Der Ehrlichkeit halber sollte erwähnt werden,dass diese 100€ Zahlung lediglich für Schulsachen Anfang eines jeden Schuljahres gedacht ist und das nur bis zur 10ten Klasse.Das ist meinen Augen der erste Schritt und ich sage das wahrlich nicht oft,zur bildungspolitischen Selektion.Kinder von HartzIV Beziehern sollen wohl kein Abitur machen können,daher wird der Geldhahn abgedreht ab der 10ten Klasse,so dass die Kinder in die Berufsausbildung müssen.Irgendwie ist das auch logisch,denn wird doch dort verdientes Geld auf den Gesamtbedarf angerechnet.
Was für eine Erkenntnis. Die Selektion fängt doch schon bei der Dreigliedrigkeit der Schulausbildung an, geht dann weiter über die machtbestimmtende Gesetzgebung der unterdrückenden Leistungselite und ihre eigene Sonderbehandlung in Fragen Bildung. Und das soll sogar schon in den Kindergärten anfangen:
Stern vom 21.10.2007: Eliteforscher Hartmann - "Zum Manager wird man geboren"Man vertieft schon vorhandene soziale Gräben zwischen reich und arm, nicht zwischen und wenn, dann zusätzlich noch abgestuft zwischen Ost und West.
ARD, Sendung "Hart aber fair" vom 17.06.2009, 21:45 Uhr: Spielen oder Englisch lernen - Zweiklassen-Gesellschaft schon im Kindergarten?Die Selektion finden wir z.B. im Gesundheitswesen in Kasse oder Privat und in anderen gesellschaftlichen Bereichen.
Wenn eine Bundesregierung bereit ist, für ihre kriselnden Banken, für die Autobranche mehr auszugeben als für die Entwicklung des Nachwuchses und den zahlenmäßigen Erhalt der Gesellschaft auf das einzelne Individium entsprechend seiner finanziellen Lebenslage abwälzt, dann braucht man sich über eine Vergreisung, über eine schlechte Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik nicht zu wundern.
In der BRD ist ein Millionär mit einer umfangreichen Oldtimersammlung und ein Altnazi wichtiger als die Entwicklung und Förderung von Kindern und Jugendlichen. Und diesen Rückschritt feiert die Leistungselite auch noch pompös mit Auszeichnungen und Denkmälern zum 17. Juni, einem Tag der Ostdeutschen, wo die westdeutschen Bonzen keine Aktie dran hatten und wenn, dann nur, daß sie die Unruhen nur durch eingeschleuste Saboteure und Brandstifter 1953 anheizten.
Ihr aktueller Beitrag, den sie zum 17. Juni beitragen, ist vorsätzliche Geschichtsfälschung. Sie behaupten, daß die Bevölkerung damals auf die Strasse ging, um die SED-Regierung abzusetzen. Das ist falsch. Die BRD hat 1948 für eine Separatwährung und für die Entfachung des kalten Krieges mitgesorgt, sie betrieb ein Wirtschaftsembargo gegen die DDR und die sozialistischen Staaten.
Der kalte Krieg begann schon vor der Jalta- und der Potsdamer Konferenz der alliierten Kriegsteilnehmer des II. Weltkrieg durch Separatverhandlung der Westalliierten in Teheran und Casablanca, vor der Eröffnung der II. Front in der Normandie.
Schon auf der Potsdamer Konferenz bestand die Gefahr, daß der II. Weltkrieg, der mit konventionellen Waffen geführt wurde, sofort in einen sehr heiß geführten Atomkrieg umschlagen könnte. Der damalige US-Präsident Harry S. Truman erpresste Stalin mit dem Einsatz von Atomwaffen, wenn er bei den Nachkriegsverhandlungen keine Zugeständnisse den Westalliierten machte und führte das sehr eindrucksvoll mit dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki vor.
Der Kampf der beiden Gesellschaftsblöcke wurde vorwiegend auf wirtschaftlicher Ebene ausgetragen. Wo im Westen der Marshallplan als umfassende Aufbauhilfe der BRD durch die Westalliierten existierte, gab es zeitgleich im Osten nur die von den Nazis verbrannte Erde und von den Westalliierten die zerbombte Wirtschaft als Nachkriegserbe. In der DDR mußte zwingend und schnell eine eigene Grundstoff- und Schwerindustrie und eine leistungsfähige Landwirtschaft zur Versorgung der Bevölkerung aus eigener Kraft ohne fremde Hilfe errichtet werden. Das hieß zunächst Konsumverzicht. Und wenn man nichts ausreichend verfügbar hat, dann geht das nur über Rationierungen bei gleichzeitiger Anhebung der Arbeitsnormen. Deshalb auch die Losung: "So wie wir heute arbeiten, so werden wir morgen leben!" Und das alles bei offener Grenze, westlichem Wirtschaftsembargo, existierendem Schwarzmärkten und Ableistung der Kriegsreparationen an die Siegermächte. Das Vor- und Abziehbild des Marshallplans aus dem Westen wirkte und deshalb hatten viele der dann am 17. Juni streikenden Arbeiter keine Geduld aus eigener Kraft ihren Lebensstandard zu verbessern. Sie wollten es so leicht und bequem haben wie im Westen und gingen deshalb auf die Barrikaden.
In den siebziger Jahren anläßlich des VIII. Parteitags der SED wurde die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik eingeführt und damit umfassend auch die Entwicklung von Familie, von Geburtenförderung, von umfassender Bildung und Gesundheitswesen vorangetrieben, weil man eben nicht in Wahlabständen, sondern volkswirtschaftlich in größeren Dimensionen über das Demographieproblem nachdachte. Die Stabilität der sozialistischen Volkswirtschaft hing von der Lösung der Arbeitskräftefrage ab und da begann die DDR-Führung eben schon 30 Jahre vorauseilend sich diesem Problem zu stellen, wo die BRD-Führung bis heute die Familien- und Geburtenförderung auf die Finanzkraft der Individuen abschiebt. Kein Wunder, da Banken, Konzerne, Kapital und Profit, Sachwerte der BRD-Führung wichtiger sind. Deshalb auch die Förderung der Finanz- und Wirtschaftsmärkte in Milliardenhohe, der Autobranche mit einer Abwrackprämie und der Familien mit ein paar 100 Euro. Die größenmäßige Abstufung der geförderten Rangfolge an Finanzhilfen macht doch nachdenklich und ist vergleichbar wie die weißen Siedler in Nordamerika sich das Land, Bodenschätze, die Wälder und Fluren der Indianer gegen wertlose Glasperlen und Feuerwasser einsackten. Und genauso macht es der Westen mit der deutschen Einheit und der EU-Erweiterung. Den Menschen im Osten wird keine Würde und Anerkennung entgegenbracht. Sie werden nach ihren noch vorhandenen materiellen Werten taxiert und dann nach Wegen und Mitteln gesucht, ihnen dieses letzte Hab und Gut auch noch abzuluchsen. Damit die Wessi-Besatzer Sympathie durch die Ossies erhalten, hat man ihnen zu Wendezeiten große Versprechungen mit "blühenden Landschaften", "keinem wird es schlechter gehen" und dem Begrüßungsgeld gemacht, sie einfach berauscht und besoffen gemacht. Das Begrüßungsgeld war angesichts der abgeluchsten DDR-Wirtschaft eben die Glasperlen.
Der Mensch steht in der BRD weit hintenan und da ist man noch so unverfroren, frech und unverschämt, den 17. Juni zu feiern und für sich zu vereinnahmen. So benehmen sich nur geschichtsfälschende Besatzer und Sklavenhalter. Wer Arbeitslosenstatistiken fälscht, fälscht auch Geschichtsdaten und -ereignisse.
Die Umverteilung des gesellschaftlich erwirtschafteten Reichtums kann sich die Leistungselite noch schneller zusammenraffen - durch aktive Mitwirkung an Kriegen, wobei die Untertanen als Kanonenfutter an die Fronten geschickt werden. An den Fronten sitzt kein einziger der Leistungselite, sondern bestenfalls in der Etappe, bei den rückwärtigen Diensten oder noch sicherer im deutschen Bundestag oder auf den Wirtschaftssesseln der Unternehmensvorstände und Aufsichtsräte.
Nächste Kontraste-Sendung von ARD/RBB am 18.06.2009 22:00: "Traumjob" Aufsichtsrat – keiner will für Schäden haften