Ich bin das Gequatsche leid, das sich in diesem Forum ewig wiederholt: Wir bräuchten französische oder griechische Verhältnisse, Latschdemos bringen doch nichts, usw., usf....
Das herrschende System demontiert sich selbst, da brauchen wir nicht bei zu helfen. Aber daß die Opfer der Krise, bzw. des kapitalistischen Systems zusammenkommen, statt sich gegenseitig zu bekämpfen, daran muß aktiv gearbeitet werden.
Wer Leute mit dem, was sie reden, beim Wort nimmt, wird schnell das Handtuch werfen, denn meist wird nur geredet, die Taten bleiben aus. Es geht nicht um mutige und illegale Handlungen, sondern um eine absolut notwendige Basisarbeit.
Wer aber etwas politische Weitsicht besitzt, kann auch damit leben, daß man mal nur zu zweit oder zu dritt bei einem Treffen sitzt, bei dem eigentlich Dutzende sein sollten.
In Kiel gibt es (neben chefduzen- und Poststammtisch) seit langem den KRISENTREFF.
Hier wurden Veranstaltungen vorbereitet und organisiert und Öffentlichkeitsarbeit betrieben.
Es gab die Veranstaltung "Bildungskrise" um Gemeinsamkeiten der Kämpfe an Unis und Schulen sowie die der Kitamitarbeiter aufzuzeigen, um so auch Kämpfe zusammenzuführen.
Eine weitere Veranstaltung gab es mit aktiven Leiharbeitern in einer Polit-Kneipe.
Öffentlichkeitsarbeit heißt: Erstellen und Verbreiten von Flyern, Flugblättern und Plakaten. Es gab so z.B. eine Liste aller Protest- und Streikaktion in der Region seit Krisenbeginn, die in Augenhöhe an den Ampeln der zentralen Kreuzungen verklebt wurden. Mit Flyern mit Hintergrundinfos zu den rebellierenden Leiharbeitern bei den Kieler Nachrichten verfuhr man ebenso. Ein Flugblatt wurde bei den großen
Sozialprotesten in der Landeshauptstadt verteilt, und wo es um Sozialkürzungen und Unischließungen ging, gab es damit auch Informationen über kämpfende Leiharbeiter und Betriebsbesetzungen in Schleswig-Holstein.
Solche Aktivitäten können nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn wenigen Leuten gelang es so, Einfluß auf das politische Klima in der Stadt zu nehmen. Würden solche Aktivitäten aufgegriffen werden und in anderen Städten Schule machen, könnten wir Einfluß nehmen auf das politische Klima in diesem Land.
Das würde aber vorraussetzen, daß man nicht nur redet, sondern den Arsch hochkriegt.