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Autor Thema: Akademiker  (Gelesen 1610 mal)
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schwarzrot


Beiträge: 2466



« Antworten #30 am: April 04, 2010, 10:38:41 »

Mal noch was zu weiterbildungen:

Weiterbildungen sind meiner meinung nach die rosinen des (scheisshaus-)argekuchens.  Cheesy
Schon allein weil die der arge geld kosten für viele schwer zu bekommen.

Im optimalen fall (eine weiterbildung sollte mensch sich immer selbst suchen, sich vorher ein paar mal beim bildungsträger in den unterricht setzen, falls der bildungsträger das erlaubt. Falls nicht, ist es wahrscheinlich, dass die massnahme nicht ok ist) bringt eine weiterbildung wirklich was und sei es nur (fast?) ein jahr ruhe vorm amt.
-Du lernst mal wieder was, kannst deine kenntnisse auffrischen.
-Falls du nicht blöd bist, handelst du eine EGV für die zeit aus, ohne arge-generve (bewerbungssinnlosübungen, etc). Oder lässt das mit der EGV gleich sein.
-Es bringt dir und deinem selbstvertrauen was (falls die kurse von der leistungskurve nicht überzogen sind), nach jahren der ablehnungen zu sehen, so schlecht bin ich gar nicht.
-In seltenen fällen erhälst du eine qualifikation mit mehr chancen auf dem 'arbeitsmarkt'.

Den letzten punkt sollte mensch aber nicht überbewerten. Weil eine weiterbildung schafft ja keine jobs (ausser die wenigen scheinselbstständigen beim bildungträger) und DAS ist das generalproblem des ganzen arge-systems. Allerdings für den einzelnen auch nicht lösbar.
Also, wenn mensch aufpasst, die fallen vermeiden kann, ist weiterbildung immer positiv, auch wenn danach nicht der job auf einen wartet.

Einschränkend muss ich allerdings sagen, dass der bildungsträger, bei dem ich war, inzwischen auch zwangs-sinnlos-weiterbildungen mit der arge fährt (hat er vor wenigen jahren noch nicht). Vermutlich bringt das arge-zwangssystem aus sich heraus solche negativen erscheinungen hervor.
Und damit geraten so auch ehemals bildungsträger, die vorher ok waren, mit in den abfluss.  Angry

Das system ist krank, eine weiterbildung ändert nicht das system.
« Letzte Änderung: April 04, 2010, 10:41:50 von schwarzrot » Gespeichert

"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht
Postaldude


Beiträge: 220


« Antworten #31 am: April 04, 2010, 17:29:15 »



Einschränkend muss ich allerdings sagen, dass der bildungsträger, bei dem ich war, inzwischen auch zwangs-sinnlos-weiterbildungen mit der arge fährt (hat er vor wenigen jahren noch nicht). Vermutlich bringt das arge-zwangssystem aus sich heraus solche negativen erscheinungen hervor.
Und damit geraten so auch ehemals bildungsträger, die vorher ok waren, mit in den abfluss.  Angry

Das system ist krank, eine weiterbildung ändert nicht das system.

Dein letzter Satz bringt es auf das wesentlichste, es ist doch immer wieder alles am Ende auf die Systemfrage zu reduzieren. Die Bildungsträger stehen im kapitalistischen Wettbewerb und müssen sich dem Marktgebot beugen. Wenn die Weiterbildungen also Menschen in Arbeit bringen würden, wären als bald ja keine AL mehr da - also wen dann weiterbilden?

M. E. wirken sich viele Weiterbildungen dequalifizierend auf den Erwerbslosen aus und das aus gutem Grund. Mit einem gewissen Ausbildungsniveau tut man sich schwer, minderbezahlte Arbeit anzunehmen, wird man aber erstmal durch diverse Maßnahmen „gebrochen“ denkt man am Ende wirklich man ist entsprechend wenig wert.

Mir wollte man mal als gelernter IT-System-Elektroniker eine „Weiterbildung“ zum Löter anbieten, einen Job den es so gar nicht gibt und eine Tätigkeit die integraler Bestandteil meiner Ausbildung war. Es sollte bei genauerem hinsehen, nur dazu führen mich auf das Leiharbeitsniveau runter zu drücken.

Und von wg. solcher Weiterbildungsangebote, entschied ich mich fürs Studium, trotz meines hohen Alters und war voller Hoffnung, dass diese Nazibehörde nach dem Studium nichts mehr mit mir anzufangen weiß und mich in Ruhe lässt. -Es wäre ja auch zu schön gewesen…
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live is a mountain railroad, crossing down the edge
Alex22


Beiträge: 1504



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« Antworten #32 am: April 06, 2010, 22:27:24 »

Stimmt es das es auch Klassen von Akademikern gibt?
Abhängig von der Herkunft?
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Postaldude


Beiträge: 220


« Antworten #33 am: April 08, 2010, 23:53:59 »

Stimmt es das es auch Klassen von Akademikern gibt?
Abhängig von der Herkunft?


Ich denke das ist ein Spiegelbild der übrigen Gesellschaft. Hast du erstmal den Einstieg in eine sichere Position erreicht, wirst du dich auch irgendwann zu der "Siegerklasse" zählen und kein Schwein fragt mehr wo du her kommst. Umgekehrt natürlich auch, der BWL`er am Fließband wird irgendwann auch sich selber der Arbeiterklasse zurechnen. Wobei die Klassenunterscheidung heute wirklich nicht mehr zutrifft, die Gesellschaft ist eher funktional differenziert, aber immer noch stark auf habitualisierte Handlungen und Verhalten fixiert, von daher würde wohl jeder von uns hier, in einer Vorstandssitzung bei Porsche auffallen.
In der Struktur selber ist es wohl so, dass z.B. BWL`er einen eher schweren Stand haben, sind halt "Pseudowissenschaftler".
Ich pers. habe bisher mit meiner, wie man so schön sagt Arbeitersozialisation eher positive Erfahrungen gemacht, dass kann aber auch der Mitleidsbonus sein, der oftmals Minderheiten zukommt.

Grüße

PD
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live is a mountain railroad, crossing down the edge
DerAutor


Beiträge: 26



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« Antworten #34 am: April 12, 2010, 20:06:10 »

Na ja, als Akademiker wurde ich nun wirklich nicht anders behandelt als Nichtakademiker.

Die über 110 frei lesbaren Seiten:

"Erlebnisse mit meinen Fallmanagern - oder das Märchen vom mündigen Bürger"
( http://www.obergassel.com/wissen/fallmanager.htm )

sollen dies ja gerade darlegen. Es ist die Geschichte von fünf Jahren Hartz IV, gesprenkelt mit
einigen Exkursen.

LG
Der Autor
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Das Buch: "Ausgenutzt und ausgegrenzt"
Cover, Inhalt, Vorwort: http://www.obergassel.com/wissen/neoliberalismus.htm
DerAutor


Beiträge: 26



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« Antworten #35 am: April 14, 2010, 21:48:46 »

Ui - ich lese Kommentare mit dem Tenor: "Das kann der doch nicht alles selbst erlebt haben."
Doch. Alles auf dieser Seite habe ich leider selbst erleben müssen.
Keine Zeile ist frei erfunden. Keine.
Aber gelegentlich formuliere ich nochmal einen Satz um oder baue noch etwas ein oder ergänze noch etwas
was mir wieder eingefallen ist oder was ich zuvor für belanglos hielt.
Auch ergänze ich den Text um aktuelle Dingem wenn ich glaube das sie dahin passen.

LG
Der Autor
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