Hätte mal eine kleine frage dazu.
Nehmen wir mal an jemand hätte 250 euro Stromschulden und der Anbieter hat schon angekündigt den Strom zu sperren. Wenn man nun 200 euro bezahlen würde,wär man ja wieder unter 100 euro,würde dann immer noch gesperrt werden?
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Antwort Radio Eriwan:
Im Prinzip ja! Ist wie mit den Sperrzeitbescheiden. Wenn man im Sperrzeitraum sich wieder an die Mitwirkungsregeln als Arbeitsloser hält, nimmt die Behörde auch nicht den Bescheid ab dem Zeitpunkt des wiederaufgenommenen Mitwirkens zurück, sondern läßt ihn die vollen 12 Wochen durchlaufen - schon aus erziehungsmäßigen Gründen, um einer Wiederholung vorzubeugen. Strafe muß sein!
So die behördliche Sichtweise. Anders wird es mit Elektrizitätswerken auch nicht sein.
Wenn man das bescheidene Arbeitslosenleben mit etwas Hintersinn und Galgenhumor nimmt, läßt es sich etwas leichter ertragen. Sehen wir es also nicht so verbissen, sondern tragen alles mit Fassung und bißchen Würde. Ist sowieso das Einzige, was uns noch bleibt. Nehmen wir es so wie es kommt. Wir können es nur schwerlich allein verbessern. Das geht nur vereint und solidarisch.
In diesem Sinne, bleiben wir in bester aufrührerischer Opposition widerborstig und werden bloß nicht opportun (angepaßt, den eigenen Vorteil suchend).
„[Radio Eriwan war…] eine freie Erfindung des von staatlicher Propaganda unterdrückten Geistes, die kleine Rache der Sowjetbürger für die Entbehrungen des Alltags“
Auf russisch hieß der nicht existente Sender „Armjanskoe Radio“ (Armenischer Hörfunk).
Die Radio-Eriwan-Witze implizieren, dass es bei der fiktiven Radiostation eine Sendung gibt, in der Anfragen von interessierten Bürgern vermeintlich kompetent beantwortet werden. Die Antwort ist bei der Ursprungsform der Witze dabei überaus widersprüchlich formuliert, wodurch darauf angespielt wurde, dass die staatlichen Medien in den sozialistischen Staaten angesichts der nicht zu leugnenden Misere in diesen Ländern unüberwindbare Probleme bei der Agitation eines glaubhaften kommunistischen Weltbildes hatten.
Die Widersprüchlichkeit der Antwort war fest in ihrer Grundkonstruktion verankert: Sie begann stets mit „Im Prinzip ja“ oder „Im Prinzip nein“ (im Russischen „в принципе“ – „v prinzipje“), gefolgt von einer absolut konträren Aussage. Beispiel (die Antwort wurde meist mit längeren Pausen vorgetragen)
Nach Deutschland kamen die Radio-Eriwan-Witze nicht zuletzt durch die Zeitschrift Sputnik. Sputnik war ein Hochglanz-Magazin, ungefähr im Format DIN-A5, das ab 1967 von der Presseagentur RIA Novosti europaweit auf Russisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Tschechisch und Ungarisch vertrieben wurde.
Zielgruppe des Sputnik war neben dem sozialistischen auch das westliche Ausland, für die deutschsprachige Ausgabe also sowohl die DDR als auch die damalige Bundesrepublik Deutschland. Dabei versuchte Nowosti zeitweise, im Westen Sympathien durch begrenzt systemkritische Formulierungen zu gewinnen. Paradebeispiel dafür war die in vielen Ausgaben vorhandene Rubrik der Radio-Eriwan-Witze.
In den 1980er Jahren wurden im Zuge der beginnenden Glasnost- und Perestroika-Politik des Generalsekretärs Michail Gorbatschow sowohl die generelle Berichterstattung im Sputnik als auch insbesondere die Radio-Eriwan-Witze offener und systemkritischer. Im Zuge dessen wurde die Zeitschrift am 19. November 1988 in der DDR verboten. Die Radio-Eriwan-Witze konnten sich ungeachtet dessen weiter verbreiten.
Mehr oder weniger repräsentative Beispiele für die Radio-Eriwan-Witze:
Darf man die Pilze aus Tschernobyl wieder essen?
– Im Prinzip ja, aber Sie dürfen Ihre Toilette nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen haben.
Hätte die Katastrophe von Tschernobyl vermieden werden können?
– Im Prinzip ja, wenn nur die Schweden nicht alles ausgeplaudert hätten.
Stimmt es, dass der Kapitalismus am Abgrund steht?
– Im Prinzip ja, aber wir sind bereits einen Schritt weiter.
Was ist ein Chaos?
– Fragen der Volkswirtschaft werden nicht beantwortet!
Gibt es in der Sowjetunion eine Pressezensur?
– Im Prinzip nein. Es ist uns aber leider nicht möglich, auf diese Frage näher einzugehen.
Könnte man auch in der Schweiz den Sozialismus einführen?
– Im Prinzip ja, aber es wär schade um das schöne Land.
Muss man bei Gewitter den Verkehr unterbrechen?
– Im Prinzip nein. Es genügt bereits, die Antenne einzuziehen.
Können Sie uns sagen, wo der Erfinder der Radio-Eriwan-Witze sitzt?
– Wir wissen nicht, wo er sitzt, aber er sitzt bestimmt.
Darf man die Partei kritisieren?
– Im Prinzip ja, aber es lebt sich besser in den eigenen vier Wänden.
Kann man den Unterschied zwischen Demokratie und Volksdemokratie einfach erklären?
– Im Prinzip ja; wie zwischen Jacke und Zwangsjacke.
Kann man mit einem russischen Auto auf russischen Straßen 120 km/h fahren?
– Im Prinzip ja. Aber nur einmal.
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Radio_Eriwan