|
TagX
Beiträge: 1022
|
 |
« am: März 26, 2007, 20:14:37 » |
|
Berlin startet Modellprojekt: 1300 Euro für Arbeitslose
Im Sommer sollen in Berlin erste Projekte für öffentlich geförderte, sozialversicherungspflichtige Jobs starten. Dies kündigte gestern Arbeitssenatorin Heidi Knake-Werner (Linkspartei/PDS) bei einer Fachtagung über öffentliche Beschäftigung an. Zielgruppe sind vor allem ältere Langzeitarbeitslose und jene, die aufgrund von vielen Vermittlungshemmnissen keine Chance auf dem regulären Arbeitsmarkt haben. Laut Koalitionsvertrag will der Senat 2500 dieser Jobs schaffen. Die Tätigkeiten sollen unter anderem im Bereich der Altenpflege sowie der Hilfe für Behinderte und Migranten liegen.
Die Beschäftigten sollen rund 1300 Euro brutto erhalten; für die Arbeitgeber belaufen sich die Bruttolohnkosten auf 1700 Euro. Finanziert werden sollen die Jobs über Arbeitsförderungsmittel der Jobcenter in Höhe von 1300 Euro, mit 200 Euro aus Landesmitteln und 200 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds. Gleichzeitig will der Senat eine Gesetzesängerung bei Bundesregierung erzielen, wonach auch das Arbeitslosengeld II mit herangezogen werde. Der Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Rudolf Anzinger, machte aber wenig Hoffnung. Da das ALG II eine Pflichtleistung sei, wäre dann keine parlamentarische Kontrolle mehr möglich.
Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei/PDS) versuchte Bedenken der Wirtschaft zu zerstreuen, dass geförderte Arbeit reguläre Jobs verdrängt. Es gebe genügend Tätigkeiten, für die es zwar eine Nachfrage gebe, die aber nicht finanziert werden könnten. Als Beispiel nannte er Hilfe in Seniorenhaushalten. Ein öffentlicher Job sei zudem „keine soziale Hängematte“, da durch die Beschäftigung auch die Vermittlungsfähigkeit in den ersten Arbeitsmarkt erhöht werde. sik Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/archiv/27.03.2007/3165733.asp
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
Grüße
Sozialismus!
|
|
|
|
Heatfield
Gast
|
 |
« Antworten #1 am: März 26, 2007, 20:33:55 » |
|
Ein öffentlicher Job sei zudem „keine soziale Hängematte“, da durch die Beschäftigung auch die Vermittlungsfähigkeit in den ersten Arbeitsmarkt erhöht werde. Aha, also wird die Faulenzer-Debatte auch von der PDS betrieben...
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Lefat
|
 |
« Antworten #2 am: März 26, 2007, 21:25:02 » |
|
Aha, also wird die Faulenzer-Debatte auch von der PDS betrieben... OHHHH kommt es hier auch langsam an ?
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
Es ist immer wieder erstaunlich, dass ein Jahr der Arbeitslosigkeit einen ehemaligen Leistungsträger zu einem bildungsfernen Asozialen verkommen läßt..so zumindest die landläufige Meinung.
|
|
|
|
Kater
Beiträge: 7110
|
 |
« Antworten #3 am: September 11, 2007, 17:22:16 » |
|
Jobs im "Marktersatz"
Zweiter Arbeitsmarkt: Öffentlich geförderte Arbeit, der sogenannte Marktersatz, spielt auch in Berlin eine große Rolle: Gut 33 000 Menschen sind in "Arbeitsgelegenheiten" beschäftigt, davon etwa 29 000 in "Ein-Euro-Jobs". Hinzu kommen rund 8 000 Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM). In diesem Jahr sind (mit dem Bundesprogramm "Jobperspektive", siehe unten) weitere 1 300 Stellen in einem "Öffentlich geförderten Beschäftigungssektor" (ÖBS) geplant. Bis Ende 2009 will das Land 10 000 solcher Stellen für Langzeitarbeitslose mitfinanzieren. Alle Maßnahmen sind (wie ABM) als gemeinnützige Tätigkeiten konzipiert, die es nur zusätzlich geben darf: Sie dürfen reguläre Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht gefährden.
Dimension: Zur Arbeitsmarktpolitik gehören auch Weiterbildungs- und Trainingsmaßnahmen (zurzeit rund 12 000 Teilnehmer) sowie Lohnkostenzuschüsse aller Art (knapp 23 000 Empfänger). Insgesamt partizipieren so fast 76 000 Berliner an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen: Das sind 4,5 Prozent aller 1,68 Millionen Erwerbspersonen in Berlin. Zum Vergleich: Hamburg betreibt nur für 2,2 Prozent von ihnen aktive Arbeitsmarktpolitik. Die Quote der Arbeitslosen liegt offiziell bei 15,6 Prozent im August 2007 (das sind mehr als 262 000 Menschen). Darin sind die Teilnehmer arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen allerdings nicht enthalten: Würden die Maßnahmen daher heute komplett eingestellt, läge die Quote allein der registrierten Arbeitslosen bei 20,1 Prozent. Hinzu kommt die "stille Reserve" (siehe Grafik) - die nach DGB-Schätzungen noch einmal zehn Prozent über der offiziellen Arbeitslosenzahl liegt.
"Jobperspektive": Die Bundesregierung will ab Oktober 2007 mit einem neuen bundesweiten Programm - der "Jobperspektive" aus dem Bundesarbeitsministerium von Franz Müntefering (SPD) - bis Ende 2009 insgesamt 100 000 Arbeitslosengeld-2-Empfängern einen öffentlich geförderten Job vorrangig im Sozialbereich verschaffen. Diese Jobs - in Berlin etwa in der Seniorenbetreuung, der Integration von Migranten, der Bildung - sollen im Gegensatz zu den höchstens halbjährigen Ein-Euro-Jobs mindestens zwei Jahre lang dauern, bei Bedarf auch länger. Sie sind sozialversichert - jedoch ohne Arbeitslosenversicherung, um neue Ansprüche aufs Arbeitslosengeld 1 zu verhindern.
Zielgruppe: Das Programm ist für Langzeitarbeitslose gedacht, die trotz "Fördern und Fordern" auf absehbare Zeit keine Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. Sie müssen mindestens ein Jahr arbeitslos sein und weitere "Vermittlungshemmnisse" (wie etwa höheres Alter oder fehlende Ausbildung) aufweisen. Je nach Qualifikation und Tätigkeit sollen die neuen Jobs mit bis zu 75 Prozent des tariflichen oder ortsüblichen Entgelts entlohnt werden. Drei Viertel dieser Kosten übernimmt der Bund und sorgt auch für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Das Land übernimmt die restlichen 25 Prozent. Der Mindestverdienst in Berlin soll bei 1 300 Euro brutto liegen, das entspricht einem Stundenlohn von 7,50 Euro bei 40 Stunden Wochenarbeitszeit.
Wirkungen: Das Bundesprogramm "Jobperspektive" entspricht in wesentlichen Teilen den rot-roten Koalitionsplänen, propagiert vor allem von der Linkspartei. Wie die geplanten 50 Millionen Euro Kofinanzierung des Landes erbracht werden, ist noch unklar. Ein Teil soll aus EU-Mitteln kommen, ein weiterer aus Einsparungen bei anderen Arbeitsmarktmaßnahmen. Auch die sonst fälligen Unterkunftskosten für ALG-2-Empfänger spart das Land für ÖBS-Teilnehmer. Bei rund 100 000 Langzeitarbeitslosen in Berlin bietet das Programm, sollte es 2009 auf 10 000 ÖBS-Jobs ausgeweitet sein, allerdings ohnehin nur jedem Zehnten eine Chance auf neue Arbeit. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/685281.html"Insgesamt wenig effektiv" Joachim Wolff ist Ökonom am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit. Der 43-Jährige beschäftigt sich dort mit den Effekten aktiver Arbeitsmarktpolitik.
Herr Wolff, ab Oktober soll das Bundesprogramm "Jobperspektive" Langzeitarbeitslose ohne Aussicht auf reguläre Arbeit wieder in Jobs bringen - in einem auf Jahre angelegten, öffentlich geförderten Sektor. Was halten Sie davon?
Was ein solches Programm bringt, lässt sich nicht im Vorhinein sagen. Wir wissen allerdings aus der Forschung zu den klassischen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die vom Konzept her ähnlich sind, dass sie insgesamt wenig effektiv waren - jedenfalls, was die Hoffnung angeht, dass durch ABM die Chancen auf einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt steigen.
Aber verabschiedet man sich nicht gerade von diesem Ansatz, dass der Markt für alle Arbeit schaffen kann? In Berlin will die Linkspartei mit der "Jobperspektive" 10 000 Stellen schaffen.
Das ist schon ein anderer Ansatz als bisher. Das Ziel wäre eher eine Teilhabe am Arbeitsleben überhaupt: Es würde also weniger darauf gesetzt, dass sich Arbeitslosengeld-2-Bezieher wieder um eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt bemühen.
Das funktioniert mit Ein-Euro-Jobs doch auch nicht.
Das muss sich erst noch zeigen. Es kommt darauf an, dass wirklich Bedürftige in diese Maßnahmen kommen. Dann können Ein-Euro-Jobs dazu beitragen, dass Menschen nach langer Arbeitslosigkeit überhaupt erst wieder beschäftigungsfähig werden, indem sie sich an regelmäßige Arbeit gewöhnen. Außerdem sind Ein-Euro-Jobs weniger attraktiv als viele geringfügig bezahlte Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt. Sie haben also auch eine abschreckende Wirkung. Arbeitslosengeld-2-Bezieher könnten daher vielfach reguläre Jobs akzeptieren, die für sie sonst nicht infrage kämen. So können Arbeitsplätze entstehen.
So werden Löhne gedrückt .
Aber womöglich auch Jobs geschaffen, die für Unternehmen vorher nicht finanzierbar waren.
Ist das ein belegbarer Effekt?
Nein, für Belege ist es noch zu früh. Wer der Hartz-IV-Reform jetzt schon Erfolg oder Misserfolg bescheinigt, argumentiert nicht auf seriöser wissenschaftlicher Grundlage. Das lässt sich erst im Verlauf der nächsten zwei Jahre nach und nach feststellen.
Aber weder Aufschwung noch Reformen können dauerhaft die hohe Arbeitslosigkeit senken. Oder doch?
Dass man unser Arbeitslosigkeitsproblem generell nicht lösen kann, würde ich so nicht sagen. Es gibt schließlich einige Länder, die mit aktivierender Arbeitsmarktpolitik erstaunliche Erfolge hatten: Holland und Dänemark zum Beispiel.
Der Aufschwung geht an vielen Langzeitarbeitslosen vorbei - die in Berlin fast 40 Prozent der Arbeitslosen ausmachen. Ist es nicht vernünftig, sie mehr zu fördern?
Das kann funktionieren, wenn es gut auf die Zielgruppe abgestimmt ist, also auf die wirklich Bedürftigen. Wenn in die Programme aber auch Menschen hineinkommen, die durchaus noch gute Chancen auf reguläre Arbeit haben, dann entzieht man sie dem Markt. Das kann nicht Sinn der Sache sein. :aggressiv> http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/685282.html
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
koko
|
 |
« Antworten #4 am: September 12, 2007, 19:04:24 » |
|
"Marktersatz" ! -Was ist denn hier los? Diese selbsbezeichnete "Jobperspektive" hört sich an wie wie staatlich subventionierterUnternehmen (ja, auch Altenheime müssen wirtschaftlich arbeiten). Aber dass die ARGE dicke ist mit dem Unternehmertum ist nichts Neues. Mit aller Liebe für die älteren Herrschaften die im Heim sitzen - Mit einer anständigen Rente und zzgl. einer anständig ausbezahlten Pflegeversicherung könnten die Rentner ihre Angestellten selbst bezahlen. Das alles, damit ein Sozialarbeiterkonzern die ganzen Gewinne einstreichen kann und obendrauf der Vorstand den Benz vom Gewinn absetzen kann. Außerdem gab es dieses Thema schon mal, nur wurde dies in einer Zeitung (Quelle leider unbekannt) etwas klarer ausgedrückt, Zusammenfassung - siehe hier: http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=8482&hilightuser=2893
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Kater
Beiträge: 7110
|
 |
« Antworten #5 am: Oktober 17, 2007, 17:48:13 » |
|
10 000 Jobs für Langzeitarbeitslose Senat stellt für öffentlichen Beschäftigungssektor 125 Millionen Euro bis 2012 bereit Projekte in Seniorenbetreuung und Nachbarschaftsarbeit geplant / IHK skeptisch Christine Richter
BERLIN. Der Berliner Senat gibt in den nächsten vier Jahren mehr als 125 Millionen Euro aus, um 10 000 Jobs für Langzeitarbeitslose zu finanzieren. Dieser neue öffentliche Beschäftigungssektor (ÖBS) soll helfen, vor allem ältere Menschen wieder in eine reguläre Stelle zu bringen, sagte Berlins Arbeits- und Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) gestern nach der Senatssitzung.
Der ÖBS kann mit Hilfe des Bundesprogramms "Perspektiven für Langzeitarbeitslose" realisiert werden. Der Bund trägt 75 Prozent der Kosten, das Land Berlin die restlichen 25 Prozent. Die Stellen sollen Erwerbslose erhalten, die mindestens ein Jahr ohne Arbeit sind und in den nächsten 24 Monaten keine Aussicht auf eine feste Anstellung haben. Berücksichtigt werden sollen nur Erwerbslose, die noch andere Schwierigkeiten bei der Jobsuche haben - beispielsweise Migranten, Erwerbslose mit einer Behinderung, Hartz-IV-Empfänger ohne Schulausbildung oder mit einem Suchtproblem. Sie bekommen für den neuen Job dann 1 300 Euro brutto im Monat - rund 250 Euro netto mehr als ein Hartz-IV-Empfänger im Durchschnitt. Die Stelle wird zwei Jahre lang finanziert, kann aber unbefristet verlängert werden. In Berlin gibt es rund 200 000 Langzeitarbeitslose.
"Es macht mehr Sinn, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren", sagte Senatorin Knake-Werner. Rot-Rot hatte einen solchen öffentlichen Beschäftigungssektor in der Koalitionsvereinbarung beschlossen, konnte ihn 2006 aber nicht einführen, da der Bund - zuständig für die Arbeitsmarktpolitik - seine Zustimmung verweigerte. Da der Bund nun selbst ein Programm für Langzeitarbeitslose verabschiedet hat, kann der Senat sein Anliegen umsetzen - wenn auch nicht in jedem Detail. So wollten SPD und Linkspartei in Berlin keine Sanktionen für die Erwerbslosen einführen, die einen Job ablehnen. Nach dem Bundesgesetz sind Sanktionen nun vorgesehen. Die Stellen werden von den Job-Centern vermittelt.
Neue Jobs sollen in der Nachbarschaftsarbeit, bei der Seniorenbetreuung, in Integrations- oder Kulturprojekten geschaffen werden. So könnten langzeitarbeitslose Senioren an U-Bahnhöfen helfen, Auskunft an Fahrkartenautomaten geben oder Behinderte in öffentlichen Gartenanlagen begleiten. "Es darf keine reguläre Beschäftigung verdrängt werden", sagte Knake-Werner. Es wird deshalb ein Beirat eingerichtet, in dem die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer und Sozialverbände mitarbeiten sollen.
34 Millionen Euro stellt der Senat schon jetzt pro Jahr für die Arbeitsmarktpolitik, für Projekte wie "Stelle statt Stütze" oder Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) bereit. Im nächsten Jahr kommen 6,9 Millionen Euro hinzu, im Jahr 2009 31,7 Millionen Euro und in den Jahren 2010 und 2011 jeweils 43,6 Millionen Euro. Grund ist, dass die 10 000 Jobs erst nach und nach geschaffen werden können. Dafür soll es dann weniger ABM und weniger Ein-Euro-Jobs geben.
Die IHK bewertet den öffentlichen Beschäftigungssektor kritisch. "Besser wären niedrigere Einstellungsbarrieren verbunden mit gezielten Bildungs- und Weiterbildungsangeboten", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder. Das helfe Arbeitssuchenden und Firmen mehr als die Ausweitung staatlich finanzierter Beschäftigung. Die Grünen warfen dem Senat vor, mit dem Bundesprogramm für Langzeitarbeitslose "Löcher in der sozialen Infrastruktur" zu stopfen, die er selber mit seiner Kürzungspolitik verursacht habe. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/694482.htmlKommentar der Berliner Zeitung: Viel Geld für ein umstrittenes Projekt Christine Richter
Der öffentliche Beschäftigungssektor ist ein Prestigeprojekt des rot-roten Senats in Berlin. Mit Hilfe eines Bundesprogramms gelingt es dem Senat jetzt, dieses Projekt zu realisieren und 10 000 Jobs für Langzeitarbeitslose zu schaffen. Und das lassen sich SPD und Linkspartei sehr viel Geld kosten: mehr als 125 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren. Ob sich diese staatlichen Ausgaben lohnen, muss sich aber erst noch zeigen.
Denn zum einen ist fraglich, ob sich die Langzeitarbeitslosen auf das Programm einlassen werden. Für die Arbeit als Seniorenbegleiter, als Auskunftskraft an Fahrkartenautomaten oder als Kinderbetreuer sollen die Betroffenen pro Monat 1 300 Euro brutto erhalten. Davon müssen sie dann aber all ihre Ausgaben, auch die Miete begleichen. Das wird nicht alle Hartz-IV-Empfänger überzeugen. Zumal Langzeitarbeitslose angesprochen werden sollen, die es besonders schwer haben - Migranten, Menschen mit geringen Qualifikationen oder mit Suchtproblemen. Zum anderen ist unklar, ob das Programm den Betroffenen wirklich später zu einer regulären Stelle verhilft. Wahrscheinlicher ist es, dass diese Erwerbslosen auf Dauer vom Staat finanziert werden. Auf eines muss der Senat auf jeden Fall achten: Reguläre Beschäftigungsverhältnisse, die derzeit von Unternehmen finanziert werden, dürfen nicht verdrängt werden, weil der Staat wieder Geld für öffentliche Jobs bereit stellt. Dann ist keinem geholfen, dem Erwerbslosen nicht und dem Land Berlin erst recht nicht. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/meinung/694500.html
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Kater
Beiträge: 7110
|
 |
« Antworten #6 am: Dezember 06, 2007, 21:06:55 » |
|
Job-Projekt in der Krise - Streit mit Bundesprogramm
Arbeitssenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) hat erstmals Schwierigkeiten bei der Umsetzung der rot-roten Arbeitsmarktpolitik eingeräumt. Es seien zwar schon rund tausend Stellen in dem von der Linkspartei angekündigten Modellprojekt eines "Öffentlich geförderten Beschäftigungssektors" entstanden, sagte sie gestern. Doch die Pläne der Landesregierung passen ihrer Ansicht nach immer weniger zum Bundesprogramm aus dem Arbeitsministerium, das drei Viertel der Kosten übernimmt und über die Jobcenter auch die Auswahl steuert.
Der Senat hat - als einzige Landesregierung - versucht, das Programm "Jobperspektive" von Ex-Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) fürs eigene Ziel zu nutzen, sinnvolle, tariflich bezahlte Alternativen zu kurzfristigen Ein-Euro-Jobs zu schaffen. Rund 10 000 Langzeitarbeitslose sollen dabei bis 2010 teils anspruchsvolle, zusätzliche Tätigkeiten in sozialen Bereichen übernehmen: etwa in der Kinderbetreuung oder bei der Unterstützung von Senioren und Migranten.
Der Bund wolle aber eine ganz andere, teils selbst hilfsbedürftige Arbeitslosenklientel ansprechen, als der Senat es mit seinen anspruchsvolleren Jobs bei sozialen Trägern plane. Dadurch könne es passieren, dass die Projekte keine geeigneten Arbeitnehmer finden oder selbst hohe Qualifizierungskosten bewältigen müssten. Derzeit verhandele Berlin mit dem Bund über eine Teilnahme an einem weiteren Bundesprogramm zur Jobförderung. Die bis 2010 verplanten 84 Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik könnten auch so genutzt werden, sagte Knake-Werner. (jan.) http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/707360.html
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Kater
Beiträge: 7110
|
 |
« Antworten #7 am: Dezember 12, 2007, 17:42:49 » |
|
Wer nachlesen möchte, wie die Berliner Parteien, die Regionaldirektion, der DGB u.a. zum geplanten ÖBS in Berlin stehen, wo die Differenzen und Animositäten liegen, sollte es unbedingt lesen. Das Protokoll der Sitzung des Ausschusses für 'Integration, Arbeit und Soziales' vom 15.Nov.2007 ist zwar irre lang (27 S.), aber höchst aufschlussreich. Zu Wort kommen Burgunde Grosse (arb.marktpolit. Sprecherin der SPD), Ramona Pop (GRÜNE), der neue stellv. Gesch.führer der Regionaldirektion Berlin-Brandenbg., Jens Regg (er hat auf dieser Position Margit Haupt-Koopmann abgelöst, die zur Gesch.führerin aufgestiegen ist und am Do. dabei sein wird) und natürlich die CDU, die IHK, ... Insbesondere die Wortbeiträge von Michael Haberkorn (stadtbekannter Träger"vertreter") und Elke Breitenbach (arb.marktpolit. Sprecherin der Linkspartei) geben einen Einblick in die Probleme, die sich auch daraus ergeben, dass das höchst fragwürdige und kritikwürdige Beschäftigungszuschuss-Programms des Bundes nun in Berlin als ÖBS-Programm umgesetzt werden soll. Und hier der Link zum Wortprotokoll: http://www.parlament-berlin.de/ados/16/IntArbBSoz/protokoll/ias16-018-wp.pdf aus: Stophartz Mailingliste
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Kater
Beiträge: 7110
|
 |
« Antworten #8 am: August 08, 2008, 13:24:21 » |
|
Arbeitslose kaufen für Rentner ein Bis Ende 2009 soll es 3 567 öffentlich geförderte Stellen geben Marlies Emmerich Der öffentlich geförderte Beschäftigungssektor (ÖBS) soll bis Ende 2009 auf 3 567 Stellen ausgebaut werden. Wie Arbeitssenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) gestern sagte, seien derzeit 1 956 dieser Stellen besetzt, weitere 788 sollen dieses Jahr hinzukommen. Berlin finanziert die Stellen für schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose dieses Jahr mit 22 Millionen, im Jahr 2009 mit 50 Millionen Euro. Langfristig sollen bis zu 9 000 geförderte Arbeitsplätze entstehen. Die Erwerbslosen, die meist über 50 Jahre alt sind, erhalten für ihre sozialversicherungspflichtige Tätigkeit 1 300 Euro brutto monatlich - im Schnitt zweihundert Euro mehr als durch Hartz IV. Etwa zwei Drittel der Gesamtkosten trägt der Bund. Nach zwei Jahren sollen die Arbeitslosen dann Aussicht auf eine dauerhafte Anstellung haben. Eines der neuen Projekte ist "Heinzelmännchen" in Köpenick. Dort helfen derzeit fünf Langzeitarbeitslose Rentnern in allen Lebenslagen. So werden etwa Gartenarbeiten, Einkäufe und kleinere Handwerksarbeiten im Haus übernommen. Das Angebot hat sich in wenigen Wochen unter den Senioren herumgesprochen. Die 80-jährige Helga Pagelt schätzt bei der kostenlosen Hilfe auch den Kontakt zu anderen Menschen. Die 56-jährige Martina Podloch, eine der Betreuerinnen, bezeichnet ihre Aufgabe als "einen Sechser im Lotto"  und ist "unendlich dankbar", nicht mehr Hartz IV zu beanspruchen. (mm.) http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0808/berlin/0067/index.html
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Mario Nette
Beiträge: 161
|
 |
« Antworten #9 am: August 09, 2008, 14:15:07 » |
|
Progressive EntstaatlichungDas »Vorzeigeprojekt« des SPD/Linke-Senats in Berlin: Ersetzung regulärer Stellen im Sozialbereich durch vom Jobcenter befristet eingestellte LangzeiterwerbsloseVon Rainer Balcerowiak Vielen Dank für Ihre tolle Arbeit und viel Erfolg für die Zukunft«: An lobenden und aufmunternden Worten mangelt es Berlins Sozial- und Arbeitssenatorin Heidi Knake-Werner (Die Linke) nie, wenn sie mit einem Troß von Journalisten im Schlepptau Projekte besucht, in denen Langzeiterwerbslose beschäftigt werden. Derartige PR-Touren gibt es recht häufig, und das aus gutem Grund. Weiterlesen ...Mario Nette
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
matten
Beiträge: 681
|
 |
« Antworten #10 am: August 09, 2008, 17:10:19 » |
|
also der ..burner.. ist das Projekt der Linken ja
nicht..
mfg matten
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Kater
Beiträge: 7110
|
 |
« Antworten #11 am: August 19, 2008, 00:15:17 » |
|
so it goes: Liebe Frauen, ich suche noch theater- bzw. musikinteressierte Frauen, die langzeitarbeitslos sind und einen dieser ÖBS-Jobs machen wollen (30 oder 40 h/Woche, bei 40 h 1300,- ¤ brutto, befristet auf 3 Jahre), sie beginnen noch dieses Jahr, späterer Einstieg aber u.U. möglich. Ich heiße Eva und habe ein Drehbuch geschrieben, eine Seifenoper, die im Bethanien, wo sich ein Theaterverein gegründet hat, geprobt und aufgeführt werden soll - über einen langen Zeitraum, d.h. wie eine Serie mit einer neuen Folge pro Woche, aber gegebenenfalls mehreren Aufführungen (der gleichen Folge) pro Woche. Zwischen den Theater-Szenen spielt/singt eine kleine Band/Chor Lieder/vertonte Gedichte/Instrumentalstücke. Das Drehbuch besteht aus Träumen, die ich 1995/96 geträumt habe, aus dem Tagebuch und auch einigen Träumen meiner Mutter und Briefen an sie bis hin zu ihrem Tod. Sie starb im Januar 2000 an Brustkrebs. Die Gedichte sind teils von ihr, von mir und auch von anderen Frauen, z.B. zwei von Ingeborg Bachmann. Insgesamt geht es um weibliche Entfaltung und ihre Hemmungen: Tod, Liebe, Leben, Eifersucht, sexueller Mißbrauch, Mord, Selbstmord, Krankheit, Krieg, Patriarchat, Kapitalismus, Glück, Katharsis (deshalb Seifenoper - als Reinigung der Seele), Unsterblichkeit, Wiedergeburt (!)... Es geht wie in einem Epos um alles - alles aus weiblicher Sicht. Es ist Drama, Tragödie, aber auch Komödie zugleich. Ich werde dieses Projekt bei einer Stiftung beantragen (wo dann hoffentlich auch genug Geld gestiftet wird für Honorare (1,50 ¤/Stunde plus Spesen) - d.h. für Frauen und Mädchen, die nur nebenbei arbeiten können wie z.B. die Rentnerin Lucie, 99 Jahre, die auch mitmachen will). Die Festarbeitsplätze werden über die Initiative Kulturarbeit ( http://www.berliner-kulturarbeit.de) vermittelt (bezahlt vom Land Berlin, dem Bund und dem ESF), wo ich sie ab morgen beantragen kann. D.h. ich bewerbe mich selbst als Drehbuchautorin und Regieassistentin und kann andere Frauen vorschlagen. Eine Regisseurin gibt es schon - wahrscheinlich, sie hat noch nicht zugesagt. Es werden noch gesucht: Theaterpädagoginnen (hauptsächlich für die Mädchen), Darstellerinnen, Musikerinnen (sehr gern mit einem indischen Instrument, aber natürlich auch andere), eine Marketing-Frau, Technik-Frauen (Licht, Ton etc.), Frauen für Bühnenbild, Kostüme, Maske, Reqisite, eine Kinderbetreuungsfrau... Habe ich noch was vergessen? Ich muß mir das nämlich selbst ausdenken, und es ist ganz schön schwer. Eine Frau mit Führerschein und Auto wäre auch gut, weil sie dann Leute wie Lucie fahren könnte - als Teil der Arbeit natürlich. Insgesamt werde ich ca. 25 ÖBS-Stellen beantragen. Wahrscheinlich werde ich es morgen noch nicht schaffen mit der Bewerbung, aber im Laufe der Woche. Ich kann aber immer noch was ändern, neue Namen dazuschreiben etc. - das läuft alles über Internet. Wer interessiert ist, kann mir schreiben oder mich anrufen (Tel.: 612 89 600). Viele liebe Grüße von Eva
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
|
|
Winnie
Beiträge: 47
|
 |
« Antworten #13 am: September 10, 2008, 10:27:44 » |
|
Die schnellste Absage, die ich jemals erhalten habe, war nach einer Bewerbung bei kulturarbeit in Berlin. Nachmittags geschrieben, nächsten Morgen war die Absage in der box.
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
sole
Beiträge: 1
|
 |
« Antworten #14 am: September 11, 2008, 08:14:38 » |
|
...ging mir ganz genau so, obwohl ich sämtliche vorraussetzungen, quali usw. erfüllte, frag mich grad, wer diese jobs eigentlich bekommt? 
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|