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Kater
Beiträge: 7110
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« am: März 03, 2010, 15:57:54 » |
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Viele Geringverdiener verzichten auf staatliche Unterstützung Studie: Eine halbe Millionen Vollzeitbeschäftigte haben keine Aufstockung beantragt
Düsseldorf (apn) Rund eine halbe Millionen schlecht bezahlte Vollzeitbeschäftigte in Deutschland verzichten auf die ihnen zustehende staatliche Unterstützung. Sie lassen ihren geringen Verdienst nicht mit ergänzendem Arbeitslosengeld II aufstocken, obwohl das rechtlich möglich wäre, wie aus einem von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsprojekt hervorgeht, das am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Damit übersteigt die Zahl der Vollzeitbeschäftigten, die in verdeckter Armut leben, der Untersuchung zufolge deutlich die Zahl der rund 400.000 vollzeitbeschäftigten «Aufstocker». Insgesamt sei durch die Hartz-IV-Reform die Dunkelzifferquote der Armut «nicht gesunken», urteilte die Frankfurter Wirtschaftswissenschaftlerin Irene Becker.
Als zentrale Gründe für den Verzicht auf staatliche Unterstützung nannte die Forscherin neben mangelnder Informiertheit über Ansprüche auch Scham, durch Hartz IV stigmatisiert zu werden, oder die Scheu, sich mit dem komplizierten Antragsverfahren auseinanderzusetzen.
Dass die betroffenen Menschen trotz ihres niedrigen Erwerbseinkommens und ohne staatliche Ergänzung einer Vollzeittätigkeit nachgehen, stehe in «auffallendem Kontrast» zur gegenwärtigen Diskussion über die mangelnden Arbeitsanreize der staatlichen Grundsicherungszahlungen, betonte Becker. http://de.news.yahoo.com/1/20100303/tde-viele-geringverdiener-verzichten-auf-3fc80be.html
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Alan Smithee
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« Antworten #1 am: März 03, 2010, 17:38:17 » |
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Ich glaube, das liegt kaum an der "Stigmatisierung" (obwohl es sicher auch da einige mit falschem Stolz gibt) sondern vielmehr daran, dass die Leute Angst vor dem ganzen Papierkram haben und vor der "Behandlung" auf den Ämtern. Hier müssen in erster Linie mehr unabhängige Beratungsstellen her, die den Leuten bei der Antragsstellung unter die Arme greifen.
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...still dreaming of electric sheep...
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marvin_gate-way
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« Antworten #2 am: März 04, 2010, 10:19:21 » |
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Und die Medien tragen dann den Rest dazu bei, dass es diese Fälle gibt.
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Das letzte Fahrzeug, das Du benutzt, ist immer ein Kombi!
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Onkel Tom
Beiträge: 2270
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« Antworten #3 am: März 04, 2010, 12:00:46 » |
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Dies ist nicht nur bei den Anspruchsberechtigten nach dem SGB II und SGB III der Fall. Auch die Grundsicherungsämter, die Menschen mit geringer Rente etc.. nach dem SGB XII unterstützen müssen, greifen gern mal zu Schikanen..
Vorzugsweise fehlen da auf einmal Unterlagen, wie z.B. Energiekosten-Jahresabrechnungen etc.. Ein Nachbar von mir nerven sie alle 2 Monate mit der Einreichungsaufforderung der Heizkostenabrechnung.. Nun liegt diese gleiche Abrechnung schon seid letztem Jahr bereits 5 Mal vor und ich hoffe, das meinem Nachbar endlich der Kragen platzt und bereit wird, sich dieser Bürokratenwillkür zur Wehr zu setzen.
Stigmatisierung diesbezüglich hat Methode und dient der systematischen Abekelei von Inanspruchnahme ergänzenden Leistungen.
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« Letzte Änderung: März 04, 2010, 12:04:59 von Onkel Tom »
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Lass Dich nicht verhartzen ! Jeden Montag ELSE..
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Eivisskat
Beiträge: 132
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« Antworten #4 am: März 04, 2010, 12:58:49 » |
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Mir scheint, dass sehr viele menschen auch schlicht nicht wissen, das sie die möglichkeit haben, ihr schmales gehalt aufzustocken.
Allein schon die immense zahl an ausländischen arbeitern und migranten...da gibts bestimmt viele, die keinen antrag gestellt haben und sich (noch stärker als die deutschen) das auch nie trauen würden, aus angst vor repressalien, die ärmsten.
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inline
Beiträge: 497
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« Antworten #5 am: März 04, 2010, 14:09:27 » |
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Ich würde sagen, dass ist der Stress, welcher Seitens der ARGE immer wieder aufs neue gemacht wird. Das hat ja richtig System.
Derzeit liege ich wohl mit dem Wohngeld noch etwas unter dem Level der ALG II Aufstockung.
Aber dafür habe ich bez. der ARGE wenigstens erst mal meine Ruhe, die ständigen Auseinandersetzungen zerren auch.
Wenn man dann noch sanktioniert wird (muss man ja mal mit rechnen), liegt man wieder schnell unter dem Aufstockungs-Level.
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marvin_gate-way
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« Antworten #6 am: März 04, 2010, 14:25:30 » |
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Ein Fall aus meiner näheren Umgebung: Mein Mitbewohner in der WG hat einen Job bei einer ZAF. Anfahrtsweg zur Einsatzstelle: täglich 75 Km/Strecke, Einsatzort nur mit PKW erreichbar, da Schichtdienst. Antrag auf Übernahme der Fahrkosten wurde vom Amt abgelehnt, Widerspruch läuft, aber das nur nebenbei. Nach Anrechnung aller Abzüge stehen meinem Mitbewohner nun noch 37.-€ vom Amt als Aufstockung zu. Dafür darf er sich dann jeden Monat "nackig" machen vorm Amt. Folge: er verzichtet auf die 37.-€ und hat seine Ruhe.
@Eivisskat: Ich lebe in einer Stadt, na ja Kleinstadt wäre der passendere Ausdruck, in der es viele Mitmenschen mit ostasiatischer Staatsbürgerschaft gibt. Und eines kann ich dir garantieren, diese Mitmenschen wissen sehr wohl, was ihnen zusteht, obwohl sie kaum deutsch verstehen und sprechen. Auch hier ein Beispiel: Schräg unter mir wohnt eine junge Frau aus einem südostasiatischen Land in einer 3-Zimmer-Wohnung alleine. Und dies schon seit Jahren. Sie bezieht ebenfalls Leistungen nach dem SGB II. Während andere Bewohner in unserem Viertel aufgefordert wurden, sich auf Grundlage des SGB II von ihren zu großen Wohnungen zu trennen, hat es diese junge Frau irgendwie geschafft, dass ihr das Amt die 3-Raum-Wohnung bezahlt. Ich gönne ihr diese Wohnung, klar, wieso auch nicht. Ich bin auch kein Rasist oder so, aber ich persönlich habe mich von der Vorstellung verabschiedet, dass man diesen Leuten helfen muß, weil sie ja nichts oder nur sehr wenig von dem verstehen können, was die Ämter da so verlangen. Das Gegenteil ist der Fall: wenn es nötig wird, sind sie sogar der deutschen Sprache mächtig oder kennen jemanden der dolmetschen kann. Ganz so ist es also nicht, wie du schreibst.
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Das letzte Fahrzeug, das Du benutzt, ist immer ein Kombi!
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arm+alt
Beiträge: 114
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« Antworten #7 am: März 05, 2010, 06:15:46 » |
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Welche Familie - Mann, Frau im Mutterschutz, 2 Kinder - hat schon genügend Geld? Davon könnten die meisten Aufstocken, schätze ich. Nur machen sie es nicht aus Scham oder falschem Stolz: Schließlich sind "Hartzler" ja Eiterbeulen am Volkskörper, sind Faul, arbeitsscheu und riechen schlecht. Kindergeld und Wohnungsbeihilfen nimmt man aber schon noch mit: Das ist ja was anderes... Dazu kommt noch der Papierkrieg mit jedem Antrag auf egalwas bei den ARGEN. Ich bin ja nun kein Holzkopf, aber sogar ich mußte bei einigen Formularen passen 
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Alex22
Beiträge: 1504
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« Antworten #8 am: März 05, 2010, 21:32:58 » |
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Nach dem die ARGE mich entlassen hat, habe ich auf eine "Neuaufnahme" in das Kundenverhältnis verzichtet. Irgendwie werde ich mich schon noch bedanken können. Schließlich bleibt mir meine Gesundheit erhalten und ich werde nicht ständig bedroht, gemobbt und als Betrüger hingestellt. ARGE Mitarbeiter sind...... aber das noggert ja.... 
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Sir Vival
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« Antworten #9 am: März 07, 2010, 13:39:21 » |
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Man muss nur aufpassen, dass man Mitbürger mit migrantem Hintergrund.......(Ausländer eben) nicht zu schlecht ins Licht rückt. Da bewegt man sich auf razor´s edge. Meine Mutter arbeitet in einem Amt, wo es eben auch eine Ausländerbehörde gibt (macht ihre Kollegin im Raum nebenan). Da geht´s ab wie sonstwo. Unterliegt normalerweise der Schweigepflicht. Aber ich nenne ja keine Namen. Da ich sie öfters besuche (da ich ja z.Zt. ohne A. bin), habe ich auch schon etwas mitbekommen. Wahnsinn, mit welchen Tricks da gearbeitet wird. Teilweise muss der Ordnungsdienst oder gar die Polizei kommen. Und die SB haben keine Chance, etwas dagegen zu tun. Beispiele erspare ich mir hier. Bin ja kein Hetzer. Es gibt aber auch die Kehrseite. Ausländer kämpfen gegen die dt. Bürokratie an und versuchen nur, ihren Arsch zu retten, um eine weitere Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Das ist dann die andere Seite.
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"Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und stieg auf den Mähdrescher, denn es war Krieg!" Politiker sind wie Tauben. Sind sie unten, fressen sie dir aus der Hand. Sind sie oben, wirst du beschissen
Der eine ist tot, der andere hat auch nimmer lang´
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vampyrella
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« Antworten #10 am: März 07, 2010, 15:37:08 » |
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Ich könnte auch aufstocken- tu es aber nicht. Ich komm zurecht mit meinem Budget, und manche Monate hab ich ja etwas mehr Geld, da müsste ich Leistungen ja wieder zurückzahlen. Nee, das ist mir persönlich zuviel Stress,meine ehem. Arbeitskollegin bei der ZAF hat aufgestockt und war ca. 6 Stunden im Monat beim Amt,wurde jeden Monat zum persönl. Gespräch mit ihrem SB eingeladen, das ja damit endete, das der SB immer wieder festestellte das Frau K. ja Arbeit hat... Boah, das würd mich wahnsinnig machen.
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o L_/ OL This is Schäuble. Copy Schäuble into your signature to help him on his way to Überwachungsstaat.
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Pinnswin
Beiträge: 3865
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« Antworten #11 am: März 07, 2010, 17:53:39 » |
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... FINANZEN: Ein zunehmender Teil von Städten, Kreisen und Kommunen verweigern Durchreisenden ohne festen Wohnsitz den Tages- und/oder den Wochenendsatz. Gelder werden an diesen Orten Obdachlosen ohne festen Wohnsitz entweder garnicht oder nur unter sehr erschwerten Bedingungen ausbezahlt.
GESUNDHEIT: Seit Hartz IV haben Personen ohne festen Wohnsitz keinen direkten Anspruch auf eine Krankenversicherung. Die gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung trifft nur auf Personen mit einem Kostenträger zu. Wer keinen festen Wohnsitz hat und nicht im geregelten Leistungsbezug ist, hat auch keinen geregelten Anspruch auf eine Krankenversicherung... http://ohnewohnung-wasnun.de/page2.html
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« Letzte Änderung: März 07, 2010, 17:56:01 von Pinnswin »
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Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein. Obwohl vieles darauf hin deutete, das es käme... A. Sapkowski .
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