Die faulen Früchte der "blühenden Landschaften"
Von Reinhold Schramm Die ostdeutsche Annexion hat sich (nicht nur) fürs westdeutsche Kapital ökonomisch gelohnt.
Auch für Frau Angela Merkel (monatlich mehr als 20.000 Euro), Frau Vera Lengsfeld und Frau Marianne Bierthler. Auch für die Herrn Wolfgang Thierse, Stephan Hilsberg und Joachim Gauck.
Für die ostdeutsche Bevölkerungsmehrheit hat sich die Annexion nicht gelohnt. Nicht bei der territorialen Enteignung von mehr als 40.000 Quadratkilometer (neue gesamtdeutsche Grundeigentümer) bzw. mehr als 4.000 Milliarden Euro (Einverleibungs-Kosten-Verrechnung: mehr als 2.200 Mrd. Euro Plus), und auch nicht bei den künftigen Rentenansprüchen der heute 38- bis 48-Jährigen im Osten der heutigen gesamt-kapital-deutschen Republik.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat berechnet, die heute 38- bis 48-Jährigen werden (voraussichtlich) rund 600 Euro Rente erhalten, weniger als "Hartz IV" bzw. weniger als die (noch) gesetzliche Grundsicherung.
Für einen Großteil der Menschen in Ostdeutschland (einschließlich Berlin-West), die ab Ende der 2020er Jahre aus dem Erwerbsleben ausscheiden, werde die gesetzliche Rente unter der Grundsicherung von 600 Euro liegen. In Gesamtdeutschland wird es vor allem für gering qualifizierte Menschen mit häufiger Arbeitslosigkeit schwieriger, das Rentenniveau zu halten.
Westdeutsche Männer können mit einer Rentenhöhe von rund 1100 Euro rechnen. Frauen der Jahrgänge 1967 bis 1971 werden vermutlich fast 600 Euro erhalten (Unterbezahlung, Unterbewertung und Ausfallzeiten).
Hauptgrund für Ostdeutschland sei die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in Kombination mit der (staatlich-gesetzlichen) Absenkung des Rentenniveaus (auch für die Sanierung der Gewinne und Profite). Die DIW-Forscher empfehlen unter anderem als Gegenstrategie, die Lebensarbeitszeit (weiter) zu verlängern (Rente mit 70 bzw. 74 -?- ).
"Die Entwicklung in Ostdeutschland ist dagegen zum Teil dramatisch", sagte Viktor Steiner, der die DIW-Studie leitete. "Bei den jüngeren von uns untersuchten Jahrgängen in Ostdeutschland wird der durchschnittliche Rentenzahlbetrag unter das durchschnittliche Niveau der Grundsicherung fallen."
Zu den Ursachen der Entwicklung in Ostdeutschland berichtet die "Frankfurter Rundschau":
Seit 1990 schnellte die Arbeitslosigkeit nach oben und verharrt auf höherem Niveau als in Westdeutschland. Hinzu komme die Entwicklung zu mehr Teilzeitarbeit und Minijobs (analog Zeitarbeit und Leiharbeit etc.) - vor allem Frauen rutschten aus Vollzeitstellen in geringfügige Beschäftigung. [1]
Leser-Kommentar in der FR: "Dass es im Westen natürlich genau die gleiche Tendenz gibt, die Zuname der Teilzeit- und Minijobs führt ebenfalls zu geringeren Renten."
Ein weiterer Leser-Kommentar: "Alles wird enteignet (und) eingezogen in Deutschland für die Reichen. Grundsicherung gibt's übrigens nur dann, wenn man nichts mehr hat, als das was man auf dem Leib trägt. Es wird alles angerechnet, auch der Knopf in der Hosentasche. Soviel zu dem was die meisten Deutschen noch gar nicht wissen. Hört sich gut an Grundsicherung. Erlebt euer deutsches blaues Wunder. Erlebt was ihr gewählt habt ..."
Quelle: [1] FR-online.de - am 17. März 2010. Ostdeutschland: Renten unter Grundsicherung [die späten faulen Früchte der 'blühenden Landschaften'].
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2433554_Ostdeutschland-Renten-unter-Grundsicherung.htmlMerke: Ohne deinen Kampf und Widerstand zieht das Kapital uns über den Tisch
http://www.scharf-links.de/40.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=9383&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=62bf097b9c