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Autor Thema: Ich muss das jetzt mal los werden ...  (Gelesen 662 mal)
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Kati


Beiträge: 27


« am: Juni 28, 2009, 22:15:07 »

... auch, wenn ich weiß, dass es in diesen Zeiten niemandem wirklich so richtig toll geht ...

Jeden Tag bekommt man aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis neue Infos: der ist in Kurzarbeit, die ab dann und dann AL, die Firma steht kurz vor der Pleite oder ist schon insolvent und keiner weiß, wie es weitergeht ... es trifft sooo viele  Embarrassed.

Bei mir stehen die Aktien so:

Bin AL ohne Leistungsbezug (wiedermal); musste EGV beim AA unterschreiben (nach meinen Einwänden von der SB auch angepasst); bin einer Maßnahme GANZIL zugewiesen (immerhin schon zum 2. Mal - allerdings bei 'nem anderen Träger) und momentan einfach mal nur fertig.

Nachdem ich glaubte, mein Urlaubseffekt hält etwas länger vor (Anmerkung: ich weiß, dass viele sich nicht mal mehr das leisten können, aber der Urlaub war schon zu Zeiten gebongt, als ich noch Arbeit hatte), ging ich nach der Rückkehr aus demselben voll motiviert erneut auf Arbeitssuche. Ich saß (und sitze) tagelang von früh bis zum Nachmittag am PC auf der Suche nach Angeboten, versuche wenigstens ab und zu mal was Kleineres (wie zB 'ne Inventur) zu bekommen,  kontaktiere meine eigenen "Quellen" etc.

Es ist ja nicht so, dass nix da wäre in meiner Region (kann aus den verschiedensten Gründen echt nicht weg, aber so richtig toll sieht es ja anderswo auch nicht aus). Hab allein in der vergangenen Woche an EINEM Tag so 20 - 25 Angebote gefunden, die gut zu mir passen würden bzw. zu denen ich - denke ich mal - gut passen würde. Aber die Problematik ist immer dieselbe: "Unterlagen: Lebenslauf, Zeugnisse, KOPIE DES VERMITTLUNGSGUTSCHEINS DER AGENTUR FÜR ARBEIT" ... den habe und bekomme ich leider nicht aus o. g. Gründen.

Vor einigen Wochen bereits habe ich mal bei einem Anbieter (da stand: KOPIE DES VERMITTLUNGSGUTSCHEINS DER AGENTUR FÜR ARBEIT, wenn vorhanden) angefragt, ob ich mich denn auch so bewerben könne. Auf diese Anfrage erhielt ich sogar eine Antwort!!! Selbstverständlich könne ich mich auch als Selbstzahler bewerben; Kostenpunkt: 1200,- €; ich könne es natürlich auch in Raten abbezahlen ...

He, ich komme mir echt so vera... vor!

Noch vor einiger Zeit  haben wir mal so im Freundeskreis den Spruch gehabt: "Irgendwann müssen wir noch Geld mitbringen, um arbeiten zu dürfen." - und meinten das eigentlich nicht so ernst ... es war mehr der Tatsache geschuldet, dass man mit jeden AV, den man unterschreibt, weniger verdient. ABER MITTLERWEILE IST DIESER "SCHERZ" TRAURIGE WAHRHEIT GEWORDEN!

Erst vorgestern fand ich wieder ein Arbeitsangebot im Net, das supi passen könnte. Dahinter steckt - wie sollte es anders sein - mal wieder eine private Arbeitsvermittlung. Deren Homepage habe ich genau gecheckt, denn diesmal fehlte der Hinweis auf den VGS.
Im allgemeinen Text steht, dass für ihre Dienstleistungen ein Honorar fällig wird - sie akzeptieren auch einen VGS der AfA bzw. ARGE.
Ich hab mich dumm und dämlich gesucht, um einen Hinweis auf die Honorarhöhe zu finden ... ich bin auch fündig geworden.
Für den Fall einer erfolgreichen Vermittlung beträgt das Honorar 2000,- € - in Anlehnung an den VGS der ... Ihr wisst schon.

Morgen muss ich wieder zu diesem Sinnlos-GANZIL-Termin. Da wird sich dasselbe abspielen wie zu den bisherigen Terminen (aller 2 Wochen): laber laber laber; vielleicht 1 - 3 ausgedruckte Angebote aus dem Net (oftmals welche, die ich selber schon abgecheckt habe); nächster Termin in 2 Wochen um dieselbe Zeit.
In der ersten Maßnahme spielte sich das noch anders ab; die Mitarbeiterin dort hat mir echt geholfen; auch mal Angebote aufgetan, die man nicht so einfach findet oder auch mal leicht übersieht (ohne böse Absicht); versucht, mir zu Fördermitteln zu verhelfen für eine Weiterbildung, die mir echt weitergeholfen hätte, für die mir aber einfach die Kohle fehlt; eigene Kontakte angezapft oder auch einfach mal zugehört, wenn irgendwas nicht so lief. Die hat sich für mich den A... aufgerissen, weil sie gemerkt hat, dass ich mich nicht so leicht unterkriegen und evtl. dadurch auftretende Launen nicht an andern bzw. an ihr auslasse.
Aber jetzt ... siehe oben.

Also werde ich morgen wieder Sprit für nix verkacheln (auch, wenn es nicht sooo weit ist); anschließend werde ich mich ans Tel. klemmen und diverse, evtl. infrage kommende AG (die ich anhand der PLZ mal rausgesucht habe) anrufen, nachfragen, ob vielleicht SIE diejenigen sind, die DIESE Mitarbeiterin über die PAV suchen; werde hoffen, von jemandem ein JA zu hören und das dann noch möglichst auf meine Frage, ob ich mich auch direkt bewerben darf. Rausgesucht, ausgedruckt und vorbereitet hab ich schon alles für diese Aktion - wohl wissend, dass ich mich da auch blamieren kann. Aber bescheidener als jetzt kann es mir nicht mehr gehen.

Wenn ich nur wüsste, wie ich auch ohne Leistungsbezug (mein Mann verdient auch nicht sooo viel; muss immerhin für 4 Erwachsene die Knete ranbringen, da beide Kinder in schulischer bzw. Hochschulausbildung ohne eig. Einkommen) an eine Arbeit oder wenigstens an so 'nen beschi... Zettel komme... Mir kommt sowas von "die Decke auf den Kopf" ... ich krieg echt nen Koller.

Auf der einen Seite soll man sich bewerben ... UND DAS WILL ICH JA - A R B E I T E N!!! ... andererseits wird man permanent ausgebremst.

Sorry, wenn ich Euch nen Ohr abgekaut bzw. die Sehkraft geschädigt habe ... aber ich musste das jetzt mal loswerden.

LG Kati
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Hijahjazuur


Beiträge: 27



« Antworten #1 am: Juni 28, 2009, 22:22:19 »

Der Fehler liegt nichts bei Dir, sondern beim System. Machen wir uns nichts vor, hoffe Du findest was - auch wennn ich nicht der Typ für Sch....hausparolen bin: Nicht aufgeben und weitermachen.
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... die Wahlen sind frei, kostenlos, manche sagen sogar, sie sind umsonst... Pispers
Strombolli


Beiträge: 4500



« Antworten #2 am: Juni 29, 2009, 05:21:59 »

Der Analyse "Fehler im System" ist nur zuzustimmen. Natürlich in der Form, das das System auf diesem "vermeintlichen" Fehler basiert.
Ausbeutung und Verarschung des Grossteils der Menschen zum Nutzen einiger Weniger.

Solange das System einigermassen rund läuft, hat es Geld die Leute einigermassen ruhig zu halten. Aber wenn der politische Gegner oder das Konkurrenzsystem  wegfällt, oder man durch Grosskotzigkeit und Arroganz das geliebte "System" nach und nach versemmelt, dann kommt die
Fratze zum Vorschein.

Es gab Warnungen genug. Warnungen vor Zeitarbeitsfirmen. Warnungen vor Statistiktricks und solchen intelligenten Selbstbedienungsläden wie "Vermittlungsgutscheine". Alles jämmerliche Schreibtischkonstrukte um mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Dusselköppe und gleichermassen
Cleverle in die Selbstständigkeit zu schubsen (weg aus der Statistik) und die die vermittelt werden wollen auch aus der Statstik zu bekommen. Und wenn es funktioniert hat man wieder Gewerbe, die Steuern zahlen... Ein zutiefst perfides System, das es schnellstmöglich "demokratisch"  Roll Eyes  zu überwinden gilt.

P.S. Bin immer noch gespannt, ob es noch zu einer Bundestagswahl im September 2009 kommt, oder vorher die soziale Ordnung zusammenbricht.
Macht aus den ganzen lavierenden deutschen Autokonzernen 2 "Buden", die sich darauf konzentrieren ihre "Best Of's" ökologisch und preisgünstig anzubieten. METRO, Ebay, Quelle (Arcandor) und Amazon schließen sich zur "Handelsorganisation KONSUMENT" zusammen und die Preise werden
per "Netz" ermittelt. Die Steuern werden nicht erhöht, sondern von den Umgehungstatbeständen befreit und konsequent bei den Grossen eingetrieben ... und und und
Ach ja: Energiekonzerne und Versicherungen/Banken werden verstaatlicht. Die Konstruktionen des "Mitverdienens ohne wirkliche Leistung" wie GEMA, Wurscht-Institute, Berufszweig-Aufsichts-Vereinigungen oder Aufsichtsräte werden mit eisernem Besen ausgemistet und abgeschafft.
Die "Botschaften" der Bundesländer in Berlin werden zu kostenlosen Bildungseinrichtungen für den Nachwuchs bis 18. Pro 1000 Jugendliche gibt es regionale, vom Staat finanzierte Clubs. ... und und und
Ach ja: Flaschenpfand: Alle Pullen und Büchsen ohne Ausnahmetricksereien einheitlich 50 Cent. Überall! Und alle zwei Wochen kommt der "Knochensammler" (sorry) der die alten Zeitungen und Pappen abkauft...

Genug geträumt, ich schreibe mich schon wieder in den nächsten Ausbruch... 
 
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VERARSCHT IN DEUTSCHLAND!
Wilddieb Stuelpner


Beiträge: 8918


« Antworten #3 am: Juni 29, 2009, 06:30:54 »

... Bin AL ohne Leistungsbezug (wiedermal); musste EGV beim AA unterschreiben (nach meinen Einwänden von der SB auch angepasst); bin einer Maßnahme GANZIL zugewiesen (immerhin schon zum 2. Mal - allerdings bei 'nem anderen Träger) und momentan einfach mal nur fertig. ...

LG Kati

Du hast noch vergessen, wenn man beim Mann nicht familienversichert ist bei der Krankenkasse, dann heßt das für Langzeitarbeitslose ohne Leistungsbezug freiwillig kranken- und pflegeversichern und zwar AN- und AG-Anteil zusammen, wogegen für den Alg-Bezieher die Arbeitsagentur/ARGE die mittlerweile klammheimlich halbierten KV-, PV- und RV-Beiträge abführt. Krankenkassen haben dann noch die Frechheit (nach Vorgabe des Gesetzgebers) bei Nichtleistungsempfängern, die Höhe der zu bezahlenden KV- und PV-Beiträge nach einem fiktiven Bruttomonatseinkommen festzusetzen, welches der Nichtleistungsempfänger real nicht erhält.

Leistungsbezieher und Nichtleistungsbezieher werden zur Aufrechterhaltung der beruflichen Mobilität verpflichtet. Aber Arbeitsagenturen und ARGEn, die diese Forderungen verursachend aufstellen, beteiligen sich nicht an den Betriebskosten des dafür eingesetzten Fahrzeugs - nicht an den Kfz-Steuern, nicht an der Versicherung, nicht an Instandhaltungskosten, nicht an Kosten für TÜV und ASU, nicht an Inspektionen, ... Ich dachte immer: Wer die Musik bestellt, hat sie auch zu bezahlen. Da liege ich wohl schief? Offenbar fahren Autos kostenlos nur mit Luft und in solchen Fällen nicht zweckgebunden in gesellschaftlich anzuerkennender Weise der Jobsuche.

Warum müssen eigentlich Nichtleistungsempfänger sich auf eine Eingliederungsvereinbarung einlassen? Sie erhalten doch keine Lohnersatzleistung und müssen dafür sich selbst verpflichten?

Wer nichts von Arbeitsagentur/ARGE bekommt, muß doch vertraglich nicht genötigt werden. Den treibt schon die soziale Not bzw. die Zukunftsaussicht auf soziale Not von allein an. Aber EGVs bei Nichtleistungsempängern haben auch ihren Sinn. Bei Nichteinhaltung der nicht freiwilligen Selbstverpflichtungen kann das Amt auch mit Sperrzeiten drohen, nämlich mit dem Unterlassen diese Zeiten der gesetzlichen Rentenversicherung als Rentenanwartschaftszeiten zu melden. So trägt die Behörde auch zu einer aktiven Rentenkürzung von Millionen von Menschen und entlasten so für die Zukunft die Rentenkassen vor durchsetzbaren Rentenansprüchen. Auf diese Weise organisieren Regierungsparteien mit Vorsatz Altersarmut und -verelendung.

Und dann schwebt ja noch der § 428 - die 58er Regelung durch die Gegend - also die frühzeitige Abschiebung aus der leistungsbezogenen Arbeitslosenversicherung (AV), wo eigentlich noch bis 67 Alg bezogen werden könnte und dafür die Sozialbeiträge abgeführt werden könnten. Mit der Abschiebung aus der leistungsbezogenen Arbeitslosenversicherung in den abschlagsbezogenen Vorruhestand spart man wieder amtlich an Rentenversicherungszeiten und -beiträgen.

Ob man mit 58 überhaupt einen (abschlagsbezogenen) Rentenanspruch verwirklichen kann, ist mehr als fraglich. Aber der Arbeitslose ist raus aus der AV-Versorgung und damit auch aus der Arbeitslosenstatistik. Und das passiert millionenfach. Schon wieder hat man nur auf dem Papier die Arbeitslosigkeit erfolgreich bekämpft. Klasse, wieder ein Bienchen für die verlogenen Unternehmerparteien.

Und wer ist an der Regierung?

Das Merkel und Co. - eine der Unternehmerparteien.

Auch wer jahrelang in der leistungsbezogenen Arbeitslosigkeit verharren muß, hat definitiv keine besseren Chancen der Altersarmut entgehen zu können. Eigenverantwortung und -vorsorge fürs Alter kann man sich als Arbeitsloser schlicht nicht leisten und wenn, dann wird man sowieso Bezieher der Grundsicherung und da wird bekanntlich die eigenversorgte Altersabsicherung mit der Grundsicherung verrechnet. Die eigenversorgte Altersversicherung unterliegt im Ausschüttungsfall in voller Höhe und nicht nur für den Ertragsanteil mit 30% der Einkommenssteuer. Wozu dann noch Eigenvorsorge, wenn man mehrfach abgezockt wird - Verrechnung mit Grundsicherung und 1/3 der privaten Altersvorsorge kassiert das Finanzamt.

Wer garantiert eigentlich, daß es im Fall des Eintritts in die Altersrente noch die Grundsicherung geben wird?

Keiner!

Was wollen die Unternehmer?

Senkung der Lohnnebenkosten - also Abschaffung ihrer Beitragsanteilezur KV, PV, RV, AV und UV. Im Klartext - langfristig die völlige Beseitigung der Sozialsysteme oder nur noch ein Rumpfsozialsystem, wo der Erwerbstätige und Arbeitslose allein diese versicherten Lebensrisiken einschließlich der Verletzungs-, Unfall- und Todesrisiken durch Arbeitstätigkeit zu tragen haben wird. Gleichzeitig wird der Unternehmer an der Einhaltung von Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutzmaßnahmen auch noch sparen. Damit erhöhen sich zusätzlich noch die Verletzungs-, Unfall- und Todesrisiken, die mit der Arbeitsausübung in Verbindung stehen. So entlasten sich Unternehmer von Arbeits- und Betriebsrisiken, die sie aus privater Betriebsführung selbst zu tragen haben - Grundgesetz Artikel 14 Abs. 2 - Eigentum verpflichtet!!! Diese Lasten wälzen Unternehmer einfach auf die Erwerbstätigen und Arbeitslosen ab.

Ach ist die BRD hervorragend gut und erstrebenswert und die DDR war ein Unrechtsstaat?
« Letzte Änderung: Juni 29, 2009, 06:50:43 von Wilddieb Stuelpner » Gespeichert
ExCCA


Beiträge: 6


« Antworten #4 am: Juni 29, 2009, 10:37:22 »

Hallo Kati,

Mach es genauso wie Du es vorhast, frag nach (ich würde die PAV nicht erwähnen) und bewirb dich dann ggfs.
PAV sind Klinkenputzer, die Entscheidung über eine Einstellung trifft immer noch der Arbeitgeber selber.
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sleepy5580


Beiträge: 335


« Antworten #5 am: Juni 29, 2009, 14:27:26 »

Mal versucht ein wenig mut zu machen nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit und dann zwei Jahren ZAF-versklavung hab ich es jetzt letzte Woche endlich geschafft ne ordentliche Anstellung zu bekommen und konnte sogar zwischen zwei Firmen wählen, also Kopf hoch und nie die Hoffnung aufgeben.
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