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Autor Thema: Finger weg von «echten» Kreditkarten  (Gelesen 1478 mal)
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Kater


Beiträge: 7110


« am: April 16, 2009, 10:49:55 »

Zitat
Finger weg von «echten» Kreditkarten

München (AP) Millionen US-Bürger sind mit ihr bereits in die Schuldenfalle gerutscht. Jetzt ist sie auch in Deutschland im Kommen: Die sogenannte echte Kreditkarte, die kaum etwas kostet, mit der aber jederzeit Einkäufe auf Pump gezahlt werden können. Am Anfang muss nur wenig zurückgezahlt werden. Das dicke Ende kommt, wenn für die Restschulden schwindelerregende Zinssätze über 20 Prozent fällig werden.

Besonders brisant: Ab Sommer stehen Anbieter voraussichtlich nicht mehr unter Bankenaufsicht - damit wäre Schuldenmachen für Verbraucher noch leichter.

«Mit der echten Kreditkarte kann man immense Schulden anhäufen, ohne dass man es merkt», warnt Achim Tiffe vom Hamburger Institut für Finanzdienstleistungen (IFF). Für Kartenanbieter und Banken sei das Geschäft lukrativ, für Verbraucher eine sehr teure bis ruinöse Kreditform. «Finger weg», mahnt auch Marius Stark von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände. In Krisenzeiten sollten Menschen in Finanznot nicht auf Werbung hereinfallen, die ihnen das Beibehalten des Lebensstandards ohne Risiko vorgaukele.

Bislang sind bundesweit vor allem die herkömmlichen Kreditkarten bekannt: Wer eine hat, kann damit zahlen und Geld abheben. Die Ausgaben werden gesammelt und meist am Monatsende vom Girokonto abgebucht. Zinsen fallen keine an. Das System ist übersichtlich.

Konto überziehen kommt billiger

Ganz anders funktioniert dagegen die hierzulande noch weniger bekannte Variante, die sogenannte revolvierende Kreditkarte: Wer mit ihr einkauft, kann damit jederzeit Schulden machen, ohne vorher extra einen Bankkredit abschließen zu müssen. Oder sein Konto zu überziehen. Die Kreditlinie ist «echt», also praktisch in die Karte eingebaut. Die Gebühren sind verlockend niedrig, die Werbung dafür kommt oft ungebeten ins Haus. «Das Angebot ist nicht neu, aber es ist in letzter Zeit häufiger geworden», betont Uwe Döhler, Kartenexperte von Stiftung Warentest.

Wer das neue Sofa damit auf Pump kauft, muss zunächst einmal monatlich nur wenig, meist zwischen 5 bis 10 Prozent der Summe abstottern. Die Großzügigkeit lassen sich die Banken allerdings teuer bezahlen. Der Restbetrag wird auf einem eigenen Kreditkonto gesammelt - und das ist zinspflichtig. Häufig kommt noch eine Restschuldversicherung dazu, die die Zinsbelastung auf über 20 Prozent treiben kann. Zum Vergleich: Wer beim Einkaufen sein Konto überziehe, komme deutlich billiger davon, so Uwe Döhler.

«Die neuartigen Kreditkarten sollen den Konsum anheizen, die Kunden verlieren dann den Überblick über ihre Verpflichtungen», befürchtet Tiffe vom IFF. Das Problem sei aus den USA bekannt und dränge nun auch auf den deutschen Markt. «Die echte Kreditkarte kann gerade für Menschen, die sonst keinen Kredit mehr bekommen, eine große Falle sein», fürchtet Schuldnerberater Stark.

Prüfung der Zahlungsfähigkeit könnte wegfallen

Das ist in Deutschland bislang noch nicht möglich. Im Gegensatz zum angloamerikanischen Modell beispielsweise dürfen Kreditkarten, auch revolvierende Karten, nur dann vergeben werden, wenn vorher auch die Zahlungsfähigkeit des potenziellen Kunden überprüft wurde, beispielsweise über eine Anfrage bei der Schufa. Bei schlechter Bonität gibt es keinen Kredit.

Das könnte sich in Zukunft ändern, wie die bayerische Verbraucherschutzministerin Beate Merk befürchtet. Ab Sommer steht die Umsetzung einer Richtlinie der Europäischen Union über Zahlungsdienste in deutsches Recht an. Der bislang vorliegende Gesetzentwurf der Bundesregierung würde ermöglichen, dass Anbieter auch ohne Banklizenz echte Kreditkarten ausgeben könnten.

Ungeachtet des politischen Tauziehens rät Tiffe zur Zurückhaltung: «Je aggressiver für die neuartigen Karten geworben und je weniger über die Kosten gesprochen wird, desto vorsichtiger sollen die Verbraucher sein.» Kein Mensch schließe freiwillig einen Kredit für 16 Prozent Zinsen ab. Wer sich ahnungslos bereits eine echte Kreditkarte angeschafft habe, solle versuchen, seinen Schuldenberg so schnell wie möglich abzuzahlen und weitere Einsätze vermeiden, wie Döhler von Stiftung Warentest empfiehlt.


http://de.news.yahoo.com/1/20090416/tbs-verbraucher-service-finger-weg-von-e-f8250da.html
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Workless


Beiträge: 859


« Antworten #1 am: April 16, 2009, 13:56:02 »

Wobei mich interessieren würde, was da gesetzliche Vorgabe ist.
Die Überprüfung per Schufa oder das Verbot der Kreditvergabe. Letztes dürfte ja eigentlich auch bei schlechter Bonität noch möglich sein. Liegt ja im Ermessen des Kreditgebers, ob er Kredite einräumt oder nicht. Ein Fallstrick wäre da vielleicht noch die Sittenwidrigkeit. Wink
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Carnivor


Beiträge: 10


« Antworten #2 am: April 21, 2009, 11:44:36 »

Wenn erst mal grosse Teile des Binnenhandels über Kreditreiterei finanziert werden, wie in den USA, werden wir ja sehen für wen im Falle der Zahlungsunfähigkeit breiter Massen die Luft dünn wird.  Cheesy
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Geneigter Leser


Beiträge: 151



« Antworten #3 am: April 22, 2009, 02:33:15 »

Interessant wären auch die allg. Geschäftsbedingungen, ob die identisch sind mit denen in den USA.

Dort kann bei Verzug bei irgendeiner Zahlung sofort der Zins für alle Karten auf fast 30% angehoben werden.
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Wer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen.
Carnivor


Beiträge: 10


« Antworten #4 am: April 22, 2009, 13:27:16 »

......Dort kann bei Verzug bei irgendeiner Zahlung sofort der Zins für alle Karten auf fast 30% angehoben werden.

 Grin Geniale Logik
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Es genügt nicht keine eigene Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein sie auszudrücken.
vampyrella


Beiträge: 811



« Antworten #5 am: April 22, 2009, 19:38:56 »

Man muss halt bewusst einkaufen. Braucht man unbedingt ein neues Sofa, wenn's das alte noch tut?

Ich habe auch eine Kreditkarte, habe aber noch nie Schulden angehäuft und auch sehr selten mein Konto überzogen (meist nur wenn der AG zuspät Lohn gezahlt hat).
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felmario


Beiträge: 6


« Antworten #6 am: August 10, 2009, 09:21:29 »

Ich versuche meine Kreditkarte so wenig wie möglich zu verwenden, vor allem die knapp 4eur Gebühr beim Baargeld abheben finde ich schon recht viel, variiert wahrscheinlich nach Anbieter oder Geldautmaten der jeweiligen Bank? Bei mir ist das noch so, dass alles am Ende des Monats abgebucht wird. Aber wie viel man bei nichtdeckung draufzahlen muss weiß ich jetzt garnicht. Danke für den Artikel und die Warnung über die diversen neuen Kreditkarten typen.
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Alex22


Beiträge: 1504



WWW
« Antworten #7 am: August 10, 2009, 15:01:13 »

Nach dem ich lesen konnte, dass die Mecklenburger Seen privatisiert werden sollen (was ich noch nicht glaube), kann ich hier wieder ein Indiz für den NEOFEUDALISMUS finden.

Privatisierung des öffentlichen Eigentums und letztlich auch die Versklavung des Individuums.
Wer sich verschuldet ist unfrei!
Unfreie sind Sklaven oder "Abfall" wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

ich sehe uns weit hinter das Mittelalter in die frühe Antike zurück fallen.
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