Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Was soll ich machen?  (Gelesen 552 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
weintrinker


Beiträge: 9


« am: August 28, 2010, 19:07:06 »

Erst mal zu meiner momentanen Situation: Ich arbeite seit Mitte März über eine Leihfirma immer bei dem selben Kunden. Ich habe vorher bereits bei zwei Leihbuden gearbeitet und habe so einige Erfahrungen bei diversen Kunden hinter mir. Bei keinem war ich bisher so lange, wie bei diesem, weil ich hier wirklich gern arbeite, die Leute sind prima, die Arbeit (Automobil-Zulieferer) ist in Ordnung und vor allem: der Betrieb ist ganz in der Nähe meines Wohnortes. Ich habe in diesem Betrieb alles durch, was es dort an Tätigkeiten gibt. Angefangen habe ich im Messraum, habe danach an fast allen Maschinen gearbeitet (fräsen, drehen, bohren usw.) und habe dann zu guter Letzt in der Montage gearbeitet. Eigentlich sollte man denken, so jemanden lässt man nicht einfach gehen. Aber weit gefehlt: Nach zwei Wochen war die Arbeit in der Montage vorbei, weil eine Kollegin (die aus der selben Leihbude kommt wie ich und erst 3 Wochen in diesem Betrieb gearbeitet hatte) aus einer Krankschreibung wiederkam, und die haben mich nicht mehr gebraucht. Auf meine Frage, ob denn an den Maschinen (von denen es nun wirklich reichlich gibt) auch niemand gebraucht wird, wurde verneint. Sie hätten keinen Bedarf mehr.
Nachmittags rief mich meine Leihbude an, sie würden noch sehen, ob sie denn noch etwas anderes finden würden für mich. Etwa 2 Stunden später kam dann der Anruf, sie hätten nichts und müßten mir leider die Kündigung schicken (übrigens kurz vor Ende der Probezeit). Diese war dann auch erstaunlich schnell da, nämlich am Vormittag des nächsten Tages.
Am Telefon wurde mir dann noch gesagt, sie würden die Kündigung sofort zurückziehen, sollte sich bei dem Kunden etwas neues ergeben.
Seit vorige Woche Montag befinde ich mich nun in der Kündigungsfrist. Den ersten Tag hat sich niemand gemeldet bei mir, aber am Dienstag kam ein Anruf von der Leihbude, der Kunde braucht mich nun wieder, ich soll von Mittwoch bis Freitag da hin. Hab ich auch gemacht, weil ich eben sehr gerne dort arbeite.
Freitag bekomme ich nun wieder einen Anruf, ich solle doch nun erst mal noch bis Dienstag zu dem Kunden (wohlgemerkt: immernoch derselbe!).
Inzwischen komme ich mir wirklich verarscht vor! Was soll das? Ich spiele mit dem Gedanken, mich die nächste Woche krankschreiben zu lassen.
Wiegesagt, ich bin da wirklich bloss noch nach der Kündigung zu dem Kunden hingegangen, weil ich mich ausgesprochen wohl fühle dort und einen Haufen netter Leute da kennengelernt habe. Aber dieses blöde Hin und Her?
Ich bin völlig unsicher im Moment. Was würdet Ihr tun? Soll ich hoffen, dass meine Leihbude die Kündigung zurücknimmt, weil es doch noch weiter geht bei dem Kunden? Aber  was ist, wenn ich nach einer Woche wieder abgemeldet werde, und die wieder nichts anderes haben für mich? Auf die nächste übereilte Kündigung warten?
Oder soll ich sagen, nein danke, ich verzichte? Ich such mir lieber was anderes. Ich tendiere eher zum zweiten, denn iregndwo hab ich auch meinen Stolz.
Ich komme mir ziemlich verarscht vor!
Gespeichert
Helmy


Beiträge: 77



WWW
« Antworten #1 am: August 28, 2010, 21:03:21 »

Wenn Ich das richtig verstehe arbeitest du im selben Betrieb weiter. Huh?
Dann gilt die Kündigung meines Erachtens als widerrufen!!
Sobald die Probezeit rum ist und die versuchen wieder was Kündigungsschutzklage einreichen.
Aber zunächst würde ich mal an deiner Stelle mit dem Betriebsrates oder einer Vertrauenspersom in dem Betrieb, bei dem du dich ja wohlfühlst,
über eine direkte Bewerbung dort reden bzw. nachdenken.
Hauptsache weg von der Leihfickerei  Grin Grin Grin
Gespeichert

Die andere Wange auch noch hinhalten ist Quatsch mit Soße, in seine Feinde muß man Löcher schießen und zwar Große!!!!!!
weintrinker


Beiträge: 9


« Antworten #2 am: August 29, 2010, 01:40:32 »

Einen Betriebsrat gibts dort nicht und eine Bewerbung wird auch nicht viel bringen, soviel ich weiss, stellen die keinen ein. Andere Leiharbeits-Kollegen haben sich dort beworben und warten schon ewig auf eine Reaktion, aber es passiert nichts. Ausserdem verdienen die Festangestellten nicht viel mehr wie ich und haben sogar noch weniger Urlaub.
Gespeichert
DJ1980


Beiträge: 889



WWW
« Antworten #3 am: August 29, 2010, 08:07:32 »

Kein Betriebsrat?Huh?Huh? In einem anscheinend doch recht großen Betrieb???
tztztz....... Das es sowas überhaupt noch gibt....    Aber na ja...

Der Grundsatz kann, muß und darf nur lauten: Weg von der Leihfickerei!!! Egal wie und zu welchem Preis!!!

Insbesondere in deinem Fall scheint es sich ja mal wieder um ein Paradebeispiel von einem Menschenhändler zu handeln. Interessant wäre mal zu wissen, wie lange deine Probezeit jetzt dort noch dauert. Die Kündigung gilt meines Erachtens nach tatsächlich als wiederrufen, da die dich ja NACH der Kündigung dann doch wieder in dem selben Entleihbetrieb eingesetzt haben.
Mit der Bewerbung bei dem Entleiher kann ich nur sagen: Er macht auf mich keinen sooooo guten Eindruck, auch wenn du dich da "wohl" fühlst. Ein Großbetrieb, der seinen AN noch weniger Urlaub gibt als nen Sklavenhändler, noch dazu keinen Betriebsrat hat, ist in meinen Augen nicht viel besser als der Sklavenhändler selbst. Noch dazu, da die denen nach deiner Aussage ja auch nicht viel mehr zahlen.

Aber wie gesagt: WEG VON DER ZEITARBEIT!!!
Je mehr Menschen wach werden und diesen Menschenverachtenden Raubtierkapitalismus mit der "Ware Mensch" nicht mehr mitmachen, umso eher wird sich etwas ändern. Du hast selber gesagt, das du noch Stolz hast! Und alleine diese Tatsache (Glückwunsch, du gehörst einer klitzekleinen Minderheit in Deutschland an) verpflichtet dich quasi dazu, nicht mehr bei so einem Sklavenhändler zu malochen und dich zu "prostituieren"!

Und die Aussage "Besser als nichts" ist quatsch! Lass dir da nichts einreden. Sklavenarbeit ist NICHTS!!!

Mal sehen, was andere noch dazu sagen. Wünsche dir auf jeden Fall viel Glück. Mach die Schweine fertig!
Gespeichert

Egal, was ich hier schreibe: Es handelt sich dabei niemals um eine Rechtsberatung, sondern Grundsätzlich nur um meine eigene Meinung ohne Anspruch auf Richtigkeit.
Scheiß auf Dolce&Gabbana! Ich trage Smith&Wesson!

Banken sind gefährlicher als stehende Armeen
Thomas Jefferson
weintrinker


Beiträge: 9


« Antworten #4 am: August 29, 2010, 09:02:31 »

Nein, sogesehen ist es auch kein wirklich guter Betrieb, wenn man die Bedingungen bedenkt, unter denen die Festangestellten dort arbeiten. Deshalb kam eine Bewerbung dort auch nie in Frage für mich. Aber als Kundenbetrieb ist es dort super.
Ich habe schon in vielen Kundenbetrieben über Leiharbeit (mangels Alternative) gearbeitet, und weiss daher ziemlich gut, wie es anderswo zugeht. Da wird man teilweise gemobbt, angeschnauzt oder ähnliches. Und das ist in diesem Betrieb eben überhaupt nicht der Fall. Dort wird man in Ruhe gelassen und der Umgangston ist kollegial und freundlich.
Dass die Kündigung in solch einem Fall als widerrufen gilt, ist mir neu. Wo steht das? Aber selbst wenn, habe ich keine rechte Lust, bei einer Leihbude weiterzuarbeiten, die solche Dinger mit einem abzieht. Ich werde mich dann lieber nach etwas anderem umsehen...
Gespeichert
Ziggy


Beiträge: 4851



« Antworten #5 am: August 29, 2010, 09:33:01 »

Während der Kündigungsfrist bist du nach wie vor angestellt bei denen, und sie können dich hinschicken, wohin sie wollen. Deine Kündigung wird wirksam zum Tag X. Und erst, wenn sie dich DANACH noch brauchen, ist die Kündigung unwirksam bzw. gibt es eine neue Kündigung zu einem neuen Tag X.

Kenne das Spielchen.

Achte mal auf dein Zeitkonto, daß sie dir keine unverschuldeten Fehlzeiten reinbuchen bzw. fressen.

Verarscht wirst du so oder so. Sieh der Realität ins Auge: Der Kunde braucht dich nur sporadisch als Springer, was anderes ham se nicht für dich, also wirst du da als Tagelöhner mißbraucht, und wirst am Monatsende kaum über H4-Regelsatz kommen, wenn überhaupt. Also such dir was anderes.

Frage nebenbei (nur interessehalber): Beginnt der Name des Kunden mit "F" und liegt im Fränkischen? Und die Leihbude beginnt mit einem "R"? "weintrinker" lässt ja schon mal auf Franken schließen ...
« Letzte Änderung: August 29, 2010, 09:36:35 von Ziggy » Gespeichert

Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben!
Jürgen2


Beiträge: 41


« Antworten #6 am: August 29, 2010, 09:35:26 »

Wann genau wurdest du eingestellt?
Wann erfolgte die Kündigung?

Innerhalb der ersten 6 Monate, die als probezeit gelten, kann dich die Zeitarbeitsfirma ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von 14 Tagen kündigen.

Wurden die Kündigungsfristen eingehalten?
Gespeichert
DJ1980


Beiträge: 889



WWW
« Antworten #7 am: August 29, 2010, 09:40:56 »

Am Telefon wurde mir dann noch gesagt, sie würden die Kündigung sofort zurückziehen, sollte sich bei dem Kunden etwas neues ergeben.

Das hast du dir eigentlich bei der Frederöffnung doch selbst beantwortet. Du hast natürlich recht, wenn du dir nicht sicher bist. Leider hast du nichts genaues über die Fristen erwähnt. (Restprobezeit, Kündigungsfrist)
Aber nen einfacher Anruf bei deinem Verkäufer sollte da schnelle abhilfe schaffen.
Die Kündigung gilt meines Erachtens nach deshalb als unwirksam, weil ja der Kündigungsgrund ein Fehlender Folgeauftrag war, oder nicht? Dieser ist ja aber nun doch wieder vorhanden. Es gäbe also (theoretisch) keinen Grund mehr, dich zu entlassen. Die Kündigung wurde also aus Gründen ausgesprochen, die nun nicht mehr wirksam bzw. vorhanden sind. Für ne Klage reicht das zwar nicht, aber immerhin.....(Nicht falsch verstehen: Die Kündigung ist durchaus, aus Gründen der Probezeit, wirksam, nur kann man eventuell mit deinem Händler über die Gründe sprechen.)

Mir persönlich wäre das allerdings wurscht. Ich hätte gar net erst bei so ner Leihbude angefangen, und ich wünschte mir, das dir das auch ne Lehre war. ;-)

Und verabschiede dich von dem Gedanken, das es bei anderen Sklavenhändlern anders läuft. Das, was du da jetzt erlebst, ist die Grundsätzliche Handlungsweise von denen. Selbst die angeblich vorhandenen "Weißen Schafe" machen es so. Gehört quasi zum Funktionsbetrieb, oder, um es in den Worten unserer Volksverräter auszudrücken, es handelt sich dabei um "Sachzwänge"!
Man muß schon ein ganz schön ausgebufftes Schlitzohr sein, wenn man in dem Millieu irgendwas reißen will. Unser Ziggy kann dir da einige Tips geben.

Lies dir nur mal die ganzen Freds hier durch. dann siehst du, das es noch viiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeel schlimmer geht. Und genau deshalb hab ich mich auch dem Kampf gegen diesen Menschenhandel verschrieben.
Gespeichert

Egal, was ich hier schreibe: Es handelt sich dabei niemals um eine Rechtsberatung, sondern Grundsätzlich nur um meine eigene Meinung ohne Anspruch auf Richtigkeit.
Scheiß auf Dolce&Gabbana! Ich trage Smith&Wesson!

Banken sind gefährlicher als stehende Armeen
Thomas Jefferson
weintrinker


Beiträge: 9


« Antworten #8 am: August 29, 2010, 09:46:00 »

@Ziggy

Ja, das mit den unverschuldeten Fehlzeiten, da werde ich auf jeden Fall drauf achten. Die Leihbude ist auch dafür bekannt, dass die solche Zeiten gerne mal als Urlaub verbucht, obwohl der Mitarbeiter nie einen Urlaubsschein unterschrieben hat. Und wenn derjenige das anprangert, war es ein Versehen...
Der Name des Kunden beginnt mit "K" und und die Leihbude mit "J" (Berlin).

@Jürgen2

Eingestellt wurde ich am 15.3.
Die Kündigung erfolgte am 20.8. zum 5.9.
Ist alles korrekt.
Gespeichert
weintrinker


Beiträge: 9


« Antworten #9 am: August 29, 2010, 10:00:55 »

@DJ1980 :

Denkst Du, ich arbeite gerne bei diesen Sklavenhändlern? Bestimmt nicht. Ich hab mich natürlich auch in vielen "normalen" Firmen beworben, aber wenn überhaupt was kam, dann nur Absagen.
Ich bekomme kein H4, weil mein Partner zuviel hat. Also heisst es für mich: Entweder der karge Leiharbeiter-Lohn oder nichts.
Gespeichert
DJ1980


Beiträge: 889



WWW
« Antworten #10 am: August 29, 2010, 10:20:38 »

Hm, na wenn das so ist, kann man wohl nur noch eins machen: Weiter viele Bewerbungen schreiben, und die einschlägigen Gesetze und deren Anwendung pauken, insbesondere das AÜG. Nur so kannst du dich schützen!
Gespeichert

Egal, was ich hier schreibe: Es handelt sich dabei niemals um eine Rechtsberatung, sondern Grundsätzlich nur um meine eigene Meinung ohne Anspruch auf Richtigkeit.
Scheiß auf Dolce&Gabbana! Ich trage Smith&Wesson!

Banken sind gefährlicher als stehende Armeen
Thomas Jefferson
Seiten: [1]   Nach oben
Drucken
Gehe zu: