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Autor Thema: Chefduzenrundreise  (Gelesen 468 mal)
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Irrlichtprojektor


Beiträge: 876



« am: April 06, 2009, 00:43:19 »

"Wir können doch eh nichts machen?"

Vom 15.4. bis 24.4. veranstaltet die FAU Leipzig eine Rundreise mit
FAU-Aktiven und Karsten Weber, Gründer von Chef Duzen, mit
Hintergrundinfos, Anekdoten zum Forumsbetrieb und Berichten von
Widerstandsaktionen. Zudem wollen wir gemeinsam Wege und Möglichkeiten
diskutieren, wie man Verbesserungen erkämpfen kann - auch wenn man keine
große Macht oder Massen hinter sich hat und sich angesichts der Zustände
und Hierarchien auf Arbeit oder beim Amt eher ohnmächtig fühlt. Diese
Ohnmacht aufzubrechen und sich selbst auf solidarischer Grundlage
handlungsfähig zu machen, ist das Gebot der Stunde. Dafür soll diese
Infotour einen Beitrag leisten und ein Forum bieten.

Mi. 15.4. Leipzig 19 Uhr - Libelle, Kolonnadenstr. 19 (Nähe Westplatz) Do.
16.4. Altenburg 19 Uhr - Alternativhaus, Auf den Röhren 12 (Nähe Schloß)
Fr. 17.4. Schwarzenberg 18 Uhr - Häusl, Am Schwarzwasser 12
So. 19.4. Zwickau 17 Uhr - Café König, Amalienstraße 3
Di. 21.4. Halle 19:30 - VL, Ludwigstr. 37
Mi. 22.4. Magdeburg 18:00 Umsonstladen, Brandenburgerstr. 9 Hinterhof Do.
23.4. Grimma 19 Uhr - Café "Kleine Welt", Weberstrasse 40
Fr. 24.4. Leipzig - G16, Gießerstr. 16 (zum Gieszerfestival)

mehr und aktuelle Infos auf www.fau.org/rundreise/chefduzen

Das Projekt chefduzen.de wurde aus einer simplen Interpretation des
Klassenstandpunktes heraus geboren. Keine Beschränkung auf Blaumann mit
gelben Helm und die Stammbelegschaften der Großbetriebe, sondern ein
Umgang mit dem heutigen Kapitalismus in all seinen Facetten. Auch für
Leiharbeit, New Economy, Callcenter oder Scheinselbstständigkeit wurden
Rubriken eröffnet, und für die industrielle Reservearmee am sozialen
Abgrund gibt es Extrasparten genauso wie für die Versuche, sich
durchzuschlagen in Drückerkolonnen, mit Drogenbiz oder Prostitution.

Ganz zögerlich wurden die ersten Fragen gestellt und Erlebnisberichte ins
Netz gestellt. Doch dann begann man recht schnell, sich auszutauschen, und
Leute mit einigem Fachwissen waren regelmäßig online, um anderen
weiterzuhelfen.

Ausbeuter fürchteten die öffentliche Diskussion und gingen juristisch
gegen das Forum vor. Doch den Attacken gelang es nicht das Forum mundtot
zu machen, die Internetplattform wurde nur populärer. Heute treffen sich
dort täglich Tausende, um sich über die Rechte und Möglichkeiten im Kampf
mit Behörden und Arbeitgebern zu informieren, sich miteinander
auszutauschen und zu diskutieren. Chefduzen versteht sich nicht als reines
Netzprojekt, sondern als Kristallationspunkt für Selbstorganisation. Viele
verabreden sich dort, um nicht allein zum Amt zu gehen, in mehreren
Städten gibt es regelmäßige Treffs, es werden Veranstaltungen organisiert,
eine Zeitung für Leiharbeiter wurde herausgebracht und eine für
Callcenterbeschäftigte ist in Arbeit.


siehe auch: http://www.irrlichtprojektor.de/org.html
« Letzte Änderung: April 06, 2009, 22:15:13 von Irrlichtprojektor » Gespeichert

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