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Autor Thema: Gespräche über Weltuntergänge  (Gelesen 504 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
admin
Administrator

Beiträge: 2150


« am: 01. Januar 2018, 20:25:26 »

Ich hätte nicht gedacht, daß ich nochmal den Text einer (schweizer) Sozialdemokratin empfehlen würde...

Zitat
Fünf nach zwölf: Gespräche über Weltuntergänge
«Wenn mein Leben und das der Kinder bedroht ist, kann ich nicht mehr einfach mit dem Papier wedeln.» Gespräch mit Ursula Koch.

Wie gehst Du persönlich mit dieser bedrohlichen Situation um? Stichwort Resignation?


Das beschäftigt mich sehr häufig. Nach der Erkenntnis, dass es eigentlich zu spät ist oder zu spät sein könnte, kommt die Frage: Was soll ich noch tun? Was nützt der Kampf? Könnte ich nicht einfach alles sein lassen? Diese Fragen sind sehr bedrückend. Persönlich habe ich grosse Schwierigkeiten gehabt, als ich das Buch «Global 2000» genau studiert habe, da hatte ich echte Depressionen. Da habe ich phantasiert, ich gehe weg von hier, nach Neuseeland oder weiss der Teufel wohin. Ich habe mir gedacht, wenn die Situation hier immer schlimmer wird, dann gibt es irgendwo noch eine Nische, wo ich noch meine 20 Jahre leben kann. Und ich habe Freude am Leben! Diese Phase war begleitet von einer echten Depression und der Unfähigkeit, mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Irgendwie habe ich diese Fluchtgedanken aufgegeben, und dann kam so etwas wie ein «Dennoch». Ich habe mir überlegt, wie ich mein Leben überhaupt noch sinnvoll leben könnte und habe gemerkt: Selbst wenn ich erkennen sollte, dass es zu spät ist, gibt es für mich noch eine sinnvolle Lebensführung, die darin besteht, dass ich, obwohl es zu spät sein könnte, alles tue, es doch nicht soweit kommen zu lassen. Ich lebe heute nicht mehr mit der Hoffnung, dass ich die Welt verändern könnte, obwohl ich auch das immer wieder denke, aber, zuerst denke ich ganz persönlich, dass ich mit diesem Engagement ein sinnvolles Dasein habe, mit dem Hinstehen gegen diese Entwicklung. Das hat etwas mit der Würde vor mir selbst zu tun.

Es ist nicht mehr nur ein Kampf für eine Zukunft, sondern es ist eine Daseinsform für heute, ein Leben im Hier und Jetzt, obwohl es zugleich ein Daseinskampf für die Zukunft ist.
weiter: https://www.infosperber.ch/Artikel/Umwelt/Krieg-Umweltzerstorung-Ursula-Koch

Der Text, auch wenn man nicht jedem Punkt beipflichten mag, ist lesenwert und diskussionswürdig.
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counselor


Beiträge: 2617



« Antworten #1 am: 02. Januar 2018, 06:42:28 »

Langsam kommt es wohl im Mainstream an, dass wir uns längst im Übergang zu einer Klimakatastrophe befinden.
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
BGS
Polarlicht


Beiträge: 2755



« Antworten #2 am: 03. Januar 2018, 19:42:22 »

Langsam kommt es wohl im Mainstream an, dass wir uns längst im Übergang zu einer Klimakatastrophe befinden.

Da werden Einige sich in der Tat noch wundern. Glücklich kann sich schätzen, wer ohne Nachkommen ist in dieser Welt.

MfG

BGS
« Letzte Änderung: 03. Januar 2018, 19:44:53 von BGS » Gespeichert

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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Kuddel


Beiträge: 10312


« Antworten #3 am: 19. Januar 2018, 11:53:12 »

Ein Bekannter von mir aus der Schweiz wollte den Artikel nicht unwidersprochen stehenlassen.
Er wollte mit vollem Namen genannt werden "Rainer Thomann" und mailte: "Elegant wäre als Quellenangabe „Mitverfasser des Buches ‚Aufstieg und Fall der Arbeitermacht in Russland‘ + Link: http://diebuchmacherei.de/produkt/aufstieg-und-fall-der-arbeitermacht-in-russland/“. In diesem Buch geht es im Grund genommen um die gleichen Themen, auch wenn sich nach 100 Jahren um die besiegte Arbeitermacht in Russland ein wahres Dornengestrüpp an Mythen und Legendenbildungen rankt."

Zitat
Ursula Koch bin ich noch nie begegnet. Und sollte ich je mit ihr ins Gespräch kommen, würden wir uns wahrscheinlich heftig streiten.
 
Auf den ersten Blick wirken Ihre Aussagen im Interview plausibel. Beim genaueren Hinschauen handelt es sich allerdings eher um Allgemeinplätze, etwas despektierlicher ausgedrückt: ein grosses Blabla auf hohem Niveau. Es gibt ausserdem einige Sätze, die fatal sind und nicht unwidersprochen bleiben dürfen.
 
„In einer dezentralen Gesellschaft kann die heutige Technologie gar nicht entstehen und angewendet werden. Am Beispiel der Mikroelektronik: Die Chips, die ganze hard ware, das kann man/frau nicht im Selbstbau machen, das setzt eine ganz bestimmte zentralistische Gesellschaftsstruktur voraus.“
 
Die Behauptung, eine hochentwickelte Technologie würde nur in einer zentralistischen Gesellschaftsstruktur funktionieren, ist nichts anderes als bürgerliche Ideologie. Nachdem sie sich eine Welt nach ihrem eigenen Bilde geschaffen hat, kann sich die Bourgeoisie eine andere Welt schlicht nicht vorstellen. Daraus den Schluss zu ziehen, man müsse, um den Zerstörungen Einhalt zu gebieten, welche die kapitalistische Gesellschaftsordnung an Mensch und Natur angerichtet hat und weiter anrichtet, zu einer bäuerlichen Produktionsweise zurückkehren, ist buchstäblich reaktionär. Die Automatisierung der Produktion, welche die Lohnarbeit tendenziell überflüssig macht, und die digitale Technologie haben vielmehr Möglichkeiten und Chancen geschaffen, die noch vor einem halben Jahrhundert undenkbar waren. Sie erlauben insbesondere die globale Vernetzung dezentraler Strukturen, ebenso wie einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Was und wie angebaut wird, was und wie produziert wird (ob Waffen oder landwirtschaftliche Geräte), das war und ist ein politischer Entscheid. Genauer gesagt, er wird von jenen gefällt, welche die Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel besitzen.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12679



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« Antworten #4 am: 19. Januar 2018, 13:25:55 »

Da hat er auch vollkommen recht, der Rainer!
Übrigens werden diese ganzen "Chips" in kleinen Klitschen (dezentral) entwickelt und gebaut und gehen dann erst in die Massenproduktion!

Früher hat man mal gesagt: "Wenn die Entwicklung so weitergeht, machen die Maschienen bald alles für uns und dann müssen wir noch zwei oder vier Stunden am Tag arbeiten."
Heute ist es so, das die Maschienen (fast) alles für uns machen und wir arbeiten sogar immer länger! Stattdessen hat sich die Produktion erhöht und es werden sinnlos Resourchen und Menschen verheizt, um Dinge zu produzieren, die keiner braucht!
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
BGS
Polarlicht


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« Antworten #5 am: 19. Januar 2018, 14:09:42 »

Rainer Thomann hat recht mit dem Gesagten. Werde mir sein Buch besorgen, antiquarisch und bestimmt nicht bei "amazon". Aber erstmal skifahren in unberuehrter Natur, wie jeden Tag Smiley

MfG

BGS
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #6 am: 19. Januar 2018, 15:02:20 »

Das kannst Du doch direkt über die Buchmacherei bestellen. Siehe Kuddels Link.
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BGS
Polarlicht


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« Antworten #7 am: 19. Januar 2018, 16:54:47 »

Gut, wird gemacht.

MfG

BGS
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