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Autor Thema: Selbstmord-Serie in Frankreich: Lieber tot als gemobbt  (Gelesen 2418 mal)
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Kuddel


Beiträge: 4012


« am: Februar 15, 2010, 18:55:38 »

„35 Selbsttötungen in zwei Jahren. Und das in nur einem einzigen Unternehmen. Zuletzt Ende Januar nahm sich ein Netzwerktechniker des Großkonzerns France Télécom das Leben. Was wie das Horrorszenario eines japanischen Films klingt, ist traurige Realität in Frankreich. Seit Monaten stehen immer wieder renommierte französische Firmen wie France Télécom oder Renault in den Schlagzeilen, weil sich ihre Mitarbeiter lieber umbringen, als weiter für sie zu arbeiten. "Laissez-faire", "Savoir-vivre" und zweistündige Mittagspausen - so angenehm stellen sich vor allem die Deutschen das Arbeitsleben in Frankreich vor. Die Selbstmord-Serie passt nicht in dieses Bild...“

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/799/503027/text/
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vampyrella


Beiträge: 811



« Antworten #1 am: Februar 15, 2010, 21:28:31 »

Das stand auch vor eins, zwei Monaten in der Taz. War ganz schön erschrocken über die Zustände da.
Wer im Kundendienst gearbeitet hat weiss ja wie schwer es ist jeden Kunden zufrieden zu stellen und ich denke, wenn man dann schon den Druck vom Vorgesetzten im Hinterkopf hat, kann man sich so oder so nicht auf das Hauptaugenmerk konzentrieren.
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Kuddel


Beiträge: 4012


« Antworten #2 am: Juli 14, 2010, 19:53:02 »

Zitat
France-Télécom-Chef setzt Zeichen in Suizid-Affäre

Der neue France-Télécom-Chef Stéphane Richard will den Suizid eines früheren Mitarbeiters des Unternehmens als Arbeitsunfall anerkennen. Richard gab seine Entscheidung genau ein Jahr nach dem Tod eines 51-jährigen Netzwerkspezialisten aus Marseille bekannt, der seinen Suizid in einem Abschiedsbrief mit den Arbeitsbedingungen bei France Télécom begründet hatte. Laut französischen Medien ist in dem Brief unter anderem von "Terror-Management" und massiver Arbeitsüberlastung die Rede. France Télécom war im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt wurde, dass sich in einem Zeitraum von eineinhalb Jahren 24 der rund 100.000 Konzernmitarbeiter selbst umgebracht hatten. Bis heute soll die Zahl der Selbsttötungen auf 58 gestiegen sein.

France Télécom hatte in den vergangenen Jahren 22.000 Stellen gestrichen. Im Zuge der Umstrukturierung mussten zudem mehrere tausend Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz wechseln. Der durch die soziale Krise im Unternehmen stark geschwächte Richard-Vorgänger Didier Lombard gab die Führung der Konzerngeschäfte Ende Februar ab. Verschiedene Staatsanwaltschaften untersuchen seither, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen den Suiziden und den Managementmethoden des ehemaligen Staatskonzerns gibt. Die zuständige Gewerbeaufsicht hatte in einem Dossier für die Justiz unter anderem von Mobbing-Methoden in dem Unternehmen berichtet. Auf Warnungen von Gewerkschaften, Betriebsärzten und Krankenkassen sei völlig unzureichend reagiert worden.

Mit seiner Entscheidung, den Selbstmord des 51-Jährigen aus Marseille als Arbeitsunfall anzuerkennen, widerspricht Konzern-Chef Richard der Einschätzung der Aufsichtsbehörde IGAS und einer internen Untersuchungskommission. Beide hatten den Tod vor kurzem nicht als arbeitsbedingt bewertet. Ein Sprecher von France Télécom erklärte, jetzt müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um diesen schmerzlichen Moment zu überwinden. Laut der Tageszeitung Le Monde soll der 51-Jährige, der einer von 66.000 France-Télécom-Mitarbeitern mit Beamtenstatus war, keine Nachkommen haben – der von der Presse als "symbolisch" beschriebene Akt Richards dürfte für den Staat also keine große finanzielle Belastung darstellen. (pmz)
http://www.heise.de/newsticker/meldung/France-Telecom-Chef-setzt-Zeichen-in-Suizid-Affaere-1037531.html
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Sir Vival


Beiträge: 1491



« Antworten #3 am: Juli 15, 2010, 08:53:41 »

Was sich ja besser anhören würde: Mord-Serie wg. Mobbing  Evil Evil Evil
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"Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und stieg auf den Mähdrescher, denn es war Krieg!"
Politiker sind wie Tauben. Sind sie unten, fressen sie dir aus der Hand. Sind sie oben, wirst du beschissen

Der eine ist tot, der andere hat auch nimmer lang´
antonov


Beiträge: 1157


« Antworten #4 am: September 15, 2010, 20:40:51 »


11.09.2010 | focus.de
Fünf Suizide in zwei Wochen

Es scheint mehr als bloßer Zufall zu sein: In diesem Jahr haben sich 23 Menschen selbst getötet, die bei France Télécom beschäftigt waren. Vielleicht sind die Arbeitsbedingungen schuld.


Innerhalb von zwei Wochen haben bei France Télécom  fünf Angestellte Suizid begangen. Damit ist die Zahl der Fälle in diesem Jahr auf 23 gestiegen. Seit Beginn der Krise 2008 hat es insgesamt 58 Selbsttötungen im Unternehmen gegeben. France Télécom beschäftigt mehr als 100 000 Menschen.

Das Unternehmen reagiert besorgt. Allerdings sei bislang unklar, ob diese Fälle mit den Arbeitsbedingungen zu tun haben, berichtete die Zeitung „Le Parisien“. Die Gewerkschaften forderten eine Untersuchung. France Télécom wollte sich zunächst nicht äußern.

Todesfall als Arbeitsunfall anerkannt


Im vergangenen Juli war erstmals ein Todesfall als Arbeitsunfall anerkannt worden. Ein 51-jährige Mitarbeiter hatte in seinem Abschiedsbrief die Arbeitsbedingungen ausdrücklich als Grund für den Suizid genannt. Die Angehörigen können dadurch eine Hinterbliebenenrente erwarten.
In einem Anfang des Jahres veröffentlichten Untersuchungsbericht wurden schwere Vorwürfe gegen die mittlerweile abgelöste Konzernspitze erhoben. Darin ist unter anderem von Mobbing die Rede. Auf Warnungen von Gewerkschaften, Betriebsärzten und Krankenkassen sei völlig unzureichend reagiert worden
nil/dpa

---> Quelle
« Letzte Änderung: September 15, 2010, 20:43:49 von antonov » Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 4012


« Antworten #5 am: April 26, 2011, 15:22:00 »

Zitat
Selbstverbrennung bei France Telecom

Gut 40 Selbstmorde seit 2008


Paris - Mit einer Selbstverbrennung hat ein 57-jähriger Angestellter von France Telecom-Orange die Selbstmordserie in dem französischen Telefonkonzern fortgesetzt. Der Mann zündete sich auf einem Parkplatz einer Filiale in der Nähe der südwestfranzösischen Stadt Bordeaux an, wie die Unternehmensleitung am Dienstag mitteilte. Die Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen. Das Unternehmen richtete für die anderen Angestellten eine psychologische Betreuung ein.

Seit 2008 haben sich bei France Telecom mehr als 40 Mitarbeiter das Leben genommen. Die Gewerkschaften machen dafür den rasanten Umbau des einstigen Staatskonzerns mitverantwortlich, durch den viele Beschäftigte versetzt und Arbeitsabläufe verändert würden. Vor gut einem Jahr kritisierte ein Bericht der französischen Gewerbeaufsicht die Personalpolitik des Unternehmens. (APA)
http://derstandard.at/1303291445950/Frankreich-Selbstverbrennung-bei-France-Telecom
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