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Autor Thema: an der Schule: WERBEN FÜRS STERBEN  (Gelesen 4669 mal)
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Kater


Beiträge: 7110


« Antworten #15 am: März 09, 2010, 15:45:03 »

Zitat
Keine Propaganda in der Schule
Paul Esra Martin

Da die Zahl der Interessenten für den Wehrdienst stark rückläufig ist, schickt die Bundeswehr zurzeit verstärkt rhetorisch gut geschulte Jugendoffiziere an die Schulen, um Schüler für die Streitkräfte und den Standpunkt zu begeistern, dass Krieg ein legitimes Mittel für den Erhalt des Friedens ist. Und als ob das nicht genug wäre, herrscht bei diesen Veranstaltungen auch noch Anwesenheitspflicht, wenn sie im Rahmen des Unterrichts stattfinden.

Es ist ein Skandal, dass Schüler, die nicht lernen möchten, wie man eine tödliche Waffe benutzt, bei solchen Veranstaltungen anwesend sein müssen. Die Bevölkerung schwört dem Krieg zunehmend ab, dafür sprechen die sinkenden Zahlen der Bundeswehrbewerber und Umfragen zum Krieg in Afghanistan. Und trotzdem erlauben die Schulen, dass die Jugendoffiziere zum Werben in die Klassen kommen dürfen -auf Kosten der Unterrichtszeit!

Im Schulgesetz ist das Neutralitätsgebot festgeschrieben, die Besuche der Jugendoffiziere sind jedoch ganz klar Veranstaltungen, die junge Menschen dazu bringen sollen, Kriegseinsätze zu unterstützen. Und das wird keineswegs dadurch neutralisiert, dass auch Vertretern von Friedensorganisationen Unterrichtszeit zur Verfügung gestellt wird. Außerdem schätze ich Werbung für die Bundeswehr keinesfalls als pädagogisch wertvoll ein und finde es erschreckend, dass erwachsene Menschen, die schon einige Kriege zumindest im Fernsehen miterlebt haben, dieser Propaganda in ihrer Schule freie Hand lassen.

Es ist endlich an der Zeit, den Fokus auf Friedensprozesse zu lenken. Den jungen Leuten zu erklären, dass Krieg etwas Schreckliches ist, dass es sich lohnt, darüber nachzudenken, wie man Frieden ohne Waffen schaffen kann. Schulen sollten der Bundeswehrwerbung sofort ein Ende setzen und die Zeit stattdessen für sinnvolle Projekte nutzen. Man könnte etwa Planspiele initiieren oder Hilfsprojekte in aller Welt unterstützen.

Wenn Schulleiter und Lehrer die Besuche der Jugendoffiziere unterstützen, muss es Protest von Schülerseite geben. So wie im November 2009 am Paulsen-Gymnasium in Steglitz, wo die Polizei wegen angekündigter Proteste die Veranstaltung schützen musste. Wir müssen Zeichen setzen. Auf eine friedliche Zukunft, ohne Krieg und ihre schreckliche Propaganda!


http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0301/jugendundschule/0131/index.html
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 5652


« Antworten #16 am: Mai 21, 2010, 17:41:47 »

Zitat
Schülerprotest gegen Jugendoffizier erfolgreich

21.05.10 - Der geplante Besuch eines Jugendoffiziers am Hans- und Hilde-Coppi-Gymnasiums in Berlin platzte nach Schülerprotesten. Die Schulleitung sagte die Veranstaltung ab, nachdem Schüler Flugblätter verteilt und eine Absage des Besuchs gefordert hatten. Breite Proteste gab es bereits bei einer Bundeswehrveranstaltung am Berliner Paulsen-Gymnasium im März. Die Bundeswehr hat im Jahr 2009 mehr als 16.000 Werbeveranstaltungen an Schulen durchgeführt.
http://www.rf-news.de/2010/kw20/21.05.10-erfolgreicher-schuelerprotest-gegen-besuch-eines-jugendoffiziers
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Kuddel


Beiträge: 4011


« Antworten #17 am: August 26, 2010, 18:14:43 »

Zitat
Märchenstunde, Verdummung oder Propaganda?

Florian Rötzer 25.08.2010
Bundesregierung (ver)erklärt Kindern und Jugendlichen den militärischen Einsatz in Afghanistan.

Was machen deutsche Soldaten in anderen Ländern? So beginnt der Text http://www.regierenkapieren.de/Webs/KW/Content/DE/FAQ/WasMachenDeutscheSoldatenInAnderenLaendernDerWelt/was-machen-deutsche-soldaten-in-anderen-laendern-der-welt auf regierenkapieren, der Website des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung für Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren. Da es in manchen Ländern "schwierige Situationen" gibt, mitunter auch Krieg, so dass Menschen getötet werden, muss einfach eingeschritten werden, um alles wieder gut zu machen, woran man selbst natürlich in keiner Weise beteiligt war: "Deutschland und viele andere Länder wollen das nicht zulassen. Sie wollen helfen, die Konflikte zu lösen. Deshalb schicken sie Soldatinnen und Soldaten in diese Länder." Wir Deutsche sind gut, wir wollen nur helfen. Wie schön doch Politik ist und wie edel militärische Interventionen.



Dann aber klingt das doch ein klein wenig anders, wenn es um Afghanistan geht, wo die meisten deutschen Soldaten im Ausland im Einsatz sind. Da war vorher bis 2001, als die Rettung kam, alles ganz böse unter den radikalen Islamisten, was ja auch nicht ganz falsch ist, aber doch eher nach PsyOp klingt:

Sie planten terroristische Anschläge in der Welt, so zum Beispiel auch die furchtbaren Anschläge auf das "World Trade Center" in New York. Es existierten keine Menschenrechte in Afghanistan, also das Recht, seine Meinung zu sagen oder sich zu versammeln. Frauen und Mädchen durften nicht zur Schule gehen oder einen Beruf ausüben. Selbst alltägliche Vergnügungen waren untersagt: Der Volkssport des Drachensteigens war verpönt, Musikhören war verboten.

Wie die Taliban an die Macht kamen, dass das Land weitgehend zerstört war, dass noch immer Krieg herrscht und welche Interessen die westlichen Staaten an diesem Land haben, das muss die Kinder nicht interessieren. Bemerken muss man auch, dass die Bundesregierung auch kein großes Interesse an den Kindern hat, weil der Text offenbar vor 2-3 Jahren zum letzten Mal, wenn überhaupt, aktualisiert wurde, weswegen auch von 3000 und nicht von 5000 Soldaten die Rede ist. Nach dem Impressum besteht die Redaktion aus neun Mitarbeitern, mit 3 Fotoredakteuren und zwei Mann "technische Unterstützung", dafür geht es ganz gemütlich zu. Die wichtige Botschaft der Redaktion im Auftrag der Regierung ist, dass die Bösen von den Guten verjagt wurden:

Die internationale Gemeinschaft hat sich wegen der Anschläge auf das "World Trade Center" gegen die Taliban gewandt und sie gestürzt. Seit 2002 engagiert sich die Bundesregierung in Afghanistan. Die Bundeswehr hilft, Sicherheit für die Menschen zu schaffen und das Land wieder aufzubauen. Insgesamt sind rund 3.000 Frauen und Männer vor Ort. Auch die Polizei und deutsche Entwicklungshelfer bauen das Land wieder mit auf." Alles wunderbar, fast schon idyllisch.

Was man auch noch sagen könnte: Ein deutscher Oberst erteilt den Befehl, zwei entführte Tanklastzüge aus der Luft zu bombardieren. Über 100 Menschen sterben, darunter viele Zivilisten. Die Bundesregierung zahlt 5.000 Euro je Todesopfer an die Hinterbliebenen, der Oberst wird nicht weiter belangt, obgleich die Umstände für den Befehl zweifelhaft waren und nach der Isaf-Strategie möglichst zivile Opfer vermieden werden sollten. In einer der wenigen "kindgerechten" Nachrichten heißt es zu diesem Vorfall: "Der Offizier, der den Luftangriff befahl, wollte eine Katastrophe verhindern." Man will den Vorfall lückenlos aufklären, damit deutsche Soldaten nicht voreilig verurteilt werden. Und Überhaupt:

Die Bundeswehrleute riskieren dort jeden Tag ihr Leben. Auch für unsere Sicherheit hier zu Hause. Dafür bedankte sich die Bundeskanzlerin bei ihnen. Und erinnerte daran, dass die Ursache für all das Leid bei den Terroristen liegt. Die leben zum Teil immer noch in Afghanistan und treiben dort ihr Unwesen.

Immerhin sind die deutschen Soldaten hier nicht nur die Guten, sie sollen auch die Sicherheit in Deutschland irgendwie am Hindukusch verteidigen. Wichtig ist aber vor allem: Was auch immer passiert, schuld sind auf jeden Fall die in Afghanistan ihr Unwesen treibenden Terroristen.

Es wird auch ein Interview mit dem Verteidigungsminister Guttenberg veröffentlicht, in dieser, im Januar 2010, auch gegenüber Jugendlichen wagemutig erklärt, dass man durchaus sagen könnte, dass in Afghanistan Krieg herrscht. Zwar würden die deutschen Soldaten, die Frieden und Sicherheit bringen, auch manchmal kämpfen müssen, aber eigentlich sind sie ja nicht im Krieg, weil "in Afghanistan die Afghanen untereinander" kämpfen. Und Guttenberg macht auch das Leben in Afghanistan kindgerecht anschaulich:

Ihr werdet dort nicht eine Stadt finden, die vergleichbar ist mit Berlin oder München. Es fahren wenige Autos durch die Städte, viele Menschen sind auf Eseln unterwegs. Die Kinder haben nicht so tolle Spiele wie ihr, erst recht keine Computer.

Täglich sterben Zivilisten, die von allen Seiten bedroht sind, Soldaten, Polizisten und Aufständische. Die Arbeitslosigkeit ist trotz der westlichen Hilfe weiterhin gefährlich hoch, ebenso die Armut vieler Menschen. Ein Drittel lebt unter der Armutsgrenze. Jährlich [extern] sterben trotz neunjähriger bewaffneter Wiederaufbauhilfe 60.000 afghanische Kinder an verschmutztem Trinkwasser. Trotz der Präsenz von fast 150.000 Nato-Soldaten sind nach der afghanischen Wahlkommission 3 Wochen vor den Wahlen nur 9 Provinzen ganz sicher, in 25 droht Unsicherheit und ist nicht gewiss, ob hier gewählt werden kann. Schon jetzt werden 900 Wahllokale geschlossen bleiben.

Aber das sind Dinge, von denen die Kinder nichts wissen sollen. Sie sollen die Lage vielmehr so sehen, wie die Regierung es jenseits von Zeit und Realität will, um ja keinen Zweifel entstehen zu lassen: "In den letzten sechs Jahren nach Ende der Herrschaft der Taliban hat sich das Leben für viele Menschen in Afghanistan verbessert."

Dass Deutschland bislang mehr als 6 Milliarden Euro in den Einsatz investiert hat, den Großteil in das Militär, ist für die gute Tat wohl auch unwichtig. Forscher des DIW kamen gar auf 36 Milliarden Kosten bis einschließlich 2010. Nach den offiziellen Angaben hat Deutschland einschließlich 2010 für humanitäre sowie Not- und Übergangshilfe 1,1 Milliarden zur Verfügung gestellt, ebenso viel also, wie der Bundeswehreinsatz an direkten Kosten 2010 verschlingt. Eine genaue Aufstellung der Kosten gab die Bundesregierung nach einer [extern] Kleinen Anfrage der Linken als "VS – Nur für den Dienstgebrauch". Die Antwort ist, so viel zur Transparenz, in der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestags hinterlegt.

Aber die Märchenseite zu Afghanistan geht noch weiter. Man habe es geschafft, dass 2004 ein Präsident und ein Parlament frei gewählt wurden. Das ist schön, aber weil die neun Redakteure viel zu beschäftigt sind, haben sie übersehen, dass zumindest 2009 bei den Präsidentenwahlen in großem Maße manipuliert wurde und Teile des Landes auch gar nicht abgestimmt haben. Macht nichts, Wahl ist Wahl, zumindest kindgerecht dargestellt. Doch man ist nicht ganz unrealistisch und merkt an: "Afghanistan ist aber noch kein ganz sicheres Land. Noch gibt es die Taliban und kriminelle Gruppen, die die jetzige Entwicklung bekämpfen. Deshalb ist der Aufbau der afghanischen Polizei und Armee so wichtig. Die Bundesregierung will das Land dabei auch in den nächsten Jahren weiter unterstützen." Zumindest so lange, bis man sich doch zurückzieht, Demokratie in Afghanistan hin oder her.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33186/1.html
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Kuddel


Beiträge: 4011


« Antworten #18 am: April 14, 2011, 10:43:53 »

Zitat
Lehrer, Schüler und Eltern wollen „keine Jugendoffiziere an der Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) haben“. Stattdessen versteht sich die berufliche Schule als „Schule mit friedenspolitisch-pädagogischem Schwerpunkt“. Das haben sowohl Gesamtkonferenz als auch Schulkonferenz beschlossen.
http://www.fr-online.de/rhein-main/offenbach/soldaten-muessen-draussen-bleiben/-/1472856/8340184/-/index.html
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Dearhunter


Beiträge: 274


« Antworten #19 am: April 19, 2011, 10:04:25 »

Letztens war Girl's Day, so 1 oder 2 Wochen her. Das ist der Tag, wo Mädel sich einen Tag lang Berufe anschauen, am besten die von den Eltern. Da dies meist aus sicherheitstechnischen Gründen nicht mögich ist (was stellen die sich eigentlich vor? Meine Tochter damals direkt im produzierenden Gewerbe ist ein absoutes No-Go für einen Tag) bieten viele Firmen eine Art Gemeinschaftskurs an in mehr oder weniger geschützter Umgebung, sowas gab es dann vor 3 Jahren auch in unserer Firma.

Jedenfalls .. auch die Bundeswehr bietet neuerdings sowas an. Einen Tag reinschnuppern speziell für Mädchen.

Die Zielgruppen ändern sich eben .. an die Knarre statt an den Herd.


DH
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Alan Smithee


Beiträge: 1249



« Antworten #20 am: Juni 05, 2011, 13:46:11 »

Geschmackloser geht´s wohl nimmer! Jetzt versucht man schon, Kleinkinder anzuwerben..

Zitat
Bundeswehr: Gebirgsjäger in Bad Reichenhall Kinder spielen Krieg

Mit einem Tag der offenen Tür wollten die Gebirgsjäger in Bad Reichenhall ihre Kameraden aus den Auslandseinsätzen ehren und Werbung für die Truppe machen. Doch offenbar haben die Verantwortlichen die Grenzen des guten Geschmacks überschritten - indem sie Kinder mit Gewehrattrappen auf Holzhäuser in "Klein-Mitrovica" zielen ließen.

 Das Wochenende des 27. und 28. Mai sollte eine Werbung sein: für die Gebirgsjäger, für die Bundeswehr, für den Standort Bad Reichenhall. Die Rückkehrer aus den Auslandseinsätzen aus Afghanistan, aber auch aus dem Kosovo sollten begrüßt werden - genauso wie die ersten freiwilligen Wehrdienstleistenden: mit Platzkonzert und Gelöbnis im Kurpark. Und mit einem Tag der offenen Tür, bei dem Besucher Fahrzeuge, Waffen und Arbeitsgeräte testen konnten.

Doch das, was eine Woche nach der großen Feier zu vernehmen ist, gereicht der Gebirgsjägerbrigade zu allem anderen als zu Ehre. Denn Fotos, die das linke Aktionsbündnis "Rabatz" am Freitag an Redaktionen schickte, zeigen eine Kinderbelustigung, die die Grenzen des guten Geschmacks deutlich überschreitet.

Die Soldaten hatten demnach eine Modellandschaft aufgebaut, bunte Holzhäuschen, die deutliche Rauchspuren zeigten, manche sogar Einschusslöcher. Um das Dorf herum sind Tarnnetze gespannt, darunter kauern Soldaten, gemeinsam mit Kindern, die Gewehrattrappen auf das Dorf richten.

Die Verantwortlichen hatten an jedes Detail gedacht, sogar an ein gelbes Ortsschild, darauf der Name: Klein-Mitrovica, darunter noch etwas kleiner: Kreis Zwickau. Gemeint ist mit dieser Anspielung die 107.000-Einwohner-Stadt im heutigen nördlichen Kosovo.

Die Stadt im Kosovo und Bad Reichenhall verbindet die Geschichte gleich mehrfach: Die erste Gebirgs-Division der Wehrmacht, auch Soldaten aus Reichenhall, waren dort während des Zweiten Weltkrieges im Einsatz, um Partisanen zu bekämpfen; dort wurde damals auch ein Lager nach Vorbild der deutschen Konzentrationslager errichtet. Seit 1999 sind die Deutschen im Kosovo zurück, als Kfor-Soldaten. Mitrovica sei allerdings innerhalb des Kosovo kein deutscher Standort, sagte ein Sprecher des Heeresführungskommandos in Koblenz.

Anwesende von Kfor-Soldaten konnten ebenfalls 1999 nicht verhindern, dass nationalistische Albaner Roma vertrieben. Inzwischen ist Mitrovica eine geteilte Stadt, in einen serbischen und einen albanischen Teil.

Das Heeresführungskommando, eine der obersten Instanzen der Bundeswehr, hat einen Stab eingesetzt, der jetzt die Hintergründe der mehr als unglücklichen Aktion ermitteln soll. Mit der Aufklärung sind die Kommandeure der Bad Reichenhaller Gebirgsjägerbrigade 23 sowie der in Sigmaringen ansässigen zehnten Panzerdivision, zu der die Gebirgsjägerbrigade gehört, beauftragt.

Oberstleutnant Siegfried Huben, Sprecher des Heeresführungskommandos, sagte, dass die Bundeswehr Kinderbelustigungen wie diese generell nicht gutheiße. Generell sei es verboten, wenn Kinder auf Bundeswehrgelände mit Waffen hantierten. Ob dies auch für Attrappen oder Spielzeuggewehre gelte, sei noch zu prüfen. Die Benennung in Klein-Mitrovica bezeichnete er als "mehr als geschmacklos".

Welche Konsequenzen die missglückte Aktion disziplinarrechtlich haben wird, sei Sache der Vorgesetzten und derzeit noch spekulativ.

Das Bundesverteidigungsministerium wollte sich bislang noch nicht zu den Vorwürfen äußern. Es werde aber Stellung beziehen, sollten diese sich bewahrheiten, sagte ein Sprecher der SZ.

Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Er sagte, dass er als Wahlkreisabgeordneter sehr gerne die Schirmherrschaft über den Tag der offenen Tür übernommen habe. "Die Gebirgsjäger leisteten eine hervorragende und unverzichtbare Friedensarbeit in Auslandseinsätzen der Bundeswehr und hatten dabei auch schon Gefallene zu beklagen".

Ein Spiel der beschriebenen Art sei ihm nicht bekannt gewesen. "Sollte sich der Vorwurf nach den Untersuchungen bestätigen, könnte ich das in keiner Weise gutheißen."
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bayern/bundeswehr-gebirgsjaeger-in-bad-reichenhall-kinder-spielen-krieg-1.1105301
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...still dreaming of electric sheep...
Kuddel


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« Antworten #21 am: Juni 21, 2011, 13:18:31 »

Zitat
Waiblingen: Spontandemonstration gegen Bundeswehr-Werbung

Am Dienstag erschien die Bundeswehr mit einem Werbebus an der kaufmännischen Schule in Waiblingen, um für den Kriegsdienst zu werben. Dagegen formierte sich sofort Widerstand unter den Schülern. Am Mittwoch verteilten sie Flugblätter und führten eine spontane Demonstration mit Transparenten vor dem Bus durch, was den Schuldirektor veranlasste, einige Schüler, die nicht von der Schule stammten, vom Gelände zu weisen. Am Donnerstag rückten die Bundeswehrsoldaten dann mit sechs Polizisten an.

Die Jugendlichen berichten in der "Waiblinger Kreiszeitung" vom 17. Juni: "Angekündigt war der uniformierte Besuch nicht. Aber sei’s drum. Natürlich hätten wir uns für aktuelle und heikle Themen, etwa den Afghanistan-Einsatz, interessiert. Auch auf Nachfrage ging er nicht auf unsere Kritik ein. Stattdessen lockten er und seine Kollegen auch in den Pausen am Infotisch mit einem Gewinnspiel ...

Wir waren sauer ... Wir finden es nicht akzeptabel, dass sich bislang niemand in der Bundeswehr für das Kundus-Massaker rechtlich verantworten musste, während in Deutschland schon wegen der kleinsten Sachbeschädigungen hohe Strafen drohen. Auf einem Plakat war deswegen zu lesen: 'Kunduz 4. September 2009 – unangemessener Luftschlag: 142 Tote, ca 80 Zivilisten, kein Täter – Verantwortung sieht anders aus.'"


Es war noch die CDU/FDP-Regierung in Baden-Württemberg, die als eines von acht Bundesländern eine Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr unterzeichnet hat. Danach soll die Arbeit von Jugendoffizieren in Schulen intensiviert werden. Insbesondere in der Referendar-Ausbildung und Lehrer-Fortbildung sollen Jugendoffiziere stärker eingebunden und so genannte Bildungsangebote der Bundeswehr in Medien der Kultusministerien veröffentlicht werden. Findet eine Bundeswehr-Werbung während des Unterrichts statt, dann sind das für die Schüler Pflichtstunden. Die neue "grün-rote" Landesregierung unter Ministerpräsident Kretschmann muss diese militaristische Vereinbarung sofort kündigen!
http://www.rf-news.de/2011/kw25/waiblingen-spontandemonstration-an-kaufmaennischer-schule-gegen-bundeswehr-werbung
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Kuddel


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« Antworten #22 am: Juni 30, 2011, 16:23:11 »

Das Robert-Blum-Gymnasium im Berlin-Bezirk Schöneberg hat beschlossen, die Bundeswehr nicht mehr in die Schule zu lassen. Die Kooperationsschule der DGB-Jugend spricht sich gegen die Präsenz der Bundesarmee in der Schule und deren Werbeangebote deutlich aus, hieß es. In der Begründung der Schulkonferenz wird "das Vertreten von Wirtschaftsinteressen" (…) "mit militärischen Mitteln" abgelehnt.

http://www.rf-news.de/2011/kw26/30.06.11-schule-wirft-bundeswehr-raus
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