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Autor Thema: Krank in den USA  (Gelesen 855 mal)
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Kater


Beiträge: 7110


« am: September 03, 2009, 11:48:50 »

Zitat
Biete Abendessen für Kariesbehandlung - Tauschbörse in USA boomt

Washington (dpa) - Wer kein Geld hat, tauscht. Dieser Grundsatz hat in den USA angesichts der Rezession nun auch schon die Gesundheitsversorgung erreicht. «Brauche Zahnarzt, biete Kochen», heißt es da in der Anzeige einer Frau aus dem Bundesstaat New Mexico. Sie hofft, mit einem exquisit zubereiteten Abendessen ihre dringend benötigte Kariesbehandlung zu bekommen. Ein Mann aus Kalifornien muss seine Augen untersuchen lassen - und bietet dafür «Reparaturarbeiten aller Art». Ein Physiotherapeut in Maryland offeriert «Massagen gegen Violinenunterricht».

Angebote wie diese haben in den USA mit seinem maroden Gesundheitssystems derzeit Hochkonjunktur. Denn viele US-Bürger haben keine oder keine ausreichende Krankenversicherung. Auf Webseiten wie «favorpals.de», über Tauschbörsen und diverse Agenturen suchen Patienten Wege, um die Arztrechnung begleichen zu können - und kommen mit Medizinern auch ohne Geld ins Geschäft. Die Angebote reichen dabei von Gemüse, über Brennholz bis hin zum Spanisch-Unterricht.

«More than Money» (Mehr als Geld) heißt auch die Initiative eines Gesundheitszentrums in der Stadt Goshen in Indiana. Sie vermittelt bedürftigen Patienten kleine Jobs, damit diese sich medizinisch behandeln lassen können. «Allein in unserer Stadt hat sich durch steigende Arbeitslosigkeit die Zahl derer, die ihre Arzt-Rechnungen nicht begleichen können, innerhalb eines Jahres verdoppelt», erklärt Zentrumsgründer James Gingerich. «Wir geben den Leuten die Möglichkeit, ohne Schamgefühl zum Arzt zu gehen. Sie nehmen durch unsere Bezahlung keine Wohltätigkeit an.»

400 registrierte Tauschbörsen gibt es in den USA. Eine der professionellsten ist die Firma ITEX mit Hauptsitz in Bellevue im Bundesstaat Washington. 24 000 Firmen handeln bargeldlos über diese Drehscheibe. «Im vergangenen Jahr ist die Zahl unserer Anbieter von medizinischen Leistungen um knapp die Hälfte gestiegen», erklärte ITEX-Geschäftsführer Steve White im TV-Sender Fox-News. «Dieser Handel beläuft sich monatlich auf einen Gegenwert von rund einer Million Dollar.» Wer sich auf einen Tauschhandel einlässt, ist verpflichtet, das auch den Steuerbehörden zu melden. Am gefragtesten seien Zahn- und Augenärzte sowie Chiropraktiker.

Über jeden Deal wird Buch geführt - zumindest in ausgewiesenen Einrichtungen wie der «Tauschklinik» am Fuß der Blue Ridge Mountains in Floyd in Virginia. Zehn Prozent ihrer Patienten zahlten «auf alternative Weise», erklärt dort eine Ärztin. Wenn Brennholz, Kohlköpfe oder Babysitting angeboten werden, berechne das Büro den entsprechenden Geldwert. Andere Kliniken haben für solche Fälle ein spezielles Bonuspunkte-Programm eingerichtet.

Ein Prinzip, das andernorts nicht neu ist. Es sei ein alter Hut, sagt etwa der Mitbegründer des US-Verbands der ländlichen Kliniken, Ron Nelson. In den 30 Jahren, in denen der Mediziner auf dem Lande gearbeitet hat, sei bargeldloser Service am Patienten für ihn mitunter selbstverständlich gewesen. «Ich habe alles Mögliche bekommen, weil die Leute kein Geld hatten - von Hühnern bis zu Grünzeug», sagte er im Fernsehen.

Zustände, die Präsident Barack Obama mit der Einführung einer gesetzlichen Krankenversicherung ändern will. In Amerika, dem wohl einzigen Industrieland, in dem es bislang keine universelle Krankenversicherung gibt, zahlen rund 47 Millionen Menschen ihren Arzt aus eigener Tasche - wenn sie es denn können. Andere sind unterversichert oder haben den Versicherungsschutz nur durch den Arbeitgeber. In dem Moment, in dem sie ihren Job verlieren, stehen sie und ihre Familien automatisch ohne Krankenversicherung da.


http://de.news.yahoo.com/26/20090903/tauschen_konjunktur_gesundheitsversorgung.html
« Letzte Änderung: November 05, 2009, 11:46:04 von Kater » Gespeichert
Kater


Beiträge: 7110


« Antworten #1 am: November 05, 2009, 11:48:16 »

Zitat
Krank zur Arbeit - oder kein Geld

Chicago (AP) Die Rechnung ist für viele Amerikaner einfach: Wer nicht zur Arbeit kommt, kriegt kein Geld. Trotz Fieber, Husten und laufender Nase schleppen sich daher zahllose Arbeiter und Angestellte ins Büro oder in den Handwerksbetrieb - ungeachtet der Aufforderung von Gesundheitsbehörden, mit Grippe für einige Tage das Bett zu hüten. Die Angst vor der Schweinegrippe macht ihnen die Entscheidung nicht leichter. Denn rund ein Drittel aller Arbeitnehmer in den USA bekommt keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Sie habe Angst, das Gehalt für eine ganze Woche zu verlieren, sagt die 28-jährige Kara Knoche. Die Kellnerin aus Atlanta schluckt vorsorglich Vitamin C und geht Freunden, die Schnupfen haben, rigoros aus dem Weg. Sie müsse Geld sparen, und «man muss schließlich essen», sagt Knoche.

Selbst viele, die sich das Auskurieren zu Hause leisten könnten, erscheinen im Büro - weil sie den Zorn des Chefs fürchten, wenn sie ausfallen. Etliche Arbeitgeber tüfteln zurzeit Pläne aus, um erkrankte und fehlende Kollegen zu ersetzen. Die US-Gesundheitsbehörde CDC gibt ebenfalls Tipps und rät unter anderem, den Abstand zwischen Bürotischen zu vergrößern und Dienstreisen einzuschränken.

«Ich kann irgendwie von zu Hause aus arbeiten»

Noch größer sind die Sorgen bei Arbeitnehmern mit Kindern. Stecken sich Sohn oder Tochter bei ihnen an, müssen sie nach der eigenen Grippe auch noch zur Betreuung zu Hause bleiben. Kevin Huigens kennt die Erfahrung, dass eine Krankmeldung automatisch weniger oder im schlimmsten Fall gar kein Gehalt bedeutet. Der 52-jährige Vertragstechniker beißt deshalb die Zähne zusammen. «Wenn es mir gut genug geht, um mit einem Laptop im Bett zu sitzen, kann ich immer noch arbeiten», sagt er. «Ich kann irgendwie von zu Hause aus arbeiten. Vielleicht nicht volle acht Stunden, aber ein paar Stunden am Tag sind drin.»

Manche schaffen mit Kopf- und Gliederschmerzen nicht einmal das. Die Maklerin Jen Sanders lag im vergangenen Jahr fünf Tage im Bett und bemühte sich, ihre Arbeit an Kollegen zu verteilen. «Es ist schrecklich, wenn man sich so mies fühlt und dabei merkt, dass man gleichzeitig Geld verliert», sagt die 35-Jährige. Den Winter und damit die Grippesaison über will sie daher konsequent ihre Handschuhe anbehalten, wenn sie Leuten die Hände schüttelt. «Ich versuche zu tun was ich kann, ohne dass sich andere unbehaglich fühlen.»


http://de.news.yahoo.com/1/20091105/tde-krank-zur-arbeit-oder-kein-geld-3fc80be.html
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schwarzrot


Beiträge: 2465



« Antworten #2 am: November 05, 2009, 12:20:57 »

Wow, das hört sich doch mal richtig *gut* an.  Wink
Erinnert mich ein bischen an die grossen cholera-epidemien (verursacht durch unbeschreiblich schlimme wohnverhältnisse der ärmeren klassen, den zu geringen löhnen geschuldet) im vor-vor-herigen jahrundert. Soweit hat uns also der neokapitalismus wieder gebracht, volle leistung!
Wenn die schweine-grippe wirklich was auf der pfanne hätte, wird der kommende winter durch so ein 'arbeiten-um-jeden-preis' ein horror-scenario!

Zum glück scheissen viren auf arm-oder-reich, die armen, die die 'hochleistungsgesellschaft' ohnehin entsorgt haben will, nehmen so mindestens diesmal einige von den reichen+schönen mit!  Grin

Sollte ich die schweinegrippe spüren, trete ich in die lokale fdp-parteigruppe ein und besuche so oft ich kann den bundestag!  Hatschie! Grin Grin Grin
« Letzte Änderung: November 05, 2009, 12:44:02 von schwarzrot » Gespeichert

"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht
Gehtsnoch


Beiträge: 262


« Antworten #3 am: November 20, 2009, 13:04:54 »

Wer in den USA sich Krankenversichert, hat nicht solche Probleme! Ist billiger als bei uns, Gehalt 2-4 mal hoeher als hier...bitte keine Anti USA Kommentare...war lange da und hab es ganz anders erlebt als oft hier in Deutschland propagiert wird.
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Zeitarbeit ist scheisse!
Alex22


Beiträge: 1504



WWW
« Antworten #4 am: November 20, 2009, 14:59:30 »

Wer in den USA sich Krankenversichert, hat nicht solche Probleme! Ist billiger als bei uns, Gehalt 2-4 mal hoeher als hier...bitte keine Anti USA Kommentare...war lange da und hab es ganz anders erlebt als oft hier in Deutschland propagiert wird.

Ja schon gut. Wir verallgemeinern nicht. Es reicht wenn Du es tust.

By the way, I experienced the free country for two years.
They laugh while they get hurt. Keep smiling!

Der Kapitalismus hat nirgends treueren Jünger als in den USA.
 Grin
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Natascha29


Beiträge: 262



« Antworten #5 am: November 20, 2009, 17:34:50 »

so....ich bin aus USA, bin da aufgewachsen..also bitte erzähl mal kein scheiß ja..
In usa eine krankenversicherung zubekommen ist nicht leicht! Und auch nicht billig..also bitte na...

Man muss den amis net in den arsch kriechen, und das sag ich als american.....als kann das mit anti usa bei mir net stimmen da ich eine bin! Und nee ich hass mich net selbst sondern eher die tolle regierung von da..

Ich kenns von meinem onkel, der wollte eine versicherung in usa hat sie nicht bekommen, da er krank ist, und die versiucherung hätte zuviel zubezahlen...gesunde menschen nehmen sie gerne aber man ist krank..dann wirst fallen gelassen wie so ne heisse kartoffel
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Natascha, 29 jahre alt, 2  kleine kinder, verheiratet.

wer sich nicht wehrt lebt verkehrt!
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