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Neuigkeiten + Diskussion => (Sozial-) Politikforum & Aktuelles von Chefduzen => Thema gestartet von: Rappelkistenrebell am 22. Februar 2018, 16:44:07



Titel: Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 22. Februar 2018, 16:44:07
Der Rechtsruck in der brd geht durch alle Institutionen durch  >:(

Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf

https://www.mittelbayerische.de/politik-nachrichten/essenertafel-nimmt-nur-noch-deutsche-auf-21771-art1618120.html (https://www.mittelbayerische.de/politik-nachrichten/essenertafel-nimmt-nur-noch-deutsche-auf-21771-art1618120.html)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 22. Februar 2018, 18:07:23
Der Artikel 3 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland gehört zum ersten Abschnitt (Grundrechte) und garantiert die Gleichheit vor dem Gesetz, die Gleichberechtigung der Geschlechter und verbietet Diskriminierung und Bevorzugung aufgrund bestimmter Eigenschaften. Damit handelt es sich um ein Gleichheitsrecht.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.(...)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 22. Februar 2018, 19:28:20
Sprichste vom selben Grundgesetz,daß auch de Planung und Führung von Angriffskriegen verbietet? Das selbe das auch behauptet Eigentum würde verpflichten? Das selbe das von Menschenwürde spricht und zugleich Hartz Gesetze und Zwangsarbeit als vereinbar hält?Welche Variante des Grundgesetzes ist denn gemeint?Dieses wurde ja schon über 100 !!! mal ergänzt reformiert gebogen und gebrochen.....

Krieg=Frieden
Freiheit=Sklaverei
Unwissenheit=Stärke
brd=Rechtsstaat


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: dejavu am 23. Februar 2018, 14:02:47
Charity ist scheiße.
Das wusste auch die Linksfraktion im Bundestag 2015 https://www.linksfraktion.de/themen/nachrichten/detail/tafeln-als-ausfallbuergen-des-sozialstaats/ (https://www.linksfraktion.de/themen/nachrichten/detail/tafeln-als-ausfallbuergen-des-sozialstaats/)
Auf kommunaler Ebene arbeitet man dann doch sehr gerne zusammen:
2008
LINKE St. Lorenz fordert Unterstützung für die Lübecker Tafel (http://www.die-linke-luebeck.de/nc/aktuell/startseite/detail/browse/19/zurueck/stadtteil-1/artikel/linke-st-lorenz-fordert-unterstuetzung-fuer-die-luebecker-tafel/)

2009
Lübecker Tafel muss angemessen unterstützt werden (http://www.die-linke-luebeck.de/nc/aktuell/startseite/detail/browse/6/kategorie/ortsverband-nord-ost/zurueck/aktuell-luebeck/artikel/luebecker-tafel-muss-angemessen-unterstuetzt-werden/)

Rote Socken für die Kinder in Kücknitz (http://www.die-linke-luebeck.de/nc/aktuell/startseite/detail/artikel/rote-socken-fuer-die-kinder-in-kuecknitz/)


2014
Linke: Lübecker Tafel soll im Rathaus unterkommen (http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Linke-Luebecker-Tafel-soll-im-Rathaus-unterkommen)

Usw.Usw...
Man munkelt sogar, das die Sozialberatung der Linken in Lübeck von der Tafel gesponsort wird.
Unser kostenloses Erwerbslosenfrühstück (http://www.die-linke-luebeck.de/ags/cafe_hilft_dir/kategorie/cafe-hilft-dir-sozialberatung/)
Aber das ist wahrscheinlich kompletter Quatsch.


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: NachbarArsch am 23. Februar 2018, 17:24:51
Ich finde es ja an sich ok, grundsätzlich und evtl strukturell zu kritisieren, aber die konkrete Arbeit unter Umständen eben doch zu unterstützen. Der Kern des  Problem sind nicht die Tafeln, aber sie sind eben auch keine Lösung, sondern eine Verschleierung.

Kotzreiz krieg ich manchmal bei der Weltsicht einiger "Kümmermütter" (sind nicht nur Mütter oder/und weiblich). In Braunschweig gab es nicht wenig "Hausfrauen" die sich sozial engagieren wollen, während ihr Männer ihren Job als Besserverdiener oder Ausbeuter machen. Sie wollen den "armen Abgehängten" helfen, die nicht "stark" genug sind um selber klar zu kommen. Aber bloß nicht politisch werden, wir wollen doch nur helfen.

Ähnliche Leute gab es auch 2015 in der Flüchtlingshilfe in Kiel. Sie bemuttern Leute, am besten süße Kinder und Familien, und wissen oft auch was das Beste für diese Leute ist. Die Unterschicht ist schließlich dafür da um sich als gut, sozial und gerecht zu fühlen, während die Partner ihren Job machen und massenhaft Leute ausbeuten.
In Braunschweig wurde die Tafel dann auch von Daimler gesponsert. Juhu, der gute Kapitalismus...

Aber trotzdem ist es ok Leuten Hilfe zukommen zu lassen, die sie brauchen weil sie in dieser Gesellschaft ausgebeutet, vertrieben und abgehängt werden. Leider ist es mir nie gelungen, die politische Dimension zu vermitteln und eine Reflexion der politischen/ökonomischen Verhältnisse und ihrer eigen Rolle darin zu erreichen.

Immer noch gilt: FUCK CHARITY, LOVE SOLIDARITY


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Troll am 23. Februar 2018, 19:28:34
Der Artikel 3 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland gehört zum ersten Abschnitt (Grundrechte) und garantiert die Gleichheit vor dem Gesetz, die Gleichberechtigung der Geschlechter und verbietet Diskriminierung und Bevorzugung aufgrund bestimmter Eigenschaften. Damit handelt es sich um ein Gleichheitsrecht.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.(...)

Aber gilt dieser gesetzliche Anspruch auch für eine private Hilfsleistung? Der Staat käme da nicht raus hat sich aber Dank der Tafeln einer Grundversorgung entledigt, die Tafeln können einfach jede Hilfeleistung einstellen ohne Konsequenzen.

Daher finde ich das gerade gut, es zeigt schon mal den privaten Stinkefinger der jedem, jederzeit gezeigt werden kann, es gibt da keinen gesetzlichen Anspruch auf eine grundversorgende Leistung.


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 25. Februar 2018, 10:14:31
Aufnahmestopp für AusländerEssener Tafel-Chef zeigt keine Reue

(http://up.picr.de/31928366gd.jpg)
Jörg Sartor, Chef der Essener Tafel, verteidigt seine Entscheidung, vorerst keine Ausländer mehr bei der Tafel mit aufzunehmen

Freitag, 23.02.2018, 22:03
Der Wasserturm an der Steeler Straße aus dem Jahr 1884 ist ein altes Wahrzeichen der Stadt Essen. Montags, mittwochs, freitags und samstags wird er zur Oase für Menschen, die in finanzielle Not geraten sind und sich kein Essen mehr aus dem Supermarkt leisten können.

So wie die adrett gekleidete Frau mit dem roten Lippenstift, den rötlichen Haaren und dem Pepita Hut. Ihren Namen möchte sie nicht sagen. „Dann fragt jeder: 'Was, du musst zur Tafel?'“. Es sei ja kein Vergnügen, sich mit einer Essensmarke in einer Schlange anzustellen und um Essen zu bitten, das von Discountern und Supermarkten für die Armen gespendet wird, sagt sie.

20 Jahre lang sei sie selbstständig gewesen, für eine Rente, von der sie leben kann, habe es nicht gereicht. Seit fünf Jahren holt sie sich jeden Freitag um 14.30 Uhr ihren Wochenbedarf ab. „Das Essen ist sehr lecker, die Leute sind alle hilfsbereit und nett“, lobt sie die Qualität der Ware und die 120 Ehrenamtlichen, die allein für die Tafel in Essen-Steele arbeiten.

Heute ist allerdings kein normaler Freitag. Neben den vielen Menschen, die mit ihren Einkaufstrolleys und den Rucksäcken in der Schlange auf ihr Gemüse, ihr Obst und die Kartoffeln warten, stehen auch Journalisten. Sie wollen wissen, was los ist im Wasserturm. Was das soll, keine Essensspenden an Sozialleistungsempfänger mehr auszugeben, die neben ihrem Hartz IV-oder Grundsicherungsbescheid nicht auch einen deutschen Pass vorlegen können? Und ob die Essener Tafel von Rassisten geführt wird.

„Ich bin Syrer, aber zuerst bin ich Mensch“
Die ehemalige Selbstständige hält die Empörung einerseits für „aufgebauscht“. „Schauen Sie sich doch um, hier sind doch alle Nationalitäten vertreten.“ Andererseits hält sie die Entscheidung offenbar auch nicht für sehr glücklich: „Ob Türke, Araber, ist mir egal, mir ist noch keiner blöd gekommen.“

Und ein Gedränge, wie es einige Medien berichteten, gebe es auch nicht. Sie habe ihren festen Termin. 14.30 bis 15 Uhr steht auf ihrer laminierten Plastikkarte. Deutlicher wird ihr Nachbar in der Schlange, Badr Sarrag (32) aus Syrien. Er sei seit drei Monaten in Essen. In der Stadt, in der er vorher wohnte, habe es keine Trennung nach Nationalitäten gegeben. „Ich bin Syrer, aber zuerst bin ich Mensch, es sollte keinen Unterschied geben. Das ist nicht gut.“ Probleme habe er an der Steeler Straße noch keine gehabt, sagt er und legt der Frau an der Registrierung 1,70 Euro hin, bevor er sich zuerst einen Salat nimmt.

Warum also das Ganze? Der Bundesvorsitzende der Tafeln, Jochen Brühl, erinnerte im ARD-Morgenmagazin seine Essener Kollegen daran, dass „Not und Bedürftigkeit im Vordergrund“ stehen müssten, „nicht die Nationalität“. „Alles Quatsch“, sagt Jörg Sartor, der Chef der Essener Tafel.

In seinem massigen Gesicht findet sich keine Spur von Selbstzweifel, als er in den kleinen Kühlraum des Wasserraumes schreitet. „Ich bin in den Charts“, begrüßt er mit selbstironischem Grinsen den FOCUS-Online-Reporter. „Ganz ehrlich? Ich lache mich kaputt über das ganze Theater“, sagt er und präsentiert Zahlen: 6000 „Kunden“ hätte die Tafel insgesamt in den zwölf Ausgabestellen. Der Anteil der ausländischen Mitbürgern an den Lebensmittelempfängern lag zuletzt bei „75 Prozent“, sagt Sartor. Vor zwei Jahren seien es 35 Prozent gewesen. „Wir wollen dies einfach wieder in die Waage bekommen. Es gibt auch viele deutsche Bedürftige.“ Die kamen jedoch zuletzt immer weniger, stellten er und seine Mitarbeiter fest.

(http://up.picr.de/31928393jf.jpg)
Rita Nebel, Vorsitzende bei der Essener Tafel, sieht sich durch die Kritik als "ungerecht" behandelt

Mitarbeiter wehren sich gegen Rassismus-Vorwürfe
Möglicher Applaus aus der rechten Ecke interessiere ihn nicht. Seit gestern Morgen habe er „250 Mails“ bekommen, 80 Prozent davon seien „positiv“ gewesen. Er meint, dass die Schreiber ihn ermutigt hätten. „Endlich mal jemand, der Eier hat“, lautete ein Kommentar. „Von der AfD kam gar nichts, nur einer schrieb so einen rechten Scheiß“, sagt Sartor.

Der Tafel-Chef sagt, er wolle niemanden ausschließen. Wenn er aber eine Kundin frage, warum sie nicht komme und sie antworte, dass sie sich „unwohl“ fühle, müsse er sich überlegen, „was falsch läuft“. Seine Mitarbeiter stehen offenbar hinter ihm und wehren sich dagegen, an den Pranger gestellt zu werden. „Wir haben mit Rassismus und Rechten überhaupt nichts zu tun“, sagt Rita Nebel aus dem Vorstand. Sie trägt wie alle Mitarbeiter eine rote Fleece-Jacke mit der weißen Aufschrift „Essener Tafel“. Als „ungerecht“ empfindet sie die Vorwürfe, "wir machen das doch alle ehrenamtlich".

Eine schlüssige Antwort auf die Frage, warum die Essener Tafel einen Ausländerstopp eingeführt hat, findet sich an diesem Freitagmittag nicht. Aufregung oder Protest gegen die Entscheidung aber auch nicht. Die Leute, die zur Tafel kommen, haben offenbar andere Probleme.

So wie der Mittvierziger mit den langen grau-schwarzen Haaren. Er gibt stolz seinen Euro ab, der symbolische Betrag für die Wochenration. „Spitzkohl“, fragt die Mitarbeiterin der Tafel? „Der ist heute besonders lecker.“ Die ehemalige Selbstständige ist derweil fertig. Ihr Trolley ist bis obenhin vollgepackt mit Lebensmitteln. „Die ersten beiden Male war es schlimm, hierhin zu kommen. Mittlerweile schäme ich mich jedoch nicht mehr. Ich habe schließlich mein Leben lang gearbeitet.“


Quelle

https://www.focus.de/politik/deutschland/aufnahmestopp-fuer-auslaender-bei-essener-tafel-tafel-chef-lache-mich-kaputt-ueber-das-ganze-theater_id_8518443.html (https://www.focus.de/politik/deutschland/aufnahmestopp-fuer-auslaender-bei-essener-tafel-tafel-chef-lache-mich-kaputt-ueber-das-ganze-theater_id_8518443.html)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Troll am 25. Februar 2018, 10:54:45
Zitat
Der Tafel-Chef sagt, er wolle niemanden ausschließen. Wenn er aber eine Kundin frage, warum sie nicht komme und sie antworte, dass sie sich „unwohl“ fühle, müsse er sich überlegen, „was falsch läuft“. Seine Mitarbeiter stehen offenbar hinter ihm und wehren sich dagegen, an den Pranger gestellt zu werden. „Wir haben mit Rassismus und Rechten überhaupt nichts zu tun“, sagt Rita Nebel aus dem Vorstand. Sie trägt wie alle Mitarbeiter eine rote Fleece-Jacke mit der weißen Aufschrift „Essener Tafel“. Als „ungerecht“ empfindet sie die Vorwürfe, "wir machen das doch alle ehrenamtlich".

Wir sind keine Rassisten müssen aber aus "Kunden-Nähe/-Freundlichkeit" zwangsweise tun was Rassisten wollen. Ääähh?
Wie wäre es anders herum, wem das Umfeld nicht passt soll sich eine einsame Wiese zum grasen suchen.


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 25. Februar 2018, 11:10:10
Essen ist dabei eine Stadt in der viele SPD Parteibuchbesitzer klassische Sozialfaschisten sind! Sie sind in vielen sozialen Einrichtungen und Behörden präsent,sie gehören zu AfD und Pegidauntertsützern.Viele SPD Mitglieder sind regelmäßige Pegidamarschierer (gewesen) und Unterstützer der AIDA Pseudogewerkschaft.Weiterhin gab es einige Aktionen der SPD bzw ihrer Mitglieder dann ohne SPD Logo gegen Flüchtlinge.Wie zB hier

(http://up.picr.de/31928730zp.jpg)(http://)

Hier dazu ein Artikel aus FAZ 2016

PROTESTE IN ESSEN :
SPD-Verbände sagen Demo gegen Flüchtlingsheime ab


http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/proteste-in-essen-spd-verbaende-sagen-demo-gegen-fluechtlingsheime-ab-14030417.html (http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/proteste-in-essen-spd-verbaende-sagen-demo-gegen-fluechtlingsheime-ab-14030417.html)

Bekannt ist auch aus und in Essen Guido Reil.SPD Ratsherr und wechselte dann zur Afd! Seid Jahrzehnten auffällig durch pathologischen Antikommunismus und Rassismus...er war nur SPD Mitglied weil seine Lieblingspartei seid 1945 nicht mehr zugelassen ist.
Hier der Wiki Artikel zu diesem Sozialfaschisten

https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Reil (https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Reil)

Die Sarrazins sind überall in der SPD vertreten! In meiner Stadt wurde durch SPD Mitglieder in Gewerkschaft ,Partei und Sozialbewegungen die Sarrazinhetzschrift "Deutschland schafft sich ab" per Hand weiterverkauft und beworben.Einige dieser SPD ler liefen auch hier bei AfD mit und haben Kontakte zu Rechten....kein Problem in der SPD vor Ort


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Kuddel am 25. Februar 2018, 11:11:04
Der Ruhrpott ist in meinen Augen sowieso eine komische eigene Welt.
Alles war da unter der Kontrolle der institutionellen "Arbeiterbewegung" von DGB/SPD und die Zeit schien dort stehengeblieben zu sein. Ein paar ritualisierte Arbeitskämpfe, ansonsten hat man es sich eingerichtet in einer Kultur mit Taubenzüchten und lokalem Fußballverein. Als irgendwann der heutige Kapitalismus die proletarische Spießerwelt ins Wanken brachte, liefen die SPD Wähler massenhaft direkt zur AfD. In einigen Regionen ist es schlimmer als im so berüchtigten Ostdeutschland.


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: counselor am 25. Februar 2018, 11:27:09
Dumpfe rassistische Gefühle der "Kunden" als Rechtfertigungsgrund für den Aufnahmestopp für Migranten. Aber wir sind ja nicht rassistisch. Nein!


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 25. Februar 2018, 11:46:32
Jetzt Exclusiv erhältlich bei der Essener Tafel ;D

(http://up.picr.de/31929113hv.jpg)
(http://)



Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Kuddel am 25. Februar 2018, 12:29:58
Danke Rappel, diesen Guido Reil kannte ich nicht.

Eine echte Ruhrpottkarriere:
Zitat
Guido Reil, geboren in Gelsenkirchen (...) ist seit seinem Hauptschulabschluss mit 16 Jahren im Bergbau tätig, wo er zunächst eine Ausbildung zum Schlosser absolvierte. Er arbeitet als Steiger im Bergwerk Prosper-Haniel und ist Gewerkschafts- und Betriebsratsmitglied. Reil ist mit einer Russin verheiratet.(...)
Für seinen Übertritt von der SPD zur AfD nach 26 Jahren Mitgliedschaft wegen seiner Kritik an der SPD-Politik während der Flüchtlingskrise erhielt er bundesweite Medienaufmerksamkeit. (...)
Der New York Times gegenüber erklärte Reil später, es gebe Pläne für den Aufbau eine bundesweiten AfD-nahen Gewerkschaft, und kündigte eine Revolution insbesondere in der Automobilindustrie an.
https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Reil (https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Reil)

Dazu fällt mir auch das Ergebnis einer Studie zu Gewerkschaften und Rechtsextremismus ein:
Zitat
Organisiert und rechts
GewerkschafterInnen sind keineswegs immun gegen rechtsextreme Überzeugungen. Das gilt insbesondere für die aktiven Mitglieder aus der Mittelschicht.


Hätte Oskar Lafontaine, der Spitzenkandidat des neuen Linksbündnisses, vor zwei Wochen in Chemnitz nicht gerade im Jargon der Nationalsozialisten von »Fremdarbeitern« gesprochen, die »Familienvätern und Frauen« die Arbeitsplätze wegnähmen – wer weiß, ob die Passage seiner Rede ansonsten Aufsehen erregt hätte. Denn die Botschaft, dass BilligarbeiterInnen aus dem Ausland die Arbeitsplätze der Deutschen bedrohen, findet hierzulande große Zustimmung, auch unter jenen, die üblicherweise nicht zum rechten Rand der Gesellschaft gezählt werden.

Die empirische Untersuchung – mit der Befragung von über 4 000 Personen das bisher größte Forschungsvorhaben zu rechtsextremen Einstellungen in der Bundesrepublik – war bereits Ende vergangenen Jahres abgeschlossen. Die interne Prüfung dürfte einigermaßen schockierend für die AuftraggeberInnen gewesen sein, denn der Bericht kommt zu erschreckenden Ergebnissen: Gerade die ausgebildeten FacharbeiterInnen, die etwa ein Viertel der Gewerkschaftsmitglieder stellen und aus denen sich das Gros der FunktionärInnen rekrutiert, tendieren überproportional zu rechtsextremen Überzeugungen. »Die maßgeblichen Trägergruppen der Gewerkschaften sind also besonders wenig immun gegen rechtsextreme Ideen; aus ihren Reihen stammt die Hälfte der Gewerkschaftsmitglieder mit rechtsextremen Einstellungen«, resümierten die Wissenschaftler.

Der Mythos, GewerkschafterInnen seien grundsätzlich resistent gegen braunes Gedankengut, ist somit endgültig widerlegt.
Gekürzt aus der wenig geschätzten "Jungle World": https://jungle.world/15513 (https://jungle.world/15513)

Ich kann's nicht oft genug wiederholen: Wir haben es mit den Auswirkungen der Entpolitisierung zu tun!
Arbeitertümelei ist keine Politik. Das Kapital operiert global. Die einzige Chance, die wir gegen diese alles bestimmende Macht haben, ist, endlich zu begreifen, daß der Arbeiter kein Vaterland hat und wir lernen müssen uns grenzüberschreitend zu wehren.

Wenn diese Erkenntnis verbreitet wäre, könnte folgender Dreck nicht möglich sein:

Die IGM hat zehntausende mobilisiert um gegen die "Konkurrenz" in China gemeinsam mit Poltikern und Unternehmern zu demonstrieren, statt gemeinsam mit chinesischen Arbeitern für bessere Arbeits- und Lebenbedingungen zu kämpfen:
Zitat
Warum Stahl-Deutschland jetzt protestiert
Heute gehen Deutschlands Stahlarbeiter bundesweit auf die Straße. Sie fordern Hilfe im Kampf gegen Dumping-Konkurrenz
(...)

In Duisburg, Berlin, Völklingen, Dillingen  und anderen Standorten werden die Stahl-Beschäftigten die Politik zum Handeln auffordern. Zur größten Kundgebung vor dem thyssenkrupp Werk in Duisburg wird auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erwartet.

Sollte die deutsche Stahlindustrie wegen überharter Umweltauflagen zugrunde gehen...

Stephan Ahr, Betriebsrat-Chef bei Saarstahl in Völklingen, spricht von einem Existenzkampf: "China will Europas Stahlhersteller mit Preisdumping in die Knie zwingen(...)." Ahr hat eine klare Forderung an die Politik: "Die EU muss uns schützen."  
https://www.igmetall.de/aktionstag-in-der-stahlindustrie-21401.htm (https://www.igmetall.de/aktionstag-in-der-stahlindustrie-21401.htm)

Es ist in andern Ländern ähnlich: Diese gemeingefährliche Dummheit und die Angst vor ausländischen Kollegen haben Trump an die Macht und der Brexit Kampagne den Erfolg gebracht.


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 25. Februar 2018, 13:21:28
Die Entsolidarisierung der Werktätigen liegt natürlich im Rechtstrend dieser Republik und das fördert natürlich auch den Standortnationalismus der Gewerkschaften.
Mir persönlich sind mindestens 20 (ehemalige) SPD Mitglieder bekannt aus dem Ruhrgebiet,die inzwischen bei rechten Parteien Mitglied sind oder einfach regelmäßig auf rechten Veranstaltungen und Demos teilnehmen und ihr SPD Buch nicht abgeben mußten,obwohl das vor Ort von anderen SPD Mitgliedern aufs schärfste kritisiert wurde und wird!

Lesenswert dieser Artikel

Ruhrgebiet: Sozialdemokraten laufen zur AfD über

https://www.wsws.org/de/articles/2017/01/14/reil-j14.html (https://www.wsws.org/de/articles/2017/01/14/reil-j14.html)



Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: counselor am 26. Februar 2018, 16:53:52
Zitat
Flüchtlingspolitik - Breite Kritik an Entscheidung der Essener Tafel

Wachsende Armut und der Zustrom von Flüchtlingen haben die Zahl der Menschen, die die sogenannten Tafeln in Anspruch nehmen müssen, im letzten Jahr um das Doppelte ansteigen lassen.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw09/breite-kritik-an-entscheidung-der-essener-tafel (https://www.rf-news.de/2018/kw09/breite-kritik-an-entscheidung-der-essener-tafel)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 26. Februar 2018, 21:40:36
Aus: Ausgabe vom 27.02.2018, Seite 2   / Inland

»Ursächlich ist eine völlig verfehlte Sozialpolitik«
Die Essener Tafel, die Lebensmittel an Bedürftige ausgibt, will künftig nur noch Deutsche versorgen. Gespräch mit Julia von Lindern
Interview: Markus Bernhardt


(http://up.picr.de/31950340fy.jpg)(http://)
Brot nur noch für deutsche Bedürftige? Bei der Essener Tafel werden verschiedene Gruppen armer Menschen gegeneinander ausgespielt
Foto: Roland Weihrauch/dpa

Sie haben das Vorgehen der Essener Tafel als »Wasser auf die Mühlen der Rassisten von AfD, Pegida und Co.« kritisiert. Die Tafel hingegen hat darauf hingewiesen, dass es mehrfach Probleme mit nichtdeutschen Bedürftigen gegeben habe. Machen Sie es sich also nicht etwas sehr einfach?

Ich finde deren Entscheidung, Menschen aufgrund ihrer Nationalität auszugrenzen, sehr einfach. Und zu kurz gegriffen, denn wenn Menschen in ihrer Existenz bedroht oder einfach nur bedürftig sind, kommt es vielfach zu Neid und Missgunst.

Ursächlich für dieses Phänomen ist doch eine seit Jahren völlig verfehlte Sozialpolitik und ein permanentes Herabsetzen der Existenzsicherung im Transferleistungsbezug. Das Prinzip der Tafeln wird seit vielen Jahren zu Recht kritisiert, denn es geht bei den Tafeln um Mitleidsökonomie sowie das Ausbleiben politischer Forderungen. Dass der Vorsitzende der Essener Tafel, Jörg Sartor, nun auch noch eine Spaltung bedürftiger Menschen forciert, statt nach Lösungen zu suchen, ist der bisherige Tiefpunkt.

Die Essener Tafel hat darauf hingewiesen, dass betagtere Deutsche die Hilfe der Tafel aufgrund von Problemen mit Migranten nicht mehr angenommen hätten. Halten Sie das für Propaganda?

Nochmal: Immer, wenn Menschen nicht genug zum Leben haben und nicht mehr wissen, was sie noch machen sollen, weil am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist, kann es zu Konflikten kommen. Die Kritik von Jörg Sartor von der Essener Tafel lautete aber nicht »Wir können nicht mehr alle versorgen, wir haben zu wenig Ehrenamtliche oder zu wenige Lebensmittelspenden«. Er behauptet stumpf-dumpf rassistisch: »Die deutsche Oma traut sich nicht mehr zu uns.« Das ist Propaganda. Er spielt zwei Gruppen Bedürftiger gegeneinander aus, nämlich den jungen, männlichen Geflüchteten gegen die alleinerziehende Mutter oder die arme Rentnerin.

Solche Muster kennen wir bereits aus anderen Bereichen, wie etwa der EU-Erweiterung um Rumänien und Bulgarien. Damals wurde von einer »Zuwanderung in das Wohnungslosenhilfesystem« gesprochen – zynischer geht es nicht. Auch damals haben etliche Kleiderkammern und Essensausgaben ihre Nichtzuständigkeit erklärt, ihr Sprachgebrauch war entsprechend. Und auch die Diskussionen um die Kölner Silvesternacht haben den Fokus nach rechts verschoben: Es ging nicht um Gewalt von Männern gegen Frauen, sondern um den nordafrikanischen Flüchtling.

Aber wie hätten Sie die Probleme gelöst, sollten die Berichte über die Konflikte zutreffend sein?

Es gibt zahlreiche bereits praktizierte Ansätze, etwa dass die Öffnung zunächst für ältere Menschen oder Mütter mit Kindern erfolgt und danach für alle anderen. Der Einsatz von Ehrenamtlichen aus verschiedenen Ländern, um Sprachbarrieren abzubauen und kulturelle Missverständnisse zu vermeiden, wäre eine weitere Möglichkeit.

Liegt das Problem denn nicht noch tiefer? Schließlich kann es doch kein akzeptabler Zustand sein, dass überhaupt irgendein Mensch – woher er auch immer stammt – in der reichen Bundesrepublik auf Lebensmittelspenden angewiesen sein sollte?

Das stimmt. Und es gibt viel zu wenig Wut angesichts dessen, dass in diesem Land Menschen ohne Wohnung leben müssen, dass die Zahl derjenigen, die in Mülltonnen wühlen, beständig zunimmt, dass Kinder ein Armutsrisiko sind. Oder noch schlimmer – die Wut wird gegen die Betroffenen gerichtet, etwa wenn schlafende Obdachlose angezündet werden oder mehr als ein Fünftel der Gewerkschaftsmitglieder rassistischen Positionen zustimmt. Diese Entwicklung kann nur zurückgedrängt werden, wenn die Kräfte des Fortschritts begreifen, dass sie über die soziale Frage nicht nur reden dürfen, sondern dass sie handeln müssen. Das bedeutet, dass es Aktionen der Konfrontation mit den Reichen und Mächtigen einerseits und Aktivitäten der konkreten Solidarität mit und zwischen »denen da unten« andererseits geben muss.

Julia von Lindern ist Diplomsozialpädagogin beim Düsseldorfer Straßenmagazin fiftyfifty

Weitere Informationen unter: www.fiftyfifty-galerie.de (http://www.fiftyfifty-galerie.de)


Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/328008.urs (https://www.jungewelt.de/artikel/328008.urs)ächlich-ist-eine-völlig-verfehlte-sozialpolitik.html


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 26. Februar 2018, 23:28:29
(http://media-cdn.sueddeutsche.de/image/sz.1.3884118/600x338?v=1519671911)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: dagobert am 27. Februar 2018, 00:36:16
Zitat
Verteilungskrämpfe ganz unten in der zunehmend normalisierten Welt der Zusätzlichkeit. Diesseits und jenseits der Essener Tafel

[...]
Um es gleich gegenüberstellend auf den Punkt zu bringen:  Beim Thema Tafeln kann man es nicht richtig machen. Für die einen gehören die Tafeln abgeschafft, für manche darunter sind sie zum nicht nur symbolischen, sondern handfesten Ort der Kapitulation des Sozialstaats vor der staatlichen Aufgabe der Gewährleistung der Existenzsicherung armer Menschen degeneriert, an die man die Menschen verweisen kann, denen man nicht genug Mittel zur Verfügung stellt, um sich selbst und ohne Rückgriff auf Almosen zu helfen. Die Kritiker arbeiten sich ab an der angeblichen oder tatsächlichen Funktionalität der Tafeln im Sinne einer neuen "Abspeisung" von Menschen, denen man zu geringe Sozialleistungen gewährt und die man dann auf die fast flächendeckende Versorgungsinfrastruktur der Tafeln verweisen kann, bei denen man sich ja das besorgen kann, was nicht über die staatlichen Leistungen abgedeckt werden kann.
Auf der anderen Seite zeigt die Expansionsgeschichte der Tafeln, dass es offensichtlich eine reale Nachfrage nach den dort verteilten Lebensmitteln gibt - und dieser Nachfrage ist die theoretische Debatte ziemlich egal bzw. sie kommt für die Betroffenen kopflastig daher. Hinter dieser Nachfrage stehen Menschen, die mit den Lebensmitteln der Tafeln über den Monat kommen, denen der Genuss von Obst und Gemüse ermöglicht wird.
[...]
Das eigentliche Problem besteht nicht in der Existenz der Tafeln an sich, solange man diese als ein ausschließlich zusätzliches Angebot versteht, mit dem ein anderes Problem, nämlich die ansonsten anfallenden Lebensmittelvernichtung, bearbeitet werden soll - sondern wenn sich diese Institution verselbständigt (das kann auch aus den Institutionen selbst kommen, z.B. mit der an sich guten Absicht einer "Professionalisierung" den widergelagerten Eigensinn einer Expansion im bestehenden System opfernd) und vor allem ihr Grundcharakter eines freiwilligen, zusätzlichen, den Alltag der Bedürftigen möglichst niedrigschwellig erleichternden Angebots faktisch sukzessive zerstört wird im Sinne einer "Normalisierung" auf Seiten derjenigen, die eigentlich für die Existenzsicherung zuständig sind.
Und es ist eben keine nur anekdotische empirische Evidenz, dass Jobcenter ihre sogenannten "Kunden" aktiv auf die Inanspruchnahme von Leistungen der Tafeln verweisen, um das Existenzminimum zu sichern, für das doch eigentlich das Grundsicherungssystem zuständig sein sollte. Wenn man das zulässt (und das passiert bei den Tafeln schon seit längerem, was die selbst auch offen beklagen), dann wahrlich ist eine Grenze überschritten, deren Verletzung sozialpolitisch vor allem mittel- und langfristig fatal wirken wird. Weil man Schritt für Schritt aus einer Welt der (grundsätzlich) existenzsichernden Leistungen eines Sozialstaats mit Rechtsanspruch verwiesen wird auf eine Schattenwelt der Subsistenzökonomie, auf die es eben naturgemäß, siehe Tafeln, keinen Rechtsanspruch auf Versorgung geben kann, wo man dem fragilen Angebot ausgeliefert wird, mit einer wie wir gesehen haben aus unterschiedlichen Gründen steigenden Nachfrage konfrontiert wird, die zu Rationierungsaktionen führen (müssen), die je nach konkreter Umsetzung eben auch willkürlich daherkommen oder den Charakter von Kollektivstrafen für Teilgruppen unter den Bedürftigen annehmen können, während man an anderen Orten "Glück" haben kann. "Glück zu haben (oder eben Pech)" mag als allgemeine Lebensphilosophie durchaus von unaufhebbarer Relevanz sein - es darf aber kein Maßstab sein für die sozialpolitische Gestaltung der Existenzsicherung von Millionen Menschen.

https://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2018/02/verteilungskraempfe-ganz-unten.html (https://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2018/02/verteilungskraempfe-ganz-unten.html)

Zitat
"Ganz unten" konnten die Schwächsten schon immer am besten gegeneinander ausgespielt werden. Selten war dieses Spiel so gefährlich wie heute. Staatliche Versäumnisse dürfen nicht an den Tafeln hängen bleiben.
[...]
Verfehlungen in Drogenpolitik, Arbeitsmarktpolik, Sozialpolitik, Gesundheitspolitik, Bildungspolitik und Wohnungspolitik - all das federte die Tafel tapfer ab. Immer mit dem naiven und zugleich pragmatischen Ideal im Hinterkopf, dass in Wahrheit noch immer "genug für alle da" und Wohlstand nur eine Frage der Effizienz sei, mit der vorhandener Überfluss (und sei es auch nur ein Überfluss an Bananen mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum) umzuverteilen wäre. Es ist nicht ohne Ironie, dass ausgerechnet Unternehmensberater von McKinsey dabei halfen, die logistischen Abläufe der Verteilung der Lebensmittel zu perfektionieren.
[...]
"Ganz unten" findet man gewiss nicht den einzigen Nährboden für Ressentiments und Rassismus. Es ist aber auch der Ort, an den die Starken traditionell ihre Probleme weiterreichen. Dort dürfen sie ruhig gären und gesellschaftlich explosiv werden. Denn "ganz unten" konnten die Schwächsten schon immer am besten gegeneinander ausgespielt werden. Nur war dieses Spiel selten so gefährlich wie heute. Es gibt täglich mehr Gründe, sich nicht darauf einzulassen.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/essen-die-tafeln-koennen-nicht-die-arbeit-der-politik-uebernehmen-kommentar-a-1195161.html (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/essen-die-tafeln-koennen-nicht-die-arbeit-der-politik-uebernehmen-kommentar-a-1195161.html)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: counselor am 28. Februar 2018, 17:49:57
Zitat
Tafeln - Ein Glück für Bedürftige, eine Schande für den Sozialstaat

Der Sozialstaat sieht zu, wie sich die Armen und Bedürftigen an den Tafeln drängen; und die Tafeln müssen dann die Konkurrenz der Bedürftigen ausbaden. Das ist eine Katastrophe.


Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/meinung-am-mittag-tafeln-ein-glueck-fuer-beduerftige-eine-schande-fuer-den-sozialstaat-1.3879982 (http://www.sueddeutsche.de/panorama/meinung-am-mittag-tafeln-ein-glueck-fuer-beduerftige-eine-schande-fuer-den-sozialstaat-1.3879982)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: dejavu am 28. Februar 2018, 22:15:14
Zitat
Ich finde es ja an sich ok, grundsätzlich und evtl strukturell zu kritisieren, aber die konkrete Arbeit unter Umständen eben doch zu unterstützen.

Früher sah man das so:
Die "Tafeln" - Komfortmülltonne der Reichen mit Gewinngarantie! (http://www.aktive-erwerbslose.net/forum/leben-mit-hartz/die-%27tafeln%27-komfortmulltonne-der-reichen-mit-gewinngarantie!/?action=printpage)
Vor Ort still und leise unterstützen,eher noch dulden, wegen der Bedüftigen, geht vielleicht gerade so eben noch.
Aber penetrant Werbung dafür machen, wie es die Lübecker "LINKE" tat und wahrscheinlich bald wieder tut, ist ekelhaft.
Kritik an den Tafeln zu üben ist nicht "OK", sondern Pflicht
Man sieht ja wohin die Tafelei führt: zu Diskriminierung(unter anderem).
Bei der Tafel haben Menschen eben KEINE Rechtsansprüche.


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 01. März 2018, 10:09:51
Nicht in Essen sondern in Crivitz

Crivitz
Streit um Essen: Flüchtlinge schlagen auf Bedürftige ein

Nach Vorfällen muss die Polizei die Ausgabe der Crivitzer Tafel schützen. Drei Strafanzeigen wegen Körperverletzung liegen vor.


weiter im Text....

http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/Polizei-Report/Aktuelle-Beitraege/Streit-um-Essen-Fluechtlinge-schlagen-auf-Beduerftige-ein (http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/Polizei-Report/Aktuelle-Beitraege/Streit-um-Essen-Fluechtlinge-schlagen-auf-Beduerftige-ein)

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Wer sich nicht benimmt kann durch Hausverbot von der Tafel ausgeschlossen werden und auch eine Anzeige kann erstellt werden.Wenn jetzt
in einigen Tafeln Polizeischutz gefordert oder Sicherheitsdienste dort sein müssen,dann ist das auch Wasser auf den Mühlen der Rechten!


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 01. März 2018, 15:42:20
Eine weitere Tafel schließt Ausländer aus.... >:(

01.03.2018 07:30   
Auch Marler Tafel entscheidet sich für Aufnahemstopp bei Ausländern

Nicht nur in Essen - auch bei der Tafel in Marl gibt es einen Aufnahmestopp für Ausländer. Nur noch deutsche Bedürftige kriegen eine Kundenkarte. Laut der Vorsitzenden Renate Kampe hätten viele Migranten keinen Respekt gezeigt. Immer wieder seien Frauen vor der Tafel angepöbelt und bedrängt worden. Von den 2.000 Kunden der Marler Tafel seien 80 Prozent Ausländer gewesen, sagt Kampe.

Quelle

http://www.radiovest.de/vest/lokalnachrichten/lokalnachrichten/archive/2018/03/01/article/-4ae308224b.html (http://www.radiovest.de/vest/lokalnachrichten/lokalnachrichten/archive/2018/03/01/article/-4ae308224b.html)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Tiefrot am 01. März 2018, 17:16:01
Warum drängt sich mir dafür der Begriff "unwertes Leben" auf ?  X(
Einiges in den bisherigen Texten weist darauf hin.
Im Bezug auf Hartz IV Bezieher gabs ja schon Ähnliches zu lesen.

Man suche nur mal nach Wolfgang Clement, Aufstand der Anständigen.
Aber Achtung, feinster Nazisprech ! kotz


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 01. März 2018, 17:48:45
SAT 1 Papagei  Claus Strunz(doof) hetzt in Goebbelsmanier ... “Der Tafel-Skandal von Essen beweist: Merkel ist zur DOPPELTEN MUTTI geworden – hart und ungerecht zu Deutschen, gütig und fürsorglich zu Flüchtlingen.“ – Mit diesen Worten hat das Sat.1 Frühstücksfernsehen einen Video-Kommentar von Moderator Claus Strunz veröffentlicht, der derzeit für Aufregung sorgt


HIER AUF YOUTUBE

https://www.youtube.com/watch?v=sY-RlBV2vus (https://www.youtube.com/watch?v=sY-RlBV2vus)



(http://up.picr.de/31973810fi.png)(http://)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Tiefrot am 01. März 2018, 18:35:04
Zur Meinungsbildung sollte man sich speziell den Spruch nach dem Zitat anhören.

Und um ganz ehrlich zu sein, ich kaue auf dem Text immer noch rum...  ::)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: counselor am 01. März 2018, 18:59:27
Es ist falsch, Bedürftige nach Pass zu selektieren. Wenn es Probleme mit einzelnen Bedürftigen gibt, dann muss man eben diese sanktionieren.


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Wernichtsweissmussallesgl am 01. März 2018, 20:06:04
Die Tafel in Marl (NRW) vergibt keine Berechtigung mehr für alleinstehende Ausländer. Quelle WDR Text


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 02. März 2018, 09:12:59
(http://up.picr.de/31977655ob.jpg)(http://)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Troll am 02. März 2018, 11:14:45
Zitat
Die Debatte um die Essener Tafeln ist ein weiterer Aspekt der allgegenwärtigen Elitenverwahrlosung

ucht es, um als SPD-Politiker durch die Blume den Menschen Rassismus vorzuwerfen, die durch ihr zivilgesellschaftliches Engagement die Folgen der Armut lindern, die von eben jenen Politikern selbst massiv verursacht wurde? Die Eliten schließen die Augen vor den Folgen ihrer Politik und prügeln nun ausgerechnet auf diejenigen ein, die den letzten Kitt unserer Gesellschaft zusammenhalten. Der von Gabor Steingart jüngst geprägte Begriff „Elitenverwahrlosung“ trifft es wohl ganz gut. Wir sollten nicht sinnfrei die Rassismus-Keule schwingen, sondern uns lieber die Eliten vornehmen, deren Verwahrlosung immer offensichtlicher wird. Von Jens Berger.
...

[url]http://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/180228_Die_Debatte_um_die_Essener_Tafeln_NDS.mp3[/url] ([url]http://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/180228_Die_Debatte_um_die_Essener_Tafeln_NDS.mp3[/url])

Quelle: NDS ([url]http://www.nachdenkseiten.de/?p=42658[/url])


Ich glaube wir müssen aufpassen nicht zum hilfreichen Instrument unserer asozialen Politiker gemacht zu werden. Der erste Impuls ist nicht immer der Richtige, die Essener Tafel hat das sehr schlecht nach außen getragen oder es wurde von unseren Qualitätsmedien entsprechend interpretiert, ja, Rassismus wäre leider auch möglich. Der allgemein deutsche Wachstumsmarkt Rassismus tut sein übriges, wobei überall angeblich nur unschuldige Lämmer hocken, da ist keiner Rassist, nirgends gibt es Rassisten, für die Spaltung und aufhetzen der Gesellschaft kann keiner etwas, an Verelendung, Armut und Hunger ist außer den Betroffenen keiner Schuld, eine privat ehrenamtliche Essensausgabe muss da halt als Prügelknabe herhalten.


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 03. März 2018, 09:34:14
Shitstorm nach Kritik an Tafel
Debatte um Essener Verein wegen Aufnahmestopp für Migranten
Von Markus Bernhardt


(http://up.picr.de/31985476zn.jpg)(http://)
Foto: Roland Weihrauch/dpa

Nachdem die Essener Tafel Ende vergangener Woche einen Aufnahmestopp für Menschen ohne deutschen Pass bekanntgegeben hat, reißt die öffentliche Debatte um den Verein, der Lebensmittel an Bedürftige verteilt, nicht ab. Obwohl sich vor wenigen Tagen selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingemischt und dessen Vorgehen am Montag in einem RTL-Interview kritisiert hatte, gibt es aktuell noch kein Umdenken bei den Verantwortlichen. »Wir lassen uns nicht von der Kanzlerin rügen, denn die aktuelle Entwicklung ist eine Konsequenz ihrer Politik«, sagte der Bundesverbandsvorsitzende der Tafeln, Jochen Brühl, der Neuen Osnabrücker Zeitung (Donnerstagausgabe).

Mit unterschiedlichen Angaben zum Umgang mit nichtdeutschen Hilfebedürftigen machte am Donnerstag auch die Tafel im nordrhein-westfälischen Marl von sich reden. Nachdem es geheißen hatte, dass alleinstehende Migranten keinen Berechtigungsausweis mehr erhielten, erklärte die Marler Tafel am Donnerstag, dass sie derzeit generell keine alleinstehenden Männer aufnehme.

»Was in den Tafeln passiert, ist ein großes Alarmsignal und ein Handlungsauftrag an die Politik«, betonte Katja Kipping, Kovorsitzende der Linkspartei und sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, bereits zu Beginn der Woche. Sie sprach sich für einen »Sozialpakt« aus, der garantiere, dass alle vor Armut geschützt seien, und der die Mittelschichten besserstelle. »Während die Konzerngewinne steigen und die Kassen im Finanzministerium klingeln, sind immer mehr Menschen in Deutschland von Armut bedroht«, kritisierte sie.

Deutliche Worte der Kritik hatte als eine der ersten Organisationen auch das Düsseldorfer Straßenmagazin Fiftyfifty gefunden und die Essener Tafel und deren Vorsitzenden Jörg Sartor scharf attackiert. Sartor verstoße mit seiner Ankündigung »gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz«. Sein Handeln sei »somit nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch rechtswidrig«. Zudem sei es »Wasser auf die Mühlen der Rassisten von AfD, Pegida und Co.« Es unterscheide sich in keiner Weise von der »Deutschen Winterhilfe« der extrem rechten Partei »Der III. Weg«, monierte das Straßenmagazin in einer Stellungnahme.

Dass Sartor am Mittwoch von Spiegel online mit den Worten »Wir sind doch keine Unmenschen, keine Kanakenjäger« zitiert wurde, lässt vermuten, dass die Kritik von Fiftyfifty nicht aus der Luft gegriffen ist. Tatsächlich betätigen sich offen neofaschistische Parteien mancherorts in der Hilfe für Wohnungslose, so etwa aktuell Gliederungen der Partei »Die Rechte« in Dortmund.

Den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Straßenmagazins brachte die Kritik an den Tafel-Verantwortlichen aus Essen einen sogenannten Shitstorm ein. In mehreren E-Mails, die jW vorliegen, wurden sie entweder rassistisch beschimpft oder ihnen sexualisierte Gewalttaten angedroht. »Insbesondere Mitbürger, die selbst schon nur geringste Wertschöpfung für das Deutsche Gemeinwesen erbringen oder gar für unproduktive Tätigkeiten durch die Allgemeinheit finanziert werden, sollten ihre volksschädigenden Aktivitäten mal reflektieren. Es ist dem Deutschen Arbeitnehmer nicht zuzumuten, Teile seines erwirtschafteten Geldes für die hier abgeladenen Bevölkerungsüberschüsse der Restwelt zu verschwenden«, heißt es darin beispielsweise.

Beeindrucken lassen will sich das Fiftyfifty-Team davon jedoch nicht: »Wir bleiben bei unserer Position«, betonte Sozialarbeiterin Julia von Lindern am Freitag im Gespräch mit jW.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/328282.shitstorm-nach-kritik-an-tafel.html (https://www.jungewelt.de/artikel/328282.shitstorm-nach-kritik-an-tafel.html)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Almenschorsch am 03. März 2018, 17:30:41
Mich persönlich ärgert und beunruhigt in höchsten Maße eher dies, das in diesem Land, wo es den Leuten angeblich sooo gut geht und jeder 3000 Durchschnittsnetto hat, überhaupt solche Riesenschlangen an den Tafeln sind, um Lebensmittel zu bekommen, die die großen Konzerne nicht mehr verkaufen können und sich so als Wohltäter aufspielen können.
Ist ja auch im JC so (ich habe dort ja zwangsweise von September-Dezember 2016 dort arbeiten sollen), das man "Kunden", die um einen Vorschuß bitten, weil sie sonst nichts zu essen haben, darauf hinzuweisen hat, man soll dann halt einfach zur Tafel gehen. Das wird totgeschwiegen.


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: counselor am 03. März 2018, 18:26:57
Mich persönlich ärgert und beunruhigt in höchsten Maße eher dies, das in diesem Land, wo es den Leuten angeblich sooo gut geht und jeder 3000 Durchschnittsnetto hat, überhaupt solche Riesenschlangen an den Tafeln sind, um Lebensmittel zu bekommen, die die großen Konzerne nicht mehr verkaufen können und sich so als Wohltäter aufspielen können.
20% der Bevölkerung sind arm. Das sind etwa 16 Millionen.
https://www.n-tv.de/panorama/Jeder-Fuenfte-ist-von-Armut-bedroht-article20121566.html (https://www.n-tv.de/panorama/Jeder-Fuenfte-ist-von-Armut-bedroht-article20121566.html)
Ist ja auch im JC so (ich habe dort ja zwangsweise von September-Dezember 2016 dort arbeiten sollen), das man "Kunden", die um einen Vorschuß bitten, weil sie sonst nichts zu essen haben, darauf hinzuweisen hat, man soll dann halt einfach zur Tafel gehen. Das wird totgeschwiegen.
Das zeigt wieder mal die Menschenverachtung in den JCs.


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: counselor am 06. März 2018, 18:45:18
Zitat
Armutsfolgen - Diskussion um Entscheidung der Essener Tafel entfaltet sich

Rote Fahne News berichtete am 26. Februar über die breite Kritik an der Entscheidung der Essener Tafel, zukünftig keine ausländischen Menschen mehr aufzunehmen. Dazu kamen eine Reihe Leserzuschriften und auch die öffentliche Debatte geht weiter.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw10/diskussion-um-essener-tafel-vertieft-sich (https://www.rf-news.de/2018/kw10/diskussion-um-essener-tafel-vertieft-sich)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Schluepferstuermer am 06. März 2018, 23:28:29
Man könnte jedem Rentner, Arbeitslosen usw. 500€ mehr geben. Aber will die selbsternannte Elite dies? Nein
Dann hat man doch keinen,  auf dem man runterschauen kann.


Eine andere Möglichkeit wäre, Lebensmittel in Geschäften billiger zu machen, anstatt diese Tonnenweise wegzuschmeissen. Schon bei Bauern wird wegen Gewinnmargen der Lebensmittelindustrie weggeschmissen.
Aber dann sind ja die Gewinne der Lebensmittelindustrie um Milliarden geschmälert.


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 07. März 2018, 09:23:35
Aus: Ausgabe vom 07.03.2018, Seite 1   / Titel

Verteilen und herrschen
Entscheidung einer Essener Tafel hat sozialpolitische Debatte ausgelöst. Doch es ist der Staat, der durch seine Einsparungen die Armut verschärft
Von Johannes Supe


(http://up.picr.de/32023152ui.jpg)
(http://)
Weil die öffentlichen Leistungen nicht für eine gute Ernährung reichen, werden die Schlangen vor den Tafeln immer länger (Ausgabestelle in Augsburg)
Foto: picture alliance/Sueddeutsche Zeitung Photo

Über Soziales wird in der BRD selten gesprochen. Kommt doch einmal eine Debatte auf, entzündet sie sich in der Regel an Abseitigem, etwa der Entlassung einer Kassiererin, weil sie Pfandbons im Wert von nicht einmal zwei Euro unterschlug, oder der Ernennung eines SPD-Vizekanzleranwärters. Nun wird wieder über Armut in Deutschland diskutiert – weil eine Essener Tafel dem Andrang von Bedürftigen nicht mehr Herr wird und nur noch deutsche Neukunden annehmen will. Ulrich Schneider hätte sich wohl einen anderen Anlass für die Debatte gewünscht. Aber immerhin: Sie ist nun da. Und der Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbands findet in ihr deutliche Worte: »Der Staat versucht den Menschen möglichst wenig zukommen zu lassen, unabhängig davon, was sie wirklich brauchen.«

Ein Bündnis aus mehr als 30 Initiativen, Wohlfahrtsverbänden und Gewerkschaften hat am Dienstag in Berlin das Versagen des hiesigen Sozialstaats kritisiert. Die BRD komme ihrer Verpflichtung, den Menschen ein Existenzminimum zu garantieren, immer weniger nach – und mache damit Hunderttausende von ehrenamtlichen Initiativen abhängig. Mit einer erneuten Regierung aus Union und SPD drohe die Fortführung dieser Politik.

»Sozialpolitische Reformen der vergangenen Jahre hatten immer das Ziel, Mittel einzusparen«, erklärte Barbara Eschen, Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz. Reichen seien Steuergeschenke gemacht worden, gleichzeitig habe man die Leistungen für Bedürftige zusammengekürzt. In der Folge sei die Konkurrenz der Menschen um die Mittel verschärft worden. »Und heute beklagt die Politik, die den Sozialabbau herbeigeführt hat, die Entsolidarisierung der Gesellschaft.« Für Eschen ist das schlicht eine »verkehrte Welt«.

Zu der gehört etwa das Hartz-IV-System. Trickreich würden die Regelsätze kleingerechnet, führte Ulrich Schneider aus. Erwachsenen würden gerade einmal 4,77 Euro am Tag für Essen zugestanden, bei Schulkindern liege der Betrag nochmals deutlich niedriger: 2,77 Euro. Eine ordentliche Ernährung sei mit solchen Leistungen nicht möglich. Um über die Runden zu kommen, seien viele auf die Tafeln angewiesen.

Und so geht es in der BRD schon seit Jahren zu. Die Tafeln selbst weisen aus, dass ihre Zahl seit 2003 sprunghaft anstieg – also seit der Einführung der »Agenda«-Gesetze unter Gerhardt Schröder (SPD). Gab es damals bundesweit 330 Einrichtungen, so sind es mittlerweile über 900. Sie betreuen etwa anderthalb Millionen Bedürftige.

Nicht nur die Hartz-IV-Leistungen seien zu gering bemessen, so Schneider. Auch die Mittel für Kinder reichten nicht aus, ebensowenig die Grundsicherung für ältere Menschen oder das wenige Geld, das Schutzsuchenden zugestanden wird. Teils um 30 Prozent müssten die Leistungen angehoben werden.

Doch unter einer erneuten »großen Koalition« wird auch dieses Minimum erkämpft werden müssen – oder es bleibt aus. Das wissen die mehr als 30 Organisationen, die sich nun für Verbesserungen einsetzen wollen. Am Dienstag betonten ihre Vertreter, dass im Koalitionsvertrag von Union und SPD keine Trendwende in der Sozialpolitik zu erkennen sei. Über Hartz-IV finde sich im Dokument nicht einmal ein einziger Satz. Worum es in den kommenden Monaten und Jahren also gehen muss, fasste Schneider so zusammen: »Der neuen Groko müssen wir deutlich machen: Dieser Koalitionsvertrag kann nicht das letzte Wort sein.«

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/328521.verteilen-und-herrschen.html (https://www.jungewelt.de/artikel/328521.verteilen-und-herrschen.html)



Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: counselor am 11. März 2018, 20:05:21
Zitat
Umstrittene Regelung - Essener Tafel will Ausländer-Aufnahmestopp wohl Ende März aufheben

Die Essener Tafel wird den umstrittenen Aufnahmestopp für Ausländer voraussichtlich Ende März aufheben. "Wir gehen davon aus, dass es in zwei, drei Wochen so sein wird, Ende des Monats", sagte der Vorsitzende des Tafel-Trägervereins, Jörg Sartor, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Quelle: https://www.focus.de/politik/deutschland/umstrittene-regelung-essener-tafel-will-auslaender-aufnahmestopp-wohl-ende-maerz-aufheben_id_8593915.html (https://www.focus.de/politik/deutschland/umstrittene-regelung-essener-tafel-will-auslaender-aufnahmestopp-wohl-ende-maerz-aufheben_id_8593915.html)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Tiefrot am 11. März 2018, 22:14:05
Ihren Ruf hat sich die Tafel trotzdem versaut.
Mal ganz von der Seite des Armutszeugnisses mal abgesehn...


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Onkel Tom am 12. März 2018, 11:29:27
Der Oberfuzzi der Tafel in Essen hat sich das verdammt einfach gemacht..

Bei anderen Tafeln werden Nummern- oder Buchstabenzettel ausgegeben
und somit der Durchgang am Stand gesteuert. So funzt das in HH ganz gut,
egal wer da Schlange steht..

Warum schaffen die das in Essen nicht ? Der Fehler liegt wohl am
Organisatorischem. Für die Schuldabschiebung auf Migrannten gehört der
Typ durch einem ersetzt, der Organisation vorzieht..

 >:(


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: counselor am 12. März 2018, 16:34:09
Die Nürnberger Tafel hat das auch besser organisiert. Hier bekommen die Leute Nummern, die am Eingang aufgerufen werden. Rentner und Flüchtlinge werden dazu auch zeitlich getrennt.


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Hartzhetzer am 14. März 2018, 06:40:27
Das mit dem Defizit in der Organisation stimmt schon, jedoch kann nur das verteilt werden was da ist. Wenn durch die geflüchteten mehr Bedürftige auf Lebensmittel angewiesen sind und die Supermärkte nicht mehr Wegwerfzeug für die Mülltonnen haben, müssen halt Menschen von der Müll ähm Essensverteilung ausgeschlossen werden, oder alle müssen weniger bekommen. Man kann immer nur das verteilen was da ist, umso weniger da ist, umso größer wird Angst, Hilflosigkeit und Aggression auf beiden Seiten (Tafelbetreiber, Bedürftige).
Die Salamitaktik funktioniert immer wieder ausgezeichnet, wo am Anfang der Hartz IV Tafelzeit Menschen noch widerwillig, als absoluten Notnagel zur Tafel gegangen sind, ist der Tafelgang 13 Jahre später ein selbstverständlicher Lebensalltag der gar nicht mehr hinterfragt wird, im Gegenteil, man Kämpft gegeneinander um die Essensreste der reichen Schweine. Wer hat mehr Anrecht auf deren Müll, wo ziehen wir die Linie?
Inländer gegen Ausländer, Männer gegen Frauen, Junge gegen Alte, Kinder gegen Rentner. Hat eine Schwangere Frau mehr recht auf Essen, als eine 48 Jährige Frau? Braucht ein Mann zwischen 20 und 30 Jahren weniger Nahrung als ein über 60 jähriger? Obwohl der über 60 jährige könnte ja bald sterben, da geben wir es lieber den jüngeren Mann, den können wir vielleicht noch in einem blöden Dienstleistungsjob auf Verschleiß fahren. Los schnell holt die Statistiken und den Taschenrechner und dann spielen wir eine Runde moderne Menschenverwaltung 4.0

Allerdings sieht die Bundesregierung das ganze etwas optimistischer  ;)

https://www.youtube.com/watch?v=haYmt3mmeNM&t=6s (https://www.youtube.com/watch?v=haYmt3mmeNM&t=6s)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: Kuddel am 24. März 2018, 12:40:09
Zitat
Armut bekämpfen, statt Armut auszuspielen

Ein Bündnis von sozialen Initiativen fordert offensive Sozialpolitik


Die Verarmungspolitik hat einen Namen: Hartz-IV

Die Organisatoren machen auch deutlich, dass die politisch gewollte Verarmungspolitik einen langen Vorlauf hat, aber in dem Hartz IV-Programm kulminiert.

Um überleben zu können, waren immer mehr Menschen auf die Tafeln angewiesen. Da ist es besonders zynisch, dass der Alt-Sozialdemokrat und Lobbyist Claus Schmiedel in einem Interview in der Wochenzeitung Kontext erklärt.

    Mit der Agenda und Gerhard Schröder haben wir 2005 noch einmal ein prächtiges Ergebnis bei der Bundestagswahl eingefahren.
    Claus Schmiedel


So wie Schmiedel denken wahrscheinlich viele in der SPD, nur nicht alle werden es so offen aussprechen. Wenn eine Spätfolge der Essener Tafeldebatte dazu führt, diese Verarmungspolitik und die dafür Verantwortlichen in den Fokus zu nehmen, dann wäre das sehr positiv. Es gäbe viele Gründe weiterhin gegen die Vertafelung der Gesellschaft zu protestieren.

Wie schon Karl Marx den bürgerlichen Philanthropismus scharf kritisierte, so ist das heute auch wichtig. Nur noch wenige Organisationen wie Medico International kritisieren einen solch paternalistischen Ansatz von Hilfe und propagieren dagegen eine Unterstützung, die Menschen zu Selbstbewusstsein und Widerstand ermutigt.

Warum nicht die Tafeln nutzen, um mit den Menschen gemeinsame "Zahltage" in Jobcentern zu machen, um ihre Rechte einzufordern, damit sie genug Geld haben, um Produkte ihrer Wahl zu kaufen? So würden sich die Tafeln selber überflüssig machen und das müsste ihre vornehmste Aufgabe für alle Menschen sein, wenn die Arbeit bei der Tafel wirklich gesellschaftlich etwas bewirken und nicht nur Armut verwalten und regulieren will.
https://www.heise.de/tp/features/Armut-bekaempfen-statt-Armut-auszuspielen-3988098.html?seite=all (https://www.heise.de/tp/features/Armut-bekaempfen-statt-Armut-auszuspielen-3988098.html?seite=all)


Titel: Re:Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Beitrag von: counselor am 03. April 2018, 20:04:47
Zitat
Armutsdebatte: Essener Tafel nimmt wieder Ausländer auf

Die Tafel in Essen lehnt derzeit Bedürftige ohne deutschen Pass ab - und steht damit im Mittelpunkt einer Debatte über Armut und Diskriminierung. Nun hat der Verein eine neue Entscheidung getroffen.


Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/essen-tafel-nimmt-wieder-auslaender-auf-a-1200991.html (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/essen-tafel-nimmt-wieder-auslaender-auf-a-1200991.html)