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Autor Thema: So weit ist es schon!!!  (Gelesen 994 mal)
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Alan Smithee


Beiträge: 1249



« am: Dezember 17, 2009, 13:54:37 »

In der online-Zeitschrift "derwesten.de" vom 11.12.2009 wird beschrieben, wie die ARGE in Iserlohn verlangt, dass die Tochter (17, Abiturientin) einer Hartz IV-Empfängerin regelmäßig ihre Schulzeugnisse vorlegt...

Zitat aus derwesten.de:

Zitat
Schülerin muss ihr Zeugnis bei der Arge vorlegen.

Iserlohn. Die Arge in Iserlohn verlangt von der Tochter einer Hartz IV-Bezieherin, der Behörde nach jedem Schulhalbjahr das Schulzeugnis vorzuzeigen. Die Arge erklärt, dies diene der Betreuung der 17-Jährigen. Ihre Mutter empfindet das Vorgehen als Stigmatisierung.

Sollen Kinder von Hartz-IV-Empfängern kein Abitur machen? Ist die Arge angehalten, diese Kinder so früh wie möglich in den Ausbildungsmarkt zu vermitteln? Diana Emgan-Hormes sagt: „Bei meiner Tochter verhält es sich genau so.” Die 17-Jährige müsse mit jedem Jahres- und Halbjahreszeugnis bei der Arge vorsprechen. Und diese entscheide, ob sie einen weiteren Schulbesuch befürworte oder nicht. „Ich bin zwar arbeitslos, aber doch nicht entmündigt”, sagt sie.
Hartz IV als Handicap?

Die zuständige Arge in Iserlohn sieht das anders und versteht die Empfindlichkeit nicht, mit der die besorgte Mutter auf die „Vorladungen” ihrer Tochter reagiert: „Die Vorlage eines Schulzeugnisses im Rahmen der Beratung dient dazu, den weiteren beruflichen Werdegang zu besprechen”, heißt es in einer Stellungnahme. Es gehe darum, die Hilfebedürftigkeit durch schulische oder berufliche Aus- oder Weiterbildung zu erreichen. Insofern sei ein Schulbesuch durch die Arge zwar nicht genehmigungspflichtig, „doch sollten entsprechende Voraussetzungen für eine schulische oder berufliche Aus- oder Weiterbildung nicht erfüllt sein, sind Alternativen im Rahmen des Beratungsgesprächs zu erörtern”.

Welche „andere Voraussetzung” oder welcher Notendurchschnitt gemeint sein könnten, teilt die Arge-Sprecherin nicht mit. Sie sagt auch nicht, worin denn die Hilfebedürftigkeit im konkreten Fall der 17-Jährigen besteht. Das „Handicap” der Oberstufenschülerin: Sie ist Tochter einer Hartz-IV-Empfängerin.

Diana Emgan-Hormes findet das empörend. Sie empfindet diese Handhabe als Akt der Schikane, mit dem man Langzeitarbeitslosen die Würde nehme. Und fragt, ob man auch mit Kindern Berufstätiger so vorgeht und ob Hartz-IV mit Dumm- und Faulheit gleichgesetzt wird. „Ich möchte, dass meine Tochter das Abitur macht. Als Voraussetzung für ein erfolgreiche, unabhängige Zukunft.” Die gebürtige Münchenerin will unbedingt verhindern, dass ihre Tochter in die Armutsspirale gerät.

Vor nicht allzu langer Zeit gehörte die Frau zu den Menschen, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Sie war frei in ihren Entscheidungen und niemandem Rechenschaft schuldig. Niemals hätte die gelernte Kynotherapeutin es für möglich gehalten, dass sie abrutschen würde. Fast zwei Jahrzehnte lang war sie verheiratet, bekam zwei Kinder und leitete 17 Jahre lang ihre eigene Hundeschule. Doch mit der Scheidung im Jahre 2006 ging es bergab. Das Haus und das Grundstück, auf dem sie ihre Hundeschule betrieb, wurden verkauft. Von da an war Klinkenputzen angesagt.
Keine gesetzliche Grundlage

"Hauptsache Arbeit. Ich habe einen Bürojob angenommen und mir vieles angeeignet”, berichtet sie. Doch im Zuge der Wirtschaftskrise fiel auch dieser Job weg. Seit Januar dieses Jahres ist Diana Emgan-Hormes auf Hartz IV angewiesen. Heute hilft sie für fünf Euro Stundenlohn in einer kleinen Firma aus, in der sie Computer betreut. Als Hartz-IV-Bezieherin darf sie nur 90 Euro im Monat dazu verdienen. Die seit der Scheidung allein erziehende Mutter bewirbt sich regelmäßig. Bislang erfolglos. Genau das will sie ihrer Tochter ersparen. Das Abitur soll der 17-Jährigen die Türen zu einem besseren Leben öffnen.

Die Zeugnisvorlage ihrer Tochter empfindet Diana Emgan-Hormes als Stigmatisierung, als weitere Ausgrenzung aus der Gesellschaft der Erwerbstätigen. Welche gesetzliche Grundlage es für dieses Vorgehen der Arbeitsagentur des Märkischen Kreises gibt, konnte selbst die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg nicht beantworten. „Unseres Wissens gibt es keinen Gesetzestext, der diesen Vorgang nahelegt”, erklärte eine Sprecherin. Natürlich gebe es für jede Arge einen eigenen Ermessensspielraum. „Bezieht eine Bedarfsgemeinschaft Leistungen der Arge, liegt es in der Hand des Vermittlers, wie er vorgeht.” Allerdings scheint der Iserlohner Fall eine Ausnahme zu sein. Die Arge in Dortmund beispielsweise reagierte auf Anfrage dieser Zeitung so: „So eine Weisung gibt es bei uns nicht. Wir wüssten auch nicht, wozu die Zeugnisvorlage dienen sollte.”
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...still dreaming of electric sheep...
Special T


Beiträge: 112



« Antworten #1 am: Dezember 17, 2009, 15:16:02 »

Das frage ich mich gerade auch wozu soll die Zeugnis vorgabe bei der ARGE dienen?Huh?
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anti-hartz4


Beiträge: 948



WWW
« Antworten #2 am: Dezember 17, 2009, 15:59:37 »

Und da wundern sich die Schreibtischmittäter noch, wenn man sie als Geisel nimmt oder anschlitzt??
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Widerstand dem Kapitalgesindel
Carpe Noctem


Beiträge: 1353



« Antworten #3 am: Dezember 17, 2009, 22:53:28 »

Bei solchen Schikanen muss man die ARGE immer schriftlich auffordern, die Rechtsgrundlage für ihr Vorgehen zu benennen und dieses schriftlich zu begründen. Fachaufsichtsbeschwerde beim Amtsleiter, nachrichtlich an Nürnberg, Akteneinsicht fordern. Schulleitung informieren, der Presse den Fall vorlegen. Sowas macht sich in der Personalakte des "Vermittlers" immer gut. Ohne Rechtsgrundlage Minderjährige schikanieren, nee is klar :-/

Grüsse - CN
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Art. 1 GG: "Die Menschenwürde steht unter Finanzierungsvorbehalt"
Gehtsnoch


Beiträge: 262


« Antworten #4 am: Dezember 18, 2009, 12:01:00 »

Sorry,...aber wenn ich sowas lese, denke ich an meine eigene Vergangenheit zurueck. Nach der Lehre war ich ca 6 Monate am arbeiten....typische Ausbeutung, kein Lohn, viel ZAF usw. Hatte die Schnauze voll/

Wollte das Fachabitur machen und anschliessend studieren gehen...Amt meinte: "Sie kriegen Bafoeg und wenn nicht, dann Hartz4." Was die mir nicht alles versprochen haben...

Tja, 4 Monate Schule gehabt und mein Konto richtung null...den weder Bafoeg (Eltern zahlen nicht) und Hartz4 ...tja ueberqualifiziert, mir wurde direkt ein 5 Euro Drecksjob angeboten um meine Beduerftigkeit zu beenden evil (mit 5 Euro bleibt man beduerftigt). Abitur ade...schade, Fachabi waere nur ca 7 Monate gegangen.

Das nagt heute noch an mir.

Und wieder mal, Falschinformationen, Behoerdenwillkuer und der Buerger ratlos und systematisch pleite gemacht.
Dieser drecks Staat operiert meiner Meinung nach wie im 3 Reich. Genau so!
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Zeitarbeit ist scheisse!
Arwing


Beiträge: 1473


« Antworten #5 am: Dezember 18, 2009, 13:40:57 »

Ich las davon auch. Zu schade, dass sich nur kleine Prozentteile der Menschen gegen diese Behördenwillkür auflehnen und sich nicht informieren. Sicherlich ist hier nur eine Spitze des Eisberges sichtbar geworden.
« Letzte Änderung: Dezember 19, 2009, 01:35:16 von Arwing » Gespeichert

Das aktuelle Geldsystem ist auf die Gewinnmaximierung einer kleinen Elite ausgerichtet, die von der Gemeinschaft der Bürger Europas erbracht werden soll und die politische Elite fungiert als Handlanger.
Mundstuhler


Beiträge: 26


« Antworten #6 am: Dezember 18, 2009, 20:22:11 »

Ich würde dem Laden einfach etwas scheißen. Was wollen die Wichser dem Sozialgericht erzählen? Geld wurde gesperrt weil kein Zeugnis vorgelegt wurde? Oder was?
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Auferstanden


Beiträge: 531


« Antworten #7 am: Dezember 20, 2009, 02:07:49 »

... das diene der Betreuung der 17 Jährigen, ja, ja.
Die Vergleiche mit dem Nazistaat, wie es hier schon beschrieben wurde, bekommt leider immer realere Nuancen, einschl. der ebenfalls
flächendeckenden Ignoranz und dem pandemiehaften Stillschweigen ganzer Bevölkerungsschichten.

Abermals scheint man am deutschen Wesen wiederum garantiert nicht zu genesen.
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Anlashok


Beiträge: 1


« Antworten #8 am: Dezember 21, 2009, 17:44:52 »

Genau, demnächst entscheidet nur noch Arge und Staat, was für unsereins gut ist. Erziehung der Kinder durch die Arge und ihrer dafür „ausgebildeten" Mitarbeiter. Mit zehn Jahren entscheidet der Argesacharbeiter, dass das Kind für die Fachoberschulreife zu dumm, faul oder unfähig ist, damit er seine Prämie für das Vermitteln von Kinder in betrieblichen Praktikas erhält. Natürlich nur, damit das Kind auf den Ernst des Lebens vorbereitet wird, der da lautet: „Diene den Herrschenden."
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„Entfremdet und entwürdigt ist nicht nur der, der kein Brot hat, sondern auch der, der keinen Anteil an den großen Gütern der Menschheit hat.“ - Rosa Luxemburg
W. L. Known


Beiträge: 27


« Antworten #9 am: Dezember 21, 2009, 18:02:28 »

Genau, demnächst entscheidet nur noch Arge und Staat, was für unsereins gut ist.

DEMNÄCHST?

Das ich nicht lache...
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Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte, die unfähig sind, ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Das haben sie uns jahrhundertelang eingeredet.
- Rudi Dutschke -
Special T


Beiträge: 112



« Antworten #10 am: Dezember 21, 2009, 18:41:54 »

Lach mich schlapp
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