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Neuigkeiten + Diskussion => (Sozial-) Politikforum & Aktuelles von Chefduzen => Thema gestartet von: Horch am 12. April 2005, 15:02:00



Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Horch am 12. April 2005, 15:02:00
Das Thema wird landauf/landab diskutiert, ich verzichte hier auf die vielen, einzelnen Presse/Medien-Berichte einzugehen.
Ein paar Anmerkungen zur Debatte:
Ich bin für die Beendigung jeder Ausbeutung, nicht nur für eine Minderung der Ausbeutung. Deshalb darf sich die Forderung nicht auf den Mindestlohn beschränken. Der Spatz in der Hand ist zunächst mal besser als die Taube auf dem Dach, doch wer sich mit dem Spatz zufrieden gibt, hat am Ende nichts mehr wenn der Spatz verbraucht ist.
Deshalb ist es gut wenn der Mindestlohn kommt, aber auf weitergehende Forderungen darf nicht verzichtet werden.
Wie nicht anders zu erwarten jaulen Wirtschaftsverbände und FDP wieder laut auf. Mindestlöhne würden Arbeitsplätze vernichten. Und wie nicht anders zu erwarten haben viele Linke nicht anderes im Sinne als zu antworten: Tun sie eben nicht. So weit, so schlecht.
Meine Antwort: Der Mindestlohn muß her, ob er nun Arbeitsplätze kostet oder nicht.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 12. April 2005, 22:01:35
Ja, der europaweite Mindestlohn für alle Branchen, Berufsgruppen, Qualifikationen und Berufserfahrung, der hat sich jeweils am höchsten sozial erreichten Standard in den EU-Mitgliedsländern zu orientieren, an den sich alle EU-Mitglieder anzunähern haben und nicht nach dem Gejaule des Pressesprechers des ifo-Wirtschaftsinstituts - Dumpinglöhne mit staatlicher Bezuschussung braucht das Land. Richtig wäre: Unternehmern muß es untersagt werden, aus staatlichen Töpfen sich wieder zu bereichern. Diese Vorgehensweise ist das wiederholte Aufwärmen abgestandenen Kaffees namens Kombilohn oder Mainzer Modell. Und beide Formen der Hungerentlohnung sind bekanntlich bereits an den Baum gefahren worden.

Unternehmer müssen verpflichtet werden, alle im Betrieb auszuübenden Arbeitsaufgaben mit zentral anerkannten Eingruppierungsunterlagen nach neuesten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zu bearbeiten. Man hat die heuige summarische Arbeitsklassifizierung (Bezeichnung der Arbeitsaufgabe, verbale Beschreibung in zwei, drei Sätzen, Angabe der Qualifikationsstufe, Gehalts- oder Lohngruppe und Berufserfahrung), die das arbeitswissenschaftliche Niveau der 50er Jahre des 20. Jh. darstellt, gegen die Methode der analytischen Arbeitsklassifizierung (Bewertung der Arbeitsaufgabe in 8 verschiedene Anforderungsarten und feiner je Anforderungsart in 9 Anforderungsstufen) zu bewerten. Diese Eingruppierungsunterlagen sollten so gründlich ausgearbeitet werden, daß sie in Arbeitsrechtsverfahren als Beweismittel eingesetzt werden können. Zu den Anforderungsarten zählen:

- Anforderungen an die körperliche Leistungsfähigkeit der Arbeitskraft bei körperlich schwerer oder statischer Arbeit (statische Arbeit - Halten und Tragen von Lasten, Überkopfarbeit, Arbeiten in engen Behältnissen)

- Anforderungen an Fähigkeiten und Kentnisse im Umgang mit Rohstoffen, Materialien und Halbfabrikaten

- Anforderungen an Fähigkeiten und Kenntnisse um Umgang mit Arbeitsmitteln - technisch/technologische Kenntnisse (Geräte, Werkzeuge, Maschinen und Anlagen)

- Anforderungen an Fähigkeiten und Kenntnisse in naturwisschenschaftlicher, betriebswirtschaftlicher und juristischer Hinsicht (Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht, Patentrecht etc.) je nach der Art der Arbeitsaufgabe differenziert

- Anforderungen an Fähigkeiten und Kenntnisse in Leitungstätigkeit (verantwortlich für eigene Arbeitsaufgabe, für ein Sachgebiet, Meisterbereich, Gruppenleiter-, Abteilungsleiter-, Hauptabteilungsleiter-, Direktionsbereich mit fachlicher Anleitung und/oder disziplinarischer/materieller Verantwortlichkeit anderer Mitarbeiter)

- Anforderungen an die Qualifikation und Berufserfahrung (Tätigkeiten für Ungelernte, anlerntätigkeiten, Facharbeiter-, Meister-, Ökonomen-/Ingenieur-, Dipl.Ökonomen-/Dipl.Ing.-arbeiten etc. mit Anlerntätigkeit für mehrere Tage und Wochen, mit Berufsausbildung und praktischer Berufserfahrung kurzfristig bis zu 3 Jahren, zwischen 3 und 5 Jahren, ab 5 Jahre und höher; Zusatzabschlüsse wie Bedien-, Befähigungs-, Schaltberechtigungs-, Schweißer- und anderer Nachweise)

- Anforderungen an den Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutz - GABS (Kenntnisse der gesetzlichen, branchenüblichen und betrieblichen Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutzbestimmungen; Bedienungskenntnisse von GABS-Geräten und -anlagen, Verwendung von Körperschutzmittel wie Masken, Helmen, Arbeitsschutzhandschuhe, -schutzkleidung, -schutzschuhe, Arbeits- und Brandschutzbelehrungen, Teilnahme an GABS-Übungen)

- Anforderungen an Fähigkeiten und Kenntnisse im Umgang mit EDV-Technik, mit Betriebs-,Meß-, Steuer- und Regelungs-Einrichtungen (BMSR) etc.

Diese Bewertung der Arbeitsaufgaben nach den 8 Anforderungarten nach der Methode der analytischen Arbeitsklassifizierung wendete die DDR mit Einführung der leistungsorientierten Grundlöhne und Meister-, EDV-, Hoch- und Fachschulkadervergütung Mitte der 70er Jahre des 20. Jh. verstärkt ein. Das Methodenmaterial, die Eingruppierungsunterlagen wurden von Zentralen Forschungsinstitut für Arbeit in Dresden (ZfA), dem Zentralinstut für Arbeitsschutz (ZIAS) gemeinsam mit den Wirtschaftsministerien für die Kombinatsbetriebe und den ihnen unterstellen volkseigenen Betrieben bis zur Praxisreife entwickelt. Bis zur Wende arbeitenden Arbeitswissenschaftler in den DDR-Betrieben mit der analytischen Arbeitsklassifizierung. Diese Methode war detaillierter, umfassender und gründlicher in der Bewertung der Arbeitsaufgaben als die summarische Methode. Von dieser rückständigen Arbeitsbewertung in Form von Wirtschaftszweig- und Lohngruppenkatalogen hatte sich die DDR so um 1957 verabschiedet.

Mit der Wende unter westdeutschen Bedingungen der Bewertungen der Arbeitsaufgaben haben wir wieder ausschließlich die steinzeitliche summarische Bewertung als Eingruppierungsunterlage. Sie ist oberflächlich und ungenau. Sie läßt Unternehmern viel abwertenden Interpretationsspielraum und ist für eine wissenschaftlich sichere Verwendung in Arbeitsrechtsprozessen kaum zu verwenden.

In der BRD will man die analytische Arbeitsklassifizierung nicht anwenden, da so AN ihre Betriebsleiter mit sachlichen Begründungen auf Heller und Pfenig festnageln können. Das ist auch so ein Punkt, wo die BRD die guten Erfahrungen der DDR übernehmen könnte. So wären wir einen Schritt weiter, den Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" mit stichhaltiger Beweisführung durchzusetzen.

Kombilohnmodelle haben das Ausplündern öffentlichder Kassen bis zum Staatsbankrott zur Folge. Nur der AN als Steuer- und Beitragszahler füllt die Kassen wieder auf, da sich Unternehmer gleichzeitig durch fortgesetzte Steuergeschenke, durch Beitragssenkungen der Sozialkassen und Steuerflucht mit Ziel ins Ausland ihrer Sozialverpflichtung entledigen. Sie schmarotzen endlos weiter und haben von Behörden und Bundesregierung nichts zu befürchten.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Horch am 14. April 2005, 10:01:28
Guten Tag "Besorgter Bürger",

mein Kommentar zu dem Link:
Im Großen und Ganzen kann ich diesen Kommentar zustimmen und der Autor hat Recht: Es fällt verdammt schwer ruhig zu bleiben.
Aber dennoch sollte man es versuchen.
Die Kleinigkeiten wo ich es etwas anderes formuliert hätte, lasse ich mal weg.
Aber auf einem Punkt möchte ich nochmal eingehen, diesmal etwas ausführlicher.
Die Forderung nach Volksabstimmungen halt ich für kontraproduktiv:
1. Unsere Medien, die Wirtschaftsvertreter und Politiker aller Colour würden einen unglaublichen Werbemüll über das Volk ergießen, um der Bevölkerung einzuhämmern, dass die EU-Verfassung notwendig ist.
Dadurch würde dieser EU-Verfassung noch ein demokratisches Mäntelchen gegeben.
2. Würde tatsächlich eine Mehrheit trotz aller Propaganda die EU-Verfassung ablehnen, würde das Volk in 2-3 Jahren erneut zu den Urnen gerufen. Die Propagandamaschine würde wieder anlaufen usw.
3. Wenn wirklich alles korrekt läuft: Auch eine Mehrheit hat nicht das Recht einer Minderheit die grundlegensten Rechte vorzuenthalten. Denn eine neoliberal verfasste EU würde, ich glaube das brauche ich hier nicht weiter zu beschreiben, vielen Menshcen ein menschenwürdiges Dasein verwehren.
Eine Demokratie darf nie Mehrheitsdiktatur werden, neben dem Mehrheitsrecht muß es auch deutliche Minderheitenrechte geben.
4. Eine solche Verfassung wäre kaum noch mit einfacher Mehrheit zu ändern. Selbst jetzt noch nicht Geborene würden unter dieser Verfaaung leiden, ohne selbst je darüber mitabgestimmt zu haben.
5. Würde es zu einer Abtimmung zur EU-Verfassung kommen habe ich nur die Wahl zwischen der vollständigen Annahme  bzw. Ablehnung der Verfassung.

Es ist leider so: Es hilft nur weiter die Lage zu analysieren, aufzuklären und Sand ins Getriebe zu streuen. Wenn eine große Mehrheit der Bevölkerung dem Kapitalismus entgültig den Todesstoß versetzen will, dann brauchen wir keine Volksabstimmung.
Wann eine solche Mehrheit existiert kann (wird die Menscheit das noch erleben?) niemand vorhersagen, wer so etwas behauptet, der lügt.
Die Zukunft ist historisch offen, immer!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Kann das sein? am 14. April 2005, 10:25:54
Wenn überhaupt aus diesem Gedanken seitens unserer Politiker Maßnahmen erfolgen, dann dürfte die wohl so aussehen, dass es einen "Einheits-EU-Basislohn" gibt. Dieser wird sich kaum an der hiesigen Realität und den Wünschen von ca. 10,00 Euro die Stunde orientieren - das wird die Unternehmerschaft boykottieren (welcher Unternehmer oder sagen wir besser "Geldgeber" nimmt schon eine freiwillige Reduzierung seiner Rendite bzw. seines Ertrages hin?).
Das was ich auf uns zukommen sehe, ist ein Grundlohn der aus dem aktuellen Lohngefüge der einzelnen EU-Länder entsteht. Vor allem in den EU-Neuzugängen (ost-, südosteurop. Staaten usw.) haben wir viele Länder mit niedrigsten Löhnen zwischen 100 - 300 Euro pro Monat - das wird sich aufgrund der wirtschaftlichen, politischen Gegebenheiten und der allgemeinen Kostenentwicklung in den nächsten Jahren ändern - die Löhne steigen. In anderen Ländern (BRD, Niederlande, Luxemburg, Frankreich, Belgien usw.) reduziert sich bekanntlich das durchschnittliche Lohnniveau von 1000-1500 Euro fortlaufend.
Und daher wird die Entwicklung wohl in einer "großeuropäischer Basislohnlösung" enden, wie wir das hier heute schon in Deutschland erleben dürfen - irgendwas zwischen 3-6 Euro die Stunde brutto. Besondere Fähigkeiten und Kenntnisse der Arbeitnehmer werden bei der Lohnbemessung wohl kaum eine Rolle spielen - haben wir doch ein Überangebot an Arbeitswilligen und Arbeitssuchenden, die sich notgedrungen zu Niedrig- bzw. Mindestlöhnen prostituieren müssen. Von weitergehenden Mitverwaltungs-/Mitbestimmungs- und Erfolgs-/Beteiligungsmodellen für Arbeitsnehmer will ich erst gar nicht reden - Utopien.
Die jetzige Diskussion um Mindestlöhne (diverse Wahltermine rücken ja näher) bedeutet nichts anderes als eine Art "staatlicher Tarifvertrag", wobei man doch reguläre bislang bestehende Tarifverträge inklusive Arbeitszeitregelungen, Kündigungsschutzregelungen usw. großzügig abgebaut und reduziert hat. Will damit sagen, dass mir selbst die schönste Mindestlohnregelung nichts nutzt, wenn andere Faktoren wie die zu erbringende stundenmäßige Arbeitszeitleistung, Steuern/Versicherungsbeiträge, Lebenshaltungskosten usw. nicht ebenfalls "festgelegt" bzw. auf diese Geringverdienste zugeschnitten werden. Man muß sich sicher keinen Illusionen hingeben, dass der menschliche Wert der Arbeitskraft in Zukunft wohlwollender zu Gunsten der breiten Volksmasse abgehandelt wird.
Wäre eine gewisse Objektivität bzw. ein gewisses Wohlwollen vorhanden, so hätte man die heutige Situation erst gar nicht entstehen lassen (es war ja bislang alles halbwegs ordentlich geregelt) - oder man würde sich seitens der Politik z. B. konkreter Einzelerscheinungen und Problemthemen schon längst angenommen haben. Siehe z. B. das Überstundenthema:
http://chefduzen.de/thread.php?threadid=2393&hilight=%DCberstunden

Schauen wir mal was wird.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Kann das sein? am 14. April 2005, 18:13:17
Wie schon hier
http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=2470
angedeutet, sperren sich die Unternehmen gegen evtl. Mindestlohngesetze und eine Ausweitung dieser.
In der SZ vom 14.04. steht zusätzlich:
...
Was als Schutz vor Lohndumping durch ausländische Betriebe gedacht war, entpuppt sich als Wettbewerbsnachteil gegenüber der innerdeutschen Billigkonkurrenz von der Ich-AG bis zum Hausmeisterservice, sagt Uwe Nostitz, Vizepräsident des Sächs. Baugewerbeverbandes. Er wies auf die Möglichkeit hin, keinen neuen Tarifvertrag abzuschließen - dann gäbe es künftig keine Mindestlöhne mehr.
...
Und schon ist das Ding ausgehebelt, eine Totgeburt.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: aian19 am 15. April 2005, 00:55:25
und wenn ich dann noch von sogenannten "Wirtschaftsexperten" höre, das der MIndestlohn irgendwo bei 6.-€ brutto/stunde angesiedelt sein sollte....

wie hatte doch jemand hier in seiner Signatur:

Ich kann gar nicht soviel saufen, wie ich kotzen möchte.....

Mein Status erreicht Defcon 2 - Latent Gewaltbereit ! X( X( X(


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Andromeda am 15. April 2005, 16:11:34
Möchte aber auch mal was zum Mindestlohn sagen.Bei uns im Osten müssen sie jetzt nach Holland für eine Mindestlohn Tomaten ernten.
Der ist dort 7,30€ und da haben sie noch mehr als Hartz VI. Nun sind sogar viele Arbeitsplätze in Kanada angeboten.
Glaubt Ihr das der Osten vertrieben wird ???? Aber dafür kommen billig Polen und Türken ins Land.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Horch am 15. April 2005, 17:01:07
Original von besorgter bürger
Zitat
ich weiß echt nich was ich zum mindestlohn sagen soll. die wirtschaft ist doch immer eine rechnung mit mehreren unbekannten. wenn man nun den mindestlohn festschreibt was ist dann z.b. mit der miete und den immobilienwerten? was hindert die kapitalisten daran die preise hochzuschrauben mit der begründung "wegen dem mindestlohn sind unsere kosten gestiegen"?

Na ja, mit der Begründung kann man auch Lohnerhöhungen ablehnen.
Die Preise werden nicht einfach hochgeschraubt, sondern richten sich nach Angebot und Nachfrage.

Zitat
nach den mindestlöhnen währe zwangsläufig die festsetzung von preisen drann. schon haben wir die ddr wieder ob wir das wollen oder nicht.

Zunächst mal lehne ich es ab, die DDR zu verteufeln. Zweitens bin ich nicht der Meinung das ein Mindestlohn Preisfestsetzungen zur Folge hätte. Und drittes haben Angebot und Nachfrage nichts mit einer selbstbestimmten Gesellschaft zu tun, die erstrebenswert wäre. Die hätte dann aber weder mit der DDR noch mit der BRD viel zu tun.
Aber das hat alles nicht mehr viel mit dem Mindestlohn zu tun.

Zitat
ich erinnere mich düster an marxs kapital . da hatt er sich seitenweise über festgelegte löhne oder brotpreise ausgelassen - hab ich alles überblättert.

Wen man alles überblättert hat, ist kein objektives Urteil möglich.

Zitat
ich glaube nicht das mindestlöhne etwas bringen. es sei denn es gäbe einen einheitlichen europäischen mindestlohn.

In 18 der 25 EU-Staaten gibt es längst Mindestlöhne. Dass eine Angleichung auf hohem Niveau wünschenswert wäre, ist richtig.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Kann das sein? am 15. April 2005, 18:39:15
"wünschdirwasgewinnspanne":
Die Macher und Entscheider nennen das ja "Markt- bzw. Verkaufspreisfindung", listen zu Vergleichszwecken alle vorkommenden Wettbewerber hier in D und entwickeln Dank einem Kalkulationsschema daraus "ihren" Abgabe- bzw. Ladenverkaufspreis.

Gigantische Rohgewinnspannen sind möglich - z. B. bei Werkzeugen/Unterhaltungselektronik 100-500% oder im Food-Bereich bis zu 2000%. (Ein Berliner Bierbrauer bekommt für den 0,5l 5-6 Cent + Behältnis/Nebenkosten - nun, dann schaut euch mal die Ladenverkaufspreise, ganz zu schweigen von Tankstellenpreisen usw. an.)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: geishapunk am 15. April 2005, 20:14:27
Zitat
Original von Horch
Zitat
nach den mindestlöhnen währe zwangsläufig die festsetzung von preisen drann. schon haben wir die ddr wieder ob wir das wollen oder nicht.

Zunächst mal lehne ich es ab, die DDR zu verteufeln. Zweitens bin ich nicht der Meinung das ein Mindestlohn Preisfestsetzungen zur Folge hätte. [...] Die hätte dann aber weder mit der DDR noch mit der BRD viel zu tun.
Aber das hat alles nicht mehr viel mit dem Mindestlohn zu tun.

Hier bin mal einer Meinung wie Horch!

Die Einführung eines Mindestlohns muß nicht zwangsläufig zu einer Preissteigerung führen, da ein evtl. eingeführter Mindestlohn wahrscheinlich eh sich untersten Lohnniveau bewegen wird.

Außerdem denke ich auch das ein Vergleich mit der DDR arg hinkt, ich weiß nicht ob die überhaupt sowas wie Mindestlöhne hatten, da in der DDR das sowieso alles ein bißschen anders lief. Da war ja nix mit aushandeln von Löhnen und so!

Und selbst wenn, dann war in der DDR immer noch ein ganz anderes Gesellschaftssystem installiert!

Die Sache ist doch die, wie schon Horch richtig bemerkte, das Mindestlöhne in anderen Ländern erprobt sind und nicht zu einer Preissteigerungsspirale führten! Sogar im Land des Raubtierkapitalismus, den USA, gibt es Mindestlöhne ohne das Wirtschaft den Bach runter ging!

Es ist doch bezeichnend das die AG-Seite sich hauptsächlich gegen die Mindestlöhne ausspricht (Weil sie Schiß haben das Ihre 1-Euro Pläne so torpediert werden). Die Lobbyisten irgendwelcher Gewerkschaften lasse ich mal aussen vor, die zählen in meinen Augen nicht!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Horch am 18. April 2005, 09:22:45
Zitat
Original von besorgter bürger
jedes land hat mindestlöhne. in der ddr lag der so etwa bei 400 mark für ne verkäuferin. in d liegt er bei drei euro/stunde. richtig andere länder haben gesetzliche (!) mindestlöhne.


Nein, denn auch die 3 € können unterschritten werden, wenn kein gültiger Tarifvertrag vorliegt. Wobei ich glaube, dass die 3 € teilweise schon jetzt unterschritten werden, ohne das die Öffentlichkeit groß was davon erfährt.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: vinci am 18. April 2005, 14:05:07
Ich denke das so ein Mindestlohn schon einiges für sich hat. Allerdings finde ich es sinnvoller gleich ein Existenzgeld einzuführen. Das Problem ist doch, das mit einem Mindestlohn ja sowieso nur diejenigen mit einem Arbeitsplatz angesprochen sind.

Dabei ist das Problem ja v.a. in der drohenden Arbeitslosigkeit bzw. in der zu starken Abhängigkeit von Lohnarbeit zu sehen.

Eine Grundsicherung (Bürgergeld, Sozialdividende,...) würde jedem einen bestimmten Betrag zukommen lassen. Dies würde für viele Menschen eine große Erleichterung bringen. Ich würde sogar sagen, das der Staat dabei zig Milliarden spart. Subventionen, Arbeitsamt, ABM, 1-Euro-Jobs, Umschulungen,... könnten wegfallen.

Komischerweise hat die FDP das in abgeschwächter Form sogar auch vor ein paar Monaten vorgeschlagen. Allerdings wollen die eher eine Grundsicherung die eher unter der Armutsgrenze liegt.

Aber es zeigt zumindest, das so etwas nicht unrealistisch wäre. Es gibt dazu ja auch Kritik, die so viel ich verstehe aber eher darauf hinausläuft, das es besser ist, wenn die Leute leiden um dann "irgendwann" mal eine echte Revolution zu machen. Ich finde diese Haltung aber menschenfeindlich. Natürlich sollte eine Grundsicherung nicht das Ende darstellen, sondern, im Gegenteil, einen Anfang: Weg vom Leistungszwang!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Horch am 18. April 2005, 14:50:52
Zitat
Original von vinci
Ich denke das so ein Mindestlohn schon einiges für sich hat. Allerdings finde ich es sinnvoller gleich ein Existenzgeld einzuführen. Das Problem ist doch, das mit einem Mindestlohn ja sowieso nur diejenigen mit einem Arbeitsplatz angesprochen sind.

Ich stimme zu, ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre besser.
Dieses Grundeinkommen sollte auch gefordert werden, aber auch ein Mindestlohn wäre ein Fortschritt uns ist derzeit realistischer durchzusetzen als ein Grundeinkommen.

Zitat
Dabei ist das Problem ja v.a. in der drohenden Arbeitslosigkeit bzw. in der zu starken Abhängigkeit von Lohnarbeit zu sehen.

Da gehe ich konform.

Zitat
Komischerweise hat die FDP das in abgeschwächter Form sogar auch vor ein paar Monaten vorgeschlagen. Allerdings wollen die eher eine Grundsicherung die eher unter der Armutsgrenze liegt.

So komisch finde ich das gar nicht. Es ist zu befürchten, dass das ein vergiftetes Angebot ist. Wie schon bei der Kombilohndebatte, wo Wirtschaftslobbyisten sagten, sie wollten die Bevölkerung an Niedriglöhne gewöhnen umd die Kombilöhne dann wieder abzuschaffen, so dass nur noch reine "Marktpreise" gezahlt würden.

Zitat
Aber es zeigt zumindest, das so etwas nicht unrealistisch wäre.

Realistisch ist das sicher, es geht um die Höhe.

Zitat
Es gibt dazu ja auch Kritik, die so viel ich verstehe aber eher darauf hinausläuft, das es besser ist, wenn die Leute leiden um dann "irgendwann" mal eine echte Revolution zu machen. Ich finde diese Haltung aber menschenfeindlich.

Hm, dass hat schon die Wirtschaftswoche gefordert, allerdings weil sie glaubte, die Menschen würden dann neoliberale Forderungen widerstandslos hinnehmen.
Ich halte davon auch nichts. Denn eine Revolution an sich, so sinnvoll die zeitweise sein kann, und erst recht eine unter Zwang, kann eines nicht erreichen. Nämlich den Kapitalismus unumkehrbar zu beseitigen.
Etwas derartiges kann nur ein "evolutionärer" Prozess voranbringen.

Zitat
Natürlich sollte eine Grundsicherung nicht das Ende darstellen, sondern, im Gegenteil, einen Anfang: Weg vom Leistungszwang!

Richtig, eine Grundsicherung ohne langfristige Beseitigung des Eigentums an den Produktionsmitteln wäre auf Dauer zum Sterben verurteilt.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20. April 2005, 10:38:26
Jungunternehmer für Mindestlohn von 3,50 Euro pro Stunde

Berlin (dpa) - Als erster Wirtschaftsverband hat sich der Bundesverband Junger Unternehmer (BJU) für gesetzliche Mindestlöhne in Deutschland ausgesprochen. Diese sollen allerdings bei nur 3,50 Euro pro Stunde liegen, also weit unter den Vorstellungen der Gewerkschaften.


"Damit wäre sichergestellt, dass ein Mindestlohn nicht marktverzerrend wirkt: Arbeitgeber hätten ausreichend Spielraum, um endlich in Deutschland auch wieder gering qualifizierten Arbeitnehmern eine Chance zu geben und zu beschäftigen", sagte die BJU-Bundesvorsitzende Karoline Beck.

Beck wandte sich gegen eine Ausweitung des Entsendegesetzes, nach dem die Mindesttarife der Branche auch für ausländische Firmen verbindlich sind, wenn sie auf deutschen Baustellen tätig werden. Durch zu hohe Löhne seien im Baugewerbe in fünf Jahren 342 000 Arbeitsplätze vernichtet worden. Beck forderte von der Bundesregierung, Geringverdienern Lohnzuschüsse zu geben, so dass sie bei Basislöhnen von 3,50 Euro pro Stunde deutlich mehr verdienten als ein Empfänger von Arbeitslosengeld II.

http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1628207

Dolle Sache, das!
Zitat
Beck forderte von der Bundesregierung, Geringverdienern Lohnzuschüsse zu geben

Die Unternehmer zahlen dann nicht nur fast nix, der Rest des Lohns soll aus Steuergeldern kommen!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Horch am 20. April 2005, 11:27:36
Zitat
"Damit wäre sichergestellt, dass ein Mindestlohn nicht marktverzerrend wirkt: Arbeitgeber hätten ausreichend Spielraum, um endlich in Deutschland auch wieder gering qualifizierten Arbeitnehmern eine Chance zu geben und zu beschäftigen", sagte die BJU-Bundesvorsitzende Karoline Beck.

Wir großzügig von den Jungkapitalisten/Jungausbeutern!
Die sollen sich diese Jobs in die Haare schmieren.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Kann das sein? am 20. April 2005, 12:02:28
Leider konnte ich die Berichterstattung nicht komplett verfolgen:
Die Betreiber/Gesellschafter bzw. Firmen eines Industrieparkes bei Mittweida/Sachsen suchen etliche Facharbeiter mit qualifizierter Ausbildung. Brutto-Monatslohn für eine Regelarbeitszeit von 40 Stunden = 800 EUR, macht irgendwas zwischen 630 - 650 EUR netto für angenommene 175 Monatsstunden = Netto-Stundenlohn ca. 3,60/3,70 EUR. Urlaubs- bzw. Weihnachtsgeld gibts natürlich nicht. Fahrtkosten zum/vom Arbeitsplatz etc. mindern diesen Spitzenverdienst natürlich noch.
Der Betreiber/Geschäftsführer wurde von MDR-Reportern bedrängt - Antwort: " ... also, es muß ja keiner, wer für das Geld nicht will, der geht eben zum Arbeitsamt und beantragt da sein Gehalt ...".

(Das war der Auslöser hierzu:
Eine Annonce in der „Süddeutschen Zeitung“ ist beim Gewerkschaftsbund hier in Zwickau auf Empörung gestoßen. Darin werden Investoren für einen Niedriglohn- Textil- Gewerbepark in Mittweida gesucht. Zitat: Unsere Mitarbeiter arbeiten engagiert für monatlich 800 Euro brutto 40 Stunden pro Woche- ohne Weihnachts- und Urlaubsgeld. Sie sind genauso fleißig wie in Westdeutschland.)

Siehe ähnlich gelagerten Bericht zum Thema Fronarbeit:
http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_2469704.html

Wie schon von etlichen Kommentatoren festgestellt, arbeiten wir nicht auf Mindestlöhne von 6 oder gar 10 Euro die Stunde hin - sondern wir haben bereits heute den künftigen EU-Basiseinheitslohn zwischen 3-5 Euro die Stunde. Gut für den Unternehmer - die Profite steigen, schlecht für uns eigentlich kein ein Anreiz für diese Sklaventreiber auch nur einen Finger krumm zu machen. Aber man achte darauf: Auch hier werden etliche Arbeitnehmer sich notgedrungen zu diesem Entgelt prostituieren müssen und, machen wir uns nichts vor, evtl. nicht zu diesem Lohn besetzbare Stellen sind in ein paar Monaten mit Ausländern aufgefüllt (siehe Schlachthöfe bzw. Fleischzerlegebetriebe).

"Wahltag ist Zahltag!"


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: vinci am 20. April 2005, 15:52:37
Eigentlich müssten Mindestlöhne zuerst global angestrebt werden. Sprich: niemand soll weniger als X verdienen. Und dann könnte man das ganze noch unterteilen, weil ja Westeuropa andere Lebenshaltungskosten hat als Westafrika z.B. Rein nationale Mindestlöhne sind aber denke ich nur beschränkt wirksam, da eben Arbeitsplätze heutzutage mobil sind.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Kann das sein? am 20. April 2005, 16:11:34
O. K. - wegen meiner können auch 50 Euro "Kompletteerdkugelmindestlohn" brutto festgelegt werden, auch von mir aus 70% Gesamtabzüge - wenn dann die Monatsmiete 3 Euro beträgt und ich für die sonstige Lebenshaltung maximal nur weitere 12 Euro ausgeben muss. :-)

Aber ich sehe das eh so, dass es kaum einen Mindestlohn geben wird - und wenn, dann einen, der die breite Masse ganz nach unten drückt.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: vinci am 20. April 2005, 16:20:41
Wenn wir das wollen (Wir im Sinne von der Mehrheit der Menschheit)- Dann könnte man sowas durchsetzen.

Allerdings müsste man ja auch unterscheiden zwischen Lohnarbeit und dem, was  so in kleinen Sippen auf irgendwelchen Inseln oder in Familien abgeht. Möglich wäre es nur sowas bei größeren Betrieben durchzusetzen. Das hiesse, das z.B. die automobilindustrie nicht beliebig Standards senken könnte.

Es wäre teilweise ja aber auch schon ein grosser Erfolg wenn die noch vorhandene Sklaverei abgeschafft werden könnte. Bzw. die Situation vieler Menschen in Abhängigkeit von Großgrundbesitzern zu stehen, die ihnen mal Geld geliehen haben. Sprich auch: Kredite als Menschenrecht! In vielen Gegenden gibt es ja keine Industrie, aber durchaus Agrarproduktion unter menschenunwürdigen Bedingungen, weil die Menschen keine Alternative haben. Keine Alternative, weil sie sich kein Geld leihen können ohne sich weiter zu verschulden. Da tut die Grameen-Bank eine Menge weltweit.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 20. April 2005, 16:54:41
In der DDR galt für jeden Wirtschaftszweig, sofern der volkseigen war, ein für jedermann einsehbarbaren Rahmenkollektivvertrag (RKV), der sich auf betriebliche Eigruppierungsunterlagen und zentrale Eingruppierungsmaterialen, -methoden und -kataloge stützte.

In der BRD betreibt man eine Geheimniskrämerei um die Arbeitsverträge und um Eingruppierungsunterlagen.

Wem nutzt das?

Dem Unternehmer - weil er so Schulze gegen Meier ausspielen kann, Zwietracht und Mißtrauen unter der Belegschaft sät. Der Schweinehund ist der Unternehmer, der seinen Profit ungestört aus der Arbeit beider scheffelt, solange sich die beiden "nicht grün sind".

In der DDR war jeder RKV praktisch ein Katalogwerk für einen/ein nachprüfbaren/es Mindestlohn/-gehalt.

Die Stellenpläne waren die Vergleichsgrundlage, welcher Werktätige auf welcher Planstelle bei welcher ausgeübten Arbeitsaufgabe welches Arbeitsentgelt zu erhalten hatte.

Logisch, daß es für die gleiche ausgeübte Arbeitsaufgabe bei gleicher Qualifizierung und Berufserfahrung den gleichen Arbeitsverdienst gab.

Genau auf dieser Grundlage wurden offene Stellen bei den Ämtern für Arbeit in den Räten der Kreise auf Heller und Pfennig in Listen geführt und den Arbeitssuchenden zur Einsicht gegeben. auf diese Angaben konnte er sich verbindlich berufen.

Schaut man in den Jobbörsen der bundesdeutschen Arbeitsagenturen und privaten Arbeitsvermittler stößt man regelmäßig auf den verschleiernden Begriffr n.V. - nach Vereinbarung.

Die Kontrolle des Grundsatzes "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist so bundesdeutschen Unternehmen für den AN nicht kontrollierbar.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 20. April 2005, 17:33:28
Ein gesetzlicher Mindestlohn sollte zwischen Alg I und jeder tariflichen Lohn- und Gehaltsgruppe liegen. Auf diese Weise hätte man in jedem Fall die bislang erzielte berufliche Qualifikation und Berufserfahrung unter Bestandsschutz gestellt.

Mit dem vorherigen Arbeitsförderungsgesetz und den heutigen SGB III bzw. II hat man den Qualifikationsschutz und die freie Berufswahl vollkommen abgeschaft.

Faktisch ist das jetzige Alg II (Ost) ein Existenzgeld bzw. Mindestlohn. So auch die Feststellung in der letzten MDR-Sendung "Fakt ist ..." zum Thema: Renten runter? Zahlen die Alten die Zeche? (http://www.mdr.de/fakt-ist/1917769.html)

In ein paar Jahren werden alle Rentner mangels Ebbe in den Rentenkassen und aufgebrauchter Rentenreserve (durch Ulla Schmidt von 10 Mio. auf derzeit 1,5 Mio. geschrumpft) um ihre Rentensteigerungen enteignet werden. Sie werden sich ebenfalls in der Rentenhöhe dem Alg II (Ost) nähern, egal wieviel Jahre Rentenbeiträge sie in die gesetzliche oder private Rentenversicherung einzahlten.

10 Mio. Rentenreserve hatte der Bundesminister Riester beim Postenwechsel der Schmidt übergeben. Trotz mehrfacher Anfrage bleibt eine Rechenschaftslegung von Schmidt aus, wo die 8,5 Mio. Schwund abgeblieben waren.

Diese Entwicklung weiterer Rentennullrunden und -kürzungen kommt auf die heutigen Bestandsrentner und die zukünftigen Rentner gleichfalls zu.

Ursachen:

- Steuergeschenke und Beitragserlässe an Unternehmer
- steuerflüchtige Unternehmer, die sich so der deutschen Steuer- und Beitragsplicht komplett entziehen
- Zunahme von Massenentlassungen und Dumpinglöhnen wie Zunahme von Jobs ohne Sozialversicherungsschutz
- hohe Arbeitslosenzahlen
- ausbleibende Geburten als künftige Steuer- und Beitragszahler wegen kinderfeindlicher Familien- und Unternehmenspolitik in der BRD

führen zum vorhersehbaren Bankrott der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.

Riester: "Langzeitarbeitslose machen mir mehr Sorgen"

Riester forderte auch, in der Debatte um die Renten die Langzeitarbeitslosen nicht zu vergessen. "Ich mache mir viele Sorgen um junge Leute, die länger arbeitslos sind und deshalb geringe Rentenansprüche haben." Das sei die eigentlich schwierige Generation und weniger die Rentner.

Hier habe die Arbeitsmarktreform Hartz IV Verbesserungen gebracht:

Sozialhilfeempfänger, die bisher keine Rentenansprüche erwerben konnten, hätten nun durch das Arbeitslosengeld II die Möglichkeit dazu - durch die Zahlung eines eigenen, geringen Sockelbetrages und eine damit einhergehende staatliche Förderung in Form von Zuschüssen.

Riester spielt dabei auf den möglichen Zugang von Alg-II-Beziehern in die private Riester-Altersvorsorge an, solange der Alg-II-Empfänger zum Zeitpunkt des Eintritts in die Riesterrente mindestens 5 Euro Riesterrenten-Monatsbeitrag bis zum Erreichen des Rentenalters einzahlt und mindestens Alg II erhält.

Die Arbeitsagentur würde gleichfalls einen monatlichen Mindestbeitrag von 78 Euro in die Rentenversicherung einzahlen. Auf diese Weise hätten ehemalige Sozialhilfeempfänger die Möglichkeit auf eine Minialtersabsicherung, die ihnen vor Hartz IV generell verschlossen verblieben wäre.

Sobald allerdings die Geldleistungen zu Alg II dem Antragsteller von der Arbeitsagentur versagt werden, gibt es keine Eintrittsmöglichkeit in die Riesterrente. Also nur beim Leistungsbezug von mindestens Alg II ist riestern möglich, sonst nicht. Wer später als Alg-II-Kandidat aus dem Leistungsbezug fällt, aber bereits in der Riesterrente war, bei dem laufen die Minibeiträge und die staaliche Förderung weiter. Alle anderen haben das Nachsehen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: vinci am 20. April 2005, 17:33:57
Ich finde es schwierig "gleiche Arbeit" zu definieren. Und ich denke auch, das es nicht notwendig ist. Dahinter steckt ja der Gedanke von gerechtem Lohn. Das ist ja im Grunde nur ein Instrument, was für industrielle (enfremdete) Arbeit anwendbar ist.

Ich denke es ist ausreichend, wenn es eine Grundsicherung gibt und man dann im Einzelnen es der jeweiligen Organisierung der Arbeiter (oder auch der kleinen Selbständigen, die sich viel zu sehr selbst ausbeuten) überlässt für weitergehende Standards zu kämpfen. Ich denke das es alleine in einem Unternehmen schwer genug einen "gerechten" Lohn zu zahlen.

Das System der Belohnung für mehr Leistung finde ich auch prinzipiell fragwürdig. Natürlich ist es wichtig, das Leute auch eine entsprechende Gegenleistung bekommen. Das die aber immer und überall gleich ist  ist nicht notwendig. Sagen wir, wenn jetzt wirklich den Arbeitnehmern ein Unternehmen gehören würde, dann kommt es doch eher darauf an, das alle gemeinsam für ihre Interessen eintreten. D.h. zum einen wollen manche gerne mehr Lohn für mehr Arbeit - oder auch mehr Lohn wenn jemand einen erhöhten Bedarf hat. D.h. im Zweifelsfall würden Mehrarbeiter ggf. gar nicht mehr Lohn wollen. Weil es ja etwas anderes ist, wenn man Eigentümer der Produktionsmittel ist und daher auch Interesse hat an der Zukunft des Betriebes.

Als einfacher lohnabhängiger hingegen ist man ja nur daran interessiert für sich persönlich am meisten herauszuholen. Dann macht auch gleicher lohn für alle Sinn, da man ja nur in Solidarität etwas erreichen kann.

Wenn man nun aber Regeln hat, die für jeden Betrieb gelten, so wäre ein Betrieb, der den Arbeitern gehört genötigt gegen seine Interessen zu handeln, die in Abwägungen vielleicht allen langfristig mehr Vorteile bringen.

In dem Falle ist es natürlich wichtig, das Arbeitslosigkeit nicht mit einem Totalabsturz zusammenhängt.

Ich denke halt, das ein Verbund gemeinsam verantwortlicher und miteinander solidarischer Arbeitnehmer UND Selbständiger langfristig am meisten Vorteile bringt. Solange aber Unternehmer nur für die eigene Brieftasche wirtschaften wird sich nichts ändern. Damit habe ich auch mein Hauptproblem bei neoliberalen Forderungen: Flexibilität zu verlangen ist ok, wenn dann die Arbeitnehmer auch auf der anderen Seite mehr Sicherheit, oder andere Vorteile bekommen. Flexibilität wird da aber ja nur einseitig ausgelegt. Flexiblere Unternehmer werden kaum verlangt- owbohls gerade an denen mangelt.

Thilo


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 20. April 2005, 18:16:46
Maßstab für gleichen Lohn für gleiche Arbeit ist die Eingruppierungsunterlage. Dort müssen die typischen Arbeitsanforderungen nach einheitlicher Methodik, Katalogmaterial usw. festgehalten werden, die zu einer bestimmten Punktzahl und damit zu einer Gehalts oder Lohngruppe führt.

Es ist doch z.B. nicht nachvollziehbar, daß ein Schweißer im Maschinenbau im Norden der BRD weniger Lohn erhalten soll als sein bayerischer oder ostdeutscher Kollege, der unter den gleichen Arbeitsbedingungen des Wirtschaftszweigs die gleiche Arbeit mit der gleichen Qualifikation und Berufserfahrung die gleichen Arbeitsgänge verrichtet und den gleichen Belastungen ausgesetzt ist.

Auch ein Schweißer auf einer Werft hat grundsätzlich die gleichen berufstypischen Arbeiten auszuführen wie ein Schweißer im Maschinen- oder Fahrzeugbau.

Damit gilt der Gleichheitsgrundsatz auch übergreifend für Wirtschaftszweige, aber bei gleichen bzw. artverwandten Berufen oder Arbeitsaufgaben.

Eingruppierungsunterlagen sind auch ein gutes Instrument, um bei Lohnstreitigkeiten vorm Arbeitsgericht die Beweisführung zu belegen, warum eine bestimmte Lohn- und Gehaltsgruppe gezahlt wird. Jeder AG ist nach dem Betriebsverfassungsgesetz (§ 99 BetrVG) (http://www.sidiblume.de/info-rom/arb_re/allg_ar/betrvg.htm) verpflichtet, zu jeder betrieblichen Arbeitsaufgabe, aber nicht zu jedem Beschäftigten eine Eingruppierung vorzunehmen und

- bei Veränderungen im Arbeitsablauf oder
- bei Veränderungen in der technischen Ausstattung oder
- bei Veränderungen in der Arbeitsorganisation

zu aktualisieren.

Auszug aus § 99 BetrVG:

"... Bei Einstellungen und Versetzungen hat der Arbeitgeber insbesondere den in Aussicht genommenen Arbeitsplatz und die vorgesehene Eingruppierung mitzuteilen. ..."

Diese Eingruppierungsunterlage sollte sich jeder Bewerber um eine Arbeitsaufgabe oder jeder AN bei personellen, technisch-technologischen oder organisatorischen Arbeitsplatzänderungen zeigen lassen, bevor er einen Arbeitsvertrag bzw. eine Änderungskündigung unterschreibt. Zumindest sollte im Arbeitsvertrag ein Hinweis auf diese Eingruppierungsunterlage bzw. dem Manteltarifvertrag (letzterer bei tarifgebunenen AG) vorhanden sein.

Es ist deshalb keine Eingruppierungsunterlage pro Beschäftigten anzulegen, da es nicht um die konkrete Person Meier, Schulze, Lehmann geht, sondern um die Beschreibung der typischen Eigenschaften seiner Arbeitsaufgabe. Und Meier, Schulze, Lehmann können z.B. in einem Dreischichtsystem am gleichen Arbeitsplatz und Betrieb die gleiche Arbeitsaufgabe erledigen. Der einzige Unterschied ist die Zeit. Und die kann unwesentlich für die Beschreibung und Bewertung der Arbeitsaufgabe sein.

An diesem Beispiel siehst Du wie wichtig es ist, den Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" durchzusetzen - auch eine Frage des Betriebsfriedens und eines guten Arbeitsklimas. Eingruppierungsunterlagen sollte man sich als Stichwort bei Vertragsverhandlungen gut merken.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 20. April 2005, 18:31:19
Mindestlohn nur ausschließlich für Niedriglohngruppen ist Schwachsinn. Das heißt ja, daß Erwerbslosen generell ihre erworbene Qualifikation und Berufserfahrung abgesprochen werden kann, nur weil sie für lange Zeit arbeitslos waren und deshalb in Zukunft nur für Niedriglohnjobs taugen.

Pro Lohn- und Gehaltsgruppe brauchen wir in jedem Wirtschaftszweig Mindestlöhne, die die Qualifikation, die Berufserfahrung, die vorhandenen Arbeitsbelastungen berücksichtigen. Sonst wäre der Mindestlohn = die niedrigsten Gehalts- oder Lohngruppe oder noch niedriger - entweder gleich bei Alg II angesiedelt oder der Mindestlohn liegt zwischen Alg II und der niedrigsten Lohn- und Gehaltsgruppe. Und den Furz haben wir ja bereits mit den Zeit- und Leiharbeitsverhältnissen.

Lohnzuschüsse für Geringverdiener zu zahlen ist das Aufwärmen der Kombilohnmodelle und damit das Ausplündern der Staatfinanzen durch Unternehmerlumpen. Biedenkopf, Milbradt, (Un-)Sinn lassen grüßen. Der BJU soll sich seinen Ausbeutervorschlag in die Haare schmieren.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: vinci am 20. April 2005, 23:16:50
Zitat
Original von joachimkuehnel

Es ist doch z.B. nicht nachvollziehbar, daß ein Schweißer im Maschinenbau im Norden der BRD weniger Lohn erhalten soll als sein bayerischer oder ostdeutscher Kollege, der unter den gleichen Arbeitsbedingungen des Wirtschaftszweigs die gleiche Arbeit mit der gleichen Qualifikation und Berufserfahrung die gleichen Arbeitsgänge verrichtet und den gleichen Belastungen ausgesetzt ist.

...

An diesem Beispiel siehst Du wie wichtig es ist, den Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" durchzusetzen - auch eine Frage des Betriebsfriedens und eines guten Arbeitsklimas. Eingruppierungsunterlagen sollte man sich als Stichwort bei Vertragsverhandlungen gut merken.

Nö, sehe ich nicht. Ich denke das das Metier von Gewerkschaften ist. Überall gibt es unterschiedlichen Lohn und auch unterschiedliche Lebenshaltungskosten. Wenn jemand in München lebt hat er höher Kosten als z.B. irgendjemand in Dithmarschen auf dem flachen Land. Oder jemand hat Schulden. Da braucht er auch mehr Geld. Ich kann dieser formalen Sichtweise wenig abgewinnen. Ich verstehe schon das klassiche Gewerkschaftsarbeit nur so Sinn macht, weil es ansonsten schwer fällt irgendeinen Tarifvertrag durchzusetzen. Auf der anderen Seite ist aber klar, das es zum einen jenseits der Grenzen, wie z.B. in Dänemark und den Niederlanden ganz anderts aussieht - Bei gleichen Tätigkeiten!!  Ich denke auf Grundlage dieser ganzen Arbeitsgesetze lassen sich keine grundsätzlich revolutionären Umwältungen erreichen. Schlussendlich haben diese ganzen Vereinbarungen nur zu einer Zementierung bestehender Besitzvstände geführt. Und v.a. - wer ausserhalb dieser Regeln existiert - z.B. wo Qualifikations chwer messbar ist - für den gibt es keine Regelungen und keine Vorteile.

Grundsätzlich gutheissen kann ich Arbeitskampf zum Erämpfen von mehr Rechten und mehr Freiräumen. Ich denke nur irgend wann muss es da auch ran ans eingemachte (das Eigentum) - und das hört nicht bei gleichem Lohn für gleiche Arbeit auf! Ich denke wenn die Arbeiter sich schon früher die Fabriken angeeignet hätten, dann würden sie jetzt nicht von irgendwelchen Juppies entlassen werden, die die Arbeitsplätze irgendwohin verlagern oder ganz wegrationalisieren. Eigentlich kann eine Gewerkschaft auch gar nicht gegen Arbeitsplatzverlagerung sein. Wenn jede Arbeit als gleich einzustufen ist, dann ist sie dies auch in Polen oder China. Wenn natürlich die Solidarität bei Staatsgrenzen aufhört, dann ist es leicht für die Industrie die Eilzelgewerkschaften gegeneinander auszuspielen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 21. April 2005, 00:25:21
Richtig, und deshalb müssen die Gewerkschaften auch mit Bruderorganisationen zusammenarbeiten, ansonsten können sie sich einsargen lassen. Wenn das nicht passiert, haben wir hier Unternehmerwillkür pur und total. Ab in den Manchesterkapitalismus zu Zeiten der industriellen Revolution.

Das Kapital handelt international, also müssen Gewerkschaftsverbände ihre Handlungsweisen miteinander koordinieren. Sonst spielt man deutsche gegen chinesische oder gegen Gewerkschafter in Lateinamerika aus.

AN und Erwerbslose brauchen internationale Kontakte und gemeinsame Organisationsformen, um dem Kapital überall in die Parade zu fahren. Und deshalb muß man sich der Verbindungsmöglichkeiten der Gewerkschaften bedienen.

Bis jetzt habe ich jedenfalls noch keine demonstrierenden Erwerbslosen und wildgewordene Betriebsrevoluzzer gesehen, die mit ausländischen AN und Erwerbslosen des gleichen Konzerns abgestimmt gehandelt hätten.

Nur über die Ortsgrenzen des eigenen Dorfs, der eigenen Stadt, Region oder Landes zu blicken, ist eine beschränkte Sichtweise.

Warum steht wohl im Kommunistischen Manifest (http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm) vom Februar 1848 am Ende des Kapitel IV die Losung

"Proletarier aller Länder vereinigt euch!"

Es wird höchste Zeit, daß in Europa wieder gilt: "Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus."

Und für AN und Erwerbslose gilt Goethes:

Nutze deine jungen Tage,
lerne zeitig klüger sein.
Auf des Glückes großer Waage
steht die Zunge selten ein.
Du musst steigen oder sinken,
du musst herrschen und gewinnen
oder dienen und verlieren,
leiden oder triumphieren,
Amboss oder Hammer sein!

Es wäre auch mal Zeit für einen Generalstreik, so wie in diesem Beispiel "Ditmal strikt wi för wat anneres"  (http://www.taz.de/pt/2002/03/11/a0236.nf/text)

"... Und bei dem Streik ging es nicht nur um bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. So meinte ein Arbeiter auf den Einwand, der Streik führe doch zu Einkommensverlusten für die Streikenden: "Dat weet wir allens, ab ditmal strikt wi nicht för dat Geld, ditmal strikt wi för ganz wat anneres", berichtet der Hamburgische Correspondent in seiner Ausgabe vom 6. Dezember 1896. ..."

Wir haben in der deutschen Arbeiterbewegung gute Traditionen so wie der elfwöchige Streik der Hamburger Schauerleute von 1896 oder der Generalstreik gegen die Freikorps von Kapp und Noske im März 1920, darin eingebunden die Rote Ruhrarmee.

Empfehlenswert sind die Bücher zu lesen von

Karl Grünberg; Brennende Ruhr; Verlag RuhrEcho, ISBN 3-931999-03-3 und

Otto Gotsche/Hans-Albert Pederzani, Die Fahne von Kriwoj Rog

Der Kern der Handlung im letztgenannten Roman:

Als Solidaritätsgeschenk bringen sowjetische Bergleute im Jahre 1929 eine gestickte Fahne ins Mansfelder Land, wo deutsche Arbeiter einen Aufstand gegen die Unternehmer organisiert haben. Otto Brosowksi, der die Fahne bei jeder Demonstration der Kommunisten getragen hatte, bewahrt das Geschenk im Glauben an eine bessere Zukunft auch nach der Machtergreifung der Nazis auf. 1945 zieht nach dem Abzug der Amerikaner tatsächlich die Rote Armee ins Mansfelder Land ein. Otto geht ihr mit seiner Familie, seinen Genossen und der Fahne entgegen...

(Jan-Eric Loebe)

Ich fürchte der deutsche Michel ist faul, fett und behäbig geworden, um seine gesellschaftliche Rolle zu verstehen und hat bis zum jetzigen Tag nicht begriffen, daß man ihm das Fell über die Ohren ziehen wird. Der kapiert die Entwicklung erst, wenn man ihm am sozialen Schlafittchen gepackt hat und sein Haus und Wagen unterm Hintern wegpfändet. Dann ist es aber zu spät zum revoluzzern. Er kann ruhig weiter pennen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: vinci am 21. April 2005, 12:10:20
Vielem kann ich zustimmen, auch dem Generalstreik. Der sollte am besten international oder zumindest europaweit sein. Den Kommunismus als gesellschaftliches Gegenmodell lehne ich aber ab. Grundlage muß m.E. ein freies, anarchistisches Miteinander sein.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Horch am 21. April 2005, 12:31:57
Zitat
Original von vinci
Vielem kann ich zustimmen, auch dem Generalstreik. Der sollte am besten international oder zumindest europaweit sein. Den Kommunismus als gesellschaftliches Gegenmodell lehne ich aber ab. Grundlage muß m.E. ein freies, anarchistisches Miteinander sein.

Im Kommunismus kann es nur ein freies Miteinander geben. Und es gibt auch unter den Kommunisten Anarchisten.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Carpe Noctem am 21. April 2005, 12:55:22
Zitat
Original von Horch
Zitat
Original von vinci
Vielem kann ich zustimmen, auch dem Generalstreik. Der sollte am besten international oder zumindest europaweit sein. Den Kommunismus als gesellschaftliches Gegenmodell lehne ich aber ab. Grundlage muß m.E. ein freies, anarchistisches Miteinander sein.

Im Kommunismus kann es nur ein freies Miteinander geben. Und es gibt auch unter den Kommunisten Anarchisten.

Bleibt die Frage nach der Zentralinstanz bestehen, heute und in den Theorien von Marx der Staat. Das war ein Hauptstreitpunkt zwischen Marx und Bakunin, und ist es heute noch zwischen den Fronten der Linken, z.B. Antifa und libertären Kreisen.

Bakunin sagte, dass vom alten System nichts übrig bleiben darf, weil aus jeglichem Rest eine Rekonstruktion des überwunden geglaubten Systems möglich ist. Marx hingegen setzte auf eine starke Zentralinstanz. Bakunin pflegte darauf zu erwidern, dass Zentralinstanzen Herrschaft bedingen und politische Eliten das Volk für dumm verkaufen. Für mich bleibt bei alldem nur die Frage, wie dumm "das Volk" ist und wie wozu "es" fähig sein wird wenn "es" die Möglichkeit zur herrschaftsfreien Selbstverwaltung hat.

Wenn das nie ausprobiert wird kann man über diese Frage nur bis zum Sanktnimmerleinstag spekulieren... wobei ich aber zugeben muss dass ich diese beiden historischen Persönlichkeiten nicht zum alleinigen Vorbild wählen würde. Ich gehe immer nach dem Motto "Selber denken macht schlau" und halte mich nicht ohne weiteres an die Gesellschaftstheorien bedeutender MÄNNER (die repräsentieren nämlich max. die Hälfte der Menschheit).

Grüsse - CN


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Horch am 21. April 2005, 13:37:37
Original von Carpe Noctem

wir haben uns zwar vom Thema Mindestlohn entfernt, aber so ist das nun mal bei lebendigen Diskussionen.
Bakunin war wie Marx Materialist. Die Differenzen halte ich nicht für entscheidend. Ich selber halte wenig davon rein materialistisch oder rein idealistisch zu denken. Hier vertrete ich eine ähnliche, wenn auch nicht gleiche Position wie die Agnostiker (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser).
 Ähnlich, weil ich den Standpunkt vertrete, alles was nicht verifizierbar ist, sollte offen bleiben. Nicht die gleiche Position, weil ich es dennoch für lohnenswert halte, darüber nachzudenken.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: aian19 am 21. April 2005, 13:44:16
Zitat
Richtig, und deshalb müssen die Gewerkschaften auch mit Bruderorganisationen zusammenarbeiten, ansonsten können sie sich einsargen lassen. Wenn das nicht passiert, haben wir hier Unternehmerwillkür pur und total. Ab in den Manchesterkapitalismus zu Zeiten der industriellen Revolution.

Man, da hat jemand aber eine gaaaanze Menge verpasst !!!!  ;( ;( ;( ;( ;(


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: geishapunk am 21. April 2005, 14:19:58
Zitat
Original von Horch
Im Kommunismus kann es nur ein freies Miteinander geben.

Sorry, aber das ist ein Gegensatz in sich.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Carpe Noctem am 21. April 2005, 14:48:14
Hi Horch,

ich bin auch kein Materialist, deswegen u.a. habe ich auch gesagt "ich folge nicht unkritisch den Theorien irgendwelcher bedeutenden Männer". Mir geht es darum, dass der Unterschied im Bestehen oder Nichtbestehen einer Zentralinstanz (Herrschaftsform) eben NICHT marginal ist. Ich für mein Teil möchte nämlich auch nicht, dass mir irgendein Staat oder wer auch immer von oben quasi Zwangsrationalismus (=Materialismus) aufoktroyiert. Oder sonstiges von mir verlangt was mir nicht passt... das ist alles andere als marginal, wenn Menschen die Möglickeit behalten ihre Verantwortung an irgendwen "da oben" zu delegieren. Es trennt Welten und schafft / bewahrt eine Mentalität wie wir sie jetzt haben.

Meine These:
Verantwortung ist die Vorraussetzung für Freiheit.

Grüsse - CN


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: geishapunk am 21. April 2005, 14:51:10
Zitat
Original von Carpe Noctem

Meine These:
Verantwortung ist die Vorraussetzung für Freiheit.

Grüsse - CN

Ganz genau auf den Punkt gebracht! Nur leider ist Verantwortung etwas das raar gesäät ist!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Carpe Noctem am 21. April 2005, 15:14:46
Zitat
Original von geishapunk
Ganz genau auf den Punkt gebracht! Nur leider ist Verantwortung etwas das raar gesäät ist!

Ist aber auch kein Wunder wenn einem ständig einer vorschreibt was man zu denken, zu sagen und zu tun hat. Da vergeht den Leuten die Lust sich im Namen anderer "verantwortlich" zu verhalten. Verantwortung hat nämlich in Wahrheit nicht viel mit Folgsamkeit zu tun.

Grüsse - CN


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Horch am 21. April 2005, 15:36:02
Hallo Carpe Noctem,

dass eine Gesellschaft ohne Herrschaftsform wünschenswert ist, ist in meinen Augen nicht der Kern der Debatte.
Es handelt ich hier um ein temporäres Problem. Selbst Anarchisten können in einer autoritären Gesellschaft nicht darauf verzichten nach einer gewissen Herrschaft zu streben und sei es nur um durchzusetzen, dass Anarchisten weiter Anarchisten sein können.
Genau deshalb bezeichne ich mich selbst auch nicht als Anarchisten (die Zeit dafür ist noch nicht reif).
Manchmal ist es ratsam auf dem Volksmund zu hören: "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt".


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: geishapunk am 21. April 2005, 17:32:50
Zitat
Original von Carpe Noctem
Zitat
Original von geishapunk
Ganz genau auf den Punkt gebracht! Nur leider ist Verantwortung etwas das raar gesäät ist!

Ist aber auch kein Wunder wenn einem ständig einer vorschreibt was man zu denken, zu sagen und zu tun hat. Da vergeht den Leuten die Lust sich im Namen anderer "verantwortlich" zu verhalten. Verantwortung hat nämlich in Wahrheit nicht viel mit Folgsamkeit zu tun.

Grüsse - CN

Tja, da ist was dran und auch nicht... was war zu erst da? Der Mangel an Verantwortungsbewußtsein oder das ständige Vorgeschrieben bekommen.

Ich denke eine Mischung aus Beidem ist nahe an der Wahrheit! Leider neigt der Mensch im allgemeinen nunmal dazu keine Verantwortung übernehmen zu wollen!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Horch am 29. April 2005, 12:52:39
Hier ein Bericht aus der "Jungen Welt" (29.04.2005), der meine Skepsis zum Thema "Volksabstimmungen" bestätigt:

Scheindemokratie
 
»Plan B« für ein »Nein« der Franzosen beim EU-Verfassungsreferendum
 
Es gibt einen Brüsseler »Plan B« für ein »Nein« der Franzosen beim Referendum über die EU-Verfassung Ende Mai. Eine entsprechende Aussage des europäischen Justizkommissars Franco Frattini ging am Donnerstag durch die Medien. Allerdings: Überraschen kann die Existenz eines solchen Notfallszenarios nicht, auch wenn sie umgehend dementiert wurde.

Die Europäische Union ist ein gut funktionierendes und permanentes Krisenmanagement, meinte einmal ein hochrangiger Brüsseler Beamter. Natürlich werden in der EU-Zentrale alle Varianten durchgespielt und Gegenstrategien für mißliebige Entwicklungen ausgearbeitet. Wenn einige Staaten Entscheidungen nicht mittragen wollen, werden andere Formen der Zusammenarbeit geschaffen – wie die Eurogruppe, in der jene Länder vereint sind, die die Gemeinschaftswährung eingeführt haben. Wenn einige Staaten auf die Durchsetzung ihrer Interessen pochen und trotzdem bei der Stange gehalten werden sollen, greift man zu Sonderregelungen – wie dem »Briten-Rabatt« bei den Beitragszahlungen. Wenn Referenden negativ ausfallen, wird eben abgestimmt, bis die Ergebnisse passen – so 1992 bei der Befragung der Dänen zum Maastricht- und 2001 der Iren zum Nizza-Vertrag. Demokratie ist in der EU eine Floskel. Das jüngste Beispiel dafür ist die Verfassung selbst: Die eingeführten Volksbegehren sind mit hohen Hürden verbunden und dienen lediglich als »Handlungsvorschlag« für die EU-Kommission zur besseren Umsetzung der Konstitution. Selbst die Diskussion um die EU-Verfassung wurde – aus gutem Grund – ins Hinterstübchen verlegt. Und auch die Volksabstimmungen über den Verfassungsvertrag haben in der Mehrzahl nur konsultativen Charakter.

Kurioserweise wird nun gerade das Demokratieargument für den Notfallplan gezogen: Es wäre »undemokratisch«, wenn allein Frankreichs Bevölkerung über die EU-Geschicke entschiede, meinte der Luxemburger Regierungschef Jean-Claude Juncker vor einer guten Woche und kündigte für den Ernstfall Schritte zur Fortsetzung des Ratifizierungsprozesses an. Und Juncker weiß, wovon er spricht – er ist derzeit EU-Ratsvorsitzender. Nicht zuletzt ist im Verfassungstext offengehalten, wie mit einer eventuellen Ablehnung in einem Staat umzugehen ist.

Offensichtlich wird wieder einmal die Angst vor einem »Ende der europäischen Vereinigung« geschürt. (Wobei die neoliberale und militaristische Ausrichtung der Verfassung diesen Prozeß eher blockiert.) Aber weder negative Referenden noch die zahlreichen Interessenkonflikte haben die – staatliche und wirtschaftliche – europäische Integration gestoppt, ja noch nicht einmal ernsthaft gebremst. Trotzdem wäre es eine Ohrfeige für EU-Europa, wenn das »Zukunftswerk« im Kernland Frankreich bei der Bevölkerung durchfallen würde. Daher erhält Frankreichs Präsident Jaques Chirac inzwischen massive Unterstützung aus dem Ausland, insbesondere von Bundeskanzler Schröder. Öffentlichkeitswirksam haben beide Politiker vor wenigen Wochen die scharf kritisierte EU-Dienstleistungsrichtlinie geerdet – vorerst.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. April 2005, 14:30:48
Dann wundert es mich aber, daß bei ausdrücklicher Nachfrage Peter Eschers an den Chef der Schweizer Privaten Arbeitsvermittler, was denn deutsche Zeitarbeiter für Facharbeitertätigkeiten in Handwerksberufen zu erwarten hätten, die Antwort kam: Für Blaumänner ist ein tariflicher Stundenlohn zwischen 18 und 22 € zu erwarten.

Wenn die Schweizer derartige Angebote machen können und genauso wie deutsche Unternehmer der globalen Konkurrenz ausgesetzt sind, frage ich mich:

Mit was rechtfertigen deutsche Unternehmer und ihre Interessenverbände alle arbeitswilligen (auch hochqualifizierte) AN und Arbeitslose ausschließlich im Dumpinglohnbereich zwischen 3 und 6 €/Stunde bzw. gleich unentgeltlich mit staatlichen Förderungen pressen zu wollen.

Meine Schlußfolgerung: Unternehmer haben keine schlüssige betriebswirtschaftliche Begründung und stehen auch nicht in Not, sondern ihnen geht es nur um maßlose Profitmaximierung.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. April 2005, 14:35:07
Dann soll der selbsternannte "Wirtschaftsexperte" endlich mal als Vorbild glänzen und für weitere 20 Jahre seine unseriöse Kaffeesatzleserei zu diesem Stundenlohn in einem Selbstversuch praktizieren. Palavern kann jeder. Auf die Taten kommt es an.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. April 2005, 15:05:55
Er hat gezielt beim Verbandspräsidenten der Schweizer Privaten Arbeitsvermittler nach den Handwerkerverdiensten in der Schweriz nachgefragt und bekam von diesem Herrn die auskunft über den Stundenloh n zwischen 18 und 22 €. das hat sich Escher nicht aus den Fingern gesaugt.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: mafoman am 29. April 2005, 15:56:20
...gelöscht


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. April 2005, 18:52:36
Videotexxtafel 143 MDR Fr.29.04.05 18:46:51

Mindestlohn an Arbeitsort gekoppelt

Die Bundesregierung will das "Entsendegesetz auf alle Branchen ausdehnen, um das Lohndumping mit osteuropäischen Billigarbeitern zu bremsen. Ein Gesetzentwurf soll am 11. Mai vorliegen. Allerdings muss neben dem Bundestag auch der unionsdominierte Bundesrat zustimmen. CDU und CSU sind aber dagegen.

Das bisherige Entsendegesetz gilt seit 1996 für die Baubranche. Es schreibt Mindeststandards für Lohn und Urlaub vor. Entscheidend ist der Arbeitsort. Beschäftigte aus dem Ausland bzw. einer ausländischen Firma, müssen nach Ortstarif bezahlt werden, wenn sie hier arbeiten. Das trifft auch Ostfirmen, die Aufträge im Westen erhalten.

Voraussetzung für die Anwendung des Entsendegesetzes ist ein gültiger Flächentarifvertrag für die jeweilige Branche. Dann gibt es zwei Möglichkeiten:

a) Arbeitgeber und Beschäftigtenvertreter bitten die Bundesregierung, eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung auszusprechen.
b) Die Bundesregierung erlässt auf Antrag einer Tarifpartei, z.B. der Gewerkschaften, eine Anordnung.

Ist das geschehen, gilt der unterste Tarif nunmehr als Mindestlohn. Auch nicht tarifgebundene Unternehmen müssen sich nun daran halten. Die Kontrolle obliegt dem Zoll.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Kann das sein? am 11. Mai 2005, 09:04:16
Gestern wurde es uns wieder im ZDF vorgeführt:

1. Szene:
Glückliche bzw. zufriedene "Fremdländer" die sich freuen für ca. 4 Euro in der ostdeutschen Landwirtschaft (in diesem Fall in Thüringen) saisonal arbeiten zu dürfen. Deutsche Arbeitslose sind für dieses Geld nicht zu bekommen, wurde beklagt ...

2. Szene:
Glückliche und zufriedene - bislang arbeitslose - Menschen aus Thüringen, die sich freuen, für 7,30 Euro Garantielohn die Stunde brutto im Akkord in Holland, in diesem Fall in einer Blumengärtnerei 10 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche, zu arbeiten. Motto: "Wer keine 150 Gerbera-Topfblumen pro Stunde schafft, der fliegt wieder raus."
Unterkunft (in Gruppen) wurde vom Arbeitgeber in einem typisch holl. Einfamilienhaus für 50 Euro monatlich gestellt. Netto ausgezahlt werden etwa 800 bzw. 850 Euro pro Monat (vergleiche hierzu Stundenlohn und Arbeitszeit, also sind da in NL auch erhebliche Lohnabzüge).

Dann der holländische Arbeitgeber bzw. der Arbeitsvermittler:
Wir sind sehr zufrieden mit den Deutschen, die sind immer so pünktlich und fleissig. Wissen Sie, das Problem ist, in Holland gibt es fast keine Arbeitslosigkeit, wir haben Arbeitskräftemangel und für diesen Lohn (also 7,30 Euro Garantie-Mindestlohn) finden wir keine holländischen Arbeitnehmer, die bereit sind dafür zu arbeiten.

Das muss man sich mal überlegen! Hier wird man schon als "faules Sackgesicht" abgestempelt, wenn man nicht für 4 Euro arbeiten will, "nebenan" geht die eigene Bevölkerung noch nicht mal für´s doppelte arbeiten.

(Vergleiche hierzu auch den Kommentar/Aufsatz von JoachimKühnel zu den Escher-Erkenntnissen bezüglich Verdienstmöglichkeiten im Ausland.)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: aian19 am 11. Mai 2005, 15:33:43
Nur leider ist ein Großteil der deutschen Michel zu dämlich, solche Zusammenhänge zu erkennen..... X(


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09. März 2006, 13:44:33
http://www.mindestlohn.de/


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: jensen-ex am 17. April 2006, 14:20:24
Zitat
Bedingungslos: die Debatte um das Grundeinkommen
Von Günter Rohleder

Das Neue am bedingungslosen Grundeinkommen ist, dass das sozusagen bedingungslos gegeben wird. Und dass das jeder bekommt.

Götz Werner, Gründer und Chef der Drogeriemarktkette "dm".

Wenn man's bedingungslos macht, da muss man's ja jedem geben... Es fällt die Diskriminierung, die Ausgrenzung, die Kujonierung fällt weg und die Arbeit wird eben dadurch dann ermöglicht. Nämlich wenn jemand Sicherheit hat, weil er ein Grundeinkommen hat, dann kann er auch neue Initiativen machen. Dann ist er nicht mehr gebunden an seinen Arbeitsplatz. Dann wird er frei in der Möglichkeit, seine Arbeit zu wählen und dann herrscht endlich mal ein richtiger Arbeitsmarkt und dann wird man sehen, was die Menschen machen wollen.

Im Nebenberuf ist Götz Werner Dozent für unternehmerisches Handeln an der Universität Karlsruhe. Wie etliche politische Initiativen, Netzwerke und Arbeitslosengruppen plädiert auch Werner für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Jeder Bürger solle ein Recht darauf haben qua Bürgerstatus, von der Wiege bis zur Bahre. Ohne Bedürftigkeitsprüfung, ohne die Bereitschaft zu arbeiten, ohne jede Kontrolle.

Eine klare Abkehr von den Grundsicherungsmodellen Bismarck'scher Prägung wie Arbeitlosengeld Zwei. Dort ist die Leistung gekoppelt an die Bereitschaft zu arbeiten und wer sich weigert, einen zugewiesenen Job anzutreten, dem droht Zuwendungsentzug. Ganz in der biblischen Tradition: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.

Die enorme Produktivitätssteigerung habe uns einen großen Reichtum beschert, sagen die Grundeinkommensbefürworter, sie ersetze die menschliche Arbeitskraft und Mühsal immer erfolgreicher durch Maschinen. Aber für die überflüssig Gewordenen in den Fabriken, der öffentlichen Verwaltung, den Banken stelle der Markt nicht genügend neue Arbeitsplätze bereit. Und - trotz gegenteiliger Verlautbarungen aus Politik und Wirtschaft - sei es auch nicht Aufgabe der Unternehmer, Arbeitsplätze einzurichten. Ein Unternehmer schaffe keinen Arbeitsplatz um seiner selbst willen, sondern nur dann, wenn das Gewinn verspreche.

Die Wirtschaft ist ja keine beschäftigungstherapeutische Veranstaltung, sondern die Wirtschaft ist dazu da, um die Menschen mit Gütern und Dienstleistungen zu versorgen, indem sie möglichst wenig menschliche Zeit in Anspruch nimmt und möglichst wenig natürliche Ressourcen. Das ist Rationalisierung, da wird Geist auf Arbeit angewendet.

Wir müssen umdenken, findet Götz Werner. Warum an einem Arbeitsplatz festhalten, wenn man ihn durch eine Maschine ersetzen kann? Stattdessen, so der Drogeriemarktchef und Hochschuldozent, müsse das Rationalisierungspotenzial voll ausgeschöpft, aber eben auch die politische Konsequenz daraus gezogen werden:

Die Menschen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen am gesellschaftlichen Produktivitätsfortschritt teilhaben zu lassen. Kurz: Das Einkommen von der Arbeit zu entkoppeln.

Die Idee eines Grundeinkommens ist Jahrhunderte alt. Gesellschaftspolitische Philosophen und Aktivisten von Thomas Morus über Pjotr Kropotkin bis Erich Fromm und André Gorz haben dazu Ideen entwickelt und sich für sie stark gemacht.

In der humanistischern Tradition wurde immer wieder ein Grundrecht auf Leben, Essen, Wohnen, Bildung gefordert, unabhängig davon, ob jemand für die Gesellschaft von Nutzen ist.

Auch der Wirtschaftswissenschaftler Joachim Mitschke, früher Wirtschaftsprofessor an der Universität Frankfurt, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Grundeinkommen. Sein Modell greift die Idee einer negativen Einkommensteuer auf, zuerst formuliert von dem US-amerikanischen Ökonomen neoliberaler Schule Milton Friedman.

Danach erhält jemand, dessen Verdienst unter einem bestimmten Minimum liegt, vom Finanzamt eine Gutschrift, statt Einkommensteuer zu zahlen.

An der existierenden Grundsicherung über Arbeitslosengeld Zwei kritisiert Mitschke vor allem dies: Sie reiche nicht aus und sie greife erst, wenn jemand bereits arbeitslos sei, statt durch Lohnaufstockung bei Geringverdienern der Arbeitslosigkeit vorzubeugen.

Außerdem würden viele, so Mitschke, die Zuwendung bitter nötig hätten, durch einen bürokratischen Regelwirrwarr davon abgeschreckt, sie zu beantragen. Von einem bedingungslosen Grundeinkommen, wie es Götz Werner fordert, ist Mitschkes Entwurf jedoch weit entfernt. Sein Grundeinkommensmodell wäre nach wie vor an eine - wenn auch sehr reduzierte - Bedürftigkeitsprüfung gebunden und bliebe darauf ausgerichtet, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Joachim Mitschke begründet das so:

Weil die Einbindung in ein Unternehmen, in einen Betrieb, eine starke soziale Integrationskraft entwickelt; die Menschen diese soziale Bindung auch sehr suchen. Und die Arbeitslosen sind eher deshalb stigmatisiert, dass sie ausgegrenzt werden aus einer derartigen gesellschaftlichen Gruppierung als dadurch dass sie finanziell sehr kurz gehalten werden.

Diese Einbindung gewinnt umso mehr an Gewicht, als die Familie ihre traditionellen sozialen Bindungen immer mehr verliert.

Integration durch Arbeit. Nach wie vor das übergreifende Leitbild unserer Gesellschaft. In den Slogans der Parteien 'Hauptsache Arbeit', 'Vorfahrt für Arbeit', 'Sozial ist, was Arbeit schafft' wird die Arbeit, wie mies auch immer die Bedingungen sein mögen, zum Fetisch erhoben. Es mutet fast revolutionär an, den überragenden Sinnstiftungsfaktor Arbeit in Frage zu stellen. Joachim Mitschke:

Ob es eher in einer elitären Vorstellung gelingt, Menschen davon zu überzeugen, dass es auch andere Lebensinhalte gibt als Arbeit, was ja durchaus eine richtige Erkenntnis ist, ob es gelingt, die soweit zu überzeugen, dass sie auf ein Normalarbeitsverhältnis verzichten, daran habe ich also die größten Zweifel.

Zig Millionen Arbeitslose, eine Heerschar an Minijobbern, Leiharbeitern, Niedriglöhnern und Scheinselbständigen haben aber gar nicht mehr die Chance, sich für ein sogenanntes Normalarbeitsverhältnis zu entscheiden, selbst wenn sie es wollten.

Und längst nimmt ja auch für die Vollarbeitsplatzinhaber der Druck immer mehr zu, sich krampfhaft am Job festzuhalten, gleich, ob sie das, was sie da tun, noch wollen oder nicht. Ist Vollbeschäftigung, nach wie vor propagiertes Leitziel quer durch die Parteien, noch ein ernst zu nehmendes Gesellschaftsmodell? Götz Werner:

Wenn wir damit meinen die Erwerbsarbeit, die bezahlte Erwerbsarbeit, die weisungsgebundene bezahlte Erwerbsarbeit, die Arbeit an der Materie, die Arbeit für die Grundbedürfnisse, also die Arbeit, die uns sozusagen auferlegt worden ist im Sündenfall: Du sollst im Schweiße deines Angesichtes --. Diese Produktionsarbeit, die wird immer mehr übernommen von Maschinen und Methoden. Die Produktivitätsentwicklung ist exponentiell und wir haben da heute eine Befreiung von dieser Arbeit.

'Sich von der Arbeit befreien' - Das ist zentrales Ziel vieler Befürworter eines bedingungslosen Grundeinkommens. In einem Text des globalisierungskritischen Netzwerks Attac ist zu lesen:

Jeder Mensch hat, nur weil es ihn gibt, das Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum und am gesellschaftlichen Leben. Das muss sich niemand verdienen und schon gar nicht durch Arbeit.

Für Ulrich Busch, Finanzwissenschaftler an der TU-Berlin, klingt das nach Schlaraffenlandphantasien.

Das halte ich für völlig falsch und für desorientierend, besonders auch für junge Menschen. Es kommt nicht darauf an, sich von der Arbeit zu befreien, sondern es kommt darauf an, Bedingungen zu schaffen, wo jeder einer vernünftigen Arbeit nachgehen kann, in vernünftigem Maße natürlich. Und da können durchaus sechs Stunden am Tag genug sein. Und die andere Zeit eben auch vernünftig zu verwenden im Sinne von Persönlicheitsentwicklung, von mir aus auch in Ehrenämtern tätig zu sein und seine Freizeit in verschiedener Hinsicht zu nutzen.

Arbeit begründet für Ulrich Busch das Leben und Überleben eines Menschen. Sie ist also unverzichtbar. Und als Ökonom unterscheidet Ulrich Busch klar zwischen Arbeit und Konsum. Allein die bezahlte Arbeit leistet nach der herrschenden Lehre ihren Beitrag zur Reproduktion der Gesellschaft, gilt als Wert schöpfend. Andere noch so sinnvolle und nützliche Taten, etwa die auf Basis eines Grundeinkommens geleistete Betreuung von alten Menschen in der Nachbarschaft, fallen aus dem Wirtschaftskreislauf heraus und in die Rubrik Konsum.

Genau auf solche nützlichen, sinnstiftenden Tätigkeiten, die bei Ulrich Busch unter Konsum und Freizeit laufen, zielt Götz Werner mit seinem Entwurf eines Grundeinkommens. Er nennt sie 'neue Arbeit', hält also an einem positiv besetzten Arbeitsbegriff fest.

Das bedingungslose Grundeinkommen soll so genannte neue Arbeit ermöglichen und fördern. Nicht mehr die auf den Erwerb ausgerichtete Arbeit, die wir in Zeiteinheiten messen, nach Produktivitätskriterien vergleichen und in Geld vergüten, stünde dann im Mittelpunkt, sondern gemeinwesenorientierte Tätigkeiten.

Die neue Arbeit, das ist die Kulturarbeit, die Arbeit am anderen Menschen, die Sozialarbeit, die Bildungsarbeit, die Altenpflege, die Versorgung der alten Menschen und so weiter. Das ist das neue Arbeitspotenzial, wo wir einen riesen Mangel haben. Aber das ist Arbeit, die nicht aus der Organisation, aus Anweisung kommt, sondern das ist Arbeit, die muss individuell ergriffen werden. Das sieht man ja im ehrenamtlichen Bereich: Arbeit die aus freier Initiative ergriffen wird, weil man die Bedürfnisse am anderen Menschen erkennt. Das ist die neue Qualität der Arbeit Und dort regiert nicht Prouktivität, sondern dort regiert mitmenschliche Zuwendung.

Volkswirtschaftlich betrachtet gehe diese Rechnung nicht auf, sagt Ulrich Busch. Ein bedingungsloses Grundeinkommen bleibe an die Wertschöpfung der Erwerbsarbeit gebunden und ein Abschied von der Erwerbsarbeit sei ein Trugschluss.

Aber: Genügen die herkömmlichen ökonomischen Kategorien, um das Potenzial eines bedingungslosen Grundeinkommens zu fassen?
Würde nicht die Freiheit, finanziell abgesichert wählen zu können zwischen Erwerbsarbeit, Muße und ganz anderen Formen aktiven Lebens, große emanzipatorische Chancen für eine Gesellschaft in sich bergen ?
Stellten sich dann nicht Fragen nach Sinn und Verantwortung gänzlich anders ?

Freilich gründen Freiheit und Sinnfindung erst einmal weiter auf Geld: Wie hoch soll das Grundeinkommen sein und wer bezahlt das? Götz Werner schlägt vor, mit 800 Euro monatlich einzusteigen. Einer Summe also, die in etwa der Gesamtleistung von Arbeitslosengeld Zwei entspricht. Um ein würdiges Auskommen zu gewährleisten, sollte es dann nach und nach bis 1500 Euro ansteigen.

Zur Finanzierung schlägt der Unternehmer eine drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer auf circa 50 Prozent vor. Gleichzeitig sollten alle anderen Steuern, wegfallen. Also keine Steuern mehr auf Kapitalerträge, Unternehmensgewinne und Arbeitseinkommen.

Der Ökonom Joachim Mitschke hält dieses Modell für unbezahlbar und völlig realitätsfern. Eine 50prozentige Mehrwertsteuer würde circa 440 Milliarden Euro einbringen. Aber dies, so Mitschke, wäre nur ein Bruchteil der Summe, die nötig wäre, um ein Grundeinkommen von 1500 Euro im Monat zu finanzieren.

Ein derartiges Grundeinkommen würde 1,3 Billionen Euro erfordern. Das ist mehr als Hälfte unseres gesamten Bruttoinlandprodukts.

Das würde eine unvorstellbare Transfersumme bedeuten, die natürlich ihre Anstößigkeit noch dadurch erhöht, dass die Löhne um das geleistete Transfereinkommen vom Arbeitgeber gekürzt werden könnten.

Das würde bedeuten, dass wir fast die gesamte Lohnsumme, die in Deutschland gezahlt wird, über Transferleistungen subventionieren. Die 440 Milliarden einer erhöhten Mehrwertsteuer, die würden gerade dazu reichen im Monat ungefähr 450 Euro einem Bürger zuzugestehen als Existenzsicherung. Das langt natürlich hinten und vorn nicht.

Solche Berechnungen griffen zu kurz, hält Götz Werner seinen Kritikern entgegen. Berücksichtigten sie doch weder die positive Wirkung eines Grundeinkommens auf Phantasie, Motivation und Leistungsbereitschaft noch die Ersparnis durch den Wegfall der gewaltigen Verteilungsbürokratie.

Für die Unternehmen würde Werners Modell freilich eine enorme Lohnsubvention bedeuten, da sie die Gehälter mit dem Grundeinkommen verrechnen könnten.

Dadurch wären die Unternehmen wettbewerbsfähiger, müssten zum Beispiel keine Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. Deutschland würde wieder ein Arbeitsstandort werden und auch ein Investitionsstandort. Und das würde Arbeit sozusagen ansaugen nach Deutschland.

Es stellen sich viele Fragen. Wer profitiert vor allem von einer solch gewaltigen Subvention der Unternehmen? Wäre es wünschenswert, die enormen Exportüberschüsse der Bundesrepublik durch hohe Subventionen weiter anzukurbeln?

Ist eine drastische Mehrwertsteuererhöhung überhaupt im Alleingang zu machen oder müsste sie etwa mit dem europäischen Ausland abgestimmt sein? Wäre ein Grundeinkommen, das sich von 800 nach und nach auf 1500 Euro steigert, tatsächlich über eine Mehrwertsteuer finanzierbar? Und wie viel würde für die Grundeinkommensbezieher eigentlich übrig bleiben?

Auch Thomas Straubhaar, Ökonom und Präsident des Hamburger Weltwirschaftsinstituts, findet Werners Modell nicht tragfähig: Das Grundeinkommen sei viel zu hoch angesetzt und die Finanzierung allein über eine Mehrwertsteuer unrealistisch. Straubhaars Vorschlag für ein bedingungsloses Grundeinkommen liegt bei ungefähr 600 Euro im Monat. Die gesetzliche Krankenversicherung über die Rente bis zur Arbeitslosenversicherung würden dafür abgeschafft.

Der entscheidende Punkt ist - und es wäre auch für die Politik viel einfacher -, wenn wir einfach mal beginnen, Wahloptionen schaffen, sagen, du kannst entweder nach dem alten oder nach dem neuen System Dich grundversichern oder dem neuen System angehören. Also, Wahlmöglichkeiten und Optionen schaffen, das ist wichtig, und dann schrittweise alle neuen, alle Neugeborenen automatisch ins neue System nehmen und dann während einer langen Übergangsfrist halt beide Systeme nebeneinander führen.

Das hinzuverdiente Geld würde in Straubhaars Modell mit 25 Prozent Einkommensteuer belastet werden. Auch die Mehrwertsteuer würde auf dieser Höhe liegen. Drückt man das bedingungslose Grundeinkommen aber auf ein Minimum, koppelt man es durch die Hintertür doch wieder an die Erwerbsarbeit. Denn ohne Zuverdienst kein Auskommen.

Und dies ist auch Straubhaars ausdrückliches Ziel: Durch ein bedingungslos ausgezahltes Mindesteinkommen, den Erwerbsarbeitsmarkt flexibilisieren und fördern. Der Berliner Finanzwissenschaftler Ulrich Busch zum Konzept des Schweizers:

Die Konzepte, die auf neoliberaler Grundlage basieren, gehen ja in der Regel davon aus, dass die sozialen Sicherungssysteme, wenn sie durch ein Grundeinkommen ersetzt werden, billiger werden für die Gesellschaft. Also Herr Straubhaar z.B. rechnet mit maximal 7000 Euro pro Jahr inklusive aller Wohnzuschüsse, Krankengeld etc.

Das wären also rund 550 bis 600 Euro im Monat, womit alles abgedeckt ist. Er geht damit also deutlich unter das Existenzminimum, wie es gegenwärtig definiert ist und deutlich unter Arbeitslosengeld Zwei, was ja inklusive Wohngeld bei 700 bis 800 Euro liegt. Diese 500 bis 600 Euro, von denen er ausgeht, die würden also eine Existenz gerade noch vielleicht zulassen, aber kein menschenwürdiges Dasein.

Allerdings: Straubhaars Modell sieht für jedes Kind ein volles Grundeinkommen vor - damit sähe es für Familien besser aus. Zudem stellt Thomas Straubhaar für sein Modell in Aussicht, dass die Preise deutlich sinken. Damit würde sich die Kaufkraft des Grundeinkommens erhöhen. Aber auch eine hohe Lohnspreizung und ein Niedrigstlohnsektor gehören zu diesem Grundeinkommensmodell .

Niedriglöhne? Es geht bei der Debatte um Qualität und Folgen eines bedingungslosen Grundeinkommens auch immer um den Einwand, dass die unattraktiven, schmutzigen, schlecht entlohnten, aber gesellschaftlich notwendigen Arbeiten, keiner mehr machen würde.
Der Soziologe und Autor Wolfgang Engler:

Der berühmte Müllmann kommt dann auf den Plan. Der eigentlich gar nicht so schlecht bezahlt ist. Und man fragt sich, wer würde solche Arbeiten noch verrichten, wenn es ein auskömmliches Grundeinkommen gibt? Die Frage muss man ernst nehmen.

Da gibt es die einen, die sagen, es muss einen Abstand geben, der markant ist zwischen dem Grundeinkommen und Einkommen aus Arbeit. Und da gibt es die anderen , denen ich mich auch zugehörig fühle, die sagen, wenn man das längerfristig auch ökonomisch bedenkt, also selbst vom Markt aus längerfristig bedenkt, was dann passiert, ist ein solches Abstandsgebot weder zwingend noch sinnvoll.

Der Logik des Marktes folgend, würde das Angebot der Arbeitswilligen hinter der Nachfrage zurückbleiben. Mit der Konsequenz, dass die Unternehmer die Lohn- und Arbeitsverhältnisse verbessern müssten, um Anreize zur Arbeitsaufnahme zu schaffen.

Und nicht nur Unternehmen, die Jobs anbieten, die eigentlich keiner machen will, müssten sich ganz neuen Qualitäts- und Sinnfragen stellen, findet Götz Werner. Das gelte für alle Unternehmen.

Das heißt wir müssten uns viel mehr anstrengen, die Unternehmen müssten sich viel mehr anstrengen, interessante Arbeitsplätze zu schaffen, sinnstiftende Arbeitsplätze zu schaffen und Unternehmen die keine interessanten und sinnstiftenden Arbeitsplätze schaffen, die kein gutes soziales Klima haben, denen würden die Menschen weglaufen. Das hätte eine enorme regulative Bedeutung.

Niemand kann vorhersagen, wie die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens das Leben und die Gesellschaft verändern würde. Ohne Zweifel wäre es ein ungeheurer Schritt, die Bürger vor die WAHL zu stellen: Erwerbsarbeit, ja oder nein, gesellschaftliches Engagement, ja oder nein.

Für Wolfgang Engler käme es einer kulturellen Revolution gleich, die heute Überflüssigen zu ermutigen, aktiv zu werden, sich zu beteiligen. Da sei viel Naivität in der Debatte, denn es reiche sicher nicht, den Leuten Geld zu geben.

Vielmehr, so meint der Soziologe, müsse sich das gesamte kulturelle Klima in der Gesellschaft ändern : Eine enorme Aufgabe, mit der man gar nicht früh genug beginnen könne - in Kindertagesstätten, in Schulen und allen weiterführenden Bildungseinrichtungen.


http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hiwi/490025/


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Gun Stick Onkle am 17. April 2006, 16:37:20
Hallo am Bildschirm!

Der Gedanke eines Grundeinkommens hat etwas Bestechendes. Trotzdem halte ich es so, wie vorgeschlagen, für wenig sinnvoll. Es wird in keiner Weise funktionieren. Wenn es keinen Wettbewerb gibt, keinen Markt und keinen Leistungsgedanken, wird es auf Dauer nicht funktionieren können.

Es gibt übrigens in Alaska ein solches Modell. Dort hat man aber auch, die größten Probleme damit, und ist nur bezahlbar, weil dort die Erdölquellen so ausreichend sprudeln.

Das größte Problem dürfte der Übergang sein. Dazu müsste es sinnvolle Zwischenschritte geben, damit man ein solches System von Grundeinkommen, überhaupt erreichen könnte.

Einer, der wie ich, die Vollbeschäftigung, erlebt hat, und der die Vorgänge in der DDR, genau beobachtet hat, weiß, das Menschen für ein solches Modell nicht geeignet sind. In der Vollbeschäftigung und in der DDR gab es sowas ähnliches, wie einen Grundlohn.

Ein anderes, von mir favorisiertes Modell, was dem Grundlohnmodell, entgegenkäme, und das Morgen schon eingeführt werden könnte, wäre die leistungsabhängige Bezahlung des Arbeitslosengeldes, in Konkurenz mit den bestehenden Arbeitsverhältnissen.

Dies würde aber eklatant gegen die Vorstellungen der Kapitalisten, der Neoliberalen und der Plutokraten, zu Felde ziehen. Alle möglichen und unmöglichen Register würden gezogen, dieses Modell zu konterkarieren und letztlich zu verhindern.

Ich würde mir das so vorstellen:

Jeder Arbeitslose wird nach Leistung bezahlt. Jeder Arbeitslose könnte eine Firma gründen, und andere Arbeitslose einstellen, aber Alle! Mütter, Rentner, Arbeiter, Schüler, Teilzeitkräfte, Beamte, Selbstständige, usw.,einfach alle.

Bei den Firmen die gegründet würden, dürfte der Phantasie keine Grenzen gesetzt werden. Einzig, Firmen, die in Konkurenz zu anderen ortsansässigen Firmen, in Konkurenz treten wollten, müssten zu den gleichen Bedingungen wirtschaften, wie die Konkurenz.

Hauptsächlich müssten Firmen gegründet werden, im gesellschaftlichen Bereich. Schulen, Bibliotheken, Kindergärten, Bastelwerkstätten, Kinderhorte, Kinderkrippen, Wachdienste, Altenpflege, Hausaufgabenbetreuung, Forschungswerkstätten, Kochkurse, Partydienste, Stadtranderholungen, Bauhöfe, Gärten, Umweltschutz, Sonnenenergie, usw. wie gesagt, der Phantasie wären keine Grenzen gesetzt. Natürlich müssten Firmen, bevorzugt werden, wo niedrige, anfängliche Investitionskosten anfallen.

Die Löhne die gezahlt werden, müssten von einem Gremium, mit Begründung, entschieden werden. Dieses Gremium setzte sich aus 10% der Mitglieder zusammen, und wird nach 2 Jahren, neu gewählt. Bedingung wäre, das dieses Gremium, 10% unter dem Durschnittslohn, bezahlt würde. Die Differenz zwischen dem höchsten Lohn und dem niedersten Lohn, dürfte maximal 10% ausmachen, und minimal, 7%, und die Löhne müssten einem bestimmten, vorher festgelegten Lohngesamtbetrag, entsprechen.

So könnte man alle Arbeitslosen nach und nach, in Beschäftigung bringen, ohne die bestehende Wirtschaft zu belasten. Im Gegenteil, die bestehenden Firmen, würden gefördert, durch billigen Service, billige Leistungen, ausgebildete und erfahrene Fachkräfte, und familieren Service, für die normal Beschäftigten. (Schulen, Horte, Kindergärten und Kinderkrippen). Und die Lohnabgaben, in Form von Lohnnebenkosten, würden gegen ein Minimum tendieren und abfallen.

Leute, die sich weigern würden, solchen Arbeiten nachzugehen, müssten dann aber, auch mit Abschlägen rechnen, bis hin zum absolut Lebensnotwendigen. Das würde aber sicher nur eine absolute Minderheit sein, denn dieses Modell, hätte soviele Anreize, das kaum einer, sich nicht angesprochen fühlen würde. Ich habe jedenfalls, noch nie einen Menschen kennen gelernt, egal wie alt, der statt einer sinnvollen Tätigkeit, das "Rumgammeln" vorgezogen hätte, solange er halbwegs gesund war!

Die Mehrwertsteuer, könnte ruhig auf 50%, langsam ansteigen. Kapital müsste höher besteuert werden, als bisher. Löhne und Einkommen, bis zum Mindestlohn, wären steuer- und abgabenfrei.

Wie gesagt, dieses Modell könnte man Morgen einführen! Aber die Neoliberalen würden Wege finden, das zu verhindern. Aber, es würde funktionieren. Davon bin ich überzeugt!

viele Grüße, Rudi


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Magnus am 19. April 2006, 09:50:29
Zitat
Original von Gun Stick Onkle
Einer, der wie ich, die Vollbeschäftigung, erlebt hat, und der die Vorgänge in der DDR, genau beobachtet hat......

Wieso hat das System in der DDR nicht geklappt?


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: jensen-ex am 19. April 2006, 10:03:02
eher interessant: jo, nach den prolos und den beamten soll es nun also auch die alos erwischen...

Zitat
orig rudigun:

jeder Arbeitslose wird nach Leistung bezahlt.

:D:D

jo, leistung muss sich wieder lohnen ...

j.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 16. April 2007, 08:01:14
Presseinformation 126 / 2007 der Linksfraktion.PDS Sachsen vom 29. März 2007

Lay: Milbradt regiert, Jurk schreibt Pressemitteilungen - sächsische Initiative für Mindestlöhne muss Druck machen!

Zum erneuten Scheitern der Verhandlungen der Großen Koalition über die Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland und den Reaktionen darauf erklärt die stellvertretende Vorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion. PDS im Sächsischen Landtag, Caren Lay:

Die CDU regiert, und die SPD schreibt Pressemitteilungen - Ergebnis ist:

Es gibt weiter sittenwidrig niedrige Entlohnung vieler Vollzeitbeschäftigter, die von ihrer Arbeit nicht leben können. Seriöse Unternehmer werden durch Lohndumping der Konkurrenz in den Ruin getrieben. Dennoch gebärdet sich Sachsens Ministerpräsident Milbradt weiter als hartleibiger Ideologe und sitzt gemeinsam mit seinen CDU-Amtskollegen von Thüringen und Sachsen-Anhalt auf der Barrikade gegen Mindestlöhne.

Ich stimme Jurks Kritik an dieser Blockade Wort für Wort zu, nur sind die kritischen Worte aus seinem Munde völlig unglaubwürdig. Schon im Mai 2005 beantragten wir im Landtag eine sächsische Initiative für die Einführung von Mindestlöhnen - die SPD stimmte mit der CDU dagegen.

Vor vier Wochen gab das Statistische Bundesamt bekannt:

Der geringste Tarifstundenlohn für eine Fachkraft bundesweit wird in sächsischen Friseursalons gezahlt, Sachsen ist trauriger Spitzenreiter für Niedriglöhne - und das unter Verantwortung eines sozialdemokratischen Wirtschaftsministers.

Wir haben schon vor vier Wochen erneuten Handlungsbedarf angemeldet, ohne dass sich die sächsische Staatsregierung gerührt hat. Ich fordere daher heute Herrn Jurk auf, nun selbst eine solche sächsische Initiative für Mindestlohn auf den Tisch des Landtags zu legen und dafür eine Mehrheit zu suchen. Wir sind für fraktionsübergreifende Mehrheiten offen, und Jurk sollte es ebenfalls sein, schließlich schenkt ihm die CDU auch nichts.

Das endlose Gezerre um Mindestlöhne auf dem Rücken der Betroffenen muss beendet werden, dazu einen Beitrag zu leisten sind die sächsische Staatsregierung und der Landtag in der Pflicht.

Marcel Braumann
(Pressesprecher)
Tel.: (0351) 4935823
Handy: 01718983985


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 26. April 2007, 21:40:51
DIE LINKE.PDS Berlin, vom 26. April 2007

Politische Mehrheit für Mindestlohn in Taten umsetzen

Zur Mindestlohnkampagne der Berliner SPD erklärt der Vorsitzende der Linkspartei.PDS Berlin, Dr. Klaus Lederer:

Wir begrüßen, dass unser Koalitionspartner in Berlin, aktiv für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns eintritt. Die Linkspartei streitet dafür bekanntlich schon seit längerem. Anders als in anderen Bundesländern führt die gesellschaftliche und politische Mehrheit für diese Forderung in Berlin allerdings auch zu konkreten Taten. So werden die Koalitionsfraktionen in Berlin noch vor der Sommerpause den Senat zu einer entsprechenden Bundesratsinitiative auffordern.

Darüber hinaus hat das Land Berlin mit seinem Vergabegesetz dafür gesorgt, dass die Tariftreue von Unternehmen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen berücksichtigt und Lohndumping entgegen gewirkt wird.

Beides zeigt: Rot-Rot ist eine soziale Alternative zur Politik der großen Koalition.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 26. April 2007, 21:45:08
Die Linke im Bundetag: Mindestlohn - Gesetzlicher Mindestlohn zur Verhinderung von Armutslöhnen notwendig (http://www.linksfraktion.de/position_der_fraktion.php?artikel=1723364544)

Mit einem gesetzlichen Mindestlohn wird Armut trotz Arbeit bekämpft, die auch in der Bundesrepublik weit verbreitet ist. So arbeiten bereits 36 Prozent der Vollzeitbeschäftigten im Niedriglohnsektor: 24 Prozent bekommen prekäre Löhne und 12 Prozent erhalten gar Armutslöhne (-> Niedriglohnbereich). Prekäre Löhne bedeuten weniger als 2.163 Euro monatlicher Bruttolohn (Vollzeit), was 75 Prozent des Durchschnittslohns entspricht. Von Armutslöhnen spricht man, wenn ein Mensch weniger als 50 Prozent des Durchschnittslohns verdient. Das sind derzeit 1.470 Euro brutto im Monat für eine Vollzeitarbeit. Davon sind gegenwärtig rund 3,8 Millionen Menschen in Deutschland betroffen.

Dieser Zustand ist unannehmbar. Ein gesetzlicher Mindestlohn würde verhindern, dass Menschen zu Hungerlöhnen arbeiten müssen, mit denen sie ihre Existenz nicht sichern können.

Mit einer ausschließlichen Festlegung der Löhne durch die Tarifparteien ist dieses Ziel gegenwärtig nicht zu erreichen. In den vergangenen Jahren haben sich Arbeitsmarktsegmente herausgebildet, in denen es keine Tarifbindung gibt oder in denen die Durchsetzungsmacht der Gewerkschaften nicht (mehr) zur Aushandlung armutssicherer Löhne ausreicht. Zudem unterlaufen immer mehr Unternehmen aus tarifgebundenen Branchen geltende Tarifverträge. Diese Entwicklungen befördern die Ausweitung von niedrig entlohnter Beschäftigung.

Nur mit Hilfe der gesetzlichen Festlegung eines Mindestlohns ließen sich gegenwärtig Armutslöhne vermeiden. Ein gesetzlicher Mindestlohn wäre eine einfache und einheitliche (politische und moralische) Orientierungsgröße für eine Untergrenze bei der Entlohnung jeglicher Beschäftigung. Dabei käme ein Mindestlohn auch den Unternehmen zugute, da sie vor so genannter "Schmutzkonkurrenz" und Lohndumping geschützt würden. Dadurch, dass alle Unternehmen den gleichen Lohn zahlen müssten, würden ruinöse Unterbietungswettläufe verhindert.

Hinzu kommt, dass die Menschen mehr Geld für den privaten Konsum zur Verfügung hätten, so dass durch einen Mindestlohn auch die dringend notwendige Binnennachfrage angekurbelt würde.

Nicht zuletzt wäre ein Mindestlohn sozial gerecht, weil er ein weiteres Auseinanderdriften der Gesellschaft in Arm und Reich begrenzen würde.

Höhere Löhne würden zudem zu höheren Steuereinnahmen des Staates führen. Steuereinnahmen sind die Voraussetzung dafür, dass der Staat seine sozialen und kulturellen Aufgaben, wie etwa Bildung, Verkehrswege, Umweltschutz, erfüllen kann. Außerdem würden höhere Löhne die sozialen Sicherungssysteme - unter anderem Rente, Gesundheit - stützen, da höhere Beiträge in die Kassen fließen würden.

Das Mindestlohnkonzept der Fraktion DIE LINKE.

In die parlamentarische Arbeit hat die Fraktion DIE LINKE. das Thema Mindestlohn in zwei Stufen eingebracht. In der ersten Stufe wurde am 1. Juni 2006 der erste Antrag der Fraktion vom Februar 2006 in zweiter und dritter Lesung behandelt und in namentlicher Abstimmung entschieden. In diesem Antrag fordern wir die Bundesregierung auf, unverzüglich einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen um den gesellschaftlichen Missstand von Armut trotz Arbeit zu beenden. Da der Antrags durch die Koalitionsfraktionen und durch FDP und Grüne abgelehnt wurde, hat die DIE LINKE. in einer zweiten Stufe im Oktober 2006 einen neuen Antrag ins Parlament eingebracht, in dem ein konkreter Vorschlag für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns unterbreitet wird.

Der Vorschlag zeichnet sich durch fünf Eckpunkte aus:
  • Ein Mindestlohngesetz legt einen allgemeingültigen Mindestlohn fest.
  • Ein Mindestlohngesetz legt fest, dass in den Branchen, in denen die tariflich vereinbarten Mindestentgelte über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen, diese Tarife den allgemeinverbindlichen Mindestlohn für die jeweilige Branche bilden.
  • Ein Mindestlohngesetz legt die Modalitäten der Einführung sowie der regelmäßig vorzunehmenden Anpassungen des Mindestlohns fest. Die Regelungen folgen dem Grundsatz der institutionalisierten Beteiligung die Tarifparteien.
  • Der Einstieg in den gesetzlichen Mindestlohn erfolgt mit 8 Euro. Er kann in denjenigen Unternehmen schrittweise erfolgen, die nicht kurzfristig dazu in der Lage sind, ihren Beschäftigten einen Mindestlohn von 8 Euro zu zahlen.
  • Nach dem Einstieg ist der Mindestlohn schrittweise soweit zu erhöhen, bis er ein Einkommen aus Vollzeiterwerbsarbeit oberhalb der Armutsgrenze ermöglicht. Danach ist der Mindestlohn regelmäßig so zu erhöhen, dass er dauerhaft oberhalb der Armutsgrenze verbleibt.
Die Höhe des Mindestlohns Ein Mindestlohn in der Größenordnung von acht Euro ermöglicht bei einer Vollzeitarbeit (38,5 Stunden/Woche) einen Nettolohn, der mindestens auf der Höhe der Pfändungsfreigrenze von 985 Euro liegt.
Die vom Gesetzgeber festgelegte Pfändungsfreigrenze besagt, dass eine allein stehende Person, die weniger als 985 Euro im Monat bekommt, trotz Schulden nicht gepfändet werden darf. Denn weniger als 985 Euro reichen nicht zum Leben. Die Forderung von 8 Euro stellt jedoch nur den Einstieg in den Mindestlohn dar. Nach dem Einstieg ist der Mindestlohn schrittweise soweit zu erhöhen, bis er ein Einkommen aus Vollzeiterwerbsarbeit oberhalb der Armutsgrenze (50 Prozent des durchschnittlichen Brutto-Lohns) ermöglicht.

Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden wird bei 9 Euro pro Stunde ein Brutto-Monatsentgelt von 1.500 Euro erreicht. Damit läge das Einkommen über der Armutsschwelle (gegenwärtig: 1.470 Euro pro Monat bzw. 8,80 Euro pro Stunde).

Die Höhe des Mindestlohns ist also entscheidend. Mit 8 Euro fordert nur DIE LINKE. einen gesetzlichen Mindestlohn in Existenz sichernder Höhe. Die SPD erwägt, wenn überhaupt, einen Mindestlohn von 6 Euro; CDU und CSU sprechen gar von 4,50 Euro, während die FDP Mindestlöhne gänzlich ablehnt. Die Grünen wiederum fordern eine Ausweitung des Entsendegesetzes sowie die Erleichterung der Allgemeinverbindlicherklärung. Mit diesen Vorschlägen würden zum einen tarifliche Armutslöhne, die zum Teil bei nur circa 4 Euro liegen, gesetzlich festgeschrieben werden. Beschäftigte in Branchen ohne Tarifabschlüsse würden zum anderen überhaupt nicht von solchen Regelungen erfasst.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16. Mai 2007, 12:13:21
Nach einer Untersuchung des DGB verdienen 1,1 Millionen Beschäftigte in Deutschland dermaßen wenig, dass sie zusätzlich auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind. Ihre Zahl hat sich seit Einführung dieser Gesetze zur Herabdrückung der Löhne um 80% erhöht. Von den 1,1 Millionen "Aufstockern" gehen 440.000 sogar einer Vollzeitbeschäftigung nach.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 16. Mai 2007, 12:40:12
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
Nach einer Untersuchung des DGB verdienen 1,1 Millionen Beschäftigte in Deutschland dermaßen wenig, dass sie zusätzlich auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind. Ihre Zahl hat sich seit Einführung dieser Gesetze zur Herabdrückung der Löhne um 80% erhöht. Von den 1,1 Millionen "Aufstockern" gehen 440.000 sogar einer Vollzeitbeschäftigung nach.

Ergo finanzieren sich diese Hungerlohnkünstler ihr aufstockendes Alg II selbst, sofern es sich um ein sv-pflichtversichertes Arbeitsverhältnis handelt. Die Aufstockung wird dann quasi zum durch sich selbst geförderten Teil eines illegalen Kombilohns.

Der Bundesregierung und Bundestag ist dieses kriminelle Lohndrückertreiben von Arbeitgebern scheißegal. Sie dulden und fördern diese Entlohnungsmißstände, solange keine Mindestlöhne wirken, wo der AG gezwungen wird ohne öffentlich-rechtliche Aufstockung den gesamten Mindestlohn zu zahlen. Bundesregierung und Bundestag sind damit kriminelle Hehler für lohndrückendes, kriminelles Unternehmerpack, die aktiv Sozialabbau betreiben, Sozialsysteme zerschlagen und zusätzlich auf Mitteln der Sozialsysteme schmarotzen. Sie sind die nicht verfolgten, straffreie bleibenden Verursacher von Aufstockungen, die hinter schwedische Gardinen gehören.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Strombolli am 18. Mai 2007, 15:57:47
Münte: "in Deutschland keinen breiten Niedriglohnsektor zulassen..."
Koch: "Deutschland ist ein Höchstlohnland"
soeben in einer "Phönix-Diskussion" 18.05.07 - 15:45 Uhr

Weg mit diesen Leuten von der (scheinbaren*) Macht!

Der Eine hat Schwarzgeldkassen geleugnet und der andere hat eben diesem
Niedriglohnsektor den Boden bereitet.

Die Realität: A fährt 155 km (eine Tour) in den Ort XY um dort für 125 € (all inclusiv) effektive 8 Stunden zu arbeiten. B fährt 4 mal im Monat 19 km (eine Tour) für je 2 effektive Stunden und bekommt dafür insgesamt 90 €.

Beide hätten gerne Vollzeitstellen, allein es gibt sie nicht! Weil es so für die Arbeitgeber bequemer ist!

* - sie halten ja nur ihre Gesichter hin.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 18. Mai 2007, 16:31:18
Zitat
Original von Strombolli
... Koch: "Deutschland ist ein Höchstlohnland"...

Stimme ich Ihnen zu. Es betrifft geschmierte Politiker, Beamte und Unternehmer.

Höchstlohnland - Wie war das gleich mit den Kursen, Gewinnen, der Zuwendungen für die Manager der DAX-Unternehmen?

Steht dahinter Leistung und der jeweilige Eigenanteil an der gesteigerten Arbeitsproduktivität.

Höchstlohnland - die Steuer-, Beitragshinterziehungen und -flucht zu neuen Profitweidegründen - der Unternehmer und das Pressen der AN und Arbeitslosen in Wanderarbeiter- und
Tagelöhnerverhältnissen ohne Fluchtkoffer und Fluchwagen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Troll am 23. Mai 2007, 16:54:12
Zitat
Opposition scheitert mit Anträgen zum Mindestlohn

Ausschuss für Arbeit und Soziales/
Berlin: (hib/MPI) Die Oppositionsfraktionen sind mit ihren Vorstößen zum Mindestlohn im Ausschuss für Arbeit und Soziales an der Koalitionsmehrheit gescheitert. Für den Antrag der FDP(16/4864), die sich wegen der befürchteten "Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland und die Abwanderung in die Schwarzarbeit" strikt gegen Mindestlöhne ausspricht, stimmten lediglich die Liberalen selbst. Die anderen Fraktionen lehnten den Vorschlag ab. Keine Mehrheit fand auch der Entwurf der Linksfraktion (16/4845), die darin den Wortlaut einer SPD-Unterschriftenaktion pro Mindestlohn aufgeführt hat. Union, SPD und FDP stimmten dagegen, die Grünen enthielten sich. Das Mindestlohnkonzept der Grünen nach britischem Vorbild wurde ebenfalls von den Koalitionsfraktionen und den Liberalen abgelehnt, Die Linke enthielt sich. Der Entwurf (16/5102) sieht vor, dass in Branchen, in denen keine ausreichenden Tarifstrukturen vorhanden sind, eine unabhängige Mindestlohnkommission eingesetzt wird. Diese solle Empfehlungen für die Höhe von Mindestlöhnen erarbeiten, die dann vom Bundesarbeitsminister per Rechtsverordnung für verbindlich erklärt werden sollen.

Quelle: hib-Meldung ([url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_139/01.html[/url])


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 23. Mai 2007, 17:16:28
Also werden die Unternehmerparteien CDU/CSU/FDP und die Arbeiterverräterpartei ihren dicken Nischel rausstrecken und das Problem Mindestöohn zer- und totreden.

Ich erinnere mich noch in den 70er Jahren, wo die Diskussion lief, ein der DDR vergleichbares einheitliches und zentrales Arbeitsgesetzbuch in der BRD einzuführen. Da wurde solange palavert, bis das Thema zu den Akten zum Verstauben abgelegt wurde.

Was den Herren Machthabern Wirtschaft nicht paßt, das zerschlägt CDU/CSU bis zur Unkenntlichkeit. Man kann bei dieser verlogenen Christenpartei wirklich sagen:

Vorne hui und hintenb pfui!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 23. Mai 2007, 18:15:52
@joachimkuehnel,
Du hast doch nicht etwa in den 70-er Jahren Westsender geguckt ? Von der Sache mit dem AGB der DDR habe ich garnichts mitgekriegt .  :D


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 23. Mai 2007, 23:50:28
Aber ja doch. Wir sollten doch zu allseits gebildeten sozialistischen Persönlichkeiten erzogen werden. Und da betrachtet man sich doch den Klassenfeind besser im Original als durch die Brille von Karl-Eduard an.

Und man hörte Deutschlandfunk, den RIAS oder den Soldatensender 904

Jeder handwerklich interessierte Bürger bastelte sich eine Antenne und richtete sie auf den Ochsenkopf.

Wikipedia: Ochsenkopfantenne (http://de.wikipedia.org/wiki/Ochsenkopfantenne)

Man wollte doch etwas mehr als die DDR-Rundfunk- und -Fernsehsender sich mal ansehen. Anfangs wurde der Empfang mit starken Störsendern durch unsere im Wohnort stationierten Freunde beeinträchtigt und man bekam so alles mit, was Funker Igor von der ansässigen Garnison mit Funker Pawel anderorts an Problemen austauschten, teils als Morsenachrichten, teils als Sprechfunk. Das Ergebis war ein schwarzer oder mit Geisterbildern versehener Bildschirm, im Takt der Sendeimpulse. Das war die Zeit, wo "Dallas" oder "Einsart in Manhattan" oder "Der Mann in den Bergen" von der ARD ausgestrahlt wurden.

Und ab und zu bekamen wir das tschechische Fernsehen ohne Ton.

Und einige Jahre später wurde der Empfang im "Tal der Ahnungslosen" etwas besser, da die Freunde andere Probleme hatten.

Aber die Geschichte mit dem vermurksten Bundes-AGB habe ich irgendwo gelesen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 24. Mai 2007, 18:31:59
@joachimkuehnel,
die "Freunde" haben da nicht absichtlich den Westsenderempfang in der DDR gestört . Die hatten einerseits keine rechte "Funkdisziplin" und funkten auf zufällig vom Funker ausgewählten Kanälen , zum anderen arbeiteten die sowieso auf Frequenzen , die nach internationalen Vereinbarungen für sie eigentlich verboten waren . Und besonders Tastfunk , aber auch Impuls-Radare stören weit über ihren Sendekanal hinaus Empfänger , besonders wenn bestimmte Abstimmungen an der Sende -und Antennenanlage nicht korrekt sind ! Und das war bei "Kolja" normal !
Die letzten Jahre vor der "Wende" gab es beispielsweise auch in der NVA Ärger , weil einige Radarstationen nicht nur den Fernsehempfang im nächsten Dorf störten , sondern auch den internationalen Seenotruf in der Ostsee !


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Kater am 24. Mai 2007, 18:44:49
Zitat
Original von joachimkuehnel
Und da betrachtet man sich doch den Klassenfeind besser im Original als durch die Brille von Karl-Eduard an.

Und man hörte Deutschlandfunk, den RIAS oder den Soldatensender 904


Soldatensender 904 = Klassenfeind im Original  ?(

http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=9690


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 24. Mai 2007, 18:55:02
@Kater,
"Soldatensender 904 = Klassenfeind im Original"
Du solltest die von Dir hier reingestellten Postings erstmal selber richtig durchlesen !
Der Soldatensender und auch der Deutsche Freiheitssender sendeten von irgendwo bei Magdeburg geschickt als westliche Untergrundsender getarnt , DDR-Propaganda in den Westen . Der Empfang im Osten war aber "unerwünscht" (genauso wie "Radio Warschau" ! und "Radio Tirana" ! )  :D


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Strombolli am 24. Mai 2007, 18:55:06
eine Glanzleistung in Sachen Täuschung!

Auszug aus der Wikipedia:

Der Deutsche Freiheitssender 904 (DFS 904) wurde 1956 von der DDR in Reaktion auf das Verbot der KPD in der Bundesrepublik Deutschland als Hörfunksender auf Mittelwelle installiert. Der Sendebetrieb wurde am Tag des KPD-Verbotes, am 17. August 1956, aufgenommen.

Geschichte

Der von der DDR finanzierte und organisierte Propagandasender hatte als Stationskennung die Anfangstakte von Beethovens "Freude schöner Götterfunken" und den Slogan "Hier ist der Deutsche Freiheitssender 904 – der einzige Sender der Bundesrepublik, der nicht unter Regierungskontrolle steht." Sprecher dieses Textes war Wolfgang Heinz, Schauspieler und späterer Intendant des Deutschen Theaters Berlin. Kontaktadresse des Senders war: Deutscher Freiheitssender 904, Postfach 248, A-1021 Wien, Österreich.

Das Programm von DFS 904 wurde unter konspirativen Umständen anfangs in Ost-Berlin, ab Mitte der sechziger Jahre in Bestensee bei Königs Wusterhausen produziert. Der in die Bundesrepublik abstrahlende Sender stand im Ortsteil Brehm von Burg (bei Magdeburg). Den Hörern versuchte man den Eindruck zu vermitteln, die technischen Sendeanlagen stünden in Westdeutschland und würden - illegal - von einem mobilen LKW aus betrieben. Da die Rundfunksender der Bundesrepublik in den 60er-Jahren nur wenig populäre Musik spielten, gelang es dem Sender mit einem speziell an junge Menschen gerichteten Programm, zahlreiche regelmäßige Hörer zu finden. Die meisten Hörer hatte DFS 904, wie auch sein Schwestersender, der Deutsche Soldatensender 935 (DSS 935), wohl Mitte der sechziger Jahre in der DDR selbst.

(Bloß mal so, als kleiner Einwurf. - Gab immer dufte Musik da, die man aufnehmen konnte: Mittelwelle! Uu-aah!)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 24. Mai 2007, 19:04:55
@Strombolli,
Im Westen haben die Sender wohl wenig für Verwirrung gesorgt. Der Standort war ja dort auch bekannt . Aber in der DDR gab es damit einige agitatorische Verkrampfungen ... so ein richtig verbotener "Westsender" war es nicht... aber keiner sollte ihn hören , wahrscheinlich , weil die Argumentation deutlich über dem ND-Niveau lag ...  :D


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 24. Mai 2007, 19:32:23
Der Soldatensender 904 befand sich als angeblich bundesdeutscher Piratensender in Burg bei Magdeburg.

Chefduzen.de: Achtung, wir rufen Kräuterhexe - Geheimbotschaften aus der DDR (http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=9690&sid=)

MDR-Fernsehbeitrag, Do, 05.04.2007, 22:05 Uhr


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Kater am 13. Juni 2007, 01:50:11
zurück zum eigentlichen Thema des threads:

Zitat
SPD will Linksfraktion-Antrag zu Mindestlohn ablehnen
Mittwoch 13. Juni 2007, 01:15 Uhr

Frankfurt/Main (AP) Die SPD will den Antrag der Linksfraktion zu gesetzlichen Mindestlöhnen am Donnerstag im Bundestag laut der designierten stellvertretenden Parteichefin Andrea Nahles ablehnen. «Wir leben doch nicht in Italien und machen vor der entscheidenden Koalitionsrunde eine Politshow der Linkspartei mit», sagte Nahles der «Berliner Zeitung». Der SPD-Linke Ottmar Schreiner fordert dagegen von allen Befürworter eines Mindestlohns in der SPD, mit der Linksfraktion zu stimmen.

Nahles sagte, man werde am Montag im Koalitionsausschuss ernsthaft mit der Union über das Thema verhandeln und wolle im Interesse der Betroffenen zu Ergebnissen kommen. Schreiner sagte der «Allgemeinen Zeitung» in Hannover, es komme nicht darauf an, wer den Antrag eingebracht habe. Der Zeitung zufolge entspricht der Antrag der Linkspartei im Wesentlichen einem Aufruf der SPD zum Thema Mindestlohn aus dem März. Schreiner sagte, daher müssten alle Erstunterzeichner der Unterschriftenaktion - dazu gehört auch Vizekanzler Franz Müntefering, Generalsekretär Hubertus Heil und Fraktionschef Peter Struck - mit der Linksfraktion stimmen. «Das ist für mich eine Frage der Glaubwürdigkeit.»


http://de.news.yahoo.com/12062007/12/spd-linksfraktion-antrag-mindestlohn-ablehnen.html


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Troll am 16. Juni 2007, 20:05:19
Zitat
Mindestlohn-Bilanz in Großbritannien
Acht Euro, und das ist gut so!
Wenn in Deutschland vom Mindestlohn für Friseusen und andere Schlechtverdiener die Rede ist, sind Kassandra-Rufe nicht weit - Jobvernichtung! Firmenpleiten! Auswanderungen! Die Briten haben den Mindestlohn schon seit acht Jahren. Ihre Bilanz ist verblüffend.

Quelle und mehr: SZ ([url]http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/876/118737/[/url])


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 26. Juni 2007, 09:34:05
MDR, Sendung "Fakt ist ..." vom 25.06.2007, 22:05 Uhr: Schluss mit Lohndumping Ost? (http://www.mdr.de/fakt-ist/4615022.html)

Heute, 26.06.2007, 12:30 Uhr in der Wiederholung im MDR

17 Jahre nach der Einheit gibt es noch immer keine Einheit bei den Löhnen und Gehältern. Aus einer Gehaltsumfrage der Hans-Böckler-Stiftung geht hervor, dass die Löhne in den neuen Bundesländern durchschnittlich immer noch 21, in manchen Berufsgruppen sogar bis zu 41 Prozent niedriger sind als in den alten Ländern. Dabei liegen die Lebenshaltungskosten mittlerweile auf ähnlichem Niveau.

Sind die Dumpinglöhne im Osten noch gerechtfertigt? Wie sinnvoll ist der umstrittene Mindestlohn?

Darüber diskutieren in "FAKT ist ...!" aus Magdeburg Moderatorin Elke Lüdecke und Bürgermoderatorin Ines Klein mit folgenden Gästen:

Dr. Reiner Haseloff, Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt

Dr. Reinhard Bispinck, Tarifexperte der Hans-Böckler-Stiftung

Prof. Dr. Peter Heimann, Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau

Torsten Furgol, Wachmann und ehrenamtlicher Mitarbeiter bei ver.di

Der ehrenamtliche Vorsitzende des Fachbereichs besondere Dienstleistungen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bei ver.di befindet sich seit 2005 in einer Kündigungsschutzklage. Er meint, Lohn und Gehalt hätten auch mit der Würde des Menschen zu tun: 240 bis 260 Arbeitsstunden im Monat, wie bei Wachleuten durchaus üblich, um die Familie ernähren zu können, seien menschenunwürdig.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Strombolli am 26. Juni 2007, 14:11:58
Fakt ist... (mein Einwurf) (http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=10578&goto=lastpost)

Hier hatte ich ja schon mein Missfallen zum Ausdruck gebracht.

Bei diesen Politikern, die sich jahrzehntelang streiten, ist keine Lösung möglich.
Die Journaillie plappert eilfertig nach dem Mund.

Die blonde Moderatorin der Sendung suggerierte in ihren Fragestellungen schon eine industrie-/unternehmefreundliche Antwort.
Was soll das anderes sein, als simpelste Systemstabilisierung und Volksverdummung mit dem nach aussen hin vertretenen "Anspruch" der neutralen, überparteilichen Berichterstattung im Sinne der Bürger?


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 02. Juli 2007, 13:39:01
Jeder, der in Österreich Vollzeit arbeitet, bekommt bis 2009 brutto 1.000 Euro Mindestlohn, so ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer, der heute, Montag, bei einer Pressekonferenz die Vereinbarung gemeinsam mit Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl präsentierte. Ein Mindestlohn von brutto 1.000 Euro entspricht einem Nettolohn von 818 Euro für Arbeiter und 820 Euro für Angestellte und liegt damit über der Grundsicherung von 726 Euro.

http://derstandard.at/?id=2942949


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. Juli 2007, 13:29:22
Labournet:

XIV. Diskussion > (Lohn)Arbeit > jenseits der "Arbeitsgesellschaft" - Diagnose und Perspektiven > Existenzgelddebatte > Debatte um linke Kritik am BGE: Ulrich Busch

Dient das BGE nur der sozialen Ausgrenzung und finanziellen Abfindung und Alimentierung eines Teils der Gesellschaft?

Ein Beitrag zur Verteidigung des BGE von Mecki Förthmann, Mitglied des SprecherInnerats der BAG Grundeinkommen in und bei der Partei DIE LINKE, vom Juli 2007 (pdf)
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/existenz/foerthmann.pdf

Der Beitrag bezieht sich auf:

Integration durch Arbeit oder sozialstaatlich alimentierte Exklusion

Artikel von Ulrich Busch in Heft 2-07 der Berliner Debatte Initial, dokumentiert beim Linksnet
http://www.linksnet.de/artikel.php?id=3097


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Ocean am 18. Dezember 2007, 16:49:29
Der Mindestlohn muss her!

Es darf nicht sein, dass hier in Deutschland viele Arbeitnehmer nicht einmal von ihren Vollzeit-Lohn leben können!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 18. Dezember 2007, 20:53:44
also mal ganz nebenbei bemerkt, wenn sich ein mindestlohn durchsetzen läßt, und der sich ziemlich sicher bei ca 7,50 - 8,00 euro aufhält, muß ich mich schon fragen, hat es uns was gebracht?
mal abgesehen von irgendwelchen noch ärmeren schweinen mit 5 euro die stunde.....nein!

für mich persönlich sind 900 euro netto einfach heute absolut zuwenig, um ein normales leben zu führen, vorallem mit kind!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Invisible_Halo am 18. Dezember 2007, 21:25:05
Wieso ging es früher und klappt heute nichtmehr???
Viele ältere sagen,das man früher noch einiges von seinem Geld hatte und auch mal ohne größer übers Geld nachzudenken innen Urlaub fliegen konnte usw,das Arbeit noch spass machte (ich meine damit normale Fabrikarbeiter).Sowas passiert also wenn die Politik usw den Autopiloten ausstellt und auf Manuell (Merkel) umstellt.^^


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 18. Dezember 2007, 21:35:58
also mein vater hat von nicht einmal 2000 mark ein haus gebaut, eine familie ernährt und zwei autos verhalten.

tja....die zeiten sind vorbei.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Ocean am 18. Dezember 2007, 23:23:29
Das stimmt, die Zeiten sind vorbei. Ich könnte kotzen, wenn ich so über alles nachdenke. Man kann als Geringverdiener (bekomme 780 Euro netto!) nicht einmal mehr bescheiden leben. Da kann man sich drehen und wenden, wie man will. Zum sterben zu viel, zum leben zu wenig. Den Mut, mich in den Tod zu stürzen habe ich leider nicht. Also muss es weiter gehen.

Heute mein Auto vollgetankt: 80 Euro. Ich brauche das Auto, weil ich in einem kleinen Kaff abseits der Stadt lebe. Ein paar Lebensmittel für die nächste Woche eingekaukft: 60 Euro. Die KFZ-Versicherung ist ins Haus geflattert, wieder 380 Euro weg. Telefon inkl. Internet jeden Monat 38 Euro. Stromheizung, ich darf gar nicht drüber nachdenken. Dann darf aber auch gar nichts zu Hause kaputt gehen, sonst bin ich aufgeworfen.

Ich habe so die Schnauze voll. Von wegen Jammern auf hohem Niveau. Der Euro hat uns allen das Genick entgültig gebrochen. Eine eigene Familie könnte ich mir nie im Leben leisten. Ich komme gerade so alleine mehr oder weniger schlecht über die Runden. Einer Freundin hätte ich gar nichts zu bieten...


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Schrubberbude am 18. Dezember 2007, 23:40:43
Zitat
Einer Freundin hätte ich gar nichts zu bieten...
Jiip, sobald ich merke das sich was anbahnt ziehe ich instinktiv + abrupt die Notbremse.


Gruss aus der Schrubberbude.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Eivisskat am 19. Dezember 2007, 00:04:58
Zitat
Original von Schrubberbude
Zitat
Einer Freundin hätte ich gar nichts zu bieten...
Jiip, sobald ich merke das sich was anbahnt ziehe ich instinktiv + abrupt die Notbremse.



Das ist so unsagbar traurig, ich könnte heulen... ;(
Alles Gute für euch beide und sucht bitte trotzdem weiter!
LG


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Schrubberbude am 19. Dezember 2007, 01:14:32
Zitat
Das ist so unsagbar traurig, ...
tnx Eivisskat; solang ich nicht dran denke ist es OK - also immer beschaeftigt bleiben, damit keine Gedanken aufkommen. Gerade zu solchen Zeiten, Weihnachten ..., ist das allerdings nicht so einfach.


Gruss aus der Schrubberbude.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Strombolli am 19. Dezember 2007, 09:46:51
Wer richtig hören kann, der bekommt mit, das der SPRINGER-Konzern auf indirekte Lohnsubvention durch den Staat setzt.

Also kalkulieren die Unternehmen ungeniert geringe Löhne, im Wissen, die unterbezahlten Mitarbeiter haben die Möglichkeit des Aufstockens durch ALG II. - Nun hat dieses ALG II ja auch ein Unternehmer erfunden... Ein Böser, wer Arges dabei denkt.

Geringe Löhne = höherer Profit. Wenn höherer Profit, dann höhere Steuern für die Unternehmer um die Aufstockung zu finanzieren. Und dabei haperts!

An SPRINGER & CO.: Ich will so etwas nicht. Stellt Euch eurer unternehmerischen Verantwortung! Habt ihr vergessen, dass, wenn ihr es auf die Spitze treibt, die zwangsweise Enteignung durchs Volk droht? Und diesmal holen wir vielleicht sogar die Guillotine wieder heraus...

Nachdenkliche Weihnachten und lest vielleicht bei der Gelegenheit mal wieder Charles Dickens Weihnachtsgeschichte (http://de.wikipedia.org/wiki/A_Christmas_Carol)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Frogsta am 19. Dezember 2007, 10:35:46
Zitat
Geringe Löhne = höherer Profit. Wenn höherer Profit, dann höhere Steuern für die Unternehmer um die Aufstockung zu finanzieren. Und dabei haperts!

Lieber Strombolli,
ich glaube da hast du Dich vertan.
WIR werden die höhere Steuern Zahlen. Denk nur mal an die "Unternehmenssteuerreform".

Da kommt eine ganz große ARSCHKARTE auf uns zu.



Frogsta


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Ocean am 19. Dezember 2007, 12:20:28
Zitat
Original von Eivisskat
Zitat
Original von Schrubberbude
Zitat
Einer Freundin hätte ich gar nichts zu bieten...
Jiip, sobald ich merke das sich was anbahnt ziehe ich instinktiv + abrupt die Notbremse.



Das ist so unsagbar traurig, ich könnte heulen... ;(
Alles Gute für euch beide und sucht bitte trotzdem weiter!
LG

Nein, im ernst. Ich komme mit meinem Geld gerade so alleine durchs Leben, so dass am Ende Plus/Minus 0 herauskommt. Stell dir vor, du hast ne neue Freundin, man will ja auch was erleben mit ihr. Der Super-Gau wäre natürlich: "Du Schatz, ich muss dir was Wichtiges sagen. Ich bin schwanger..."

 :cheer: :cheer: :cheer:


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Strombolli am 19. Dezember 2007, 14:24:56
Zitat
Original von Frogsta
Zitat
Geringe Löhne = höherer Profit. Wenn höherer Profit, dann höhere Steuern für die Unternehmer um die Aufstockung zu finanzieren. Und dabei haperts!

Lieber Strombolli,
ich glaube da hast du Dich vertan. WIR werden die höhere Steuern Zahlen. Denk nur mal an die "Unternehmenssteuerreform".

Da kommt eine ganz große ARSCHKARTE auf uns zu. Frogsta

Frogsta, ich meinte "nach meinem Gerechtigkeitsverständnis" müsste der höhere Steuern zahlen, der die höheren Profite macht. Zur Gegenfinanzierung, sozusagen.

Das diese Gegenfinanzierung im realen Wahnwitz aber so gestaltet wird, das die Umverlagerung stets von unten nach oben erfolgt, ist mir schon klar.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 19. Dezember 2007, 19:51:03
Die Löhne und Gehälter waren früher in realistischen Höhen zur Entwicklung der Lebenshaltungskosten und zum Inflationsausgleich durchsetzbar, weil
  • die Vorbildwirkung der sozialistischen Staaten da war und der Westen mußte seine soziale Überlegenheit denen gegenüber demonstrieren, indem er seiner Bevölkerung mehr bot, damit die westdeutsche Bevölkerung ihrerseits in Briefen und Besuchen an bzw. bei den armen Brüdern und Schwestern im Osten die politische, wirtschaftliche und ideologische Überlegenheit demonstrieren konnten,
  • den Gewerkschaften die Mitglieder noch zur Stange hielten, ihre Beiträge zahlten und nicht bei jedem Gegenwind fluchtartig aus der Gewerkschaft türmten,
  • deshalb die Gewerkschaften auch mehr Schlagkraft und Durchsetzungsvermögen hatten und ganze Branchen mit Streiks und anderen Kampfmaßnahmen überziehen konnten, wobei man so bestens das AG-Lager unter Druck setzen konnte bei entstehenden, riesigen volkswirtschaftlich Schäden,
  • die Wirkungskraft von Tarifverträgen und die Tariftreue war erheblich besser,
  • die Unternehmen überlegten sich mehrmals ihre Kapitalflucht ins Ausland;
  • die EU war erheblich kleiner bei weitaus geringeren Förder-, Steuer- und Subventionierungsmöglichkeiten;
  • Die Euroeinführung und die wegfallenden Landesgrenzen war der Scheißhauskohl- und Waigelregierung in der EU wichtiger, um den Unternehmen die Währungsrisiken vom Hals zu schaffen statt in der EU gleiche, einheitliche, flächendeckende Wirtschafts-, Konkurrenz-, Standort-, Investitions-, Steuer-, Lohn- und Sozialbedingungen zu schaffen. Die Profittreiberei der Unternehmen lebt und gedeiht prächtig von diesen Unterschieden, weil man so die verschiedensten Wirtschaftskonkurrenten, Landes- und Regionalregierungen, Gewerkschaften und Belegschaften gegeneinander hetzen, ausspielen und erpressen kann. So ist der Unternehmerwanderzirkus quer durch Europa und weltweit erst zustandegekommen.
  • Man hat den großen Konzernen, insbesondere den miteinander verflochtenen Wirtschafts- und Finanzmonopolen (= Fachbegriff Finanzoligarchie) nicht rechtzeitig Wachstumsgrenzen durch nationale Regierungen angelegt. Jetzt sind es internationale Großkonzerne, die jeder Landesregierung das Leben schwer machen können. Diese Unternehmen sind nicht mehr beherrsch- und kontrollierbar. Die Finanzoligarchie diktiert und erpreßt die Länder und deren Regierungen huppen und springen nach deren Pfeiffe.
  • Die Gewerkschaften und Betriebsbelegschaften eines jeden Landes und jeder Branche kochen ihr eigenes Süppchen, sind heute zu einer internationalen Zusammenarbeit und zu koordiniertem, gemeinsamem Handeln überhaupt nicht in der Lage. Sie lassen sich gegenseitig durch die Unternehmen ausspielen und austricksen.
  • die Unternehmerparteien CDU, CSU, FDP und die Arbeiterverräterpartei SPD und ihre medialen Sprachrohre waren gesitteter und anständiger, denn sie mußten das Spielchen und die Vorteile soziale Markwirtschaft, Sozialpartnerschaft etc. dem Sozialismus vorexercieren,
  • man damals noch nicht auf die Möglichkeiten der gezielten Verarmung, Verelendung ganzer Bevölkerungsgruppen über solche Reformprogramme wie Hartz-IV-Reformen verfallen war.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Frogsta am 19. Dezember 2007, 20:11:14
Jo, joachimkuehnel,
so in etwa sehe ich das auch!

Nur einen Punkt vermisse ich doch.
die Generation der Denker und Lenker !!!

Die Generation die am eigenen Leib erfahren hat das man mit Geld nicht alles
kaufen kann, ist mitte der 80ér Anfang der 90ér in den Ruhestand gegangen.

Unsere jetztigen Wirtschaftskapitäne sind ausnahmslos Nachkriegskinder.
Die sind es gewöhnt das es nur nach Vorne geht.
In ernsten Krisen oder Situationen verlieren diese Blechköpfe ( siehe Springer)
den Kopf und Drücken auf die Paniktaste.



Die "alten Cheffs und Manager" haben weniger studiert, haben aber mehr im KOPF!!!



Frogsta


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 19. Dezember 2007, 20:25:23
Charles Dickens Weihnachtsgeschichte - Sehr gute Metapher! In der Rolle des geizigen Geiz-ist-geil-Ebenezer Crutch - die Unternehmer unserer Tage.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 19. Dezember 2007, 20:47:34
@ocean

siehst du...ich hab das vor 10 jahren gesagt, ich bin schwanger.

heute ist der erzeuger selbstständig und will sich aufhängen, weil er vielleicht 20 euro mehr unterhalt zahlen muß, und ich leb seither fast ausschließlich an der armutsgrenze, tja....

und ich verdien grad 50 euro mehr als du!

und meine autosteuer kann ich seit drei monaten nicht bezahlen,brauch aber ein fahrzeug, weil sonst nix arbeit. glaub mir, ich denk jeden tag drüber nach, alles hinzuschmeißen, und zwar ernsthaft.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: BakuRock am 19. Dezember 2007, 21:49:03
Zitat
Original von Sektsauferle
@ocean

...................................
und meine autosteuer kann ich seit drei monaten nicht bezahlen,brauch aber ein fahrzeug, weil sonst nix arbeit. glaub mir, ich denk jeden tag drüber nach, alles hinzuschmeißen, und zwar ernsthaft.


ALLES hinzuschmeissen - hoert sich nicht gut an @Sektsauferle - fuer dich nicht und fuer dein Kind schon gar nicht.....

Vielleicht denkst du vor einem finalen Schritt doch mal ueber eventuelle Alternativen nach: Vielleicht suchst du Gleich-Betroffene, die in aehnlicher Situation wie du den Schritt in ein alternatives Leben gewagt haben? Vielleicht findest du ja hier Freunde fuer dich und dein Kind:

http://www.nadir.org/nadir/periodika/contraste/marktpla.htm

Viel Erfolg


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Fragender am 19. Dezember 2007, 22:48:42
Thüringer Allgemeine Zeitung, 17. Dezember 2007

Experte fordert 5,60 Euro als Mindestlohn
Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger habe sich für die Einführung von Mindestlöhnen ausgesprochen. Mindestlöhne seien „international gängige Praxis“. Das gelte sowohl für branchenspezifische Lösungen als auch für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Für einen möglichen flächendeckenden Mindestlohn schlug Bofinger aufgrund der regional unterschiedlichen Wirtschaftskraft in Deutschland einen Stundenlohn in Höhe von 5,60 Euro vor.
Mit dem Mindestlohn stiegen die Einkommen und damit die Kaufkraft. Davon werde laut Bofinger die Wirtschaft letztlich profitieren.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Fragender am 19. Dezember 2007, 22:56:52
Interview mit dem Finanzminister
Steinbrück will
Mindestlohn für alle
Erstmals plädiert Finanzminister Peer Steinbrück ohne Wenn und Aber für eine einheitliche gesetzliche Regelung beim Mindestlohn - und redet über den "kleinen historischen Irrtum des Herrn Döpfner".
Von Nina Bovensiepen und Claus Hulverscheidt

Der Finanzminister plädierte damit erstmals ohne Wenn und Aber für eine gesetzliche Regelung. Zwar wollte er sich nicht zur Höhe eines solches Lohnes äußern, zeigte sich aber überzeugt, dass es entgegen aller offiziellen Verlautbarungen auch in der Union Unterstützer gebe. ,,Ich glaube, dass mindestens Teile der CDU in Wahrheit mit einem gesetzlich fixierten Mindestlohn von meinetwegen sieben Euro eher einverstanden wären als mit Branchenlösungen‘‘, sagte er.

Bis es zu einem gesetzlichen Mindestlohn kommt, setzt auch Steinbrück weiter darauf, dass die Tarifpartner für einzelne Wirtschaftsbereiche Lohnuntergrenzen aushandeln. Diese Grenzen werde die Regierung dann, falls gewünscht, für allgemeinverbindlich erklären.

Neue Turbulenzen bei Pin
Dabei müsse der Mindestlohn nicht in jedem Fall bei jenen 9,80 Euro pro Stunde liegen, die für Briefträger ausgehandelt worden seien. ,,Vielleicht werden in der nächsten Branche 9,80 Euro verabredet oder 7,50 Euro. Das hängt von den Verhandlungen ab und kann nach Branche, Produktivität, vielleicht sogar nach regional unterschiedlichen Lebenshaltungskosten variieren‘‘, sagte der Minister.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/310/148954/


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Pinnswin am 20. Dezember 2007, 18:40:05
7,5o

http://www.mindestlohn.de/

Zitat
...Claus Matecki: 4,50 Euro sind zu wenig

Die Höhe eines gesetzlichen Mindestlohns ist nicht beliebig. Die Gewerkschaften fordern zunächst 7,50 Euro die Stunde. Auf Monatsbasis entspricht dies der Pfändungsgrenze. Ein Mindestlohn-Light von 4,50 Euro verfehlt die mit dem Mindestlohn verbundenen sozialpolitischen Ziele...


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: felixed am 20. Dezember 2007, 18:45:25
Zitat
Original von Fragender
Thüringer Allgemeine Zeitung, 17. Dezember 2007

Experte fordert 5,60 Euro als Mindestlohn
Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger ...

Ich bin dafür, ihm die 5,60€/h zu bezahlen. Aber dann muß er auch mal was Nützliches dafür tun.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Fragender am 21. Dezember 2007, 21:41:29
FTD.de, 21. Dezember 2007

DGB droht mit Mindestlohn für alle
Laut Berichten der Financial Times Deutschland plane der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), ebenso wie die SPD, die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns von 7,50 Euro pro Stunde zum Thema des Bundestagswahlkampfs im Jahr 2009 zu machen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich erneut gegen die Einführung eines branchenübergreifenden Mindestlohns und für branchenspezifische Lösungen ausgesprochen. Die ablehnende Haltung der Union in Sachen Mindestlohn werde den Druck der Gewerkschaften weiter wachsen lassen, sagte DGB-Chef Michael Sommer.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 22. Dezember 2007, 10:58:12
@BakuRock

Das soll wohl n Witz sein.

Tolle Idee, ich treht in ne Kommune ein und zahl auch noch n jahresbeitrag oder am besten ich abbonier noch ne zeitung , die auch noch Kohle kostet LOL LOL LOL

Nichts gegen gute Wünsche, danke, aber solche links brauch ich echt nicht, sorry.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: BakuRock am 22. Dezember 2007, 16:16:05
@Sektsauferle - du solltest nicht die Zeitschrift kaufen oder abonnieren - du solltest darin lesen:

Zitat
CONTRASTE ist die einzige überregionale Monatszeitung für Selbstorganisation und dient den Alternativen Bewegungen als Sprachrohr und Diskussionsforum. AktivistInnen aus den unterschiedlichsten Bewegungen verfolgen mit der Herausgabe der Zeitung das Ziel, zu den von Globalisierung, Sozialabbau, Massenarbeitslosigkeit und Umweltzerstörung geprägten herrschenden Verhältnissen Alternativen zu diskutieren, Entwicklungen aufzuzeigen, eigene Utopien zu entwickeln und diese zu erproben.

Gruppen bieten dort die Teilnahme an alternativen Arbeits- und Lebensformen an, usw.

Aber gut - Wer nicht will, der hat schon.......


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 22. Dezember 2007, 21:17:42
sorry, aber bei dem wort kommune ist bei mir schluß.

dann hab ich eben schon.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Kater am 22. Dezember 2007, 21:58:51
Zitat
Lied für die Pariser Kommune    

Lustig, lustig ihr lieben Brüder!  
Leget alle die Arbeit nieder
und trinkt mit uns ein Gläschen Wein!
Auf die Gesundheit aller Brüder,  
die da reißen alles nieder!
Das soll unsere Freude sein!

Lustig lebet in Saus und Brause,  
weil wir jetzo sind am Schmause!
Arbeit drücket uns nicht viel,
Denn Geld gibt's ja in Hüll und Fülle –  
alles zu nehmen ist unser Wille!
Mag's verwehren, wer da kann!

Weg mit Meistern und mit Pfaffen!  
Kaiser, Könige solln sich raffen!
Weg, wer kommandieren will!
Wir sind alle freie Leute,  
alle Welt gehört uns als Beute –
Also ist es gut und recht!

Schlagt die Fässer ein, lasst's laufen!  
Jetzo heißt es tapfer saufen,
Solches Himmelreich ist nah!  
Denn unser Handwerk, das ist verdorben!  
Die besten Saufbrüder sind gestorben,
Es lebet keiner mehr als ich und du.

(Trad./ T: 1871)


http://www.holger-saarmann.de/texte_pariser_commune.htm


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: regenwurm am 29. Dezember 2007, 08:37:13
Götz Werner, Chef der DM-Drogeriekette, hält Mindestlohn-Forderungen für zu kurz gegriffen. Er plädiert für ein arbeitsunabhängiges Grundeinkommen. "Einkommen brauchen wir Menschen, weil wir leben, und wenn wir leben, haben wir unsere Lebensbedürfnisse", argumentiert Werner.

Zitat
Meurer: Mindestlöhne sind populär, einen Mehrheit in den Umfragen befürwortet sie ziemlich deutlich. Ist das Wasser auf Ihre Mühlen pro Grundeinkommen?  

 Werner: Ja, insoweit schon, als doch immer mehr Menschen inzwischen verstehen, dass man von seinem Einkommen auch leben können muss. Und das ist, glaube ich, die Forderung in unserer Zeit, dass, wenn man in unserer Gesellschaft leben will, dass man dann ein Einkommen braucht, und zwar ein Einkommen, von dem man zumindest bescheiden, aber menschenwürdig leben kann. Das ist ja auch die Forderung unseres Grundgesetzes.

  Meurer: Sie sind ja, Herr Werner, für ein Einkommen, für ein Grundeinkommen von 800 Euro, das später vielleicht sogar mal bis auf das Doppelte steigen könnte und dieses Einkommen unabhängig, ob man arbeitet. Da stellt sich die Frage, sind Sie überhaupt für Mindestlöhne?  

 Werner: Ja, der Mindestlohn liegt davon schon ab und zwar deswegen, weil es immer wieder voraussetzt, dass ich überhaupt einen Arbeitsplatz habe. Und das Einkommen brauchen wir aber, damit wir arbeiten können, nicht weil wir arbeiten. Also, die Gesellschaft muss bereit sein, jedem Bürger eine Teilhabe an unserem gemeinsamen Wertschöpfungsergebnis zu gewähren, damit er dann sich einbringen kann. Also wenn wir heute arbeiten, dann können wir nur dann arbeiten, wenn wir auch ein Einkommen haben. Da trifft sich das mit dem Mindestlohn schon, aber wir müssen die gesamte Gesellschaft ja, allen Menschen in der Gesellschaft ermöglichen, dass sie bescheiden, aber menschenwürdig erst mal leben können, bevor sie dann auch gemäß ihren Fähigkeiten ihren Beitrag in die Gesellschaft einbringen können. Also ohne Einkommen kann man heute in der Gesellschaft nicht leben.  

  Meurer: Wo würden Sie denn einen Mindestlohn in Deutschland ansetzen, wenn Sie da eine Zahl nennen würden? Hallo, Herr Werner?  

 Werner: Ja, Hallo? Einen Mindestlohn ansetzen? Ja, ich würde es trennen von der Frage, was hat ein Mensch für eine Arbeit und von der Tatsache, dass er lebt, und er braucht das Einkommen, weil er lebt, und er braucht nicht das Einkommen, weil er arbeitet. Ja, also das Einkommen brauchen wir Menschen, weil wir leben, und wenn wir leben, haben wir unsere Lebensbedürfnisse, und dafür brauchen wir ein Mindesteinkommen, und wenn wir das Mindesteinkommen haben, dann können wir auch arbeiten, dann können wir unsere Leistung auch beitragen. Also ohne dass wir ein Einkommen haben, können wir gar nicht einsteigen in die Gesellschaft, können wir gar nicht mitmachen in der Gesellschaft, können wir gar nicht unsere Fähigkeiten eintragen. Und deswegen greift der Mindestlohn viel zu kurz, egal wie hoch er ist. Was wir brauchen, ist ein Grundeinkommen, eine Grundsicherung, die uns die Sicherheit gibt, dass wir in dieser Gesellschaft menschenwürdig leben können und unsere Fähigkeiten, unsere Kreativität, unsere Initiativkraft einbringen können. Das ist der Unterschied.  

 Meurer: Würden Sie dann sagen, die ganze Debatte über den Mindestlohn ist eigentlich sogar eher kontraproduktiv?  

 Werner: Nein, kontraproduktiv sie nicht, aber sie ist deswegen nicht kontraproduktiv, weil sie uns aufmerksam mach, auf die Tatsache, dass der Mensch eben ein bestimmtes Einkommen braucht, um überhaupt leben zu können.


Quelle (und das ganze Interview) (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/716813/_1198872318)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 29. Dezember 2007, 08:57:52
"Für einen möglichen flächendeckenden Mindestlohn schlug Bofinger aufgrund der regional unterschiedlichen Wirtschaftskraft in Deutschland einen Stundenlohn in Höhe von 5,60 Euro vor.
Mit dem Mindestlohn stiegen die Einkommen und damit die Kaufkraft. Davon werde laut Bofinger die Wirtschaft letztlich profitieren."

Das eigentlich Interessante an solchen Beiträgen geht leider in unüberlegter Polemik unter:
Es gibt offenbar in Deutschland massenhaft Stundenlöhne unter 5,60€,sonst würden ja die Löhne bei Einführung dieses lachhaften Mindestlohnes nicht steigen !
Der Herr Bofinger kennt sich offenbar gut aus!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: alfred am 29. Dezember 2007, 09:21:34
Genau Paul, so sieht's aus - frage mal eine Wurstfachverkäuferin oder Haarschneiderin Deines Vertrauens, wie sie Stündlich entlohnt werden.

3,xx Stundenlöhne werden (in östlichen Gefilden) auch gern in Bürstenfabriken und im Näherinnengewerbe gezahlt. Ich bin mir manchmal nicht sicher, ob die Frauen nicht doch nur für die Sozialversicherungen malochen gehen!?


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. Dezember 2007, 11:29:39
Den Unternehmermillionär Götz Werner mit seiner These vom arbeitsunabhängigen Grundeinkommen sollte man wie ein heißes Eisen betrachten, daß man nur mit einer Zange anpacken kann. Dem "Menschenfreund" ist nicht über den Weg zu trauen. Unternehmer haben immer nur ihren persönlichen Vorteil im Blick und nie den Vorteil für die Gesellschaft. Wenn die was tun, dann muß es in ihrer Schatulle immer kräftig klingeln. Für umsonst und aus reiner Menschenfreundlichkeit machen die nie etwas.

Man sollte immer mal hinterfragen: Wie sind sie und ihre Vorfahren an diesen Reichtum gelangt?

Durch ihrer Hände ehrliche Arbeit oder durch ihre geistige Intelligenz bestimmt nicht. Millionenwerte ergaunert man sich, indem man andere über den Tisch zieht.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 29. Dezember 2007, 11:46:25
@joachim,
hast Du schon am Neujahrspunsch genascht,oder wie kommst Du jetzt auf Götz Werner ???


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 29. Dezember 2007, 13:09:23
die diskutieren da um beträge herum, da wirds mir  :kotze>

was soll das, 800 netto, 7,50 mindestlohn?
gehts noch?

ist nicht lebbar!
kapierts endlich, geht nicht!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 29. Dezember 2007, 13:16:55
Trink einfach nicht soviel Sekt!
Versuchs mal mit Bier !


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 29. Dezember 2007, 13:21:34
da schlaf ich ein Paulemaus ;)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: bonum am 29. Dezember 2007, 13:31:23
Zitat
Original von Sektsauferle
da schlaf ich ein Paulemaus ;)

von was schläfst du ein?

vom mindestlohn?


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. Dezember 2007, 13:40:10
regenwurm hatte heute 7:37 Uhr einen Artikel über diesen Herrn ins Forum gesetzt, ich eine Benachrichtigungsmail von chefduzen dazu erhalten und darauf meine Bedenken zu diesem Unternehmer angemeldet, der mit dem Thema alle nasenlang hausieren geht.

Und Punsch ist Luxus, rauschgeschmissenes Geld, versetzt einen nur unnötig auf ein paar Umdrehungen mehr und die Lebenssituation ist vor und nach der evtl. eintretenden Trunkenheit real immer noch dieselbe. Also kann man sich das Gesöff auch schenken.

(http://www.strahlemaennchen.de/bilder/wuensche/max/boelkweb.jpg)

Und da wären wir wieder bei alfreds Lieblingsthema angelangt.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 29. Dezember 2007, 13:49:50
Zitat
Original von bonum
Zitat
Original von Sektsauferle
da schlaf ich ein Paulemaus ;)

von was schläfst du ein?

vom mindestlohn?

der mindestlohn schläfert mich keinesfalls ein (siehe heute nacht), das thema geht mir dermaßen auf die nerven, wenn ich die beträge lese, ich kanns garnicht in worte fassen.

bier  :schlafen> mich ein, sollte ich mal eins trinken.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: alfred am 29. Dezember 2007, 13:56:44
Zitat
Und da wären wir wieder bei alfreds Lieblingsthema angelangt.

Woher weißt Du von meiner ehemaligen Vorliebe für Werner-Comics? Das ist allerdings schon 20 Jahre her - die Schwarzweißhefte wurden damals total zerfleddert von Hand zu Hand gereicht und verschlungen (natürlich heimlich, weil vom Klassenfeind).


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. Dezember 2007, 14:07:26
Es gibt in Sachsen zum Mittag mal hier und da Biersuppe und wenn die Suppe eine gehörig hohe Konzentration an gutem Bier enthält, das man sich löffelweise einführt, wirkt das tatsächlich wie ein gutes, nicht rezeptpflichtiges Schlafmittel.

Ja, die alkoholische Gärung

(http://www-pluto.informatik.uni-oldenburg.de/~gymwhs/grafik/abitur2004/feuerzangenbowle_pfeiffer.jpg)

Und da hätten wir noch Die Feuerzangenbowle (http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.br-online.de/kultur-szene/film/tv/0411/04048/bild_0_0.jpg&imgrefurl=http://www.br-online.de/kultur-szene/film/tv/0411/04048/&h=176&w=132&sz=12&hl=de&start=16&sig2=EE07UOevNMWl78EV-QtKkg&tbnid=_-J5Zl-BcmyqaM:&tbnh=100&tbnw=75&ei=gzN2R-fMEpjY-gLpgKnTDw&prev=/images%3Fq%3DFeuerzangenbowle%2Balkoholische%2BG%25C3%25A4rung%26svnum%3D10%26hl%3Dde%26rlz%3D1T4DVXA_de___DE220)

Wiederholung zum x-ten Mal: Dienstag, 1. Januar 2008, 20.15 Uhr

Vor allem Schnauz (gespielt von Erich Ponto) bekommt das zu spüren, als er die alkoholische Gärung im Chemieunterricht mit selbst gebrautem Heidelbeerwein demonstrieren will.

Jäder nor einen wenzigen Schlock (http://www.heidecker.eu/Ruehmann/Ruehmann_DFeuerzangenbowleZitate.htm#Schlock)

Am Babenberger Gymnasium wurde wenig Gewicht auf Chemie gelegt. Die alten Grieche, anerkannt humanistisch gebildete Leute, waren gänzlich ohne Chemie ausgekommen. Und überdies war Chemie mit Gestank verknüpft. Dennoch erfüllte Schnauz seine Pflicht. Von Rechts wegen hatte er nicht nötig, seinen selbst fabrizierten Heidelbeerwein mitzubringen und seine Schüler davon kosten zu lassen. Aber er wollte ihnen zeigen, daß Chemie nicht ohne praktische Bedeutung ist. Auch erhoffte er seinen Zuwachs an Autorität, wenn sich die Schüler davon überzeugten, daß er nicht nur prächtig zu unterrichten, sondern auch einen Heidelbeerwein herzustellen imstande sei - einen Heidelbeerwein, der von einem unverschnittenen Burgunder schwer zu unterscheiden sei. Wenigstens nach Ansicht des Herrn Professor Crey.

Inzwischen war der große Augenblick gekommen. Die Primaner marschierten im Gänsemarsch am Katheder vorbei und empfingen ihren Probeschluck. Dann gingen sie in die Bänke zurück. Aber eine gewisse Unruhe blieb, ein merkwürdiges Raunen und Tuscheln, weit über das übliche Maß hinaus, und nichts Gutes verheißend. Auch der Schnauz wurde unruhig.

"Pfeiffer, Sie gäben nicht acht. Wederholen Sie: Was verstäht man onter alkoholischer Gärung?"

Pfeiffer erhob sich. Jetzt mußte es losgehen.

"Also die alkoholische Gärung - oder vielmehr die Gärung des Alkohols - sie erzeugt Alkohol - das heißt also, der Alkohol erzeugt Gärung - sogenannte alkoholische Gärung -"

"Pfeiffer, Sie faseln."

"Der gärende Alkohol fängt an zu faseln - fänft an in faselnde Gärung überzugehen - und so entsteht Heidelbeerfusel - Heidelbeerfasel"

"Was ist los met Ehnen?"

"Nichts, Herr Professor. Und wenn dann der Heidelbeerfusel beziehungsweise Alkohol- oder vielmehr der Heidelbeerkohl - ich meine: der gärende Altheidelbeerkohl-"

"Est Ehnen nicht wohl? - Oh, dann sätzen Sie sech. Hosemann, fahren Sie fort."

Und Hosemann mit todernstem Gesciht:

"Mann kakakann den Wein mit A-a - - - A-a - - ich kokomme nicht auf das Wort."

"Seit wann stottern Sä?"

"Ich ststotottere doch gagarnicht. Aaaber mir drecht sich a-a-alles vor den Au-au-augen!"

"Oh, Hosemann, gähen Sä doch mal an de fresche Loft."

Luck hat den Finger gehoben.

"Ich verstehe das gar nicht. Lock, wollen Sä mal fortfahren?"

Luck steht auf, macht den Mund auf und zu, würgt und bringt keine Silbe über die Lippen.

"Lock, ist Ehnen denn auch öbel?

"Sehr - -"

Professor Crey ist fassungslos. Er betupft sich mit seinem großen Taschentuch noch häufiger als sonst die Stirn und wird zusehends bleicher.

"Est sonst noch wem öbel?

Der ganzen Klasse ist öbel. Man sieht es ihnen an. Die einen können nicht mehr gerade stehen, die andern lallen oder stöhnen oder grinsen blöde in die Luft. Die Dilettanten begnügen sich damit, den Kopf vornüber aufs Pult fallen zulassen. Rudi Knebel aber liefert ein Meisterstück. Er torkelt auf den Professor zu, fällt ihm um den Hals und johlt:

"Der Wein - hupp - ist famos. Mein liebes Schnäuzchen - hupp - den saufen wir dir aus!"

Jetzt ist die Klasse nicht mehr zu halten. Ein fünfzehnstimmiges Plärren und Johlen, Grunzen und Brüllen setzt ein. Und fünfzehn Jungens torkeln und kugeln übereinander und durcheinander, daß man nicht mehr weiß, was oben und unten ist.

Dem Professor läuft es eiskalt über den Rücken. Was war mit dem Heidelbeerwein? Sollte sich infolge wilder Gärung vielleicht Methylalkohol gebildet haben? Oder ein sonstiges Gift? Drohende Formeln kreisen in seinem Hirn, überschlagen sich und zerfallen. In diesen wenigen Minuten büßt er für die spärlichen Sünden seines sechsundvierzigjährigen Lebens.

Hans Pfeiffer konnte es kaum noch mit ansehen und schloß die Augen. Aber da hat sich Professor Crey mit seiner letzten Energie zusammengerappelt und trifft die erforderlichen Anordnungen. Die ganze Klasse soll sich sofort an die frische Luft begeben, so leise und unauffällig wie möglich. Nicht auf den Schulhof, sondern auf die Straße, vielleicht etwas die Ecke herum, und dann sollen sie tief atmen und ganz ruhig bleiben. Oder sich irgendwo eine starke Tasse Kaffee geben lassen. - Zu diesem Behufe erhielt Hans Pfeiffer, der am wenigsten angegriffen schien, ein Fünfmarkstück.

Und mit bewegten Worten bat er seine lieben Primaner, sich recht gut zu erholen und nach der Pause, in der Stunde beim Herrn Direktor, sich nichts anmerken zu lassen. Die Klasse gelobte es und torkelte davon.

Auf der Straße, um die Ecke herum, wurde zunächst der Betriebsfonds von fünf Mark durch freiwillige Spenden auf elf Mark fünfundsiebzig vergrößert. Diese Summe reicht aus, um einen zwar etwas eiligen, aber intensiven Frühschoppen zu veranstalten. Und es gar nicht ausgeschlossen, daß bei einigen der Mitwirkenden der gefälschte Schwips bis zu einem gewissen Grade durch einen echten ersetzt wurde.

Als nach der Pause Direktor Knauer in die Oberprima einmarschierte, umfing in Totenstille. Eine Weile dachte er, er habe sich verlaufen. Vor seinen Augen entrollte sich ein Bild menschlichen Jammers. Da hingen seine stämmigen Primaner wie de Mehlsäcke zwischen den Bänken. Einige schienen zu schlafen andere glotzten ihn stumpfsinnig an oder grinsten läppisch vor sich hin; und keiner war aufgestanden. Keiner rührt sich. Knauer vergegenwärtigt sich mit Schrecken, daß in Indien durchschnittlich 315 490 Menschen an Cholera, 228 023 an Pest und rund fünf Millionen an Malaria, Influenza und Typhus hinweggerafft werden.

"Husemann, was ist los?"

"Tralala."

"Um Himmels willen - habt ihr was Schlechtes gegessen?"

"Dideldum."

"Im Gegenteil."

"Wir haben was Gutes getrunken, Herr Direktor. Hali und Hallo!"

"Jawohl, Herr Direktor, wir haben was - wir haben was - wir haben was getru-unken."

"Was habt ihr getrunken?"

"Als gute Deutsche haben wir - hupp - guten deutschen Wein - hupp - getrunken."

"Herr Direktor, darf ich mal raus?"

"Meinetwegen. - Aber trotzdem will ich wissen, wer euch den Wein gegeben hat."

"Den haben wir bei Professor Crey trinken müssen. Oh, mir ist so schlecht. Darf ich raus?"

Allen war so schlecht. Alle wollten raus. Ackermann, der mit den vielen Ehrenämtern, muß Herrn Professor Crey holen.

Crey saß im Konferenzzimmer und korrigierte Hefte. Oder tat wenigstens so. In Wirklichkeit schwitzte er Blut. Er bringt die Literflasche mit Heidelbeerwein mit und beteuert in einem fort

"Jeder nor einen wenzigen Schlock."

Und ob der Herr Direktor nicht einmal versuchen wolle? - Der Herr Direktor wehrt mit beiden Händen und wendet sich zur Klasse.

"Ihr geht sofort nach Hause und legt euch zu Bett. Es wird wohl nicht so schlimm werden. Soweit erforderlich, laßt ihr den Arzt kommen; die Rechnungen könnt ihr an die schule schicken."

Jetzt war es erreicht. Leise und hastig schlichen die Bengels zur Tür hinaus, mit einem unheimlichen Gefühl im Nacken. Erst auf der Straße, in respektvoller Entfernung von der Lehranstalt, ließ man das Jubelgeheul vom Stapel.

In ihrer Begeisterung merkten sie nicht einmal, daß Hans Pfeiffer kehrtgemacht und sich wieder hinaufgeschlichen hatte. Oben stand er vor der Klassentür und belauschte das Duett zwischen dem Direktor und Schnauz. keineswegs aus Schadensfreude oder aus literarischen Beweggründen. Danach war ihm gar nicht zumute. Nein, das Gewissen klopfte ihm. Und es tat recht daran. Hans Pfeiffer konnte nicht alles verstehen. Er hörte nur, daß die Stimme von Professor Crey immer kleiner und die des Direktors immer mächtiger wurde.

"Herr Kollege, Sie haben meine Oberprima vergiftet."

"Ich wollte nur die alkoholische Gärung -"

"Meine schöne Oberprima vergiftet!"

"Jeder nor einen wenzigen Schlock!"

"Jawohl, vergiftet sage ich. Zunächst erwarte ich Ihren schriftlichen Bericht, Herr Kollege. Das weitere wird sich -"

Da ist Hans Pfeiffer im Zimmer. Ihm ist jetzt wirklich primanerhaft zumute. Primanerhaft bis in die Knochen. Er braucht nicht mehr zu schauspielern. Er hat unendliches Mitleid mit dem armen Schnauz und ist fast dem Heulen nahe.

"Pfeiffer, was suchen Sie hier?"

"Ich wollte um Verzeihung bitten?"

"Wieso um Verzeihung?"

"Ja, da sind auch die fünf Mark weider."

"Welche fünf Mark?"

"Können Sie mir herausgeben?"

Der Direktor fixierte ihn entgeistert. "Sehen Sie, Herr Kollege, er redet Irre."

"Ich rede gar nicht irre. Aber das haben wir doch alles nur so gemacht. Wegen der griechischen Klassenarbeit um elf. Und es soll auch ganz bestimmt nicht wieder vorkommen."

Es dauerte eine geraume Weile, bis die beiden Herren begriffen hatten. Und danach dauerte es eine geraume Weile, bis sie begriffen, daß sie begriffen hatten. Und da schauten sie sich hilflos an. Das war nicht nicht dagewesen. Das war nicht im Lehrplan vorgesehen. Und darum überlegten sie, wie sie sich als Pädagogen jetzt zu benehmen hätten. Ob man den Verbrecher mit dem ganzen Vokabularium des höchsten pädagogischen Zornes anhauchen oder ihn mit grenzenloser Verachtung strafen sollte. Oder wie sonst die außergewöhnliche Missbilligung angemessen zum Ausdruck zu bringen sei. Infolgedessen geschah zunächst nichts.

Schließlich fand Direktor Knauer - dafür war er Direktor - das erlösende Wort:

"Pfeiffer, holen sie sofort die Klasse zurück."

Aber die war längst über alle Berge.

Als Quelle diente d "Heinrich Spoerl's gesammelte Werke" erschienen im Piper-Verlag 1965


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. Dezember 2007, 14:24:39
Ein wenig (http://www.wdr.de/tv/siebter_sinn/image/elem/sinnlogo_neu.gif) und Vorahnung und vor allem Dein Bierthread in allen Nuancen und Variationen ausgekostet bis auf's letzte Tröpfchen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: zweimal am 29. Dezember 2007, 14:54:02
LOL


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 29. Dezember 2007, 15:25:37
Ach,nö!
Kriege ich denn hier keine mp3-Dateien hochgeladen?
Habe grade das Lied vom Volkspolizisten im Angebot !

Naja,der alfred versteht sowieso nichts vom Bier...


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. Dezember 2007, 15:30:13
Zitat
Original von Sektsauferle
Zitat
Original von bonum
Zitat
Original von Sektsauferle
da schlaf ich ein Paulemaus ;)


von was schläfst du ein?

vom mindestlohn?


der mindestlohn schläfert mich keinesfalls ein (siehe heute nacht), das thema geht mir dermaßen auf die nerven, wenn ich die beträge lese, ich kanns garnicht in worte fassen.

bier :schlafen> mich ein, sollte ich mal eins trinken.


Von welchen Beträgen sprichst Du?

Die hohen der Mänäger oder
der Diätenempfänger oder
die niedrigen Mindestlohnvorschläge einiger gegen fortschreitendes Lohn- und Preisdumping mehr oder weniger einsichtiger AG-Verbandsführer oder
die strickte, reaktionäre Mindestlohnablehnung der CDU/CSU/FDP oder
das Hin- und Herschwanken der DGB-Branchengewerkschaften zwischen auf und nieder, zwischen tatsächlichen Tarifhungerlöhnen z.B. in abgeschlossenen Leih- und Zeittarifverträgen und den theoretischem Anspruch von 7,50 Stundenlohn.

Oder erschüttert Dich das endlose Palaver bis man das Thema völlig zerfleddert und zerredet hat und es wieder in die politische Schublade zum Verschwinden zurücklegt. Du mußt das bis zum Abhaken der nächsten Wahlen über Dich ergehen lassen.

Die Masche mit dem Endlospalaver gab es bereits schon mal in den 70er Jahren beim Thema Einführung eines einheitlichen, branchenübergreifenden und bundesweit gültigen Arbeitsgesetzbuches in die BRD. Die DDR hatte jedenfalls mehrere. Bekannt sind mir das Gesetzbuch der Arbeit von 1964 und das Arbeitsgesetzbuch von 1977 und die Abschaffung desselben mit der Wende durch die Kohlregierung 1990.

In der BRD stützt sich das Arbeitsrecht auf Rechtsgrundsätze aus der römischen Sklavenhaltergesellschaft (http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Recht) und auf ein angehäuftes Sammelsurium von Rechtshandbüchern des mittelalterlichen Standes-, Gewohnheits- und des vorausgehenden germanischen Faustrechts (siehe z.B. das Rechtshandbuch http://de.wikipedia.org/wiki/Sachsenspiegel, (http://de.wikipedia.org/wiki/Sachsenspiegel,) http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschenspiegel, (http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschenspiegel,) http://de.wikipedia.org/wiki/Schwabenspiegel, (http://de.wikipedia.org/wiki/Schwabenspiegel,) Thüringerspiegel, Frankenspiegel - ein bißchen modifiziert, zusammengefaßt durch einschlägige, vornehmlich durch das dominierende preussische Länderrecht und das antiquierte Bürgerliche Gesetzbuch und einer Reihe unübersichtlicher, arbeitsrechtlicher Flickwerkregelungen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegt zumeist keine freie Willensentscheidung bei der Ausgestaltung arbeitsrechtlicher Verträge vor, da keine rechtliche Waffengleichheit zwischen AG und AN vorliegt. Überwiegend erleben Arbeitslose und AN ein Diktat der Arbeitsvertragsbedingungen durch AG zum Vorteil der letzteren Vertragsseite. Arbeitsagenturen und ARGEn, häufig auch Arbeits- und Sozialgerichte stehen in Diensten des Kapitals.

Die Darstellung der Entwicklung des deutschen Arbeitsrechts in Wikipedia ist geschönt --> Wikipedia: Arbeitsrecht (http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsrecht_(Deutschland)). Die Anmerkung "Aktuelle Tendenzen" im Wikipedia-Arbeitsrechtsthema läßt ein wenig verstohlene Kritik an Bertelsmann und die für diese Medienanstalt mißbrauchten Wissenschaftler anklingen.

Schon die irreführende Verwendung der Begriffe Arbeitgeber und Arbeitnehmer verfälscht die realen Verhältnisse:

Der Arbeitgeber vergibt keine Arbeit, sondern nutzt seine gesellschaftliche Vorrang- und -machtstellung als privater Eigentümer an Produktionsmitteln aus und kauft sich billigst die für die Realisierung der Produktion benötigten un- und angelernten und Fachkräfte ein. Er nimmt sich über den "Einkauf" die menschliche Arbeitskraft. Der doppelt freie Lohnarbeiter (ein von Karl Marx und Friedrich Engels geprägter Fachbegriff - weitestgehend frei an Hab und Gut und Produktionsmitteln) ist gezwungen für seinen Lebensunterhalt auf dem "Markt" seine frei aushandelbare???? menschliche Arbeitskraft zu verkaufen, will er und seine zu versorgende Familie denn überleben. Der doppelt freie Lohnarbeiter gibt über den Verkauf seine Arbeitskraft. Meist reicht es nicht mal zur einfachen Reproduktion der Arbeitskraft, geschweige denn zur erweiterten Reproduktion.

Es gibt Unternehmer auf der einen und Arbeiter, Angestellte, Handwerker, Händler und Bauern auf der anderen Seite.

Karl Marx ließ sich zum Thema doppelt freier Lohnarbeiter ganz ausführlich aus als er in Großbritannien die wirtschaftlichen Krisen und die Enteignungswellen der britischen Landbevölkerung, die Landflucht dieser Bevölkerung in die Elendsviertel der Großstädte und ihre Umwandlung zu Fabrikarbeitern während der industriellen Revolution (ca. 1760 bis 1830 - Übergang von der Manufaktur- zur maschinellen Fabrikarbeit, begleitet durch die industrielle Nutzung der Dampfkraft) studierte.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 29. Dezember 2007, 15:34:59
toll.
das baut mich jetzt echt auf ;(


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 29. Dezember 2007, 15:41:37
Trink nicht so viel Sekt!
Der joachimkuehnel ist halt nicht die BILD-Zeitung,da muß man schon mal von oben bis unten alles lesen !


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. Dezember 2007, 15:51:21
Meinst Du das Lied vom Volkspolizisten (http://www.youtube.com/watch?v=fpYd8f2fEec)?


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 29. Dezember 2007, 15:51:47
sag nicht immer , trink nicht soviel sekt.
ich bin leiharbeiter, wer kann sich da sekt leisten?

solltest du einen ausgeben wollen, bin ich natürlich dabei :cheer:


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 29. Dezember 2007, 16:02:34
@joachimkuehnel,
Meinst Du das Lied vom Volkspolizisten?
Ja ,genau das.Hab ich aber noch ohne zusätzliches Bla-bla.

@Sektsauferle,
wieso nennst Du Dich dann so ?


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: alfred am 29. Dezember 2007, 16:03:38
Zitat
Original von joachimkuehnel
Meinst Du das Lied vom Volkspolizisten ([url]http://www.youtube.com/watch?v=fpYd8f2fEec[/url])?


LOL

@Sauferle, Paul ist wenig spendabel - Du machst Dir falsche Hoffnungen. Ging es hier nicht um Mindestlohn??? Am Jahresende tanzen hier wohl alle auf den Tischen? Und weit und breit keine Administratorenschimpfe...  :D


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. Dezember 2007, 16:08:10
Für Ursula von der Leyen zur Wiedereinführung in Kindergärten:

Lied vom Bummi-Bärchen (http://www.youtube.com/watch?v=0HoCyISd1ZU&feature=related) aus der DDR-Kinderzeitschrift "Bummi".

Bummi ist der Name einer Zeitschrift für Kinder im Kindergartenalter.

Bummi erschien erstmals am 15. Februar 1957 als Monatszeitschrift in der DDR. Später erschien sie vierzehntägig zum Preis von 0,25 DDR-Mark mit einer Auflage von 736.300 Exemplaren im Verlag Junge Welt. Sie wurde offiziell vom Zentralrat der FDJ für Kinder von 3 bis 6 Jahren publiziert und erschien im Frei- und Kioskverkauf. Langjährige Chefredakteurin war Ursula Werner-Böhnke.

Die Zeitschrift Bummi erscheint nach dem Ende der DDR seit 1991 bei der Pabel-Moewig Verlag KG, die zur Heinrich-Bauer-Verlagsgruppe gehört.

Die Titelfigur Bummi selbst stellt einen aufrecht gehenden, gelben Bären dar.

Bummi und Brummel war auch der Name von Bären-Puppenfiguren des DDR-Fernsehens

http://ddr-comics.de/bummi.htm

http://www.bummi.de/

Und noch eine Erinnerung aus DDR-Kinderzeiten - Figuren aus dem Kinderfernsehen: Märchenland e.V. (http://mitglied.lycos.de/nabalus/)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 29. Dezember 2007, 16:10:07
@alfred,
wenn Du mal aufhörst,
von Comics zu schwätzen,
könnten wir ja zum Thema Mindestlohn zurückkehren !


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 29. Dezember 2007, 16:10:45
@Sektsauferle,
wieso nennst Du Dich dann so ?[/quote]

träumen darf man doch, oder? :tongue:
nebenbei erwähnt...sekt ist mein lieblingsgetränk, deshalb :P




mööönsch alfred...nicht das uns noch n admin verseckelt, weil wir so n stuß schreiben :aggressiv>


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. Dezember 2007, 16:37:48
Wenn es schon Sekt sein muß, dann bitte Rotkäppchen[url] aus dem Saale-Unstrut-Weinanbaugebiet.

Ein Rotwein oder Wermut ist mir aber auch recht, wenn man die nötige Bettschwere braucht. (http://www.rotkaeppchen.de/index.php)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 29. Dezember 2007, 16:57:35
Zitat
Original von joachimkuehnel
Wenn es schon Sekt sein muß, dann bitte Rotkäppchen[url] aus dem Saale-Unstrut-Weinanbaugebiet.

Ein Rotwein oder Wermut ist mir aber auch recht, wenn man die nötige Bettschwere braucht. ([url]http://www.rotkaeppchen.de/index.php[/url])



prima vorschlag, trink ich gerne, ist halbtrocken, das ist die hauptsache!

aber rotwein und wermut, igitt, mehr als bettschwere kann man da ja nicht mit erreichen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: unkraut am 29. Dezember 2007, 18:56:36
für unser sektsauferle ...


http://www.youtube.com/watch?v=ZU_L4ubJGKI


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 29. Dezember 2007, 19:03:20
unkraut, unkraut.....

 :tongue:isch liebe disch :tongue:


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 29. Dezember 2007, 19:14:42
Für Bettschwere liegt eindeutig Wermut im Rennen ganz weit vorn.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: unkraut am 29. Dezember 2007, 19:22:22
http://www.youtube.com/watch?v=NNC0kIzM1Fo


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 29. Dezember 2007, 19:23:57
LOL LOL LOL LOL LOL LOL


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 29. Dezember 2007, 19:30:22
http://www.hausgarten.net/gartenpflege/pflanzen-pflegen/roundup-gegen-unkraut-entfernen-vernichten.html


späßle :froehlich>


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: unkraut am 29. Dezember 2007, 19:52:11
Unkraut kann man bekämpfen aber nicht vernichten ...
Auch nicht mit RoundUp Cockails  8)

Kleines Lied zum Sektgenuß :
http://www.youtube.com/watch?v=uy3vFez2N1o


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 29. Dezember 2007, 20:04:10
sehr charmant unkraut, du alter sektgegner :tongue:


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Ziggy am 29. Dezember 2007, 21:07:19
http://www.youtube.com/watch?v=64baz0l7xl4&feature=related


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 29. Dezember 2007, 21:46:50
Naja,
wers nötig hat...


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Ziggy am 29. Dezember 2007, 22:27:43
Och, Paulchen, komm ... lach doch mal! :froehlich>


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 29. Dezember 2007, 22:52:42
Ok,.
wird wohl irgendwo drinstehen,daß ich lachen muß.Also lache ich vorsichtshalber mal !!!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 29. Dezember 2007, 22:57:15
@unkraut,
mit DDT ist nicht bloß das Unkraut hin !
Da hilft nichtmal Sekt !


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: unkraut am 29. Dezember 2007, 23:22:59
Meine Eltern haben so einen mexikanischen Wüstenhund oder sowas . Wo der hinpinkelt wächst auch nix mehr ...  für Jahre   8)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: alfred am 29. Dezember 2007, 23:27:39
Zitat
Original von unkraut
Meine Eltern haben so einen mexikanischen Wüstenhund oder sowas . Wo der hinpinkelt wächst auch nix mehr ...  für Jahre   8)

Deshalb musste das familiäre Unkraut ins ferne Holland, um nicht einzugehen!  :P


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 29. Dezember 2007, 23:55:06
LOL LOL


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: unkraut am 30. Dezember 2007, 00:09:17
Ja , ich bin das (http://[url=http://www.abload.de/image.php?img=schwarzesschafyzb.jpg][img]http://www.abload.de/img/schwarzesschafyzb.jpg)[/url][/IMG]


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 30. Dezember 2007, 00:15:22
MÄÄÄÄÄÄÄÄHHHHH LOL LOL


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: bonum am 30. Dezember 2007, 00:20:06
ihr kennt ja die seite bestimmt alle schon

wenn nicht: bitte ansehen

http://www.mindestlohn.de/


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 30. Dezember 2007, 00:37:54
ich weiß zwar nicht, was das mit gewissen schafen zu tun hat, aber das muß nichts heißen :tongue:


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: bonum am 30. Dezember 2007, 00:48:02
hi wie wäre es mal mit einem quiz zum thema mindestlohn ?

hier: http://www.mindestlohn.de/service/mindestlohn_quiz/


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 30. Dezember 2007, 01:02:44
Zitat
Original von bonum
hi wie wäre es mal mit einem quiz zum thema mindestlohn ?

hier: [url]http://www.mindestlohn.de/service/mindestlohn_quiz/[/url]


habs gemacht.
jetzt ist mir schlecht. X(


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Ziggy am 30. Dezember 2007, 01:15:09
Zitat
Original von unkraut
Meine Eltern haben so einen mexikanischen Wüstenhund oder sowas . Wo der hinpinkelt wächst auch nix mehr ...  für Jahre   8)
Hat der zufällig mal in mein Girokonto gepisst?


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 30. Dezember 2007, 01:21:50
LOL LOL LOL


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: BakuRock am 30. Dezember 2007, 01:34:34
"Erst durch das Lesen lernt man, wieviel man ungelesen lassen kann." ...... W. Raabe

Sagt mal, seid ihr zufaellig voll off-topic...........? --> empfohlener Ort zur weiteren Erheiterung ;-) (http://www.chefduzen.de/board.php?boardid=99)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Aloysius am 30. Dezember 2007, 10:13:01
Grad gelesen: Interview mit dem Scheff der Arbeitsagenturen, Kernpunkt des Gesprächs ist der Mindestlohn. Er brachte es ganz schön auf den Punkt...

Es kann nicht sein, dass man vom Lohn für eine 40-Stunden-Woche allein nicht leben kann.

Mehr muss man dazu doch nicht mehr sagen. Wenn jetzt Industriekapitäne uns vermitteln wollen, daß sie ihre Arbeiter nicht ernähren wollen, sondern diese vom Staat oder anderen Zweitjobs bezuschusst werden müssen, haben sie falsche Geschäftsmodelle oder sind als Manager Versager.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 30. Dezember 2007, 10:29:11
Der kann viel reden,wenn der Tag lang ist.Immerhin zwingen seine Untertanen die Leute in solche Drecksjobs!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 30. Dezember 2007, 12:16:02
Aloysius - beziehst Du Dich auf dieses Interview, daß stellvertretend für andere Nachrichtenagenturen die Lübecker Nachrichten veröffentlichten?

Lübecker Nachrichten vom 28.12.2007: Chef der Bundesagentur für Arbeit: "Mindestlöhne gefährden keine Jobs" (http://www.ln-online.de/lokales/2278902)

Interview mit dem Scheff der Arbeitsagenturen - die verkappte Unternehmerideologie, -agitation und -propaganda kann man sich schenken und zusammenfassen:

Die Arbeitslosen sind an ihrer beschissenen Lebenslage selbst schuld, haben sich damit abzufinden.

Im Mittelalter würde ein Pfaffe von der Kanzel herunterschwätzen:

Es ist eine gottgewollte Ordnung, die man nicht in Zweifel ziehen sollte. Aus und basta! Ansonsten drohen den Widersachern Inquisition, Folter und Scheiterhaufen!

Schon einmal war damals die Geduld der Untertanen am Ende. Ich erinnere an die Bundschuhbewegung (http://de.wikipedia.org/wiki/Bundschuh-Bewegung), an den Armen Konrad (http://de.wikipedia.org/wiki/Armer_Konrad), an die erste frühbürgerliche Revolution - den Deutschen Bauernkrieg (http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bauernkrieg), an den Schlesischen Weberaufstand (http://de.wikipedia.org/wiki/Weberaufstand).

Nur so einfach läßt man sich heute nicht mehr verklapsen und durchschaut Stück um Stück den realen Machtmissbrauch, die Ungerechtigkeiten in der Verteilung der im Arbeitsprozess durch Belegschaften geschaffenen Mehrwerte und Gewinne, die sich zum größten Teil der Unternehmer in seine Privattasche steckt, sich widerrechtlich aneignet. Das Unrecht kaschiert und legalisiert er, indem er es durch eigenes Unternehmerrecht ersetzen läßt. Die auf seinen Lohn- und Gehaltslisten stehenden Majonetten-Berufspolitiker und die von ihm privilegierten Berufsbeamten sorgen für ein möglichst langes Funktionieren dieser zum Scheitern verurteilten Gesellschaftsordnung. Es ist nur eine Frage der Zeit bis das Volk dieses Beschißsystem durchschaut hat und seine genannten Peiniger erkennt und bekämpft.

Der Staat, vertreten durch die von der Unternehmensbande eingesetzten Majonetten-Berufspolitiker und ihre Büttel Berufsbeamten, bezuschusst niemanden aus öffentlichen Haushalten und Mitteln. Dafür spannt man die in prekären Verhältnissen tätigen AN und Arbeitslose ein, damit sie sich durch ein stetig absinkendes Sozialsystem eine möglichst lange Weile selbst finanzieren.

Die Unternehmer entziehen sich dank erwähnter Majonetten-Berufspolitiker und Beamtenbüttel, die als ihre gekauften Lobbyisten im Interesse des Unternehmenspack geltendes Recht einseitig zu ihren Gunsten gestalten und vollstrecken, zunehmend gesellschaftspolitischer Verantwortung entgegen Art. 14 Abs. 2 GG. Sie betreiben damit offenen, für jedermann erkennbaren Verfassungsbruch, weil sie immer weniger Steuern und Beiträge als Unternehmen und privatrechtlich als Bürger abführen. Zudem manipulieren Sie legal oder illegal an Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen und Steuererklärungen dank ihrer eingekauften Unternehmens- und Steuerberater.

Unternehmer säaen Ungleichheit, Zwietracht, Neid und Hass unter der Bevölkerung, spalten die Gesellschaft über ihre Majonetten-Berufspolitiker und Beamtenbüttel und betreiben über diese beiden Seiten aktiv Ausbeutung und Unterdrückung, indem schrittweise die Arbeits- und Sozialrechtsvorschriften verschlechtert werden bis sie am Ende völlig demontiert werden. Sie nehmen letztendlich den Zwang in die Vielfalt der Hungerlohnarbeits- und -beschäftigungsverhältnisse vor wie eigentlich strafrechtlich zu verfolgende 1-Euro-Jobs, Mini- und Midijobs, Kombilöhne mit Schmiergeldanteil an Unternehmer, Lohnzuschüsse und Eingliederungs- oder Einstiegsgelder wieder als Schmiergelder an Unternehmer, Niedriglohnjobs weit unterhalb des Tarifgefüges mit lohnwucherischem Charakter, kostenlose Firmenpraktikas, lohndumpinghafte Hungerleider-Zeit- und Leiharbeit etc.

Also bezuschusst nicht der Staat, sondern diejenigen noch in Lohn und Brot stehenden, in Hungerlohnverhältnissen schwebenden, noch steuer- und beitragspflichtigen Arbeitskräfte noch schlechter gestellten Arbeitslose, also im Prinzip sich immer schlechter selbst.

Unternehmer, Majonetten-Berufspolitiker und Berufsbeamten haben im christlichen Abendland nach indischem Vorbild ein streng hierarchisch asozial gegliedertes Kastensystem etabliert, wo sie immer mehr den gesellschaftlichen Verfall als beiwohnende, unbeteiligte Zuschauer zelebrieren und für sich den Maximalprofit herausziehen. Damit produzieren sie aktiv eine soziale Schieflage und haben bereits die Lunte angesteckt, auf dem Pulverfass, worauf sie sitzen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis das Pulverfass explodieren wird.

Unsere gesellschaftlichen Probleme werden nicht vornehmlich durch demographische, schlechte Konstellationen im Altersaufbau der ehemaligen Bevölkerungspyramide bestimmt, sondern entscheidend durch Ausbeutung und Unterdrückung der Unternehmer unter ihrer Vasallen Majonetten-Berufspolitiker und Berufsbeamtenbüttel, eben der Diktatur des Kapitals.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Eivisskat am 02. Januar 2008, 07:48:28
Zitat
Original von joachimkuehnel
Unternehmer, Majonetten-Berufspolitiker und Berufsbeamten haben im christlichen Abendland nach indischem Vorbild ein streng hierarchisch asozial gegliedertes Kastensystem etabliert, wo sie immer mehr den gesellschaftlichen Verfall als beiwohnende, unbeteiligte Zuschauer zelebrieren und für sich den Maximalprofit herausziehen. Damit produzieren sie aktiv eine soziale Schieflage und haben bereits die Lunte angesteckt, auf dem Pulverfass, worauf sie sitzen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis das Pulverfass explodieren wird.



Zitat
Unternehmer klagen über zu hohe Lohnkosten in Deutschland. Einer volkswirtschaftlichen Analyse hält dieses Gejammer nicht stand[/B]

In weiten Kreisen von Öffentlichkeit und Politik dominiert seit Jahrzehnten die von Arbeitgeberseite lancierte Auffassung, in Deutschland seien die Lohnkosten und die Gewinnsteuern zu hoch und die Kapitalrentabilität zu niedrig. Dies seien die Ursachen der hohen Arbeitslosigkeit. Diese Meinung ist die böse Mutter aller jüngeren »Reformen« der Sozialversicherungszweige, des Arbeitsrechts, der Arbeitsmarktpolitik und aller Gewinnsteuersenkungen. Denn sie alle haben das erklärte Ziel, die Arbeitskosten zu senken, die Beitragssätze zu begrenzen und die Gewinne zu steigern.

Für eine Abkehr vom bisherigen »Reformkurs« ist deshalb der Nachweis hilfreich, daß die Lohnkosten eben nicht zu hoch sind. Er kann erbracht werden. Der Stier muß bei den Hörnern gepackt werden. Wenn nämlich die Löhne die Ursache der Arbeitslosigkeit wären, dann müßten der Anteil der Löhne an der Produktion und ihr Verhältnis zu den Gewinnen heute höher sein als zu früheren besseren Beschäftigungszeiten. Dann müßten die Löhne auch höher sein als in Ländern mit einer besseren Arbeitsmarktlage, wie z.B. in den wirtschaftlich hochgelobten Staaten USA, Großbritannien oder in den Niederlanden. Und beides ist nicht der Fall. Im Gegenteil.
Hohe Produktivität
Über den gesamten Zeitraum von 1950 bis heute spielte sich in Westdeutschland ein geradezu verblüffender Gleichklang von Reallohn und Produktivität ein. Ab Mitte der 90er Jahre blieben allerdings die Reallöhne hinter der Produktivität zurück, mit der Folge stark steigender Gewinne. Diese Lohnzurückhaltung war größer als bei allen anderen großen Wirtschaftsnationen, in denen sich – trotzdem oder gerade deswegen – die Beschäftigung besser entwickelte.

Ein Zeichen für die wirtschaftliche Angemessenheit der Tarifpolitik ist auch der weitgehende Gleichlauf von Tarif- und Effektivlöhnen und tariflichen und tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft. Denn wenn die Tariflöhne nicht zu verkraften gewesen wären, wären sie nicht gezahlt worden. Dies gilt weitgehend auch für Ostdeutschland, in dem die tariflichen Stundenverdienste seit 1995 im Durchschnitt aller Branchen um 27 Prozent (preisbereinigt 6,8 Prozent) und die tatsächlichen (effektiven) um immerhin 23,0 Prozent (preisbereinigt 10,3) zunahmen. Dies ist besonders bemerkenswert, weil in Ostdeutschland der Anteil der nichttarifgebundenen Unternehmen besonders hoch ist. Auch die ostdeutschen Beschäftigten verdanken also ihre materielle Verbesserung den Gewerkschaften und deren Mitgliedern.

Bei den Arbeitskosten je geleisteter Arbeitsstunde liegt die Bundesrepublik im europäischen Mittelfeld. Da das Land bei der Arbeitsproduktivität jedoch innerhalb der Weltspitze liegt, ist sein gesamtwirtschaftliches Lohnstückkostenniveau, das ist das Verhältnis von Lohn zur Produktivität, niedriger als das aller großen Industrienationen, wie USA, Japan, Großbritannien oder Frankreich.

Das Ende der Legende von zu hohen Lohnstückkosten in Ostdeutschland ist gekommen. Dort sind nämlich nicht nur bekanntermaßen die Arbeitskosten je Stunde, sondern bereits seit 2005 die Lohnstückkosten, also die Lohnkosten bezogen auf die Arbeitsproduktivität, niedriger als in Westdeutschland. Und diese Lohnstückkosten sind betriebswirtschaftlich die relevante Größe.
Gewinne explodieren
Auch offenbart der hohe deutsche Export, der bereits seit Jahrzehnten hinter den USA der zweitgrößte war und nunmehr die Spitzenposition innehat, daß in Deutschland die Löhne nicht zu hoch waren und sind. Da es den Arbeitgeberverbänden immer schwerer fällt, ein zu hohes Lohnniveau nachzuweisen, haben sie sich auf angeblich zu hohe »Lohnnebenkosten« und auf eine angeblich zu geringe Lohnspreizung zwischen den einzelnen Lohngruppen verlegt.

Zu beiden ist festzustellen: Die Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung machen wegen der Bemessungsgrenze und der Begünstigung der Midi- und Minijobs im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt nur 15 Prozent aus. Die Lohnspreizung ist heute sogar größer als zu früheren Zeiten guter Beschäftigung und auch größer als in den Industrienationen mit günstigerer Arbeitsmarktlage.

Wenn die Löhne zu hoch wären, dann müßten die Gewinne zu niedrig sein. Das Gegenteil ist der Fall. Die Gewinne sind den Löhnen weit davongeeilt, insbesondere die Nettogewinne. Das ist die Folge der erheblichen Gewinnsteuersenkungen der vergangenen Jahre. Die Gewinnsteuerquote hat sich von 1980 bis 2005 nahezu halbiert.

Da die Arbeitgeber den enormen Gewinnanstieg schon seit längerem vor der Öffentlichkeit nicht mehr verbergen können, verlegen sie sich auf die Behauptung, wegen des gestiegenen Kapitaleinsatzes sei trotz zunehmender Gewinne die Kapitalrendite der Unternehmen immer noch zu niedrig.

 Dies kann erstmals widerlegt werden. Schon seit einigen Jahren erklimmt die Kapitalrendite immer neue Rekordhöhen und ist heute sogar deutlich höher als zu früheren Vollbeschäftigungszeiten. Ihre Entwicklung hält mit der des Auslands Schritt.

Unser Autor war langjährig als Wirtschaftsexperte im DGB-Bundesvorstand tätig.



Quelle: http://www.jungewelt.de/2008/01-02/035.php


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: regenwurm am 02. Januar 2008, 22:49:04
Das war kürzlich ein Thema des ARD-Presseclubs.  A. Buntenbach vom DGB-Bundesvorstand sieht eine tiefe Spaltung der Gesellschaft. Ein spezielles Übel ist, so sagt sie, „dass mit dem derzeitigen Aufschwung vor allem die prekäre Beschäftigung boomt“.

 Einige Kenndaten dafür:

- Rund 2,5 Mio Menschen in unserem Land arbeiten in Befristungen.
- Beinahe 7 Mio sind geringfügig beschäftigt.
- Fast 5 Mio davon verdienen ihr weniges Geld mit Minijobs.
- 2 Mio müssen sich so ein Zubrot verdienen.
- 300.000 arbeiten als Ein-Euro-Jobber.
- 650.000 sind Zeitarbeiter.

Die Bruttoeinkommen sind preisbereinigt auch 2007 gesunken. Und das im Aufschwung! Das gab es noch nie in der Nachkriegsgeschichte.“
Zwei Drittel der Menschen sagen, dass sie heute bei Lebensmitteln sparen.
Die Hälfte hat an Weihnachtsgeschenken geknappst.
Dementsprechend ist die Weihnachtsbilanz des Einzelhandels höchstens auf Vorjahresniveau.

Die Wütenden unter den davon Betroffenen kann nun wirklich kein Mensch mit Durchblick und ohne Bindung an die Regierungsparteien länger einfach als Miesmacher und Neidhammel abtun.

Wut brach sich freilich schon zu Zeiten von Rot/Grün Bahn – im Gefolge eifernden Sozialstaatsabbaus der Schröderianer. Sie ebbte dann ab, verlor sich weithin in Resignation. Immerhin bewirkte die kritische Stimmung, dass sich der Basta-Kanzler nicht mehr legitimiert sah, und die Neuwahl bestätigte das.

Quelle (http://www.nachdenkseiten.de/?p=2862#more-2862_1199292563)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: regenwurm am 09. Januar 2008, 15:20:48
Zitat
In der Union bröckelt die Front gegen einen gesetzlichen Mindestlohn. Auch der CDU/CSU-Wirtschaftsflügel rückt nun von der Fundamentalopposition ab, wie die "Passauer Neue Presse" schreibt.

Es könnte gesetzlich festgeschrieben werden, dass Löhne dann sittenwidrig sind, wenn sie unterhalb der Grundsicherung von Hartz IV für Alleinstehende liegen", sagte Michael Fuchs, CDU-Vorstandsmitglied und Chef des Parlamentskreises Mittelstand, der Zeitung.  

Dem Bericht zufolge würde dies einen Mindestlohn von 4,50 Euro bedeuten.

 Quelle ([url]http://www.solms-braunfelser.de/ap/apnews.php?code=20080109APD5936[/url])


Anm.:Großzügig sind sie ja die Leute aus Fantasia !


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Schrubberbude am 09. Januar 2008, 15:45:25
Mal ganz davon abgesehen, dass ich ein Mindestlohn auf PuffPeterHartz4-Basis fuer wesentlich zu niedrig finde, so ist er schon aus physikalischer Sicht ein Hohn. Denn Arbeit = Energie. Wie soll diese zusaetzliche Energie am Leben gehalten werden, wenn PuffPeterHartz4 nicht fuer das Leben ohne den erhoehten Energiebedarf ausreicht? Kann es sein, dass die den Energiebedarf nach einer alten Formel aus der Zeit der KZ-"Haeftlinge" berechenen?


Gruss aus der Schrubberbude.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 09. Januar 2008, 16:26:44
angela wird dann morgen fröhlich verkünden: "wir haben uns zu einem mindestlohn durchgerungen, er beträgt 5,50 west, und 5,00 ost"


haleluja! :cheer: :cheer: :cheer:


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Fragender am 09. Januar 2008, 21:46:00
Union für Mindestlohn auf Hartz-IV-Niveau

Passau (ap) - In der Union bröckelt die Front gegen einen gesetzlichen Mindestlohn. Auch der CDU/CSU-Wirtschaftsflügel rückt nun von der Fundamentalopposition ab, wie die "Passauer Neue Presse" schreibt. "Es könnte gesetzlich festgeschrieben werden, dass Löhne dann sittenwidrig sind, wenn sie unterhalb der Grundsicherung von Hartz IV für Alleinstehende liegen", sagte Michael Fuchs, CDU-Vorstandsmitglied und Chef des Parlamentskreises Mittelstand, der Zeitung. Dem Bericht zufolge würde dies einen Mindestlohn von 4,50 Euro bedeuten.

Fuchs sagte, auf diese Weise könne die Sittenwidrigkeit von Löhnen definiert werden. Laut ihrer am Wochenende verabschiedeten "Wiesbadener Erklärung" will die CDU sittenwidrige Löhne per Gesetz verbieten, schreibt die Zeitung. Fuchs betonte demnach aber, es müsse eine nicht wettbewerbsfeindliche Lösung geben.

Bei Wirtschaft und Gewerkschaften sind Mindestlöhne weiter umstritten. Der Präsident des Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, warnte vor falschen Anreizen durch Mindestlöhne: "Mit flächendeckenden Mindestlöhnen über zahlreiche Branchen hinweg erweist man dem Standort Deutschland einen Bärendienst - und fördert letztlich nur die Schwarzarbeit", sagte Braun der "Passauer Neuen Presse".

Aber auch immer mehr Gewerkschaftsvertreter melden sich in der Diskussion kritisch zu Wort. "Wir können die Mindestbedingungen besser selbst in unseren Tarifverträgen gestalten", sagte der Landesbezirksleiter Nordrhein der Chemiegewerkschaft IG BCE, Peter Hausmann, der "Rheinischen Post". Der vom Deutschen Gewerkschaftsbund verlangte Mindestlohn von 7,50 Euro könne zu einer "Lohnspirale nach unten" führen. Zuvor hatte sich bereits der Leiter des IG-Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, skeptisch zum gesetzlichen Mindestlohn geäußert.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?sid=&em_cnt=1269133

Wochenarbeitszeit: Minijobs sorgen für neuen Streit


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: geschfreak am 09. Januar 2008, 21:47:59
Merkel tritt ja seit langem FÜR Lohndumping ein! :aggressiv> :aggressiv>

Da sieht man wieder einmal, was die Union WIRKLICH will! Leute werdet endlich wach! Sie stürzen uns alle ins Unglück!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 09. Januar 2008, 23:34:55
Zitat
Original von Fragender
Union für Mindestlohn auf Hartz-IV-Niveau

Passau (ap) - In der Union bröckelt die Front gegen einen gesetzlichen Mindestlohn. Auch der CDU/CSU-Wirtschaftsflügel rückt nun von der Fundamentalopposition ab, wie die "Passauer Neue Presse" schreibt. "Es könnte gesetzlich festgeschrieben werden, dass Löhne dann sittenwidrig sind, wenn sie unterhalb der Grundsicherung von Hartz IV für Alleinstehende liegen", sagte Michael Fuchs, CDU-Vorstandsmitglied und Chef des Parlamentskreises Mittelstand, der Zeitung. Dem Bericht zufolge würde dies einen Mindestlohn von 4,50 Euro bedeuten.

Fuchs sagte, auf diese Weise könne die Sittenwidrigkeit von Löhnen definiert werden. Laut ihrer am Wochenende verabschiedeten "Wiesbadener Erklärung" will die CDU sittenwidrige Löhne per Gesetz verbieten, schreibt die Zeitung. Fuchs betonte demnach aber, es müsse eine nicht wettbewerbsfeindliche Lösung geben.

Bei Wirtschaft und Gewerkschaften sind Mindestlöhne weiter umstritten. Der Präsident des Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, warnte vor falschen Anreizen durch Mindestlöhne: "Mit flächendeckenden Mindestlöhnen über zahlreiche Branchen hinweg erweist man dem Standort Deutschland einen Bärendienst - und fördert letztlich nur die Schwarzarbeit", sagte Braun der "Passauer Neuen Presse".

Aber auch immer mehr Gewerkschaftsvertreter melden sich in der Diskussion kritisch zu Wort. "Wir können die Mindestbedingungen besser selbst in unseren Tarifverträgen gestalten", sagte der Landesbezirksleiter Nordrhein der Chemiegewerkschaft IG BCE, Peter Hausmann, der "Rheinischen Post". Der vom Deutschen Gewerkschaftsbund verlangte Mindestlohn von 7,50 Euro könne zu einer "Lohnspirale nach unten" führen. Zuvor hatte sich bereits der Leiter des IG-Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, skeptisch zum gesetzlichen Mindestlohn geäußert.
[url]http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?sid=&em_cnt=1269133[/url]

Wochenarbeitszeit: Minijobs sorgen für neuen Streit



ist ja noch besser als ich auf der vorigen seite erwähnt habe.
4,50 , regierung, wir danken dir(http://img10.myimg.de/smilieiek00838989.gif)


(wenn ich die gelegenheit bekomme, das hört mir auf, diese völkerverarschung X( )


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Paul Brömmel am 11. Januar 2008, 09:20:22
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,527967,00.html

Werden dann wohl Vier-Fuffzich werden...


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: flipper am 12. Januar 2008, 10:26:23
Zitat
Passau (ap) - In der Union bröckelt die Front gegen einen gesetzlichen Mindestlohn. Auch der CDU/CSU-Wirtschaftsflügel rückt nun von der Fundamentalopposition ab, wie die "Passauer Neue Presse" schreibt. "Es könnte gesetzlich festgeschrieben werden, dass Löhne dann sittenwidrig sind, wenn sie unterhalb der Grundsicherung von Hartz IV für Alleinstehende liegen", sagte Michael Fuchs, CDU-Vorstandsmitglied und Chef des Parlamentskreises Mittelstand, der Zeitung. Dem Bericht zufolge würde dies einen Mindestlohn von 4,50 Euro bedeuten.


Aber auch immer mehr Gewerkschaftsvertreter melden sich in der Diskussion kritisch zu Wort. "Wir können die Mindestbedingungen besser selbst in unseren Tarifverträgen gestalten", sagte der Landesbezirksleiter Nordrhein der Chemiegewerkschaft IG BCE, Peter Hausmann, der "Rheinischen Post". Der vom Deutschen Gewerkschaftsbund verlangte Mindestlohn von 7,50 Euro könne zu einer "Lohnspirale nach unten" führen. Zuvor hatte sich bereits der Leiter des IG-Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, skeptisch zum gesetzlichen Mindestlohn geäußert

-freischwebendes, arme-familienfeindliches arschloch. "unterhalb der Grundsicherung von Hartz IV für Alleinstehende", typisch "mittelstands"-lumpenbourgeois  X(

-blödsinn! das ist doch nur der MINDESTlohn, man kann ja immer noch für mehr streiken, wählt die beiden gewerkschaftsversager ab!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 12. Januar 2008, 13:36:42
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
Jungunternehmer für Mindestlohn von 3,50 Euro pro Stunde

Berlin (dpa) - Als erster Wirtschaftsverband hat sich der Bundesverband Junger Unternehmer (BJU) für gesetzliche Mindestlöhne in Deutschland ausgesprochen. Diese sollen allerdings bei nur 3,50 Euro pro Stunde liegen, also weit unter den Vorstellungen der Gewerkschaften.

"Damit wäre sichergestellt, dass ein Mindestlohn nicht marktverzerrend wirkt: Arbeitgeber hätten ausreichend Spielraum, um endlich in Deutschland auch wieder gering qualifizierten Arbeitnehmern eine Chance zu geben und zu beschäftigen", sagte die BJU-Bundesvorsitzende Karoline Beck.

Beck wandte sich gegen eine Ausweitung des Entsendegesetzes, nach dem die Mindesttarife der Branche auch für ausländische Firmen verbindlich sind, wenn sie auf deutschen Baustellen tätig werden. Durch zu hohe Löhne seien im Baugewerbe in fünf Jahren 342 000 Arbeitsplätze vernichtet worden. Beck forderte von der Bundesregierung, Geringverdienern Lohnzuschüsse zu geben, so dass sie bei Basislöhnen von 3,50 Euro pro Stunde deutlich mehr verdienten als ein Empfänger von Arbeitslosengeld II.

[url]http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1628207[/url] ([url]http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1628207[/url])

Dolle Sache, das!
Zitat
Beck forderte von der Bundesregierung, Geringverdienern Lohnzuschüsse zu geben

Die Unternehmer zahlen dann nicht nur fast nix, der Rest des Lohns soll aus Steuergeldern kommen!


Vorschlag zur Güte an die profitgeile Yuppie-Jungunternehmerdrecksgaunerbande:

Ihr teilt Eure erzielten Profite gleichmäßig unter Euren Belegschaften auf, da diese den Profit für Euch während des Arbeitsprozesses erwirtschafteten und ihr betrachtet Euch ab sofort als dessen in ihren Diensten stehende, regelmäßig rechenschaftspflichtige Betriebsleiter. So kommt man zu einer vernünftigen Vertrauensbasis in den Betrieben. Ihr habt verlernt, den realen Wert der erbrachten Arbeitsleistung eurer Mitarbeiter anzuerkennen und entsprechend zu bezahlen. Das kommt raus, wenn man gesellschaftspolitisch die individualisierte Egoistenscheiße von klein auf dem Volk eintrichtert und als Unternehmerbübchen ab der Geburt mit goldenem Löffelchen im Maul schon frühzeitig Machtmißbrauch übt. Das nennt sich dann die Light-Kultur der selbsternannten CDU-/CSU-, FDP-Verbrecherleistungsträger.

Man sollte sich

a) in der Höhe des Mindestlohn mindestens am festgesetzten, weitaus höher liegendem Existenzminimum (http://de.wikipedia.org/wiki/Existenzminimum), der Armutsgrenze (http://de.wikipedia.org/wiki/Armutsgrenze) bzw. Pfändungsfreigrenze (http://de.wikipedia.org/wiki/Pf%C3%A4ndungsfreigrenze) orientieren,
b) zweitens als Unternehmer alles schrittweise tun, damit die unteren Lohn- und Gehaltsgruppen gezielt durch innerbetrieblich, finanzierte Aus- und Weiterbildung und darauf folgende qualitative Anreicherung der Arbeitsinhalte in jeder vertraglichen Arbeitsaufgabe verschwinden.
c) Damit das auf den Markt auch durchsetzbar ist und Bestand hat, sollten diese verkorksten, arroganten Yuppie-Unternehmerschnösel der CDU/CSU/FDP endlich mal ihr hohles Gehirn anstrengen und für Innovationen im Produktions- und Leistungssortiment ihrer Betriebe sorgen, die diese höheren Löhne und Gehälter auch rechtfertigen.

Die Alg-II-Regelsätze sind nicht mit Mindestlohnhöhen gleichzusetzen, weil sie weit unterhalb des Existenzminimums, der Armutsgrenze und Pfändungsfreigrenze liegen. Mindestlohn muß noch etwas mit Arbeit und Arbeitsverdiensten und nicht mit stetig sinkenden, menschenunwürdigen Lohnersatzleistungen zu tun haben. Derartige Mindestlöhne sind völlig indiskutabel und unlogisch.

Arbeit hat ihren Wert und Preis und der muß endlich wieder anerkannt werden und in voller Höhe vom Verursacher - dem Unternehmer - gezahlt werden, ohne staatliche Zuzahlungsquellen zusätzlich zum Unternehmerhungerlohn anzapfen zu müssen. Der Arbeitgeber hat die Arbeitsleistung seiner Belegschaftsangehörigen in voller Höhe und Leistung abgefortdert und nicht der Staat. Also steht der Unternehmer in voller Schuld gegenüber der Belegschaft, gerechte Arbeitsverdienste zu bezahlen und sollte sich unterstehen auf unbeteiligte Dritte (dem Staat) zu verweisen.

Neben dem durchzusetzenden Leistungsprinzip hat der Arbeitsverdienst noch die Pflicht eine sozial menschenwürdigen Existenz zu garantieren!!!!

Eine willkürliche Lohndrückerei aufgrund der Unternehmerspekulation, daß sich Extraprofite erzielen lassen, wenn man ständig die Arbeitsverdienste bis aufs unerträglich existenzvernichtende Niveau herabtreibt und diesen Menschen dann frech zur Antwort gibt

Hohlt Euch doch Euren Einnahmeverlust durch aufstockende Alg, Kombilöhne, Zuzahlungen!

ist menschenverachtend und -feindlich - also völlig entgegen der im Grundgesetz proklamierten Menschenwürde, die als angeblich wichtigsten Rechtsgut auf dem nutzlosen Wisch Grundgesetz wie eine Standarde hochgehalten wird.

Wer als Unternehmer auf aufstockendes Alg und Zuschüsse außerhalb des arbeitsvertraglichen Hungerlohns verweist, ist ein korrupter, asozialer, parasitärer, höchst krimineller Mafiosi, der hinter Gittern gehört. Er beruft sich mit dem Verweis aufs aufstockende Alg bzw. auf Zuschüsse, Eingliederungsgelder usw. auf die Zahlung von staatlichen Schmiergeldern an ihn oder an den AN.

Zugleich ist es gängige Praxis, daß er sich am Funktionieren des Staates bzw. des Gemeinwesens immer weniger mit Steuern, Abgaben, Beiträgen und Gebühren beteiligt. Er klinkt sich von dieser Pflicht aus, indem er seinen Firmen- und/oder Wohnsitz ins Ausland verlagert und die Finanzierung des funktionierenden Staats- und Gemeinwesens nur noch den von ihm prekär Beschäftigten und Arbeitslosen über deren direkt oder indirekt gezahlten Steuern überläßt. Im Gegenteil: Da er seine Lobbyisten in den Wirtschaftsverbänden, den Unternehmerparteien CDU/CSU/FDP, den Parlamenten, der Beamtenverwaltung und den Landesregierungen und der Bundesregierung sitzen hat, erhält er durch von diesen Leuten angeordnete Umverteilungen von Steuern und Beiträgen noch unverdient zusätzlich Steuer- und Beitragsgeschenke von den prekär Beschäften, sozial Schwachen und Arbeitslosen in völlig unnötiger Weise.

Um ehrlich als machtmißbrauchende Verbrecherkapitalistenbande zu sich selbst und zum Volk zu sein, sollten sie das Grundgesetz den tatsächlichen Arbeits-, Lebens- Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnissen schleunigst ändern von

"Die Menschenwürde ist unantastbar in das sich ins Unendliche steigernde, vom Volk abgepreßte Kapital und der Profit!"

Nur wer würde dann noch treu in den Betrieben zu den Unternehmerverbrechern, zu den Unternehmerparteien, ihren Organisationen und Unternehmerbütteln stehen und diese Haufen freiwillig wählen?

Wenn solche Dreck schwafelnden Yuppie-Unternehmerschösel

Jungunternehmer für Mindestlohn von 3,50 Euro pro Stunde

nur das hirnlose Gesülze von Lohnkürzungen, vorliegend niedriges Bildungsniveau ihrer Altvorderen u.ä. zum x-ten Mal wiederkäuen, ansonsten nichts fürs Volk, sondern nur für ihre eigene, gut gefüllte Brieftasche tun, dann sollten sie besser ihr großes Schandmaul halten und da drauf noch eins kraftig drauf bekommen. Danach sollte man diese Schandmäuler ordentlich zunähen, damit das Volk vor einer weiteren ideologischen Unternehmerbelästigung verschont bleibt.

Dem Volk muss endlich die Augen geöffnet werden, damit es sich aufrafft und diese Peiniger entmachtet und mitsamt ihrer Lobbyisten in Politik, der Beamtenverwaltung und Medien zum Teufel jagd.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Strombolli am 12. Januar 2008, 13:43:58
Da wir ja in Deutschland einen grossen Verwaltungsapparat haben, den es abzubauen gilt, mache ich hier einen Vorschlag, wie man die dadurch "freiwerdenden" Beamte trotzdem weiterbeschäftigen kann:

Alle Unternehmen die Arbeitskräfte beschäftigen, die vom Staat bezuschusst werden um das Leben zu bezahlen, müssen einen höheren Steuersatz wie die Unternehmen bezahlen, die ihre Arbeitskräfte ordentlich bezahlen.

Um dies zu kontrollieren, könnten o.g. Beamte eingesetzt werden und schon
würde das System noch beknackter, als es schon ist.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: besorgter bürger am 12. Januar 2008, 14:09:40
war da Rattengift im Koks?

Zitat
"Damit wäre sichergestellt, dass ein Mindestlohn nicht marktverzerrend wirkt

ein Mindestlohn soll Marktverzerrend wirken! Sonst bräuchte man keinen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 12. Januar 2008, 14:28:41
Videotexttafel 118, MDR, Sa 12.01.08 10:48:56

Scholz macht Tempo bei Mindestlohn

Für die Einführung von Mindestlöhnen in allen Branchen hat das Bundesarbeitsministerium die Gesetzesentwürfe fertig.

Ressortchef Scholz bestätigte der "Berliner Zeitung", dass dem Kabinett zwei Gesetzentwürfe vorgelegt worden sind. Es handelt sich um Novellen des Entsendegesetzes und des Mindestarbeitsbedingungsgesetzes. Eine Lohnfestsetzung durch den Staat sei aber nicht geplant.

Die CDU erneuerte unterdessen ihre Ablehnung flächendeckender Mindestlöhne. In der "Bild"-Zeitung warnte der wirtschaftspolitische Sprecher Meyer vor Planwirtschaft. Durch das ALG II gebe es bereits eine Lohnuntergrenze.

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Durch das ALG II gebe es bereits eine Lohnuntergrenze. --> Soviel zur arbeitswissenschaftlichen Unkenntnis und gezielten Desinformation von Laurenz Meyer (http://www.laurenz-meyer.de/), der ein Erzunternehmerreaktionär der CDU ist und auf Schmiergeldposten der Wirtschaft sitzt bzw. saß, ohne eine berufsbedingte Arbeitsleistung in diesen Unternehmen zu erbringen, aber als ideologische Unternehmerzeitbombe ständig die Umwelt mit unhaltbaren Unternehmerparolen verschmutzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Laurenz_Meyer

- seit 2002 ist Laurenz Meyer Mitglied des Deutschen Bundestages
- Mitgliedschaften in Gremien des Bundestages Ordentliches Mitglied
... Ausschuss für Wirtschaft und Technologie

- Stellvertretendes Mitglied
... Ausschuss für Arbeit und Soziales
... Unterausschuss ERP-Wirtschaftspläne

Veröffentlichungspflichtige Angaben

2. Entgeltliche Tätigkeiten neben dem Mandat

- Gesellschaft zur Verwertung von Grundbesitz der Erben Christian Nölle mbH, Hamm,
Geschäftsführer, jährlich, Stufe 3

3. Funktionen in Unternehmen

- Bremedia Produktions GmbH, Bremen, Mitglied des Aufsichtsrates
- Dachdecker Einkauf West eG, Hamm, Mitglied des Aufsichtsrates, ehrenamtlich
- Deutsche Rockwool Mineralwoll GmbH & Co. OHG, Gladbeck, Mitglied des Aufsichtsrates
- DIC Deutsche Investors Capital Holding AG, Düsseldorf, Advisory Board Member, jährlich, Stufe 3
- Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG, Hamburg, Mitglied des Beirates

4. Funktionen in Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts
ZDF, Mainz,

- Mitglied des Fernsehrates (bis 31.03.2007)
- Mitglied des Fernsehrates (bis 12.09.2007)

5. Funktionen in Vereinen, Verbänden und Stiftungen

- VICTRESS Initiative e.V., Berlin, Mitglied des Kuratoriums

Quelle aus: http://www.bundestag.de/mdb/bio/M/meyerla0.html

2001 äußerte sich der damalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin wie folgt über Meyer: "Laurenz Meyer hat die Mentalität eines Skinheads und nicht nur das Aussehen". Einige Monate vorher hatte Laurenz Meyer auf die Frage eines Journalisten geantwortet: "Ja, ich bin stolz, Deutscher zu sein." Trittins Entschuldigung, er habe Laurenz Meyer nicht persönlich beleidigen wollen, wurde von Meyer nicht akzeptiert.

RWE-Affäre

Am 10. Dezember 2004 wurde berichtet, dass Meyer von der RWE AG (die 2000 seinen früheren Arbeitgeber VEW übernommen hatte) Strom zum verbilligten Mitarbeitertarif beziehe, obwohl er 1999 aus dem Unternehmen ausgeschieden war. Eine Woche darauf tauchten neue Anschuldigungen auf, wonach er noch während seiner Tätigkeit als Generalsekretär der CDU Gelder von RWE erhalten habe. Meyer sprach in diesem Zusammenhang von "Sonderausschüttungen". Daneben erhielt Laurenz Meyer immer noch seine Bezüge als Vizelandtagspräsident von Nordrhein-Westfalen und bezog so zeitweilig drei Gehälter. Die Bild am Sonntag berichtete am 19. Dezember 2004, dass die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel den Generalsekretär entmachtet habe. Erste Parteikollegen forderten bereits seinen Rücktritt. Am 20. Dezember erklärte Meyer, dass er die fraglichen Beträge (81.106 Euro) an die SOS-Kinderdörfer spenden werde.

Nach Druck von der Parteibasis trat Laurenz Meyer am 22. Dezember 2004 als Generalsekretär zurück. Die CDU zahlte ihm eine Abfindung von 52.000 Euro. Grund für seinen Rücktritt war, dass die von ihm als Abfindung deklarierte Sonderzahlung keine Abfindung war, da Meyer nach der CDU-Niederlage bei der Landtagswahl in NRW im Mai 2000 zunächst in das Unternehmen zurückkehrte. Durch diese Tatsache und die falsche Information an Angela Merkel wurde er unhaltbar für die Partei. Die von ihm eingeräumten Zahlungen und die Ankündigung einer Spende an die SOS-Kinderdörfer hatten vor allem die sich im Wahlkampf befindenden Landesverbände Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein nicht beruhigen können.

Am 23. Dezember 2004 teilte der Stromkonzern RWE das Ergebnis einer internen Untersuchung zu den Zahlungen an Meyer mit. Danach seien 160.000 von 250.000 Mark ungerechtfertigt auf Grund eines "Kommunikationsfehlers" von der VEW an Meyer überwiesen worden. In einer Erklärung am 17. Dezember 2004 hatte Meyer diese Zahlung noch als "rechtlich korrekt" bezeichnet, allerdings bereits eingeräumt: "... Dennoch ist mir mit Blick auf die Probleme vieler Menschen in diesen Tagen bewusst, dass nicht verstanden wird, dass ich seinerzeit dieses Geld angenommen habe, obwohl ich ins Unternehmen zurückgegangen bin. ..."

Anfang 2005 haben Meyer und RWE dessen Arbeitsverhältnis rückwirkend zum 31. Dezember 2004 mit einer Abfindung von 400.000 Euro beendet. Meyer hat die rund 81.000 Euro Abfindung an seinen ehemaligen Arbeitgeber zurück gezahlt, wohingegen RWE eine Spende in Höhe von 100.000 Euro an die SOS-Kinderdörfer angekündigt hat.

Quelle aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Laurenz_Meyer


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Eivisskat am 12. Januar 2008, 14:50:45
Zitat
Original von joachimkuehnel

2001 äußerte sich der damalige Bundesumweltminister xy wie folgt über Meyer: "Laurenz Meyer hat die Mentalität eines Skinheads und nicht nur das Aussehen". Einige Monate vorher hatte Laurenz Meyer auf die Frage eines Journalisten geantwortet: "Ja, ich bin stolz, Deutscher zu sein." Trittins Entschuldigung, er habe Laurenz Meyer nicht persönlich beleidigen wollen, wurde von Meyer nicht akzeptiert.



(http://img.stern.de/_content/52/29/522946/Mey250_250.jpg)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sybilla am 14. Januar 2008, 13:20:49
Zitat
Armutsforscher Christoph Butterwegge prognostiziert steigende (Kinder)-Armut in Deutschland

Ohne die Lage zu dramatisieren, kann man prognostizieren, dass es in der Bundesrepublik künftig noch mehr (Kinder-)Armut geben wird. Dies gilt hauptsächlich für Ostdeutschland, wo sich der Um- beziehungsweise Abbau des Sozialstaates noch drastischer auswirkt als in Westdeutschland, weil die dortigen Familien stärker auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Nur wenn eine Kurskorrektur auf mehreren Politikfeldern (Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, Sozial- und Familienpolitik, Steuer- und Finanzpolitik sowie Wohnungsbau- und Stadtentwicklungspolitik) erfolgt, kann die Regierungspolitik den Trend zur sozialen Ausgrenzung eines wachsenden Bevölkerungsteils umkehren.
[url]http://www.presseportal.de/pm/2790/1116153/der_tagesspiegel[/url]


Zitat
Der Kölner Sozialwissenschaftler Professor Christoph Butterwegge spricht sich dagegen deutlich für einen Mindestlohn aus. Auf diesem Wege könnte Armut eingeschränkt werden, während Kombilöhne nicht zur Bekämpfung der Armut taugten. "Mit Kombilöhnen subventioniert der Staat die Unternehmen und sorgt dafür, dass sie noch niedrigere Löhne zahlen können als bisher", sagte der Armutsforscher. "Ich fürchte, dass das eine Spirale nach unten auslösen würde, und wir könnten dann möglicherweise erleben, dass sich die Armut in der Bundesrepublik weiter ausbreitet, statt dass sie, wie man ja zunächst behauptet, durch Kombilöhne bekämpft wird."
 Zugleich demütige der Kombilohn den Empfänger. "Er würde sich immer als Arbeitnehmer zweiter Klasse fühlen, weil er nicht in der Lage wäre, alleine von seinem Lohn seine Existenz zu fristen." Armut sei mehr, als zu wenig Geld zu haben. "Armut besteht auch darin, in seiner Freiheit und seinen Rechten beeinträchtigt zu sein."
[url]http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/0/0,3672,7148160,00.html[/url]


Hört, hört endlich ein Sozialwissenschaftler, der sich gegen das sinn leere Geplapper von den "Allheilmittel" Kombilöhne artikuliert. Die Erkenntnis das "Kombilöhne" nur die Lohnkassen der Arbeitgeber entlasten aber im Gegenzug der Solidargemeinschaft der Steuerzahler immer mehr Lasten in Form von ergänzenden ALG II aufladen, ist nicht neu. Nur ein gesetzlicher Mindestlohn kann in der von  Professor Christoph Butterwegge erfassten Problematik, Abhilfe schaffen.

Mit Blick auf Kinder - und Altersarmut gibt es zu einem gesetzlichen Mindestlohn keine sichtbare Alternative neben der exorbitant hohen KInderarmut (rund 2,6 Mio Kinder) erhalten 2/3 der Frauen und 1/3 der Männer Altersgrundsicherung (http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/plenarprotokolle/16085.html) zudem wurde nun bekannt, dass die "Riester - Rente" voll auf die Grundsicherung im Alter angerechnet wird.

Wenn D nicht zum europäischen Armenhaus werden soll, muss die neoliberale Politik der sozialpolitischen Abrissbirne endlich gestoppt werden.
Ein gesetzlicher Mindestlohn ist dringend geboten.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sobutai am 14. Januar 2008, 13:40:18
Dazu fällt mir doch direkt das ein:

http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=13162


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Strombolli am 18. Januar 2008, 09:12:00
Es ist totaler Quatsch populistisch für einen Mindestlohn für alle "die vollzeitig" beschäftigt sind zu kämpfen.

Das ist wieder einer der üblichen Statistiktricks. In meinem Umfeld geht kaum jemand der überhaupt einen Job hat, als vollzeitbeschäftigt durch.

Mehrere Jobs, um die fehlenden Einnahmen des Hauptjobs auszugleichen gehören in meiner Region in das Land der Fantasie!

Also ist das was die SPD tönt, blanker Populismus. Nichts als heisse Luft!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Rebellina am 19. Januar 2008, 00:41:59
Was ich hier sehr schade finde, ist, dass immer und immer wieder Ost-West-Gespräche stattfinden (ich dachte, wir wären langsam mal EINS oder ein verbundenes Deutschland – war es doch so teuer!). Wenn es darum geht, an dem anderen etwas Negatives zu finden, dann würde ich hier so einiges nennen, was unsere netten ostdeutschen Mitbürger eingebracht haben – ohne das eventuell zu erahnen.

•   Der Solidaritätszuschlag, den jeden betrifft (Dummer Witz hierzu, den Wessis gerne machen: „Ich sehe einen „Ossi“ und frage mich ob der mir gehört?“)
•   Der westdeutsche Staat hat sich für die Wiedervereinigung extrem verschuldet.
•   „Ossis“ die immer wieder sagen: „Mensch, damals als die Mauer noch stand, da war alles besser!“ (Dann zieht die Mauer wieder hoch und verschont uns von den Unkosten und zahlt dem Staat (und jedem Einzelnen von uns) zurück, was er eingesetzt hat um euch zu „befreien“ – evtl. bitte ich um eine Greencard im Osten, denn mich kotzt es hier inzwischen genauso an!
•   Vor der Wende war der Westen anders, da wurde für den Bürger noch gesorgt.
•   Und all das hat nichts mit den Dumpinglöhnen zu tun! Es ist die Fortführung „falscher“ Dominanten die beeinflussen.

Wer beeinflusst wen und was?

Beginnen wir doch da, wo der Sog begonnen hat – Gold, Silber oder Bronx!
Ach wie gern wollten alle so unabhängig sein, wie dieses Bullshit USA. Das haben wir nun davon. Für fast jeden Bullshit-Job muss man english können – wen interessiert es, ich bin DEUTSCHE und wehre mich gegen all den amerikanischen Müll!
Ich war 1999 in den Staaten, in Manhatten, NEIN DANKE! Die Amis sind anders als wir, und hier nach Deutschland wurde nach und nach ALLES geholt aus diesem Land – Fastfood-Fettarsch-Macher  (MC D oder jede Art von Fastfood!) ist ja schon lange da, Frauen die nicht mehr kochen können, immer nur nach Macht und Geld streben, Kerle die sich überall rasieren und aussehen wie Frauen. (Hier geht eine Menge falsch! Volksverdummung über das TV, wie es in USA über Jahre funktioniert hat, funktioniert der Bullshit auch in Deutschland! – Die Franzosen sind wenigstens so ehrlich, dass sie alle englischen Worte ins französische übersetzen, aber wem würde es etwas in Deutschland sagen, wenn ich mich mit absoluter Scheiße oder Schnellfraß äußere, versteht doch hier eh niemand mehr – sind doch alle USA-geblendet!)
Klar, für die Riesenhände, deren Bankkonten eh schon fett sind, und die nie genug bekommen können, war abzusehen, dass in Deutschland kurzer Hand auch diese Dumpinglöhne eingesetzt werden. (Laufen doch auch jetzt schon in Großstädten teilweise Bekloppte mit ihren Jogginganzügen – Hausanzügen herum. Ich warte noch auf die Begegnungen mit den Lockenwicklern im Haar. Ach, drüben in den Staaten wünschen sich die ARMEN doch immer entdeckt zu werden, wurde ihnen doch suggeriert, dass man vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann – und sie glauben daran, das TV hat die Volksverdummung voll im Griff! In den USA arbeiten die Leute sich den Popo wund – na ja, die, die keine großen Hände mit fetten Bankkonten und ausbeuterischen Fähigkeiten haben. Die mit den großen Händen etc beuten halt aus, so wie jetzt in Deutschland.

Und nun mal Butter bei die Fische.

•   Revolution[/I] ist eine Möglichkeit, und keine so schlechte. Aber die Deutschen haben ja keinen „Arsch in der Hose“, die lassen sich ja sogar `nen Hitler unterjubeln.
•   WAHLEN!!!! Ach du je, da haben wir ja inzwischen das volksverblödete Volk, dass gar nicht mehr informiert ist und weiß, was eine Partei wirklich umsetzen kann nach all ihrem Geschwafel. D.h. vom Gerede 50 % mindestens abziehen, dann sind wir beim Gesagten, ich ziehe meist 75% Bullshit ab.
•   Wachrütteln! TV-Verblödung abschalten, damit alle wieder etwas merken und etwas sehen. Das wäre perfekt, denn dann wären die Wahlen evtl. etwas anders. Derzeit sieht es so aus, als hätten wir immerzu mehr Unternehmer als Arbeitnehmer – das kann ich mir persönlich  nicht vorstellen.
•   Bewerbungen bei denen ein Einkommen schon abgefragt wird, sollte nie vom Arbeitnehmer mit einem Dumpinglohn angegeben werden. (Mal ernsthaft, wenn hier jeder mindestens 1800 € Brutto angibt (was zu früher ein Witz ist, denn da habe ich Netto 2000 gehabt, aber man hat ja alles verdoppelt nur die Löhne immer weiter drücken können Dank Kohl und dem Euro), und das ist nicht zuviel bei den heutigen Lebenshaltungskosten, dann kann der Arbeitgeber nur unter einem der Vielen unterscheiden. Solange wir hier irgendwelche Blödmänner / frauen haben, die ihren Arbeitseinsatz für einen Hartz4-Lohn oder sogar niedriger ansetzen, werden wir die Unternehmen nie mehr dazu bekommen, uns das zu bezahlen, was wir WERT sind!
•   Handeln und Zusammenhalt ist gefragt. Wenn wir alle unseren gerechten Lohn einfordern, ich erwarte für meine Arbeitsleistung einen gerechten Preis von mindestens 1850,00 € / Netto 1245,00 € (was zu damals ein Witz ist – da bin ich mit 2000 netto nach Hause gegangen), sonst kann ich auch die Beine breit machen und verdiene für den gleichen Arschfick der Firmen mehr in der Stunde.
Macht euch mal einen Kopf, nur meckern reicht einfach nicht. Zeigt Arsch in der Hose und macht Vorschläge, wie man USA aus Deutschland rausbekommt.
Den Politikern leistungsgerechte Bezahlung von max. 5€ die Std. zu zahlen zählt leider nicht, weil die sich ja quasi von unseren Steuergeldern selbst bezahlen, das Volk hat da leider keinen Einfluss drauf! (Scheißen wir doch einfach mal in die „großen Hände“, dann können sie endlich einmal die SCHEIßE der USA riechen, spüren und evtl. auch an ihrem Bankkonto sehen. – Dat würden die nicht mal bemerken, wenn dat Konto um ein paar Euro runtergeht.). Und, dann sollen sie die Jobs vollkommen ins Ausland geben, dann schaun die Politiker richtig scheiße aus, niemand verdient mehr etwas, keine Kaufkraft, keine Wirtschaft in Deutschland und keine Berechtigung für Politiker mehr.
Was würde dann passieren? Würden die nicht merken, dass Deutschland sich den Scheiß der „WELT“, der „MACHTWELT“ nicht gefallen lässt? Ich denke schon, wenn da nicht die Volksverdummung TV wäre!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: zweimal am 19. Januar 2008, 01:37:12
Zitat
Original von Rebellina




ich dachte, wir wären langsam mal EINS







was du denkst ist das eine, was ist, ist das andere

zweimal


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Kater am 19. Januar 2008, 02:51:52
Zitat
Original von Rebellina
 ich bin DEUTSCHE und wehre mich gegen all den amerikanischen Müll!
Ich war 1999 in den Staaten, in Manhatten, NEIN DANKE! Die Amis sind anders als wir, und hier nach Deutschland wurde nach und nach ALLES geholt aus diesem Land – Fastfood-Fettarsch-Macher  (MC D oder jede Art von Fastfood!) ist ja schon lange da, Frauen die nicht mehr kochen können, immer nur nach Macht und Geld streben, Kerle die sich überall rasieren und aussehen wie Frauen.


Deutsche Delikatesse: Erbwurst

(http://www.crew-detour.de/ueberleben/fotos_ueberleben_gross/erbswurst_gr.jpg)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Strombolli am 19. Januar 2008, 10:56:37
Also Rebellina, Ost-West Gespräche kritisieren und dann selbst in die Kerbe zu hauen ist ja wohl kontraproduktiv. Persönlich habe ich schon sehr gute Erfahrungen mit den Deutschen des anderen Teils gemacht und ebenso schlechte mit denen meines Teils und umgekehrt. Udo Jürgens wird heute (sicherlich verkürzt) zitiert: "Kriminelle Ausländer haben in D nichts zu suchen". Ich meine: Kriminelle Deutsche haben hier auch nichts zu suchen, dafür haben wir Gefängnisse.

Aber nun hast Du hier den ersten Beitrag geschrieben und ich möchte doch einige Märchen geraderücken:

* der Solizuschlag ist ein Produkt der Kohl-Regierung um den "finanziellen Kraftakt" der Vereinigung als Volk gemeinsam zu schultern. Die im Osten zahlen auch! - Dieses Konstrukt ist eine einzige Lüge, denn erst wollte man das ja aus der Portokasse bezahlen. Mit zielgerichteter Entwertung der Ostindustrie, - immobilien .. überhaupt der ganzen Wirtschaft (Treuhand) und den Geschenken an die Banken (*einfach mal ein bisschen Internet surfen!) ist der Soli-Zuschlag eine willkommene Form, den Staatshaushalt am Laufen zu halten und großkotzige Vorhaben (Regierungsviertel in Berlin, das Hin- und Hergefliege zwischen Bonn und Berlin) zu verwirklichen.

* die BRD war schon vor der Vereinigung verschuldet*. Wenn man sich keine Kolonien leisten kann, soll man sich keine kaufen. Die Leute die an der Vereinigung durch Betrug reich wurden, lachen sich heute noch ein drittes Ei. (sorry)

* Der Reichtum des Einen ist die Armut des Anderen. Weißt Du, Rebellina, wieviele Artikel, die Du und die ganze Bevölkerung der BRD gerne bei Quelle, Neckermann und Co. gekauft haben, in der DDR für Aluchips (DDR-Mark) hergestellt wurden? Die Wirtschaft im Osten war deshalb so weit unten, weil von der Substanz gezehrt wurde. Es mussten Reparationen an die Sowjetunion gezahlt werden. Schienenstränge, Fabriken, Brücken wurden demontiert und in Russland wieder aufgebaut. Uran musste unter katastrophalen Bedingungen gefördert werden (Wismut) und eine "Rote Armee" beköstigt werden.
Alles Sachen, die der BRD in dieser Härte erspart lieben. DDR ca. 16 Mio Einwohner; BRD ca. 59 Mio Einwohner!

* Vor der Wende gab es ein konkurrierendes System! Das konnte man als Abschreckung nutzen und man musste besser sein als dieses. Wenn der Konkurrent wegfällt, entfällt der Zwang für soziale Wohltaten.

Alles in allem, sicher persönliche Ansichten ... leider jedoch auch durch eine BRD-romantische Brille gesehen. Zielfördernder wäre es, den Suggestionen der Medien zu widerstehen und sich mit Menschen aus allen Regionen zu unterhalten. Kommunikation ist hilfreich. Leider wird aber eine Menge
Blödsinn verbreitet, ob nun im Internet oder den Medien. Kohl, Schäuble, Westerwelle und so weiter reden viel, wenn der Tag lang ist. Immer und immer wieder wiederholt und unterschwellige Botschaften an Urinstinkte (Florida-Rolf, Gerichtsvollzieher, obskure Lebensratgeber...) durch die Medien, erzeugen "Erbspüree" in den deutschen Gehirnen, die immer erst dann anfangen zu denken, wenn es ihren Trägern merklich dreckig geht. Und selbst dann dauert die Erkenntnis lange.

Im Übrigen: Die Ver-Ostung des Westens sage ich seit 17 Jahren voraus. Einfach weil: Wenn man 3 Liter klares Wasser mit einem Liter roten Wasser mischt, was kommt da wohl heraus? Oder man nehme 3 Teile Hochentwicklung und ein Teil Hochentwicklung minus 20 Jahre, und mische was kommt da wohl heraus?

Hoffe, das ein paar Gedanken wachsen...


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 19. Januar 2008, 12:20:08
Seid Ihr alle noch nicht wach oder wieso ist es möglich, daß bisher nur Kater bemerkt hat, daß es sich bei Rebellina um einen Fascho handelt.

Reicht es schon, einmal was gegen Hitler zu sagen, ansonsten ein paar Dinge  populistisch einwerfen, die auch jeden Linken nerven, und dann kann man hier Faschodreck in Reinkultur veröffentlichen?

Bah!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 19. Januar 2008, 13:30:05
Den Ost-West-Vergleich kann man nicht auf Knopfdruck abstellen und das Thema unter den Tisch kehren - Schwamm drüber und der Befehl wird herausgegeben:

Unter Adenauer: Maul halten, weil es für die in der Nazizeit aktiven Pimpfe oder Hjler- oder BDM- oder aktive SA-/SS-angehörigen Großeltern die Zeit auf einmal so unangenehm ist.

Für die großen in der Nazibande finden sich lukrative Posten in der Adenauerzeit in der Regierung, öffentlichen Verwaltung, den Unternehmen, den westdeutschen Geheimdiensten. Auf deren Nazidiensterfahrung will man ungern verzichten, wenn man im westdeutschen Nachkriegsdeutschland die Machtfäden über die im Konsumrausch korrumpierte Westbevölkerung in der Hand dauerhaft behalten möchte.

Und den kleinen, mitgelaufenem, in der Nazizeit gelebten Großeltern ist die Zeit so was von unangenehm. Darüber redet man nicht mit seinen Kindern und Enkeln. Aber in eins sind sich die einst aktiven, großen Altnazifunktionäre und die kleinen mitgelaufenen Bürger des großdeutschen Reiches einig: Über diese Verhältnisse redet man nicht, weil man selbst Dreck am Stecken hat oder sich nicht gegen die Nazifunktionärsbrut gewehrt hat.

In der Nachkriegs-BRD ist man sich im Sinne Adenauers und Ludwig Erhards allerdings einig: "Lieber ein halbes (kapitalistisches) Deutschland ganz als ein ganzes (von allen Besatzungsmächten, also auch von den Sowjets gemischt regiertes) Deutschland halb!" Und dann gab es für den kriegslüsternen Revanchisten Franz Josef Strauss, wo er den Posten als Bundesverteidigungsminister bis zur Spiegelaffäre (http://www.lernzeit.de/sendung.phtml?detail=471512) ausübte, später die Losung und das Feindbild: "Ich kenne nur den Fall Rot!" Er meinte damit, daß er aktiv die sozialistischen Staaten, vornehmlich die Sowjetunion und die DDR mit den ihm verfügbaren Mitteln bekämpfen wolle. Eines dieser Mittel, die er gerne haben wollte, aber nicht von seinen Amifreunden in seine Gewalt bekam: atomar bestückte Mittelstreckenwaffen. Die brauchten die Amis nämlich selber, um nicht nur die roten Untermenschen, sondern auch die eigene Wolfsmeute kapitalistischer Konkurrenzstaaten immer kontrolliert ins politische, ökonomische, militärische und soziale Joch spannen zu können. Auch die BRD mußte unter der amerikanischen Pfeiffe und nicht aus der Reihe tanze.

(http://blogs.cisco.com/news/uncle%20sam.gif)

Und was machte der westdeutsche Michel in der Wirtschaftswunderzeit?

Schaffe, schaffe - Häusle baue und sich damit bei Banken verschulden,
sich vollfressen, konsumieren bis zum Umfallen, politisch völlig desinteressiert sein (befindlich zwischen Heimat- und Sexfilmen im Stil von - "Kumpel, laß jucken";)
das Nachschwätzen, was die jeweilige Regierung ihm an aktuellen Parolen vorsetzt

- Alfred Tetzlaff läßt grüßen!

Unter Kohl, dem selbsternannten Einheitskanzler: Maul halten, weil es während der Zwangsvereinigung für die westdeutschen, vereinigungswirtschaftskriminellen Politiker und Unternehmer diese Bereicherungszeit so unangenehm ist und jemand ordentlich in deren krimineller Suppe rumrühren könnte.

Maul halten, weil die nicht lernende, großmannssüchtige Siegermacht BRD die Ex-DDR sich als auszubeutende Kolonie und deren Einwohner als Arbeitssklaven einverleibte, die Ostbetriebe nach dem Prinzip filetierte - die Guten ins eigene gierige Großmaul zum Runterschlucken, die halbwegs guten Betriebe maschinen- und anlagenmäßig, material- und finanzmäßig ausschlachten, diese Betriebssubstanzen in westdeutsche Stammsitze überführen und den schäbigen Rest als Sondermüll fiskalisch zum Entsorgen der ostdeutschen Bevölkerung oder neuen Gesamtbevölkerung auf's Auge drücken.

Kohl hat vorsätzlich spekuliert mit den Vereinigungskosten oder bewußt der Westbevölkerung weiß gemacht, daß sie billig mit dieser Vereinigung einen Teil der Kolonie zum Nulltarif als eigenes kleines Rittergut geschenkt bekommen, was leider nicht geworden ist. Und diese Enttäuschung ist vielen Wessis nach dem verzogenen Einheitsrausch und der Sektlaune nunmehr ins Gesicht geschrieben. Leider muß man auch für eine funktionierende Kolonie, die man ausbeuten will und für die darin lebenden Arbeitssklaven, die Betriebskosten zahlen bzw. für den mageren Lebensunterhalt sorgen. Da gibt es nischt umsonst oder aus der Portokasse, wie Euch das die Birne Kohl vorgauckelte. Und nun habt ihr gemerkt, daß wir alle in den unteren Sozial-"etagen" befindlichen Alt- und Neubundesbürger für die großen Raubritter in den oberen Etagen die Zeche zahlen müssen.

Die Absichten der BRD-Regierungen seit der Zwangsvereinigung und der EU-Erweiterung werden insbesondere für den aufgewachten Teil des deutschen Michels - also dem sich im sozialen Abstieg befindlichen Arbeitslosen um so klarer:

Man setzt die Politik des eisernen Kanzlers Otto von Bismarck

(http://portrait.kaar.at/Deutschsprachige%20Teil%205/images/fuerst_otto_von_bismarck.jpg)

erfolgreich in der BRD fort, indem man das deutsche Volk und die Bevölkerung in allen EU-Mitgliedsstaaten spaltet, aufeinanderhetzt. So neu ist diese Politik allerdings nicht, denn schon die römischen Ceasaren und Imperatoren beherrschten diese Methode, um selbst weiter an der Macht zu bleiben und aus so eingeimpften Streitigkeiten zwischen den Bevölkerungsgruppen zu profitieren:

"Teile und herrsche!" (http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigsmechanismus)

Gib dem Einem ein Bißchen mehr als dem Anderen und sie werden übereinander herfallen statt gemeinsam festzustellen, wer denn diesen sozialen Unfrieden gegen sie geschaffen hat. Nur ein einiges Volk kann der herrschenden Minderheit - der Bougeoisie gefährlich werden.

So spaltet man auch die EU-Völker untereinander und nutzt die sozialen Unterschiede zum eigenem Profitvorteil aus.

Warum wohl war für Kohl und Waigel die Einverleibung der DDR und EU-Erweiterung und wichtig?

Er konnte so länger an der Macht bleiben und machte den deutschen Konzernen neue Profitgeschenke. Die Einführung des Euros als Mittel abgeschaffter Währungsrisiken und damit geschaffener betrieblicher Umsatzstabilität in den Unternehmen war ihm wichtiger als im größer gewordenen EU-Raum für einheitliche Standordbedingungen, also auch gleiche soziale Bedingungen für die Völker zu sorgen.

Die Hartz-Gesetze sind im Interesse der Unternehmen der gezielt, durchgeführte Sozialkahlschlag und Lohndumping. Denn wär sich in sozialen Notlagen befindet, will Überleben, greift nach jedem Strohhalm, der sich bietet und wenn es der 1-Euro-Job, der Kombilohn, der Minijob und anderer sozialer Unfug ist. Das verkauft die CDU/CSU/FDP/SPD noch als Errungenschaft sozialer Absicherung und hat damit systematisch und langfristig den Tariflöhnen und den Gewerkschaften den Todesstoß versetzt bzw. versetzen wollen. Errungenschaft deshalb, weil man den Menschen noch einredet, daß sie froh sein können, jegliche soziale Absicherung verloren zu haben.

Gleichzeitig erreicht man für bestehende Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse an zu aktzeptierendes Meinungsklima Lohndumping und -wucher zu akzeptieren, in Kauf zu nehmen. Lohndumping und -wucher zeigt sich z.B. schrittweise im Ausstieg von Firmen aus der Tarifbindung, der Streichung von Urlaubsgeld, Weihnachsgeld, 13. Monatsgehalt, sozialen Betriebsleistungen, Manipulationen an Arbeitszeitkonten, vorsätzlichers Verletzen von Schutzregelungen im Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutz, plötzliches Nichtanerkennen vom Bundesurlaubsgesetz, vom Entgeltfortsetzungsgesetz und dergleichen mehr, in der Umwandlung von Stammarbeitsplätzen in Plätzen der Leih- und Zeitarbeit, in Arbeitsplätzen der Teilzeitarbeit oder in Arbeitsplätze, wo nur noch Pauschalbezahlung vorgesehen wird. Das geht einher mit einem zunehmend schlechter werdenden Arbeits- und Betriebsklima, Beschnüffelung der Belegschaft, Ausgrenzung der Mitarbeiter durch Mobbing - also die betriebliche Anwendung des Prinzips vom Teilen und Herrschen - neben der staatlichen Anwendung.

Und das trifft nicht nur die Ossis und Wessis, die neuen EU-Bürger und die ausländischen Gastarbeiter jeweils gesondert und nur sie allein, sondern alle gemeinsam. Der einzige Unterschied zwischen allen - der aktuelle und der noch erreichbare Entwicklungsstand und das Entwicklungstempo des sozialen Abstiegs. Die Richtung, die die Politiker der CDU/CSU/FDP/SPD und die kapitalistische Wirtschaft einschlagen, ist mehr als deutlich

- Zerschlagung der Sozialsysteme und der Tarife
- Errichtung einer ungezügelten, unkontrollierbaren Gewalt- und Willkürherrschaft, die direkt von den größten Wirtschaftsmonopolen bestimmt wird.

Das macht letztendlich nationale Regierungen und Partlamente als Vortäuschungsmittel angeblich noch existierender Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit überflüssig und läßt die Fratze des Kapitalismus in seiner realen Erscheinung erkennen - Menschen- und volksverachtend.

Es ist schon heute erkennbar, was nationale Regierungen und Parlamente für Kontrollen gegen transnationale Monopole ausrichten können - Nichts!!! Sie müssen diesen Konzernen zu Kreuze kriechen und ihnen ständig Vorteile zukommen lassen, damit diese so gnädig sind und ihre Firmenstandorte bei den meist Schmierenden errichten.

Und dieses gefährliche, höchst asoziale Prinzip und die Funktionsweise des Übergangs der national handelnden, kapitalistischen Wirtschaft und Banken in ihrer beiderseitigen Verflechtung und ihr fortgesetztes Größen- und Machtwachstum jenseits staatlicher Grenzen, verbunden mit den sozialen Risiken für die Menschen erkannte bereits 1916 Lenin.

--> Lenin: Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (http://www.mlwerke.de/le/le22/le22_189.htm)

Der Imperialismus ist eben die derzeit höchstentwickelte, menschenverachtende Gesellschaftsform des Kapitalismus. Man nennt es deshalb Imperialismus, weil es nur noch vorwiegend weltweit (imperial) handelnde Unternehmen gibt, die durch zunehmende Konzentration von Produktion und Kapital durch Ausschaltung von Mitkonkurrenten für Nationalregierungen und -parlamente unbeherrschbar geworden sind.

Weil Imperialismus gleich so brutal und gefährlich klingt und real auch so ist, verniedlichen es die Politiker der Großbourgeoisie und ihre Propagandaeintichtungen zu harmloser wirkende Global Player bzw. zur Globalisierung.

Nennen wir besser das Kind beim richtigen, gefährlichen Namen, denn diese Unternehmen werden uns allen gefährlich und machen keinen Unterschied zwischen ihren Opfern, ob sie Ossis, Wessis, Migranten, Gastarbeiter, andere EU- oder keine EU-Bürger sind!

Vor dem Kapital und Profit sind alle gleich in der existenzbedrohenden Opferrolle.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 19. Januar 2008, 13:56:10
Ich wollte nur darauf hinweisen, daß Rechte sich mit ein paar bei den Linken akzeptierten Phrasen, versuchen sich in der Gesellschaft und auch hier im Forum breit zu machen, und ich wollte zur Wachsamkeit aufrufen. Asonsten sehe ich es so, wie joachimkuehnel:

Zitat
Nennen wir besser das Kind beim richtigen, gefährlichen Namen, denn diese Unternehmen werden uns allen gefährlich und machen keinen Unterschied zwischen ihren Opfern, ob sie Ossis, Wessis, Migranten, Gastarbeiter, andere EU- oder keine EU-Bürger sind!

Vor dem Kapital und Profit sind alle gleich in der existenzbedrohenden Opferrolle.

Und nun wieder zurück zum eigentlichen Thema: Mindestlohn


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 19. Januar 2008, 14:10:17
Horch

für eine echte Demokatie sind Plebeszite, also Volksentscheide und -abstimmungen, richtig und notwendig. Jetzt haben wir ein Mißverhältnis in der Machtausübung, wo eine kapitalbesitzende Minderheit die Macht über ein Großteil der Bevölkerung mißbraucht.

Allen Recht getan, ist eine Kunst die keiner kann!

Politische Minderheiten müssen sich der politischen Mehrheit unterordnen, wenn denn der Spruch am deutschen Reichstag "Dem deutschem Volke" oder auf den Gerichtsurteilen (Im Namen des Volkes";) stimmen sollte. In beiden Fällen liegt aktuell kein Mitwirkungsrecht der größten sozialen Klassen und Schichten an Gesetzen und anderen Rechtsvorschriften und der Verfassung vor, obwohl man täglich von deren Auswirkungen einzeln oder insgesamt getroffen wird.

Gerechte Lebensverhältnisse liegen nur vor, wenn die Mehrheit über die Minderheit bestimmt und diese sich unterzuordnen hat. Jetzt hat sich die Mehrheit der machtgeilen Minderheit nur wegen der Kapitalgewalt unterzuordnen und das ist weitaus schlimmer.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 19. Januar 2008, 17:10:03
MDR, Sendung "Fakt ist ...! vom 07.01.2008: Streitfall Mindestlohn - Sozial gerecht oder wirtschaftlich gefährlich? (http://www.mdr.de/fakt-ist/5139492.html)

Video: Streitfall Mindestlohn - Sozial gerecht oder wirtschaftlich gefährlich? (http://www.mdr.de/fakt-ist/5151875.html)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 21. Januar 2008, 19:10:22
ZDF, Sendung "MonaLisa" vom 20.01.2008: Dumpinglöhne im Einzelhandel - Wo bleibt die soziale Verantwortung? (http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,7149072,00.html)

Video zur Sendung (http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/401004?inPopup=true)

Verbraucher profitieren vom gnadenlosen Wettbewerb der Discounter. Die Kunden sparen, doch die eigentliche Quittung zahlen die Angestellten der Billigmärkte. Oft müssen sie mit unter fünf Euro brutto pro Stunde nach Hause gehen. Ihre Dienstherren lassen sich immer wieder neue Tricks einfallen, um Personal so günstig und flexibel wie möglich zu bekommen. Soziale Verantwortung scheint für sie ein Fremdwort aus marktwirtschaftlicher Steinzeit zu sein.

Beim Textildiscounter KiK gibt es alles zum Schnäppchenpreis, hier ist der Kunde König, so das Motto. Doch was ist mit den Angestellten? Martina und Ursula arbeiten seit sechs Jahren für KiK, für maximal 400 Euro im Monat. Ursula verdient 5,20 Euro als Aushilfe und sie sagt, es gäbe Kolleginnen, die noch weniger verdienen. Nun haben die beiden Frauen gegen ihren Arbeitgeber geklagt, wegen ihres Lohnes.

Klage gegen KiK

Laut Arbeitsvertrag sind sie Packerinnen, doch ihre Arbeit bei KiK war offenbar eine andere, wie Martina beschreibt: "Wir haben nur Verkäufertätigkeiten gemacht, hauptsächlich kassiert und Kunden beraten. Wir hatten den Schlüssel für den Laden, waren zeitweilig alleine dort und hatten dann ganze Verantwortung. Das sehe ich nicht als Aufgabe einer Packerin." Würden sie nach Tarif bezahlt, bekämen sie als Verkäuferinnen über 12 Euro die Stunde, doch KiK zahlt keine Tariflöhne. Auf unsere schriftliche Nachfrage heißt es, man zahle branchenüblich. Zitat: "Mit seiner Lohnpolitik hält sich KiK an Recht und Gesetz."

Die Gewerkschaft spricht dennoch von Lohndumping. Henrike Greven von Verdi erklärt das so: "Lohndumping liegt immer dann vor, wenn der ortsübliche Tarif um ein Drittel unterschritten wird. In diesem Beispiel sind 12,30 Euro ortsüblicher Tarif für den Einzelhandel für eine Verkäuferin. 8,21 Euro ist ein Drittel weniger und die tatsächliche Vergütung der Kik-Beschäftigten liegt bei 5,20 Euro." Auch bezahlter Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sei den Frauen von KiK verweigert worden, so die Gewerkschaft. In den letzten drei Jahren seien ihnen jeweils so rund 10.000 Euro entgangen, die sie jetzt einklagen.

Strategien der Arbeitgeber

Im Einzelhandel nimmt der Trend zum Lohndumping zu, doch es gibt auch andere Strategien, mit denen auf dem Rücken der Arbeitnehmer Geschäfte gemacht werden, zum Beispiel durch Stundenlöhnerverträge wie bei H & M. Mit denen unterlaufe die Firma, so die Gewerkschaft Verdi, zeitweilig die Tarifverträge. Denn Teilzeitbeschäftigte haben laut Gesetz Anspruch auf einen Arbeitseinsatz von mindestens zehn Stunden wöchentlich, in Bayern sogar auf 20 Stunden.

Doch daran halte sich das Unternehmen nicht immer, so die ehemalige H & M Mitarbeiterin Verena Hugler: "In den Monaten Januar, Februar, teilweise bis März ist so wenig Arbeit da, dass Stundenlöhner teilweise gar nicht mehr eingeplant werden. Für Arbeitnehmer bedeutet das, man hat kein geregeltes Einkommen, weil man nie weiß wie viel man arbeitet." Das Tarifrecht zu unterlaufen, dem widerspricht H & M in einer schriftlichen Stellungnahme an Mona Lisa. H & M räumt dennoch ein, Zitat: "..es könne in Ausnahmefällen und nach Absprache mit den Mitarbeitern ... zu einem Einsatz kommen, der unter zehn Stunden pro Woche liegt."

Arbeit als Ware

Ob die Strategien der Arbeitgeber rechtswidrig sind oder nicht, so sind sie doch moralisch fragwürdig. Sozialwissenschaftler Professor Stefan Sell sagt: "Die Entwicklung, dass man feste Arbeitsverhältnisse auflöst und die Leute nur noch auf Stundenbasis abruft, das ist eine ganz perverse Entwicklung, denn da wird der Warencharakter der Arbeit wirklich in brutalster Form sichtbar. Man muss sich darüber im Klaren sein, das bedeutet, sie haben überhaupt keinen Schutz mehr für die davon Betroffenen. Sie stehen nur noch auf Abruf zur Verfügung und sie können auch quasi wie eine Ware weggeschmissen werden."

Ein anderes Problem ist, immer mehr regulär Beschäftigte werden durch Leiharbeiter ersetzt. Auch bei dem Einzelhandelsriesen Real. Sie sind günstig, flexibel einsetzbar und soziale Verpflichtungen werden abgetreten. Die Betriebsratsvorsitzende Roswitha Basting-Göttelmann von Real in Mainz sieht die Zunahme besorgt. Sie fürchtet eine Zweiklassengesellschaft, da die Leiharbeiter auch deutlich schlechter bezahlt würden: "Es ist eigentlich eine moderne Form von Menschenhandel und gehört meiner Meinung nach verboten. Leiharbeit hat einmal viel Geld gekostet, das waren qualifizierte Menschen gewesen und heute wird die Not der Menschen, die Arbeitslosigkeit nur ausgenutzt.

Forderung an Gesetzgeber

Doch was tun, wenn immer mehr Arbeitgeber sich ihrer sozialen Verantwortung entziehen oder das Arbeitsrecht aushöhlen. Der Gesetzgeber müsse einen Riegel vorschieben, so Experten. Professor Stefan Sell meint dazu: "Wenn man dort nicht eine Untergrenze einzieht, als Staat, dann wird man erleben, dass die Unternehmen die Aushöhlung immer weiter treiben. Betriebswirtschaftlich völlig rational, also aus ihrer Sicht vernünftig, aber volkswirtschaftlich ist das ein ganz schädlicher Prozess, denn die Zeche zahlt ja wiederum die Solidargemeinschaft, der Steuerzahler, denn die Transferleistungen, Arbeitslosengeld II müssen von den Steuerzahlern aufgebracht werden."

Eine Lohnuntergrenze in Form eines Mindestlohns wird politisch kontrovers diskutiert. Tatsache ist: die Schere im Niedriglohnbereich geht inzwischen weiter auseinander.

Mit Material von ZDF

Mehr zum Thema

Wer hat Angst vorm Mindestlohn? Kanzlerin Merkel in Bedrängnis (http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,7126702,00.html)

Hungerlöhne auf Staatskosten - Kampf um den Mindestlohn (http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/11/0,1872,7126027,00.html)

Dumpinglöhne für Leiharbeiter - Ausbeutung durch Zeitarbeitsfirmen (http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/30/0,1872,2047966,00.html)

Waschen, schneiden, wenig löhnen - Warum Friseure so schlecht verdienen (http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/3/0,1872,5267491,00.html)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 21. Januar 2008, 19:29:00
Zitat
Original von Mona Lisa
ZDF, Sendung "MonaLisa" vom 20.01.2008: Dumpinglöhne im Einzelhandel - Wo bleibt die soziale Verantwortung? ([url]http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,7149072,00.html[/url])

... Forderung an Gesetzgeber

Doch was tun, wenn immer mehr Arbeitgeber sich ihrer sozialen Verantwortung entziehen oder das Arbeitsrecht aushöhlen. Der Gesetzgeber müsse einen Riegel vorschieben, so Experten. Professor Stefan Sell meint dazu: "Wenn man dort nicht eine Untergrenze einzieht, als Staat, dann wird man erleben, dass die Unternehmen die Aushöhlung immer weiter treiben. Betriebswirtschaftlich völlig rational, also aus ihrer Sicht vernünftig, aber volkswirtschaftlich ist das ein ganz schädlicher Prozess, denn die Zeche zahlt ja wiederum die Solidargemeinschaft, der Steuerzahler, denn die Transferleistungen, Arbeitslosengeld II müssen von den Steuerzahlern aufgebracht werden." ...


Was man tun muß, wenn die AG, Bundesregierung und Bundestag täglich Menschenrechte und Grundgesetz verletzen?

Artikel 14 GG [Eigentum; Erbrecht; Enteignung]

2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
UN-Resolution 217 A (III) vom 10.12.1948

Artikel 23

1. Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.
2. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
3. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.
4. Jeder hat das Recht, zum Schutz seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

So wie Schäuble, Beckstein nach strengeren Straf- und Schüffelgesetzen gegen angebliche Terroristen schreien, so sollte man gegen arbeits- und sozialrechtsbrechende Verantwortliche von AG und Behörden die Einhaltung des Grundgesetzes und der UN-Menschenrechtserklärung durch schärfere Strafgesetze (Geld- und Gefängnisstrafen) unterstützen.

Parteien, die Bundesregierung bzw. der Bundestag, die gegen das asoziale AG- und Behörden-Schmarotzertreiben untätig bleiben, müssen verboten und zwangsaufgelöst werden, da sie menschen- und volksfeindlich handeln. Der Hehler ist nämlich genauso schuldig wie der Stehler!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Fragender am 22. Januar 2008, 02:00:10
DerWesten, 19. Januar 2008

Rüttgers bleibt bei Nein zu Mindestlöhnen
Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers (CDU), habe sich erneut gegen die Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns ausgesprochen. Eine allgemeine Lohnuntergrenze würde negative Beschäftigungseffekte mit sich führen. Zudem würde die Einführung eines Mindestlohn in der von den Gewerkschaften und der SPD vorgeschlagenen Höhe von 7,50 Euro pro Stunde nicht ausreichen, um den Beschäftigten im Niedriglohnsektor im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu garantieren.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: BakuRock am 22. Januar 2008, 02:10:46
Zitat
Original von Fragender
DerWesten, 19. Januar 2008

Rüttgers bleibt bei Nein zu Mindestlöhnen
Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers (CDU), habe sich erneut gegen die Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns ausgesprochen. Eine allgemeine Lohnuntergrenze würde negative Beschäftigungseffekte mit sich führen. Zudem würde die Einführung eines Mindestlohn in der von den Gewerkschaften und der SPD vorgeschlagenen Höhe von 7,50 Euro pro Stunde nicht ausreichen, um den Beschäftigten im Niedriglohnsektor im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu garantieren.

Ruettgers darf ruhig noch einen Aufschlag geben "um den Beschäftigten im Niedriglohnsektor im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu garantieren".

Was haelt ihn ab davon?.....................  :froehlich>

.......... doch sicher nicht die Gewerkschaften.......?


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Frogsta am 22. Januar 2008, 02:20:23
Zitat
Was haelt ihn ab davon?.....................


LÜGEN HABEN KURZE BEINE !!!
UND BEI UNS IN NRW LISPELN SIE AUCH !!!!






Frogsta


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 24. Januar 2008, 02:09:29
Rüttgers ist ein Demagoge in Reinstkultur, der spricht für Unternehmer und bescheißt gleichzeitig das Stimmvieh.

Er will für Unternehmer Maximalprofite, die diese aus dem prekär arbeitenden Stimmvieh durch Hungerlohnbezahlung pressen. Dafür hat er und Seinesgleichen als Ausbeutungs- und Erpressungsmittel Hartz IV entworfen und er setzt es und läßt es praktisch umsetzen. Er ist ein Büttel des Kapitals

Apropos Demagoge: Heute in Hart aber fair aus dem Filmarchiv von Rüttgers 2005 an die Adresse SPD-Stiegler gerichtet:

Zu Unternehmern sagt man nicht Heuschrecke!

2008 zum Nokiafall sagt Rüttgers selbst: Es kann Subventionsheuschrecken geben!

Der Mann hat ein Kreuz wie ein Gartenschlauch - unter Druck windet er sich und gibt nach.

Warum gibt er nach?

Normalerweile gibt sich die CDU hart wie Kruppstahl, aber es sind Landtagswahlen und da schmiert man dem gebeutelten Stimmvieh Honig ums Maul, gibt sich leutseelig und volksnah. Nach den Wahlen ist man als CDU wieder mit Krupp liiert und steigt mit solchen Firmen gemeinsam ins Bett.

Das ist "Volkspartei" CDU in exemplarischer Personengestalt Rüttgers!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Strombolli am 31. Januar 2008, 14:39:40
Was mich immer wieder zur Verzweiflung bringt ist, dass ALLERORTEN äußerst selten der Bezugszeitraum und Brutto oder Netto-Beträge angegeben werden.

Ist bei bspw. 7,50 Eu Stundenlohn nun Brutto oder Netto gemeint?

Ich habe hier gerade ein Stellenangebot zum Computer zusammenbauen und
Reperatur, wie die ARGE/Beschäftigungsagentur schreibt, mit einem Verdienstangebot von 1200 Euro Brutto bei 42 h. Das sind dann also in 4 Wochen, also einem Monat, 4800 Euro? Oder doch nur 6,65 Euro pro Stunde?

Fragen über Fragen ... nur wegen unpräziser, wurschtiger Angaben. Aber da wir Deutsche ja sowieso die Größten sind, ist es sicher unsinnig, sich über solche Fragen Gedanken zu machen...


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: leibeigner am 31. Januar 2008, 15:17:52
Die Mindestlohnforderung von 7.50 Euro ist ein Bruttostundenlohn.
Der Monatliche Bruttolohn richtet sich dann nach den abrechenbaren Arbeitsstunden.
Der Staat als Machtorgan der herrschenden Klasse soll richten was eine von Klassenkämpferischen Denken und Handeln befreite Lohnarbeiterklasse nicht hinkriegt.
Einfach Armselig.

Falls Mindeslohn umgesetzt wird ,wird er in Deutschland so umgesetzt,das es möglich ist denen die mehr als 7.50 Euro die Stunde verdienen den Lohn zusammenzustreichen.Aber das hat ja dann keiner so gewollt.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 31. Januar 2008, 19:40:08
Arbeitsverdienste, egal ob Lohn oder Gehalt werden immer in Brutto angegeben, entweder als Monats- oder Jahreswert.

Die 42 Stunden in der Woche können zwei Dinge aussagen:

a) Entweder es handelt sich tatsächlich um eine 42-Stunden-Arbeitswoche, verteilt auf 5 Arbeitstage oder
b) Es gibt ein Zweischichtsystem, denn da tauchen auch die 42 Stunden auf.

Ich gehe vom Fall a aus, d.h. 42 Std./Woche : 5 AT/Woche = 8,4 Std./AT = 8 Std. 24 min arbeitstägliche Arbeitszeit (AT = Arbeitstag)

Bei einer möglichen monatlichen Verteilung der AT im Jahr können folgende AT je Monat vorkommen:

19 AT/Mon. * 8,4 Std./AT = 159,6 Std./ Monat = 159 Std. 36 min
20 AT/Mon. * 8,4 St./AT = 168,0 Std./Mon.
21 AT/Mon. * 8,4 Std./AT = 176,4 Std./Mon. = 176 Std. 24 min
22 AT/Mon. * 8,4 Std./AT = 184,8 Std./Mon. = 184 Std. 48 min
23 AT/Mon. * 8,4 Std./AT = 193,2 Std./Mon. = 193 Std. 12 min

Die Monatsstd. als Dezimalwert multpliziert man als Lohnempfänger mit dem arbeits- oder tarifvertraglich vereinbartem Bruttostundenlohnsatz und bekommt so seinen Bruttomonatslohn, z.B.

159,6 Std./Monat * angenommenen Std.-Satz 7,50 Euro/Std. = 1.197,00 Euro/Monat
168,0 Std./Monat * 7,50 Euro/Std. = 1.260,00 Euro/Monat * 12 Monate/Jahr = 14.364 Euro/Jahr
176,4 Std./Monat * 7,50 Euro/Std. = 1.323,00 Euro/Monat * 12 Monate/Jahr = 15.876 Euro/Jahr
184,8 Std./Monat * 7,50 Euro/Std. = 1.386,00 Euro/Monat * 12 Monate/Jahr = 16.632 Euro/Jahr
193,2 Std./Monat * 7,50 Euro/Std. = 1.449,00 Euro/Monat * 12 Monate/Jahr = 17.388 Euro/Jahr

Das ist die Spannbreite möglicher Bruttomonatslöhne im Zeitraum von Januar bis Dezember bei einem Brutto-Std.-Lohn, Steuerfreibeträgen von 7,50 Euro/Std. und einer 42-Stunden-Arbeitswoche auf 5 AT.

Bei einem Gehaltsempfänger ist das von Dir genannte Bruttogehalt von 1.200 Euro/Monat unabhängig möglicher AT im Monat immerr gleich, aber der Brutto-Std.-gehaltssatz, der für Ausgleichszahlungen benötigt wird schwankt wegen der AT.

1.200 Euro/Monat : 159,6 Std./Monat = 7,52 Euro/Std.
1.200 Euro/Monat : 168,0 Std./Monat = 7,14 Euro/Std.
1.200 Euro/Monat : 176,4 Std./Monat = 6,80 Euro/Std.
1.200 Euro/Monat : 184,8 Std./Monat = 6,49 Euro/Std.
1.200 Euro/Monat : 193,2 Std./Monat = 6,21 Euro/Std.

Beim Gehaltsempfänger ist das Bruttojahresgehalt 1.200 Euro/Jahr * 12 Monate/Jahr = 14.400 Euro/Jahr.

Was man Netto erhält, ist abhängig von der Lohnsteuerklasse, von der Anzahl der Kinder, von der Zugehörigkeit zur Kranken- und Pflegeversicherung, Zugehörigkeit zur Rentenversicherung.

Es wird vom Bruttomonatsgehalt oder Bruttomonatslohn

- die Lohnsteuer
- der AN-Anteil als Beitrag zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung

abgezogen.

Der AG hat noch zusätzlich zu seinen Beitragsanteilen den Beitrag zur Unfallversicherung abzuführen.

Neben den Arbeitstagen gibt es noch Werktage (AT plus Sonnabende) und Kalendertage (AT + Sonnabende, Sonntage und Feiertage). Aber nur die Arbeitstage sind der maßgebende Einfluß auf Dein Bruttomonatslohn oder -gehalt.

Die Sonnabende können einen Einfluß auf Überstundenlohn und -zuschlag ausüben,
die Sonntage können einen Einfluß auf Überstundenloh mit Sonntagszuschlag haben und
die Feiertage können einen Überstundenlohn mit Feiertagszuschlag bewirken.

Die Zuschlagshöhen können sich unterscheiden in Abhängigkeit von der Lohnform, in der Du bezahlt wirst (Stück- bzw. Akkordlöhner oder Zeitlöhner).


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 31. Januar 2008, 19:47:31
Es stellt sich noch die Frage beim Mindestlohn, wann Lohnwucher vorliegt?

Kann der Mindestlohn knapp um 33 1/3 unterboten werden? Alles was drunter liegt, ist dann erst Lohnwucher oder darf dann dieser Toleranzwert von 33 1/3 überhaupt nicht mehr angewendet werden?


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: flipper am 31. Januar 2008, 23:16:31
sollte igentlich nicht. sonst wärs ja kein mindestlohn aber ist dann wohl wie alles was hier in die gesetzbücher kommt...


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 02. Februar 2008, 13:08:53
Zitat
Original von flipper
sollte eigentlich nicht. sonst wärs ja kein mindestlohn aber ist dann wohl wie alles was hier in die gesetzbücher kommt...


(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d3/Gummisnoddar.jpeg/180px-Gummisnoddar.jpeg)

... wie Gummi, für großbürgerliche Winkeladvokaten nach allen Himmelsrichtungen dehnbar, die in den Diensten von Unternehmergauern stehen. Hauptsache der Profit läßt sich wie Gummi in die Höhe endlos dehnen.

Man kann nur hoffen, daß es dann häufig zu öffentlichen Skandalen kommt, damit jeder erkennt in welchem Modder diese Bande herumwatet.

(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/7d/Yellow.jpg/180px-Yellow.jpg)

Solche Leute müssen gesellschaftlich untragbar und überflüssig werden. Lakaien und Büttel, die Ausbeuter eilfertig zu Diensten sind, braucht kein Volk. Diese Berufsgruppen sollte man gnaden- und entschädigungslos abschaffen bzw. wegrationalisieren. Ich denke da an die so überflüssigen Berufe mit dem Namen ...berater in der Berufsbezeichnung, die alle nur Dein Bestes wollen - eben immer wieder in Dein Portmemonaie hineinlangen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: regenwurm am 02. Februar 2008, 13:50:22
Die Debatte um den Mindestlohn nimmt gar skurrile Züge an. Was wird da in diesem Zusammenhang nicht alles behauptet, herbeigewünscht und palavert.Keiner soll unter die Armutsgrenze fallen, wenn er “ schaffe geht “. Alg II ist nicht der Subventionstopf der Unternehmer… usw.Alles richtig und alles falsch! Richtig sind die Argumentations- strecken, die die Armutslöhne angreifen, sie als absurd bezeichnen. Richtig ist auch die Tatsache, daß das immer wieder gebrauchte Argument, daß sich die Löhne an der Produktivität zu orientieren haben, falsch interpretiert werden: Denn wie erkläre ich folgende Absurdität der Öffentlichkeit, daß die Produktivität eines Fensterputzers 1985 größer war, als 2007 ?

Sind die Fenster, die heute zu Niedrigstlöhnen blank geputzt werden, 2007 nicht so sauber?

Sind der Haarschnitt und die Haare von 1985 anders, als heute?

Das absurde ist: Die Antwort lautet “Nein“, aber die Expertiesen gewisser Wirtschaftspäbste lautet “Ja“. Und weil sich diese Zivilgesellschaft unter dem Diktat pandemischer Volksverblödung befindet, mißtraut man aus einem Mixery von Wissenschaftsgläubigkeit, Authoritätsgläubigkeit wie Staatsräson, seinem gesunden Menschenverstand nicht mehr und knickt demütig ein.

Aber es kommt noch etwas anderes hinzu, daß im Zusammenhang mit Niedriglöhnen einstens die Gemüter erhitzte: Die EU-Osterweiterung und asiatischen Tigerstaaten, die für ein Trinkgeld Waren zusammenbauen verschiedenster Arten und hier zuhauf auf den Markt schmeißen. “Geiz mag zwar geil” sein, aber über die Konsequenzen für den eigenen Arbeitsplatz eines 100Euro-Fernsehers macht sich hierzulande niemand so recht die richtigen Gedanken.Dennoch, es stellt sich doch die Frage - und hier kommt die Thematik der Globalisierung ins Spiel - ob ich diese viel beschimpfte Globalisierung in ihren negativen, wie auch durchaus positiven Auswirkungen nicht vernünftig gesteuert und geregelt bekomme, ohne daß man sich den gleichsam biblischen Vorgaben von Weltbank , WTO oder OECD beispielsweise im Kadavergehorsam unterwerfen muß?

Wo steht geschrieben, daß der polnische Arbeiter eine Waschmaschine für nur einem Zehntel der Westlöhne zusammenbauen muß?

Ein derartiger Unterschied ist weder gerechtfertigt noch wirtschaftlich verträglich, denn bei einem zollfreien Welthandel ist bei einer so großen Diskrepanz kein einziger deutscher Arbeitsplatz mehr sicher. Die zehn Millionen Arbeitsplätze, die Deutschland dem zollfreien Weltmarkt und der EU bereits geopfert hat, sollten genügen, auch ungewohnte und unbequeme Überlegungen anstellen zu dürfen.

Der deutschen Bevölkerung wird immer wieder vorgeworfen, sie lebe auf Kosten anderer, ihr hoher Lebensstandard beruhe auf der Ausbeutung der Entwicklungs- und Schwellenländer. Dies stimmt heute so nicht mehr. Markenfälschung und Produktfälschung sind die Instrumente, deren sich die aufstrebenden Staaten Ostasiens regulär in ihrem Sinne bedienen. Dies definiert man in der europäischen wie westlichen Welt der Ökonomie aber nicht als fairen Wettbewerb der eleganten Art.

Wirtschaftliche Entwicklung und seine Regeln sehen anders aus. Schwellenländer sind in Teilen ihrer Praxis ökonomischer wie ökologischer Art schlichtweg kriminell!

Und wir, der Westen, wir sollen nun die Folgeproblematik lösen!Wenn wir Probleme ökologischer wie ökonomischer Art, weltweit wie national, auf wichtigen Strecken lösen wollen, müssen wir auch und besonders die Wettbewerbsregeln, die für die internationalen Arbeitsmärkte gelten sollen in wenigstens annähernd einheitliche Parameter eingrenzen.Es müssten die Wettbewerbsregeln international auch in den Lohntabellen geregelt werden. Polen oder Chinesen müssten genau dasselbe verdienen wie wir hier in Deutschland oder vergleichend mit den Mindestlohnstandarts westlicher Industrieländer.

Hier ist die Europäische Union im Ganzen gefordert, gleicher Lohn bei gleicher Arbeit zu fordern. Daß dies mit den armen Osteuropäern nicht reibungslos durchzusetzen wäre, erst recht nicht mit China, Taiwan, Honkong, Singapur oder Indien vertsteht sich von selbst. Es wäre aber für die Nachhaltigkeit Europas besser gewesen, beispielsweise auf die Erweiterung Europas nach Osten zu verzichten.

Auch die Regeln des internationalen Waren- wie Kapitalverkehrs wird nicht von Europa aus gesteuert, sondern von - salopp gesagt - ein “paar Hansels” angelsächsischer und US-amerikanischer Herkunft.

Die Osterweiterung nicht von der Zustimmung zu gleichen Löhnen wie Sozialstandarts abhängig zu machen, war und ist schon im Hinblick dieser hegemonial operierenden Economic Global Agents ein schwerwiegender Fehler, der sich jetzt in der Uneinigkeit von 27 Mitgliedsstaaten bemerkbar macht. So hat man die Arbeitsplätze lieber für ein “friedliches Europa” geopfert, anstatt den Beitrittsländern klar zu verstehen zu geben, daß eine Mitgliedschaft im europäischen Club durchaus auch für die Beitrittswilligen tiefgreifende aber durchaus vorteilhafte Veränderungen mit sich bringen.

Aber zurück zu fairen Wettbewerbsverhältnissen und dessen Kontext zur Massenarbeitslosigkeit in Deutschland. Bei einem fairen Wettbewerb unter gleichen Bedingungen wird man schnell sehen, wie tüchtig oder untüchtig eine Nation nun wirklich ist. Was würde die Global Player dazu bringen, deren geliebtes Dumpingsystem aufzugeben und die Arbeitnehmer dieser Welt nicht mehr gegeneinander auszuspielen?

Wer auf ein Wunder hofft oder auf Anstand und Freiwilligkeit setzt, wird die Verhältnisse nie umkehren.

Der Staat (Europa) ist gefordert, auch gegen das laute Propagandageheul der Konzerne und des internationalen Kapitals seine Interessen durchzusetzen.

Eine drastische Möglichkeit, diesen berufsmäßigen “Freier Markt, grenzenlose Liebe“-Prediger der Wirtschaftslobbyisten den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nur noch solche Produkte zollfrei stellen, bei deren Herstellung allen Mitarbeitern ein Mindestlohn gezahlt wurde. Oder die Besteuerung der im Ausland erzielten Gewinne in dem Land, wo sich das Tochterunternehmen befindet. (Aufhebung des Doppelbesteuerungsabkommens)

Eine andere Strategie wäre, die Staaten Südamerikas und allen, die ihre Wirtschaftspolitik gegen die Ausbeutung internationaler Konzerne ausgerichtet haben, in den “ Equivalenzprozess um gleiche Standarts von Löhnen und Sozialleistungen ” einzubinden.

Die G8-Gipfelei hätte damit allerdings ein Ende, worüber man sich sicherlich nicht in Trauerzeiten begeben müßte. Die ganze Welthandelsordnung der Gegenwart muß auf den Müllhaufen, sonst wird man sich im Kampf um Arbeitslosgkeit, Mindestlöhne etc. ständig im nur engen Kreis seiner nationalen, aber auch europäischen Möglichkeiten bewegen. Das Sagen haben die supranationalen Institute für den freien Welthandel. Daß dieser Welthandel von massiven protektionistischen Stützungsmaßnahmen von USA und EU im entgegengesetzten Sinne begleitet werden - siehe die Agrarsubventionen der USA und EU -, scheint diese merkwürdigen Strategen nicht zu beeindrucken.

Wer Skrupel hat, einen Anti-Dumping-Zoll überhaupt zu erwägen, sollte nicht verdrängen, dass nahezu alle Beschäftigungserfolge des Auslands auf protektionistischen Verfügungen beruhen. In vielen Staaten (auch in den USA) gibt es z. B. Gesetze, die es dem Staat erlauben, Betriebsschließungen oder Auslagerungen zu verhindern, wenn dies nationale oder gesellschaftliche Interessen berührt. Niemand regt sich darüber auf.

Die eifrigen Bedenkenträger werden nun aufgeregt auf EU-Gesetze verweisen und alle Überlegungen im Keim zu ersticken suchen. Aber falls tatsächlich das Lohndumping durch EU-Bestimmungen geschützt wird - warum nicht einmal für eine gute Sache kämpfen. Jährlich werden tausende EU-Verfügungen gewandelt oder neu ersonnen, warum sollte nicht auch eine positive Änderung möglich sein? Schon eine offene Diskussion über Anti-Dumping-Gesetze wäre nützlich, weil damit auch die Frage über den Sinn dieser EU aufgeworfen wird.

Das alte Zollsystem, das über Jahrtausende bestens funktionierte, wurde geächtet mit der Begründung, es handele sich dabei um puren Protektionismus. Dass heute Dutzende Arten von Protektionismus existieren und vielen Ländern einseitige Markterfolge verschaffen, wird dabei geflissentlich übersehen. Zur perfidesten Art von Protektionismus zählt das Lohndumping, denn es zwingt alle anderen Staaten in eine sinnlose Abwärtsspirale.

Warum sollen wir es zulassen, dass die Menschheit auf Dauer von diesem Dumpingsystem unterjocht wird?

Nichts fürchten deutsche Poltiker mehr, als international in Ungnade zu fallen.

Der WM-Sommer 2006 und seine freundliche Stimmung, auch der internationalen Besucherströme, ließen vielen Politikern die Hand zum Schweißtuch greifen, mit denen sie sich erleichtert die Stirn abwischten.

Der Griff im Zweifel zum Scheckbuch scheint für viele dieser ordnungspolitischen Lenker ein gewohnheitsmäßiges Ritual, Probleme zu lösen. Allerdings nicht für die eigene Bevölkerung. Das sei der Ehrlichkeit halber gesagt. Während die Staatenlenker anderer Nationen mutig ihren eigenen Standpunkt vertreten und keine Angst davor haben, auch einmal irgendwo anzuecken, wagen unsere politischen Führer kaum noch, ihre Interessen überhaupt zu benennen (es könnte einem ja Egoismus oder gar Nationalismus vorgeworfen werden).

Der Mindestlohn in allen Sparten wird in Deutschland keine Chance haben, weil die notwendigen Maßnahmen zur Lenkung und Steuerung eines wild gewordenen Marktradikalismus ausbleiben. Was wir bekommen werden ist ein Flickenteppich unterschiedlichster Lohnhöhen verschiedener Branchen, von Einheitlichkeit kann keine Rede sein.

Mindestlohn? - Kommt unter die Räder.

!Tacheles im Namen des Volkes?! - Gemeinschaft für Aufklärung!

Quelle (http://suboptimales.wordpress.com/)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Hartzbeat am 02. Februar 2008, 14:29:50
@ regenwurm,
gute Arbeit! Vor allem die gut inspirierten und dabei eigentlich wesentlichen Fragen sind hier von Dir mal gefragt worden...

Zitat
[...]- Denn wie erkläre ich folgende Absurdität der Öffentlichkeit, daß die Produktivität eines Fensterputzers 1985 größer war, als 2007 ?

- Sind die Fenster, die heute zu Niedrigstlöhnen blank geputzt werden, 2007 nicht so sauber?

- Sind der Haarschnitt und die Haare von 1985 anders, als heute?

Das absurde ist: Die Antwort lautet “Nein“, aber die Expertiesen gewisser Wirtschaftspäbste lautet “Ja“. Und weil sich diese Zivilgesellschaft unter dem Diktat pandemischer Volksverblödung befindet, mißtraut man aus einem Mixery von Wissenschaftsgläubigkeit, Authoritätsgläubigkeit wie Staatsräson, seinem gesunden Menschenverstand nicht mehr und knickt demütig ein.

- Dennoch, es stellt sich doch die Frage - und hier kommt die Thematik der Globalisierung ins Spiel - ob ich diese viel beschimpfte Globalisierung in ihren negativen, wie auch durchaus positiven Auswirkungen nicht vernünftig gesteuert und geregelt bekomme, ohne daß man sich den gleichsam biblischen Vorgaben von Weltbank , WTO oder OECD beispielsweise im Kadavergehorsam unterwerfen muß?

- Wo steht geschrieben, daß der polnische Arbeiter eine Waschmaschine für nur einem Zehntel der Westlöhne zusammenbauen muß?

Ein derartiger Unterschied ist weder gerechtfertigt noch wirtschaftlich verträglich, denn bei einem zollfreien Welthandel ist bei einer so großen Diskrepanz kein einziger deutscher Arbeitsplatz mehr sicher. Die zehn Millionen Arbeitsplätze, die Deutschland dem zollfreien Weltmarkt und der EU bereits geopfert hat, sollten genügen, auch ungewohnte und unbequeme Überlegungen anstellen zu dürfen.

Zudem sprichst Du - was ich für sehr wichtig halte - einmal deutlich folgendes an:
Zitat
[...]Welt der Ökonomie aber nicht als fairen Wettbewerb der eleganten Art.[...]
Darin gebe ich Dir Recht, uns wird tagtäglich kommuniziert, dass wir "den freien Makrt" nicht regeln sollen, dass sich dieser selbst regelt und alles andere "Sozialismus" wäre. Dabei regeln die Unternehmen das oft selbst durch Subventionsabgriff, Korruption und Bestechungsgelder sowie Kartellabsprachen (siehe Energiekonzerne, Siemens etc.). Sie stellen sich also derzeit nicht dem viel geforderten "freien Markt und freiem Wettbewerb" und praktizieren selbst Marktkontrolle, um oben zu bleiben.
Das beschreibst Du ja auch in folgender Passage...
Zitat
[...]Bei einem fairen Wettbewerb unter gleichen Bedingungen wird man schnell sehen, wie tüchtig oder untüchtig eine Nation nun wirklich ist. Was würde die Global Player dazu bringen, deren geliebtes Dumpingsystem aufzugeben und die Arbeitnehmer dieser Welt nicht mehr gegeneinander auszuspielen? Wer auf ein Wunder hofft oder auf Anstand und Freiwilligkeit setzt, wird die Verhältnisse nie umkehren.[...]
... Dem stimme ich voll zu.

Zitat
Schwellenländer sind in Teilen ihrer Praxis ökonomischer wie ökologischer Art schlichtweg kriminell![...]
Sicher, aber hier möchte ich unsere westliche Praixs - gemäß der oben angeführten Bemerkung - auch aufführen. Sind wir weniger "kriminell" - oder wirkt das nur so, weil wir ein bisschen mehr auf "öko" kostümiert sind?

Zitat
[...]Auch die Regeln des internationalen Waren- wie Kapitalverkehrs wird nicht von Europa aus gesteuert, sondern von - salopp gesagt - ein “paar Hansels” angelsächsischer und US-amerikanischer Herkunft.
Dem entgegen zu wirken, sähe ich durchaus Chancen. Wir könnten bspw. in Europa oder hierzulande auf Qualität setzen und in vielen Bereichen sogar bewusst und teilweise eine eigene Richtung ansteuern, die uns grundlegend von US-amerikanischen Modellen unterscheidet. Beispiel: Landwirtschaft, Nutzung der brachliegenden ostdeutschen Agrargebiete, andere Automobilmodelle, Entwicklung von rohstoffsparenden Tools für rohstoffverwertende ausländische Betriebe etc. etc. Warum uns also nicht in Nischen orientieren und diese zukünftig mit selbst entwickelten anderen Lösungen versorgen? Wieso alles nachahmen?

Zitat
[...] In vielen Staaten (auch in den USA) gibt es z. B. Gesetze, die es dem Staat erlauben, Betriebsschließungen oder Auslagerungen zu verhindern, wenn dies nationale oder gesellschaftliche Interessen berührt. [...] keine Angst davor haben, auch einmal irgendwo anzuecken, wagen unsere politischen Führer kaum noch, ihre Interessen überhaupt zu benennen (es könnte einem ja Egoismus oder gar Nationalismus vorgeworfen werden).[...]

Letzteres scheint nicht immer gültig zu sein, z.B. wenn man dem Volk gewisse ausländerfeindliche Wahlthemen vor die Füsse wirft. Scheint nur bei ökonomischem Interessen von Belang zu sein, dass dieses Land "national" orientiert bewertet wird. Bei ideologischen Ausrutschern regt sich vielleicht der Rat der Juden auf, Amerika und der Rest der Welt schweigt sich aus. Komisch?!

Zitat
[...] Der Mindestlohn in allen Sparten wird in Deutschland keine Chance haben, weil die notwendigen Maßnahmen zur Lenkung und Steuerung eines wild gewordenen Marktradikalismus ausbleiben. Was wir bekommen werden ist ein Flickenteppich unterschiedlichster Lohnhöhen verschiedener Branchen, von Einheitlichkeit kann keine Rede sein.
Könnte eintreffen. Das passiert aber garantiert, wenn man es als endgültige Lösung betrachtet, Mindestlöhne - und dann wirds schon - einzufordern. Daran muss ohne Zweifel weiter gearbeitet werden, aber mit anderen Mitteln. Könnte man möglicherweise "Mindestlöhne" auch als ersten möglichen Schritt zu weit mehr einstufen?...

fragt sich
Hartzbeat


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. Februar 2008, 21:21:09
Meldung der Nachrichtenagentur ddp, vom 12. Februar 2008

Kritik und Spott - Jurks Tarifforderungen stoßen auf heftigen Widerstand

Dresden (ddp-lsc). Mit seiner Forderung nach höheren Tarifabschlüssen hat Arbeitsminister Thomas Jurk (SPD) von Linken und Gewerkschaften Kritik und Spott geerntet. Vor allem die Praxis der Staatsregierung, öffentliche Aufträge prinzipiell an den günstigsten Anbieter ohne Betrachtung sozialer Standards zu vergeben, ist scharf angegriffen worden. Die Forderung Jurks sei «geradezu lächerlich, wenn die Staatsregierung selbst nur Unternehmen beauftragt, die keine Tariflöhne zahlen», sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, Caren Lay, am Dienstag in Dresden. Durch diese Praxis würden besonders niedrige Löhne vom Freistaat regelrecht gefördert, da sich nur Betriebe durchsetzen könnten, die ihren Mitarbeitern wenig zahlten.

DGB-Chef Hanjo Lucassen forderte ein Vergabegesetz für Sachsen, das bei öffentlichen Aufträgen nicht mehr automatisch den billigsten Anbieter automatisch auswähle. Vielmehr müssten auch soziale und tarifliche Kriterien berücksichtigt werden. Bisher sei es so, dass Firmen, die sich an Tarifverträge gebunden fühlen, keine öffentlichen Aufträge mehr erhielten.

Jurk hatte am Montag die Arbeitgeber aufgefordert, bei den aktuellen und künftigen Tarifverhandlungen die Lohn-Lücke zwischen Ost und West im Blick zu haben. Nach einer Erhebung des Statistischen Landesamtes liegt der durchschnittliche Verdienst in Sachsen bei rund 80 Prozent des Westgehalts.

(ddp)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. Februar 2008, 22:18:53
Meldung der Nachrichtenagentur ddp, vom 19. Februar 2008

Sachsen fördert Langzeitarbeitslose mit «Kommunal-Kombi» - Linke fordert Nachjustierung des Programms

Von Romy Richter

Dresden (ddp-lsc). Sachsen stellt für das Arbeitsmarktprogramm «Kommunal-Kombi» bis zu 54 Millionen Euro zur Verfügung. Damit würden Kommunen bei der Schaffung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose unterstützt, kündigte Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) am Dienstag in Dresden an. Die Arbeitsplätze müssten zusätzlich und im öffentlichen Interesse sein, beispielsweise in den Bereichen Kultur, Sport und Jugendhilfe. Die Linksfraktion forderte unterdessen eine Nachjustierung des Programms, «um den Realitäten am sächsischen Arbeitsmarkt gerecht zu werden».

Insgesamt könnten zunächst 6300 Langzeitarbeitslose gefördert werden, teilte Jurk mit. Dies gelte für Kommunen, die zwischen August 2006 und April 2007 mehr als 15 Prozent Arbeitslosigkeit registriert hätten. Sollte sich das Programm bewähren und Bedarf bei den Kommunen bestehen, dann könne die Förderung auf bis zu 64 Millionen Euro und 7500 Arbeitsplätze erhöht werden, hieß es.

Die Arbeitsplätze sind laut Jurk auf drei Jahre befristet. Das Programm biete insbesondere Langzeitarbeitslosen über 50 Jahren die Sicherheit, mehrere Jahre eine sinnvolle Tätigkeit ausüben zu können und wichtige gesellschaftliche Aufgaben zu übernehmen. Ab Mai könnten die ersten Kommunal-Kombi-Stellen besetzt werden. Einstellungen seien dann noch bis Ende 2009 möglich.

Die Wochenarbeitszeit soll in der Regel 30 Stunden betragen. Dabei sei ein monatliches Entgelt in Höhe von 1000 Euro Brutto vorgesehen. Mit Sozialversicherungsbeiträgen des Arbeitgebers betragen die Gesamtkosten für einen Arbeitsplatz im Monat rund 1200 Euro. Daran beteiligt sich der Bund mit bis zu 800 Euro, Sachsen zahlt 220 Euro, die Kommunen müssten 180 Euro übernehmen. Jurk verwies darauf, dass die Kommunen dabei die Kosten der Unterkunft sparten, so dass keine zusätzlichen Ausgaben entstünden.

SPD-Generalsekretär Dirk Panter verwies darauf, dass vielen Ostdeutschen mit den bekannten Instrumenten der Arbeitsmarktpolitik trotz aller Anstrengungen gegenwärtig nicht geholfen werden könne. Mit dem Programm würden diese wieder integriert und könnten Aufgaben in Vereinen oder sozialen Einrichtungen wahrnehmen, die sich Kommunen aus Haushaltsgründen derzeit nicht leisten könnten.

Die parlamentarische Geschäftsführerin der Linksfraktion, Caren Lay, bedauerte, dass das Bundesprogramm, das in Sachsen die Schaffung von bis zu 18 000 Stellen für Langzeitarbeitslose ermöglicht hätte, nur zu einem Drittel ausgeschöpft werde. Auch die Option, die Stellenzahl bei Bedarf auf 7500 zu erhöhen, gehe «völlig an der Realität vorbei». Zudem forderte Lay, das Programm in allen Kommunen anzubieten. Die Staatsregierung müsse mit dem Bund verhandeln und darauf drängen.

(ddp/ror/fgr)
(Quellen: Jurk vor Journalisten in Dresden; Panter und Lay in Mitteilungen)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. Februar 2008, 22:27:49
Lausitzer Rundschau vom 20. Februar 2008

Projekt soll bis zu 7500 Betroffene in gemeinnützige Jobs bringen - Land startet Kommunal-Kombi für Langzeitarbeitslose

Von Sven Heitkamp

Monatelang war hinter den Kulissen verhandelt worden, jetzt ist das Paket geschnürt: Im Freistaat Sachsen kann ab Mai das Bundesprogramm „Kommunal-Kombi“ starten. Es soll zunächst rund 6300 älteren Langzeitarbeitslosen einen neuen, staatlich finanzierten Job in gemeinnützigen Bereichen ermöglichen. Es gehe um reguläre Jobs und eine neue Perspektive für die Betroffenen sowie um zusätzliche soziale Angebote der Kommunen, für die sonst kein Geld da wäre, sagte Arbeitsminister Thomas Jurk (SPD).

„Die Teilnehmer sollen wieder von ihrer Hände Arbeit leben können. Damit wollen wir ihr Selbstwertgefühl stärken und ein Zeichen gegen Dumpinglöhne setzen“, erklärte Jurk.

In Betracht kommen 18 000 Menschen zumeist über 50 Jahre, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind und seit mindestens einem Jahr Arbeitslosengeld II beziehen. Sie hätten es nicht verdient, „dass man sie mit 50 Jahren zum alten Eisen wirft“, erläuterte Jurk. Wird das Programm angenommen, kann es ab 2009 auf 7500 Jobs aufgestockt werden. Die Bundesmittel sind aber bis 2012 befristet.

Das Programm richtet sich an Landkreise und kreisfreie Städte, die bisher eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von über 15 Prozent hatten. Dazu gehören die Städte Leipzig, Chemnitz, Hoyerswerda und Görlitz, sowie der Niederschlesische Oberlausitzkreis und die Landkreise Sächsische Schweiz, Löbau-Zittau, Bautzen, Torgau-Oschatz und Leipziger Land. Die Stadt Dresden ist nicht dabei.

Der Freistaat will seine Kosten von 54 bis 64 Millionen Euro aus aktuellen Steuermehreinnahmen decken. Gefördert würden aber nur Arbeitsplätze für zusätzliche, im öffentlichen Interesse liegende Aufgaben etwa bei Kultur, Sport oder Jugendhilfe, betonte Jurk.

Das Programm sei deutschlandweit angelegt und kein rein ostdeutsches Förderinstrument.
Bei Sachsens Kommunen stößt das Programm – anders als in deren Bundesverband – auf Gegenliebe. „Wir begrüßen den kommunalen Kombilohn, weil der Anteil der Betroffenen im Freistaat sehr groß ist“, sagte der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages, Mischa Woitscheck, gegenüber der RUNDSCHAU. Der hohe Anteil des Landes mache es den Kommunen zudem leichter, sich zu beteiligen.

Allerdings habe man sich eine Einigung vor dem Jahreswechsel gewünscht, statt jetzt im laufenden Haushalt.

Die SPD reklamiert zugleich eine gewisse Urheberschaft für das Konzept für sich. Bundesminister Wolfgang Tiefensee (SPD) habe auf sächsische Initiative hin das Programm aufgelegt, sagte der Arbeitsmarktpolitiker der Fraktion, Stefan Brangs. Es sei ein unhaltbarer Zustand, dass 38 Prozent aller Arbeitslosen in Sachsen Langzeitarbeitslose seien. SPD-Fraktionschef Martin Dulig sprach von einem der „größten Erfolge der SPD in den letzten zwölf Monaten“.

Die parlamentarische Geschäftsführerin der Linksfraktion, Caren Lay, bedauerte, dass das Bundesprogramm nur zu einem Drittel ausgeschöpft werde. Zudem forderte Lay, das Programm in allen Kommunen anzubieten. Die Staatsregierung müsse mit dem Bund verhandeln und darauf drängen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: antonov am 01. März 2008, 04:40:21
Hallo ?

Deutschland ist Pleite .

Die sollten lieber Lohnsteuer und Sozialversicherung ab dem ersten Euro generell für jeden einführen .

Das macht dann keinen Unterschied mehr für den Unternehmer ob er zwei Halbtagskräfte oder eine Ganztagskraft einstellt .


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: regenwurm am 15. März 2008, 19:19:26
Zitat
Hartz IV für Staatsdiener
([url]http://pix.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/898/163442/180x180_bDY1Q0aR02.jpeg[/url])    Auch im öffentlichen Dienst und in ehemals staatlichen Betrieben werden Niedriglöhne gezahlt.
Viele Beamte und Angestellte müssen ihr Gehalt mit Hartz IV aufstocken.
 weiterlesen... ([url]http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/898/163442/[/url])


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 15. März 2008, 22:54:10
Und warum gibt es Aufstocker im öffentlichen Dienst?

Weil die Bundesregierung den Unternehmern ihre Steuer- und Beitragspflichten erläßt, unternehmerische Steuer- und Beitragshinterziehung und -flucht nicht verfolgt, Steuer- und Beitragsgeschenke macht, Unternehmer mit Schmiergeldern bei Kombilöhnen, Eingliederungs- und Lohnzuschüssen, Subventionen und Fördermitteln schmiert.

So kann ein öffentlicher Dienst finanziell nicht funktionieren und nur im Notbetrieb laufen gelassen werden. Wenn im öffentlichen Dienst die Angestellten so wenig Arbeitsverdienst arbeiten, daß sie ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Familie nicht bezahlen können, weil zeitgleich die öffentlichen Mittel zum Schmieren der Unternehmer verwendet werden ist Ver.dis Verhalten mehr als erklärlich und notwendig!

Logische Folge:

Holt Euch die Steuern und Beiträge von den Reichen durch Besteuerung der Wertpapier- und Spekulationsanlagen, durch Besteueuerung der Erbschaften, der Aktien- umnd Kursgewinne! Verzichtzet auf weitere Steuer- und Beitragsgeschenke und belastet alle Bürger nach ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit! Eine Bürgerversicherung und Tobinsteuer tut dringend Not!

Ein Staats- und Gemeinwesen muß finanziell auch funktionieren und nicht handlungsunfähig gemacht werden.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 21. März 2008, 08:44:59
Süddeutsche Zeitung, 14. März 2008

Löhne: Hartz IV für Staatsdiener - Auch im öffentlichen Dienst und in ehemals staatlichen Betrieben werden Niedriglöhne gezahlt. Viele Beamte und Angestellte müssen ihr Gehalt mit Hartz IV aufstocken.

Von Nina Bovensiepen

Während die große Koalition über die Einführung von Mindestlöhnen diskutiert, beschäftigt die öffentliche Hand selbst in großem Stil Menschen, die nur Niedriglöhne bekommen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung zahlen Bund, Länder und Kommunen Tausenden Beschäftigten so niedrige Gehälter, dass diese zusätzlich zu ihrem Lohn Hartz-IV-Leistungen benötigen. Im öffentlichen Dienst sowie in angrenzenden Bereichen, von denen einige inzwischen privatisiert sind, arbeiten 180.000 Menschen, deren Verdienst zum Leben nicht reicht. Darunter sind fast 33.000 Lehrer und Erzieher, die trotz eines regulären Jobs auf Hartz IV angewiesen sind.

Glaubwürdigkeit gefährdet

Die Zahlen gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann hervor. Danach waren im Juli 2007 - das sind die aktuellsten Daten - im öffentlichen Dienst, in Schulen sowie in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Entsorgung 129.907 Beschäftigte auf Hartz IV angewiesen, obwohl sie eine reguläre, sozialversicherungspflichtige Arbeit hatten.

53.621 Menschen stockten einen Mini- oder Teilzeitjob mit Arbeitslosengeld II auf. "Die SPD macht sich öffentlich für Mindestlöhne stark, ist aber in der Regierung dafür verantwortlich, dass Beschäftigte den Gang zum Sozialamt antreten müssen, weil der Monatsverdienst nicht reicht. Das passt nicht zusammen‘‘, kritisiert Zimmermann.

Wie hoch die exakte Zahl der Bedürftigen im Dienst von Bund, Ländern und Kommunen ist, lässt sich aus den Daten nicht ableiten.

Isolierte Angaben dazu lägen nicht vor, heißt es in dem Antwortschreiben aus dem Haus von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Die Zahlen weisen aber darauf hin, dass es im öffentlichen Dienst deutlich mehr sogenannte Aufstocker gibt - also Menschen, die zum Lohn staatliche Hilfe benötigen - als vermutet. Die Bundesagentur für Arbeit hat erst einmal eine Zahl dazu genannt: Im März 2007 räumte der Vorstand der Nürnberger Behörde ein, dass etwa 13.000 Aufstocker im öffentlichen Dienst tätig seien.

Zahlen sollen Lohnforderungen belegen

Die Antwort der Bundesregierung listet die Aufstocker-Zahlen nach einzelnen Wirtschaftsbereichen auf. Allein in dem Zweig öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung gibt es danach mehr als 16.000 regulär Beschäftigte sowie fast 5000 geringfügig Entlohnte, die Hartz-IV-Leistungen benötigen. In diesem Bereich "handelt es sich mit deutlicher Mehrheit um Beschäftigte mit einem Arbeitsverhältnis zu einem Arbeitgeber im öffentlichen Dienst‘‘, schreiben die Beamten von Schäuble.

In den übrigen Bereichen sind die Beschäftigten teilweise bei öffentlichen und teilweise bei privaten Anbietern angestellt. Zum Teil handelt es sich auch um Einrichtungen, die früher zum öffentlichen Dienst gehörten und die nun privatisiert sind. Konkret geht es um die Bereiche Erziehung und Unterricht, Abwasser und Entsorgung sowie Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen. In letzterem Zweig gibt es fast 120.000 Aufstocker.

Für die Linken-Abgeordnete Zimmermann sind die Zahlen auch ein Beleg dafür, dass die Lohnforderungen der Gewerkschaften in der diesjährigen Tarifrunde berechtigt sind. "Im öffentlichen Dienst und den angrenzenden Bereichen gibt es einen Niedriglohnsektor. Das Vorurteil, dort werde überall gut verdient, stimmt nicht‘‘, sagt sie. Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes für die 1,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen beginnt diesen Samstag die Schlichtung. Die Gewerkschaft Verdi fordert acht Prozent mehr Geld, die Arbeitgeber wollen deutlich weniger zahlen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 29. März 2008, 21:16:46
Aus der ARD-Mediathek:

Der Scheibenwischer (http://www.daserste.de/scheibenwischer/) vom 20.03.2008 mit Anmerkungen zu den Themen - beim Online-Video bei den jeweiligen Zählständen auf Play und Anhalten drücken

00:34:15 bis 00:40:53
Subventionsheuschrecke Nokia in NRW, der Wert der Arbeitslosigkeit für die Unternehmer, Solidariät von DGB, SPD sollen für Mindestlöhne auch Rumänien und China kämpfen; CDU und chinesische Menschenrechte ohne Mindestlöhne; Arbeiter, Angestellte und Arbeitslose sollen endlich Mitleid für Unternehmer zeigen


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: handkey am 30. März 2008, 06:17:31
Zu dem Scheibenwischer- Der Arnulf Rathing is sowieso ein cooler Anarcho, der hat schon etliche solche Klöpse fabriziert-

z.B:
Zitat
Das "Bündnis Gelöbnix" plant, die Feier zu stören. "Trillerpfeifen sind ein wirksames Mittel", sagte Christian Herz von der "Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär", die die "Gelöbnix"-Aktionen koordiniert. Herz kündigte an, daß am 10. Juni Transparente mit dem Tucholsky-Spruch "Soldaten sind Mörder" zu sehen sein werden. Im Vorfeld will der Kabarettist Arnulf Rathing am Sonnabend feierlich eine Gruppe von 20 bis 30 Schafen vor dem Roten Rathaus "vereidigen".

seine Hompage:hier (http://www.schwesterhedwig.de/video.htm)

Und natürlich wäre ein Mindestlohn für Deutschland ne komplette Augenwischerei, und dazu noch inder Nähe irgenwelcher nazionalen Ideologien-
davon ab, dass ein gesetzlicher(statt ein erkämpfter!) Mindestlohn hierzulande wahrscheinlich immer noch an der Grenze eines Sklavenlohns wäre, (bedenke Teuerung und Abzüge)- mit einem Auskommen hätte der jedenfalls auch nicht viel zu tun, und "gerechten" Lohn gibt es wohl so lange nicht, wie es überhaupt noch "Lohnarbeit" gibt- die bedingt das Kapital, selbst wenn es ein Staatskapital wäre.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: handkey am 30. März 2008, 06:41:59
Noch mal zum Mindestlohn-
die Scheibenwischer- Jungs haben natürlich völlig recht- um mehr Lohn kann eine Bewegung auch international kämpfen, gerade bei Multis- das wäre dann natürlich völlig un-DGB-isch...

und das mit den BMW´s die dann auch zerkloppt gehören wie Nokia - Handys hab ich prophetischerweise auch schon mal gepostet, so ende letzten Jahres
(Selbst-schulterklopfmaschine sofort wieder aus!)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: milly am 30. März 2008, 06:44:41
eben angesicht der tatsache, daß der begriff "arbeit" komplett neu definiert werden müßte.

"arbeit" ist für jede/n innerhalb der letzten 50 jahre innerhalb dieser unserer gesellschaft  zu einer art gott geworden: du nix arbeit - du nix wert.

seit einiger zeit werden die konsequenzen der (post-)fordianistischen errungenschaften sichtbar. das stichwort hieß (hies?) bisher: effektivität nach dem maximalprinzip.


das heutige stichwort heißt:

du bist mindestens so viel wert wie dein hamster, deine krebskranke katze und dein dreibeiniger hund.

du bist ein mensch und das allein reicht dafür aus, dich selbst zu achten und dich nicht schlecht behandeln zu lassen, und dich nicht selbst schlecht zu behandeln.


lg
milly


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: handkey am 30. März 2008, 06:57:00
denn reposte ich hier glatt noch mal was ich im Januar schon mal wg. Definitionsfindung hier abgelassen hatte:
Zitat
zum Begriff der "Arbeit "-aus aktuellem Anlass

Missverständnisse  erwachsen auch aus dem Sprachgebrauch-
hier meine Antwort auf eine eingefügte Wikipedia-definition.

da möchte ich glatt noch mal Folgendes zu bedenken geben:

Der Begriff "Arbeit" hat in der Tat eine historisch völlig andere Bedeutung als:

..>..>
Zitat Wiki:
zielgerichtete, planmäßige und bewusste menschliche Tätigkeit, die unter Einsatz physischer, psychischer und mentaler (geistiger) Fähigkeiten und Fertigkeiten erfolgt [1].


in so fern hat die Erklärung aus Wikipedia NICHT recht.

Die Begriffe Werk, Gewerke treffen aus der Geschichte heraus eher diese Definition-

Arbed, arbeit bezeichnete von jeher Fron, Zwang und Vergleichbares.
So taucht der Begriff in unseren Breiten (wortstammbezogen) für die Tätigkeiten auf, die Kinder in den Dörfern leisten mussten, deren Eltern tot waren, und die daher bei Verwandten, anderen Dorfbewohnern unterkamen, und eben nicht wie deren eigene Kinder freie Kost und Logis hatten, sondern dafür schuften mussten.
Das gleiche Wort-Gegensatzpaar
gibt es zumindest in vielen europäischen Sprachen, wobei ich die Schufterei dem kreativen Schaffen hier mal zur Verdeutlichung voranstelle:

Arbeit - Werk (d)
Labour- Work (e)
Travail- Oevre (f)
oder im spanischen der
"Arbeiter" und der "Werktätige"
trabajador- obrero
wer Spaß dran hat, kann ja die weiteren Gegensatzpaare in anderen Sprachen heraussuchen-
Selbst "bei den ollen Griechen" hats 2 Begriffe für Sklaventätigkeit und Schaffenskraft gegeben-
nur unsere Sprache, (und die verschiedensten politischen Führerideologien hatten daran ihren Anteil),
wo "Arbeit" heiliger Selbstzweck sein soll, (heutzutage wieder egal für welchen Hungerlohn)- hat diesen Gegensatz beinahe vergessen.

"dann wollen wir schaffen, 7 Tage lang (voor uns Belang)-
und das wird keine Plackerei- wir schaffen zusammen, nicht allein"
( Bots) - auch in diesem Lied ist nicht von "Arbeit" die Rede.
Danke, daß sie mir folgen konnten... Freude


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: milly am 30. März 2008, 07:37:55
naja so reposten kann ja jeder.

geht ja jetzt nicht darum, sich selbst zu zitieren.

es geht darum, immer wieeder zu wiederholen, daß man/frau auch was anderes mit seiner/ihrer LEBENSZEIT anfangen kann, ohne sich deswegen schuldig zu fühlen.

ist halt immer die gleiche semmel auf´n kopf, aber spätestens in 5 jahren haben wir es alle kapiert, wenn wir alle mitmachen   :tongue:


lg
milly


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 30. März 2008, 11:42:57
Wenn der spd-nahe DGB nichts von internationaler Solidarität und proletarischen Internationalismus wissen will, also deutschen Mindestlohn auch fürs rumänische oder chinesische Volk, da kannste mal sehen wie der kapitalhörige und streikabwürgende DGB und die SPD an der deutschen Kleinstaaterei des Mittelalters noch klebt. Hauptsache das deutsche, noch arbeitende Gewerkschaftsmitglied könnte evtl. einen Mindestlohn gebrauchen. Den deutschen Arbeitslosen lassen wir schon mal hinten runterfallen, auch wenn er noch über eine DGBeigene Branchengewerkschaft Mitglied ist. Der/die rumänische oder chinesische Kollege/in und Arbeitslosen und in dergleichen Situation in anderen Ländern interessieren uns nicht, für die treten wir solidarisch nicht ein. Die vergessen wir einfach. Wir könnten ja sonst für AN- und Menschenrechte in diesen Ländern mit eintreten und würden die Geschäfte unsere prominenten Aufsichtsrats- und Vostandskumpels Henkel, Hundt und Co. z.B. in China versauen.

Immerhin mußte kürzlich Hans-Olaf Henkel für Menschenrechtsverletzungen in seinen ausländischen Werken ordentlich Strafe blechen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 05. April 2008, 21:04:43
Videotexttafel 131, MDR, Sa 05.04.08 20:16:54

Wirtschaft: Branche: Fahrräder werden teurer

Die deutsche Fahrradbranche erwartet für das kommende Jahr drastisch höhere Preise.

Der Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV), Lemberg, nannte als Grund "gigantisch gestiegene Rohstoff- und Frachtkosten". Dem "Tagesspiegel am Sonntag" sagte er, kostentreibend wirkten auch gestiegene Löhne in China, die dortige Inflation sowie gesunkene Handelsbarrieren.

Die deutschen Fahrradhersteller beziehen einen Großteil der Komponenten aus Asien. Für 2008 seien die Preise bereits festgelegt, sagte Lemberg. 2009 gebe es aber einen Preissprung.

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Cinesische Arbeitskräfte sind auch nicht mehr so dumm wie früher und arbeiten für eine Handvoll Reis.

Richtig kann ich da nur sagen!!!!

Auszuf aus Wikipedia: Volksrepublik China (http://de.wikipedia.org/wiki/Volksrepublik_China#Wirtschaft)

Ausländische Unternehmen in China

Später wurde es ausländischen Unternehmen erlaubt, in China zu investieren und der Außenhandel wurde liberalisiert. Auch institutionelle Reformen an staatlichen Investitionen oder dem Steuersystem wurden notwendig. An den politischen Rahmenbedingungen wurde jedoch zunächst nichts geändert, weshalb das Wirtschaftssystem als Staatssozialismus oder offiziell als „sozialistische Wirtschaft chinesischer Prägung“ bezeichnet wurde. Im Jahre 1995 wies die Wirtschaft ein stabiles hohes Wachstum auf, das vorher isolierte Land war der siebentgrößte Teilnehmer am internationalen Handel, und die Lebensqualität wuchs schnell, wobei die Konsumausgaben der Haushalte zunächst zu Preissteigerungen um jährlich mehr als 7 Prozent führten. In den Jahren 2000 bis 2005 ist die Preissteigerungsrate wieder im Bereich von 0 bis 2%.

Aufrechterhaltung des Wachstums

Es gibt einige wirtschaftliche Problemfelder, zu deren Lösung es schmerzhafter Einschnitte bedarf. Dazu gehören Staatsunternehmen, die nicht privatisiert wurden und die teils hohe Verluste machen. Diesen Staatsunternehmen werden durch die Staatsbanken immer neue Kredite zur Verfügung gestellt, um sie am Leben zu halten. Dadurch haben die dominierenden staatlichen Banken hohe Summen an faulen Krediten angehäuft, die das Bankensystem belasten. Eine Reform des staatlichen Sektors wird von der Regierung der Volksrepublik aber nur sehr zögerlich angegangen, denn es ist zu befürchten, dass eine Schließung von unrentablen Staatsunternehmen zu einer stark steigenden Arbeitslosigkeit in den Städten führen würde. Trotzdem beträgt das Wirtschaftswachstum in den Jahren von 2002 bis 2007 zwischen 10 und 11,5 Prozent jährlich und die Industrieproduktion stieg in diesem Zeitraum jährlich zwischen 15 und 19 Prozent. Im den Jahren 2006 und 2007 versuchte die Regierung, einer Überhitzung der Konjunktur durch mehrfaches Anheben der Leitzinsen entgegenzuwirken.

Außenhandel

Der Außenhandel entwickelt sich stürmisch, jedoch ist der Handelsüberschuss 2006 auf 207,5 Milliarden Dollar gestiegen und dabei sind die Exporte wesentlich stärker als die Importe gestiegen. Die Devisenreserven erhöhten sich bis Oktober 2007 auf 1.455 Milliarden Dollar, womit China nun vor Japan (mit 970 Milliarden Dollar), Russland (305,6 Mrd. $) und Taiwan (268,0 Mrd. $) die größten Reserven der Welt besitzt. Zum Vergleich: Die gesamte Euro-Zone verfügt nur über 191,6 Milliarden Dollar[51].

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China hat in den letzten Jahren sein Bildungswesen ausgebaut. Die chinesische Wirtschaft braucht im zunehmendem Maße gut qualifizierte Fachkräfte, was zur Folge auch Lohn- und Gehaltserhöhungen hat.

Die chinesische Wirtschaft boomt in den Sonderwirtschaftszonen in den Küstenregionen und in den großen Ballungsgebieten. Der ländliche Raum ist immer noch wirtschaftlich vernachlässigt. Es gibt eine Stadtflucht der verarmten Landbevölkerung, weswegen sich um die Ballungsgebiete herum Slums bilden.

China kauft sich in die Finanz- und Wirtschaftsmärkte Japans, Nordamerikas und Europas ein und wird dort Teilhaber und Aktionär von Banken und Wirtschaftsunternehmen. Die chinesische Industrieproduktion hinkt hinter der Inflation hinterher - hohe Kreditmengen mit der Gefahr von Zahlungsausfällen und die bereitgestellten Geldmengen sind nicht durch eine ebensogroße Gütermenge gedeckt.

http://www.focus.de/finanzen/news/china_aid_264707.html

http://www.n-tv.de/935480.html

http://www.blog.china-guide.de/index.php?entry=entry071218-151617


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 12. April 2008, 13:49:38
ARD/RBB, Sendung "Kontraste" vom 10.04.2008:Falsche Zahlen bei der Mindestlohn-Debatte (http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_7301182.html)

Autor: Benedikt-Maria Mülder

Rund 1,3 Millionen Vollzeitbeschäftigte in Deutschland müssen ihr niedriges Gehalt mit Arbeitslosengeld II aufstocken. Ein Skandal – sagen Politiker und Gewerkschafter und fordern auch deshalb einen allgemeinen Mindestlohn von 7,50 Euro die Stunde. Doch viele „Aufstocker“ würden davon gar nicht profitieren. Ihr Stundenlohn ist jetzt schon höher. Sie verdienen zu wenig, weil sie die Familie mit nur einem Gehalt versorgen müssen oder Teilzeit arbeiten. Höchstens 15.000 allein stehende Erwerbstätige sind es, die aufgrund eines zu geringen Stundenlohns nicht von ihrem Vollzeitjob leben können – nur davon sprechen die Politiker und Gewerkschafter nicht. Benedikt-Maria Mülder über falsche Zahlen bei der Mindestlohn-Debatte.

Die Mehrheit der Deutschen will laut Umfragen einen gesetzlichen Mindestlohn. Das ist Wasser auf die Mühlen der Gewerkschaften. Ihr Argument: Immer mehr Menschen in Deutschland fallen in Armut, obwohl sie vollzeitbeschäftigt sind. Gemeint sind so genannte Aufstocker, die zwar arbeiten, aber zusätzlich Arbeitslosengeld II beziehen, weil der Verdienst alleine ihre Existenz nicht sichert. Von einem Mindestlohn versprechen sich die Gewerkschaften ein Existenzsicherndes Einkommen. Aber stimmt das so? Kontraste hat mal ganz genau nachrechnen lassen, wie viele tatsächlich von einem Mindestlohn profitieren würden und dabei überraschendes herausgefunden. Benedict Maria Mülder und Katharina Seger.

Seit Mai letzten Jahres läuft die millionenschwere Kampagne der Gewerkschaften auf Hochtouren. Mobilmachung für den Mindestlohn: profilorientiert und klassenkämpferisch. Im Schulterschluss mit den Gewerkschaften auch die SPD gegen „Armut trotz Arbeit“.

Kurt Beck (SPD), Parteivorsitzender
„Es muss aber auch nach unten eine Grenze eingezogen werden. Es ist höchste Zeit, dass wir über Mindestlöhne absichern.“

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister für Arbeit
„Wer den ganzen Tag arbeitet, wer die ganze Woche arbeitet, einen ganzen Monat, der will am Ende des Monats nicht auf öffentliche Unterstützung für seinen Lebensunterhalt angewiesen sein.“

Ein Thema mit Sprengkraft. Beinahe hätte der Mindestlohn im Januar den hessischen Wahlausgang entschieden. Für jeden einsichtig: Wer regulär arbeitet, soll auch davon leben können. In manchen Branchen aber sind die Löhne so niedrig, dass viele Beschäftigte, so genannte „Aufstocker“, nur mit Hilfe von Hartz-IV ein bedarfsdeckendes Einkommen erzielen. Für Millionen Realität, behaupten die Mindestlohn-Befürworter.

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister für Arbeit
„Wir haben in Deutschland etwa 2 Millionen Arbeitnehmer, die, das ist jetzt nicht der gesetzliche Mindestlohn, aber weniger als 7,50 Euro verdienen.“

Die Kampagne, sagen Wissenschaftler, geht mit Zahlen allzu generös um. Sie haben nachgerechnet.

Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte DIW
„Bei dieser ganzen Mindestlohndebatte hat man zu wenig hingeschaut, wie viel Leute sind es denn wirklich, die trotz Vollzeitbeschäftigung auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind.“

Karl Brenke, Ökonom am renommierten Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, hat die jüngsten Daten über „Armutslöhne“ auf dem Arbeitsmarkt erstmals genauer unter die Lupe genommen. Im Gegensatz zu den Behauptungen der Mindestlohnbefürworter ist sein Befund eindeutig: Hilfsbedürftig trotz Arbeit? – kein Massenphänomen in Deutschland

Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte DIW
„Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass Bedürftigkeit trotz Vollzeitbeschäftigung in Deutschland kein Massenphänomen ist. Und die Zahl derer, die unter Löhne fallen, die weniger als 7,50 € ausmachen, und die trotzdem auf ALG II angewiesen sind, ist gewiss nicht so groß, dass sie Forderungen rechtfertigen würden wie die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes in Deutschland.“

Laut DIW-Studie stocken ca. 1,3 Millionen Erwerbstätige ihren Lohn auf. Die meisten „Aufstocker“ sind geringfügig Beschäftigte und solche, die Teilzeit arbeiten.

Alleinerziehende, Rentner, Arbeitslose, Schüler, Studenten, sie alle verdienen sich bei reduzierter Arbeitszeit ein Zubrot zu ihrer staatlichen Unterstützung.

Über ein Drittel der Aufstocker, das sind knapp eine halbe Million Arbeitnehmer, ist regulär vollzeitbeschäftigt. Die Untersuchung dieser Gruppe widerlegt die Zahlen der Mindestlohnbefürworter.

Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte DIW
„Das ist deutlich weniger als eine halbe Mio. Und dass ein erheblicher Teil von denen Löhne erhält, die weit über dem liegen, was wir in der gegenwärtigen Mindestlohndebatte an Forderungen haben, 7,50€. Und das hängt oftmals damit zusammen, dass Leute deswegen Arbeitslosengeld II trotz Vollzeitbeschäftigung erhalten, weil sie einen größeren Haushalt haben und dann selbst ein Lohn von 9,00 € oder sogar 10,00 € nicht ausreicht, um die Familie zu ernähren.“

Beispiel: Eine vierköpfige Familie aus Berlin, eine so genannte Bedarfsgemeinschaft von Aufstockern. Die Mutter arbeitet geringfügig und der Verdienst des Vaters, eines Referendars im Schuldienst, reicht nicht aus, den Lebensunterhalt zu sichern. Sein Verdienst liegt über dem von den Gewerkschaften geforderte Mindestlohn. Trotzdem: Beide haben Anspruch auf ergänzendes Hartz IV .

Kein Einzelfall: 50 Prozent der 479.000 vollzeitbeschäftigten Aufstocker haben einen Stundenlohn von neun oder mehr Euro. Insgesamt liegen zweidrittel der Aufstocker über 7,50 Euro. Niemand von ihnen würde von dem geforderten Mindestlohn profitieren.

Im Kampf gegen die Armut setzt die Kampagne auf staatliche Lohnfestsetzung, riskiert sogar die von den Gewerkschaften in Jahrzehnten erkämpfte Tarifautonomie, weil angeblich Millionen von ihrem Lohn nicht leben können.

Tatsächlich sind es, so das DIW, 163.000 vollzeitbeschäftigte Aufstocker, die pro Stunde weniger als 7,50 € verdienen, die meisten davon Paare – Bedarfsgemeinschaften mit einem Vollzeitbeschäftigten.

Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte DIW
„Daneben gibt’s noch eine kleine Gruppe, das sind Alleinstehende, die dürften in der Regel nicht über 5 € pro Stunde bekommen und kriegen ALG II. Das ist aber eine verschwindend kleine Minderheit. Also ich würde sie auf höchstens 15.000 schätzen.“

Am Ende bleiben laut DIW 15.000 vollzeitbeschäftigte, allein stehende Aufstocker, also die, die in keiner Bedarfsgemeinschaft leben. Ihr Lohn ist so niedrig, dass damit noch nicht einmal die einfachsten Lebensbedingungen bezahlt werden können. Doch darauf hat sich der Sozialstaat schon vor langer Zeit eingestellt.

Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte DIW
„Es gab schon immer Erwerbstätige, deren Einkommen nicht ausreichte und denen vom Staat geholfen wurde, etwa in Form von aufstockender Sozialhilfe oder von Wohngeld. Das gibt es schon seit 30 oder 40 Jahren.“

Dass der Mindestlohn kein Patentrezept ist, beweist das Baugewerbe: Hier liegt der Mindestlohn zwischen 9 € im Osten und 12,50 € im Westen. Dennoch waren im vergangenen Jahr über 42.000 Bauarbeiter als Aufstocker gemeldet – Hartz-IV trotz Mindestlohn.

Service-Adressen

Diskutieren Sie mit zu diesem Thema im KontrasteBlog!

blog.rbb-online.de/roller/kontrasteblog (http://blog.rbb-online.de/roller/kontrasteblog/)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Postaldude am 12. April 2008, 14:14:11
Zitat
Dass der Mindestlohn kein Patentrezept ist, beweist das Baugewerbe: Hier liegt der Mindestlohn zwischen 9 € im Osten und 12,50 € im Westen. Dennoch waren im vergangenen Jahr über 42.000 Bauarbeiter als Aufstocker gemeldet – Hartz-IV trotz Mindestlohn.
Is ja das, was ich immer sage, eine Mindestlohnforderung von 7,50€ ist ein Witz, unter 10€ die Stunde ist man in D nichtz mehr Existenzfähig!

Und, wer 7,50€ fordert wird am ende 5€ bekommen, dass nutzt niemandem!


Gruß

PD


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 12. April 2008, 14:28:59
ZDF, Sendung "Maybritt Illner" vom 17.04.2008, 22:15 Uhr: Das Geschäft der Gierigen-Kann man Banken noch vertrauen? (http://maybritillner.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,1021235,00.html?dr=1)

Der frühere BDI-Präsident und Aufsichtsrat der Mittelstandsbank IKB, Michael Rogowski, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Vorstand des krisengeschüttelten Kreditinstituts. Der Aufsichtsrat habe sich "nie" mit den Milliardenrisiken durch die sogenannten Subprime-Kredite beschäftigen können, "weil das gar nie artikuliert wurde", sagte Rogowski in der ZDF-Sendung "Maybrit ILLNER".

Fragen dazu, die ab Mitte 2007 kurz vor Ausbruch der weltweiten Finanzkrise im Aufsichtsrat aufgekommen seien, seien "nicht beziehungsweise nicht hinreichend beantwortet" worden. Rogowski kritisierte weiter, ein Aufsichtsrat "muss sich verlassen auf das, was der Vorstand ihm an Unterlagen präsentiert". Der IKB-Aufsichtsrat habe sich in jeder Sitzung auf Basis eines "Risikoberichts in Zentimeterstärke" ausführlich mit Risiken beschäftigt, ohne dabei auf die Spekulationen mit überbewerteten Immobilienkrediten hingewiesen zu werden. Rogowski verwies auf ein externes Gutachten, wonach der Aufsichtsrat "nicht beziehungsweise falsch informiert" worden sei.

Hat IKB-Vorstand Fehler gemacht?

Der Ex-BDI-Chef warf dem Vorstand zugleich vor, mit den Geschäften offenbar seine Kompetenzen überschritten zu haben. "Man kann schon die Frage stellen, ob die IKB als eine Mittelstandsbank nicht Fehler gemacht hat, indem sie sich auf Gebiete gewagt hat, von denen sie ursprünglich nicht so viel verstand wie vom Mittelstandsgeschäft", betonte Rogowski. Allerdings sei die IKB "regelrecht gedrängt" worden, "über ihr nicht sehr einträgliches Mittelstandsgeschäft Geschäfte zu tätigen in der großen weiten Welt, um ihre Ertragskraft zu stärken - von Rating-Agenturen, von Finanzanalysten, vom Markt".

Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, wiederholte seine Forderung, das Geschäftsmodell der Landesbanken ändern zu wollen. "Die Sparkassen sind dafür, dass wir an diesem internationalen Geschäft Risiken zurück fahren. Das wird auch Personal kosten. Das muss man fairerweise sagen", räumte der Sparkassenpräsident ein. Jede Bank, die international tätig sei, "ist in diesem Markt und damit auch gefährdet". Die auf die Realwirtschaft ausgerichteten Sparkassen seien daher auch weniger bedroht, so der Haasis, daher werde es dort auch in Zukunft keine "Kreditklemme" geben.

"Die Krise muss uns aufrütteln"

Der Friedensnobelpreisträger und Alternativ-Bankier Muhammad Yunus verlangt tiefgreifende politische Konsequenzen aus der weltweiten Finanzkrise. Angesichts eines geschätzten Schadens von einer Billion Euro dürfe nicht einfach "ein Haken gemacht" werden, sagte Yunus bei Maybrit Illner. "Die Krise muss uns aufrütteln."

"Wir sprechen hier nicht über eine Bankenkrise, sondern über eine Wirtschaftkrise. Wir werden noch sehen, wie viele Schichten das noch runtergeht", warnte der Friedensnobelpreisträger des Jahres 2006. Es sei "schockierend", dass niemand einen Fehler gemacht haben wolle. Am Ende müsse jemand die Verantwortung übernehmen. Die Finanzinstitutionen gehörten "auf den Prüfstand".

"Steuerzahler nicht erpressen"

Zugleich wandte sich Yunus gegen staatliche Finanzspritzen zum Ausgleich von Verlusten. Politik und Bevölkerung würden von den Banken "erpresst". Private Unternehmen dürften aber nicht die Möglichkeit haben, ganze Nationen von Steuerzahlern "zur Geisel zu nehmen". "Die Banken verlieren Geld, dann sollen sie es verlieren und nicht der Steuerzahler", betonte Yunus, dessen Grameen Bank seit 31 Jahren Kredite an die Ärmsten vergibt.

Der schleswig-holsteinische SPD-Vorsitzende Ralf Stegner forderte in der Sendung die Einführung scharfer strafrechtlicher Sanktionen bei Missmanagement bis hin zu Gefängnisstrafen. Der Staat müsse mit "harter Aufsicht und harten Gesetzen" dafür sorgen, "dass bestimmte Dinge nicht mehr gehen".

"Freiheitsstrafen für schlechte Manager"

Zugleich müssten verantwortliche Manager finanziell haftbar gemacht und mit Freiheitsstrafen bedroht werden, unterstrich der SPD-Politiker. "Wenn einer so etwas macht, dann muss er halt auch einmal ins Gefängnis gehen, denn da hängen viele Existenzen kleiner Leute dran."

Ähnlich argumentierte die Wirtschaftsjournalistin Christiane Oppermann. Banken dürften mit dem Geld der "normalen Bürger" nicht zocken. "Dieser florierende Handel mit diesen Forderungen hat auch deutsche Eigentumsbesitzer in große Schwierigkeiten gebracht", betonte sie. Oppermann forderte, dass in Zukunft "die Leute, die in der Spitze der Bank sitzen", wirklich verantwortlich gemacht werden - "mit Strafen". Die Banken dürften nicht alle Abschreibungen und Verluste "globalisieren und vergesellschaften" und die Gewinne einstecken. Man müsse von dieser "Gier nach Provisionen" in den Häusern wegkommen.

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Wer zählt seit der Bankenkrise jetzt auch zur notleidenden Bevölkerung:

Da wären z.B.

Michael Rogowski - Aufsichtsrat der Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI), Aufsichtsrat der IKB Deutsche Industriebank, Unternehmensrat des Stiftungsunternehmens Carl Zeiss, Aufsichtsrat der Voith AG, Stellv. Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Freudenberg & Co. KG,

Hans-Olaf Henkel - Gründungsmitglied "Konvent für Deutschland", Aufsichtsratsmitglied von Bayer AG, Leverkusen, Continental AG, Hannover, Daimler Luft- und Raumfahrt AG, München, EPG AG, Saarbrücken, SMS GmbH, Düsseldorf und Ringier AG, Zofingen/Schweiz,

Randolf Rodenstock - Aufsichtsratsmitglied und geschäftsführender Gesellschafter der Optischen Werke G. Rodenstock GmbH & Co KG, München,

Ehrenamtliche Tätigkeiten

- Präsident der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. München,
- Präsident des VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. München,
- Präsident des BayME - Bayerischer Unternehmensverband der Metall und Elektro-Industrie e. V.München,
- Mitglied des Präsidiums des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Berlin,
- Mitglied des Präsidiums der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) Berlin,
- Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall Berlin,
- Vizepräsident des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln,
- Vorsitzender des Vorstands des Roman Herzog Instituts – RHI München,
- Mitglied des Vorstands SPECTARIS Berlin,
- Mitglied des Aufsichtsrates der IKB Deutschen Industriebank

Jürgen Thumann - Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Heitkamp & Thumann Group in Düsseldorf. Nebenher ist er der Vorsitzende des Beraterkreis der durch riskante US-Investitionen in Schleudern geratenen IKB,

Josef Ackermann - Chef der Deutschen Bank,

Norbert Walter - Chefsvolkswirt der Deutschen Bank

Alle bekämpften die Existenz und Notwendigkeit staatlicher Behörden und Einrichtungen in beharrlicher Weise und treten für allumfassende Privatisierungen zu ihrem persönlichen Bereichern ein.

Nach der eingetretenen und sich ständig ausweitenden Bankenkrise schreien sie nach staatlichem Schutz vor den Ansprüchhen der durch sie geprellten Anleger. Angeblich reichen die Selbstheilungskräfte des Marktes bei von ihnen veranlassten und zu kontrollierenden hochspekulativen Börsen- und Kapitalmarktgeschäften nicht aus. Sie leugnen allerdings ihre in diesen schmutzigen Geschäften auszuübende Verantwortlichkeit und Haftungspflichten. Jetzt sollen es nicht die Selbstheilungskräfte des Marktes, sondern die Geldbörsen der Steuerzahler richten, ohne daß diese hochdotierten Spekulanten vor dem Kadi kommen.

Ganz im Sinne: "Die Profite und Gewinne privatisieren - die Verluste vergesellschaften und niemals umgekehrt!"

Zitat aus dem Elbe-Rödertal-Echo, Ausgabe 04/2008, S. 04, Artikel "Alles was Recht ist":

"... Dieser Staat und sein Rechtssystem sorgt für seine Hofschranzen. ...

... So stimmt mal wieder alles: Das Grundgesetz gebietet den Schutz der Minderheiten. Und
das Recht ist die in Gesetzen geschriebene Moral der herrschenden Klasse. Diese aber
ist in diesem Lande die absolut zu schützende Minderheit.

Werden die Wähler wieder losziehen, um solche Leithammel zu küren? Man muss schon ein Schaf sein, um in diese Herde zu passen."


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Postaldude am 12. April 2008, 14:45:26
Zitat
Wer zählt seit der Bankenkrise jetzt auch zur notleidenden Bevölkerung

Oh nein, die zählen nicht dazu, die machen die Bevölkerung notleidend!! 20 Millarden Euro hat uns deren Zockerei schon gekostet und da ist kein Ende in sicht und was machen die "Parteien der Mitte" die hir an der Macht sind wie immer nichts!

Aber eine Regelsatzerhöhung ist ja so Unbezahlbar!!

Gruß

PD


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: handkey am 12. April 2008, 19:35:29
Offensichtlich ist, dass ein staatlich - gesetzlich festgesetzter Mindestlohn immer ein Maximallohn für alle bleiben wird, das heisst,-die Bonzen müssen dann nicht mehr als das zahlen!
Und wenn der gesetzlich wird, kannste nicht tariflich dagegen streiken-
er ist ja Gesetz!
So ist das alles eine Augenwischerei, und natürlich eine Abschaffung der Tarifautonomie!!

Wenn hier jemand die Auffassung hat, bei einem gesetzlichen Mindestlohn käme in unserem Wirtschaftssystem eine "gerechte" Bezahlung dabei heraus, und nicht etwa die Entlohnung an der untersten Kante, auch noch mit der Verpflichtung, dafür zu arbeiten, hat er wohl die schmerzhaftesten Illusionen, die man in dieses System haben kann-

davon abgesehen, dass Gerechtigkeit sowieso nicht unter den Bedingungen von Lohnarbeit überhaupt herzustellen ist.

Jedem nach seinen Bedürfnissen, jeder nach seinen Fähigkeiten, wäre gerecht.

Musste wohl nochma gesagt werden...


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: antonov am 12. April 2008, 20:04:00
was für ein blödsinn

mindestlohn = maximallohn  :)

handkey ich krieg langsam angst vor dir und was du schreibst  :)


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: unkraut am 12. April 2008, 20:06:17
http://www.ndrinfo.de/nachrichten/weitere_themen/nachrichten8_url-aHR0cDovL3d3dy50YWdlc3NjaGF1LmRlL3dpcnRzY2hhZnQvb2VjZDgtbmltZXgueG1s.html


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 12. April 2008, 21:29:26
Zitat
Original von Postaldude
Zitat
Wer zählt seit der Bankenkrise jetzt auch zur notleidenden Bevölkerung

Oh nein, die zählen nicht dazu, die machen die Bevölkerung notleidend!! 20 Millarden Euro hat uns deren Zockerei schon gekostet und da ist kein Ende in sicht und was machen die "Parteien der Mitte" die hir an der Macht sind wie immer nichts!

Aber eine Regelsatzerhöhung ist ja so Unbezahlbar!!

Gruß

PD

Hast Du nicht die Jammerarie Rogowskis gelesen?

"Der frühere BDI-Präsident und Aufsichtsrat der Mittelstandsbank IKB, Michael Rogowski, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Vorstand des krisengeschüttelten Kreditinstituts. Der Aufsichtsrat habe sich "nie" mit den Milliardenrisiken durch die sogenannten Subprime-Kredite beschäftigen können, "weil das gar nie artikuliert wurde", sagte Rogowski in der ZDF-Sendung "Maybrit ILLNER".

Fragen dazu, die ab Mitte 2007 kurz vor Ausbruch der weltweiten Finanzkrise im Aufsichtsrat aufgekommen seien, seien "nicht beziehungsweise nicht hinreichend beantwortet" worden. Rogowski kritisierte weiter, ein Aufsichtsrat "muss sich verlassen auf das, was der Vorstand ihm an Unterlagen präsentiert". Der IKB-Aufsichtsrat habe sich in jeder Sitzung auf Basis eines "Risikoberichts in Zentimeterstärke" ausführlich mit Risiken beschäftigt, ohne dabei auf die Spekulationen mit überbewerteten Immobilienkrediten hingewiesen zu werden. Rogowski verwies auf ein externes Gutachten, wonach der Aufsichtsrat "nicht beziehungsweise falsch informiert" worden sei. ...

... Der Ex-BDI-Chef warf dem Vorstand zugleich vor, mit den Geschäften offenbar seine Kompetenzen überschritten zu haben. "Man kann schon die Frage stellen, ob die IKB als eine Mittelstandsbank nicht Fehler gemacht hat, indem sie sich auf Gebiete gewagt hat, von denen sie ursprünglich nicht so viel verstand wie vom Mittelstandsgeschäft", betonte Rogowski. Allerdings sei die IKB "regelrecht gedrängt" worden, "über ihr nicht sehr einträgliches Mittelstandsgeschäft Geschäfte zu tätigen in der großen weiten Welt, um ihre Ertragskraft zu stärken - von Rating-Agenturen, von Finanzanalysten, vom Markt".

Also sind an den Verlusten alle anderen schuldig und zur Verantwortung zu ziehen. Rogowski und Consorten in den Aufsichtsrats- und Vorstandsetagen sind dagegen die reinsten Unschuldslämmer. Ihre Namen heißen Hase und haben von nichts gewußt. Da fragt man sich unwillkürlich, wo sie denn jetzt so auf die Schnelle einen Führer hernehmen könnten, dem sie alle Schuld in die Schuhe schieben und sich selbst als bedeutungslose Befehlsempfänger hinstellen könnten.

Die sind doch sonst so die einzigen, unterbezahlten Leistungsträger der Nation - oder? So stellen sie sich doch gern dar oder lassen sich so von ihren gekauften Medien gern darstellen.

Da sage ich nur:

Große Fresse, Menschen- und Volksverachtung, höchste Arroganz, Frechheit, Unverfrorenheit und Machtgeilheit und sonst keinen Arsch in der Hose oder keine Ehre im Leib!!!

So demonstriert ja wer die Macht in diesem Land für wessen Interessen ausübt:

Was sagt dazu die CDU?

Sozial ist, was Arbeit schaft???

Und schaffen Spekulationen an Börsen und Kapitalmärkten und verzockte Einlagen und gestrichene oder erhebliche zusammengestrichene Guthabenzinsen der kleinen Anleger einen einzigen Arbeitsplatz. Im Gegenteil: Banken sanieren sich über die im übernächsten Absatz beschriebene Vorgehensweise und durchs Verschlanken - indem man Bankenpersonal aus den unteren Etagen auf die Straße setzt.

Die CDU leiert ihren Slogan runter, meint und handelt aber völlig anders:

Sozial ist, was einzelnen Pfeffersäcken die Profite, steuerfreien oder stark ermäßigten Dividenten, Kurs- und Spekulationsgewinne sichert!!!

Für ca. 10 Mio. tatsächliche Arbeitslose, egal ob statistisch oder auch nicht erfasst keine Regelsatzerhöhung, weils zu teuer ist, der 20 Mio.-Rentnerwählerklientel schenkt man mal ein paar Almosen, den prekär beschäftigten Niedriglöhnern, den Leih- und Zeitarbeitern, den ausländischen Wanderarbeitern und Tagelöhnern, den pendelnden AN schaut man als Unternehmer gern in den Hintern.

Aber zum Ausgleichen der Bankverluste hat man immer ein paar Milliarden in der Kriegskasse, die man sich von den eben genannten Steuerzahlern holt. De Verursacher der Verluste zieht man gleichzeitig nicht vor den Kadi und läßt sie nicht in abschreckender Weise büßen.

Zu allem Überfluß spricht man da noch von Demokratie und Rechtsstaat.

"Deutschland, Deutschland über alles ..." und vor allem dem Drecksäcken aus Politik, büttelhaftem, buckelndem Beamtentum und dem profitgeilen Unternehmern, die ihren Hals nicht voll genug kriegen können.

Warum macht man es bei diesen Unternehmern und Bankern nicht so wie bei polnischen Mastgänsen, stopft ihnen mit dem ergaunerten und verschwendeten Zaster nicht ihre Hälse zu und dam ab zum großen Schlachten???

Bei Lidl, Plus, Edeka und Co. könnte es dann heißen:

Sonderangebot:

Bestens gemästete Unternehmer zum Geiz-ist-geil-Tiefstpreis - zum baldigen Verzehr gedacht! Für vergammelte Unternehmermoral wird wie bei Gammelfleisch keine Haftung übernommen! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie die von denen finanzierten und geschmierten Parteien und Lobbyisten!!!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: handkey am 12. April 2008, 21:41:32
Zitat
was für ein blödsinn

mindestlohn = maximallohn

Angst vor mir?

Es dürfte doch klar sein, dass bei nem gesetzlich festgesetzten Mindestlohn das genau der Lohn und nicht einen Cent mehr das ist was hier gezahlt werden wird!
So ist das gemeint.Wir leben hier unter kapitalistischen Bedingungen, da wird bei einem gesetzlichen Mindestlohn garantiert nicht mehr als für den zeitweiligen Erhalt Deiner Arbeitskraft herauskommen- und wenn dieser Mindestlohn Gesetz ist, versuch mal dagegen an zu streiken.

.Dass die Kollegen schon immer um jede Kopeke mehr haben kämpfen müssen, ist auch klar, und wir werden uns unsere  "Entlohnung" immer wieder erkämpfen müssen, bis wir irgendwann endlich eine autogestive Bedarfswirtschaft eingeführt haben.

Aber frag ruhig weiter "Papa Staat" danach, wie er für Dich "gerechteren" Lohn "erstreitet", dann wirst Du weiter mit solchen Parolen verarscht werden.
Davor darfst Du dann Angst haben.

Nee, ernsthaft, macht euch das mal klar, was der Unterschied zwischen tariflichem und gesetzlichem Mindestlohn bedeutet-
arbeitsrechtlich, streikrechtlich, definitionshoheitlich
nicht zuletzt im Selbstbewusstsein der eigentlichen Produzenten- uns.

Da erwarte ich Argumente, und nicht das übliche Fratzengeballer hier.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 12. April 2008, 22:18:59
Zitat
Original von handkey
Offensichtlich ist, dass ein staatlich - gesetzlich festgesetzter Mindestlohn immer ein Maximallohn für alle bleiben wird, das heisst,-die Bonzen müssen dann nicht mehr als das zahlen!
Und wenn der gesetzlich wird, kannste nicht tariflich dagegen streiken-
er ist ja Gesetz!
So ist das alles eine Augenwischerei, und natürlich eine Abschaffung der Tarifautonomie!!

Wenn hier jemand die Auffassung hat, bei einem gesetzlichen Mindestlohn käme in unserem Wirtschaftssystem eine "gerechte" Bezahlung dabei heraus, und nicht etwa die Entlohnung an der untersten Kante, auch noch mit der Verpflichtung, dafür zu arbeiten, hat er wohl die schmerzhaftesten Illusionen, die man in dieses System haben kann-

davon abgesehen, dass Gerechtigkeit sowieso nicht unter den Bedingungen von Lohnarbeit überhaupt herzustellen ist.

Jedem nach seinen Bedürfnissen, jeder nach seinen Fähigkeiten, wäre gerecht.

Musste wohl nochma gesagt werden...

Es stellt sich immer die Machtfrage:

Wem gehört daß Eigentum an Produktionsmitteln in der Wirtschaft? Wer übt die politische und ökonomische Macht an den jeweilgen Schaltstellen aus - das Kapital oder vom Volk gewählte, befähigte und vertrauenswürdige Interessenvertreter in den Leitungsebenen der Wirtschaft und als Abgeordnete in den Parlamenten?

Wenn denn vom Volk gewählte Interessenvertreter die Macht dauerhaft oder zweitweise durch Wahlzyklen ausüben, kannst Du sicher sein, daß der Mindestlohn die Preis- bzw. Tarifentwicklung und die Entwicklung der Inflation mindestens in existensichernder Weise berücksichtigt und die berufliche Qualifikation bzw. Berufserfahrung durch leistungsorientierte Bezahlung erbrachter Arbeit gesichert ist.

Gesetzlicher Mindest- und Tariflohn schließen sich gegenseitig nicht aus, sondern ergänzen sich sinnvoll. Der Mindestlohn oder die Mindestrente sind die unteren, existenzsichernden Einkommensformen. Einen gesetzlichen Mindestlohn kann es bei Lohn- oder Gehaltsgruppen am unteren Ende der Lohn- oder Gehaltsgruppe geben. Er berücksichtigt Sozialstandards, Qualifikationsabschlüsse und Berufserfahrung.

Da Lohn- und Gehaltsgruppen sich als Von-Bis-Spannen darstellen, ist genügend Spielraum in diesen Spannen für Tarifverhandlungen oberhalb des Mindestlohns oder -gehalts gegeben. Man kann außerdem die Spannen verbreitern und sich gegeneinander überlappen lassen under schrittweise anheben entsprechend der Leistungskraft einer Volkswirtschaft.

Das Recht auf Arbeit sollte immer die Pflicht zur Arbeit in sich einschließen, sofern eine einschränkungslose Erwerbsfähigkeit bis zum Eintreten des Altersruhestands vorliegt. Keinem sollte es unter diesen Voraussetzungen gestattet sein auf Kosten seiner Mitmenschen auf der faulen Haut zu liegen. Lebenslanges Lernen ist ein Mittel der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung, um vom Mindestlohn- in den Tariflohnbereich zu gelangen.

Eine höhere Qualifikation und eine höhere Berufserfahrung sollten zu höheren Arbeitsverdiensten und einem höherem Lebensniveau berechtigen.

"Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung!"

Wenn es ein ausreichendes Angebot an lebensnotwendigen Waren und Gütern in erforderlichen Qualität durch die Verbesserung von belastungs- und gefährdungsarmen Arbeitsmethoden, Arbeitsorganisation, technisch-technologischen Abläufen, gesteigerter Arbeitsproduktivität ohne gesteigerter Arbeitsintensität gibt, kann man nach dem nächsten Prinzip arbeiten und leben. Dabei sind betriebs- und volkswirtschaftliche Ansprüche mit Erhaltungsmaßnahmen der Umwelt in Einklang zu bringen:

"Jedem nach seinem Fahigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!"

Zur Bedürfnisbefriedigung zählt dann auch die geänderte Einstellung der Menschen zur Arbeit. Sie dient nicht mehr der eigenen und der familiären Existenzsicherung, sondern wird zum Lebensbedürfnis nützlich für die Gesellschaft zu sein.

Wenn wir diesen gesellschaftlichen Status erreichen werden, hat sich die Rolle

- des Geldes,
- der Existenz sozialer Klassen und Schichten und
- des Staates

zunehmend erledigt. Dann hat dieser Planet überall ein menschliches Antlitz und wir sind dann soweit technologisch und menschlich entwickelt, daß soziale Unterschiede, Neid, Mißgunst, Habgier, Haß, Hunger, Elend und Not oder Kriege der Vergangenheit angehören. Die Wirtschaft dient dem Menschen und nicht umgekehrt, so wie heute es der Fall ist.

Ich schließe dabei die Ablösung des Kapitalismus durch den Sozialismus bzw. Kommunismus nicht aus. Ökonomie und Politik muß mit und für die Menschen gemacht werden.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: BakuRock am 13. April 2008, 01:14:22
Zitat
Original von joachimkuehnel
.....................................
"Jedem nach seinem Fahigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!"

Zur Bedürfnisbefriedigung zählt dann auch die geänderte Einstellung der Menschen zur Arbeit. Sie dient nicht mehr der eigenen und der familiären Existenzsicherung, sondern wird zum Lebensbedürfnis nützlich für die Gesellschaft zu sein.

Wenn wir diesen gesellschaftlichen Status erreichen werden, hat sich die Rolle

- des Geldes,
- der Existenz sozialer Klassen und Schichten und
- des Staates

zunehmend erledigt. Dann hat dieser Planet überall ein menschliches Antlitz und wir sind dann soweit technologisch und menschlich entwickelt, daß soziale Unterschiede, Neid, Mißgunst, Habgier, Haß, Hunger, Elend und Not oder Kriege der Vergangenheit angehören. Die Wirtschaft dient dem Menschen und nicht umgekehrt, so wie heute es der Fall ist.

Ich schließe dabei die Ablösung des Kapitalismus durch den Sozialismus bzw. Kommunismus nicht aus. Ökonomie und Politik muß mit und für die Menschen gemacht werden.

So langsam setzt sich offensichtlich die Erkenntnis zur Notwendigkeit der sozialen Revolution durch........ Ich unterschreibe das Zitierte alles - nur die "Politik", wie sie herkoemmlich verstanden wird,  kannst du dir an den Hut nageln!!!

Ansonsten: Breit grins - unsere Worte - http://www.fau.org

 :cheer:


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: handkey am 13. April 2008, 01:36:52
wollt hier höflicher Weise noch mal drauf hinweisen, daß:
Zitat
"Jedem nach seinem Fahigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!"
falsch zitert ist, bedeutungsschwangerer Weise heisst es:

Zitat
Jedem nach seinen Bedürfnissen, jeder nach seinen Fähigkeiten, wäre gerecht.

und so hab ichs auch geschrieben.

jedem gegeben nach seinen Bedürfnissen, jeder schafft seinen Fähigkeiten gemäß,

soll das nämlich heissen-

der andere Satz:

Zitat
"Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung!"

könnte theoretisch auch über Arbeitslagern prangen- so ähnlich klang so was...
edit: wollt´s lieber erklären-
es bestimmen ja wieder andere darüber- wie fähig du bist, was du wohl leistest, und was du darauf "verdient" hast.
Warencharackter der Beziehungen pur, ohne gleich an Arbeitslager zu denken, jedoch, in der Konsequenz gedacht...


ansonsten:
Danke für die Diskussionsvorlage und ich schließ mich schon mal meinem Vorredner an:

Ich unterschreibe das Zitierte alles - nur die "Politik", wie sie herkoemmlich verstanden wird, kannst du dir an den Hut nageln!!!

Fragend schreiten wir voran.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Postaldude am 13. April 2008, 01:45:31
@Joachimkuehnel
Zitat
Hast Du nicht die Jammerarie Rogowskis gelesen?

"Der frühere BDI-Präsident und Aufsichtsrat der Mittelstandsbank IKB, Michael Rogowski, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Vorstand des krisengeschüttelten Kreditinstituts. Der Aufsichtsrat habe sich "nie" mit den Milliardenrisiken durch die sogenannten Subprime-Kredite beschäftigen können, "weil das gar nie artikuliert wurde", sagte Rogowski in der ZDF-Sendung "Maybrit ILLNER

Ja ich hab mir die schow sogar Live und in Farbe angetan.
Bin da wie immer auch ganz deiner Meinung

Zitat
Allerdings sei die IKB "regelrecht gedrängt" worden, "über ihr nicht sehr einträgliches Mittelstandsgeschäft Geschäfte zu tätigen in der großen weiten Welt, um ihre Ertragskraft zu stärken - von Rating-Agenturen, von Finanzanalysten, vom Markt".

Hier möchte ich noch ergänzen das "normale" Menschen die sich im weitesten Sinn übers Ohr hauen lassen nicht die möglichkeit bekommen das der Steuerzahler ihre Schulden zahlt!

Ich glaube auch einem Rogowski nicht das die alle so ahnungslos waren, ich bin der Überzeugung das haben die Eiskalt kalkuliert und die wussten auch das man die Bank nicht vor die Hunde gehen läst.
Die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Postaldude am 13. April 2008, 02:23:09
@handkey
Zitat
Offensichtlich ist, dass ein staatlich - gesetzlich festgesetzter Mindestlohn immer ein Maximallohn für alle bleiben wird, das heisst,-die Bonzen müssen dann nicht mehr als das zahlen!
Und wenn der gesetzlich wird, kannste nicht tariflich dagegen streiken-
er ist ja Gesetz!
So ist das alles eine Augenwischerei, und natürlich eine Abschaffung der Tarifautonomie!!

Wenn hier jemand die Auffassung hat, bei einem gesetzlichen Mindestlohn käme in unserem Wirtschaftssystem eine "gerechte" Bezahlung dabei heraus, und nicht etwa die Entlohnung an der untersten Kante, auch noch mit der Verpflichtung, dafür zu arbeiten, hat er wohl die schmerzhaftesten Illusionen, die man in dieses System haben kann-

davon abgesehen, dass Gerechtigkeit sowieso nicht unter den Bedingungen von Lohnarbeit überhaupt herzustellen ist.

Jedem nach seinen Bedürfnissen, jeder nach seinen Fähigkeiten, wäre gerecht.

Musste wohl nochma gesagt werden...

Tach auch,

also den Ansatz find ich interessant, darüber habe ich wirklich noch nicht nachgedacht, dass unsere Herrenmenschen das tatsächlich als Maximallohn verstehen würden.

Aber ist es den nicht eigentlich so das jeder den Wert seiner Arbeit beziffern kann und diesen auch gegenüber seinem AG durchsetzen sollte, natürlich nach seinen Fähigkeiten.

Wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe setzt du voraus das die Menschen dazu nicht in der Lage sind?

Oftmals sehe ich das ähnlich, wenn ich von Menschen höre die für 3,80€ die Stunde irgendwelche Haare schneiden.
Ich kann das nicht verstehen, den dann muss man sich andere Wege suchen seine Existens zu sichern und ich meine wenn alle so Schlau wären dann hätten wir solche Löhne heute garnicht in Teutschland.

Ja und das ist doch meiner Meinung auch absolut Systemkonform, von wegen Preis und Nachfrage und so.

Auch ich bin allerdings der Meinung das diese System weg muss, ist ja offensichtlich das es nicht funktioniert.
Nur, bis es soweit ist muss man doch die schlimmsten auswüchse irgendwie halbwegs in den griff kriegen und dazu braucht man wohl momentan eine gewisse Basis die nicht mehr vorhanden zu sein scheint.

Ein gesetzlicher Mindestlohn wäre hier ein für alle vertändliches und anwendbares Rechtsmittel.

Gruß

PD


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sissy am 13. April 2008, 02:29:46
Haben wir villeicht den Bgriff "Globalisierung" von Anfang an falsch verstanden? Haben wir gedacht, dass es eine Angleichung auf dem höchsten Stand geben würde?; Dass es z.B  in Rumänien einen Mindestlohn von XXX auf der Höhe von vergleichbaren Löhnen der EU geben würde? Wer hat uns das versprochen? Wir arbeiten mit Hilfe der Globalisierung auf einen Mindestlohn XXX zu , der in Rumänien o.ä. üblich ist. Richtig? Und wer hat da alles gejubelt?
Irgendwann wird man uns wieder mit den "hungernden Völkern Afrikas" kommen ( der Anfang ist gemacht mit der Aussage:" Armut ist relativ!") Keine Frage - Armut kann sehr viel schlimmer aussehen, als unter H4!!!! Aber wenn hier und jetzt nicht der Anfang gemacht wird umzudenken, dann wird bei den " hungernden Völkern" auch nichts ankommen.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: antonov am 13. April 2008, 03:10:16
sicher ist eine gesetzliche festschreibung eines mindestlohnes keine lösung, eher eine notlösung

durch die globalisierungs-pampe sind die ja irgendwie den bach runter gegangen, hat ja alles wunderbar funktioniert

normal sollte sich jeder zu fein sein unter 10 euro zu arbeiten

aber ob das jetzt noch was nützt ist eine andere frage, das hätte man schon vor jahren machen sollen, bevor sich die oberen zehntausend die taschen voll gehauen haben


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Postaldude am 13. April 2008, 04:09:59
Zitat
aber ob das jetzt noch was nützt ist eine andere frage, das hätte man schon vor jahren machen sollen, bevor sich die oberen zehntausend die taschen voll gehauen haben
Es ist nie zu spät das Richtige zu tun!

Zitat
normal sollte sich jeder zu fein sein unter 10 euro zu arbeiten
Helfertätigkeiten versteht sich!

Gruß

PD


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: matten am 13. April 2008, 06:35:34
Zitat
Original von antonov
sicher ist eine gesetzliche festschreibung eines mindestlohnes keine lösung, eher eine notlösung

durch die globalisierungs-pampe sind die ja irgendwie den bach runter gegangen, hat ja alles wunderbar funktioniert

normal sollte sich jeder zu fein sein unter 10 euro zu arbeiten

aber ob das jetzt noch was nützt ist eine andere frage, das hätte man schon vor jahren machen sollen, bevor sich die oberen zehntausend die taschen voll gehauen haben

klar sollte das so sein 10euro die Stunde..aber dafür wurde ja von allen
Parteien das ..Instrument hartz4..geschaffen
Druck zwänge Ängste usw. und schon hat sich das erledigt
 :sark>


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Sektsauferle am 13. April 2008, 09:56:26
Zitat
Offensichtlich ist, dass ein staatlich - gesetzlich festgesetzter Mindestlohn immer ein Maximallohn für alle bleiben wird, das heisst,-die Bonzen müssen dann nicht mehr als das zahlen!  Und wenn der gesetzlich wird, kannste nicht tariflich dagegen streiken-  er ist ja Gesetz!

ihr macht mir angst ?(


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: schwarzrot am 13. April 2008, 11:06:44
Ja, keine angst Sektsauferle, der handkey baut hier scheinbar logische kausalketten zusammen, die bei licht betrachtet aber wirklich nichts miteinander zu tun haben.

Ich glaub' da ging seine liebe zu selbstorganisation und sein ablehnen von staatlicher gängelung mit ihm durch.  ;)

Zitat
handkey:
Offensichtlich ist, dass ein staatlich - gesetzlich festgesetzter Mindestlohn immer ein Maximallohn für alle bleiben wird, das heisst,-die Bonzen müssen dann nicht mehr als das zahlen!
Und wenn der gesetzlich wird, kannste nicht tariflich dagegen streiken-
er ist ja Gesetz!
So ist das alles eine Augenwischerei, und natürlich eine Abschaffung der Tarifautonomie!!

Wenn hier jemand die Auffassung hat, bei einem gesetzlichen Mindestlohn käme in unserem Wirtschaftssystem eine "gerechte" Bezahlung dabei heraus, und nicht etwa die Entlohnung an der untersten Kante, auch noch mit der Verpflichtung, dafür zu arbeiten, hat er wohl die schmerzhaftesten Illusionen, die man in dieses System haben kann-
'Offensichtlich' ist vor allem, dass die betroffenen immer ihr persönliches funktionieren in der hand haben. Sie könnten sich vor allem auch mal daran erinnern, dass vernünftige löhne eben nicht vom himmel fallen, sondern dass dafür ihre eltern und grossväter/mütter unter vollem risiko gestreikt und gelitten haben.
Das hat dann gar nix mit mindestlohn zu tun, aber schaden tut der auch nicht, weil er nach unten zumindest eine marke bildet?

2. Ob gegen einen mindestlohn nicht gesteikt werden kann, lass ich mal offen (ich glaube mit einem generalstreik kann gegen alles gestreikt werden, bestimmt sogar gegen einen etwaigen mindestlohn?  :]). Aber warum sollen leute die den mindestlohn bekommen sich dann nicht mehr organisieren können und für bessere löhne streiten? Dies hat wieder gar nix mit dem mindestlohn zu tun, sondern mit den betroffenen arbeitern, mit ihrer organisationsfähigkeit. Ich denke nicht, dass ein mindestlohn sich negativ auf die organisation der arbeiter auswirken sollte, zumindest nicht mehr als KEIN mindestlohn. Geschichtlich gesehen, sind es sogar eher die etwas besser verdienenden arbeiter, deren organisationsfähigkeit höher liegt.

3. tarifautonomie: Die mehrheit der europäischen staaten hat inzwischen einen mindestlohn, der tarifautonomie hat das dort nicht geschadet. Mir kommt es sogar so vor, als ob besagte 'tarifautonomie' grad hier in doofland total im 'arsch ist (wenn wir mal die GDL aussen vor lassen). Letzte korruptions/puffbesuchsfälle zeigen eher, dass die reformistischen gewerkschaftsteile fast total die vorgaben der unternehmer erfüllen. Gar nicht zu reden davon, dass sich millionenschwere unternehmerverbände inzwischen sogar ganze gewerkschaften kaufen. Geht es hier noch schlechter? Nein.

4. eine 'gerechte' entlohnung gibt es nicht, die kann daher auch nicht mittels mindestlohn kommen. Mindest-lohn ist immer nur das mindeste.
Eine verpflichtung zu arbeiten haben wir de-facto schon längst (H-IV), zum glück scheisst dem konzept immer noch dazwischen, dass eben nie so viele a-plätzchen da sind, wie leute die arbeiten wollen. Hat also auch wieder nix mit mindestlohn zu tun. Auch hier gilt wieder das gegenteil, vermutlich könnten findige 1€-jobber etc. sogar dann gegen ihre zwangsarbeit unterhalb des mindestlohns streiten, gäbe es ihn erstmal.

Bei aller verständlichen depri die in handkeys beitrag mitschwingt und die aufkommen kann, schaut mensch sich die letzten tarifauseinandersetzungen an. Wir dürfen aber dabei nicht vergessen, dass viele der letzten tarifabschlüsse von den reformistischen gewerkschaftsteilen im hinterzimmer (puff?) ausgekungelt wurden: Die streikbereitschaft der arbeiter war oftmals sehr hoch, wurde nur durch ihre gewerkschaftfunktionäre ausgebremst.

Ich teile die meinung von Postaldude:
Zitat
Zitat
Es ist nie zu spät das Richtige zu tun!

Zitat:
normal sollte sich jeder zu fein sein unter 10 euro zu arbeiten

Helfertätigkeiten versteht sich!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: antonov am 13. April 2008, 13:48:03
Zitat
Es ist nie zu spät das Richtige zu tun!
der meinung bin ich ja auch  :)

ich befürchte nur das wir jetzt schon an einem punkt sind wo man alle paar monate den mindestlohn anheben müsste weil einige wenige schon so viel kapital angehäuft haben


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Postaldude am 13. April 2008, 19:18:30
Zitat
ich befürchte nur das wir jetzt schon an einem punkt sind wo man alle paar monate den mindestlohn anheben müsste weil einige wenige schon so viel kapital angehäuft haben
 

Wenn wir ihn erstmal haben was spricht dann dagegen ihn regelmäßig anzuheben?


Gruß

PD


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: handkey am 14. April 2008, 00:29:29
Zitat
'Offensichtlich' ist vor allem, dass die betroffenen immer ihr persönliches funktionieren in der hand haben. Sie könnten sich vor allem auch mal daran erinnern, dass vernünftige löhne eben nicht vom himmel fallen, sondern dass dafür ihre eltern und grossväter/mütter unter vollem risiko gestreikt und gelitten haben.
Aber damit, schwarzrot, sagste ja nix anderes als ich meine, nämlich, dass gegen Realllohnabbau, für die paar Kopeken mehr, wir uns immer aus unserem Antrieb heraus einsetzen müssen und mussten.

Zitat
(ich glaube mit einem generalstreik kann gegen alles gestreikt werden, bestimmt sogar gegen einen etwaigen mindestlohn?
Richtig- weil ein Generalstreik generell ist-
Wenn Generalstreik ers mal Thema hier ist, ist der Mindestlohn nicht mehr unser größtes Problem, oder?

Und auch postal hat gesehen:
Zitat
Zitat:
ich befürchte nur das wir jetzt schon an einem punkt sind wo man alle paar monate den mindestlohn anheben müsste weil einige wenige schon so viel kapital angehäuft haben

Wenn wir ihn erstmal haben was spricht dann dagegen ihn regelmäßig anzuheben?

dass das anheben oder nicht dann immer noch an unserer Kampfbereitschaft
liegt.
Ein  Mindestlohn, der dabei nur die Preise anhebt, und damit unsere Situation beim Alten lässt, wäre unterm Strich ja auch nix als weiterer Kaufkraftverlust -

ich finde das Argument:
Zitat
4. eine 'gerechte' entlohnung gibt es nicht, die kann daher auch nicht mittels mindestlohn kommen. Mindest-lohn ist immer nur das mindeste.
Eine verpflichtung zu arbeiten haben wir de-facto schon längst (H-IV), zum glück scheisst dem konzept immer noch dazwischen, dass eben nie so viele a-plätzchen da sind, wie leute die arbeiten wollen. Hat also auch wieder nix mit mindestlohn zu tun. Auch hier gilt wieder das gegenteil, vermutlich könnten findige 1€-jobber etc. sogar dann gegen ihre zwangsarbeit unterhalb des mindestlohns streiten, gäbe es ihn erstmal.

ziemlich gut, macht es die sache mit dem "gerecht doch sehr deutlich-
und es ist bei so Begriffen wie "Sonderwirtschaftszonen" leider nicht meiner schwarzmalerei anzulasten, auf welchen Gebieten so ne Regierung dann Ausnahmen von der Mindestlohnregel festschreibt.
Als sicher hab ich aus dieser Diskussion nur entnommen, dass wir, ob der gesetzliche Mindestlohn "kommt" oder nicht, uns nicht auf eine Verbesserung unserer Lage "von oben" nicht verlassen , sondern uns weiterhin nicht den Schneid abkaufen lassen dürfen und uns einsetzen müssen.

Zitat
Wir dürfen aber dabei nicht vergessen, dass viele der letzten tarifabschlüsse von den reformistischen gewerkschaftsteilen im hinterzimmer (puff?) ausgekungelt wurden: Die streikbereitschaft der arbeiter war oftmals sehr hoch, wurde nur durch ihre gewerkschaftfunktionäre ausgebremst.

Richtig.
Auch daraus schliesse ich nun mal, dass wir die Kämpfe um den kleinen wie den ganzen Shice in die eigenen Hände nehmen müssen.

Ich hab auch schon nix dagegen, wenn hier jemand für gesetzliche Festlegung des Nichtunterschreitens eines Mindestlohnes ist- aber die Diskussion hat hoffentlich gezeigt, dass wir dabei wachsam bleiben müssen, was für ein Gesetz dabei herauskommt- immer bedacht, wer hier welche Gesetze in wessen Interesse macht.

Angst einjagen wollte ich hier niemand, Sekti! - nur Wachsamkeit


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 22. Juli 2008, 16:25:55
Leipziger Volkszeitung, Lokalausgabe Leipzig, vom 22. Juli 2008

„Völlig untauglich“ - Politiker üben scharfe Kritik an Mindestlohn-Vorschläge von Michael Weichert

Der Leipziger Landtagsabgeordnete Michael Weichert steht im Kreuzfeuer der Kritik. SPD, Linke und CDU widersprachen dem Bündnisgrünen in Sachen Mindestlohn heftig.

Weichert hatte sich (die LVZ berichtete), für einen gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen. Zugleich hatte der Politiker, der auch dem Stadtrat angehört, allerdings mehr Flexibilität gefordert. Es müsse zur Kenntnis genommen werden, so Weichert, dass es in Ostdeutschland vor allem kleine und mittlere Unternehmen gebe, „die diesen Mindestlohn nicht zahlen können“. Weichert hatte angeregt, in solchen Fällen etwa die Differenz zum Mindestlohn auf Urlaubskonten anzusparen.

SPD-Vorsitzender Gernot Borriss konterte, „ein bisschen Mindestlohn geht nicht“. Hier brauche es Konsequenz und eine klare Hausnummer, „nämlich 7,50 Euro pro Stunde“. Mit dem Mindestlohn verbinde sich das sozialpolitische und ordnungspolitische Ziel, dass Menschen mit einem Einkommen aus einer Vollzeitstelle ohne aufstockende Sozialleistungen auskömmlich leben könnten, so Borriss. Er unterschlug dabei allerdings, dass auch bei einem Mindestlohn von 7,50 Euro je Stunde oftmals ergänzende Hilfen erforderlich sind.

Weicherts Vorschläge, sagte Borriss weiter, seien außerdem nicht praktikabel. „Menschen mit Niedriglöhnen können Lohnbestandteile nicht zwangsweise ansparen.“ Sie brauchten das Geld, um Monat für Monat über die Runden zu kommen.

Ähnlich urteilte Dietmar Pellmann (Linke). Die Vorschläge von Weichert seien nicht nur halbherzig, sondern „völlig untauglich“.

Würden sie umgesetzt, wäre dies eine Verfestigung des wirtschaftlichen Rückstandes Leipzigs gegenüber vergleichbaren Metropolen.

Pellmann verwies darauf, dass die Stadt bereits heute die Kommune der Minijobs und Niedriglöhne sei. Zudem liege das durchschnittliche Arbeitnehmerentgelt mit jährlich 27 848 Euro unter dem von Zwickau (30 930) oder Dresden (29 547). Diese Unterschiede führten eher zu einer weiteren Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte. Pellmann: „Was soll ein verlängerter Urlaub, wenn das Geld fehlt, ihn sinnvoll zu verbringen?“. Deshalb brauche es, so der Landtagsabgeordnete, „den gesetzlichen Mindestlohn ohne Wenn und Aber“.

CDU-Stadtrat Gerd Heinrich sagte, Mindestlöhne seien höchstens dann sinnvoll, wenn die Tarifparteien sich darauf einigten.

Gesetzliche Regelungen seien ein Eingriff in die Tarifautonomie. Das lehne er entschieden ab. Heinrich, der selbst Unternehmer ist, bezweifelte, dass in den kleinen und mittelständischen Betrieben eine Mindestlohn praktikabel sei. Es würde das Lohnniveau insgesamt heraufsetzen und so dazu führen, dass die Firmen ihre Aufträge neu, höher kalkulieren würden. Doch es sei mehr als zweifelhaft, ob die Kunden das auch bezahlen würden. Die Folge wäre zunehmende Schwarzarbeit. „Damit knabbern wir wieder an der Problematik der Arbeitslosenzahlen“, warnte Heinrich.

Ulrich Milde


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Troll am 25. Juli 2008, 09:38:45
Zitat
Topfschlagen Neue Studie: Die üblichen Mindestlohn-Gutachten taugen nichts!
Der Freiburger Ökonom Fitzenberger, alles andere als ein Anhänger des Mindestlohns, hat die einzelnen Mindestlohn-Studien auf ihre innere Logik und die Gültigkeit der gemachten Annahmen untersucht. Dass es hierzu bislang keine breitere Diskussion gegeben hat, wirft ein bezeichnendes Licht auf die deutsche Ökonomenzunft. Überfällig war sie, wie die Ergebnisse von Professor Fitzenberger zeigen. Sie stellen eine schallende Ohrfeige für die Autoren der bisher sich auf dem Markt befindlichen Mindestlohn-Studien dar. Annahmen willkürlich, Ergebnisse weitgehend unhaltbar! Professor Fitzenberger stellt den Mindestlohn-Gutachten, die sich in der Höhe angeblicher Beschäftigungsverluste gegenseitig über-trumpften, ein verheerendes Zeugnis aus: Qualitätsurteil mangelhaft!
Quelle: Wirtschaftspolitische Informationen 4/2008 ([url]http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/080725%20Mindestlohnkampagne.pdf[/url])

Quelle: NachDenkSeiten ([url]http://www.nachdenkseiten.de/?p=3356#more-3356[/url])


Wer hätte das gedacht?!


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 25. Juli 2008, 13:02:08
Zu dieser Mindestlohnstudie von ver.di:

"... Je höher der Lohn, desto geringer die Nachfrage der Unternehmer nach Arbeit und umgekehrt. Dass höhere Löhne auch höhere Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen bedeuten, wird völlig ausgeblendet. ..."

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/080725%20Mindestlohnkampagne.pdf - Wirtschaftspolitische Informationen – ver.di Bundesvorstand Berlin, S. 4 unten

Die bürgerlichen Ökonomen blenden mit dieser Hypothese völlig aus, daß eine Belegschaft, die leistungsgerecht bezahlt wird, besser motiviert und zufrieden ist, das Betriebs- und Arbeitsklima ruhig und ausgeglichen ist. Produktivitätssenkendes Mobbing wird unnötig, sobald man beweist für welche erbrachten Arbeitsleistungen und Arbeitsergebnisse der höhere Lohn oder das höhere Gehalt gezahlt wird. Wer unter den Bedingungen des Leistungsprinzips gemeinschaftlich arbeitet, der spornt sich und die KollegInnen an, einfallsreich und kreativ eine höhere Produktqualität und absetzbare Produktmenge zu erzielen. Wer mehr verdient, stellt höhere Ansprüche an die auf dem Markt angebotenen Gütern und Leistungen.

----------------------------------------------------

"... Eine andere Möglichkeit etwas zu den Wirkungen eines Mindestlohns auf die Beschäftigung zu erfahren, stellt der Versuch dar, Gruppen von Beschäftigten in der Realität, also empirisch, zu vergleichen. Dazu muss man eine Gruppe finden, in der Mindestlöhne eingeführt worden sind. Und eine andere vergleichbare Gruppe, wo das nicht passiert ist. Auf diese Weise wurden zum Beispiel von König und Möller die Effekte der Einführung eines Mindestlohns für das Baugewerbe 1997 untersucht.

8) Vgl. König, M./Möller, J.: Mindestlohneffekte des Entsendegesetzes? Eine Mikrodatenanalyse für die deutsche Bauwirtschaft, IAB Discussion Paper, Nr. 30, 2007.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass es in Westdeutschland sogar zu einem Anstieg der Beschäftigung im Baugewerbe gekommen sei. In Ostdeutschland wurden demgegenüber Beschäftigungsverluste festgestellt. Allerdings war die Bauwirtschaft ab 1997 in Ostdeutschland in eine tiefe Krise geraten, so dass Beschäftigungsverluste hier kaum mit dem Mindestlohn, als vielmehr mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung zu erklären sein dürften. ..."

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/080725%20Mindestlohnkampagne.pdf - Wirtschaftspolitische Informationen – ver.di Bundesvorstand Berlin, S. 6 unten

Für seriöse Auswertungen ist es das Mindeste Gruppen- und Klassenbildungen vorzunehmen. Nur wenn man Datenmaterial mit gleichen oder ähnlichen Eigenschaftswerten vorfindet, kann man die darauf wechselseitig einwirkenden negativen oder positiven Einflüsse objektiv beurteilen.

Wer in den neuen Bundesländern seinem Bauberuf nachging, war weitestgehend in einem rechtsfreiem Wild-Ost-Raum, denn viele AG kehrten dem Flächentarifvertrag dem Rücken.

a) Diese Unternehmer lieferten sich gegenseiting einen ruinösem Konkurrenzkampft bis zur eigenen Betriebsinsolvenz.
b) Es kamen zuviel kleine Existenzgründer auf, die als Einsteiger zusätzlich die Marktpreise mit Dumping versauten.
c) Die Billigkonkurrenz aus den neuen EU-Mitgliedsländern weiter öst- und südlich verstärkten zusätzlich die Marktpreise im östlichem Deutschland.
d) Einziger Ausweg: Pendeln oder gleich Übersiedeln in den Westen oder die Flucht ins Ausland. Gingen Bauarbeiter mit ihren ostdeutschen Baubetrieben zu westdeutschen Baustellen, so erhielten sie an diesen westdeutschen Arbeitsplätzen nicht einmal nach dem Entsendegesetzgesetz den Westlohn, sondern immer noch Ostlohn, was rechtswidrig ist.

----------------------------------------------------

"... Diese nachweislich positiven Auswirkungen spielen in keinem der diskutierten Mindestlohngutachten eine Rolle. Auch nicht bei der richtigen und wichtigen Kritik von Professor Fitzenberger an den Mindestlohn-Gutachten. Darüber hinaus bleibt bei ihm eine weitere grundsätzliche Kritik ausgeblendet: Die Tatsache, dass alle erwähnten Gutachten auf einer einseitigen angebotsseitigen Betrachtung beruhen. Löhne kommen nur als Kosten vor. Die Logik: Höhere Lohnkosten verteuern die Produktion, Preise steigen, die Nachfrage sinkt und damit kommen Produktion und Beschäftigung unter Druck. Damit seien letztlich die Beschäftigten die Dummen!

Löhne werden von der herrschenden Ökonomie nur als Kosten betrachtet. Kein Wunder, dass dann Gutachten zu negativen Beschäftigungseffekten von Mindestlöhnen kommen.

Dass Löhne aber auch Einkommen sind und die Massennachfrage maßgeblich bestimmen, bleibt gänzlich ausgeblendet. Deshalb sind Gutachten, die nur die Kostenseite berücksichtigen, prinzipiell ungeeignet, die Gesamtwirkung der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns angemessen zu beurteilen. Gleiches gilt für empirische Studien, die sich mit den Wirkungen der Einführung von Mindestlöhnen beschränkt auf einzelne Branchen beschäftigen. Denn mit Blick auf die Massennachfrage stellt es einen erheblichen Unterschied dar, ob in einer Branche die Löhne mindestens auf das Mindestlohnniveau steigen oder in der gesamten Wirtschaft.

Insofern kann die Wirkung der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns auf die Beschäftigung nur mittels einer gesamtwirtschaftlichen Herangehensweise ermessen werden. Löhne sind nicht nur als Kosten, sondern maßgeblicher Nachfragefaktor. Auch Verteilungseffekte und das spezifische Ausgabeverhalten unterschiedlicher Einkommensklassen sind zu berücksichtigen. ..."

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/080725%20Mindestlohnkampagne.pdf - Wirtschaftspolitische Informationen – ver.di Bundesvorstand Berlin, S. 8 Mitte bis unten

----------------------------------------------------

"... Makroökonomische Simulation der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns

ver.di hat folgendes Szenario mit einem vielfach bewährten gesamtwirtschaftlichen Modell für Deutschland ökonometrisch durchrechnen lassen: Was passiert in Deutschland, wenn

- ein gesetzlicher Mindestlohn von 7,50 Euro eingeführt wird,
- dieser Mindestlohn schrittweise auf 9,00 Euro erhöht wird,
- und er dann jeweils in Höhe des verteilungsneutralen Spielraums (Inflationsrate plus Produktivitätsanstieg) steigt?

Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen: 11) Vgl. Bartsch, Klaus: Gesamtwirtschaftliche Wirkungen der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland auf der Basis der Konzeption der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Eine aktualisierte Simulationsstudie mit dem makroökonometrischen Deutschlandmodell LAPROSIM, Neuendorf 2007 (http://wipo.verdi.de/dokumente/data/mindestlohn_studie_mai_07.pdf).

Durch die Einführung und die folgende Anhebung des Mindestlohns auf 9,00 Euro wird die Einkommenslage von bis zu vier Millionen Vollzeitbeschäftigten und etwa fünf Millionen geringfügig und Teilzeitbeschäftigten – zum Teil deutlich – verbessert.

Menschen mit niedrigen Einkommen geben praktisch jeden zusätzlichen Euro vollständig aus. Zum Sparen kommen sie erst gar nicht. Deshalb würde die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns die Binnennachfrage sofort deutlich stärken. Durch den ausgelösten Konsumschub würden zunächst rund 450.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Die anfänglichen Wachstums- und Beschäftigungswirkungen würden sich der Studie zufolge längerfristig allerdings aufgrund zeitverzögert wirkender Preis- und Rationalisierungseffekte teilweise wieder zurückbilden. Langfristig blieben aber Beschäftigungsgewinne in Höhe von durchschnittlich rund 100.000 Arbeitsplätzen übrig. Ohne Einführung des gesetzlichen Mindestlohns gäbe es diese zusätzlichen Arbeitsplätze nicht. Vor allem aber: Der Niedriglohnsektor würde bleiben und sich weiter ausbreiten.

Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland würde nicht Beschäftigung kosten, sondern dauerhaft sogar rund 100.000 Arbeitsplätze schaffen!

Die Ergebnisse der Untersuchung für Deutschland decken sich mit den Resultaten zahlreicher anderer Studien zum Zusammenhang von Mindestlöhnen und Beschäftigung in vergleichbaren Ländern mit bereits bestehenden Mindestlohnregelungen. 12) Vgl. insbes. OECD Employment Outlook 1998, Paris 1998; Ragacs, Christian: Mindestlöhne und Beschäftigung: Ein Überblick über die neuere empirische Literatur; Wirtschaftsuniversität Wien, Working Paper, Nr. 25, Wien 2003; Schulten, Thorsten/Bispinck, Reinhard/Schäfer, Klaus (Hrsg.): Mindestlöhne in Europa, Hamburg 2006.

Zudem gibt es in 20 von 27 EU-Ländern bereits einen gesetzlichen Mindestlohn. Alle hatten in den letzten Jahren eine bessere Beschäftigungsentwicklung als Deutschland. ..."

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/080725%20Mindestlohnkampagne.pdf - Wirtschaftspolitische Informationen – ver.di Bundesvorstand Berlin, S. 9/10

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Zitat
Gegen Mindestlöhne ist, wer zu den Profiteuren von zunehmend maßlosem Lohndumping gehört. Gegen Mindestlöhne ist auch, wer die Empfänger von „Hartz IV“ zur allgemeinen Lohndrückerei benutzen will.


Titel: Mindestlohn
Beitrag von: Strombolli am 27. Juli 2008, 14:44:15
...und die Taschen voller Geld?

Meine Prophezeihungen: Deutschland, Indien, Ostblock, China und dann?

Die Löhne in China werden langsam zu hoch für ADIDAS (http://www.n-tv.de/999813.html)

Von der Bude kann ich mir eh keine Schuhe leisten, und wenn würde ich sie mir aus diesem (o.g.) Grund nicht kaufen.

Wilder, ungezügelter Hass! Es wird immer schlimmer.


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 25. Juni 2010, 10:40:23
Zitat
Tausende Firmen unterlaufen den Mindestlohn

Mindestlöhne sollen Millionen Arbeitern eine vergleichsweise faire Bezahlung garantieren, doch das Gesetz hat eklatante Lücken: Tausende Firmen unterlaufen die Untergrenzen für Gehälter - weil die Behörden Verstöße nicht streng genug kontrollieren, heißt es in einem Bericht der Regierung.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,702755,00.html (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,702755,00.html)


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Auferstanden am 25. Juni 2010, 20:53:46
kein Wunder iin diesem auf Sklaverei aufgebauten Rechtssystem.


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 29. Februar 2016, 14:24:34
Aktuelle Zahlen:

(http://cdn4.spiegel.de/images/image-963023-breitwandaufmacher-evhg-963023.jpg)


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: BGS am 05. März 2016, 23:21:23
Wieso fehlen da etliche Länder? Spielen keine Rolle?

Bertelsmann-Germany strikes again? Ingmar Kamprad also?

MfG

BGS


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Rudolf Rocker am 06. März 2016, 11:14:06
Zitat
Wieso fehlen da etliche Länder? Spielen keine Rolle?
Stimmt! Das ist mir gar nicht aufgefallen! Es fehlen z.B. sämtliche skandinavischen Länder!


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 07. Oktober 2017, 09:10:24
Bei den DGB Gewerkschaften fällt die IG Bau gelegentlich positiv auf...

Zitat
IG-BAU
Forderung nach Mindestlohn über zehn Euro

Die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt setzt sich für eine deutliche Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns ein.


IG-BAU- Chef Feiger sagte der Nachrichtenagentur DPA, die neue Bundesregierung müsse nicht nur an dem Erfolgsmodell festhalten, sondern auch die Basis des Mindestlohns deutlich auf einen zweistelligen Betrag erhöhen. Wer 45 Jahre lang in Vollzeit beschäftigt sei, sollte im Alter nicht auf die Grundsicherung angewiesen sein. Das sei mit dem gegenwärtigen Mindestlohn von 8 Euro 84 pro Stunde nicht möglich.
http://www.deutschlandfunk.de/ig-bau-forderung-nach-mindestlohn-ueber-zehn-euro.1939.de.html?drn:news_id=800851 (http://www.deutschlandfunk.de/ig-bau-forderung-nach-mindestlohn-ueber-zehn-euro.1939.de.html?drn:news_id=800851)

Nur finde ich eine Forderung unterhalb von 12 € relativ witzlos.


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: counselor am 07. Oktober 2017, 10:14:09
Nur finde ich eine Forderung unterhalb von 12 € relativ witzlos.
Sehe ich auch so!


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Rudolf Rocker am 08. Oktober 2017, 13:22:59
12 € sind auch über 10 €! ;D

IG BAU! IG BAU! IG BAU!


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 19. Oktober 2017, 09:32:18
Zitat
Nach der Einigung steigt der Mindestlohn für Hilfsarbeiter nun ab Januar 2018 bis März 2019 in zwei Schritten auf 12,20 Euro, was nach Angaben der Arbeitgeber einer jährlichen Erhöhung von rund vier Prozent entspricht. Für Facharbeiter klettert die Untergrenze in Westdeutschland um rund 1,7 Prozent pro Jahr auf 15,20 Euro, in Berlin auf 15,05 Euro. Der Tarifvertrag läuft bis Ende 2019.
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/einigung-in-baubranche-12-20-euro-statt-nur-den-mindestlohn/20470850.html (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/einigung-in-baubranche-12-20-euro-statt-nur-den-mindestlohn/20470850.html)


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: shitux am 20. Oktober 2017, 12:08:17
Für Facharbeiter klettert die Untergrenze in Westdeutschland um rund 1,7 Prozent pro Jahr auf 15,20 Euro

Schon schwierig und obendrein feist dies als Erfolg zu " verkaufen"  bei einer aktuellen Inflation v. 1,8% pro Jahr. Und im Vergleich zu den prozentualen Anstiegen der Reichen- die sich so regelmäßig um die 5 bis 7%/ Jahr bewegen- ziemlich abgehängt.

Aber ich bin natürlich völlig maßlos und aus der Zeit gefallen sollte ich ähnliche Steigerungen für AN und kampfbereite Gewerkschaften die das durch setzen fordern ....


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Rudolf Rocker am 29. Januar 2018, 11:01:04
Zitat
Millionen arbeiten ohne Mindestlohn
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/mindestlohn-studie-101.html (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/mindestlohn-studie-101.html)


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 29. Januar 2018, 13:10:31
Wenn es so ein Massenphänomen ist, sollten wir uns fragen, wie man darauf reagieren soll?

Hoffen, daß die Leute in die Gewerkschaft eintreten und dann über gewerkschaftlichen Rechtsschutz den Mindestlohn einklagen?

Das wird nicht passieren. Die Betroffenen sind Lichtjahre von der Gewerkschaft entfernt.

Eigentlich wäre es eine Chance für all diejenigen, die der Gewerkschaft eine eher negative gesellschaftliche Rolle zuschreiben. Aber wie kann man alternativ zur Gewerkschaft aktiv werden und beweisen, daß es besseres gibt, als dem DGB beizutreten?

Letztendlich sind das Fragen, an deren Beantwortung man ablesen kann, in wie weit man uns als linke Aktivisten überhaupt ernst nehmen kann...


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Rudolf Rocker am 29. Januar 2018, 15:00:42
Ich sehe überhaupt kein Problem darin, für "klassische Gewerkschaftsarbeit" auch die Strukturen der bestehenden Gewerkschaften zu nutzen.
Eine arbeitsfähige Parallelstruktur inklusive Beratung und Rechtsschutz auf die Beine zu stellen halte ich für utopisch! Vor allem, wenn dafür keine Mittel zur verfügung stehen (Mitgliedsbeitrag).

Nebenbei kann natürlich jeder einzelne in seinem Umfeld (Betrieb, Freundeskreis, Familie) darauf Hinweisen. Also quasi als Multiplikator dienen.


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Fritz Linow am 02. Februar 2018, 22:57:48
Seinerzeit wurde eine Ausnahme des Mindestlohns für Zeitungszusteller beschlossen, die mittlerweile nicht mehr gilt. Doch die Politik weiß sich zu helfen:

Zitat
(...)
Auch sollen Zeitungsverlage bei geringfügig Beschäftigten von den Sozialversicherungsbeiträgen entlastet werden, was 250 Millionen Euro kosten wird, wie Fraktionschef Volker Kauder ankündigte.
(...)

http://www.handelsblatt.com/my/politik/deutschland/groko-verhandlungen-vernunftehe-auf-zeit/20906376.html?ticket=ST-1077132-2FZBY10BF5ZvKPvbbkER-ap1 (http://www.handelsblatt.com/my/politik/deutschland/groko-verhandlungen-vernunftehe-auf-zeit/20906376.html?ticket=ST-1077132-2FZBY10BF5ZvKPvbbkER-ap1)

Rein theoretisch müsste diese Entlastung an die Beschäftigten weitergegeben werden (kleiner Scherz, wird nicht passieren). Der Mindestlohn wird unter Absegnung der Gewerkschaften beschlossen und das war's. Diese "klassische Gewerkschaftsarbeit" ist ja so klassisch nicht und die wollten ganz früher durchaus mal mehr. Da könnte man ja ansetzen, um arbeitsfähige Parallelstrukturen zu entwickeln, halt mit mehr Fantasie und nicht nur Rechtsschutz.

Ich habe die Befürchtung, dass die Fachos diese Lücke erkennen und sich die Linken die Butter vom Brot nehmen lassen.
(Mindestlohn ist nur ein Beispiel)


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Rudolf Rocker am 03. Februar 2018, 11:46:24
Zitat
Ich habe die Befürchtung, dass die Fachos diese Lücke erkennen und sich die Linken die Butter vom Brot nehmen lassen.
Genauso sind sie aber auch dabei die "klassischen Gewerkschaften" zu unterwandern.

Zitat
Da könnte man ja ansetzen, um arbeitsfähige Parallelstrukturen zu entwickeln, halt mit mehr Fantasie und nicht nur Rechtsschutz.
Da fällt mir die eine oder andere FAU- Gruppe ein und da fängt es schon mit dem Begriff "arbeitsfähig" an.
Wenn mich ein Kollege um Hilfe fragt, kann ich ihn nur an eine Organisation verweisen, bei der er diese Hilfe auch erwarten kann.
Arbeitsfähige Parallelstrukturen aufzubauen ist natürlich, langfristig gesehen, ein guter Ansatz (Konkurrenz belebt das Geschäft!). Kurz- bis Mittelfristig sehe ich da momentan, nicht mal ansatzweise, Strukturen.


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: tleary am 06. Februar 2018, 10:11:29
Ganz einfach: Eine Konkurrenzgewerkschaft gründen! - Aber als das bei der Bahn sogar einmal klappte, und eine etwas radikalere Gewerkschaft (GdL) der "Transennet" (DGB-Gewerkschaft) tatsächlich mit Streiks und höheren Lohnforderungen Konkurrenz machte, zogen die DGB-Oberen samt Bundestagsabgeordneten (allen voran die Arbeitsministerin Nahles) an einem Strang, und setzten dieses "Tarifeinheitsgesetz" auf.
Ich glaube man sollte doch besser zum Sektierer werden, und gleich die Abschaffung dieses ganzen kapitalistischen Scheißsystem fordern, weil es wirklich nur schädliche Wirkungen für die Arbeiterklasse bringt. In Zeiten von Globlisierung und etlichen proletarischen Reservearmeen ist gewerkschaftlicher Kampf zu einer sehr stumpfen Waffe geworden. Noch dazu, wenn dieser lächerliche Arbeiterverräterverein genannt DGB partout keinen Klassenkampf führen will und immer und immer wieder die "Sozialpartnerschaft" betont. Am Lohndrücken für ihr Klientel sind IG Metall & Co. ja schon seit beinahe 30 Jahren.


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 06. Februar 2018, 20:37:31
Arbeitsfähige Parallelstrukturen aufzubauen ist natürlich, langfristig gesehen, ein guter Ansatz (Konkurrenz belebt das Geschäft!). Kurz- bis Mittelfristig sehe ich da momentan, nicht mal ansatzweise, Strukturen.

Wolltest du vielleicht eher taríffähige Parallelstrukturen sagen?
Ich bin nicht der Meinung, daß wir die Erwartungen so hoch hängen sollten. Wir sollten uns einfach nicht von diesem Scheißapparat DGB abhängig machen und unabhängig diskutieren und unabhängig Erfahrungen und Diskussionsergebnisse verbreiten. In diesem Sinne stellt chfduzen bereits eine unabhängige und arbeitsfähige struktur dar. Etwas real greifbareres wären Veranstaltungen, regelmäßige Treffen oder Kollegeninfos wie Leihkeule oder Quote. Schritt für Schritt. Eine tariffähige Gewerkschaft kann ein Fernziel sein, muß aber nicht...


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Rudolf Rocker am 06. Februar 2018, 21:05:54
Zitat
Wolltest du vielleicht eher taríffähige Parallelstrukturen sagen?
Naja, tariffähige Strukturen setzen arbeitsfähige Strukturen voraus, denke ich mal.

Zitat
In diesem Sinne stellt chfduzen bereits eine unabhängige und arbeitsfähige struktur dar.
Naja, die Kollegen die hier auftauchen habe ich alle an die Gewerkschaft verwiesen, weil wir hier sowieso keine Rechtsberatung machen können und weil hier sowieso keiner Fragen zum TV oder RTV in bestimmten Branchen beantworten kann.
Eine rechtsichere Beratung gehört für mich aber zu einer arbeitsfähigen Struktur. Grade wenn es um arbeitsrechtliche Fragen geht.



Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 06. Februar 2018, 21:24:57
Willst du dir nicht vorstellen, daß ein Leben jenseits des DGB möglich ist, oder provozierst du aus reiner Langeweile hier herum?

Wenn ich sage, "du darfst dir das nicht gefallen lassen", dann ist das bereits eine Beratung.
Wenn ich sage, nimm dir einen Anwalt, dann ist es auch eine.

Wenn ich sage, du solltest deinem Disponenten oder Vorarbeiter die Fresse polieren, dann ist es auch eine Beratung, wenn jemand das denn auch macht, war es bereits eine arbeitsfähige Struktur.

Wenn du dir Auseinandersetzungen jenseits von Tarifverträgen und Arbeitsgerichten nicht vorstellen kannst, kann ich dir auch nicht helfen.


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Rudolf Rocker am 06. Februar 2018, 21:43:31
Dafür brauche ich aber keine Gewerkschaft und somit auch keine gewerkschaftsähnlichen Parallelstrukturen!

Zitat
Wenn ich sage, du solltest deinem Disponenten oder Vorarbeiter die Fresse polieren, dann ist es auch eine Beratung, wenn jemand das denn auch macht, war es bereits eine arbeitsfähige Struktur.
Ich nenne sowas "ins offene Messer laufen lassen"!
Wie ich schon sagte: Eine rechtsichere Beratung gibt es hier nicht, sondern nur dumme Sprüche über deren Konsequenzen nicht nachgedacht wird!
Oder holst Du den Kollegen aus der Scheiße wenn er wegen Körperverletzung verurteilt wird und seinen Job los ist?


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 06. Februar 2018, 22:52:39
Du bist der einzige, der davon geredet hat, daß man eine Gewerkschaft oder "gewerkschaftsähnliche" Parallelstrukturen braucht.

Mir geht es allein darum, daß es wichtig ist, auch außerhalb von DGB Strukturen zu diskutieren und zu handeln.
Ich halte es für nützlich, wenn man dafür die Voraussetzungen verbessert. Wie man es macht und ob das "gewerkschaftsähnlich" sein muß, bleibt auszuprobieren.


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 06. Februar 2018, 22:58:30
Zitat
rechtsichere Beratung

Wenn dir wirklich nichts besseres einfällt, kannste dich ja beim DGB bewerben. Oder bei der SPD.


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Fritz Linow am 07. Februar 2018, 05:39:36
Du bist der einzige, der davon geredet hat, daß man eine Gewerkschaft oder "gewerkschaftsähnliche" Parallelstrukturen braucht.
(...)

Ich rede und träume auch gerne davon, zumindest von einem anderen Gewerkschaftsverständnis, idealerweise von anderen Gewerkschaftsstrukturen. Und bei dieser Diskussion kann man schön sehen, wie tief das hauptsächlich von oben bestimmte Gewerkschaftsverständnis (Arbeitsrecht, Tarifvertrag, Betriebs"rat") in den Köpfen verankert ist.

Nochmal zum Mindestlohn: Dass so viele diesen nicht erhalten, liegt nicht unbedingt daran, dass die Leute blöd sind und keine Ahnung von Arbeitsrecht und ähnlichem hätten, sondern weil es kaum eine Möglichkeit gibt, diesen ohne Kündigung zu erhalten, einfach weil solidarische Strukturen im prekären Betrieb und vom Betrieb nach draußen fehlen. Der ach so tolle Rechtsschutz des DGB ist da ziemlich für'n Arsch und der DGB bleibt eben da auch völlig fantasielos stehen.
Das Interesse daran, in diesem Bereich eigene kampffähige Strukturen aufzubauen, ist bei den radikalen Bullerbülinken marginal. Zur Kenntnis genommen und mittlerweile für gut befunden das.


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Rudolf Rocker am 07. Februar 2018, 11:52:58
Beispiel:
Da kommt mein Nachbar vorbei und fragt mich: "Du, ich glaube mein Chef bescheißt mich mit der Lohnabrechnung! Wer kann mir denn da weiterhelfen?"
Was meinste wo ich den hinschicke?
Zu Chefduzen, wo er erstmal einen Einlauf von Kuddel bekommt, weil er nicht seiner Meinung ist? Ganz sicher nicht!

Aber ich kann mich ja auch irren!
Immerhin melden sich hier im Forum jeden Tag hunderte neue User an und wir können die ganzen Anfragen fast gar nicht mehr alle beantworten!
Die Leute, die den DGB- Gewerkschaften den Rücken gekehrt haben, sitzen zu tausenden in den alternativen Gewerkschaften und diskutieren über Veganismus und richtiges Gendern!
Also alles gut! Was regen wir uns auf!





Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Fritz Linow am 08. Februar 2018, 00:18:00
Wie schon erwähnt, erhalten zum Beispiel Zeitungszusteller den Mindestlohn, während die Verlage/Vertriebe nun Abgabeerleichterungen bekommen sollen. Da geht es wohl um ca. 300 Millionen Euro.

Die FR singt sofort ein Loblied auf die SPD:

Zitat
7.2.18
Die SPD hat gut verhandelt

(blablabla)
Der Mindestlohn wäre nie ein solcher Erfolg geworden, wenn sich statt eines Sozialdemokraten ein Minister aus der Union darum gekümmert hätte.
(faselfaselfasel)

http://www.fr.de/politik/meinung/leitartikel/groko-die-spd-hat-gut-verhandelt-a-1443318 (http://www.fr.de/politik/meinung/leitartikel/groko-die-spd-hat-gut-verhandelt-a-1443318)

Jetzt gibt es eine neue Studie, wie Gewerkschaften mithilfe von Kampagnen in die Offensive kommen können. Aus einer Besprechung dazu:

Zitat
(…)
Die Mindestlohn-Kampagne, die „nicht nur auf Großaktionen ausgerichtet, sondern auch regional und im Internet verankert“ war, habe gezeigt, dass die DGB-Gewerkschaften auch unter den Bedingungen des globalen und digitalen Kapitalismus nicht nur Gegenwehr leisten, sondern auch politische Offensive initiieren können. Das habe sich positiv auf die Stabilität der Organisation und die Mitgliederentwicklung ausgewirkt.  Die Autorin arbeitet seit April 2017 in der Vorstandsverwaltung der IG Metall in Frankfurt.
(…)

https://www.magazin-mitbestimmung.de/artikel/Erfolgreiche+Kampagnen@5473?issue=5537 (https://www.magazin-mitbestimmung.de/artikel/Erfolgreiche+Kampagnen@5473?issue=5537)

Gäbe es keinen eh schon absurd niedrigen Mindestlohn, hätte das vielleicht zur Folge gehabt, dass sich die Leute anderswo organisieren oder zumindest andersweitig und effektiver wehren. Letztendlich hat der DGB durch seine Mindestlohnkampagne das System befriedet. Daher geht mir absolut nicht in den Kopf, wie man einerseits radikale Kapitalismuskritik praktizieren will, andererseits aber eben so einen Laden wie den DGB mitsamt seiner sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaften (zu denen dann auch die Bullerei gehört) als im Moment „alternativlos“ empfiehlt, wenn es um die Einforderung des Mindestlohns geht. Die sehen da gerade selber ihre Felle davonschwimmen, weil sie keinen Ansatz haben, die Leute zu erreichen. Eben da müsste man doch ansetzen, damit der Mindestlohn erstmal auf 25 Euro/Stunde steigt, ohne dass irgendwelche korrupten Politiker und DGBler einem ins Handwerk fuschen können. Letztendlich ist die Bejahung des Diensleistungscharakters der DGB-Gewerkschaften eine Bejahung der Ausbeutung und der eigenen Bequemlichkeit.

Kinderarbeit wurde hierzulande im 19. Jahrhundert verboten, weil sonst der Nachwuchs für die Ausbeutung gefehlt hätte.


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Rudolf Rocker am 08. Februar 2018, 08:12:44
Die einfache Frage: "An wen soll sich mein Nachbar wenden?"
Kann das niemand beantworten? Danke, das spricht Bände!


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 08. Februar 2018, 10:39:15
Was willst du uns eigentlich sagen?

Jeden Tag kommen Leute zu chefduzen, stellen Fragen und kriegen die beantwortet.
Bei einen Paketdienstleister in Bremen sprechen sich Leiharbeiter ab und bringen die Unternehmenstragie der Umstrukturierung zu Fall.
Beides ist informell. Das Forum darf keine offizielle "Rechtsberatung" machen. Die Leiharbeiter haben in ihrem Vorgehen das Arbeitsrecht gebrochen. Das ist zwar nicht erlaubt, war aber erfolgreich.

Willst du sagen, das soll man nicht, weil man darf das nicht? Man darf das nur mit dem DGB?
Du nennst einen Kampf "ins offene Messer laufen lassen". Ein Kampf kann verloren werden. Das sollte man wissen. Wenn man das nicht will, braucht man nicht zu kämpfen. Da ist man beim DGB schon richtig.


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Rudolf Rocker am 08. Februar 2018, 17:14:03
Zitat
Ich rede und träume auch gerne davon, zumindest von einem anderen Gewerkschaftsverständnis, idealerweise von anderen Gewerkschaftsstrukturen. Und bei dieser Diskussion kann man schön sehen, wie tief das hauptsächlich von oben bestimmte Gewerkschaftsverständnis (Arbeitsrecht, Tarifvertrag, Betriebs"rat") in den Köpfen verankert ist.

Genau! Und desshalb schicke ich jeden der mit Fragen zum Arbeitsrecht, Tarifvertrag oder Betriebsrat kommt ruhigen Gewissens zu einer DGB- Gewerkschaft!
Diese Leute wollen keine Veränderung und auch keine Revolution, sondern sie wollen einfach nur wissen, ob ihre Lohnabrechnung stimmt oder wie das mit den Zeitkonten ist.
Die anderen, die mehr wollen, werden sich von alleine auf die Suche nach Alternativen begeben. Und genau DIE brauchen dann eine Anlaufstelle!

Ich hoffe irgendwer versteht meine Argumentation! ::)



Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: Kuddel am 09. Februar 2018, 13:22:22
Ich finde, in diesem Thread sollte es um den Mindestlohn gehen.
Deshalb habe ich einen neuen Strang für die politische Diskussion eröffnet.
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=329097.msg335594#msg335594 (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=329097.msg335594#msg335594)


Titel: Re:Mindestlohn
Beitrag von: dagobert am 10. Februar 2018, 00:29:44
Ich finde, in diesem Thread sollte es um den Mindestlohn gehen.
Yep, zumal ihr sowieso aneinander vorbei geredet geschrieben habt.

Konkrete Hilfe bei einem konkreten arbeitsrechtlichen Problem ist nunmal was anderes als Widerstand gegen die Verhältnisse an sich.



Edit: RechtschreibPunk verjagt.