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Candide
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« Antworten #15 am: November 09, 2008, 14:21:35 » |
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Die GSW etwa (in Besitz von Cerberus*, denen auch Chrysler gehört, und einem Fonds von Goldman Sachs) wirbt aktuell mit 3 Jahre lang eingefrorenen Mieten. Gut, bei ausgewählten Wohnungen. Aber immerhin sind das dieselben, die vor ein paar Jahren Fantasiestudien im Eigeninteresse über die Mietentwicklung in Berlin veröffentlicht haben... Hier ( http://blog.rbb-online.de/roller/abendschaublog/entry/us_finanzkrise_erreicht_berliner_wohnungsmarkt) geht es um einen anderen Finanzinvestor in Immobilien... der jetzt pleite ist. Vielleicht ergibt sich ja die Chance für die Städte die privatisierten Wohnungsbestände jetzt günstig zurückzukaufen - sozusagen als Gegenleistung für die div. Rettungspakete. Gibt es hier noch jemand? LG Candide
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Kater
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« Antworten #16 am: November 14, 2008, 01:10:43 » |
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HOP HOP HOP – MIETEN STOP!
Aufruf zur Demonstration gegen steigende Mieten, Stadtumstrukturierung und Verdrängung in Kreuzberg 36, Nord-Neukölln und überall
SAMSTAG, 29.11.08, 14 Uhr FALCKENSTEINSTRASSE (U-BAHN SCHLESISCHE STRASSE) Seit Jahren steigen in der Berliner Innenstadt die Mieten. Besonders betroffen sind hiervon Menschen, die wenig Geld haben, die zu Armutslöhnen ausgebeutet werden oder staatliche Unterstützung beziehen. Viele von uns müssen einen immer größeren Teil ihrer Einkommen für Miete ausgeben, oder können sich die Mieten überhaupt nicht mehr leisten und müssen ihr Stadtviertel verlassen. Denn während die Mieten rasant steigen, gibt es gleichzeitig immer mehr Menschen, die in Armut oder von sehr kleinen Einkommen leben.
Diese Entwicklung von steigenden Mieten und Verdrängung der Menschen mit geringen Einkommen aus der Innenstadt, auch Gentrification genannt, ist etwa in Mitte und Prenzlauer Berg schon fast abgeschlossen. Aber auch andere Viertel sind betroffen: aktuell etwa sehr stark Kreuzberg 36 und Nord-Neukölln. Hier, wo traditionell Menschen mit migrantischem Hintergrund, Arbeiterinnen und Arbeiter, Studentinnen und Studenten leben, schnellen seit einigen Jahren die Mieten dramatisch in die Höhe. Damit verändert sich die Zusammensetzung der Bevölkerung: aus dem Kiez der Migrant_innen, Arbeiter_innen, Arbeitslosen und Student_innen wird innerhalb weniger Jahre ein Kiez derjenigen, die es geschafft haben, sich im kapitalistischen Konkurrenzsystem durchzusetzen und gute Einkommen zu erzielen.
Die Menschen, die einen immer größeren Teil ihrer kleinen Einkommen für die Miete aufbringen müssen und irgendwann ihren Kiez ganz verlassen müssen, sind die Verliererinnen und Verlierer dieser Entwicklung. Aber Gewinnerinnen und Gewinner dieser Entwicklung gibt es natürlich auch: diejenigen, denen die Häuser gehören und die von den steigenden Mieten kräftig profitieren. Während etwa im Reichenberger Kiez in Kreuzberg 36 in den letzten Jahren arme Menschen flächendeckend durch die steigenden Mieten verdrängt werden, schießen gleichzeitig Luxuswohnugen aus dem Boden, wie etwa die sogenannten „Auto-Lofts“ mit ihrem Motto „Luxus, Komfort und Sicherheit“ in der Reichenberger Straße.
Diese Entwicklung von steigenden Mieten, Verdrängung und Stadtumstrukturierung ist nicht vom Himmel gefallen, sondern Teil ganz normaler kapitalistischer Prozesse. Wenn wir uns jetzt nicht entschlossen zur Wehr setzen, droht in Berlin das, was etwa in München, London und Paris schon lange Normalität ist: die fast vollkommene Verdrängung armer Menschen aus der Innenstadt in die Vorstädte. Private Hausbesitzer haben nur ein einziges Interesse: so viel Profit aus dem Mietshaus zu holen wie möglich. Wir haben das Interesse an guten Wohnungen zu billigen Mieten. Wenn wir unsere Vereinzelung überwinden und uns zusammenschließen, werden wir das erkämpfen, was wir wollen, und nicht mehr durch überhöhte Mieten die Profite der Hausbesitzer_innen ins Ungeheure treiben, während wir selbst oft nicht wissen, wovon wir Essen und Kleidung, BVG und Kino bezahlen sollen!
Deswegen: Kommt alle zur Demonstation: Hop Hop Hop – Mieten stop!
Billige Mieten für alle in Kreuzberg 36, Neukölln und überall – Wohnen ist Menschenrecht!
Mieterhöhungen boykottieren – Zwangsumzüge stoppen - Verdrängung angreifen!
Keine weitere Privatisierung – die Häuser denen, die drin wohnen!
Luxuswohnungen verhindern - alternative Projekte verteidigen – sinnlosen Leerstand besetzen!
Gegen rassistische Polizeikontrollen, Ordnungsamtschikanen, Kameraüberwachung! http://www.kreuzberg-info.de/pirati/texte1/miete_aufruf.html
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Mario Nette
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« Antworten #17 am: November 17, 2008, 18:37:52 » |
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Eine Beteiligung aller Betroffenen (Berliner) bei der folgenden, kurzzeitigen und drängenden Unterschriftenaktion ist wünschenswert. Bitte auch weiterverbreiten, wenn es in eurem Interesse ist: http://www.berliner-arbeitslosenzentrum.de/Unterschriften/menschenwuerdiges-wohnen.phpedit: Mach mit!: Gutes Wohnen für alle! Unterschriftensammlung für bessere "Ausführungsvorschriften Wohnen" bei Hartz IV in Berlin Exkurs: Was ist die AV Wohnen Die AV Wohnen schreibt u. a. vor, wie hoch die Kosten der Unterkunft für Bezieher von Sozialleistungen in Berlin sein dürfen und welche Sonderregelungen bei der Bemessung der Höhe es gibt. Die aktuell noch gültige Version findest du hier: http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/sicherung/umsetzung_sgb_ii/neufassung_av_wohnen_stand__nderungsav_vom_30__mai_2006.pdfMomentan wird in Berlin die AV Wohnen zwischen Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) und Sozialsenatorin Heid Knake-Werner (Linke) besprochen. Der Landes- und danach der Bundesrechnungshof haben Anstoß dazu gegeben, weil sie meinen, Berlin verschwende für die Wohnkosten der Hartz-Betroffenen zu viel Geld. Und daran sei die AV Wohnen schuld, weil sie nicht gesetzestreu sei. Zugegeben, die AV Wohnen hat genügend Ecken und Kanten. Aber sie ist in anderen Punkten den Regelungen im Rest Deutschlands voraus. Nicht nur diese Punkte gilt zu verteidigen, sondern die gesamte AV Wohnen zu verbessern. Es liegt ein Entwurf einer neuen, sozialen AV Wohnen vor, den diverse Experten und Betroffene in den letzten Monaten ausgearbeitet haben. Zu vermuten ist, dass der Berliner Sparwahn dazu führt, dass im Senat eine AV Wohnen beschlossen werden soll, die für alle Hartz-Betroffenen enorme Einschnitte mit sich bringen wird. Mit dem sozialen Entwurf der AV Wohnen soll dem entgegen gewirkt werden. Kurz zusammengefasst findest du die Forderungen auf der folgenden Seite: http://www.berliner-arbeitslosenzentrum.de/Unterschriften/menschenwuerdiges-wohnen.phpDort kannst du auch deine Stimme abgeben und weitere Informationen beziehen. Schon in der nächsten Woche will der Senat entscheiden. Bis dahin werden viele, viele Unterschriften und damit Unterstützer benötigt. Beteilige auch du dich, gib deine Stimme ab und leite diese Nachricht an alle Menschen im Umkreis weiter, die ein Interesse haben könnten. Du kannst auch selbst Unterschriftenlisten führen - die angegebene Seite hält diese bereit. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du Leute erreichen kannst, die über keinen Zugang zum Internet verfügen. Weiterführend Ab 01.01.2009 soll der Druck auf Hartz-Betroffene noch erhöht werden, Stichwort: Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente. Kommt es hart auf hart, haben wir BerlinerInnen zusätzlich mit der vom Senat angestrebten AV Wohnen eine enorme Last zu schultern. Das muss nicht sein! Schluss mit der Beschneidung der Rechte der Hartz-Betroffenen! Schluss mit der Verdrängung! Erhebe jetzt deine Stimme! Mario Nette
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« Letzte Änderung: November 17, 2008, 22:27:55 von Mario Nette »
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Kater
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« Antworten #18 am: November 28, 2008, 09:34:45 » |
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Senat kommt Hausbesitzern entgegen Verzicht auf Mietobergrenzen, weil es in der ganzen Stadt genug günstige Wohnungen gibt Ulrich Paul
Die Entwicklung der Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt macht nach Ansicht von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) derzeit kein Eingreifen der Politik nötig. "Selbstverständlich beobachten wir ganz genau, wie sich der Berliner Mietmarkt entwickelt", sagte Junge-Reyer gestern anlässlich einer Veranstaltung zum Berliner Wohnungsmarkt. Bisher sei aber nur "eine moderate Steigerung der Mieten" festzustellen.
Junge-Reyer räumte ein, dass die hohe Nachfrage nach Wohnungen in Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg dazu führe, dass dort die Mieten nach oben getrieben werden. Dies sei aber ein Normalisierungsprozess des Marktes. Wohnungen mit einer guten Ausstattung in einer gefragten Lage hätten eben ihren Preis. Keiner könne und niemand müsse Wohnungssuchenden garantieren, dass sie eine sanierte Stuckaltbauwohnung in Ia-Lage in Wilmersdorf oder Prenzlauer Berg für unter fünf Euro Kaltmiete den Quadratmeter finden, sagte Junge-Reyer. Die Wahrheit sei, dass es nicht gelingen werde, überall Wohnungen für jeden Geldbeutel zur Verfügung zu haben. Jeder könne aber eine bezahlbare Wohnung finden. In Berlin stehen nach Angaben der Senatorin 108 000 Wohnungen länger als sechs Monate leer.
Laut Mietspiegel von 2007 zahlen die Berliner im Durchschnitt für eine der 1,2 Millionen Wohnungen des freien Marktes eine Kaltmiete von 4,75 Euro pro Quadratmeter monatlich, sagte Junge-Reyer. Berlin liege damit unter dem Durchschnitt der vergleichbaren Mieten in Deutschland, der 5,91 Euro beträgt.
Mehrere Studien aus der Wohnungswirtschaft und von Maklerunternehmen waren in den vergangenen Wochen zu dem Ergebnis gekommen, dass die Preise bei neu vermieteten Wohnungen in Berlin stark steigen. Nach Angaben des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen lagen die Mieten 2007 bei neu vereinbarten Verträgen im Schnitt 21,1 Prozent über dem Mietspiegeldurchschnitt von 4,75 Euro je Quadratmeter.
Von den Grünen, aus Kreisen der SPD und vom Mieterverein wurden danach Forderungen nach einer Begrenzung der Mieten laut. Der Mieterverein verlangt, dass die Mieten beim Neuabschluss eines Mietvertrages maximal 20 Prozent über dem Mietspiegel liegen dürfen. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Mietervereins, Reiner Wild, sprach sich gestern zudem dafür aus, dass die Mieten innerhalb von drei Jahren künftig nur noch um 15 Prozent steigen dürfen. Bislang können Vermieter die Miete alle drei Jahre um 20 Prozent anheben, sofern die ortsübliche Miete noch nicht überschritten wird.
Ein Bündnis verschiedener Initiativen ruft für Sonnabend zu einer Demonstration gegen steigende Mieten und Verdrängung einkommensschwacher Menschen auf. Die Protestveranstaltung beginnt um 14 Uhr an der Falckensteinstraße/Ecke Schlesische Straße in Kreuzberg. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/1127/berlin/0059/index.html
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Kater
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« Antworten #19 am: Dezember 10, 2008, 12:52:52 » |
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Misstrauen gegen den Mietspiegel Viele Mieter lehnen Befragungen für die nächste Preisübersicht ab / Jetzt werden sie umworben Ulrich Paul
Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hat ein Problem. Im Sommer kommenden Jahres soll der nächste Mietspiegel erscheinen, der auf den Preisangaben von Mietern und Vermietern beruht. Doch Berlins Mieter verweigern sich. Viele Haushalte, die für die repräsentative Befragung durch das Gewos-Institut ausgewählt wurden, geben schlicht keine Auskunft. "Es läuft nicht gut", sagte gestern die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Manuela Damianakis. "Bis jetzt ist der Rücklauf mau." weiter: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/1205/berlin/0024/index.html
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Kater
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« Antworten #20 am: März 05, 2009, 12:03:40 » |
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Mieten steigen schneller als die Löhne Investitionsbank legt Bericht über Wohnungsmarkt der Hauptstadt vor / Eingreifen gefordert Ulrich Paul
Die Mieten in Berlin steigen schneller als die Einkommen. Während die Wohnkosten ohne Ausgaben für Heizung und Warmwasser zwischen dem Jahr 2000 und 2007 um insgesamt elf Prozent anzogen, erhöhten sich die Nettoeinkommen im gleichen Zeitraum lediglich um rund fünf Prozent. Das geht aus dem gestern vorgestellten Wohnungsmarktbericht 2008 der Investitionsbank Berlin (IBB) hervor.
Folge der Entwicklung: Die Wohnkostenbelastung der Mieter steigt drastisch. Während Haushalte im Jahr 2002 noch 26 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen ausgaben, waren es im Jahr 2006 schon 28 Prozent. Einpersonenhaushalte mussten sogar 32 Prozent aufbringen. In Friedrichshain-Kreuzberg hat sich die Mietentwicklung dem Bericht zufolge bereits von der Entwicklung der Einkommen abgekoppelt. Hier stiegen die Bruttokaltmieten von 1998 bis 2006 um 25 Prozent, die Einkommen hingegen nur um rund elf Prozent. Zwar steht Berlin mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 6,35 Euro je Quadratmeter (Stand: 2006) im Vergleich zu Großstädten wie Hamburg, München oder Köln günstig da, doch die Einkommen in der Hauptstadt liegen auch unter denen dieser Städte. Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen in Berlin entspricht sogar nur 83 Prozent des Bundesdurchschnitts. Die niedrigen Einkommen stellen laut dem IBB-Bericht das Hauptproblem am Wohnungsmarkt dar. Eine erwartete Verknappung der preiswerten Wohnungen sei deswegen als Warnsignal zu sehen, heißt es in dem Bericht.
Unter Druck geraten vor allem Mieter mit niedrigen Einkommen, die in einem begehrten Wohnviertel wie Prenzlauer Berg, Mitte oder Friedrichshain leben. Wenn sie umziehen, finden sie kaum noch eine bezahlbare Wohnungen in ihrem Kiez. Wohnungen rund um die Spandauer Vorstadt und Unter den Linden werden derzeit zu Preisen von neun Euro je Quadratmeter und mehr angeboten. Das sind die höchsten Mieten, die in Berlin verlangt werden. Nur das Gebiet um den Kurfürstendamm und einige Villenviertel in Dahlem und Grunewald sind genauso teuer. Überdurchschnittlich hoch sind auch Wohnungen in Prenzlauer Berg und den angrenzenden Gebieten von Mitte. Dort werden bei Neuvermietungen im Schnitt Preise zwischen sieben und acht Euro je Quadratmeter Wohnfläche verlangt. Ähnlich teuer sind Mietwohnungen in Zehlendorf, im Süden von Spandau und im nördlichen Reinickendorf. Vergleichsweise günstig sind Wohnungen in Nord-Neukölln und Wedding, die für weniger als fünf Euro je Quadratmeter zu haben sind. Viele Menschen aus Friedrichshain-Kreuzberg ziehen mittlerweile in den Norden Neuköllns.
Mieterverein will Preisbremse
Der Berliner Mieterverein sieht die Entwicklung mit Sorge. "Einer deutlich steigenden Nachfrage stehen immer weniger preisgünstige Wohnungen gegenüber", rügte der Vorsitzende Franz-Georg Rips. Er forderte den Senat auf, sich im Bund für eine gesetzliche Begrenzung der Mieten beim Abschluss neuer Verträge einzusetzen. Zudem müssten die zunehmende Zweckentfremdung von Wohnungen als Ferienappartements und der spekulative Wohnungsleerstand gestoppt werden. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) erklärte, von einer angespannten Marktlage könne nicht gesprochen werden, da der Wohnungsmarkt durch eine insgesamt moderate Mietenentwicklung gekennzeichnet sei, die sich im Rahmen der allgemeinen Entwicklung der Verbraucherpreise bewege. Seite 18
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Zahl der Singles wächst
In Berlin gibt es rund 1,89 Millionen Wohnungen. Rund 800 000 Wohnungen zählen zu den bis 1948 errichteten Altbauten. Die übrigen Wohnungen wurden danach errichtet.
Eigentümer der Wohnungen sind überwiegend private Besitzer. Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften besitzen 15,8 Prozent, Genossenschaften 11,3 Prozent.
Leerstehende Wohnungen gibt es rund 107 500. Dies ist die Zahl der Wohnungen, die länger als sechs Monate nicht vermietet sind. Viele Wohnungen stehen nach Schätzungen des Senats leer, weil sie saniert werden müssen.
Die Zahl der Haushalte wächst. Im Jahr 2007 verteilte sich die gleiche Zahl an Einwohnern auf acht Prozent mehr Haushalte. Das liegt daran, dass es immer mehr Singles gibt. Ihr Anteil lag im Jahr 2007 schon bei 53 Prozent der Haushalte. In einem Haushalt in Berlin leben im Schnitt 1,75 Personen.
Lieber zur Miete als im eigenen Heim leben die Berliner. 87 Prozent bewohnen eine Mietwohnungen, der Rest eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0304/berlin/0025/index.html
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Kater
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« Antworten #21 am: März 05, 2009, 13:42:06 » |
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Brunnenviertel/Marthashof Der "soziale Äquator" als neue Grenze Von Anselm Weidner
Im Brunnenviertel auf der früheren Westseite im Wedding geht die Angst um, ob das Geld für eine warme Mahlzeit am Tag reicht, ob die Miete im nächsten Monat bezahlt werden kann oder Vattenfall morgen den Strom abstellt. Die Menschen auf der anderen Seite der Bernauer Straße treibt die Sorge um, wie in den Pent Houses und Town Villas des "Urban Village" Marthashof ein "Wohnen ohne Kompromisse" (so die Werbung) zu organisieren ist, ob mit einer Duschterasse aus Naturkieseln oder aus fugenlosem Feinsteinzeug in Erdtönen. Marthashof mit 133 Luxuswohnungen ist die erste im Bau befindliche der vier in Berlin geplanten "guarded cities" für die Reichen in Berlin.
Über den Todesstreifen wächst das Gras; die einst hermetische Grenze zwischen den Machtblöcken in Berlins Mitte vernarbt. Eine neue ist entstanden, auf den ersten Blick unsichtbar; und sie vertieft sich von Tag zu Tag. Die neue Grenze an der Bernauer Straße könnte belegen: Nicht von der Politik aufgezwungene ideologische Grenzen spalten die Menschen und Völker, sondern die von der Ökonomie aufgezwungenen Klassengrenzen. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dasfeature/878643/
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klaus72
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« Antworten #22 am: April 05, 2009, 17:37:32 » |
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Günter Wallraff Unter null
© ZEIT ONLINE 4.3.2009 - 19:06 Uhr
* Schlagworte: * Armut * Obdachlosigkeit
Wie leben Obdachlose in Deutschland? Günter Wallraff hat die Kälte in unserem Land erforscht - und hat bei minus 20 Grad auf der Straße übernachtet Verbrachte den Dezember und Januar undercover als Obdachloser auf der Straße: Günter Wallraff
Verbrachte den Dezember und Januar undercover als Obdachloser auf der Straße: Günter Wallraff
© Thomas Rabsch
Im Winter 2008/2009 hat sich Günter Wallraff unter Menschen begeben, die alles verloren haben: Ihren Beruf, ihr Geld, ihre Bleibe, ihre Familie. Für seine Reportage "Unter null" im ZEITmagazin hat er am eigenen Leibe erfahren, wie Obdachlose in Deutschland leben. Er verbrachte die kältesten Tagen des Winters auf der Straße, bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad - und erfuhr dabei erstaunlich viel Wärme von seinen Leidensgenossen.
Mit ZEIT ONLINE sprach Wallraff über seine Erfahrungen: "Viele haben sich auf der Straße ihre Ersatzfamilie geschaffen." Ein Obdachloser habe ihm seine Schlafstelle über einem Heizungsschacht angeboten und ihm einen Teil seines erbettelten Geldes abgegeben. "In diesem Moment war mir wirklich zum Heulen zumute." Anzeige
Dass Menschen ohne Wohnung das Leben auf der Straße einigen Obdachlosenunterkünften vorziehen, kann der Journalist inzwischen verstehen: "Es gibt Heime, die wirklich gruselig sind." Seine schlimmste Nacht habe er in einer Einrichtung in Hannover verbracht, die über Nacht abgeriegelt war, erzählt Wallraff. "Ich hatte dort einen Nachbarn, der sich - offenbar im Drogenrausch - im Nebenzimmer in Gewaltfantasien gegen mich hineinsteigerte. Da bekam ich wirklich Panik."
Er habe früher selbst Vorurteile gehabt, vor allem gegenüber jüngeren Obdachlosen, sagt Wallraff. Seit er aber wisse, welche Biografien und Schicksale dahinter stünden, habe sich seine Einstellung geändert. "Es gibt inzwischen genug Menschen, denen man ihre Obdachlosigkeit gar nicht ansieht. Sie sehen so aus, als kämen sie gerade aus dem Büro. Man erkennt es nur an kleinen Zeichen: die Haare sind ungekämmt, der Anzug ein bisschen verknittert..."
Angesichts der Wirtschaftskrise werde Obdachlosigkeit bald kein "marginales, sondern ein sehr zentrales Thema" in Deutschland werden, meint Wallraff. "Sie kann jeden von uns treffen."
Günter Wallraffs Reportage "Unter null" lesen Sie ab Donnerstag im ZEITmagazin Weitere Artikel zum Thema ZEIT ONLINE 10/2009: "Es kann jeden treffen"
Günter Wallraff hat die kältesten Tage dieses Winters unter Obdachlosen auf der Straße verbracht. Ein Gespräch über Menschen "ganz unten" […]» DIE ZEIT 10/2009: Die Würde der Straße
Günter Wallraff undercover unter Obdachlosen. Aufnahmen während seiner Recherche in Köln im Winter 2008/2009 […]»
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ManOfConstantSorrow
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« Antworten #23 am: Mai 27, 2009, 20:35:17 » |
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Kampgne gegen steigende Mieten in Berlin In Berlin wurde ein Bündnis für eine Kampagne „Steigende Mieten stoppen!“ gegründet. Während eifrig Pläne geschmiedet werden, wie die Kampagne effektiv in die Öffentlichkeit hinein wirken und Druck auf die mieterfeindliche Senats- und Bundespolitik ausüben soll, wurde schon mal zur Vernetzung – na klar – ein Blog lanciert: http://mietenstopp.blogsport.de http://de.indymedia.org/2009/05/251405.shtml
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
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Kater
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« Antworten #24 am: September 03, 2009, 14:55:49 » |
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Mieterverein fordert Preisbindung Senat soll gegen Wohnungsnotstand vorgehen Uwe Aulich
Der Berliner Mieterverein wirft dem Senat eine verfehlte Politik im Umgang mit leer stehenden Wohnungen in Berlin vor. Von den 108 000 Wohnungen, die nach Senatsangaben nicht vermietet sind, stünden mehr als 50 Prozent aufgrund verschiedener Mängel schon länger als zwei Jahre leer, sagte gestern Franz-Georg Rips, Vorsitzender des Mietervereins. "Die Leerstandsstatistik des Senats ist daher kein Beweis für eine nachhaltig entspannte Marktlage", sagte er. Viele Wohnungen seien unvermietbar, sie dürften nicht in der Statistik aufgeführt werden.
Der Mieterverein geht vielmehr von höchstens 50 000 leer stehenden Wohnungen aus, die wieder vermietet werden können. Wie Hauptgeschäftsführer Hartmann Vetter sagt, könne bei insgesamt 1,89 Millionen Wohnungen in Berlin daher von einem entspannten Wohnungsmarkt nicht die Rede sein. Wegen dieses Notstandes fordern Rips und Vetter vom Senat mietpreisbegrenzende Maßnahmen. Mieter hätten dann bei Neuvermietungen das Recht, überhöhte Mieten vom Eigentümer zurückzufordern, wenn die Kaltmiete 20 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete übersteigt. Auch könnte die Umwandlung von Wohn- in Gewerberaum durch eine Verordnung wieder verboten werden.
Der Mieterverein stützt sich bei seiner Bewertung auf eine eigene, aber nicht repräsentative Umfrage. Demnach haben 800 Mieter im Internet oder auf Fragebögen Angaben zu leer stehenden Wohnungen in ihrem Umfeld gemacht. Erfasst wurden 1 389 Wohnungen, von denen 766 länger als zwei Jahre leer standen. Ursachen sind laut Vetter vor allem der schlechte Zustand von Häusern oder Wohnungen (18 Prozent) sowie überhöhte Mietforderungen (13,2 Prozent). Weitere Gründe für langfristigen Leerstand: unsachgemäße Sanierung, Verkauf von Häusern sowie eine schlechte Lage an Hauptverkehrsstraßen. Der Mieterverein nennt auch Beispiele. So stehen 72 unsanierte Wohnungen einer früheren US-Wohnanlage in Dahlem seit zweieinhalb Jahren leer. Als spekulativen Leerstand bezeichnet der Mieterverein ein Haus in der Richard-Sorge-Straße in Friedrichshain, dort stehen 39 Wohnungen seit drei Jahren leer. Und ein unsanierter Wohnkomplex an der Warschauer Straße (115 Wohnungen) ist seit fünf Jahren nicht bewohnbar.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will trotz der Kritik des Mietervereins bei ihrer Berechnungsmethode bleiben. Eine Wohnung gilt bisher als leer stehend, wenn es für den Stromzähler keinen Vertrag gibt. "So bekommen wir lückenlose Daten", sagt Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverwaltung. Dass unter den 108 000 Wohnungen auch nicht vermietbare sind, ist laut Rohland dem Senat klar - dabei geht es um etwa 25 000 bis 35 000 Wohnungen. "Es gibt keinen Wohnungsnotstand", sagt die Sprecherin. Allerdings könnte die Statistik ergänzt werden durch eine Ursachenforschung, indem etwa die IBB Vermieter zu den Gründen für Wohnungsleerstand befragt. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0903/berlin/0056/index.html
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Senor_Ding-Dong
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« Antworten #25 am: November 15, 2009, 16:57:46 » |
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Am Samstag, den 14.11.09 demonstrierten mindestens 700 Menschen gegen Bebauung des Mauerparks und zogen vom Mauerpark über Kastanienallee, Hackeschen Markt, Dircksenstraße zum Roten Rathaus. Berlin - Mehrere hundert Menschen haben heute gegen eine Bebauung des Mauerparks in Berlin-Prenzlauer Berg demonstriert. Sie wehrten sich gegen Pläne der Stadt, Teile des Parks mit Eigentumswohnungen zu bebauen, teilte die Piratenpartei mit, die den Aufruf der Initiative «Mauerpark fertigstellen» unterstützte. Nach Polizeiangaben folgten rund 700 Demonstranten dem Aufruf. Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) hatte im Juli einen Entwurf vorgestellt, wonach etwa 4,5 Hektar mit mehrgeschossigen Häusern bebaut werden sollen. Der Mauerpark auf dem einstigen Todesstreifen erinnert an die Spaltung Berlins zu DDR-Zeiten. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/detail_dpa_23000228.phphttp://www.mauerpark.info/
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Kater
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« Antworten #26 am: März 06, 2010, 17:10:55 » |
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Grunewald ohne Wald Wohnungsmarktbericht: Friedrichshain-Kreuzberg ist für Mieter sehr teuer geworden Ulrich Paul
Friedrichshain-Kreuzberg ist auf dem besten Wege für Mieter genauso teuer zu werden wie Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf mit den noblen Stadtteilen Dahlem, Grunewald und Wannsee. Das geht aus dem gestern vorgestellten Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin (IBB) hervor.
Danach wurden in den vergangenen zwei Jahren im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der zu den ärmsten der Stadt zählt, nur noch sieben Prozent der Wohnungen zu Mietpreisen unter fünf Euro je Quadratmeter Wohnfläche (kalt) angeboten. Im Berliner Durchschnitt sind es hingegen 20 Prozent. In ganz Berlin gibt es nur noch in Charlottenburg-Wilmersdorf weniger preiswerte Mietangebote als in Friedrichshain-Kreuzberg. Selbst in Steglitz-Zehlendorf sind mehr Wohnungen zu Quadratmeter-Preisen unter fünf Euro zu haben (acht Prozent). Gut 30 Prozent der Mietwohnungen in Friedrichshain-Kreuzberg werden nach dem Bericht zu Preisen von mehr als sieben Euro offeriert. Die Erhebung basiert auf der Auswertung von rund 80 000 Wohnungsangeboten von 2008 und 2009.
Der Berliner Mieterverein (BMV) bezeichnete die Entwicklung in Friedrichshain-Kreuzberg gestern als besonders problematisch. BMV-Hauptgeschäftsführer Reiner Wild sagte: "Hier sind die günstigsten Mietangebote schon deutlich teurer als die durchschnittlichen Preise freier Wohnungen in Spandau, Neukölln und Marzahn-Hellersdorf."
Der Grund für die Entwicklung: Friedrichshain-Kreuzberg ist "in". Geschäfte, Bars, Galerien und Restaurants rund um den Boxhagener Platz, die Bergmannstraße und den Wrangelkiez locken immer mehr Besserverdiener an, die sich teure Wohnungen leisten können. Die Folge für Haushalte mit niedrigen Einkommen ist, dass sie bei einem Umzug immer seltener eine neue Wohnung in ihrem alten Kiez finden. Viele ziehen deshalb in die umliegenden Wohngebiete von Neukölln und Lichtenberg um. So verändert sich die soziale Mischung der Bewohner.
Im Durchschnitt werden in Friedrichshain-Kreuzberg Wohnungen zu einem Preis von 6,42 Euro pro Quadratmeter angeboten. Damit liegt der Bezirk deutlich über dem Berliner Durchschnitt von 5,82 Euro. Auch die Spanne der überwiegenden Mietangebote liegt mit 5,33 bis 7,55 Euro im Bezirksvergleich eher hoch. Im Berliner Durchschnitt liegen trotz der hohen Preise in Friedrichshain-Kreuzberg die Mieten bei mehr als der Hälfte der angebotenen Wohnungen unter sechs Euro je Quadratmeter. Allgemein ist der Trend festzustellen, dass die Quadratmeter-Mieten von kleinen Wohnungen deutlich teurer als bei größeren Wohnungen sind. Eine deutliche Diskrepanz gibt es bei der Entwicklung von Mieten und Einkommen. Die Mieten stiegen in den vergangenen Jahren um rund 2,1 Prozent jährlich. Die Einkommen zogen jedoch nur um durchschnittlich 1,1 Prozent an. Immerhin: Der Mietanstieg hat sich zuletzt auf 0,8 Prozent jährlich abgeschwächt. Die Zahl der Wohnungen, die länger als sechs Monate leer stehen, hat sich im vergangenen Jahr von 108 000 auf 103 000 verringert. Dies entspricht einem Anteil von 5,5 Prozent. Am größten ist der Leerstand mit 7,3 Prozent derzeit im Bezirk Mitte, sagte gestern Thomas Brand, Referatsleiter in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Ein Grund dafür könne sein, dass in Mitte sehr viel teure Wohnungen frei sind, für die sich nicht so schnell Mieter finden. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) begrüßte gestern die Ergebnisse des Wohnungsmarktberichtes. Er zeige, dass die Stadt über ein großes Angebot an Miet- und Eigentumswohnungen verfüge. Von einer angespannten Marktlage könne also nicht gesprochen werden.
Der Mieterverein kritisierte, der Senat suche nicht nach Lösungen, um den Preisanstieg bei Neuvermietungen zu begrenzen. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0305/berlin/0026/index.html
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Astronaut
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« Antworten #27 am: April 12, 2010, 15:01:07 » |
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Trotzdem ist das Wohnen in Berlin noch um einiges günstiger als anderswo... Werd da wohl auch demnächst wieder hinziehen. Wohne derzeit noch in Hamburg. Hier bezahlt man ja selbst in den Randgebieten noch einen Haufen Asche.
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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm...
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Senor_Ding-Dong
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« Antworten #29 am: März 24, 2011, 22:16:44 » |
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Gentrifizierung Kein Champagner in den Luxusbauten
von Stefan Strauss
Einen "Frühlingsgruß der besonderen Art" holten Bewohner von Prenzlauer Berg und Mitte vor ein paar Tagen aus ihren Briefkästen. Der Projektentwickler des Luxuswohnprojektes Choriner Höfe in der Zehdenicker Straße in Mitte, Alexander Harnisch, lade die Anwohner am kommenden Sonntag, 11 Uhr, zu einem "Frühlingsempfang mit Champagner und Überraschungen" ein, steht in dem Brief.
Er wolle sich auf diesem Wege bei den Nachbarn für ihr Verständnis für die Bauarbeiten bedanken und, so heißt es weiter, sicher freuten sich die Nachbarn über die "außergewöhnliche Architektur und die hoch qualifizierten und kaufkräftigen Eigentümer und Eigentümerinnen aus dem In- und Ausland, die ihr Viertel aufwerten". Über dem Brief steht das Logo der Choriner Höfe und der Schriftzug "The Fine Art of Living". Alles sieht echt aus und ist doch nur eine Fälschung.
Offenkundig haben Gegner der Gentrifizierung im besten Makler- und Investorendeutsch ihre Kritik an der städtebaulichen Entwicklung zusammengefasst und damit Irritationen bei den Bewohnern im Viertel ausgelöst. Beim Projektentwickler meldeten sich etwa 100 Anwohner. Manche dachten der Brief sei echt, heißt es aus dem Büro des Geschäftsführer Alexander Harnisch.. Andere schimpften auf den Inhalt und den Investor. Stand darin doch auch, "hochwertiges Wohnen brauche Edelboutiquen und hochklassige Restaurants". Auch würden neue qualifizierte Arbeitsplätze für Servicekräfte entstehen, im Bereich Security, Grünanlagenpflege und Housekeeping. Und sollten die angestammten Bewohner den "zwangsläufig entstehenden höheren Mietzins nicht mehr tragen können", würden man ihnen in Lichtenberg und Hohenschönhausen "adäquate Wohnalternativen anbieten". Auch sei ein "abgeschirmter Spielplatz" auf dem Teutoburger Platz geplant, um für die Kinder "Sicherheit vor unkontrollierten Einflüssen zu gewähren."
Harnisch schrieb eine Gegendarstellung. Er verweist darauf, dass die "irreführende Fälschung politisch motiviert zu sein scheint". Die Choriner Höfe seien auf einer brachliegenden Fläche erbaut worden und verdrängten deshalb niemanden, argumentiert er.
Möglicherweise haben die Autoren des gefälschten Briefes auf die wenige Tage zuvor gefällten mehr als hundert Jahre alten Bäume auf dem Gelände Kastanienallee 63 reagiert. Auch dort will Harnisch ein Luxus-Wohnhaus errichten. Der Bezirk Mitte wollte die Bäume sichern, der Senat erlaubte die Fällungen. Harnisch teilt nun mit, er prüfe rechtliche Schritte gegen die Autoren der Einladung. Bei einer Anzeige würde die Polizei wegen Urkundenfälschung und Verstoß gegen das Pressegesetz ermitteln. Auf Postwurfsendungen und Plakaten müsse ein Impressum stehen, sagte ein Polizeisprecher.
Am Sonntag um 11 Uhr werden Harnischs Mitarbeiter vor den Choriner Höfen ihre Gegendarstellung verteilen. Champagner wird es nicht geben. Dafür wird ein Wachschutz da sein. So wie immer.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/337199/337200.php
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