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Autor Thema: Welchen Beruf bei Bandscheibenvorfall ?  (Gelesen 1867 mal)
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Ziggy


Beiträge: 4851



« Antworten #15 am: November 24, 2009, 15:46:23 »

OP bringt nicht immer was, manchmal schadet sie mehr als sie nützt. Kommt drauf an , was genau bei dir diagnostiziert wurde und wie das betroffene Teil aussieht.

Bei mir ist L5/S1 betroffen, das ist direkt am Kreuzbein, wo auch der Spinalnerv verläuft. Problem dabei ist, die Bandscheibe ist nicht nur rausgeflutscht, wie das häufig passiert, sondern eingerissen und aufgeplatzt, woraufhin das darin enthaltene Dämfungsgel ausgetreten ist. Zwischen den beiden Wirbeln befindet sich nur noch die Haut, es gibt keine Dämpfung mehr. Eine Operation in unmittelbarer Umgebung des Spinalnervs ist aber hochriskant und sollte das allerletzte Mittel sein.

Mein Glück war, daß ich seinerzeit nicht an einen OP-wütigen Arzt geraten bin, sondern an eine klasse Orthopädin. Die hat mich erstmal 4 Wochen durchgängig krank geschrieben, mir ein Korsett verpasst und mich zu einem 1a-Physiotherapeuten zur Krankengymnastik geschickt. Als ich das erste Mal zu dem kam, konnte ich kaum gehen. Nach 6 "Sitzungen" á 30 Minuten war ich völlig schmerzfrei! Er hat mnir gezeigt, welche Übungen ich machen soll, und wie wichtig richtiges Rückentraining ist. Eine Wirbelsäule braucht stützende Muskulatur, sonst wird sie überbeansprucht. Und ich erlebe immer wieder, wie Leute mit BS auf Training einfach verzichten, dabei ist es die beste Hilfe, die es gibt.

Ich kann heute wieder problemlos laufen, joggen, radfahren. Stundenlanges Sitzen im Auto oder auf dem Roller oder im Büro macht mir nichts aus, ich kann alles heben ... das Einzige, was ich nicht gut kann, ist diese Kranhaltung, also längere Zeit vornübergebeugt stehen. Aber sonst ...

Ich weiß nicht, wie's bei dir ist, aber ich habe mein Problem im Griff, indem ich tagtäglich eben nicht zum Arzt renne und "machen lasse", sondern aktiv selbst etwas tue. Angenehmer Nebeneffekt meiner sportlichen Aktivitäten: Ich hatte vor 2 Jahren noch 107 Kilo, letztes Jahr noch 97, stehe nun aktuell bei 91, Ziel ist 89 ... und es macht Spaß.

Ganz wichtig ist aber, daß du dir fachliche Anleitung holst (solltest du eigentlich in der Reha bekommen haben oder gab's da nur Gruppengespräche mit Händchenhalten?). Wenn das alles nichts hilft, solltest du aber eine OP ins Auge fassen, und zwar möglichst zeitnah und nicht erst, wenn sowieso alles im Arsch ist.

Auch eine Umschulung wird DIESES Problem nicht lösen ...
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Gehtsnoch


Beiträge: 262


« Antworten #16 am: November 24, 2009, 16:18:33 »

@Ziggy

So aehnlich sieht es bei mir auch aus. In der Reha sagte ein Therapeut "Muskeln braucht man nicht"...Idiot...dachte ich. Sportden mach ich auch, speziell laufen und Rueckenmuskelaturtraining, der "Transversusmuskel" trainiere ich auch soweit wie moeglich, richtiges atmen und richtige Koeprerhaltung bei Alltagssituationen.

Erschwerend kommt der psyische Druck hinzu der sofort auf meinen Ruecken geht. Korsett trage ich auch. Bleibe defenitiv am Ball! Ist ja kein Zustand so.

Umschulung muss trotzdem sein, den in meinem Beruf kann ich so nicht arbeiten.
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Ziggy


Beiträge: 4851



« Antworten #17 am: November 24, 2009, 17:33:58 »

Die Sache ist die:
Ich hab meine Umschulung 1992 gemacht, als es noch relativ rosig aussah. Mein Abschluß war soweit in Ordnung. Trotzdem fand ich danach keinen Job. Mein Glück war, daß eine Mit-Umschülerin sich damals selbständig machte und einen Techniker brauchte. Bei der war ich dann 2 Jahre.

HEUTE würde ich das nicht mehr machen. Warum? Nach 2 Jahren kommst du aus der Umschulung, hast Opfer gebracht, die Wochenenden verbüffelt (auch da muß die Bandscheibe viel aushalten!), bist endlich fertig und ... arbeitslos. Nach 6 oder spätestens 12 Monaten darfst du dir dann in der ARGE sagen lassen, deine Berufsausbildung war für'n Arsch, und Berufserfahrung hast du ja auch nicht vorzuweisen.

Ich habe zwei gelernte Berufe, ab dem 1. Tag ALG II zählt das alles nix mehr.

Endlose Bewerbungen, aber "Wir suchen Leute mit Berufserfahrung!" Ja, scheiße, wo soll die Erfahrung denn herkommen!

Nach 6 Jahren Arbeitslosigkeit bin ich in der Leiharbeit gelandet, da bin ich jetzt 4 Jahre. Meine gelernten Berufe interessieren keine Sau. Da, wo ich jetzt bin, bin ich "angelernt", es ist soweit ok, die Bezahlung auch, Glück gehabt.

Alle Umschüler, die ich persönlich kenne, sind danach erstmal abgestürzt. Entweder blieben sie arbeitslos oder sie machen heute etwas völlig anderes als gelernt. Das hätten sie aber ohne Umschulung auch haben können ...

Ich würde das heute nicht mehr machen, auf gar keinen Fall. Ich habe zwar schöne Erinnerungen, wir waren eine wirklich lustige Truppe, aber BERUFLICH gebracht hat's gar nix, das war Zeitverschwendung.
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« Antworten #18 am: November 24, 2009, 18:22:30 »

Deshalb setze ich alles daran Richtung Meister zu gehen. Der Ex meiner Mutter ist Dipl.Elektro Ing. 8 Jahre Arbeitslos...dann Zwangsumschulung zum Elektriker...kann mich an das Theater noch erinnern (lange her)...man muss das Deprimierend sein.
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Alan Smithee


Beiträge: 1249



« Antworten #19 am: November 25, 2009, 19:45:11 »

Hi, ich auch mal wieder..

@Gehtsnoch: es ist deprimierend. Nach der Umschulung bin ich gleich in Hartz IV gefallen (hatte davor noch das "alte" Arbeitslosengeld; erst während meiner Ausbildung ist Hartz IV eingeführend worden), und da hat es die einen Dreck interessiert, ob ich gerade eine Ausbildung mit sehr guten Abschluss in der Tasche habe, und in welche Richtung meine Ausbildung gegangen ist...Ich wurde gleich mit Stellenangeboten zugemüllt, die ich gar nicht vom Gesundheitlichen hätte ausführen können. Und gerade wegen dem Gesundheitlichen habe ich ja die Umschulung bekommen.. Shocked

Ich konnte zwar diese Stellenangebote mit Verweis auf mein Leistungsbild sanktionsfrei ablehnen, was aber trotzdem mit Ärger und Rennerei verbunden war,  aber da fragt man sich doch.... Roll Eyes

Jedenfalls musste ich mehr als einmal  den Widerspruchsweg bzw. Klageweg gehen, wenn übereifrige SB´s meinten, sich an mir ein Krönchen zu verdienen. Das alles geht enorm auf die Psyche; kann ich aus Erfahrung nur bestätigen. Und dass sich das auch negativ auf den Gesundheitszustand auswirkt, das habe ich auch erfahren müssen.

O.K. die Ausbildung war auch nicht ohne;  dort hatte ich auch Stress: Ziggi hat es richtig beschrieben: Wochenende gebüffelt, dazu kam bei mir die eigene Erfolgserwartung und der Prüfungsstress...

Aber der ganze Stress während der Ausbildung war ein ganz anderer für mich als jetzt unter Hartz IV: dort hatte ich "nur" Notendruck. Heute habe ich Existenzängste. Hinter diesem kleinem Wort steckt so viel mehr. Bei jedem ist das zwar anders, aber es schlägt sich früher oder später auch auf die körperliche Verfassung nieder...Heute bin ich auf ein Rechtssystem angewiesen, für das ich ein einziger Kostenfaktor bin...und Kostenfaktoren gehören in der heutigen Wirtschaft bestenfalls verkleinert; schlimmstenfalls beseitigt..

« Letzte Änderung: November 25, 2009, 19:59:32 von Alan Smithee » Gespeichert

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« Antworten #20 am: Dezember 04, 2009, 18:29:12 »

Nun steh ich dumm da und weiss nicht weiter....leute ich brauche hilfe.

Mittlerweile weiss ich, das Amt ist nicht zustaendig fuer mich (Krankengeldbezieher), sondern die Rentenkasse...die interessiert sich jedoch nicht fuer mich.
Grund: In meinem REHA Bericht stehen viele Einschraenkungen fuer mich drin aber auch der Satz, das ich es noch mal probieren soll, wenn ein erneuter Versuch scheitert, erst dann bekomme ich eine Umschulung.

Mein Artzt wackelt mit dem Kopf und hat einen Befund geschrieben, das es keinen Sinn macht als Kfz Mechaniker zu arbeiten und ich mit einem Bandscheibenvorfall generell keine Arbeit bekommen werde. Ganz zu schweigen davon, das mein Krankenstand permanent verlaengert wird und ich 1000% nicht arbeiten kann.

Doch Rentenkasse stellt sich quer. Weiter habe ich den Antrag fuer die Leistungen selbst gestellt bzw. rausgesucht. Denn wenn eine REHA zu ende ist und 6 Monate nichts passiert, ist die Rente nicht mehr zustaendig. Eigentlich sollte ich so einen Antrag schon in der REHA bekommen,....tat ich aber nicht. Wohl Absicht um sich vor den Kosten zu druecken.
Beim Arbeitsamt sagte man mir auch, mit einem Bildungsgutschein wuerde man keine Weiterbildung bekommen, sondern nur eine Neu Ausbildung....weis, das z.b. Meister einen Bildungsgutschein hat (KURS NET) und lt. HWK's das immer wieder so eine Ermaessungsache ist.

Was mache ich nun ? Ich weiss nicht weiter, denn wie immer, bekomme ich nur Falschinformationen von den Behoerden.
Ich werde mal wieder verarscht....ganz so wie im Krankenhaus, wo morgends um 6:30 der Artzt reinkommt
Doc:"Und wie geht es ihnen?"
Patient: "Wie? Bin am gerade erst wacht...kA!"
Doc: "Ah keine Beschwerden?!Ist ja gut 100% Gesund"
Patient:"Ich liege hier und mein Ruecken macht erst bei Bewegung Probleme Sie Arsch"
Doch:"Fein Fein...sie duerfen gehen"

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