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Autor Thema: Überwachung von Beschäftigten  (Gelesen 1679 mal)
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Kater


Beiträge: 7110


« Antworten #15 am: Juli 24, 2009, 00:07:09 »

Zitat
Firmen hetzen Mitarbeitern Privatdetektive auf den Hals

Sie lauern in Zufahrten, überwachen Wohnzimmer: Privatdetektive werden von Firmen wie Evonik und Betapharm auf die eigenen Angestellten angesetzt. Einem Magazinbericht zufolge schnüffeln die Ermittler im Privatleben der Mitarbeiter und suchen nach Anlässen für einen Rauswurf.

Hamburg - Mehrere Deutsche Unternehmen setzen Privatdetektive auf ihre Mitarbeiter an, um Gründe für eine Kündigung zu finden. Das berichtet das Magazin "Stern". Dem Bericht zufolge werden Mitarbeiter in Deutschland damit in weit größerem Ausmaß überwacht als bislang bekannt.

Dem Magazin liegen die vertraulichen Protokolle von Dutzenden Detektiveinsätzen vor, bei denen Arbeitgeber ihre Angestellten beschatten ließen. So berichtet der "Stern" ausführlich über den Fall einer Frau namens Sonia K., die als Laborhilfe bei der Evonik-Tochter Degussa Technochemie gearbeitet habe. Als K. eine Krankmeldung einreichte, habe ihr Arbeitgeber Privatdetektive in Marsch gesetzt.

Diese bezogen vor dem Haus der Angestellten Posten. In dem Auftrag an die Detektei heißt es laut dem Bericht: "Sie ist seit letzter Woche krankgeschrieben. Da sie nachmittags noch einen zweiten Job hat, vermuten wir, dass sie diesen auch wahrnimmt. Vielleicht haben wir die Möglichkeit, Frau … zu überführen." Für die Ermittlungen habe das Unternehmen detaillierte Informationen über seine Angestellten an die Detektei übermittelt, darunter Fotos von einer Betriebsveranstaltung, dazu Angaben wie Adresse, Gewicht, Alter, Größe und das Autokennzeichen.

Nach Angaben des "Stern" distanziert sich Evonik von dem Schnüfflereinsatz, spricht von "Fehlverhalten der verantwortlichen Führungskraft". Gewerkschaftsvertreter gehen dagegen davon aus, dass Beschattung und Bespitzelung weitverbreitet sind. "Mitarbeiter-Observationen sind ein zunehmendes Problem", sagte Cornelia Brandt von der Gewerkschaft Ver.di dem Magazin.

Tatsächlich können Observationen von Mitarbeitern bei begründetem Verdacht berechtigt sein. Der "Stern" schreibt jedoch, die Detektivprotokolle legten den Eindruck nahe, dass die Aktionen in vielen Fällen nur dem Zweck gedient hätten, einen Kündigungsgrund zu finden. Das Magazin hat dem Bundesbeauftragten für Datenschutz, Peter Schaar, einige der Protokolle vorgelegt. Sein Urteil: "Oft fehlt es an einem konkreten Verdacht gegenüber dem Mitarbeiter. In solchen Fällen dient eine Observation nur dazu, einen Anlass für den Rausschmiss zu finden."

Dabei offenbaren die Überwachungsprotokolle, die dem Magazin vorliegen, wie dicht die Schnüffler den ahnungslosen Arbeitnehmern auf die Pelle rückten und wie lückenlos die Observierungen abliefen. So berichten die Privatermittler detailliert über das Privatleben eines Kölner Piloten: "Es ist Licht im Haus, und erkennbar sitzt die Familie gerade beim Abendessen. In der Zielstraße ist eine Observation mit Sichtkontakt unmöglich. Daher entscheiden sich die Sachbearbeiter, lediglich die einzige Zufahrt zu der Wohnadresse unter Beobachtung zu halten." Weiter heißt es, die Beobachter könnten "durch die gläserne Terrassentür" feststellen, "dass sich Zielperson mit etwa fünf anderen Erwachsenen und fünf Kindern im Wohnzimmer dieses Einfamilienhauses aufhält. Offensichtlich findet hier eine Familienfeier statt."

Hinweise auf Detektiveinsätze fand das Magazin auch im Falle des Raststättenbetreiber Tank & Rast, bei Air Berlin und sogar bei kleinen Familienbetrieben wie einer Gärtnerei im nordrhein-westfälischen Troisdorf und einer Apotheke in Siegen. Daneben sollen Arzneimittelhersteller wie Betapharm und Medice wiederum ihre Außendienstler kontrollieren lassen.

Das Augsburger Unternehmen Betapharm hat nach Recherchen des Magazins im Frühsommer 2007 seine Pharmareferenten beschatten lassen. Die Rechnung ging auf: Offenbar schummelten einige bei der Angabe ihrer Arbeitszeiten. Viele verloren ihren Job. Die Firma will heute nur noch so viel zu den Observationen sagen: "Bei den Kündigungen hat Betapharm im Rahmen arbeitsrechtlicher Vorschriften gehandelt."

Für Tank & Rast sagte ein Sprecher zu SPIEGEL ONLINE, die Überprüfung von Mitarbeitern im Krankheitsfall sei "absolut nicht üblich". Bisher sei es zu zwei Fällen von Observationen gekommen, beide im Frühjahr 2007. "Grundsätzlich wird diese Überprüfung im Krankheitsfall seit diesen Ausnahmefällen nicht mehr angewendet", betonte der Sprecher.

Air-Berlin-Sprecherin Alexandra Müller räumt die Schnüffelattacke auf den Piloten ein, allerdings habe es nur diesen einen Vorfall gegeben.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Spitzelskandale bei deutschen Unternehmern an die Öffentlichkeit geraten, so etwa bei der Deutschen Bank, der Telekom und der Deutschen Bahn. Der Lebensmitteldiscounter Lidl kam in Verruf, weil er seine Mitarbeiter massiv überwacht hat.


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,637669,00.html
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Kater


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« Antworten #16 am: August 18, 2009, 09:53:23 »

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Überwachung von Arbeitnehmern nur eingeschränkt zulässig

Berlin (ddp.djn). Ausspähaktionen von Mitarbeitern durch ihre Arbeitgeber sind nur in eingeschränkten Fällen erlaubt - und auch dann nur, wenn der Betriebsrat zugestimmt hat. Darauf verweist die Zeitschrift «Finanztest» (test.de) in ihrer September-Ausgabe. Die heimliche Videoüberwachung in Büros, Aufenthaltsräumen sowie Toiletten- und Waschräumen, die Verhalten, Leistung oder disziplinarische Verstöße von Mitarbeitern dokumentieren, seien auch dann unzulässig, wenn der Verdacht auf eine Straftat besteht. Der Arbeitgeber dürfe die Telefone seiner Mitarbeiter nicht abhören, und dem Vorgesetzten sei nicht erlaubt, die Telefonnummern der Gesprächspartner von Mitarbeitern auszuspähen.

Ein pauschaler elektronischer Abgleich der Kontodaten von Zulieferern mit den Namen oder Konten von Arbeitnehmern ohne begründeten Verdacht sei ebenso unzulässig wie das Lesen von E-Mails an den Betriebsrat, den Betriebsarzt, den Sucht- oder Datenschutzbeauftragten sowie mit privatem Inhalt, wenn das Schreiben dieser Mails nicht ausdrücklich untersagt wurde, heißt es weiter. Verboten sei auch das Anlegen von Krankenakten, die Diagnosen, Therapien und Krankengeschichten enthalten, sowie das Erstellen allgemeiner Krankheitslisten mit Namen von Mitarbeitern.

Laut «Finanztest» ist dem Arbeitgeber aber nicht jede Art von Überwachung verboten. Es komme auf Art und Zweck der Überwachung und die Information der Arbeitnehmer an. In der Regel müssten diese Maßnahmen außerdem mit dem Betriebsrat abgestimmt worden sein.


http://de.news.yahoo.com/17/20090818/tde-ueberwachung-von-arbeitnehmern-nur-e-3419c4f.html
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Kuddel


Beiträge: 4012


« Antworten #17 am: November 13, 2009, 12:49:11 »

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/spezial_ueberwachte_beschaeftigte/2074616_Jobsuche-Zeigen-Sie-uns-Koerper-und-Seele.html

http://jungle-world.com/artikel/2009/45/39699.html
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Borgias


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« Antworten #18 am: November 15, 2009, 11:56:10 »

Auch wenn das Überwachen der Beschäftigten oder Betriebsräte verboten ist, die Arbeitgeber halten sich an keine Gesetze.
Dies zeigen die letzten Skandale in der Bundesrepublik bei Telekom, Siemens, DB, Aldi, Lidl, Daimler usw.

Die Arbeitgeber bzw. deren Organisatoren, darunter gehört auch Kai-Uwe Ricke, sind bestens organisiert und merkwürdigerweise treffen die sich rein zufällig mit Reinhold Messner, um einmal im jahr auf den Berg zu steigen.

Es ist ein gut organisiertes Netzwerk. Hier hilft nur eines: Anzeigen!

Es gibt bis heute keine Strafen gegen die Organisatoren dieser Aktionen: Im Gegenteil: Frau Suckale stieg die Leiter nach oben!

Eventuell sollte man auch über harte Bandagen nachdenken, die Russenmafia verwendet diese! Manchmal hilft nur eines: Eine ordentliche Tracht Prügel!
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Kater


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« Antworten #19 am: November 30, 2009, 09:27:59 »

Zitat
Edeka bespitzelt offenbar seine Mitarbeiter seit Jahren

München/Hamburg (ddp). In der deutschen Wirtschaft gibt es möglicherweise eine neue Spitzelaffäre. Wie das Nachrichtenmagazin «Focus» am Sonntag berichtete, lässt die Supermarktkette Edeka ihre Mitarbeiter offenbar seit Jahren durch Detekteien bespitzeln. Das gehe aus internen Geschäftspapieren hervor. Demnach spionierten Privatdetektive Angestellten der bundesweit 32 Edeka-Simmel-Filialen in Sachsen, Thüringen und Bayern systematisch hinterher. Edeka kündigte derweil eine Prüfung der Vorwürfe an. Diesen Artikel weiter lesen
«Die Hamburger Edeka-Zentrale hat die Darstellung des Magazins ´Focus´, das über vermeintliche Bespitzelungsversuche von Mitarbeitern beim Edeka-Unternehmer Peter Simmel berichtet hatte, heute zur Kenntnis genommen und wird die darin erhobenen Behauptungen schnellstmöglich aufklären», teilte das Unternehmen am Abend in Hamburg mit. Die Prüfung der Vorgänge habe bereits begonnen. Aufsichtsratsvorsitzender Peter Simmel sicherte zu, dass er «die Widerlegung der vom ´Focus´ erhobenen Vorwürfe aktiv und transparent angehen» wolle.

Dem Magazin zufolge führten Detektive nicht nur heimlich Hausvisiten bei krankgemeldeten Mitarbeitern durch, sondern filzten auch Privatautos von Mitarbeitern. Aus Verträgen und einer Arbeitsanweisung vom 12. Januar 2009 gehe hervor, dass bis zu 20 Wagen pro Woche kontrolliert worden sind. Weigerten sich die Betroffenen, den Wagen zu öffnen, «drohen wir damit, die Polizei zu rufen und verweisen darauf, dass dieses sicherlich arbeitsrechtliche Konsequenzen haben werde», habe ein Detektiv dem Magazin berichtet.

Die Münchner Arbeitsrechtlerin Dorthee Wilcke sagte, dass der Wink mit der Kündigung auf eine «strafbare Nötigung hinauslaufen» könnte. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisierte zudem Passagen der Arbeitsverträge für Simmel-Beschäftigte als «rechtswidrig». Demnach sei eine tägliche fristlose Kündigungsmöglichkeit binnen sechs Monaten im Einzelhandel in Bayern verboten.

Zudem vergüte der Unternehmer Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Überstunden mit Warengutscheinen, die ausschließlich in Simmels Edeka-Märkten eingelöst werden könnten. «Warengutscheine können als Lohnersatz nicht beitragsfrei erbracht werden», sagte Dirk Bühl von der deutschen Rentenversicherung Bund dem Magazin. ver.di-Fachabteilungsleiter Hubert Thiermeyer kündigte an: «Wir werden Anzeige erstatten und den Vorgang an die Prüfbehörden weiterleiten.»

In der Vergangenheit war bereits der Discounter Lidl in die Schlagzeilen geraten, unter anderem wegen der Kameraüberwachung von Mitarbeitern sowie der Sammlung von Krankendaten.


http://de.news.yahoo.com/17/20091129/tde-edeka-bespitzelt-offenbar-seine-mita-3419c4f.html
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