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Autor Thema: Minusstunden im Krankheitsfall  (Gelesen 1359 mal)
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Winterblues


Beiträge: 3


« am: Februar 08, 2010, 14:51:41 »

Hallo, Ihr Lieben!  Smiley

Dieses ist mein erster Beitrag hier, und ich hoffe, ich habe die richtige Rubrik erwischt.

Bei mir geht es um Folgendes: Ich gehe zur Zeit einem Minijob (12 Stunden die Woche bei ca 350 Euro Lohn pro Monat) nach und beziehe ergänzend für meine beiden Kinder und mich (bin alleinerziehend) ALG II. Da ich erst seit 4 Monaten dort beschäftigt bin, bin ich noch in der Probezeit.
Nun war ich im Januar für eine Woche und 2 Tage krankgeschrieben (hatte ein ordentliches ärztliches Attest fristgemäß abgegeben).

Als ich wieder zur Arbeit zurückkehrte, sagte mir meine Vorgesetzte, dass sie mir zwei Drittel der Zeit, also 12 Stunden als Minusstunden anrechnen, die ich in den kommenden Wochen an den Samstagen nacharbeiten müsse. Nach dem, was ich mir so ergooglen konnte, ist das wohl nicht rechtens.
Oder könnte es doch so eine komische Ausnahmeklausel geben?

Wenn ich mich im Falle, dass ich Recht behalte, weigere die Zeit nachzuarbeiten, kann ich natürlich mit meiner baldigen Kündigung rechnen. Davon gehe ich zumindest aus. Würdet Ihr Euch trotzdem wehren? Oder würdet Ihr um des Jobs Willens nachgeben?
Ich muss vielleicht noch dazu sagen, dass ich psychisch nicht die Stabilste bin, und ehrlich gesagt Angst vor einer möglicherweise gerichtlichen Auseinandersetzung hätte.    Embarrassed

Danke für Eure Hilfe im Voraus!

Winterblues
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Tante Maria


Beiträge: 289



« Antworten #1 am: Februar 08, 2010, 22:11:05 »

 Hallo Winterblues,dein Arbeitgeber darf keine Minusstunden von dir fordern.Du hattest ja eine AU Bescheinigung für deine Krankheit gebracht,und so ist es auch im Lohnfortzahlunggesetz geregelt. ;)Dein Arbeitgeber versucht dich unter Druck zu setzen.Anscheind ist der sauer weil er die Tage wo du krank warst bezahlen muß.Das will er sich jetzt  von dir auf diese Art  wieder holen. :(Der versucht das Lohnfortzahlunggesetz zu umgehen.Hast du den eine Vertrag unterschreiben ,wo drin steht das du die krankheits Tage nachholen muß?Wenn nicht bist du auf der sicheren Seite.Unglaublich die Arbeitgeber versuchen es immer wieder. EmbarrassedDu hast ja auch Anspruch auf 2 Tage bezahlten Urlaub pro Monat.Bist du Verdi Mitglied?Und vor die Arbeitsgericht brauchst du keine Angst haben,die sind meistens Arbeitnehmer freundlich(auf  der seite der Arbeitnehmer).Spreche aus eigner Erfahrung.Habe eine Bröschüre von Verdi zum Thema 400 € .Nur im Moment leider nicht zur Hand.Und wenn dein Arbeitgeber dich nicht mehr haben will ,schmeißt er dich sowieso raus.Also wehr dich.Die Arbeitgeber können nur so agieren ,weil die wenigsten sich wehren.Drum haben wir die  ganzen Probleme in Deutschland.Also laß dich nicht verarschen.Auch du hast Rechte. Smiley
LG Tante Maria
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Sir Vival


Beiträge: 1170



« Antworten #2 am: Februar 09, 2010, 12:31:19 »

Du musst definitiv NICHT nacharbeiten. Lass dich nicht darauf ein!
Es ist seit einigen Jahren teils gang und gebe bei einigen Ausbeutern, bestimmte Personengruppen (nicht alle) derart unter Druck zu setzen.
Ist in meiner ehem. Firma auch so gewesen. Da hat der Chef einige male den einen oder anderen, den er drangsalieren konnte, Samstags antreten lassen oder bis zu 2 Std. unter der Woche länger arbeiten lassen. Mit mir hat er es EINMAL ganz am Anfang versucht. Dann habe ich ihn mal aufgeklärt, was Sache ist. Seitdem war Ruhe. War jetzt nicht so, dass ich gleich voll aufgedreht habe in der Probezeit. Nur über die Gesetzeslage informieren.
Falls es danach zu Lohnabzügen kommt, würde ich keine Microsekunde zögern, ihn anzuzeigen. Denn DANN ist das Verhältnis so oder so am A****.
Und selbst WENN es im Verträg stände.......ungültig. Du könntest den Vertrag ja auch unter (innerem) Zwang unterschrieben haben, so in der Art (Hauptsache Job....und AG hat gedrückt usw.)

 
« Letzte Änderung: Februar 09, 2010, 12:34:30 von Sir Vival » Gespeichert

"Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und stieg auf den Mähdrescher, denn es war Krieg!"
Politiker sind wie Tauben. Sind sie unten, fressen sie dir aus der Hand. Sind sie oben, wirst du beschissen
Ziggy


Beiträge: 4316



« Antworten #3 am: Februar 09, 2010, 19:15:41 »

Des wird immer besser.
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Es gibt ein paar unumstößliche Grundsätze: Der Papst ist katholisch, die Erde keine Scheibe und AC/DC die beste Band der Welt.
Winterblues


Beiträge: 3


« Antworten #4 am: Februar 10, 2010, 17:47:13 »

Hallo, Ihr Lieben! Smiley

Erstmal besten Dank für Eure Antworten! Gestern kam es dann zum "Showdown" zwischen meiner Chefin und mir. Sie wollte, dass ich länger arbeite, um die Minusstunden abzubauen, da weigerte ich mich und sagte ihr, dass ich möchte, dass sie meine Minusstunden streicht, weil es nicht rechtmäßig wäre.
Und fragte sie, ob sie schon mal was von Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gehört hätte. Sie entgegnete, dass das in "unserem" Betrieb so usus sei, und ich mich daran zu halten hätte. Ich sagte: Aber Sie wissen schon, dass das illlegal wär? Sie: Aber dann würde ja jeder nach 2 Monaten blau machen, wo kämen wir denn da hin? Darauf ich: also, ich hab ganz sicher nicht blaugemacht und hatte eine ordentliche Krankmeldung und verbitte mir Ihre Unterstellungen! Ich steigerte mich langsam ein wenig in Rage und sagte ihr, dass mir ihre permanenten Demütigungen reichen (sie hat mich schon öfter vor Kunden (ich bin Supermarktkassiererin) runtergeputzt), sie außerdem ein schlichtes Licht auf sie selbst werfen.
Sie wurde auch richtig sauer, sagte ich sei ja wohl unverschämt und solle doch froh sein, dass sie mir eine Arbeit geben, obwohl ich wegen meiner Kinder zeitlich so unflexibel bin. Ich darauf: Wie bitte? Ich mach hier seit Monaten unzählige unbezahlte Überstunden (muss jeden Tag ca eine Stunde ohnehin schon unbezahlt länger arbeiten und hatte es bisher geschluckt), lass mich zum Dank von Ihnen dauernd anmotzen, und dann erzählen Sie mir, ICH müsste Ihnen noch dankbar sein??? Wir sind hier nicht in Bangladesch! (Der Lohn ist mit 6,60 pro Stunde eh ein Witz zumal man ja immer länger arbeitet und somit gar nicht auf 6,60 kommt!)
Sie meinte, ich hätte ja wohl nicht die richtige Einstellung und wär eh zu langsam. Außerdem würden alle anderen das auch so mitmachen, und ich hätte doch schließlich auch immer mitgemacht. Ich wäre angeblich die Erste, die sich beschwert. Daraufhin sagte ich,dann bin ich eben die erste, und wenn es tatsächlich so ist, wirds ja wohl langsam Zeit, dass jemand was sagt, und wenn ich in ihren Augen so schlecht bin, dann sollten sie mir halt kündigen (sie selbst hat nicht die Entscheidungsbefugnis, aber ich denk mal, dass ihr Wort schon Gewicht haben wird).
Das werden wir auch tun, sagte sie.
Danach hab ich mich so viel besser gefühlt, es hat gut getan, sich gewehrt zu haben. Grin
Heute ging ich wieder zur Arbeit und die Chefin war zwar extrem unterkühlt, sagte aber nichts weiter dazu, auch nicht, dass ich länger machen soll.
Gekündigt hat mir zumindest heute auch niemand. Ich bin mal gespannt. Ich hab den Eindruck (da dort auch eine hohe Fluktuation herrscht), dass sie gar nicht so leicht Leute finden, die das auf Dauer mitmachen und einen deshalb nicht so schnell rauswerfen. Mal sehen.
Ich möchte sowieso lieber was anderes tun. Ist aber oft nicht leicht, was zu finden, viele winken gleich ab, wenn sie hören, dass man kleine Kinder hat. Embarrassed Und wenn ich doch was finde, könnten die Bedingungen ganz ähnliche sein.
Ich bin ja leider weiß Gott kein Einzelfall. angry

Nochmals danke für`s Mutmachen und liebe Grüße!

Winterblues
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intoleranzbeiok


Beiträge: 43


« Antworten #5 am: Februar 10, 2010, 21:00:22 »

Es gibt leider viele Firmen die 400 Euro Aushilfskräfte um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und auch um den bezahlten Urlaub prellen.

Da hilft nur nicht einknicken, leider gibt es nicht Gefängnis oder eine hohe Geldstrafe auf so ein Geschäftsgebahren. Betroffene können sich nur an das Arbeitsgericht wenden und die örtliche Presse einschalten, wenn eine Firma deswegen in der Zeitung steht ist das meistens nicht gut fürs Geschäft.

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es ist wie es ist..........
Sir Vival


Beiträge: 1170



« Antworten #6 am: Februar 11, 2010, 21:03:24 »

Also ich hätte nicht so mit dem/der Chefin diskutiert. Wg. Argumenten sitzen die immer am längeren Hebel, wenn´s in Diskussionen ausartet.
Einfach die Fakten auf den Tisch und dass man über die rechtliche Lage sehr wohl informiert ist.
Das hat absolut nichts mit Kündigung provozieren zu tun. Ichmeine, irgendwo ist ja Schluss, oder?

Was auch so gang und gebe ist, bzw. war bei meinen Ex-Kollegen: Denen wurden teils Urlaubtage gestrichen, weil der Chef Krankmeldungen anteilmässig nie akzeptierte. Muss man sich mal vorstellen. Die haben aus Angst nix gesagt!  Huh? z.B. 1 Woche krankgeschrieben - 2,5 Tage Urlaub weg.
Natürlich nicht bei mir, denn da hat er sich nicht getraut, da ich vorher in der "freien Welt" gearbeitet hatte und mich dagegen wehrte.
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Winterblues


Beiträge: 3


« Antworten #7 am: Februar 11, 2010, 21:39:19 »

Hallo Sir Vival,

Du hast ja möglicherweise (oder wahrscheinlich) recht. Vernünftig war`s nicht unbedingt. Ich sage leider oft ganz lange nichts bis ich irgendwann explodier. In diesem Fall fand ich mich noch relativ zurückhaltend. Okay, ein paar Bemerkungen hätt ich mir sparen können, andererseits war ich so gefrustet, dass ich das Gefühl hatte, eh nichts verlieren zu können.
Zumindest wurden mir in den letzten beiden Tagen keine (unbezahlten) Überstunden aufgebrummt. Und ich kann komischerweise jetzt besser schlafen. Huh?
Hatte vorher monatelang Schlafstörungen, weil ich Angst vor dem nächsten Tag dort hatte...
Wenigstens sind jetzt ein paar Fronten geklärt. Trotzdem will ich dort so schnell wie möglich weg und was anderes finden.

Mich wundert es wirklich, dass so viele sich so vieles gefallen lassen. Mir sind auch Fälle bekannt, in denen sich Kollegen Urlaub für eine anstehende OP nahmen.  shocked Muss dazu sagen, ich hab früher bei der Post gearbeitet, da herrschten noch GANZ andere Verhältnisse.

Dir einen schönen Abend,

Winterblues
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Sir Vival


Beiträge: 1170



« Antworten #8 am: Februar 11, 2010, 22:30:34 »

Hallo Winterblues,
so bin ich aber auch. Ich sage erst ne ganze Weile nichts, wenn´s grad noch so akzeptabel ist. wenn aber eine Grenze überschritten ist, dann Mogadischu!
Messerscharfer Ereignishorizont. So bin ich aber erst innerhalb der letzten 5 Jahre geworden. Gebranntes Kind.

Und DIE Zeiten sind vorbei! Ich kenne die noch aud meiner Ausbildungs- und Facharbeiterzeit.
Man stelle sich vor: In meiner Arbeiswoche meiner Ausbildung wurde ich von einem Gesellen in Anwesenheit des Chefs/Firmaninhaber für die IG Metall geworben und NIEMAND hat was gesagt. Keinerlei Konsequenzen für gar niemanden.
Nimmst du heute das Wort Gewerkschaft in den Mund, bist du gleich weg vom Fenster. Da ist die Kugel zu schade für solch "menschlichen" Abfall. ......naja. Ich übe mich gerade wieder mal in Selbstbeherrschung.
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