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Autor Thema: Öko-Arbeiter begehren auf  (Gelesen 2173 mal)
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 5652


« am: Mai 29, 2008, 18:24:55 »

Enercon
Öko-Arbeiter begehren auf

VON EVA ROTH


Enercon-Windrad (dpa)

Das Management hat gedroht, die Produktion zu verlagern, wenn ein Betriebsrat gewählt wird, berichten Beschäftigte und Gewerkschafter. Einem IG Metaller wurde auf einer Betriebsversammlung das Mikro abgedreht, vermerkt ein IG-Metall-Protokoll. Genutzt hat's am Ende nichts: Heute wird bei Enercon in Magdeburg ein Betriebsrat gewählt.

Der größte Windanlagenbauer Deutschlands hat sein Geschäft in viele Gesellschaften aufgeteilt. Gewählt wird jetzt in der Rothenseer Rotorblattfertigung. Die Stimmung sei gemischt, erzählen Arbeitnehmer. Die meisten seien für einen Betriebsrat, viele hofften auf höhere Löhne. Andere hätten Angst, dass die Firmenspitze tatsächlich die Bude dicht macht.

"Enercon hat in der Vergangenheit alles mögliche versucht, um Betriebsratswahlen in seinen Werken zu verhindern", berichtet Martina Winkelmann, Windkraftexpertin in der IG-Metall-Zentrale. Die Konzernspitze wolle keine Arbeitnehmer-Vertretung, die vom Management unabhängig ist. Der Marktführer spiele damit eine "unrühmliche Rolle" in der Windkraftbranche, denn bei Konkurrenten wie Vestas und Nordex gebe es längst Betriebsräte. Bei Enercon sind sie eine Seltenheit: Der IG Metall sind in Deutschland rund 20 Enercon-Firmen bekannt, nur vier haben einen Betriebsrat, die Rotorblattfertigung mitgerechnet.

Die Konzernspitze sagt zu alledem gar nichts, nichts zur Zahl der Firmen, nichts zu den Vorwürfen. Enercon wolle dazu "keinerlei Stellungnahme abgeben", erklärte ein Sprecher.

Dagegen möchten Gewerkschafter und Beschäftigte nicht mehr stillhalten. Sie erzählen, was im Magdeburger Werk los war: Dort haben drei Beschäftigte im März zu einer Betriebsversammlung eingeladen, um die Wahl eines Betriebsrats einzuleiten. Der Geschäftsführer und sein Produktionsleiter wandten sich dagegen - und die Mehrheit der Anwesenden folgte ihrem Votum, berichtet einer der Initiatoren. Beim zweiten Anlauf hätten ihn ein paar
Beschäftigte angeschrieen und
bedroht, erzählt Detlev Kiel, Bevollmächtigter der IG Metall in Magdeburg. Der Personalchef habe grinsend daneben gestanden. Später habe man ihm das Mikro abgedreht. Kiel hat deshalb Strafantrag gegen den Personalchef und den Produktionsleiter gestellt, und zwar wegen Behinderung der Betriebsratswahl.

Trotz aller Tumulte wurde die Wahl eingeleitet - und das Interesse ist groß. Immerhin acht Listen gibt es, zwei sind laut IG Metall arbeitgeberfreundlich, auf einer bewerben sich Gewerkschafter, auf fünf finden sich unabhängige Kandidaten. "Die Leute sind mutiger geworden", freut sich IG-Metallerin Winkelmann. Ihr Kollege Kiel hofft, dass die Wahl in anderen Enercon-Werken Signalwirkung hat: Über kurz oder lang würden weitere Betriebsräte gegründet.

Fragt man Beschäftigte, warum bei Enercon Betriebsräte nötig sind, müssen sie nicht lange nachdenken. Der Führungsstil sei "katastrophal", sagt einer. Leute würden eben mal in eine andere Abteilung geschickt oder zu Überstunden verdonnert. Die Lohnstruktur sei intransparent,und viele Jobs seien sehr belastend: Manche Beschäftigte müssten gebückt arbeiten, andere eine Atemschutzmaske tragen, weil die Arbeit sehr staubig sei. Und dann ist da noch der hohe Leiharbeiter-Anteil: Laut IG Metall gibt es in der Rotorblattfertigung rund 400 Festangestellte - und etwa 300 Leiharbeiter.

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?em_cnt=1341552
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #1 am: Juli 27, 2009, 16:03:00 »

Bericht aus einer besetzten Fabrik

Seit dem 20.07.2009 haben Arbeiter bei Vestas, im süden Englands ihre Fabrik besetzt.
Ihnen droht die Entlassung und sie fordern den Erhalt ihrer Stellen oder die Verstaatlichung des Betriebs. Der Arbeitskampf findet ohne gewerkschaftliche Vertretung statt und kooperiert mit der Ökölogiebewegung, da Vestas Turbinen für Windräder herstellt. Berichte vom Blog der Arbeiter ( http://savevestas.wordpress.com/ ) werden zum Teil übersetzt und hier: http://vestasbesetzt.blogspot.com/ veröffentlicht.Hier ein Bericht aus der Fabrik vom Samstag:Samstags Ereignisse, endlich warmes EssenGestern war ein recht ruhiger Tag. Die Stimmung innen war immer noch hoch, nach dem Marsch und der Kundgebung des Vortages und Lieferungen, per Tennisball, von Tabak, Zeitungen und am aller wichtigsten dem Material, um innen eine Internet Verbindung herzustellen. Polizei und Sicherheitskräfte sind jetzt etwas gelassener. Die Tennisbälle, die vor das Gebäude gefallen sind, wurden von einigen Sicherheitsleuten hochgeworfen. Bis jetzt wird noch niemand wegen des unerlaubten Betretens des Ödlandes neben der Fabrik, von dem aus die Tenisbälle geworfen werden, verhaftet.Das Essen ist weiterhin ein Problem. Frühstück ist angekommen und war eine Auswahl aus einem halben Sandwich – mit entweder Erdnussbutter, Käse, und Paste – ein paar Früchte und etwas Milch. Die Milch war am meisten willkomen, da einige Teebeutel es mit der Massenübertretung reingeschafft hatten, also hatten sie in der ganzen Woche ihre erste Tasse Tee. Die Rationen bleiben dennoch kläglich klein und es gibt nur zwei Mal am Tag essen – vorerst gerade genug um sie am Leben zu halten.Ein Freiwilligen-Komitee aus de anwesenden Gruppierungen wurde gebildet und hat sich am Nachmittag getroffen, um das Arbeiter-Komitee zu unterstützen und das Thema Essensversorgung wurde diskutiert. Einige Ideen wurden an das Arbeiter-Komitee zurückgeleitet. Es gibt nun großen Antrieb, sich für die Anhörung am Mittwoch zu organisieren und vor dem Gericht in größerem Ausmaß anwesend zu sein.Die Familien beginnen nun sich zu organisieren und sich gegenseitig zu unterstützen. Wichtige Nachrichten von Innen über dringend notwendige Unterstützun in persönlichen Angelegenheiten, wie die Rente und Rechnungen, die bezahlt werden müssen, sind rausgekommen und werden nun es wird sich drum gekümmert. Die Fonds für diese Besetzung werden, wegen der Natur der Besetzung, dringend gebraucht, da die Arbeiter, obwohl sie bezahlt werden, nicht raus können um an das Geld für den tagtäglichen Unterhalt ihrer Familien und ihrer Häuser ranzukommen. Handy-Rechnungen sind astronomisch, da die Handy für den kontakt nach außen gebraucht werden.Im Laufe des Nachmittags haben sie einen Drachen gebaut und versucht mit diesem eine Schnur von außen nach innen zu leiten, um an dieser Vorräte hochzuwinden, aber der Wind hat nicht mitgespielt. Einige aus der Menge sind ins B&Q, eine Baumarktkette, und haben Abflussrohre geholt, um damit eine Leitung reinzubekommen. Das Arbeiter-Komitee hat sie jedoch gebeten es nicht zu tun, da es unwahrscheinlich war dass es funktioniert und auch noch das Werfen von Tennisbällen gefährdert.Gegen Ende der 18 Uhr Kundgebung ist einer der Protestierenden über den Zaun gestiegen und hat versucht mit einer Tüte Essen reinzukommen. Er hat es aber nicht weiter als ein paar Meter geschafft, bevor er von den Sicherheitskräften niedergerungen wurde. Die Menge reagierte sofort und drängte sich an die Absperrungen, pochte dagegen, und rief danach, dass das Essen reingelassen werde. Das zeigte das Ausmaß an Spannung um das Thema Essen und das Arbeiter-Komitee hat dabei, die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen, gute Arbeit geleistet.Etwa eine halbe Stunde später wurde endlich ein warmes Essen reingelassen – Spaghetti Bolognese und Pittabrot.Sie sind dabei die Bekundungen der Unterstützung durchzugehen. Das und die Menge draußen lässt sie durchhalten und hält ihre Entschlossenheit zum Sieg stark.


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