Hallo, Ihr Lieben!

Erstmal besten Dank für Eure Antworten! Gestern kam es dann zum "Showdown" zwischen meiner Chefin und mir. Sie wollte, dass ich länger arbeite, um die Minusstunden abzubauen, da weigerte ich mich und sagte ihr, dass ich möchte, dass sie meine Minusstunden streicht, weil es nicht rechtmäßig wäre.
Und fragte sie, ob sie schon mal was von Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gehört hätte. Sie entgegnete, dass das in "unserem" Betrieb so usus sei, und ich mich daran zu halten hätte. Ich sagte: Aber Sie wissen schon, dass das illlegal wär? Sie: Aber dann würde ja jeder nach 2 Monaten blau machen, wo kämen wir denn da hin? Darauf ich: also, ich hab ganz sicher nicht blaugemacht und hatte eine ordentliche Krankmeldung und verbitte mir Ihre Unterstellungen! Ich steigerte mich langsam ein wenig in Rage und sagte ihr, dass mir ihre permanenten Demütigungen reichen (sie hat mich schon öfter vor Kunden (ich bin Supermarktkassiererin) runtergeputzt), sie außerdem ein schlichtes Licht auf sie selbst werfen.
Sie wurde auch richtig sauer, sagte ich sei ja wohl unverschämt und solle doch froh sein, dass sie mir eine Arbeit geben, obwohl ich wegen meiner Kinder zeitlich so unflexibel bin. Ich darauf: Wie bitte? Ich mach hier seit Monaten unzählige unbezahlte Überstunden (muss jeden Tag ca eine Stunde ohnehin schon unbezahlt länger arbeiten und hatte es bisher geschluckt), lass mich zum Dank von Ihnen dauernd anmotzen, und dann erzählen Sie mir, ICH müsste Ihnen noch dankbar sein??? Wir sind hier nicht in Bangladesch! (Der Lohn ist mit 6,60 pro Stunde eh ein Witz zumal man ja immer länger arbeitet und somit gar nicht auf 6,60 kommt!)
Sie meinte, ich hätte ja wohl nicht die richtige Einstellung und wär eh zu langsam. Außerdem würden alle anderen das auch so mitmachen, und ich hätte doch schließlich auch immer mitgemacht. Ich wäre angeblich die Erste, die sich beschwert. Daraufhin sagte ich,dann bin ich eben die erste, und wenn es tatsächlich so ist, wirds ja wohl langsam Zeit, dass jemand was sagt, und wenn ich in ihren Augen so schlecht bin, dann sollten sie mir halt kündigen (sie selbst hat nicht die Entscheidungsbefugnis, aber ich denk mal, dass ihr Wort schon Gewicht haben wird).
Das werden wir auch tun, sagte sie.
Danach hab ich mich so viel besser gefühlt, es hat gut getan, sich gewehrt zu haben.

Heute ging ich wieder zur Arbeit und die Chefin war zwar extrem unterkühlt, sagte aber nichts weiter dazu, auch nicht, dass ich länger machen soll.
Gekündigt hat mir zumindest heute auch niemand. Ich bin mal gespannt. Ich hab den Eindruck (da dort auch eine hohe Fluktuation herrscht), dass sie gar nicht so leicht Leute finden, die das auf Dauer mitmachen und einen deshalb nicht so schnell rauswerfen. Mal sehen.
Ich möchte sowieso lieber was anderes tun. Ist aber oft nicht leicht, was zu finden, viele winken gleich ab, wenn sie hören, dass man kleine Kinder hat.

Und wenn ich doch was finde, könnten die Bedingungen ganz ähnliche sein.
Ich bin ja leider weiß Gott kein Einzelfall.

Nochmals danke für`s Mutmachen und liebe Grüße!
Winterblues