11.09.2010 | focus.de
Fünf Suizide in zwei Wochen
Es scheint mehr als bloßer Zufall zu sein: In diesem Jahr haben sich 23 Menschen selbst getötet, die bei France Télécom beschäftigt waren. Vielleicht sind die Arbeitsbedingungen schuld.Innerhalb von zwei Wochen haben bei France Télécom fünf Angestellte Suizid begangen. Damit ist die Zahl der Fälle in diesem Jahr auf 23 gestiegen. Seit Beginn der Krise 2008 hat es insgesamt 58 Selbsttötungen im Unternehmen gegeben. France Télécom beschäftigt mehr als 100 000 Menschen.
Das Unternehmen reagiert besorgt. Allerdings sei bislang unklar, ob diese Fälle mit den Arbeitsbedingungen zu tun haben, berichtete die Zeitung „Le Parisien“. Die Gewerkschaften forderten eine Untersuchung. France Télécom wollte sich zunächst nicht äußern.
Todesfall als Arbeitsunfall anerkanntIm vergangenen Juli war erstmals ein Todesfall als Arbeitsunfall anerkannt worden. Ein 51-jährige Mitarbeiter hatte in seinem Abschiedsbrief die Arbeitsbedingungen ausdrücklich als Grund für den Suizid genannt. Die Angehörigen können dadurch eine Hinterbliebenenrente erwarten.
In einem Anfang des Jahres veröffentlichten Untersuchungsbericht wurden schwere Vorwürfe gegen die mittlerweile abgelöste Konzernspitze erhoben. Darin ist unter anderem von Mobbing die Rede. Auf Warnungen von Gewerkschaften, Betriebsärzten und Krankenkassen sei völlig unzureichend reagiert worden
nil/dpa
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