Wie Lobbyistenvereine an allem Möglichem herumschraubten, sieht man exemplarisch am deutschen Steuerrecht. Schön kompliziert machen, damit die Berufsstände der Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine, der Fachanwälte für Steuerrecht, der Finanzgerichte, der Steuerfahnder usw. ihre Lebens-ABM samt mehr oder weniger opulenter Verdienste behalten dürfen.
Von der Bierdeckelsteuer eines Friedrich Merz ist schon lange keine Rede mehr. Und genauso verhält es sich mit anderen Fachgebieten, Branchen und Berufsgruppen, weil die falschen Leute an den Schalthebeln der Macht sitzen. Die 68er faselten mal was vom Etablishment und meinten die Kapitalisten.
Ach so, deswegen hat ja Mag Wompel aktuell ihr Rechtsproblem, weil sich manche Herrschaften bei diesem Begriff auf den Schlips getreten fühlen. Also muß man den Begriff Kapitalist mal definieren.
Der KapitalistDer Begriff "Kapitalist" wird in der Ökonomie erstmals von David Ricardo benutzt. In seinem Werk "On the Principles of Political Economy and Taxation" (1817) bezeichnet er die herrschende Klasse der Privateigentümer und die Grundherren als Kapitalisten. Heute wird die Bezeichnung in abwertender Weise verwendet. Im Marxismus bezeichnet das Wort eine Person, die über Produktionsmittel verfügt. Um sein Leben zu fristen, muss er seine Fähigkeit zur Arbeit nicht (wie der Proletarier) verkaufen. Vielmehr zieht er aus deren lebendiger Arbeit Profit bzw. Einkommen, das er vor allem zur erweiterten Akkumulation seines Kapitals nutzt, ggf. zur Beschaffung weiterer Produktionsmittel verwendet.
Marxistische UnterteilungDer Begriff des Kapitalisten kann in verschiedene Subkategorien aufgeteilt werden.
a) Der Begriff des Industriellen bezeichnet einen Kapitalisten, der im Bereich der Produktion tätig ist.
b) Die Handelskapitalisten sind Händler, die nicht selbst produzieren, sondern produzierte Güter absetzen. Sie treten als Mittler zwischen Produktion und Kunde auf.
c) Der Begriff des Geldkapitalisten beschreibt den Finanzierungsbereich im weitesten Sinne.
Zu beachten ist, dass mehrere dieser Begriffe auf eine Person zutreffen können. So ist es nicht ungewöhnlich, dass produzierende Unternehmen ihre Produkte auch selbst absetzen. Oder das industrielle Unternehmen Kredite vergeben.
Die Kapitalisten als Klasse wurden von Karl Marx auch Bourgeoisie genannt. Sie haben den Adel des Feudalismus als herrschende Klasse abgelöst.
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Ich kann nicht erkennen wie man wegen dieser richtigen, wahren Bezeichnung als Unternehmer eine Beleidigung ableiten kann und extra die Justiz bemüht. Das ist geradezu lächerlich.
Zitate zum Kapitalismus:http://de.wikiquote.org/wiki/KapitalismusMarx-Forum: Was ist KapitalHistorisches Lexikon der Schweiz: KapitalismusSocialisme.be: Angriffe auf Renten, Privatisierungen, Verlängerung der Arbeitszeit, ...: Die historische Aufgabe der Unternehmer im KapitalismusWikipedia: KapitalismuskritikMarxistische KapitalismuskritikKarl Marx und Friedrich Engels beschreiben die kapitalistische Gesellschaft als Gesellschaft des Elends, der Ausbeutung und der Entfremdung.
In seinen Frühschriften betont Marx besonders den Aspekt der Entfremdung. Im Kapitalismus könne ein Lohnabeiter ohne Eigentum an Produktionsmitteln nicht frei über seine Arbeitskraft verfügen, sondern müsste sie nach den Vorgaben des Kapitalisten einsetzen, für den er arbeitete. Die Güter, die er so produziere, erlebe der Arbeiter nicht mehr als seine eigenen, sondern als fremde; er könne sich in den Ergebnissen seiner eigenen Tätigkeit nicht wiedererkennen.
Der Kapitalismus sei eine subtile Form der Knechtschaft, die sich auf eine scheinbare Freiheit stütze. Formell seien in der zwar kapitalistischen Gesellschaft alle Mitglieder frei und rechtsgleich, de facto aber könnten Lohnabeiter nur wählen, an wen sie ihre Arbeitskraft verkauften. Arbeit sei im Kapitalismus nicht eine Möglichkeit der Selbstverwirklichung, sondern ihrem Wesen nach Zwangsarbeit.
In seinem späteren Werk, insbesondere in seinem Hauptwerk „Das Kapital“, betont Marx vor allem den ausbeuterischen Charakter des Kapitalismus. Der Kapitalist vermehre sein Kapital durch die Ausbeutung fremder Arbeitskraft, da er dem Lohnarbeiter nur einen Teil des vom Arbeiter geschaffenen Wertes vergüte. Einen großen Teil des vom Arbeiter geschaffenen Wertes streiche der Kapitalist dagegen als Mehrwert ein, aus dem er seinen Profit schöpfe. Statt mit dem Fortschritt der Industrie seine Lage zu verbessern, werde der Arbeiter so zum Pauper, es komme zu einer allgemeinen Verarmung.
Nach Karl Marx ist die Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln in der Diktatur des Proletariats die ökonomische Voraussetzung der klassenlosen Gesellschaft. Im Manifest der Kommunistischen Partei fordern Marx und Engels die Verstaatlichung aller Produktionsinstrumente: „Das Proletariat wird seine politische Herrschaft dazu benutzen, der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstrumente in den Händen des Staats, d.h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats, zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte möglichst rasch zu vermehren.“ [1]
[1] Manifest der Kommunistischen Partei, Abschnitt II: Proletarier und KommunistenKarl Marx, Lohn, Preis und Profit -8. Die Produktion des Mehrwerts
Linksruck.de: Wie der Kapitalismus entstanden ist