Hallo,
bin schon seit längerer Zeit interessierter Leser dieses Forums und habe auch schon viele
für mich und andere -Betroffene- wichtige Fakten sammeln können.
Vielen Dank dafür!
Nun bin ich momentan in einer Situation, in der es für mich um eine mögliche Sanktion seitens der ARGE geht.
Der gesamte Sachverhalt:
Mitte Januar erhielt ich von der ARGE einen Vermittlungsvorschlag (deklariert als Hilfsarbeiter). Der erste Kontakt mit dem Arbeitgeber sollte im Rahmen einer Informationsveranstaltung mit Bewerberrunde in den Räumen der ARGE selbst am 28.01.2010 stattfinden.
28.01.2010 :
Der Arbeitgeber stellte sich (wie zu erwarten war) als eine der größten Zeitarbeitsfirmen
in Deutschland heraus und die Dame, welche diese repräsentierte erklärte lediglich kurz und knapp, dass das Unternehmen mit der AGENTUR und der ARGE kooperiere und es ihr Ziel sei, (Zeit)Arbeitnehmer innerhalb von 6 Monaten in ein festes Arbeitsverhältnis bei ihren
Kunden zu bringen. Da es sich bei 90% aller dort Anwesenden (inkl. mich) um Bewerber aus dem kaufmännischen Bereich handelte, wurde vorwiegend von - möglichen Einsatz in Großunternehmen mit Telefontätigkeiten – gesprochen

Während der gesamten Veranstaltung war eine Mitarbeiterin der ARGE anwesend.
Weiterhin teilte sie uns mit, dass wir am 04.02.2010 zu Einzelgesprächen in das regionale
Firmenbüro (ca. 43 km von meinem Wohnort entfernt) kommen sollen. Diese Gespräche fänden in ½ stündigen Takt statt und ich erhielt meinen Termin für 15.30 Uhr.
04.02.2010 :
Zum erneuten Gespräch mit der Dame hatte ich mir einen ausführlichen Fragenkatalog erarbeitet, um möglichst genaues über Tätigkeiten und -Randbedingungen- zu erfahren.
Hier nur das Wichtigste, aber für mich Entscheidendste :
- Tätigkeiten wurden nicht genau erläutert, nur das es sich im kaufmännischen Bereich
um Verkaufstätigkeiten und Servicetätigkeiten handelt, vorrangig per Telefon.
- Genaue Einsatzorte konnten nicht genannt werden, das Einsatzgebiet erstreckt sich
innerhalb eines Umkreises von ca.100 km um den Regionalsitz. Die Unternehmen
sind unterschiedlich erreichbar. (ich besitze keinen eigenen PKW, bin also auf den
ÖPNV angewiesen.)
- Genaue Arbeitszeiten konnten nicht genannt werden, es handelt sich um eine Voll-
zeitbeschäftigung mit möglichen Wochenendeinsatz, welcher aber entsprechend vergütet
wird.
- Vergütung:
garantiert wird ein Stundenbruttolohn von 6,42 € , dieser kann allerdings auch
von einem Unternehmen zum anderen nach oben variieren.

- Fahrgeld wird nicht gezahlt, dafür erhält der Arbeitnehmer einen sogenannten
steuerfreien Verzehrzuschlag in Höhe von täglich 6,00 €
Bei einer monatlichen Arbeitszeit von 151 Stunden bleiben mir bei Steuerklasse 1
ca. 649 € netto (da sind die Kosten für Fahrten zum Einsatzort noch nicht abgezogen)
Nach ca. 20 Minuten wurde mir dann offeriert, dass ich am morgigen Tage (05.02.2010) um 10.00 Uhr in die ARGE kommen solle, da dann die Arbeitsverträge unterschrieben werden.
Ich sagte, dass ich noch gern ein paar Tage Bedenkzeit hätte und ich das Ergebnis meines
Gespräches der ARGE bis zum 17.02.2010 mitteilen könne – daraufhin wurde mir gesagt,
dass das nicht möglich sei ----
Während dieses Vorstellungsgespräches saß die selbe Mitarbeiterin der ARGE mit am Tisch
und machte sich Gesprächsnotizen. Sie wies mich auch darauf hin, falls ich mich weigern solle, den Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma zu unterzeichenen, würde nach einer Anhörung entschieden, ob Sanktionen gegen mich erhoben werden.
05.02.2010 :
Ich war um 10.00 Uhr in der ARGE, ließ meine Anwesenheit bestätigen und teilte mit,
das ich den Arbeitsvertrag nicht unterschreiben werde und einen Termin mit meinem
Arbeitsvermittler vereinbaren werde.
Diesen Termin konnte ich gleich anschließend wahrnehmen, und mein eigentlich sehr umgänglicher Arbeitsvermittler sagte mir, dass ich in diesem Fall um eine 30 prozentige
Kürzung des ALGII für 3 Monate nicht herumkommen würde.
Dies geschieht aber erst nach schriftlicher Anhörung und Entscheidung.
Welche Punkte sollte ich unbedingt in meiner Anhörung formulieren, um meine Entscheidung der Ablehnung plausibel zu machen ?
Nach Abzug aller Kosten bringt mir dieser -Vollzeitjob- nicht mal 60 € mehr als ich jetzt
ALG II beziehe.
Freue mich auf Eure Hinweise!