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Autor Thema: eigene Kunden erfinden/ Geschäftsaktivitäten vorspielen  (Gelesen 2981 mal)
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Crsteej


Beiträge: 7


« am: Dezember 17, 2009, 11:15:20 »

Hallo,

ich möchte mich gerne selbstständig machen, habe aber noch ein paar Fragen. Da ich eine Internetdienstleistung anbiete und es einige Zeit dauert bis ich einen Kundenstamm geworben habe, werde ich vermutlich die erste Zeit nicht viel verdienen.
Zwar habe ich bereits zwei gute Kunden, durch die auch regelmäßig Aufträge reingehen, aber allein dadurch mache ich noch keinen Gewinn.I
Ich weiß, dass viele selbständige Existenzen, gerade, wenn man ohne großen Kundenstamm anfängt, eine lange Anlaufzeit haben. Man steht natürlich, vor dem Amt oder Arge, dann doof da oder es wird einem sogar noch unterstellt, dass man eine Scheinselbständigkeit geführt hat, nur weil im ersten Jahr kaum Aufträge kamen. Dabei, habe ich ja trotzdem gearbeitet und Akquise betrieben etc.
Nach Ablauf des Gründungszuschusses (9 Monate), wollen die von der ARGE bestimmt sehen, was ich die letzten Monate getrieben habe.
Um mein Geschäft bisschen besser darstehen zu lassen und irgendwelchen Vorwürfen aus dem Weg zu gehen, möchte ich halt ein paar Geschäftsaktivitäten vorgaukeln, für den Fall, dass keine/wenige Aufträge reinkommen.
Ich hab ein paar fiktive Kunden, die angeblich per Mail/telefonisch meine Internetdienstleistung bestellen (bsp. Webdesign). Denen wird dann ja im Einzelfall per Mail eine PDF-Rechnung zugeschickt. Das Geld wird dann wiederum auf mein Konto überwiesen oder mir per Post zugeschickt.
Meine Fragen:
In einer Ein und Ausgabentabelle halte ich dann für die Gewinne fest. Das müsste, doch als Nachweis für die ARGE reichen, oder ?
Müssen sich diese Angaben, mit denen die ich beim Finanzamt mache, übereinstimmen ?
Vielen Dank erstmal füre eure Antworten.
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Pinnswin


Beiträge: 3865



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« Antworten #1 am: Dezember 18, 2009, 20:12:04 »

Zitat
... Um mein Geschäft bisschen besser darstehen zu lassen und irgendwelchen Vorwürfen aus dem Weg zu gehen, möchte ich halt ein paar Geschäftsaktivitäten vorgaukeln, für den Fall, dass keine/wenige Aufträge reinkommen....


Sachen gibts?/! Und was soll dir das bringen? Prestige? Und ansonsten anstehen bei den Tafeln?

Das Finaznamt will sicherlich gerne die volle Steuer - oder?

Als alte Bauernweisheit würde ich sagen, es ist nie von Vorteil, ein Geschäft besser dazustellen, als es ist (außer, man ist Bänker oder Politiker  Grin ).
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Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein. Obwohl vieles darauf hin deutete, das es käme... A. Sapkowski . <°)))o><
Crsteej


Beiträge: 7


« Antworten #2 am: Dezember 19, 2009, 16:57:56 »

Sachen gibts?/! Und was soll dir das bringen? Prestige?...

Die Arge bezahlt mir für neun Monate einen Gründungszuschuss als Unterstürzung dafür, dass ich mich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig mache. Nach den neun Monaten wollen die von der ARGE halt ein Ergebnis sehen. Es könnte aber sein, dass ich für ein vorzeigbares Ergebnis mehr Zeit brauche.
Gehen wir mal vom schlimmsten Fall aus, dass ich in den neun Monaten keinen einzigen Auftrag bekommen habe und 0 Gewinn gemacht habe. Die werden mir unterstellen, dass ich in der Zeit auf der faulen Haut gelegen habe und den Gründungszuschuss einkassiert habe.
Im Falle eines unterstellten Missbrauchs dieser Leistung, hätte dies für mich ernsthafte Konsequenzen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich dann sogar die Leistungen zurückzahlen muss. Ihr seht ja wie schnell die vom Amt Sanktionen verhängen, wegen angeblich zu wenig Eigenbemühungen usw.
Sollte ich keine Aufträge abbekommen, bedeutet dass nicht, ich hätte nichts getan oder eine Scheinselbstständigkeit geführt. Natürlich habe ich z.B. Akquise betrieben usw. usf.
Aber Akquise macht ja nur einen Bruchteil meiner Arbeitszeit aus und eine 40 Stunden Woche habe ich erst, wenn ich auch genügen Aufträge bekommen habe. Nur kann man das vorher ja nicht wissen. Eine Selbstständigkeit wird aber auch im Nachhinein erst anerkannt, wenn die Tätigkeit mehr als 15 Stunden die Woche in Anspruch genommen hat. Andernfalls ist es eine Scheinselbstständigkeit und somit ein Missbrauch des Gründungszuschusses. Und wenn das Amt deine Selbstständigkeit im Nachhinein so einschätzt, dann kommst du in Teufelsküche.
Ich will mich auf meine Selbstständigkeit konzentrieren können und nicht mit der Angst leben, dass bei schlechter Auftragslage (was schon schlimm genug ist), mir später auch noch die ARGE in den Rücken fällt und mir Missbrauch unterstellt.
Ich hoffe jetzt jegliche Fragerei (Warum/ Wieso) geklärt zu haben und freue mich, dass wir damit wieder auf die eigentliche Ausgangsfrage zurückkommen können (siehe Eingangspost).
« Letzte Änderung: Dezember 19, 2009, 18:42:15 von Crsteej » Gespeichert
unkraut


Beiträge: 2541



« Antworten #3 am: Dezember 19, 2009, 17:51:35 »

Zitat
  Wie täuscht man am besten Geschäftsaktivitäten vor anhand fiktiver Kunden 

Ich glaube mit dieser Frage bist Du hier grundsätzlich falsch .
Bei CD wirst Du wohl keinen finden der Dir sagt wie man Arge oder FA bescheißst .

Ich hätte eigentlich noch einige Fragen aber aber auf der Schiene auf der Du nun fährst gibts am Ende nur den Prellbock .

MfG

Mir juckt es zwischen den Zehen ....
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Noch Fragen Hauser ? Ja Kienzle , wer ist eigentlich Unkraut ?

Wir wagen es nicht weil es schwierig ist sondern es ist schwierig weil wir es nicht wagen .

Mein Buchtip als Gastautor :  Fleißig , billig , schutzlos - Leiharbeiter in Deutschland  > ISBN-10: 3771643945
Crsteej


Beiträge: 7


« Antworten #4 am: Dezember 19, 2009, 18:26:43 »

Gut, dann nehme ich diese Frage für dich zurück.
Ich will nicht provozieren, sondern lediglich auf diese ernste Problematik hinweisen, die mich zur Zeit sehr beschäftigt.
@Unkraut ich würde deine Fragen trotzdem gerne hören.
Ich wll wirklich niemanden bescheißen und habe davon auch nichts geschrieben. Aber dann erkläre mir doch bitte, wie ich, den Eindruck einer Scheinselbstständigkeit aufgrund evtl. schlechter Auftragslage vermeiden kann.
Ich biete ja eine Onlinedienstleistung an, im Gegensatz zu jemanden der meinetwegen ein Sportgeschäft betreibt und dort 8 Stunden jeden Tag am Verkaufsthresen auf Kundschaft wartet. Er kann jedenfalls auf seinen getane Arbeit verweisen (Öffnungszeiten, Fotos vom Geschäft, bestellte Verkaufsware), auch wenn letzten Endes kein Kunde etwas gekauft hat. Ich allerdings habe keinen Verkaufsraum und arbeite von meinem Notebook aus. Einzig die erledigten Aufträge sprechen für mich. Aber wenn keine da, dann heißt es, was haben sie die ganze Zeit denn getrieben. Siehe vorhergegangenen Post.
« Letzte Änderung: Dezember 19, 2009, 18:45:47 von Crsteej » Gespeichert
BakuRock


Beiträge: 1637



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« Antworten #5 am: Dezember 19, 2009, 18:55:27 »

Moin,

du gehst diese Sache grundsaetzlich verkehrt herum an. Wenn du das so machst, wie hier beschrieben, dann geraetst du frueher oder spaeter in einen Strudel, aus dem du nicht mehr heraus kommst.

Am Anfang steht ein Kundenstamm, den du dir aufbauen musst. Fuer diese Aufbauphase (unter 15h/Wo) kann ein Gewerbe auch als Nebengewerbe betrieben werden. Erst dann, wenn du regelmaessig im Monatsdurchschnitt ueber die 15 Stunden kommst, solltest du ueberlegen dieses Nebengewerbe voll zu betreiben.

Wenn du fiktive Kunden aufschreibst, die Rechnungen aber nicht wirklich bezahlt bekommst, dann bescheisst du dich am Ende selber: Das FA wird volle Kohle haben wollen. Die Arge will irgendwann mal deine Steuererklaerungen sehen usw. Am Ende stehst du als Betrueger da, wirst rechtlich belangt und kannst dich nicht mal wehren, da du das Geld fuer eine Rechtsschutzversicherung auch nicht aufgebracht hattest (nur auf dem Papier). Eine Haftpflicht musst du trotzdem bezahlen - das musst du, glaube ich, der Arge nachweisen (?).
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Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, gibt es für sie keine Hoffnung. .... A. Einstein

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Crsteej


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« Antworten #6 am: Dezember 19, 2009, 19:17:07 »

@baku
Wie soll ich denn einen Kundenstamm aufbauen, wenn ich unter der Woche in einer Maßnahme feststecke ? Auf zwei Parties tanzen geht nun mal nicht.
Ich will mich komplett auf meine Selbstständigkeit konzentrieren können. Aber jetzt wo du es nochmal gesagt hat, denke ich sogar, dass ich mehr als 15 Stunden für den Aufbau eines Kundenstammes benötige. Hinzu kommt ja noch die Erstellung/ Pflegung meiner Homepage und Buchführung/ Papierkram etc.. Das dauert locker 20 Stunden die Woche. Außerdem biete ich ja meine Dienstleistung augenblicklich an, also brauche ich auch Zeitresscourcen für die Auftragsausführung. Somit ist schonmal die Frage, ob Haupt- oder Nebengewerbe geklärt worden.
Eine Frage habe ich allerdings an dich. Du sagst das FA will Kohle haben. Nun gut, ich werde ja im Falle, einer schlechten Auftragslage bzw. keiner Aufträge nur einen geringen Gewinn angeben. Sagen wir ein Auftrag kostet den Kunden 20 € und ich habe im Monat 10 Aufträge, dann sind dass 200 € Gewinn die ich vortäusche. Daran verdient das FA ja nicht viel.
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Alex22


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« Antworten #7 am: Dezember 19, 2009, 19:37:33 »

Hallo, träumt da einer?
Die Mehrwertsteuer muss man vom Kunden fordern und an das FA abgeben.
Gewinn wird ein prkäres Unternehmen nie versteuern müssen.

Ich rate Dir lass es sein, oder mach es ohne ARGE.
Die meisten ARGEn helfen nicht, sondern verhindern.

Noch ein Tipp, Informationen einholen und sich nicht scheuchen lassen.
Viel Erfolg, wie immer Du Dich auch entscheidest, aber mach nichts "krummes". Sie suchen überall Prügelknaben.
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BakuRock


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« Antworten #8 am: Dezember 19, 2009, 19:55:05 »

Zitat
.... dass ich mehr als 15 Stunden für den Aufbau eines Kundenstammes benötige. Hinzu kommt ja noch die Erstellung/ Pflegung meiner Homepage und Buchführung/ Papierkram etc.. Das dauert locker 20 Stunden die Woche. .....


Selbstaendig bist du noch lange nicht, sonst braeuchtest du die Kohle vom Amt nicht  Grin

Bei keiner dieser o.g. Taetigkeiten verdienst du Geld. Du konzentrierst dich imho zu sehr auf die Ausfuellung der 15 Stunden - und das, so scheint mir, nur um einer Massnahme zu entgehen. Und denke auch dran: www.keine-arbeit-ohne-lohn.de

Zitat
.... Eine Frage habe ich allerdings an dich. Du sagst das FA will Kohle haben. Nun gut, ich werde ja im Falle, einer schlechten Auftragslage bzw. keiner Aufträge nur einen geringen Gewinn angeben. Sagen wir ein Auftrag kostet den Kunden 20 € und ich habe im Monat 10 Aufträge, dann sind dass 200 € Gewinn die ich vortäusche. ............


Nur mal anbei: Diese 200 EUR waeren kein "Gewinn" - das sind Einnahmen vor Steuer, von denen du deine Kosten fuer Buerokram, Geraete und sonstige Ausgaben noch abziehen solltest. Was dann noch uebrig bleibt wird fiskalisch als "Gewinn" bezeichnet.

In der Hauptsache werde ich aber den Teufel tun, dir bei der Vorbereitung zur Taeuschung der Aemter zu helfen - aus der Nummer wuerdest du wohl auf keinen Fall unbeschadet wieder rauskommen.

Moeglich ist ja bekanntlich immer Alles - aber nichts bleibt ohne Konsequenzen .....
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Crsteej


Beiträge: 7


« Antworten #9 am: Dezember 19, 2009, 20:18:36 »

@alex22
Wenn der Umsatz im Gründungsjahr 17500 € nicht übersteigt, ist man Umsatzsteuerbefreit

@baku
sry. ich  habe Gewinn und Umsatz verwechselt, mein Fehler. Nein, ich will keiner Maßnahme um jeden Preis entgehen. Was ich damit sagen wollte, ist, dass ich während meines ALG Bezuges, dem Arbeitsamt, Bildungsträgern und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muss. Dass kann ich mit meiner Selbstständigkeit beim besten Willen nicht zeitlich vereinbaren. Nur so nebenbei, ich bekomme als Gründungszuschuss gerade mal 800 € und lebe somit nicht über den Verhältnissen eines Hartz4-Empfängers, vor allem, da ich auch meine Versicherungen noch selber bezahlen muss.
Wir drehen uns hier im Kreis. Ich mach mich selbstständig so, oder so. Ich hab ein gut ausgearbeites und durchdachtes Konzept, meint auch mein SB, ob es sich bewährt kann ich allerdings erst in mehreren Jahren sagen. Ich werde aber gerne berichten.
zum wiederholten Mal, Ich will niemanden bescheissen. Lese dir bitte meine vorhergegangen Beiträge aus diesem Strang durch, da habe ich die PROBLEMATIK erklärt: Ich will mich auf meine Selbstständigkeit konzentrieren können und nicht mit der Angst leben, dass bei schlechter Auftragslage (was schon schlimm genug ist), mir später auch noch die ARGE in den Rücken fällt und mir Missbrauch/Scheinselbstständigkeit unterstellt.
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inline


Beiträge: 497


« Antworten #10 am: Dezember 19, 2009, 22:07:21 »

Zitat
@alex22
Wenn der Umsatz im Gründungsjahr 17500 € nicht übersteigt, ist man Umsatzsteuerbefreit

stimmt so nicht ganz, man kann dann wählen, ob man nach §19 Kleinunternehmergesetz nicht umsatzsteuerpflichtig wird,
dann darf man halt auch von den Kunden keine USt. verlangen.

wenn der Gewinn noch unter 7500 € im Jahr ist (und es keine weiteren einkommensquellen gibt, hartz 4 ist ja kein Einkommen) , müssen noch keine Steuern an das Finanzamt gezahlt werden.

Was ich aber hier nicht verstehe ist, warum man sich auf jeden Fall selbstständig machen will, wenn man die Auftragslage von vornherein so schlecht einschätzt?
« Letzte Änderung: Dezember 19, 2009, 22:09:04 von inline » Gespeichert
mohandry


Beiträge: 190


« Antworten #11 am: Dezember 20, 2009, 04:27:39 »

@crsteej

ich denke, Du hast Dich hier in eine Idee verrannt, die Du selbst nicht ganz begreifst.

Du hast ein Geschäftskonzept entwickelt, mit dem Du hoffst, in Zukunft Deinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Das ist
ja nicht schlecht. Dein FM hat diesem Konzept zugestimmt, Du wurdest eine sog. 1-Mann-AG. Der Staat finanziert dieses Konzept mit einem monatlichen Zuschuss - ist natürlich nicht selbstlos, analog dazu hättest Du ja auf jeden Fall Ansprich auf ALG2.
Du hast eine gewisse Zeit bekommen, Dein Geschäft rentabel zu bekommen (bestimmt durch die Zahldauer des Zuschusses).

So, dann setze Dich jetzt hin und überlege mal die folgenden Punkte:

1. Deine allgemeinen betriebswirtschaftlichen Kenntnisse scheinen nicht besonders gut zu sein. Hier kannst Du zuerst einmal Dein Wissen verbessern. Wenn Geld knapp ist, kann man im Internet genügend Informationen finden (Buchhaltung, Überblick über die Steuergesetze, Marketing, Werbung usw.), sich in die Materie gründlich einzulesen.
Das kostet Zeit, nicht unbedingt Geld.

2. Du bist in Deinem Gewerbe tätig (hast leider nicht geschrieben, was Du genau machst). Dazu musst Du versuchen, Kunden zu gewinnen, die Diene Services benötigen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, generell ist das Marketing/Werbung/Aquise.
Diese kostet Zeit und auch Geld.

3. Du bist bezüglich Deiner Zeit- und Geldargumente einem Irrtum unterlegen.
Es interessiert niemanden, ob Du 1 Stunde pro Monat oder 300 Stunden pro Monat für Dein Unternehmen arbeitest (deswegen: selbständig). Es interessiert auch niemanden, ob Du damit 1 Euro pro Monat einnimmst, oder 1 Million.
Für die ARGEn und vergleichbare Ämter bist Du nun Unternehmer, mit der Verpflichtung, Deinen Lebensunterhalt aus diesem
Gewerbe bestreiten zu können. Klappt es nicht und Du kannst/willst keine angestellte Tätigkeit aufnehmen, gehst Du zur ARGE.
Die sind verpflichtet, Dir erst einmal ALG2 zu zahlen. Natürlich werden sie dann darauf drängen, dass Du Dein Gewerbe abmeldest und Dich dem Arbeitsmarkt zu welchen Konditionen auch immer zur Verfügung stellst.

4. Für Dich selbst:
schreibe alle Zeiten auf, die Du etwas für Dein Geschäft machst. Dazu gehören alle Tätigkeiten, auch wenn Du im Internet etwas über Buchhaltung liest, ist das eine geschäftliche Tätigkeit, ebenso, wenn Du im Park sitzt und über geschäftliche Konzepte/Pläne nachdenkst. Du wirst sehen, da kommen viele Stunden p.M. zusammen.

Analog mit dem Geld:
Du hast gewisse Kosten für Dein Geschäft. Fixkosten (Telefon, PC), Nebenkosten (Büromaterial, Reisekosten, Wareneinkauf, Porto etc.). Daneben notwendige Kosten für Versicherungen und natürlich Deinen Lebensunterhalt.
Rechne zusammen, wie hoch Deine Kosten sind, dann weisst Du, wieviel Einnahmen Du pro Monat (im Jahr:12) im Minimum benötigst.

5. Anhand dieser Zahlen, musst Du Dein Konzept mittelfristig anlegen. Spätestens wenn die staatl. Förderung ausläuft, musst Du ja irgendwo Geld herbekommen um Deine Kosten zu decken. Selbst Privatvermögen ist da nur kurzfristig eine Hilfe.

6. Dokumentiere genau, welche Massnahmen Du unternimmst, um an Kunden heranzukommen. Zeitumfang, Massnahme, Erfolg und Vorgehensweise sind dabei wichtig. Diese Aufzeichnungen dienen Dir als Kontrolle, ob Dein Konzept funktioniert und auch als Argumentation für externe Stellen (ARGEn, Banken etc.).

7. Deine Probleme haben nichts mit ARGEn & Co zu tun. Es ist das Geld. Irgendwann gibt es keine Förderung mehr, dann steht - wenn keine Alternative verfügbar ist - ALG2 auf dem Plan. Dass Dir die ARGE nicht noch einmal entgegenkommen wird, in der Selbständigkeit weiterzumachen, ergibt sich von selbst. Allerdings hast Du - wenn Dein Konzept und Deine gesamten Aufzeichnungen wahrheitsgem. sind, gute Argumente es dennoch - zumindest für weitere 6 Monate unter ALG2-Bezug - zu versuchen.

8. Steuern & Co
Das Thema betrifft Dich nicht. Umsatzsteuer (ich würde nicht auf die USt-Befreiung abzielen, dass ist im Servicebereich kein gutes Marketinginstrument) zahlst Du ja nicht, da Du diese ja von Deinen Kunden direkt erhältst. Diese verrechnest Du mit der Vorsteuer aus Deinen geschäftl. Einnahmen, die Differenz bekommst Du oder zahlst ans FA.
Einkommensteuer - gut, wenn Dein Erlös vor Steuer so hoch ist, dass nach EkStG Steuern anfallen, müssen diese bezahlt werden. Aber da muss man schon mehr als den H4-Satz einnehmen.

Fazit:
Künstlich Aufträge zu generieren ist natürlich gefährlich, weil illegal. Aber selbst wenn eine Chance bestünde, dass niemand es merkt, Du hast ja keinen Vorteil dadurch. Eine ARGE interessiert nicht, ob Du 1 oder 100 Kunden hast, sondern wieviel unterm Strich als Euros übrig bleiben.
Also, mach es seriös, da hier illegale Handlungen Dir keinerlei Vorteile bringen, aber nur enorme Nachteile bedeuten können.

Wenn Du Problebe hast, dann liegt es am Konzept oder an dessen Umsetzung durch Dich - versuche dise in den Griff zu bekommen, dann läuft auch der Rest gut.
Falls Du Dein Konzept nochmal überprüfen lassen möchtest, schreibe mir eine PN, dann kann ich das kostenlos erledigen.

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Den wahren Wert einer Gesellschaft erkennt man nicht an deren Vermögen,
sondern daran, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht.

www.fair-sozial-gerecht.de
Alan Smithee


Beiträge: 1249



« Antworten #12 am: Dezember 20, 2009, 14:39:33 »

Weia. (ohne hier jemanden persönlich an den Karren zu fahren)

Das erinnert mich an eine Maßnahme, die mir mal vor Jahren aufgedrückt worden ist. Damals hat es gerade mit diesen "ich-AG´s" angefangen, und die "Dozenten" dieser Maßnahme waren wohl indoktriniert jeden in die Selbstständigkeit zu drücken. Offiziell war das ein Bewerbungstraining, aber nach ein paar Stunden merkt man dann schnell, auf was eigentlich hingetrimmt werden soll. Jedenfalls war das damals noch so, dass sie auf diese Art und Weise die Leute aus der Arbeitslosigkeit drängen wollten. Es waren unter den Kursteilnehmern so ziemlich alles vertreten: vom 57-jährigen studierten Tiefbauingenieur bis zur Frisöse hin zum Bauarbeiter mit Bandscheibenschaden.

Der 57-jährige hat auch schnell gerafft, was gerade laufen soll, und ist dem Dozenten bei jeder Gelegenheit in die Parade gefahren. Der Dozent war strunzdumm, und hat sich dadurch herausgetan, dass er vom kaufmännischen 0 Ahnung hatte. Keine Ahnung von Buchführung, Steuern und Rechnungswesen. Zu der Frisöse (von der er wohl annahm, dass sie ihm sein Getue abnahm) hat er gesagt: Ja, dann gehen sie in den Großhandel für das entsprechende Gewerbe, kaufen sich so einen Satz Plastiknägel, die man auf die echten Nägel kleben kann. Und besorgen sie sich ein paar Flaschen Nagellack. Daheim brauchen sie nur 1 Tisch und 2 Stühle, und dann haben sie schon ihr eigenes Nagelstudio und verdienen sich selber ihr Geld. Ein paar Flyer ausdrucken und die in den Briefkästen verteilen zur Kundenwerbung...

Auch für den Bauarbeiter hatte er ein geniales Geschäftskonzept: Sie besorgen sich einen Besen, eine Schneeschippe und einen gebrauchten Rasenmäher. Dann bieten sie ihren eigenen Hausmeisterservice an. Erkundigen Sie sich, was man da so an Honorar verlangen kann, und dann unterbieten sie es erstmal für den Anfang. Wenn der Kunde zufrieden ist, und Sie sich unentbehrlich gemacht haben, könne Sie dann auch etwas mehr Geld verlangen. Auch hier empfehle ich Flyer zu verteilen...

Und da er gerade dabei war, solch geniale Geschäftsmodelle zu verteilen, blieb auch ich nicht verschont: Sie kann ich mir gut als externen Buchhalter vorstellen. Bieten Sie ihre Dienste bei kleineren Unternehmen an, die größeren haben meist einen eigenen Buchhalter im Haus. Ja, da verteilen Sie dann Flyer mit ihren Diensten....warum schauen Sie jetzt so verdattert?? Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel Potenzial brachliegt und nicht genutzt wird...Und Sie, Herr Bauingejeur, wie wäre es mit Nachhilfeunterricht bei Schülern? Sie sind ja Akademiker, das kommt bei den Eltern viel besser an als irgend so ein Student, der Nachhilfe gibt. Vor allem haben sie ja auch noch eine Menge an Lebenserfahrung...

Alles in allem war es doch schon fast wieder unterhaltsam. Als  keiner ihm aus der Hand fressen wollte, und selbst der Bauarbeiter uns in einer Pause gefragt hat: Meint der das Ernst??? ist er unverschämt geworden. Sie wollen ja alle gar nicht arbeiten, ist doch viel bequemer nix zu tun und Gelder für´s Nichtstun zu kassieren. Kein Wunder gibt es so viele Arbeitslose..

Nun, die Zeiten zu damals haben sich geändert, heute wird es den Leuten sehr schwer gemacht, sich selbstständig zu machen. Ist ja überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn man sein Glück auf diese Art und Weise versuchen möchte. Ich bin bloß immer erstaunt, mit wieviel Naivität und Unwissen sich die Leute an´s Werk machen. Ohne kaufmännische Ausbildung und nur so einem 14-tägigen Crash-Kurs zur Existenzgründung vom Arbeitsamt, also da gehen die meisten wirklich unter, gute Geschäftsidee hin oder her. Das Problem ist, einen zahlenden(!) Kundenstamm aufzubauen, was ohne vorherigen Netzwerke schnell in die Hose gehen kann. Und wenn ich dann schon höre: Da bastel ich mir einen Flyer in Word, und verteil das in den Briefkästen...oder ich stelle mein Angebot ins Internet...siiicher, dann rennen einem sofort die Kunden die Bude ein. Aber gut, muss wohl jeder seine eigenen Erfahrungen machen, aber von diesem "learning bei doing" halte ich überhaupt nichts; ist man erstmal selbststängig, wird man sofort für jeden Fehltritt bestraft; und ich schätze mal, dass die wenigsten genug Startkapital haben, um die leeren Zeiten zu überbrücken. Wer nämlich wirklich professionell auffahren möchte, braucht z.B. als GmbH ein Stammkapital von 25 000 Mücken; bei der AG sind gleich mal 50 000.. mit diesem Stammkapital wird gehaftet. Ein Arbeitsloser, der mal kurz ein Gewerbe anmeldet wird in der Regel kaum genug finanzielle Reserven haben, und wenn dann der Laden schiefläuft, haftet man persönlich für jedes Verschulden, was einen dann schnell in den kompletten Ruin treiben wird. So, jetzt habe ich genug kluggeschissen; wie gesagt soll jeder seine Erfahrungen eben selber machen, mir tuts nur immer ein wenig leid, wenn ich höre, wie wenig Existenzgründer überhaupt genau wissen, worauf sie sich einlassen....
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...still dreaming of electric sheep...
unkraut


Beiträge: 2541



« Antworten #13 am: Dezember 20, 2009, 18:07:10 »

Zitat
...  mir tuts nur immer ein wenig leid, wenn ich höre, wie wenig Existenzgründer überhaupt genau wissen, worauf sie sich einlassen....   

Das spricht mir aus der Seele . Meine Frau hat sich vor 3 Jahren aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig gemacht nach einem Jahr Vorbereitung . Und selbst dann ist es ein harter , steiniger , stolpriger Weg auf welchem hinter jeder Biegung eine neue Überraschung lauert . 
Von Rückschlagen ganz zu schweigen .
MfG
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Menschlich


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« Antworten #14 am: März 23, 2010, 02:31:39 »

Hallo Crsteej,

ob Du schon eine Entscheidung getroffen hast, weiß ich nicht.

Allerdings habe ich Dein Vorhaben mal in kleinem Rahmen praktiziert, da ich mich für mein HartzIV-Leben  so sehr schämte, und möglichst schnell wieder mich selbst finanzieren können wollte.

Die Sache hat nur den Haken, dass wenn man Einnahmen angibt die man gar nicht hat (die Regel ist eher umgekehrt), dann werden diese auch in Abzug gebracht. Und lebe mal von HartzIV und gefakten Einnahmen. Das Unternehmen gab ich sehr schnell auf.

Gut, ich hatte keinerlei Zuschüsse. Doch was willst Du machen, wenn der Bezuschussungszeitraum vorbei ist und Deinen vorgegaukelten Kunden keine realen Kunden folgten?

Du bekommst doch für ein Dreivierteljahr eine Bezuschussung, oder? Also, für diesen Zeitraum entspannen. Und wenn sich nichts an der Kundenzahl in diesem Zeitraum positiv verändern sollte, dann musst Du hinterfragen woran es liegt und was Du ändern kannst damit es besser läuft. Und wenn Du das gegebenenfalls Deinem Fallmanager plausibel machst, dürfte hier auch Verständnis kommen. Aufbau einer Selbständigkeit dauert nun mal seine Zeit. Und neun Monate können, müssen jedoch noch lange nicht ausreichen um sich selbständig zu machen. Teils dauert es mehrere Jahre bis jemand sich (wieder) selbständig finanzieren kann.

Ich denke, wenn es bergauf geht, lieber langsam und dafür sicher, solltest Du auch weiterhin Unerstützung von der ARGE bekommen. Und dazu gehören Zeit und auch Rückschläge. That's life.

Doch wenn Du anfängst mit dem Lügen, ist die Gefahr sehr groß Dich zu verstricken in einem Lügennetz und am Ende selbst nicht mehr durchzublicken. Selbst wenn Du ein Pokerface hast, Dein Fallmanager weiß vielleicht nicht, dass Du ihn (im Gespräch) anlügst, doch möglicherweise spürt er, dass da was nicht stimmt.

Probier's doch mal mit Ehrlichkeit. Gelogen und betrogen wird schon genug in der Welt. Ich würde es nicht nochmal machen, fühlte mich dabei auch beschissen.

Gruß,
Menschlich
Gespeichert
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