chef der Berliner FDP, Markus Löning. Der Fraktions- und Landesvorsitzende der Berliner CDU, Frank Henkel, hofft auf Einsicht bei Amazon: „Wenn die Firma sich und ihre Geschäftsbedingungen ernst nimmt, sollte sie den Vertrag umgehend kündigen“.

Amazon prüft Partnerprogramm

In den „Teilnahmebedingungen“ des Partnerprogramms von Amazon.de steht, das Unternehmen sei jederzeit berechtigt, eine Anmeldung zurückzuweisen, „wenn wir nach unserem eigenen Ermessen feststellen, dass die Partner-Website sich nicht für die Teilnahme am Amazon.de Partnerprogramm eignet“. Als Kriterien werden unter anderem „diskriminierende Inhalte, basierend auf Rasse, Geschlecht, Religion, Nationalität, Invalidität, sexueller Orientierung oder Alter“ genannt. Rassistische Diskriminierung findet sich auf der Website „Nationales Netztagebuch“ schnell: Unter der Überschrift „Einwanderungswahnsinn – gab es das wirklich schon immer?“ verkündet die NPD-Pressestelle, „kulturell und ethnisch Fremden“ sei „niemals eine Einbürgerung zu gestatten“.

Kommentar: Mit Amazon zum SS-Sturmbataillon

Amazon selbst reagiert auf eine Anfrage des Tagesspiegels so: „Wir prüfen derzeit die Einhaltung der Teilnahmebedingungen unseres Partnerprogramms durch die Website und werden nach Abschluss der Prüfung adäquate Maßnahmen treffen“. Im Mai hatte die Firma dem Brandenburger Verfassungsschutz mitgeteilt, sollte „ein offizielles Verbot“ zu den im „Nationalen Netztagebuch“ beworbenen Artikeln „oder zu der Seite selbst geschehen, werden wir diese selbstverständlich umgehend aus dem Angebot beziehungsweise aus dem Partnerprogramm entfernen“. So geschah nichts. Und auf die Frage des Tagesspiegels, warum Amazon überhaupt rechtsextremistische Schriften anbietet, antwortet die Firma, sie übernehme „stets die Einschätzung“ von Gerichten, Staatsanwaltschaften und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Ansonsten nehme man „bei der Beantwortung der Frage, ob ein Produkt vertrieben werden sollte, keine eigene Wertung vor“. Auch am Kundentelefon sieht man kein Problem. Auf Nachfrage heißt es dort seelenruhig: „Es gibt eine Nachfrage dafür, die wollen wir befriedigen.“

Quelle: Tagesspiegel
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mlawrenz
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« Antworten #257 am: Juli 05, 2009, 22:04:49 »

http://www.verfassungsschutz.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.160917.de
NPD ist Amazon-Partner und verdient damit Geld

Oft driften bei der NPD Verlautbarungen und Praxis weit auseinander. So erklärt NPD-Vorsitzender Voigt, Deutschland sei ein "illegitimes System", welches "abzuwickeln" sei. Gleichzeitig nimmt seine Partei gerne das Geld dieses "Systems". Nur umgehen können er und seine Kameraden damit offenbar nicht. Denn kriminell und treulos wurden die Finanzen der Partei geführt. So falsch und kriminell, dass die NPD zu einer Rückzahlung von über einer Millionen Euro verurteilt wurde. Trotz des hausgemachten Finanzdesasters verkünden die Rechtsextremisten am Tag der Urteilsverkündung: "Wegen Regierungspolitik steht BRD vor einem großen Loch!".

Solche Widersprüche gehören zum Wesen der chronisch klammen NPD. Deswegen bemüht sich ihr Kreisverband Barnim-Uckermark um ein neues Finanzierungsmodell. Auf der Partei-Internetseite "Nationales-Netztagebuch" ("Hier spricht die NPD") findet sich unter der Überschrift "Dankeschön" folgender Text: "Mit jedem Einkauf bei amazon.de, auch anderer Produkte als den von uns hier empfohlenen Gütern, und/oder dem Zugang zu amazon.de über unsere Empfehlungsleiste, unterstützen Sie das Projekt 'Nationales Netztagebuch'. Vielen Dank dafür." Es folgen mehrere rückverfolgbare Links zu Amazon-Produkten wie "Rudolf Heß: >Ich bereue nichts<". Ein weiterer Link führt zur deutschen Amazon-Startseite.

Offenbar ist die NPD Barnim-Uckermark ins "Partnerprogramm" von Amazon eingestiegen und erzielt damit Einnahmen. Amazon nennt das "Werbekostenerstattung". Andere könnten das eine wirtschaftliche Partnerschaft mit verfassungsfeindlichen Extremisten nennen.

Amazon bewirbt das Programm im Internet so: "Mit dem Amazon.de Partnerprogramm können Sie Ihre Website um hochwertige Inhalte bereichern und damit Geld verdienen. Unser Konzept ist einfach. Sie erhalten eine Werbekostenerstattung für alle Käufe die über Ihre Links zu Amazon.de generiert werden. Je mehr Besucher Sie uns senden, desto mehr wird gekauft, desto mehr verdienen Sie." Das Programm umfaßt zusätzlich den "Marketplace". Dort sind bei Amazon registrierte Drittanbieter aktiv. Auch deren Verkäufe können der NPD also finanziell nutzen.

Rechnen wird sich das Amazon-"Partnerprogramm" für die NPD bestimmt. Die erhält für jeden so verkauften MP3-Song zehn Prozent "Werbekostenerstattung". Für jeden "Geschenkgutschein" sind sechs Prozent fällig. Für "physische Artikel" gewährt Amazon den Partnern zwischen fünf und neun Prozent.

Amazon hat 2008 über 19 Milliarden US-Dollar Umsatz erwirtschaftet. Hauptsitz ist Seattle in den USA. Amazon ist ein globales und erfolgreiches Internet-Unternehmen. Mit den Vorstellungen der NPD verträgt sich das so gar nicht. Die demonstriert gegen "Globalisierung", fordert "raumorientierte Volkswirtschaft", steht "nationalem Sozialismus" aufgeschlossen gegenüber und greift offen zur Hakenkreuzflagge.

Die NPD ist eine verfassungsfeindliche Organisation, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung ausgerichtet ist. Auf der Amazon-Partnerseite der NPD sind beispielsweise Beiträge unter dem Pseudonym "Julius Färber" eingestellt. Die Namens-Anspielung an eine bestimmte Person der Geschichte wird kaum ein Zufall sein. Ende 2007 titelte "Julius Färber" einen Artikel mit "Kauft nicht beim Juden!".
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mlawrenz
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« Antworten #258 am: Juli 05, 2009, 22:18:18 »

Wie zu lesen ist, haben erste Kunden bereits ihre Vertragsverhältnisse mit Amazon gekündigt. Es gibt bereits erste offene Briefe dazu im Internet.
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Ratrace


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« Antworten #259 am: Juli 06, 2009, 05:35:03 »

Zitat
Aufschlussreich ist, was die weniger im Vernebeln geschulten Kundenberater über die Geschäftspolitik sagen. Auf die Frage, ob Amazon auch antisemitische Literatur anbieten würde, denn auch dafür gebe es ja eine Nachfrage, kommt wie selbstverständlich die Antwort: Das würde man rechtlich prüfen und eventuell ins Angebot aufnehmen.
Hier zeigt sich mal wieder, welche Geschwüre der entfesselte Kapitalismus ausbildet. Nur, weil es einen Markt dafür gibt, sei es auch legitim, solche Schmierschriften unter's Vok zu bringen - laut Amazon-Kundenberater. Mit dem selben Argument könnte man Berufskiller, Kinderpornos, Menschenhandel etc. finanzieren. Dafür gibt es auch eine Nachfrage. Es gibt sicherlich auch eine Nachfrage nach gutem Sprengstoff, um Amazon-Filialen in die Luft zu jagen. Muß man das dann deshalb billigen oder sogar unterstützen? Dem radikalen Markt fehlt jedes Gespür für ethische Überlegungen. Deswegen sieht die Welt aus, wie sie aussieht.

Semi-OT:
Es wird Zeit, daß der Kapitalismus endlich abdankt. Mitsamt allen seinen Protagonisten. Er hat nichts Gutes hervorgebracht. Na ja, noch ein paar Jährchen, dann sind wir so weit. Spätestens, wenn die Banken die Bürgschaften des Staates in dreistelliger Milliardenhöhe einfordern.

Bleibt nur zu hoffen, daß die Menschen dann eine Neuauflage der alten Scheiße verhindern werden und sich nicht wieder knechten lassen wie derzeit in Island zu sehen ist, wo die normalen Menschen für die Staatspleite alleine aufkommen sollen. Eines ist klar: Die Schweine von ihren Trögen abzuhalten wird ein harter Kampf werden.
« Letzte Änderung: Juli 06, 2009, 05:38:21 von Ratrace » Gespeichert

Das einzig Freie im Westen sind die Märkte.
Eivisskat


Beiträge: 133


« Antworten #260 am: Juli 06, 2009, 06:39:22 »

OT:
Erst wenn dieser ewige Vermarktungs-Gedanke  Shocked aus den Köpfen verschwunden ist, die Idee aus allem und jedem Gewinn & Profit zu schlagen, der heute bis in die ganz privaten Lebensbereiche und Beziehungen reicht, wenn Niemand mehr ein "Besitzer-Sein" von was auch immer anstrebt...dann wird es vermutlich besser funktionieren.

Früher gab es vereinzelt immer schon Menschen, die "selbst ihre Schwiegermutter verkaufen würden", aber diese Mentalität ist vielen von uns (m.M. fing das in den 70ern an...) inzwischen so in die Gene gebracht worden, dass wir damit nur ganz schlimmes Unheil anrichten.

Ein Umdenken und Rück-Besinnung ist ganz dringend erforderlich, da schon den ganz Kleinen diese Haltung von Eltern, Lehrern und Erziehern tagtäglich vorgemacht wird.
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http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wirtschaft/2009/das-ende-der-arbeit.html

 „Wir müssen der Wandel sein, den wir in der Welt sehen wollen." (Mahatma Gandhi)
mlawrenz
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« Antworten #261 am: Juli 06, 2009, 13:13:39 »

Zureden hilft:

URL: http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/rechtsextremismus/Amazon-
Nach Protesten
Amazon beendet Kooperation mit NPD

Der öffentliche Druck hat offenbar gewirkt. Nach heftigen Protesten und der Boykottdrohung prominenter Politiker wirft das Internet-Versandhaus Amazon die NPD-Website „Nationales Netztagebuch“ aus dem Partnerprogramm des Konzerns.

Von Frank Jansen

8.6.2009 14:46 Uhr

 „Wir schließen die Website von der weiteren Teilnahme am Amazon.de-Partnerprogramm aus und haben den Websitebetreiber über unsere Entscheidung informiert“, teilte eine Sprecherin des Unternehmens am Montag dem Tagesspiegel mit. Die Links würden in den nächsten Tagen entfernt. Über das Programm konnte die NPD in Form von „Werbekostenerstattung“ mitverdienen, wenn Käufer den Link vom Nationalen Netztagebuch zu Amazon anklickten, um dann rechtsextreme Literatur oder auch unverdächtige Produkte zu erwerben.

Die dubiose Geschäftsbeziehung rief in den demokratischen Parteien Empörung hervor. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Walter Momper (SPD), der Chef der Grünenfraktion, Volker Ratzmann, sowie Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) drohten vergangene Woche mit einem Aufruf zum Kaufboykott, sollte Amazon die NPD im Partnerprogramm belassen. Auch in CDU und FDP wurde die Firma kritisiert. Amazon erklärte die Trennung von der NPD-Website nun als Ergebnis einer „Überprüfung“. Die Website entspreche nicht den Teilnahmebedingungen des Programms. Sie schließen rassistische Inhalte aus. Ähnlich hatte indes bereits im Mai der Brandenburger Verfassungsschutz gegenüber Amazon argumentiert, jedoch ohne Erfolg. Warum der Konzern seine Meinung erst jetzt ändert, sagte er nicht. Offen bleibt zudem, ob Amazon angesichts der schon länger zu hörenden Kritik am Angebot rechtsextremer Literatur tätig wird.
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Amazon_Sklave


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« Antworten #262 am: Oktober 24, 2011, 13:25:38 »

Arbeite in Bad Hersfeld bei dem Laden. Wir machen hauptsächlich Retouren. Mobbing wird hier immer krasser. Kaum einer hat einen festen Vertrag, also machen sie mit uns, was se wollen. Wenn du deine quoten schaffst, hast du Chance auf eine Festanstellung. Ist aber quatsch. Sobald man festangstellt werden müsste, fliegt man und ein neuer macht den job. Kaum Urlaub, Druck ohne Ende und trotzdem nix auf em Lohnzettel am Ende. Natürlich ist Amazon zu geizig für einen Tarifvertrag. Verdi versucht was zu machen, hat aber noch nichts bewirkt. Haben sich sogar vom Gelände werfen lassen.
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saram


Beiträge: 8


« Antworten #263 am: November 07, 2011, 15:42:10 »

I unfortunately burned the passion.
http://www.amazon.de/Bloody-Kisses-Digipak-Type-Negative/dp/B000000H6D/
Kaum Urlaub, Druck ohne Ende und trotzdem nix auf em Lohnzettel am Ende. Natürlich ist Amazon zu geizig für einen Tarifvertrag.

Natürlich gibt es schlimmere, aber das Konzept ist wirklich echt bestechend. ..Habt ihr denn kein bonusprogramm dort?[/iron] Außerdem sind Retouren doch eh nen Verlustgeschäft. Wink Antizyklische Politik auf allen Ebenen könnte Wunder wirken....macht aber von der Austauschbarkeit des Einzelnen Gebrauch. Darum sind wir für ihre Umsetzung oft nicht gewachsen.... noch genügend abgesichert.
« Letzte Änderung: November 11, 2011, 09:38:11 von saram » Gespeichert
Sala


Beiträge: 50



« Antworten #264 am: Januar 17, 2012, 03:48:25 »

Sicher gab es immer ein "Bonusprogramm".
Der "Bonus" sah so aus, dass sich Mr. Standortchef vor die Belegschaft stellte und "Danke" sagte.
Danke für 25% mehr Umsatz.

Das war (ist?) ein tolles Bonusprogramm, weil ein "Danke" und eine zusätzliche 10minütige Pause bekommt man ja nicht jeden Tag.
Oder?
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Ziggy


Beiträge: 4851



« Antworten #265 am: Januar 17, 2012, 10:06:10 »

Zitat
Hier zeigt sich mal wieder, welche Geschwüre der entfesselte Kapitalismus ausbildet. Nur, weil es einen Markt dafür gibt, sei es auch legitim, solche Schmierschriften unter's Vok zu bringen - laut Amazon-Kundenberater. Mit dem selben Argument könnte man Berufskiller, Kinderpornos, Menschenhandel etc. finanzieren. Dafür gibt es auch eine Nachfrage. Es gibt sicherlich auch eine Nachfrage nach gutem Sprengstoff, um Amazon-Filialen in die Luft zu jagen. Muß man das dann deshalb billigen oder sogar unterstützen? Dem radikalen Markt fehlt jedes Gespür für ethische Überlegungen. Deswegen sieht die Welt aus, wie sie aussieht.

<Schleimer-Modus>

Lieber @Ratrace,
ich muß es an dieser Stelle einmal deutlich sagen: Ich lese ALLE deine Beiträge, und ich bewundere deine Fähigkeit, mit einigen wenigen geschliffenen Worten genau das auszudrücken, und zwar genau auf den Punkt, was ich (und viele andere) denke(n), aber nie so akkurat und präzise ausformulieren könnte(n).

</Schleimer-Modus>

@Ratrace hat hier die heutige Welt mathematisch präzise beschrieben. Meine Schlußfolgerung daraus aber ist (genau wie bei Zeitarbeit u.ä.): Es ist relativ unsinnig, die Frucht zu boykottieren, sondern die Pflanze muß mit Stumpf und Stiel ausgerissen werden. Die Pflanze, das ist nun mal der Kapitalismus, Amazon und Co. sind nur die Auswüchse.
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Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben!
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