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Autor Thema: Kinderarmut  (Gelesen 18114 mal)
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deutscher Michel


Beiträge: 169



« Antworten #45 am: Mai 26, 2008, 20:25:55 »

Zitat
Kaum ist die Aufregung um den Entwurf für den nationalen Armutsbericht der Bundesregierung ein wenig abgeebbt, folgt die nächste Hiobsbotschaft. Laut einem am Montag in Berlin veröffentlichten Report des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF hat die Kinderarmut in Deutschland mittlerweile weit größere Ausmaße als bisher angenommen. Demnach wachsen 35 bis 40 Prozent der Minderjährigen mit alleinerziehenden Eltern in relativer Armut auf. Als weitere Probleme nennt der Bericht unter anderem unzureichende Betreuungsmöglichkeiten für unter Dreijährige sowie die ausgeprägte Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Herkunft. Die Merkmale sozialer Ausgrenzung seien dabei sehr vielfältig, so der Vorstandschef der deutschen UNICEF-Sektion, Jürgen Heraeus, bei der Vorstellung der Studie. Kinder aus armen Haushalten seien häufig verhaltensauffällig, stark übergewichtig und neigten mehr als in jedem anderen Industrieland zu frühzeitigem Zigaretten- und Alkoholkonsum. Auffallend sei zudem, daß Jungen und Mädchen aus Zuwandererfamilien seltener einen Kindergarten besuchten, in Sonder- und Hauptschulen hingegen überrepräsentiert seien. 17 Prozent von ihnen verließen die Schule ohne Abschluß.
...
http://www.jungewelt.de/2008/05-27/054.php
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"Unsichtbar macht sich die Dummheit
indem sie massenhaft auftritt"

Bertolt Brecht
Wilddieb Stuelpner


Beiträge: 8918


« Antworten #46 am: Mai 28, 2008, 02:42:55 »

Ursache für schlechte Bildungschancen, für Kinderarmut und Armut im Allgemeinem, schlechte gesundheitliche und soziale, teuer werdende Betreuung, schon vorhandene und sich uferlos ausbreitende Altersarmut?
  • die "Erfolgsreformen" der großen Scheißhauskoalition, die den Namen "Reform" nicht verdienen, sondern als Ausplünderungsorgien richtigerweise bezeichnet werden müssen,
  • der Unternehmerschmiergeldlobbyismus in der Politik und Wirtschaft,
  • das Kleben an mittelalterlichen Machtstrukturen mit kleinstaatlichem Charakter,
  • zu viele unnütze Karriersten und Egoisten in Politik, Wirtschaft und Verwaltung, die nichts von menschlichem Zusammenhalt, Solidarität und kollegiales Eintreten halten, aber um so mehr vom Raffen, vom Übervorteilen und Bescheißen der Mitmenschen,
  • Konzentration von Kapital und Produktion auf wenige Eigentümer,
  • die Umverteilung des gesellschaftlich erwirtschafteten Reichtums in die Hände machtgeiler Raffsäcke
  • Privatisierung gesellschaftlich-staatlichem Eigentums
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Hamburgerin


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« Antworten #47 am: Mai 28, 2008, 08:56:21 »

Ich habe diesen Thread mal so eben überflogen, und dabei festgestellt, dass er im August 2005 gestartet wurde. das ist nun fast drei Jahre her. Und in dieser Zeit hat man immer und immer wieder das Thema *Kinderarmut* aufs Tapet gebracht. Und was hat sich seitdem geändert? Richtig! NICHTS!

Und es wird sich auch nichts ändern.

Das Thema *Kinderarmut* wird alle Jahre wieder aufgelegt, besprochen, diskutiert, erörtert, beschrieben, gedruckt, gefilmt, und zwar von immer denselben Typen, die niemals und zu keinem Zeitpunkt von sowenig Geld ihre lieben Kleinen über die Runden bringen müssen.
Die spalten sich dann in zwei Lager. Das eine Lager sagt, man braucht mehr Geld, höhere Alg II-Sätze, eigenen Kinderregelsatz, mehr Bildung, kleinere Klassen, kostenlose Mittagstische in Schulen, kostenlose Freizeitangebote für Alg II-Kinder, mehr Teilhabe an der Gesellschaft.....

Das andere Lager hält dagegen. Mehr Geld für Alg II-Kinder? Nicht mit uns! So haben deren Eltern nur mehr zur Verfügung für Kippen, Bier, DVD-Player, Flachbildfernseher. Helfen platte Klischees aus eben so platten Polit-Hirnen nicht mehr, wird die Armut von Anno-Dünnemals ausgegraben. Wie schwer es die Leute doch damals hatten, wie arm man war, wie klein die Verhältnisse, wie eng die Behausung - genauso eng, wie die Denke der Politfuzzis. *Damals* kann nicht der Maßstab für heute sein, sowenig wie die Armut der Dritten-Welt der Maßstab für Armut in einer Industrienation sein darf. Am Ende irgendeiner sinnentleerten Debatte läßt man sich das Zugeständnis mehr kostenlose Mittagstische einzurichten, abringen.
Damit ist diese lästige Debatte erst mal vom Tisch, schließlich hat man ja Entgegenkommen gezeigt.

Von denen, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, hat niemand ein ernsthaftes Interesse daran, Alg II-Sätze zu erhöhen, den Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, mehr Bildungschancen zu eröffnen, mehr Aussicht auf Zukunftsperspektiven zu bereiten.
Hartz IV hat, anders als öffentlich dargestellt, schließlich niemals dazu gedient, Arbeitsplätze zu schaffen. Wäre es darum gegangen, hätte die damalige Regierung andere, sinnvollere Möglichkeiten gehabt. Hartz IV diente einzig darum Sozialstandarts abzusenken, Tarife auszuhebeln und die Löhne zu drücken. Und da werden die Verantwortlichen den Teufel tun, und die Alg II-Sätze anheben. Schließlich können die doch gar nicht niedrig genug sein, da sich daran doch die untersten Lohngruppen orientieren.

Ich bin mittlererweile zu dem Ergebnis gelangt, dass diese *kostenlose Mittagstische* erst in zweiter Linie dazu dienen, den Hunger der Kinder zu stillen, in erster Linie dienen sie dazu, die Kinder frühzeitig daran zu gewöhnen, in Zukunft in öffentlichen Suppenküchen zu essen,  sich alternativ die Abfälle der Konsumgesellschaft an den Tafeln abzuholen, oder in Mülleimern nach verwertbarem zu wühlen.

In diesem Sinne: Guten Apettit.
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Ratrace


Beiträge: 2500



« Antworten #48 am: Mai 29, 2008, 08:12:21 »

Zitat
Kinderarmut in Deutschland

Thorsten Stegemann 29.05.2008

Die neueste UNICEF-Studie und das Dossier zu "Armutsrisiken von Kindern und Jugendlichen" warnen einmal mehr vor einem Scheitern der aktiven Sozial- und Familienpolitik

Die Fakten sind seit langem bekannt, und so beweist ihre stets aktualisierte Präsentation in Form groß angelegter Studien vor allem eins: Die politischen Entscheidungsträger sind in Deutschland nicht willens oder nicht fähig, zeitnah auf offenkundige Fehlentwicklungen zu reagieren, auch wenn ihnen Experten entscheidende Daten und Szenarien an die Hand geben, andere Länder mit gutem Beispiel voran gehen und sie selbst über komfortable parlamentarische Mehrheiten verfügen, die eine schnelle Beschlussfassung möglich machen sollten.
[...]

Ganzer Artikel: Telepolis
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Das einzig Freie im Westen sind die Märkte.
Hamburgerin


Beiträge: 579



« Antworten #49 am: Mai 29, 2008, 11:59:20 »

Das mit dem höheren Kindergeld ist doch pure Augenwischerei. Und wenn Frau v.d. Leyen das Kindergeld x-mal erhöht, da haben die Hartz-IV-Kinder überhaupt nichts von, ob mit oder ohne Zuschlag. Denn solange das Kindergeld und evtl. Zuschläge als Einkommen des Kindes angerechnet werden, sind derartige Vorschläge nur lautes Wahlkampfgetöse.
Und was diesen Kinderzuschlag angeht, den Eltern mit geringem Einkommen für ihren Nachwuchs erhalten, der soll doch bloß verschleiern, dass immer mehr Menschen mit ihrem Einkommen nicht auskommen, aber deswegen nicht gleich wieder in der Arbeitslosenstatistik auftauchen sollen. Schließlich soll die unter allen Umständen bereinigt werden, damit die Bundesregierung ihre "Erfolge" endlich auch mal feiern kann.
Aus diesem Grund hat man auch die Voraussetzungen für den Zuschlagsanspruch erweitert. Ursprünglich war die Meßlatte für den Anspruch so hoch gestezt worden, dass es kaum Berechtigte gab.
In Wahrheit bedarf es dieses Kinderzuschlages gar nicht. Es würde reichen, wenn jedes Kind in der BRD uneingeschränkten Anspruch auf Kindergeld hätte, der nicht mehr als Einkommen berechnet werden dürfte. Das wäre gesetzlich und verwaltungstechnisch schnell und mit einem Federstrich auszuführen, ist jedoch politisch nicht gewollt.
Alles andere was Fr.v.d. Leyer absondert, ist nur das immer gleiche Betoffenheitsgesülze eines Politprofis. Ich mags nimmer hören....so ermüdend ist das.  :schlafen>
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Eivisskat


Beiträge: 132


« Antworten #50 am: Juli 16, 2008, 07:50:25 »

Zitat

Pressemitteilung der Bündnisplattform:«Kinderarmut durch Hartz IV» vom 16.07.2008

Kürzungen bei Hartz IV-Kindern finanzieren das höhere Kindergeld

Bonn/Frankfurt – Die neu gründete Bündnisplattform «Kinderarmut durch Hartz IV» wirft Finanzminister Peer Steinbrück vor, seine im Haushaltsentwurf 2009 eingestellten Mittel für Familien mit Kindern in Höhe von einer Mrd. Euro würden zur Hälfte durch Einsparungen bei Hartz IV-Kindern gegenfinanziert. Mit Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 sei Kindern und Jugendlichen ab sieben der Wachstumsbedarf aberkannt worden, und die Bundesregierung sei bis heute nicht bereit, diese Kürzung wieder zurück zu nehmen.

Insgesamt würde die Große Koalition minderjährigen Kindern im Hartz IV-Bezug eine halbe Milliarde Euro jährlich entziehen und für die Erhöhung des Kindergelds verwenden. Die für  2009 geplante Kindergelderhöhung von 10€ pro Monat käme den Kindern aus Hartz IV-Haushalten nicht zugute, da es auf ihren Regelsatz angerechnet werde. Die Regierungsphrasen, man wolle alle Kinder fördern, entpuppten sich als Seifenblasen.
Einsparungen in Höhe von 773 Mio. Euro ergeben sich dadurch, dass Kinder ab sieben der Wachstumsbedarf aberkannt wird, d.h. dass
- Schulkindern unter 14 nicht mehr, wie vor Hartz IV, zwanzig Prozent mehr als Säuglingen zugestanden wird, sondern nur noch genauso viel, und
- Teenager von 14 bis 17 Jahren von 90% auf 80% des Eckregelsatzes und damit auf das Niveau von erwachsenen Haushaltsangehörigen heruntergekürzt wurden.

Die Bundesregierung habe damit jedem Kind von 7 bis 13 monatlich 42€ bzw. jährlich 504€ entzogen, Kindern von 14 bis 17 sogar monatlich 45€ bzw. jährlich 540€.
Die Mehrausgaben für Kinder unter sieben in Höhe von 264 Mio. Euro, entstanden durch die Erhöhung ihrer Regelsätze, müssen allerdings gegengerechnet werden.
Um die Einsparungen zu berechnen, geht der Frankfurter Sozialwissenschaftler, Prof. Rainer Roth mangels offizieller Angaben davon aus, dass auf jede Altersstufe bis 18 136.000 Kinder entfallen. Diese Zahl ergibt sich, wenn man die offiziell angegebenen 1,9 Mio. Kinder unter 15 gleichmäßig auf die 14 Alterstufen verteilt und dieselbe Verteilung auch für die Kinder von 14 bis 17 annimmt.

Die neu gegründete Bündnisplattform setzt sich dafür ein, dass der Wachstumsbedarf für Kinder und Jugendliche wieder anerkannt wird. Deshalb müssten die Kürzungen der Regelsätze bei Kindern ab dem Schulalter sofort zurückgenommen werden.
Das bedeutet, dass für 7 bis 13-Jährige ein Regelsatz von 253€ statt 211€ und für 14 bis 17-Jährige ein Regelsatz von 316€ statt 281€ notwendig sei.

Inzwischen haben sich schon zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen den Forderungen der Bündnisplattform angeschlossen.

http://www.kinderarmut-durch-hartz4.de

Über die Bündnisplattform:
Nächstes Jahr ist Wahlkampfjahr. Deshalb will das Bündnis diese Zeit nutzen, um die gewählten Volksvertreter zu fragen, warum ausgerechnet bei Schulkindern vorsätzlich der Regelsatz gekürzt wurde und das Wachstum und der erhöhte Ernährungsbedarf nicht mehr anerkannt wird. Ziel ist noch vor der Wahl, die Rücknahme dieser Kürzungen. Unterstütz wird dies durch ein breite Bündnis vielfältiger Organisationen und Einzelpersonen.

Kinderarmut durch Hartz IV.de

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Pressekontakt und Quelle: Erwerbslosen Forum Deutschland

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http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wirtschaft/2009/das-ende-der-arbeit.html

 „Wir müssen der Wandel sein, den wir in der Welt sehen wollen." (Mahatma Gandhi)
Sektsauferle


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« Antworten #51 am: Juli 16, 2008, 19:22:32 »

immer wenn man denkt, es geht nicht schäbiger, kommt noch was schäbigeres :kotze>
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In Memory of Menschenrechte !!!
regenwurm


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« Antworten #52 am: Juli 16, 2008, 20:14:39 »

@ Eivisskat passend dazu:  

Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland
Armut wird immer jünger

Es handelt sich nicht um ein Sommerlochthema. Die Situation ist dafür zu ernst. Denn nach dem kürzlich erschienenen Bericht der Bundesregierung über die Lebenslage der Menschen sollten alle aufgeschreckt sein: In Deutschland gibt es eine zunehmende Armut bei Millionen von Kindern, von der man zuvor wenig Notiz genommen hatte. Vor allem durch die rot-grüne „Reform" Hartz IV hat sich dies verstärkt. Drastisch zeigen sich zudem Unterschiede in Ost- und Westdeutschland. Ein neues Buch zur Kinderarmut spricht eine deutliche Sprache.

Der Bericht über die Lebenslage der Menschen in Deutschland bezieht sich auf die Jahre vor 2006. Bereits er weist eine katastrophale Umverteilung von Vermögen von unten nach oben aus und infolge dessen eine fortschreitende Verarmung bei immer größeren Bevölkerungsschichten, vor allem unter Kindern. Doch nach 2005, so Wirtschaftsminister Michael Glos kürzlich, habe sich allerdings im Zuge der wirtschaftlichen Erholung alles deutlich verbessert.

Doch das scheint zumindest nicht für Kinder zuzutreffen. Seit Einführung der rot-grünen „Arbeitsmarktreformen" hat sich die Situation deutlich verschlechtert. Christoph Butterwegge, Professor für Politikwissenschaft aus Köln gegenüber der NRhZ: „Von den 11,44 Millionen Kindern unter 15 Jahren lebten im März 2007 – auf dem Höhepunkt des gegenwärtigen Konjunkturaufschwungs – nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit fast 1,93 Millionen in „Hartz-IV-Haushalten". Das waren mehr denn je, seit Hartz IV am 1. Januar 2005 in Kraft trat. Rechnet man die übrigen Kinder in Sozialhilfehaushalten, in Flüchtlingsfamilien – die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ungefähr ein Drittel weniger als die Sozialhilfe erhalten – hinzu und berücksichtigt zudem die Dunkelziffer, lebten etwa 2,8 bis 3,0 Millionen Kinder, das heißt jedes vierte Kind, auf oder unter dem Sozialhilfeniveau."

Butterwegge zufolge ist das Problem noch durch ein deutliches Ost-West- und Nord-Süd-Gefälle verschärft werden. In Görlitz kamen 44,1 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren aus Hartz-IV-Haushalten, während es im bayerischen Starnberg nur 3,9 Prozent waren. Aber auch in Westdeutschland, wie in der Großstadt Bremen, gibt es Ortsteile, in denen über 60 Prozent aller Kinder zu den Sozialgeldbeziehern gehören." Alle hätten nur geringe Bildungschancen und berufliche Perspektiven. So notwendig aber die beste Bildung für alle Kinder ist, dürfte sie kein Allheilmittel sein, wie die Politik gern vorgibt und nun eine Bildungsoffensive starten will. Irgendwann werden sich die meisten wieder gegenseitig auf den Füßen stehen – nur eben auf höherem Niveau. Außerdem sei es „pure Heuchelei, den Armen 'Bildet Euch' zu predigen, im Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger dafür aber keinen Cent vorzusehen", so Butterwegge gegenüber der Frankfurter Rundschau. Nötig sei vielmehr eine Umverteilung von Arbeit, Vermögen und Einkommen.

Das Buch „Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland" beleuchtet die Ursachen und psychosozialen Folgen der Kinderarmut in den alten und den neuen Bundesländern durch einen empirischen Vergleich der sozialen Situation von Erfurter und Kölner Schulkindern. Es gibt Aufschluss über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lebenslagen in Ost- und Westdeutschland und über die Schwierigkeiten unter den schwierigen Rahmenbedingungen des Vereinigungsprozesses. Es werden außerdem Gegenmaßnahmen auf den unterschiedlichsten Politikfeldern vorgeschlagen, um die Lebenssituation von Kindern in Deutschland zu verbessern.

Alle Autoren haben große Erfahrungen in der Armutsforschung, vor allem bei Kindern. Prof. Dr. Christoph Butterwegge ist Hochschullehrer für Politikwissenschaft an der Universität zu Köln, Dr. Michael Klundt ist Fachreferent für Kinder- und Jugendpolitik bei der Fraktion DIE LINKE im Bundestag und Matthias Belke-Zeng ist Sozialpädagoge und arbeitet für die Erfurter Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.


Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Dr. Michael Klundt, Mathias Belke-Zeng:

Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland

2., aktualisierte und erweiterte Aufl. Wiesbaden (VS – Verlag für Sozialwissenschaften) 2008, geb., 378 Seiten, Ladenverkaufspreis: 24,90 EUR

Bestellungen können entweder über den Buchhandel oder über den Verlag, Frau Schunath, VS – Verlag für Sozialwissenschaften, Abraham-Lincoln-Str. 46, 65189 Wiesbaden, Tel.-Nr.: 0611/7878-245; Fax: 0611/7878-99; e-Mail: petra.schunath@gwv-fachverlage.de bestellt werden.

Quelle
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Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.
Wilddieb Stuelpner


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« Antworten #53 am: August 01, 2008, 13:09:29 »

... gegen Arbeitslose und erzeugt politisch gewollt vererbbare Kinderarmut:

Zitat aus nachfolgendem Beitrag als Themenaufhänger

"... Auch an ihrer Schule bekommen die Töchter regelmäßig zu spüren, dass Lisa-Maries Vater arbeitslos ist. Denn viele Lehrmittel müssen die Schüler selbst zahlen, ebenso Fahr- und Eintrittsgelder. Dazu kommen regelmäßig kostenpflichtige Lehrangebote: Viele Einzelbeträge, die dem ehemaligen Unternehmer inzwischen über den Kopf wachsen:

Bernd Kniel, arbeitsloser Vater
„Es kommen laufend irgendwelche Kosten.“
KONTRASTE
„Zum Beispiel?“
Bernd Kniel, arbeitsloser Vater
„Es kommen zum Beispiel Kosten: Acht Euro für die Waldschule, 19 Euro für einen externen Schreibmaschinenkurs. Es kommen Kosten für einen Verstärkungskurs, wo Kinder stark gemacht werden sollen. Damit werden wir täglich konfrontiert.“

Das alles soll Bernd Kniel mit monatlich 211 Euro pro Kind finanzieren, dem Hartz-IV-Regelsatz für Kinder unter 14 Jahren. Der gilt für: Hausrat, Essen, Kleidung, Freizeit und – Bildung. Viel bleibt dafür nicht.

Laut Statistischem Bundesamt gibt der Durchschnittsbürger im Monat rund 64 Euro für Bildung aus.

Daher überfordern selbst kleine Ausgaben die Familienkasse: Zum Beispiel: Kosten für einen Ausflug: „7,80 Euro pro Kind mitbringen“, stand es lapidar einmal im Hausaufgabenheft. Das macht bei drei Kindern rund 24 Euro.

Für Vater Kniel der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte:

Bernd Kniel, arbeitsloser Vater
„Ich habe der Schule mitgeteilt, dass ich diese Kosten nicht mehr tragen kann. Weil laufend irgendwelche Ausflüge sind.“

Doch aus der Schule kam keine Hilfe. Auch nicht vom Schulförderverein. Es wurde bestimmt, dass die drei Kinder der Kniels nicht zum Ausflug mitkommen dürfen. Als einzige mussten sie in der Schule bleiben. Eine beschämende Situation, zugeben zu müssen, sich den Ausflug nicht leisten zu können. ..."

und die rassistischen Reaktionen aus der Schule und Bevölkerung ist politisch im Rahmen des Herrschen und Teilens gewollt. Wenn man die Bevölkerung mit Konsumterror, sozial selektierende BRD-Hinterhofbildung und Brot-und-Spiele-Veranstaltungen zudröhnt, kommt in deren Gehirnwindungen nur Rücksichtslosigkeit, Ellenbogen, Egoismus, Hass auf die Mitmenschen an. Keiner hinterfragt aus welchen Gründen, von wem und zu wessen Nutzen das Hartz-Paket eingeführt wurde:

"... KONTRASTE
„Hast du das Deiner Lehrerin gesagt?"
Lisa-Marie Kniel
„Ja."
KONTRASTE
„Und was hat die gesagt?"
Lisa-Marie Kniel
„Dann sind wir die einzigen drei, wo da bleiben in der Schule und betreut werden."
KONTRASTE
„Hat die das vor der ganzen Klasse gesagt?"
Lisa-Marie Kniel
„Hm.“ ...

... Die Schulleitung bestreitet, dass die Lehrerin die finanzielle Situation der Kinder vor der gesamten Klasse offenbart habe.

Vor der Kamera wollte dazu aber niemand etwas sagen. In einem Brief an Kontraste verweist die Schule auf Verwaltungsvorschriften. Danach nehmen die Kinder bei,

Zitat: „… Nichtteilnahme an der schulischen Veranstaltung dann am Unterricht teil. Dies wurde durch die Schule organisiert."

Bürokratie statt Anteilnahme. Immerhin: Das Bundesland Brandenburg hat inzwischen reagiert. In finanzieller Hinsicht gibt es hier bald für Schüler etwas Hilfe. ...

... Die zusätzliche Förderung der Kinder ist für die Nachbarn ein willkommener Anlass für aufgebrachte Reaktionen:

Jürgen Noske, Nachbar
„Aber wenn Sie 20 Euro für Ihre Kinder nicht haben, damit sie irgendwie an schulischen Maßnahmen teilnehmen, denn wäre es das Letzte was ich mache, da würde ich erstmal als Eltern auf alles verzichten. Und wenn ich da bin, wo ich selber gar nichts mehr habe, dann würde ich bei meinen Kindern anfangen und nicht umgekehrt. Die Kinder erst ausnutzen, um vielleicht irgendwo noch ein Euro her zu kriegen, noch einen dazu! Wo ist denn hier Kinderarmut? Wo ist denn hier Kinderarmut? Oder was wollen Sie hier vorspielen?“
Bernd Kniel, arbeitsloser Vater
„Herr Noske, ich bin hier her gekommen, weil ich hier Arbeit hatte. Ich bin wegen Arbeit hier her gekommen.“
Jürgen Noske, Nachbar
„Wegen Arbeit, ja?“
Bernd Kniel, arbeitsloser Vater
„Ja!“
Jürgen Noske, Nachbar
„Wegen Arbeit, na klar. Und was haben Sie zwischendurch gemacht versucht, um Arbeit zu kriegen? Wenn Sie arbeiten können, dann finden Sie auch Arbeit in der Region. Vielleicht suchen Sie mal den Grund bei sich, warum keiner was mit Ihnen zu tun haben will.“

Mein Kommentar: Auf diesen frechen Vorwurf "Und was haben Sie zwischendurch gemacht ..." des Nachbarn Noske gibt das Kontraste-Video eine Antwort: Mehr als 100 erfolglose Bewerbungen!!!

Diese politisch gewollte Sichtweise von ihren Parteien im Dienste der Wirtschaft erzeugt, sollte man dem Söder und Buschkowsky aus der letzten Anne-Will-Sendung

ARD, Sendung "Anne Will" vom 27.07.2008, 21:45 Uhr: Kein Geld für Drückeberger - ist jeder Job besser als keiner?

auch einmal aufs Butterbrot schmieren!!!!

... sagte bei ANNE WILL

Markus Söder
Bayerischer Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten

"Jetzt müssen wir über die Frage diskutieren, wie schaffen wir es, einen Teil der Leute wieder in Arbeit zu bekommen, und auch, sie an Arbeit zu gewöhnen. Und da gibt es viele Projekte, eines ist das Modell der Bürgerarbeit, um dadurch die Leute wieder stärker in den Arbeitsprozess zu integrieren, übrigens auch, damit sie wieder lernen, früh aufzustehen."

Heinz Buschkowsky
Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln

"Wir haben sehr viele bildungsferne Familien, wo Eltern das größte Risiko für ihre Kinder sind."

"Es gibt den alten Satz: 'Die Kinder lernen nicht durch die Schule, sondern trotz der Schule'. Die Schule baut auf Fundamenten auf, die die Eltern gelegt haben."

"Die jungen Leute müssen sich schon bewegen. Geh nach Hause, setz’ Dich auf die Coach, ist nicht."

RBB, Sendung "Kontraste" vom 01.08.2008, 21:45: Hartz IV – ein Bildungsrisiko

Autor: Iris Marx

Gute Schulen nutzen heute alle Möglichkeiten, um den Bildungshorizont der Kinder zu erweitern: Ausflüge, Exkursionen, besondere Lernmittel. Für Familien, die auf Hartz-IV angewiesen sind oft ein Problem. Denn die dafür anfallenden Kosten kann der Regelsatz kaum abdecken. Chancengleichheit sieht anders aus, meint Iris Marx.

Armut ist erblich. Sind die Eltern arm, werden die Kinder in aller Regel später auch nicht viel Geld haben. Warum ist das so?! Weil ein hohes Einkommen eng mit Bildung verknüpft ist. Eine bessere Schulbildung ermöglicht vielleicht ein Studium und anschließend einen gut bezahlten Job. Kinder aus armen Familien haben diese Chance häufig nicht. Sie werden von ihren Eltern nicht gefördert, bekommen kaum Anreize, wenig Bildungsimpulse. Doch es gibt auch Ausnahmen. Iris Marx hat ein Mädchen aus einer Hartz-IV-Familie getroffen, das in der Schule richtig gut ist, und trotzdem in der Schule die Folgen der knappen Familienkasse zu spüren bekommt.

KONTRASTE
„Was hast du denn in Mathe?"
Lisa-Marie Kniel
„Eine Eins."
KONTRASTE
„Und in Deutsch?"
Lisa-Marie Kniel
„Auch.“
KONTRASTE
„In Kunst?“
Lisa-Marie Kniel
„Eins.“
KONTRASTE
„Musik?“
Lisa-Marie Kniel
„Zwei.“

Lisa Marie aus Briesen in Brandenburg ist eine gute Schülerin und ein fröhliches Mädchen – wie auch ihre beiden Schwestern.

Die drei Kinder leben hier mit ihrem Vater und seiner Lebensgefährtin. Doch das Idyll trügt: Die Miete für das kleine Haus in Höhe von 460 Euro muss das Amt zahlen: Bernd Kniels Firma ist in die Insolvenz gegangen, die Familie lebt seit einem halben Jahr von Hartz IV .Über 100 Bewerbungen hat der Vater seitdem geschrieben – ohne Erfolg.

Spuren, hinterlässt seine Arbeitslosigkeit inzwischen auch bei seinen Kindern:

KONTRASTE
„Machst Du Dir Sorgen?“
Lisa-Marie Kniel
„Manchmal schon. Wie wird es jetzt weitergehen? Kriegen sie jetzt ’ne Arbeit, oder nicht? ’Weiß man halt nie richtig."

Auch an ihrer Schule bekommen die Töchter regelmäßig zu spüren, dass Lisa-Maries Vater arbeitslos ist. Denn viele Lehrmittel müssen die Schüler selbst zahlen, ebenso Fahr- und Eintrittsgelder. Dazu kommen regelmäßig kostenpflichtige Lehrangebote: Viele Einzelbeträge, die dem ehemaligen Unternehmer inzwischen über den Kopf wachsen:

Bernd Kniel, arbeitsloser Vater
„Es kommen laufend irgendwelche Kosten.“
KONTRASTE
„Zum Beispiel?“
Bernd Kniel, arbeitsloser Vater
„Es kommen zum Beispiel Kosten: Acht Euro für die Waldschule, 19 Euro für einen externen Schreibmaschinenkurs. Es kommen Kosten für einen Verstärkungskurs, wo Kinder stark gemacht werden sollen. Damit werden wir täglich konfrontiert.“

Das alles soll Bernd Kniel mit monatlich 211 Euro pro Kind finanzieren, dem Hartz-IV-Regelsatz für Kinder unter 14 Jahren. Der gilt für: Hausrat, Essen, Kleidung, Freizeit und – Bildung. Viel bleibt dafür nicht.

Laut Statistischem Bundesamt gibt der Durchschnittsbürger im Monat rund 64 Euro für Bildung aus.

Daher überfordern selbst kleine Ausgaben die Familienkasse: Zum Beispiel: Kosten für einen Ausflug: „7,80 Euro pro Kind mitbringen“, stand es lapidar einmal im Hausaufgabenheft. Das macht bei drei Kindern rund 24 Euro.

Für Vater Kniel der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte:

Bernd Kniel, arbeitsloser Vater
„Ich habe der Schule mitgeteilt, dass ich diese Kosten nicht mehr tragen kann. Weil laufend irgendwelche Ausflüge sind.“

Doch aus der Schule kam keine Hilfe. Auch nicht vom Schulförderverein. Es wurde bestimmt, dass die drei Kinder der Kniels nicht zum Ausflug mitkommen dürfen. Als einzige mussten sie in der Schule bleiben. Eine beschämende Situation, zugeben zu müssen, sich den Ausflug nicht leisten zu können.

Lisa-Marie Kniel
„Weil das Geld gerade nicht dafür da ist."
KONTRASTE
„Hast du das Deiner Lehrerin gesagt?"
Lisa-Marie Kniel
„Ja."
KONTRASTE
„Und was hat die gesagt?"
Lisa-Marie Kniel
„Dann sind wir die einzigen drei, wo da bleiben in der Schule und betreut werden."
KONTRASTE
„Hat die das vor der ganzen Klasse gesagt?"
Lisa-Marie Kniel
„Hm.“
KONTRASTE
„Wie fandest du das?“
Lisa-Marie Kniel
„Irgendwie blöd, weil dann fühlt man sich auch so weggeschoben."
KONTRASTE
„Wie haben die anderen Kinder in der Klasse reagiert?"
Lisa-Marie Kniel
„Blöd angeschaut, haben halt auch blöd gefragt.“

Die Schulleitung bestreitet, dass die Lehrerin die finanzielle Situation der Kinder vor der gesamten Klasse offenbart habe.

Vor der Kamera wollte dazu aber niemand etwas sagen. In einem Brief an Kontraste verweist die Schule auf Verwaltungsvorschriften. Danach nehmen die Kinder bei, Zitat:
„… Nichtteilnahme an der schulischen Veranstaltung dann am Unterricht teil. Dies wurde durch die Schule organisiert."

Bürokratie statt Anteilnahme. Immerhin: Das Bundesland Brandenburg hat inzwischen reagiert. In finanzieller Hinsicht gibt es hier bald für Schüler etwas Hilfe.

Das Jugendministerium will pro Schuljahr 60 Euro pro Kind zur Verfügung stellen in einem so genannten Schulsozialfonds.

Holger Rupprecht (SPD), Landesminister für Bildung, Jugend und Sport
„Schulsozialfonds bedeutet, dass eine Schule über den Schulträger eine bestimmte Summe Geld zugewiesen bekommt, festgemacht an einer Zielgruppe. Die Schule kann hierüber relativ flexibel frei verfügen, um beispielsweise Leistungen für eintätige Exkursionen, Eintritte in Museen oder auch die Fahrten zu solchen externen Unterrichtsorten zu bezahlen.“

So bekommen Familien wie die Kniels in Zukunft finanzielle Hilfe. Mehr Geld für die Bildung ihrer Kinder. Eine gute Nachricht für alle Kinder von Hartz IV Empfängern in Brandenburg.

Doch die Nachbarn im Ort können die Unterstützung durch den Staat nicht verstehen. Das Verhältnis zu Bernd Kniels Familie ist seit langem angespannt. Er kommt von außerhalb und lebt hier von Hartz IV.

Die zusätzliche Förderung der Kinder ist für die Nachbarn ein willkommener Anlass für aufgebrachte Reaktionen:

Jürgen Noske, Nachbar
„Aber wenn Sie 20 Euro für Ihre Kinder nicht haben, damit sie irgendwie an schulischen Maßnahmen teilnehmen, denn wäre es das Letzte was ich mache, da würde ich erstmal als Eltern auf alles verzichten. Und wenn ich da bin, wo ich selber gar nichts mehr habe, dann würde ich bei meinen Kindern anfangen und nicht umgekehrt. Die Kinder erst ausnutzen, um vielleicht irgendwo noch ein Euro her zu kriegen, noch einen dazu! Wo ist denn hier Kinderarmut? Wo ist denn hier Kinderarmut? Oder was wollen Sie hier vorspielen?“
Bernd Kniel, arbeitsloser Vater
„Herr Noske, ich bin hier her gekommen, weil ich hier Arbeit hatte. Ich bin wegen Arbeit hier her gekommen.“
Jürgen Noske, Nachbar
„Wegen Arbeit, ja?“
Bernd Kniel, arbeitsloser Vater
„Ja!“
Jürgen Noske, Nachbar
„Wegen Arbeit, na klar. Und was haben Sie zwischendurch gemacht versucht, um Arbeit zu kriegen? Wenn Sie arbeiten können, dann finden Sie auch Arbeit in der Region. Vielleicht suchen Sie mal den Grund bei sich, warum keiner was mit Ihnen zu tun haben will.“

Die Ablehnung aus der Ortschaft bekommt nicht nur Bernd Kniel zu spüren, sondern auch seine drei Töchter.

Vor allem Lisa-Marie fragt sich, warum manche Kinder nicht ihr spielen dürfen.

Lisa-Marie Kniel
„Denkt man halt immer nach, aber man bekommt kein Ergebnis raus.“
KONTRASTE
„Hast du denn schon mal gefragt?“
Lisa-Marie Kniel
„Nein. Ich hab zwar schon mal gefragt, aber da kriegt man keine Antwort drauf. Die sagen dann nur, ich weiß nicht, warum ich mit dir nicht spielen darf.“

Doch Lisa-Marie bleibt tapfer. Ihre guten Schulnoten geben ihr Halt:

Lisa-Marie Kniel
„Insgesamt sind’s zwölf Einsen und fünf Zweien.“

Die Brandenburger Initiative ist deutschlandweit eher die Ausnahme. In vielen anderen Bundesländern fühlen sich die Kultusministerien nicht zuständig für solche Probleme oder wissen zum Teil gar nicht, was ein Schulsozial-Fonds überhaupt sein soll.

Video
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #54 am: Januar 08, 2009, 11:02:06 »



 

Kinderarmut lässt sich auf verschiedenen Wegen bekämpfen. Man kann die Hartz-IV-Sätze für Kinder und Jugendliche auf ein Niveau erhöhen, das für ein menschenwürdiges Leben ausreicht. Man kann wieder mehr Sozialwohnungen für arme Familien bauen und diese schwerpunktmäßig in den mittleren und besseren Stadtvierteln ansiedeln, um arme Kinder aus den Armutsghettos herauszubekommen. Man kann den Kindergartenbesuch kostenlos machen und die in Kindergärten und Schulen grassierende und arme Kinder ausgrenzende Unsitte beenden, für Ausflüge, Theaterbesuche, Bastelaktionen und vieles andere mehr Eltern extra zur Kasse zu bitten. Wahrscheinlich muss man dies alles und noch vieles andere tun, um die dramatisch zunehmende Armut von Kindern und Jugendlichen Schritt für Schritt abzubauen und ihre Chancen auf ein eigenverantwortliches und armutsfreies Leben zu erhöhen. Die große Koalition tut jedoch im Verein mit dem Bundestag nichts von alledem, sondern senkt die Zahl der armen Kinder und Jugendlichen, indem sie einen Teil von ihnen wegdefiniert?

http://www.blaetter.de/artikel.php?pr=2978
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
anti-hartz4


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« Antworten #55 am: Januar 08, 2009, 14:25:04 »

Zitat
Als einzige mussten sie in der Schule bleiben. Eine beschämende Situation, zugeben zu müssen, sich den Ausflug nicht leisten zu können. ..."

Geht meiner Tochter auch so. Nur ist sie so erzogen,Dass sie sich nicht schämt. Sie weis genau wer Schuld an ihrer Situation ist. Es ist die kapitalistische Gier nach immer mehr Profit,da sind Menschen die sich nicht ausbeuten lassen,fehl am Platz. Sie sagt ebend ihre Meinung dazu. Kleines Beispiel: Ausflug letzten Monat zu Mc Doof. Sie wollte und konnte nicht mit,also sagte sie,dass sie nicht zu diesen Giftmischern gehen möchte und sie für sowas kein Taschengeld ausgibt. Sie weiß auch das diese Imbisskette dem Niedriglohnsektor angehört und Kinderarbeit unterstützt. Nächstens steht ein Klassenausflug nach Berlin auf dem Plan(Cottbus-Berlin) das kostet richtig Geld. Sie will lieber zu Schule gehen,damit sie was lernt,sagt sie.
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Widerstand dem Kapitalgesindel
Hartzige


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« Antworten #56 am: Januar 08, 2009, 14:43:22 »

Zitat
Als einzige mussten sie in der Schule bleiben. Eine beschämende Situation, zugeben zu müssen, sich den Ausflug nicht leisten zu können. ..."

Geht meiner Tochter auch so. Nur ist sie so erzogen,Dass sie sich nicht schämt. Sie weis genau wer Schuld an ihrer Situation ist. Es ist die kapitalistische Gier nach immer mehr Profit,da sind Menschen die sich nicht ausbeuten lassen,fehl am Platz. Sie sagt ebend ihre Meinung dazu. Kleines Beispiel: Ausflug letzten Monat zu Mc Doof. Sie wollte und konnte nicht mit,also sagte sie,dass sie nicht zu diesen Giftmischern gehen möchte und sie für sowas kein Taschengeld ausgibt. Sie weiß auch das diese Imbisskette dem Niedriglohnsektor angehört und Kinderarbeit unterstützt. Nächstens steht ein Klassenausflug nach Berlin auf dem Plan(Cottbus-Berlin) das kostet richtig Geld. Sie will lieber zu Schule gehen,damit sie was lernt,sagt sie.

Klassenreisen müssen von der Arge nach Antrag (kann formlos sein) bezahlt werden.
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anti-hartz4


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« Antworten #57 am: Januar 08, 2009, 15:14:27 »

Stimmt,nur hat sie und ich erstmal die Schnauze voll vom Betteln gehen. Schule ist ihr wichtiger.Echte Klassenfahrten werden natürlich beantragt, genau wie Erstaustattung.
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Hakuna_Matata


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« Antworten #58 am: Januar 27, 2009, 18:33:50 »

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-meisten-fuellen-den-kuehlschrank/

taz: Herr Zöllner, Sie beraten in Berlin Hartz-IV-Familien. Wie kommen die Leute mit den derzeitigen Regelsätzen über die Runden?

Detlef Zöllner, 54, berät in Berlin-Friedrichshain im Nachbarschaftszentrum Rudi Familien, die von Hartz-IV leben.

Detlef Zöllner: Das Geld reicht eindeutig nicht aus. Was für die Kinder zur Verfügung steht - da müssen die meisten Eltern sehr knapsen. Die Sätze reichen vorn und hinten nicht.

Wo fehlt es am meisten?

Es fängt schon beim Essen und der Kleidung an. Die Eltern kommen ja gar nicht und klagen über zu wenig Geld für Hobbys oder Kino - darüber hat in meiner Beratung noch keiner ein Wort verloren.

Essen und Kleidung sollten doch aber abgedeckt sein?

Um seine Kinder vollwertig zu ernähren, dafür reicht es auf keinen Fall. Bei mehreren Geschwistern können Kinder nur nacheinander neue Kleidung bekommen. In der Schule und im Hort sind andauernd Beiträge zu zahlen. Und am Ende des Monats gibt es bei vielen einfach Nudeln.

...
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rodion


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« Antworten #59 am: Februar 02, 2009, 20:43:50 »


"Bei mehreren Geschwistern können Kinder nur nacheinander neue Kleidung bekommen."

auch wenn es ihn als rächer der armen, witwen und waisen ehrt, liegt der herr zöllner hier falsch. bei uns z.b. ist es so, daß die jüngeren die kleider von den größeren auftragen. neue klamotten für die kleinen sind luxus.
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