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belam42
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« am: Februar 01, 2011, 19:44:30 » |
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hallo! ich suche menschen, die sich schon mit der bürgerarbeit rumquälen müssen. würde mich sehr über erfahrungsberichte freuen. ich bin selber 1€ jobber und arbeite bei einem lokalen fernsehsender in bielefeld. dort habe ich schon einen bericht über die bürgerarbeit gemacht, in dem geht es darum, was bürgerarbeit am fallbeispiel bielefeld, bedeutet. sollte erstmal den menschen einen überblick verschaffen, die überhaupt nicht wissen, was bürgerarbeit bedeutet. und das sind sehr viele!! wen der bericht interessiert, hier der link: http://video.kanal-21.de/mediadetails.php?key=58ea0343939096dcf938&title=Bielefeld+Sozial+Spezial+-+Buergerarbeitwie gesagt ich bin 1€ jobber und kein reporter. nun möchte ich gerne noch einen zweiten teil machen, in dem es darum gehen soll, wie die bürgerarbeit nun umgesetzt wird und dafür bräuchte ich infos von bürgerarbeiterInnen. habe zwar schon über 250 seiten infomaterial gelesen, dabei handelt es sich aber hauptsächlich um anordnungen, gesetze und andere regelungen. aber um einen kritischen bericht zu machen, bräuchte ich noch mehr material. ich hoffe meine anfrage trifft auf interesse. mfg
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belam42
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« Antworten #1 am: Februar 25, 2011, 14:50:09 » |
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hallo! schade, dass sich bisher niemand gefunden hat, der oder die mir informationen zum ablauf von bürgerarbeit geben kann. verstehe aber auch, dass man vorsichtig ist. wollte mal ein paar sachen posten, die ich, bezogen auf die stadt bielefeld, rausgefunden habe. in bielefeld wird die bürgerarbeit z.b. erst frühestens im märz starten, da es noch nicht genügend stellen für bürgerarbeiterInnen gibt. viele institutionen, die ein euro jober genommen haben, trauen sich anscheinend nicht, auch bürgerarbeiterInnen zu nehmen. was warscheinlich ( vermutung meinerseits ) daran liegt, das die entscheidung, wer bei der bürgerarbeit mitmachen darf, nicht mehr von den argen und jobcentern getroffen wird, sondern vom bundesverwaltungsamt. dort gibt es ganz klare regelungen, wer wie eingestellt werden darf. dazu kommt, das die ganze nummer vom europäischen sozialfonds mitfinanziert ist und alle, die bei der bürgerarbeit mitmachen wollen, zu absoluter transparenz verpflichtet sind. das gefällt natürlich nicht!! ausserdem muss jede firma oder institution, die bürgerarbeiterInnen einstellt, dies mit dem ESF-logo und der europafahne kenntlich machen. eine gute bekannte von mir ist auch in die mühlen der bürgerarbeit geraten und muss dieses nun auch machen. ich habe sie dann die ganze zeit über mit infos versorgt und ihr gesagt, was sie am besten vorher mal lesen sollte. als ihr fallmanager ihr dann ein paar tolle angebote vorgestellt hat, wo sie doch super bürgerarbeit leisten könnte, haben wir uns diese jobs mal angesehen. dabei hat sich rausgestellt, dass sie einen job machen sollte, der definitiv nicht zusätzlich und auch nicht im öffentlichen interesse ist. als sie dann ihrem fallmanager gesagt hat, das dieser job allen voraussetzungen wiedersprechen würde, die das bundesverwaltungsamt vorschreibt, hat er gesagt, das er die verordnungen vom bundesverwaltungsamt nicht kennen würde, da er noch keine zeit hatte sie zu lesen. als sie ihn dann drauf hingewiesen hat, das dieser job normalerweise tariflich gebunden ist, hatte er das problem immer noch nicht begriffen. als sie ihm dann erklärt hat, das bürgerarbeitsplätze, die in einem berufszweig stattfinden, in dem nach tarif gezahlt wird, dann auch nach dem tarif vergütet werden müssen, war er erstmal sprachlos. da hatte er nun noch nie von gehört. beim nächsten treffen hat er dann zugegeben, das es da wohl noch klärungsbedarf gebe. ich liebe dieses wort "klärungsbedarf"!! sagt mein fallmanager auch immer, wenn er nicht weiter weiss. ein anderer bekannter von mir soll jetzt auch bürgerarbeit machen. nur hat er an der 6-monatigen intensiven coaching-phase garnicht teilgenommen. darauf angesprochen hat sein fallmanager gesagt, man könne ja den 1-€ job als intensiv-coaching angeben. das würde wohl reichen. das auch dies überhaupt nicht erlaubt ist, schien er nicht zu wissen. wenn ich mir jetzt überlege, das eine grosse menge geld in der verwaltung verschwunden ist, damit die bürgerarbeiterInnen ordentlich vorbereitet werden, krieg ich langsam anfälle! alleine in bielefeld kostet das ganze hunderttausende und trotzdem hat von den fallmanagern keiner auch nur einen hauch einer ahnung. und wie es aussieht wird sich das auch nicht ändern! die werden den gleichen mist machen, wie immer. und in fünf, sechs jahren bemerkt dann der bundesrechnungshof, das da ohne ende kohle verbrand wurde. "aber die arbeitsloszahlen sind dadurch doch so stark zurück gegangen". von wegen, das war nur pressepropaganda. die haben schön abgedruckt, was ursula gern lesen wollte!! nichtmal bei den pilotprojekten, die in sachsen und bayern gelaufen sind, sind die arbeitslosenzahlen gesunken. ich werde mir das jetzt weiter angucken und die sachen, die ich rausfinde schön sammeln. und wenn dann die ersten bürgerarbeitsplätze in bielefeld vergeben sind, werde ich mich mit dem europäischen sozialfonds in verbindung setzen und die vorgehensweise anmahnen. sollte dabei nichts rauskommen, muss ich gucken, wie man weiter machen kann. aber eigentlich kann es der ESF nicht gut heissen, wie mit ihren geldern umgegangen wird. melde mich wieder, wenn ich mehr rausgefunden habe! gruß
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Isnogud
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« Antworten #2 am: Februar 25, 2011, 17:09:16 » |
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hallo @belam42, ja, bleib bitte am Ball. Ich hab das dumme gefühl, das die hier in meiner Heimat auch sowas ausbrüten. Ist aber alles noch nicht spruchreif und es wird nur angedacht und so.
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was Bestand hat, sind die Wahlversprechen der Politiker, die nicht eingehalten werden
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belam42
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« Antworten #3 am: Februar 26, 2011, 11:44:21 » |
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hi! das werde ich machen! ich finde nämlich die bürgerarbeit wesentlich schlimmer als die 1€ jobs!! das ist das workfare - prinzip in perfektion! ich fände es toll, wenn du mir infos schreiben könntest, wenn es bei euch etwas neues gibt und wie deine stadt damit umgeht. mfg
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aian19
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« Antworten #4 am: Februar 27, 2011, 23:21:19 » |
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Anscheinend wird Bürgerarbeit überall unterschiedlich umgesetzt.
Hier in Bremerhaven wirds wohl eine Totgeburt - die einzigen, die davon profitieren, sind die üblichen Verdächtigen (afz,BBU usw.usw.), also die Firmen, die von den gleichen Menschen geleitet werden die hier unsere Stadtpolitik bestimmen.
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"Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren"
"Wenn Unrecht zu Gesetz wird, ist der Gesetzlose der einzige, der noch rechtmäßig handelt."
Mene mene tekel upharsin
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Isnogud
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« Antworten #5 am: Februar 28, 2011, 01:11:12 » |
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bei mir sind noch keine Infos angekommen. Meine Wärterin hat eher nebenbei erwähnt, das so was angedacht ist. In wie weit mich das betrifft kann ich nicht sagen, da das alles erst im Mai oder so auf mich zukommt. Isnogud
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was Bestand hat, sind die Wahlversprechen der Politiker, die nicht eingehalten werden
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belam42
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« Antworten #6 am: Februar 28, 2011, 08:27:36 » |
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hi!
@aian19: von bremerhaven habe ich auch schon einiges gehört. und von bremen auch. da soll es eine anfrage der linken gegeben haben, wonach sie wissen wollten, wo denn die gelder für die verwaltung tatsächlich abgeblieben sind. leider konnte ich bisher nicht mehr in erfahrung bringen. solche anfragen an den rat oder die stadt, werden ja im seltesten fall öffentlich gemacht. hier in bielefeld sind alle versammlungen des sozialausschusses nicht öffentlich. habe schonmal versucht da rein zu kommen. gibt aber leider keine möglichkeit. die bleiben eben lieber unter sich, wenn sie neue pläne schmieden. aber vielleicht kannst du ja was über bremerhaven rausfinden? fände ich super!! mfg
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querfront
Beiträge: 1
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« Antworten #8 am: Mai 13, 2011, 10:57:53 » |
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Hi,
ich stecke gerade mitten in der "Aktivierungsphase", die dann die "qualifiziert Minderbemittelten" zur Bürgerarbeit selektieren soll. Wir gehen spazieren, schauen uns Örtlichkeiten an oder gehen bowlen. Im wöchentl.3-tägigen Unterricht sind wir 2 Tage im PC Raum. Super, denn es gibt im Kurs welche, die keinen PC anfassen wollen. "Jeder macht seins, und das schon vor eins" ist das Motto. Jetzt stehen die Bewertungen der einzelnen Teilnehmer durch den Maßnamenanbieter an ... Und es gibt immer einen Querulant, der immer gegen alles ist und dem schwerlich das Wasser zu reichen ist ...
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schwarzrot
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« Antworten #9 am: Mai 13, 2011, 12:40:37 » |
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'querfront':Im wöchentl.3-tägigen Unterricht sind wir 2 Tage im PC Raum. Super, denn es gibt im Kurs welche, die keinen PC anfassen wollen. "Jeder macht seins, und das schon vor eins" ist das Motto. Jetzt stehen die Bewertungen der einzelnen Teilnehmer durch den Maßnamenanbieter an ... Und es gibt immer einen Querulant, der immer gegen alles ist und dem schwerlich das Wasser zu reichen ist ... Und es gibt immer mitläufer und alles-abnicker, denen nichts zu blöd ist, um den massnahmeträgern in den arsch zu kriechen. Also überleg mal, ob das hier das richtige forum für dich ist: Dass massnahmeträger mit zwangszugewiesenen betroffenen 'bowlen', oder spazieren gehen und für ähnlichen schwachsinn gelder verpulvern, ist nicht 'super', sondern krank. "Jeder macht seins, und das schon vor eins" ist das Motto. Diese infantilisierung spricht auch bände.
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« Letzte Änderung: Mai 13, 2011, 12:43:17 von schwarzrot »
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"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto Wieder aktuell: Bertolt Brecht
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Onkel Tom
Beiträge: 2270
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« Antworten #10 am: Mai 20, 2011, 12:17:18 » |
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Hi,
ich stecke gerade mitten in der "Aktivierungsphase", die dann die "qualifiziert Minderbemittelten" zur Bürgerarbeit selektieren soll. Wir gehen spazieren, schauen uns Örtlichkeiten an oder gehen bowlen. Im wöchentl.3-tägigen Unterricht sind wir 2 Tage im PC Raum. Super, denn es gibt im Kurs welche, die keinen PC anfassen wollen. "Jeder macht seins, und das schon vor eins" ist das Motto. Jetzt stehen die Bewertungen der einzelnen Teilnehmer durch den Maßnamenanbieter an ... Und es gibt immer einen Querulant, der immer gegen alles ist und dem schwerlich das Wasser zu reichen ist ...
Wo ist dort die Entscheidungsfreiheit und Selbstbestimmung geblieben ?.. Solche aufgezwungende Verhaltensmuster nach dem Motto "blos nicht auffallen und dafür ne gute Bewrtung bekommen" ist nicht "Verfassungskonform" und schreit nach Streitgemeinschaft gegen das Datengehamstere. Querolannten sind da das kleine Edel, die sich nicht für einen Job "aktivieren" lassen wollen, von dem sie allein nicht existieren können und Trägerschaft nur noch reicher macht.. Denk mal drüber nach, ob das wirklich soo toll ist..
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Lass Dich nicht verhartzen ! Jeden Montag ELSE..
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Auferstanden
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« Antworten #11 am: Mai 21, 2011, 11:05:21 » |
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... früher war man da ehrlicher, unliebsame Müssiggänger wurden gleich in Arbeitshäuser geparkt. Die hoch gepriesene Bürgerarbeit ist nichts weiter als die reformierte Antwort für die neue Kundschaft im neuen Sklavenstaat. Entscheidungsfreiheit, Selbstbestimmung, freie Berufswahl oder gar Selbstfindung gilt in dieser pervertierten Gesellschaftsform nichts, sie ist vielmehr kollektiv geächtet. Arbeit macht frei ist für den Deutschen Religion, zumindest für die meisten.
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matten
Beiträge: 681
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« Antworten #12 am: Mai 21, 2011, 18:18:33 » |
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moin.. und bei uns kannst du mit dem Wort..Arbeit.. eine ganze Unterhaltung bestreiten so nach dem Motto..was machst gehe zur Arbeit wo kommst her ja von der Arbeit und viel Arbeit heute noch usw usw.. das kann man so richtig auf die spitze treiben.. 
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