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Autor Thema: SPD-Vize Kraft: Langzeitarbeitslose für gemeinnützige Arbeit einsetzen  (Gelesen 2013 mal)
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Alan Smithee


Beiträge: 1249



« Antworten #45 am: März 09, 2010, 12:12:42 »

So, laut taz.de meint die Tante Kraft meint also, sie muss Ihren Vorschlag "entschärfen"

Zitat taz:

Zitat
BERLIN rtr/dpa | Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft hat ihre umstrittene Forderung entschärft, Langzeitarbeitslose zu gemeinnütziger Arbeit heranzuziehen. Während FDP-Chef Guido Westerwelle einen Arbeitszwang wolle, gehe es ihr um freiwillige Arbeit, sagte die Spitzenkandidatin der nordrhein-westfälischen SPD für die Landtagswahl dem WDR am Montag. Sie wolle Arbeitslosen eine Chance geben, die auf die 60 zugingen, krank seien oder kaputtgeschuftet und deshalb auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Perspektive hätten...

(ganzer Artikel: http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/kraft-entschaerft-hartz-iv-forderung/   )


Ja, fürwahr, eine wahre Entschärfung.... Shocked Shocked Shocked

Und ich könnte wetten, dass nach der Einführung von "Freiwilligkeit" keine Spur mehr sein wird!!!



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Sir Vival


Beiträge: 1491



« Antworten #46 am: März 09, 2010, 12:21:26 »

zum Thema Generalstreik: Vergiss das in D. ganz schnell. Dafür sind die Toitschen nicht "eins" genug.

und zum Thema "Mindestlohn": da stimme ich zu. Mindestlohn in den Debatten heut´ zu Tage ist gleichzusetzen mit minderwertiger Entlohnung für Jobs, die minderwertig angesehen sind. Da liegt der Hase begraben!! Im sozialen Umfeld hat Deutschland NICHTS, aber auch GAR NICHTS dazugelernt. Im Gegenteil, es ist noch mehr menschen-(Alten)-feindlicher als je zuvor, wenn man mal die Sozialberufe ansieht. Die Menschen in diesen Berufen werden zweierlei ausgenutz: Durch den geringen Lohn und geistig/mental, denn sie als Pfleger würde ihre Arbeit nicht um den Anteil schlechter machen, als sie bezahlt werden.

Es gibt im Handwerk auch einen Mindestlohn (für Werkzeugmacher z.B.). Fällt mir eben gerade ein, da ich ja gelernter Werkzeugmacher bin.
Darunter geht erstmal überhaupt gar nix und man hat dann als Wiedereinsteiger evtl. Gelegenheit, wieder Fuss zu fassen und sich zum gutbezahlten Facharbeiter wieder "hochzuarbeiten". Das ist zwar schwer, aber machbar. Ich kann als zwar gelernter Werkzeugmacher, der aber jahrelang weg war, natürlich nicht gleich ein Ingenieurgehalt verlangen.

Was ich ja in meinem ersten post meinte, war die anständige Bezahlung für Jobs. Denn Bedarf ist, wie schon gesagt, ja da. Hab ich gerade heute Morgen in der Zeitung wieder gelesen:
Frau Kraft: "......Arbeit gibt es doch genug in dieser Hinsicht........" (gemeint waren diese Vorlesejobs oder Hilfestellungen in Sportvereinen usw.....) Also gibt es einen Bedarf! Bedarf an Arbeitskraft!!

Also......stellt auch Leute ein und bezahlt sie ANSTÄNDIG!!! Kein Sklavenlohn. Erst DANN arbeiten die Leute mit Freude, Hingabe und geben mehr, als sie am Monatsende bekommen.

Die Politik ist hier gefragt. Niemand anderes.
Sie muss die Anreize und Gesetze schaffen und verordnen, damit "Arbeitgeber" wieder anständig bezahlen (1. können), (2. wollen) und (3. sollen).
Dazu natürlich erst einmal überhaupt fähig zu sein, Arbeitsplätze zu schaffen und wieder aufzubauen.
Ich meine jetzt aber ALLE Branchen, nicht nur die o.g.

Dafür könnten, nein, MÜSSEN Gesetze greifen, z.B., dass nicht mehr so extrem rationalisiert werden darf oder gar Knoff-Hoff und Arbeitsplätze ins Ausland exportiert werden. Was soll denn die SCH*****, wenn Mercedes, VW, Heidelberger Druckmaschinen, oder wie sie alle heisen, Teile für lau im asiatischen Raum produzieren lassen (dürfen) und das Endresultat dann auch noch als "deutsches Markenprodukt" verkaufen können. Da ist doch der Wurm drin. Das zieht sich bis Timbuktu. Wisst ihr, wo das ist?
Ich könnte noch hunderte Beispiele nennen, weil ich Leute aus der Autindustrie und vor allem von der HDM direkt in Wiesloch kenne (alles entlassene Facharbeiter wohlgemerkt), die von der Basis sprechen. Und von oben wird alles schön geredet. Somit sollte auch klar sein, wo ich herkomme  Grin Grin

Zulieferfirmen der HDM in unserer gesamten Gegend machten REIHENWEISE dicht oder bauten extrem zurück, weil Gesetze es erlaubten, Teile für einen Bruchteil im Ausland herstellen zu lassen. Mit minderwertiger Qualität. Aber der Verkaufspreis blieb oder steigt sogar noch. "Tiefschwarze Zahlen schreiben" nennt man das heute.......und die Gesamtqualität des Produktes fiel in den Keller. Probleme und Fehler häufen sich. Damit auch Reklamationen und Rückrufe. Und dann wird plötzlich von Einbruch geredet und rote Zahlen und dass man sparen müsste.
OK, die WWKK (Weltwirtschaftskrisenkacke) spielt natürlich auch eine Rolle und hat uns den Rest gegeben (so sollen wir glauben). Das will ich nicht vergessen.

Das ist zum  angry angry angry  Angry Angry !!!
Alles aufzuführen, wäre eh sinnlos jetzt.

Dass hier ganz klar GEGEN die EU oder gar gegen die Globalisierung gearbeitet werden muss, leuchtet mir ein! Ich will hier keine Rede schwingen à la ".....erst Deutschland, dann die anderen...." Das meine ich damit nicht. Es muss aber auch anders gehen. Auf jeden Fall muss was gehen.

Das doofe ist eben, dass diese D****n in unserer Capital City nur für eine Legislaturperiode denken und entscheiden. Es muss SOFORT was passieren, denn nach 4 Jahren könnten sie wieder abgewählt werden, wenn der Bürger nichts merkt von Veränderungen. OK, manche auch für länger, weil sie machttrunken sind und denken, ihnen kann niemand mehr diese entreissen (Beispiel Leichtmatrose Fizewelle).

Komisch ist nur, dass eben nur "bestimmte" Gesetze durchgeprügelt werden und sofort in Kraft treten. Andere werde auf die lange Bank geschoben.
 
Man muss den Menschen klarmachen, dass man definitiv gewillt ist, Besserung zu schaffen und dass Änderungen aber auch länger als 4 Jahre dauern können/werden, bis Änderungen bemerkbar werden, da das gesamte System BRD erstmal "nachrücken" muss.
Mir kommt es manchmal vor, die machen nur Experimente.

Leider ist die Politik aber größtenteils genau von solchen Individuen (aus der Industrie) unterwandert (Parteispenden, Bestechung, neuerdings Reisebegleitung........man mag es nennen, wie man will), mit denen man gerade über solche Sachen ernsthaft (!) diskutieren, bzw. denen man das alles durch Gesetzesänderungen klar machen sollte.

(nur so nebenbei: Thema Interessen- und Klientelpolitik!)

Witz des Jahres: Wirtschaftsbeschleunigungsgesetz....naja.......

Aber dann dürfen wir wohl weiterhin träumen. Denn dazu wird es nicht kommen, weil es NIEMAND so will!


« Letzte Änderung: März 09, 2010, 13:03:59 von Sir Vival » Gespeichert

"Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und stieg auf den Mähdrescher, denn es war Krieg!"
Politiker sind wie Tauben. Sind sie unten, fressen sie dir aus der Hand. Sind sie oben, wirst du beschissen

Der eine ist tot, der andere hat auch nimmer lang´
Kater


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« Antworten #47 am: März 09, 2010, 15:38:08 »

Zitat
SPD hartzt weiter
Von Rainer Balcerowiak
 
Mit einem deutlichen »Ja, aber« haben sich SPD-Bundesspitze und der Vorstand des DGB hinter die Vorschläge der SPD-Landesvorsitzenden von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, für neue »Angebote« an Langzeiterwerbslose gestellt. Kraft hatte am Wochenende in einem Pressebeitrag angeregt, Hartz-IV-Empfänger »für einen symbolischen Aufschlag auf die Regelsätze« gemeinwohl­orientierte Tätigkeiten zu ermöglichen. Im SPD-Präsidium habe es »breite Rückendeckung« und »keinerlei Kritik« an den Plänen Krafts gegeben, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles am Montag in Berlin.

Der Analyse von Kraft, daß mindestens ein Viertel aller Langzeiterwerbslosen keine Chance hätte, jemals wieder auf dem regulären Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, stimmten auch führende Gewerkschafter in Stellungnahmen zu. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach bezeichnete gemeinnützige Tätigkeit ohne reguläre Arbeitsverhältnisse jedoch als »den falschen Weg«. Vielmehr müßte ein öffentlicher Beschäftigungssektor mit voller sozialer Absicherung und angemessener Entlohnung für diesen Personenkreis geschaffen werden.

Kraft betonte am Montag im Bayerischen Rundfunk, es gehe ihr nicht um mehr Druck auf Erwerbslose, sondern um ein Angebot an Menschen, die ansonsten keine Perspektive hätten. Außerdem sollte die Bezahlung über der von Ein-Euro-Jobs liegen. Auf die Forderung von Gewerkschaften und Sozialverbänden nach regulärer sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung ging sie allerdings nicht ein.

Über die Motive für diesen überraschenden Vorstoß der SPD-Spitzenkandidatin bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen kann nur spekuliert werden. Anscheinend fürchtet sie, daß die rechtspopulistischen Ausfälle der FDP gegen »faule Arbeitslose«, die sich auf Kosten der Steuerzahler einen Lenz machen, auch in der eigenen Klientel auf eine gewisse Resonanz stoßen. Jenen Teil der Wähler, der der SPD wegen ihrer Agenda-2010- und Hartz-IV-Politik ohnehin kritisch bis ablehnend gegenübersteht, ist man anscheinend bereit, kampflos den Linken zu überlassen.

Wie schon zuvor Guido Westerwelle beim Thema Abstand zwischen Erwerbs- und Transfereinkommen stellt auch Kraft eine richtige und wichtige Frage: Welche Perspektive kann man Menschen geben, die nach der kapitalistischen Verwertungslogik überflüssig sind? Doch wie ihr FDP-Politikerkollege gibt auch die Sozialdemokratin eine perfide, neoliberale Antwort. Denn die von ihr angeregten »gemeinnützigen Tätigkeiten« mit »symbolischer« Bezahlung würden für die Betroffenen keinen Weg aus dem Hartz-IV-Gefängnis eröffnen. Dazu bräuchte man einen öffentlichen Beschäftigungssektor mit tariflicher Entlohnung und vollem Sozialversicherungsschutz. Krafts Vorschlag ist eine faktische Abkehr von der SPD-Forderung nach einem existenzsichernden gesetzlichen Mindestlohn. Denn dieser müßte dann nicht nur für die vielzitierten mecklenburgischen Friseurinnen gelten, sondern auch für Menschen, die im Frühjahr Parks fegen, in Altersheimen Geschichten vorlesen oder Kindersportgruppen betreuen.

Die SPD erfand Hartz IV. Nach verheerenden Wahlschlappen hat sie sich davon verbal ein wenig abgesetzt. Doch jetzt zeigt sie wieder Flagge.

http://www.jungewelt.de/2010/03-09/060.php
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Solidanosh


Beiträge: 175



« Antworten #48 am: März 09, 2010, 16:17:20 »

Frau Kraft ist dumm wie Brot, Sie vergisst wohl, dass es schon bereits gemeinnützige Arbeiten gibt, die in den sog. EinEuroJobs interpletiert sind. Auch gibt es nach SGBII auch eine gesetzliche Bestimmung, nachdem Arbeitslose eine dahingehend zumutbare gemeinnützige MAE Tätigkeit ausüben müssen.

Entweder ist die Frau dumm wie Brot, oder aber total links und leistet Wahlkampfhilfe für die Linke.....Bin mal auf die Wahl gespannt.
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Alan Smithee


Beiträge: 1249



« Antworten #49 am: März 09, 2010, 16:34:38 »

Man will schlicht und ergreifend diejenigen, die ausselektiert worden sind und es noch werden, vom 1.Arbeitsmarkt fernhalten. Ich weiß dass sich viele Unternehmen darüber aufregen, dass sich Hinz und Kunz bei ihnen bewerben; ohne geeignete Qualifikation, zu alt, zu krank, mit kleinen Kindern, oder einfach ungefragt als Initiativbewerbung....

- was blieb / bleibt den Arbeitslosen denn anderes übrig? Ohne Eigenbemühungen hat man schließlich Sanktionen oder das 10. Bewerbungstraining aufgedrückt bekommen. Die Erziehungsmethode für "Aufsässige", 1€ Jobs oder 0€ Praktikas haben sich auch nicht alle mit dem gebotenen Arbeitswillen oder den geforderten Kenntnisssen unterworfen. Jetzt hat man ganz offensichtlich 1/4 der Arbeitslosen als "nicht vermittelbar" deklariert,  oder hat es zum Teil noch vor.

Damit umgeht man der Behauptung, dass solche Massnahme zur Integration in den "normalen" Arbeitsmarkt dienen sollen. Man spricht den Leuten im Vorfeld jede Chance (falls jemals vorhanden) einfach ab. Und damit einem Leben ausserhalb Hartz IV, mit anständigem Lohn und gleichen Rechten wie den "Arbeitsfähigen".

 Dies ist ein so ungeheuerlicher Vorgang  und erinnert an die dunkelste deutsche Geschichte shocked



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Regelsetzer


Beiträge: 12


« Antworten #50 am: März 09, 2010, 19:12:47 »

Die Industrie bildet ja immer weniger Jugendliche aus,weil Sie weiß,das Sie morgen in Deutschland keine Facharbeiter mehr braucht,wenn hier
kaum noch etwas produziert wird.Im Handwerk wird der Bedarf an Facharbeitern eher sinken als steigen.Deshalb werden neoliberale Denk-
fabriken (Bertelsmann Stiftung,INSM,usw.) weiter an der Entrechtung des Bürgers arbeiten.Seit der Unterzeichnung des Lissabon-Vertrages
ist ja die Todesstrafe in Europa wieder eingeführt worden,d.h.Anführer von Aufständen können sofort liquidiert werden.Die verblödeten Massen von Arbeitslosen von morgen werden sich gar nicht mehr wehren dürfen.Da Frau Kraft sich mit den Thema Hartz 4 wahrscheinlich gar nicht richtig auskennt,wird sie wahrscheinlich nur die grotesken Erkenntnisse dieser verblödeten Denkfabriken(die ham damals vergessen das Mischverwaltungen nach dem GG nicht erlaubt sind)nachplappern.Denkt doch mal an alle Vorschläge unserer geistigen Leistungsträger (Politiker,Profs versch Institute,und sonstiger medialer Wichtigtuer)nach dem09.02.10,die uns allen verdeutlichen,das diese Leute erst reden und dann vieleicht versuchen das Urteil zu verstehen.Manche haben es bis Heute nicht.
Viele Gesetze werden in Anwaltskanzeleien für die MInisterien geschrieben und nur noch abgezeichnet.Lobbyisten als Staatssekretäre,Lobbyisten die sich
als Mitarbeiter von Ministerien ausgeben,ja das scheint mir eher nach spätrömischer Dekadenz auszusehen,aber besser ein Pferd als Konsul,als ein
Lobbyist als Staatssekretär.Reden nützt in dem Laberland BRD nichts mehr,also schreiben wir Widersprüche solange das noch geht.Ich habe vorige Woche
den Ablehnungsbescheidt meines Überprüfungsantrages zugesandt bekommen.
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schwarzrot


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« Antworten #51 am: März 09, 2010, 20:40:06 »

Zitat
Alan:
Man spricht den Leuten im Vorfeld jede Chance (falls jemals vorhanden) einfach ab. Und damit einem Leben ausserhalb Hartz IV, mit anständigem Lohn und gleichen Rechten wie den "Arbeitsfähigen".
Naja, ansich wäre es ja kein problem, wenn nicht mehr so viele leute, so lange arbeiten müssten, um das zu schaffen, was alle benötigen. Oder?

Bei solchen 'chancen', vor allem wenn es Spd-fuzzies oder fuzzienen das labern, kommt mir aber schnell hoch, dass HartzIV auch 'fördern' (=chancen?) und 'fordern' (=auch chancen?) sein sollte. Irgendwann hat mensch dann ganz schnell in der verwaltung gemerkt, dass 'fordern' einfacher geht und viel weniger kostet.  Wink

Also, ich habe inzwischen, wenn ich von 'chancen' höre ein ganz schlechtes gefühl!
Ihr nicht?

Schon komisch, wie die sprache von den herrschenden korrumpiert wird.
Aber im herrschenden system, ist es m.m.n. sinnlos heutzutage von 'vollbeschäftigung' zu träumen. Dieses zu wollen, würde heissen, der kapitalismus muss weg. Da kann mensch noch so viel schwafeln von 'chancen', oder schlimmer 1/4 der bevölkerung 'nicht aufgeben' zu wollen.

Die meissten dieser 1/4 getretenen die ich kenne, wäre inzwischen schon froh, wenn sie von sinnlosbewerbungen, sinnlosbewerbungstrainings und sinnlosprofiling, sinnloshetze, täglich seine ungebrochene arbeitsbereitschaft demonstrieren zu müssen verschont würden.
Soviel zu 'chancen'!

Wenn in der politik irgendwann mal ankommt, dass die 'faulheits'debatte eh dünnschiss ist, weil die industrie diese menschen eh nicht mehr als arbeiter haben will, wäre das u.u. vielleicht sogar mal ein anfang überhaupt mal die dinge etwas klarer sehen zu wollen.

Klar meinte die tante Kraft-durch-Freude das aber eben nicht.  Angry
Ihr geht es ja für 'chancen' für 'alle'.Klar!  Roll Eyes
« Letzte Änderung: März 09, 2010, 20:49:55 von schwarzrot » Gespeichert

"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht
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« Antworten #52 am: März 09, 2010, 20:58:52 »

Jou Fordern und Fördern!!!
Wie oft wurde ich schon in absolut sinnlose Maßnahmen gesteckt mit der Begründung. Weiterbildung!

Wenn ich dann aber eine Qualifiezierung haben wollte, die mich weiterbringt, weil sie z. B. berufspezifisch war (also eine echte WEITERqualifizierung) hieß es, dass müsse ja erst geprüft werden und laber, laber!!

Und darum geht es in den ARGEN auch nicht, (oder nicht mehr)! Denen ist schon lange klar, dass es nicht mehr genug arbeit für alle gibt und nie wieder geben wird!! Aber wir Arbeitslosen werden auch als Druckmittel gebraucht, für diejenigen die noch arbeit haben!
Es geht nur noch um Ausbeutung, Unterdrückung, Repression!!

Verdammt, wir sind soviele!! Millionen!!Wir brauchen nur aufzustehen, aus unserem bequemen Sessel und auf die Straße zu gehen und zu zeigen dass es uns gibt!
Warum ist das so schwer!!!
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»Wir müssen die Welt nicht erobern. Es reicht sie neu zu schaffen.« (Subcomandante Marcos)
Alan Smithee


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« Antworten #53 am: März 09, 2010, 21:00:45 »

Zitat schwarzrot:

Zitat
Wenn in der politik irgendwann mal ankommt, dass die 'faulheits'debatte eh dünnschiss ist, weil die industrie diese menschen eh nicht mehr als arbeiter haben will, wäre das u.u. vielleicht sogar mal ein anfang überhaupt mal die dinge etwas klarer sehen zu wollen.

Das Schizophrene ist: die Industrie ist doch die Politik. Die Lobbyisten der Wirtschaft, die tagtäglich im Namen ihrer Klientel entscheiden, wissen doch schon längst, dass die meisten Arbeitslosen nie mehr einen "normalen Arbeitsplatz" bekommen werden. Das ganze Konstrukt "Hartz IV" ist doch lediglich ein Repressionsapparat, damit die Menschen unterdrückt und unter Kontrolle gehalten werden können.

Und diese ständig neuen Auswüchse wie jetzt gerade wieder von Frau Koch und Frollein Westerwelle ist ein Beweis dafür, dass man offenbar die Nötigkeit verspürt, die Arbeitslosen noch mehr "in Schach" zu halten. Offensichtlich wissen die Politiker und deren Sprachrohre, die Massenmedien, mal wieder mehr und was total anderes, als veröffentlicht wird Roll Eyes

Kasperletheater halt..aber hier wiederhole ich mich schon wieder...



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Carpe Noctem


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« Antworten #54 am: März 09, 2010, 21:45:19 »

Im sozialen Umfeld hat Deutschland NICHTS, aber auch GAR NICHTS dazugelernt.

Doch, man hat gelernt, dass Sozialarbeiter und Sozialpädagogen ganz wunderbar in der Erwerbslosenindustrie verwertbar sind! Unsereins wird andauernd mit VV belagert, in denen ein befrister Job in der "Qualifizierung", "Erwachsenenbildung" (=Bewerbungstraining) oder ganz unverhohlen "Anleitung und Beaufsichtigung von EEJ" angeboten wird, alles inclusive "qualifizierte Rückmeldung an den Kostenträger". Letztlich lebt ein solcher Social Engeneer auch nur von der ARGE. Die Firma muss alle halbe Jahre die Ausschreibung gewinnen, damit ihr Angebot am Markt bleiben und das Personal gehalten werden kann. Die Löhne sind oft geradezu grotesk niedrig. Als Angestellter ärgert man sich zum einen über die systemimmanente Ungewissheit in diesen Jobs, zum andern muss man jedoch Hartz IV befürworten weil man damit seine Brötchen verdient. Und für so einen Scheiss hat man Diplom gemacht?! Immerhin ist das eine Wachstumsbranche. Mit mir nicht...

Grüsse - CN

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« Antworten #55 am: März 09, 2010, 22:04:18 »

Im sozialen Umfeld hat Deutschland NICHTS, aber auch GAR NICHTS dazugelernt.

Doch, man hat gelernt, dass Sozialarbeiter und Sozialpädagogen ganz wunderbar in der Erwerbslosenindustrie verwertbar sind! Unsereins wird andauernd mit VV belagert, in denen ein befrister Job in der "Qualifizierung", "Erwachsenenbildung" (=Bewerbungstraining) oder ganz unverhohlen "Anleitung und Beaufsichtigung von EEJ" angeboten wird, alles inclusive "qualifizierte Rückmeldung an den Kostenträger". Letztlich lebt ein solcher Social Engeneer auch nur von der ARGE. Die Firma muss alle halbe Jahre die Ausschreibung gewinnen, damit ihr Angebot am Markt bleiben und das Personal gehalten werden kann. Die Löhne sind oft geradezu grotesk niedrig. Als Angestellter ärgert man sich zum einen über die systemimmanente Ungewissheit in diesen Jobs, zum andern muss man jedoch Hartz IV befürworten weil man damit seine Brötchen verdient. Und für so einen Scheiss hat man Diplom gemacht?! Immerhin ist das eine Wachstumsbranche. Mit mir nicht...

Grüsse - CN



Hübsch ist ja auch die Variante, die ich mehrmals erleben mußte:

1 Sozialpäd. festangestellt mit 1/2 Stundenzahl und befristetem, nur eventl. zu verlängerndem Vertrag (vermulich Aufstocker) und als Assistent 1 Euro-Jobber, der auch Sozialpädagoge oder Sozialarbeiter ist, jedoch keinen Vertrag hat, aber absolut die gleiche Arbeit wie der festangestellte mit Vertrag (und mehr!) macht.

Beide arbeiten sich im Team bei einem dieser Träger den Ar*** ab und kontrollieren und "motivieren" Roll Eyes bedauernswerte Elos (und sich gegenseitig...), sind obendrein voll überzeugt von der "gesellschaftl. Nützlichkeit ihrer sinnvollen Tätigkeit" ^^ und merken einfach nicht, wie auch sie vom Träger komplett über den Tisch gezogen werden...

Es ist einfach unglaublich  Roll Eyes
« Letzte Änderung: März 09, 2010, 22:11:37 von Eivisskat » Gespeichert

http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wirtschaft/2009/das-ende-der-arbeit.html

 „Wir müssen der Wandel sein, den wir in der Welt sehen wollen." (Mahatma Gandhi)
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« Antworten #56 am: März 09, 2010, 22:11:55 »

Hübsch ist ja auch die Variante, die ich mehrmals erleben mußte:

1 Sozialpäd. festangestellt mit 1/2 Stundenzahl und befristetem, nur eventl. zu verlängerndem Vertrag und als Assistent 1 Euro-Jobber, der auch Sozialpädagoge oder Sozialarbeiter ist, aber keinen Vertrag hat, aber absolut die gleiche Arbeit wie der festangestellte mit Vertrag (und mehr!) macht.

Beide arbeiten sich im Team bei einem dieser Träger den AR*** ab und kontrollieren und "motivieren" Roll Eyes bedauernswerte Elos (und sich gegenseitig...), sind obendrein voll überzeugt von der gesellschaftl. Nützlichkeit ihrer sinnvollen Tätigkeit ^^ und merken einfach nicht, wie auch sie vom Träger komplett über den Tisch gezogen werden...

Es ist einfach unglaublich  Roll Eyes

Meine Fresse, ist das ekelhaft. Das Schlimmste daran sind ja nicht mal die Angebote, solche "Jobs" tatsächlich auszuüben - ich kann sowas sabotieren ohne sanktioniert zu werden - sondern die Leute, die sich dafür hergeben. Irgendwo ist doch eine Grenze. In unserem Beruf wird andauernd von "Grenzen", "Abgrenzung" und "professioneller Distanz" schwadroniert. Wenn diese korrumpierbaren Schwätzer wüssten wie man das richtig macht, könnten sie sich das Gesülze sparen Angry

Grüsse - CN
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« Antworten #57 am: März 09, 2010, 22:13:23 »

Die ARGEN arbeiten ja gerne mit bestimmten Trägern zusammen!! Zum Teil werden unglaubliche Summen für diese Träger bezahlt. Dazu kommen dann noch die ebenfalls nicht unerheblichen Fahrtkosten!

Gibt es irgednwo eine Kostenaufstellung darüber, was sich die ARGEN sinnlose Maßnahmen kosten lassen??
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Arwing


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« Antworten #58 am: März 10, 2010, 05:21:02 »

Der Kapitalismus steht in der jetztigen Hochtechnologie, die logischerweise auch viele Arbeitsplätze durch Fortschritt überflüssig macht, in dem Dilemma, dass er nicht weiß, wie er mit Massen an Arbeitslosen umzugehen hat.

Arbeitsplätze sind nur zu vergeben, wenn sie Profit einbringen und eine Arbeitskraft erfordern. Viele gemeinnützige Arbeitsplätze sind sicherlich sinnvoll, wollen aber aufgrund mangelndem Profits nicht bezahlt werden?

Eine komplette Systemänderung, also weg vom Kapitalismus kommt den Herrschenden sowieso nicht in die Tüte. Ergo muss man eine andere Lösung finden. Entweder die Versklavung überflüssiger Arbeitsloser, die keinen Wert darstellen und erwirtschaften können oder eine gewaltige Bevölkerungsdezimierung durch eine große zyklische Krise. Auf letzteres läuft es m.M.n. hinaus und in die Rolle als herrschender Profitjäger hineinversetzt, mit Politmarionetten in der Hand, würde ich genauso handeln und versuchen die unnützen, erwerblosen Massen von Menschen auszumerzen.
Das passt auch zu den Berechnungen, dass die weltbevölkerung bis 2050 auf 9 Mrd. Menschen anwächst. Wie sollen die auch Profit erwirtschaften, wenn immer höher entwickelte Technologien vermehrt Arbeitsplätze zu Nichte machen?

Genau da liegt das Problem und die Machthaber wissen das. Daher sind unsere Sorgen von kommenden dunklen Zeiten, die mit nichts Bisherigem zu vergleichen sein werden, berechtigt.
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Das aktuelle Geldsystem ist auf die Gewinnmaximierung einer kleinen Elite ausgerichtet, die von der Gemeinschaft der Bürger Europas erbracht werden soll und die politische Elite fungiert als Handlanger.
Aloysius


Beiträge: 2667



« Antworten #59 am: März 10, 2010, 08:22:58 »

Die drehen allmählich komplett ab, wie es scheint:

Zitat
SPD-Sprecher soll den Hitler-Gruß gezeigt haben
[/b][/size]
Zitat
Berlin - Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Vizesprecher der SPD-Bundestagsfraktion Matthias Will, weil er öffentlich den Hitlergruß gezeigt haben soll. Die Ermittlungen seien nach einer Anzeige aufgenommen worden, sagte Staatsanwaltssprecher Martin Steltner gestern und bestätigte einen Bericht der "B.Z.".Demnach soll der 44-Jährige Pressesprecher im vergangenen Januar in einer Gaststätte in Charlottenburg angetrunken "Heil Hitler" gerufen haben. Mehrere Zeugen hätten das beobachtet.


http://www.welt.de/die-welt/politik/article6710675/SPD-Sprecher-soll-den-Hitler-Gruss-gezeigt-haben.html
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