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Handel & Dienstleistung => Brief- und Paketdienste => Thema gestartet von: ManOfConstantSorrow am 17. Januar 2003, 22:35:12



Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17. Januar 2003, 22:35:12
Ich erinnere mich an die Zeiten wo nach langem Schlangestehen irgendwelchen Postlern von genervten Kunden an den Kopf geworfen wurde, "Wird Zeit, daß ihr privatisiert werdet!".  Damls waren gerade die ersten großen Privatisierungen in Gange. Da hieß es noch, "da läuft es dann alles viel Besser!"

Das hört man jetzt garnicht mehr. Die Post ist das beste Beispiel, was bei Privatisierung passiert. Ein Lehrstück über die Marktwirtschaft sozusagen.

Die Preise für einige Leistungen erhöhte sich z.T. um mehrere hundert %. Dafür werden Postkästen kaum noch gelehrt, oder verschwinden völlig von der Bildfläche, wie auch viele Postämter. Die Postler müssen jetzt zu schlechteren Bedingungen und härter arbeiten.

Der Kunde kann froh sein, wenn ein Brief überhaupt irgendwann beim Empfänger landet.

Mit den so erwirtschafteten Profiten wird ordentlich rumspekuliert, Paketdienste in Italien , Britannien oder sonstwo aufgekauft um für gute Unterhaltung des Aktionärspacks zu sorgen.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Jule am 12. Februar 2003, 20:07:32
http://www.privatisierungswahn.de/


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Postbüddel am 04. März 2003, 20:14:03
Die Post ist so ein Kapitel für sich. Das Personal und die Personalvertretung waren so ein eingefahrener Verein. Es wurde viel rumgemosert aber letztendlich war keiner bereit etwas zu unternehmen und letztendlich ging es einem auch gar nicht so schlecht.

Keiner wollte wirklich wahrhaben, was mit der Privatisierung auf einen zukommt. Als wäre alles aus heiterem Himmel gekommen.

Man kann auch bestimmt einen Weg finden sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Ich habe mir die ATTAC website angesehen und soetwas wie Unterschriften sammeln gegen Privatisierung will mich nicht recht überzeugen.

Ich glaube es müssen neue Formen gesucht und Kontakte geknüpft werden. Auch Postkunden sollten über Arbeitsbedingungen informiert werden und die würden einen wohl auch unterstützen, wenn sie nicht nur Informationen der Vorstandsetage und der Politiker kriegen. Und es sollten Stammbelegschaft und Aushilfen über Bedingungen und mögliche Aktionen miteinander reden, auch wenn Aushilfen meist nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Auch Kontakte zu ausgelagerten Bereichen (wie private Paketdienste) sollten nicht schaden. Vielleicht wäre soetwas wie ein zwangloses Treffen in einer Kneipe oder gar ein Regelmäßiger Treff zum Austausch ja ein erster Schritt...


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: am 07. April 2003, 11:42:32
Heute (7.4.) hat die Post angekündigt diverse Priefkästen abzubauen.
Einmal sind die Kunden dran, das nächste Mal wieder das Personal...


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: DeadBoy am 06. Juni 2003, 10:56:33
Man kommt kaum noch hinterher zu berichten, was bei der Post alles den Bach runtergeht um die Aktionäre glücklich zu machen.

Z.T. sind die Aktionen so überstürzt, daß sie nichteinmal ökonomisch Sinn machen. In einigen Gegenden wurden die Briefkästen so rigoros abgebaut, daß die übriggebliebenen Kästen nichtmehr die Post fassen und überquellen.

Jetzt soll der Paketdienst komplett ausgelagert werden. 9000 Arbeitsplätze werden plötzlich zu neuen Konditionen bei Fremdfirmen auftauchen.

Gleichzeitig gibt es den Vorschlag die Paketzustellung am Montag vollständig einzustellen. Soviel erstmal zu dem Argument, privatwirtschaftlich läuft alles viel besser, als wenn´s staatlich organisiert ist.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 07. Juli 2003, 02:22:14
ver.di hat für uns etwas erkämpft:

2 Tage zusätzliche Jahresarbeitszeit. Flexible Wochenarbeitszeit bis
48Std(!). Briefzusteller übernehmen zusätzlich einen Teil der Arbeit der Paketzusteller.

Wie es scheint müssen wir jetzt den Preis zahlen verlernt zu haben, wie man sich wehrt. Wenn man "die da oben" einfach machen läßt. "Die da oben" in Politik, in Aufsichtsräten und Gewerkschaften können all das nur durchziehen, weil wir sie lassen.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: DeadBoy am 31. Juli 2003, 10:23:56
Nach der Meldung, daß die Post weitere  Filialen schließen will nun diese Erfolgsbilanz:
Zitat
Deutsche Post erwartet nach starkem Geschäft höheren Jahresgewinn
Bonn (dpa) - Nach überraschend gutem Geschäft im ersten Halbjahr erwartet die Deutsche Post auch für das Gesamtjahr 2003 einen höheren Milliardengewinn. Der Konzern rechne mit mindestens 2,9 Milliarden Euro und damit mit einem um 100 Millionen Euro höheren Betriebsergebnis (EBITA), wie das Unternehmen in Bonn berichtete. Zuvor lag die EBITA-Prognose des Post-Konzerns für das laufende Jahr bei 2,8 Milliarden Euro.

Die Post habe sich aber mit Kosteneinsparungen über dem Soll und Umsatzsteigerungen durch neue Geschäfte behaupten können. "Unsere Geschäfte laufen in 2003 wesentlich besser als Vergleichszeitraum des Vorjahres." Für das zweite Halbjahr sei mit einem leicht besseren Ergebnis als im Vorjahreszeitraum zu rechnen.

Durch den Beschäftigungspakt mit der Dienstleistungsgewerkschaft verd.di spare die Post jährlich mehr als 100 Millionen Euro, sagte Zumwinkel. Er sei auch von den Post-Beschäftigten zustimmend aufgenommen worden. Sie müssten zwar etwa längere Wochenarbeitszeiten bis zu 48 Stunden oder den Verzicht auf zwei arbeitsfreie Tage (Heiligabend und Silvester) hinnehmen, aber profitierten auch davon, dass das Unternehmen für fünf weitere Jahre (bis März 2008) auf betriebsbedingte Kündigungen verzichte.


Ist es nicht toll, daß ver.di es erkämpft hat, daß härter und länger gearbeitet wird, damit der Laden so richtig attraktiv für die Börse wird?


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 18. August 2003, 18:56:45
Zitat
Original von DeadBoy


Jetzt soll der Paketdienst komplett ausgelagert werden.


Ich habe selbst erlebt, was das harmlose Wort "Auslagerung" bedeutet.
Letztes Jahr haber ich bei der Bremer Brauerei BECK & CO gearbeitet. Als an einem Freitagmorgen bekannt wurde, daß der Bereich "Logistik" augelagert werden sollte, traten die Staplerfahrer spontan in einen wilden Streik ohne den (ohnehin ungeliebten) Betriebsrat zu informieren. Die gesamte Produktion lag darnieder, denn die Fließbänder konnten nicht laufen, ohne daß leere Flaschen nachgelegt wurden... Der Parkplatz war voll mit Lastern aus halb Europa und die Trucker hingen hektisch an ihren Handies um dem Chef zu berichten, daß die Laster weder be- noch entladen wurden. Auch am Samstag, an dem eigentlich gearbeitet werden sollte nahmen sich die Staplerfahrer frei und blieben einfach zuhaus. Nix lief mehr!
Dann beruhigte der Betriebsrat die Staplerfahrer, sie sollten sich keine Sorgen wegen der Auslagerung machen, das hätte keinerlei Einfluß auf die Arbeitsbedingungen, das könnten sie garantieren. Und damit ging alles ersteinmal weiter, wie zuvor, alles ging weiter, wie bisher, auch wenn der Lohn nichtmehr von Beck & Co kam.
Ein Jahr später berichtete der Weser Kurier, die alten Staplerfahrer hätten ihre Arbeitsbedingungen behalten, diejenigen, die aber jetzt neu anfangen, würden für die selbe Arbeit 300 EUR pro Monat weniger bekommen.

So kann man alte erkämpfte Arbeitsbedingungen einfacher kleinkriegen!


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 27. August 2003, 16:16:29
Zitat
Deutsche Post will Briefträger einsparen

Bonn (dpa) - Die Deutsche Post will aus Kostengründen Briefträger einsparen. Die Größenordnung ist noch unklar. Erreicht werden soll der Stellenabbau mit Vereinbarungen zur freiwilligen Verlängerung der Wochenarbeitszeit. Das sagte Post-Sprecherin Monika Siebert in Bonn. Wie viele Stellen abgebaut werden könnten, hänge davon ab, wie das Angebot angenommen werde. Geplant ist eine Anhebung der Arbeitszeit pro Woche um bis zu 9,5 Stunden - von bisher 38,5 auf maximal 48 Stunden.

dpa/online vom 27.08.2003



Ist das jetzt schon Realsatire?
Man fragt sich wie das Angebot angenommen wird länger zu arbeiten und als Belohnung dafür gefeuert zu werden. ver.di ünterstützt das bestimmt!
Und erinnert man sich noch an das Argument, die geforderte Arbeitszeitverkürzung (im Ost-Streik?) würde Arbeitsplätze kosten?


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: am 28. Oktober 2003, 02:14:10
MDZ 24.10.03
Zustellung  
Deutsche Post will Paketversandnetz straffen
 
432 Zustellbasen und 33 Frachtzentrum sollen dezimiert werden

Bonn/dpa.  Die Deutsche Post wird ihr bundesweites Paketversandnetz straffen. Die Entscheidung über die konkrete Verringerung von Zustellstandorten und Frachtzentren werde voraussichtlich im Frühjahr fallen, sagte ein Post-Sprecher am Freitag in Bonn, der einen Bericht der Tageszeitung «Die Welt» bestätigte. Die geplante Kürzung erfolge im Zuge des Sparprogramms «STAR». Wie viele Stellen betroffen seien, lasse sich noch nicht absehen.
Derzeit betreibt die Post bundesweit 432 Zustellbasen sowie 33 Frachtzentren. Die Verringerung werde vor allem die Zustellzentren betreffen, von denen die Boten ihre Post zur Auslieferung an die Kunden abholen, erläuterte der Post-Sprecher. Bei den Frachtzentren werde es keinen größeren Abbau geben.

Bei der Paketzustellung hat die Post bereits seit August eine Umstellung eingeleitet. Briefträger vor allem auf dem flachen Land sollen zugleich auch Pakete an die Tür bringen. Betroffen davon sind laut «Welt» etwa 46 Prozent der über die Post in Deutschland verschickten Pakete.


 
 
 

die welt 28.10.03

Deutsche Post investiert mehr in das China-Engagement der Tochter DHL

Bonn -  Der Expressmarkt der Volksrepublik China soll innerhalb von zwei Jahren zum wichtigsten asiatischen Standbein der Deutschen Post werden. Der Bonner Konzern hat bereits im Frühjahr durch eine 52,5-Millionen-Euro-Beteiligung seines Expressdienstes DHL an dem staatlichen Paketunternehmen Sinotrans das Fundament für die Zukunft auf dem Binnenmarkt im Reich der Mitte gelegt. Mit einem neuen Fünf-Jahres-Investitionsprogramm wird diese Zusammenarbeit jetzt verstärkt.


Der Businessplan von Expressvorstand Uwe R. Dörken sieht vor, weitere 200 Mio. Dollar in den Ausbau des Kurier- und Expressnetzwerkes von DHL zu stecken. Bis 2005 hat der Konzern damit mehr als eine Mrd. Dollar für sein Asiengeschäft eingeplant. Die jüngste Kapitalspritze kommt in vollem Umfang dem Joint Venture von DHL und Sinotrans zugute. In den kommenden fünf Jahren werden rund 1200 Transportfahrzeuge angeschafft, 14 neue Filialen errichtet und 2100 Arbeitsplätze geschaffen.


Schon heute beliefert der erste ausländische Expressdienst, der auf dem chinesischen Festland arbeitete, 318 Handelszentren der bevölkerungsreichsten Nation der Erde. Die vorläufige Bilanz der Deutschen Post: In den vergangenen 18 Monaten verzeichneten die DHL-Umsätze auf dem Expressmarkt Chinas ein Wachstum von etwa 40 Prozent. Dieser Trend soll sich nach Angaben des Unternehmens fortsetzen. Der diesjährige Umsatz von DHL in der Region Asien-Pazifik wird von der Post-Tochter mit mehr zwei Mrd. Euro angegeben.


Den innerasiatischen Markt teilen sich die Wettbewerber DHL, United Parcel Service (UPS) und Fedex, wobei DHL nach eigenen Angaben mit einem Anteil von knapp 35 Prozent an der Spitze steht. "Allein 100 Millionen Dollar legen wir für das Express-Frachtterminal in Hongkong an, den neuen zentralen Umschlagplatz für DHL in Asien. Etwa 400 Millionen Dollar haben wir in das Joint Venture mit Air Hongkong investiert, weitere 350 Millionen Dollar fließen in die Informationstechnologie", sagte Vorstandsmitglied Dörken der WELT.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: am 25. November 2003, 14:31:01
Deutsche Post erwartet steigende Gewinne
Berlin (dpa) - Die Deutsche Post peilt für 2004 steigende Gewinne und den Verkauf von 49 Prozent ihrer Postbank-Anteile über die Börse an. Das sagte Vorstandschef Klaus Zumwinkel in Berlin.


Mit den erhofften Einnahmen aus dem Börsengang von mindestens 2,5 Milliarden Euro will Zumwinkel die Schulden reduzieren und die Verteilzentren in Europa ausbauen. Der Börsengang dürfte im Herbst kommenden Jahres über die Bühne gehen, sagte Zumwinkel. Der Bundesregierung - dem größten Anteilseigner der Deutschen Post - werde aus dem Börsengang keine Sonderdividende zufließen.

Mit Blick auf 2004 zeigte sich Zumwinkel optimistisch. "Ich gehe davon aus, dass wir im nächsten Jahr höhere Gewinne haben als in diesem Jahr", sagte er. Dabei dürfte auch die Dividende höher ausfallen. Dies sei unabhängig vom Börsengang der Postbank, erklärte der Post-Chef. Im vergangenen Jahr hatte der Bonner Konzern eine Dividende von 0,40 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Für das laufende Jahr erwartet die Deutsche Post World Net AG weiterhin einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 2,9 Milliarden Euro. Zu Marktspekulationen über ein Interesse der Deutschen Post an einer Übernahme des britischen Logistikunternehmens Exel sagte Zumwinkel: "Daran ist nichts."


dpa/ecoline vom 25.11.2003


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: am 06. Dezember 2003, 14:03:58
Der wilde Streik beginnt Ende Oktober 2003 zeitgleich und unabhängig voneinander in einem Postzentrum in Greenford/London, als Reaktion auf einen Konflikt im Verteilzentrum Southhall, und in Dartford/London, nachdem ein Fahrer sich weigert Briefe, die auf Grund des offiziellen Streiks liegengeblieben waren, zu einem mit LeiharbeiterInnen betriebenen Verteilzentrum zu fahren. Er wird daraufhin entlassen, seine 400 KollegInnen reagieren mit spontaner Arbeitsniederlegung, das Management versucht die Arbeit anderen Postzentren aufzudrücken und sorgt so für die Ausweitung des Streiks....

den vollständigen Bericht gibt´s hier:
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kolinko/prols/de/de_ukpo1.htm


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 23. Februar 2004, 23:24:44
Zitat
Original von yahoo


Montag 23. Februar 2004, 16:39 Uhr

Keine Postzustellung in Hamburg

Hamburg (AP) Viele Privathaushalte und Unternehmen haben am Montag in Hamburg und Berlin vergeblich auf Post gewartet. Grund waren Betriebsversammlungen, auf denen gegen die vorgesehenen Kürzungen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld für die Postbeamten protestiert wurde. In Hamburg fiel die Zustellung nach ver.di-Angaben komplett aus. Hier waren über eine Million Haushalte betroffen. 49 von 109 Postfilialen blieben nach Gewerkschaftsangaben geschlossen, rund 1,5 Millionen Briefe und etwa 70.000 Pakete seien liegen geblieben. In Berlin sei die Post vor allem im Innenstadtbereich nur teilweise zugestellt worden, hieß es.

In Hamburg beteiligten sich laut ver.di fast 4.000 Postbedienstete an den Betriebsversammlungen. Auf einer Kundgebung in der City protestierten sie anschließend gegen die vorgesehen Kürzungen. In Berlin kamen etwa 1.500 Postler aus mehreren Briefverteilzentren zusammen. Durch Streichung des Urlaubsgeldes und Kürzungen beim Weihnachtsgeld müssen die Beamten nach Gewerkschaftsangaben Einkommenseinbußen von rund acht Prozent hinnehmen. Das sei nicht akzeptabel, erklärte ver.di-Experte Wolfgang Abel in Hamburg. «Es ist ökonomisch unverantwortlich, betrieblich wahnsinnig und volkswirtschaftlich widersinnig», kritisierte er. Zudem könnten sich die Kürzungen nachteilig auf die Kundenfreundlichkeit auswirken.

Bundesweit sind laut ver.di rund 65.000 Postbeamte von den Kürzungen betroffen, das ist etwa ein Viertel aller Beschäftigten. Die vom Bundestag beschlossenen Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld bescherten der Post jährliche Einsparungen von rund 54 Millionen Euro.

«Es ist das Recht der Beschäftigten, Betriebsversammlungen abzuhalten, aber die Auswirkungen sind außerordentlich bedauerlich», sagte der Hamburger Post-Sprecher Martin Grundler. Man habe aber dafür gesorgt, dass die Briefkastenleerung funktioniere. Am Dienstag würden der Postbetrieb wieder normal laufen und alle liegen gebliebenen Sendungen zugestellt. In Berlin sollen die verzögerten Sendungen ebenfalls am Dienstag ausgeliefert werden. Hier sind für den (morgigen) Dienstag weitere Betriebsversammlungen vorgesehen, zu denen etwa 1.000 Beschäftigte erwartet werden. Die Post erwartet auch dann wieder Behinderungen bei der Zustellung.

Die Proteste wurden wurden in der vergangenen Woche in Norddeutschland gestartet und sollen in den nächsten Wochen fortgesetzt werden. Große Betriebsversammlungen laut ver.di unter anderem in Münster, Bonn, Köln und Dortmund geplant.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10. März 2004, 19:05:21
Die Post (und die Bahn) sind hervorragende Beispiele, wie die Privatisierung staatlicher Großbetriebe funktioniert und wohin sie führt. Während Kunden und Personal gleichermaßen auf der Strecke bleiben verkündet man stolz den Profit verdoppelt zu haben.

Dabei hätte man mit Arbeitsniederlegungen (sowohl bei Post alsauch bei der Bahn) ein enorm wirkungsvolles Druckmittel, denn hier könnte man das funktionieren der gesamten Wirtschaft empfindlich stören. Aber die Gewerkschaften scheinen weder vorbereitet noch gewillt sich wirkungsvoll für die Interessen ihrer Mitglieder einzusetzen. Man beschränkt sich auf rührende und symbolische Aktionen. Es ist zum Kotzen!

Ich habe ein paar Berichte zum Thema zusammengesucht:

Zitat
Original von zdf-online

Dividende wird um zehn Prozent erhöht

Nach Belastungen durch EU-Strafzahlungen im Vorjahr hat die Deutsche Post ihren Gewinn 2003 wieder über die Schwelle von einer Milliarde Euro heben können. Der Überschuss habe sich auf 1,31 Milliarden Euro verdoppelt, teilte das Unternehmen am Dienstag in Bonn mit. Der Umsatz stieg 2003 erstmals in der Unternehmensgeschichte auf knapp über 40 Milliarden Euro. Dies waren 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr.
09.03.2004


Zitat
Original von bahnvonunten

Mittäter und Komplizen setzen sich als Opferanwalt in Szene
Sturm der Entrüstung gegen Schließung von Postfilialen und Demontage von Briefkästen
 
Als vor 10 Jahren der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit das gigantische Projekt der Privatisierung der Deutschen Bundespost und Umwandlung ihrer drei Säulen Post, Telekom und Postbank in Aktiengesellschaften beschloß, wurde dies in der bürgerlichen Öffentlichkeit als notwendiger Übergang von der „verstaubten“ Behörde zum modernen, kundenorientierten und flexiblen Dienstleistungsunternehmen gefeiert.
CDU/CSU und FDP betrieben damals mit ihren Postministern Schwarz-Schilling (CDU) und Bötsch (CSU) konsequent die Privatisierung und konnten sich für die zur Grundgesetzänderung notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit auf die Mehrheit der (unter gewerkschaftlichem Druck in dieser Frage gespaltenen) SPD-Fraktion stützen. Für die Post-Privatisierung stimmte 1994 auch der „Pivatisierungskritiker“ und Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL (im Deutschen Beamtenbund), Manfred Schell, der als Nachrücker und CDU-Abgeordneter ein Jahr lang im Bundestag saß.
Die Deutsche Postgewerkschaft (inzwischen in ver.di aufgegangen) und linke Privatisierungskritiker warnten allerdings schon damals vor den Folgen, die die Liberalisierung und das Ende der flächendeckenden staatlichen Daseinsvorsorge und Gemeinwohlverpflichtung der Post vor allem für Kleinkunden in Stadt und Land mit sich bringen würden. Doch es sollte Jahre dauern, bis eine breitere Öffentlichkeit hautnah die unerträglich gewordenen Folgen der Privatisierung zu spüren bekam und sich lautstark zu Wort meldete.
Ob in Hamburg-Eimsbüttel, Berlin-Lübars, Erkrath im Rheinland, Rheinböllen im Hunsrück oder Althengstett in Baden-Württemberg – überall haben die vom Post-Management vorangetriebene Demontage von Briefkästen (die Zahl bundesweit wurde von 140.000 auf 108.000 reduziert) und die Schließung von Post-Filialen in den letzten Monaten einen Sturm der Entrüstung mit Protestversammlungen, Unterschriftenlisten und anderen Aktivitäten ausgelöst und Lokalpolitiker auf den Plan gerufen.  Dabei setzten sich desöfteren auch die Mittäter von damals wirkungsvoll als Anwalt der Opfer in Szene – so zum Beispiel der CDU-Politiker Hans-Joachim Fuchtel, der seit 1987 den Wahlkreis Calw (Nordschwarzwald) im Bundestag vertritt, 1994 mit seinem Votum die Privatisierung abgesegnet hatte und jetzt nach Hinweisen aus seinem Wahlkreis empört beim Post-Management gegen die Demontage von Briefkästen intervenierte.
Als der hessische Ministerpräsident Roland Koch (aus seinem CDU-Landesverband stammt der frühere Postminister Schwarz-Schilling) im November 2003 mit einer massiven landesweiten Protestbewegung gegen seine Politik des sozialen Kahlschlags konfrontiert war, versuchte er es angesichts der Unzufriedenheit mit der Postversorgung im Lande mit einen „Befreiungsschlag“: Seine Landesregierung griff publikumswirksam den Volkszorn über die Post auf und kündigte eine Bundesratsinitiative an. Ziel dieser Initiative: Durch Änderungen an Postgesetz und Post-Universaldienstleistungsverordnung sollen die Zahl der Briefkästen auf 100.000 festgeschrieben und eine Schließung von Postfilialen in Ortsteilen mit mehr als 2000 Einwohnern verhindert werden.
Einen solchen „Populismus“ seitens örtlicher CSU-Größen beklagt auch niederbayerische Postler und Gewerkschafter Karsten Wettberg: „Scheinheilig ist, wenn konservative Mandatsträger JETZT über die Situation schimpfen. War es doch gerade die CSU, die uns (der Deutschen Postgewerkschaft) die Unterstützung verweigert hatte, als wir gegen die Postreform 1 und 2 demonstriert und auf die Folgen für die Bürger hingewiesen haben. Jetzt ist es für die Betroffenen sichtbar und spürbar: Die Privatisierung der Post bringt dem Flächen-Regierungsbezirk Niederbayern nur Nachteile. Die postalische Versorgung auf dem Lande ist zunehmend gefährdet, außer es werden entsprechende Preise bezahlt. Denn die früher sozialen Postgebühren werden der Firmenstrategie eines "Global Players", der sich an der Börse behaupten muss, nicht mehr gerecht. Es lebe die Börse - der brave, einfache Bürger ist der Leidtragende.“
Während Post-Bedienstete in früheren Jahrzehnten zwar keinen üppigen Lebensstandard, aber wenigstens ein erträgliches Auskommen und soziale Absicherung hatten, kritisiert Karsten Wettberg auch den Umgang der Post-Manager mit ihrem Personal: „Auch die Gehalts- und Lohnpolitik im Rahmen der neuen Strukturen der letzten Jahre bringt die Postlerinnen und Postler immer mehr in die Nähe des Sozialhilfeniveaus. Ganz besonders dann, wenn die körperliche Leistungsfähigkeit nach Jahrzehnten anstrengenden Postdienstes nachläßt.“
Die alte Bundespost in der alten BRD mit ihren Säulen Post, Telekom und Postbank war kein maroder defizitärer Betrieb. Ende der 80er Jahre warf sie noch einen jährlichen Überschuß in Höhe von rund fünf Milliarden DM ab, der dem Bundeshaushalt zugute kam. Doch den Privatisierern ging es nicht um eine Senkung der Staatsdefizite und flächendeckende Versorgung der Bürger mit erschwinglichen Postdiensten, sondern um Rosinenpickerei – um die Privatisierung der Gewinne und die Sozialisierung der Verluste. Die Pensionen für die betriebsbedingt in Frühpension geschickten Postbeamten und Angestellten wurden von der Bundesregierung ebenso übernommen wie die teuren milliardenschweren Investitionen in Post und Telekom-Infrastruktur Anfang der 90er Jahre.
Unterdessen treiben das SPD-geführte Bundesfinanziministerium und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Ausverkauf der Post mit Nachdruck voran. Wie Post-Chef Klaus Zumwinkel dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ mitteilte, sollen noch im Bundesbesitz befindliche Aktien des einstigen Staatsunternehmens so rasch am Markt veräußert werden, daß der Bundesanteil bis zum Jahre 2007, wenn das noch bestehende Post-Monopool für Briefe bis 200 Gramm ausläuft, auf null sinkt.
Was tun, wenn sich die Manager der privatisierten Post auf der Jagd nach Rendite starr und gegenüber Bürgerprotesten uneinsichtig zeigen, aber andererseits Einwohnerschaft und örtliche Gewerbebetriebe nicht auf eine funktionsfähige und vollwertige Postfiliale vor Ort verzichten können und wollen? Vor dieser Frage standen in den letzten Wochen die Kommunalpolitiker in Althengstett (Baden-Württemberg), einer Gemeinde im Wahlkreis des Abgeordneten Fuchtel. Nachdem die Post-Manager trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung und örtlichen Geschäftswelt an ihrem Beschluß zur Schließung der bisher gut frequentierten Postfiliale in der Kerngemeinde festhielten und andere von der Post vorgeschlagene „Lösungen“ sich als unbefriedigend erwiesen, griff die Gemeindeverwaltung selbst ein. Die Kommunalpolitiker beschlossen, in den bisherigen Räumen der Postfiliale ab dem 2. Januar 2004 selbst eine Postagentur zu betreiben. Gleichzeitig konnte erreicht werden, dass die bisherige Leiterin der Postfiliale der Gemeinde für diese Aufgabe überlassen und – zunächst auf ein Jahr befristet – zur Gemeinde abgeordnet wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden hat Althengstett damit auch weiterhin eine qualifizierte Poststelle zur Verfügung, und den meisten Benutzern wird der Unterschied gar nicht ins Auge springen. Ob dieser Althengstetter Anflug von „Staatsinterventionismus“ allerdings nur auf ein Jahr beschränkt bleibt oder auch anderswo oder gar bundesweit Schule macht, bleibt abzuwarten.
Hans-Gerd Öfinger
 


Zitat
Original von rf-news.de

04.03.04. - Schröders fühlen sich "gestört"
Hannover: Einen Tag nach der Protest-Kundgebung von 3.000 Postlern in der Nähe des Wohnhauses von Kanzler Schröder beklagte sich Doris Schröder-Köpf: "Was wollen die von mir und meiner Tochter Klara? Das hat es meines Wissens bei Helmut Kohl in Oggersheim nicht gegeben."
Zur Seite sprangen ihr Ministerpräsident Wulff (CDU) und andere Politiker. Polizeipräsident Klosa kündigte an, zukünftig "Absperrmaßnahmen zukünftig so weiträumig zu führen, dass akustische Störungen unterbleiben". Dabei war nur ein Hand-Megafon im Einsatz!
Der Ver.di-Landesvorsitzende Denia, selbst Sprecher bei der Kundgebung, wies dagegen auf die legitime Berechtigung der "Proteste von Bürgern, die die Auswirkungen der Politik hinnehmen müssen" hin.
 


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Niederer_sachse am 13. März 2004, 22:39:40
Hatte vor kurzem mal das "Vergnügen" mich bei einem privaten Zustelldienst
zu Bewerben, der als Sub-Unternehmer (Paket-Logistik) für die Post tätig war.

Folge:
Seit dem werde ich definitiv niemals wieder ein Paket mit der Post verschicken!!!

Was ich lernen musste war:
Mitlerweile lagern hunderte (tausende) Packete in
(umfunktionierten) Garagen irgendwelcher Privatleute die als Logistik-Unternehmen
agieren. Fahrer privater Lieferdienste (ICH-AGs) verteilen von dort aus die Post
in Ihren geliehenen oder privaten Transportern.

Wenn Sie also demnächst eine Post-Zustellung von jemandem in
Freizeitkleidung bekommen wissen Sie jetzt was Sache ist!

Mit der Zustellung Ihres Packetes kämpft dieser Zusteller
höchstwarscheinlich gerade ums Überleben.
Seien Sie freundlich zu Ihm/Ihr. :wink:

Außerdem: Angeblich werden durch diese "Verlagerung" tausende Vollzeit-Arbeitsplätze erhalten. :lol:


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Bruder Esel am 23. März 2004, 20:04:18
Zitat
Original von DeadBoy


Gleichzeitig gibt es den Vorschlag die Paketzustellung am Montag vollständig einzustellen


Was ja jetzt auch praktiziert wird. :twisted:


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: postlerin am 26. März 2004, 20:56:11
www.fastwaycouriers.de  die franchisealternative zur post, da kein subunternehmer! sondern selbständig arbeitend.

schsut rein!


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Bruder Esel am 11. April 2004, 17:51:20
Zitat von: "postlerin"
www.fastwaycouriers.de  die franchisealternative zur post, da kein subunternehmer! sondern selbständig arbeitend.

schsut rein!


 :shock: Wie bist Du denn drauf?
Schon so verzweifelt sich an solchen doch eher sehr zerbrechlichen Stohhalm zu klammern??
Hab das mal gelesen und meine es ist MIST  :(


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21. Mai 2004, 18:11:38
21.05.04 - Post-Warnstreiks in Baden-Württemberg
In der laufenden Tarifrunde ruft die Gewerkschaft ver.di die Postangestellten in Baden-Württemberg zu ersten Warnstreiks für morgen und die nächste Woche auf. Ver.di fordert für die 160.000 Postbeschäftigten 4 Prozent mehr Lohn bei einer Tariflaufzeit von 12 Monaten. Die Post hat bis jetzt kein Angebot gemacht. Die nächsten Verhandlungen sind am 1. Juni.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 30. Mai 2004, 16:13:30
29.05.04 - Erneut Warnstreiks bei der Post
Nach Angaben von Ver.di beteiligten sich heute rund 1.200 Beschäftigte im Zustelldienst von Nordrhein-Westfalen an Warnstreiks. Insgesamt seien rund 2,8 Millionen Sendungen liegen geblieben. Ver.di fordert in der laufenden Tarifrunde Einkommenserhöhungen von vier Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für den Fall, dass die am 1. Juni beginnende nächste Verhandlungsrunde kein Ergebnis bringt, hat Ver.di mit massiven Streiks gedroht. Die Streikbereitschaft in den Betrieben sei "äußerst hoch".


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 31. Mai 2004, 19:20:25
Zitat
Original von spiegel-online 31.5.04

POST-TARIFSTREIT
Verdi droht mit Briefe-GAU
Der Tarifkonflikt bei der Deutschen Post verschärft sich. Sollte es in den nächsten beiden Tagen zu keiner Einigung kommen, werde man bundesweit die Arbeit niederlegen, kündigt die Gewerkschaft Verdi an.


"Die Leute sind sauer. Wir haben organisatorisch alles vorbereitet. Das kann sehr schnell losgehen", sprach der Verdi-Sprecher für die 160.000 Postbeschäftigten.


"Briefe-GAU" - mal wieder der SPIEGEL auf BILD-Niveau.

"Wir haben organisatorisch alles vorbereitet." - Wieder, wie so oft, nur heiße Luft der Gewerkschaftsfunktionäre? Oder will man wirklich kämpfen?

Na, woll´n wir ma schau´n...!!!


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 02. Juni 2004, 21:02:11
Zitat

"Wir haben organisatorisch alles vorbereitet." - Wieder, wie so oft, nur heiße Luft der Gewerkschaftsfunktionäre? Oder will man wirklich kämpfen?

Na, woll´n wir ma schau´n...!!!


02.06.04 - Tarifabschluss bei der Post

Obwohl die Gewerkschaft ver.di in den letzten Tagen noch von einer großen Kampfbereitschaft der Postbeschäftigten berichtete, wurde heute in Münster ein Tarifabschluss vereinbart, der weit unter der aufgestellten Forderung von vier Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten liegt. So sollen die Löhne und Gehälter für die rund 160.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post AG erst ab November 2004 um 2,7 Prozent und ab November 2005 um weitere 2,3 Prozent steigen. Obwohl der Tarifvertrag rückwirkend zum 1. Mai in Kraft tritt, sind für die Zwischenzeit nur zwei Einmalzahlungen von je 65 Euro zum Juli und September 2004 vorgesehen, für die Beamten eine Einmalzahlung von 110 Euro im August. Die Laufzeit des Tarifvertrags wurde auf zwei Jahre ausgedehnt. Die Tarifkommission stimmte dem Verhandlungsergebnis unmittelbar zu.


Es ist wieder so wie immer. Die Gewerkschaften fürchten, daß ihre Mitglieder mal am Streiken Gefallen finden könnten. Deshalb lieber voreilige Abschlüsse. Weiterhin Friedhofsruhe...


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 27. Juni 2004, 14:46:03
Deutsche Post expandiert

Die Deutsche Post hat angekündigt, sie wolle auf dem US-Markt rund 1 Milliarde Euro investieren, um den Marktanteil ihrer Tochter DHL auszubauen, auf Kosten der US-Konzerne UPS und FedEx. Gestern hatte die Post angekündigt, dass sie durch die Zusammenlegung aller ihrer deutschen Betriebe in der Express- und Logistiksparte unter dem Dach der DHL rund 1.600 Arbeitsplätze vernichten werde.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 27. Juli 2004, 13:49:16
Zitat
Original von kn-online

Betriebsversammlung bei der Post - 32 Filialen geschlossen

Hamburg (dpa/lno) - Wegen einer Betriebsversammlung der Deutschen Post bleiben heute in Hamburg 32 Postfilialen ganztägig geschlossen. Brief- und Paketzustellungen seien davon nicht betroffen, teilte die Deutsche Post AG mit. Vor geschlossenen Filialen weisen Aushänge auf die nächstgelegene geöffnete Filiale hin. Das Betriebsverfassungsgesetz gestattet es Betriebsräten vier Mal jährlich Versammlungen einzuberufen. Dieses Mal geht es um die geplante Neuorganisation im Filialgeschäft.

dpa/regioline vom 27.07.2004


So sieht es aus, wenn man vergessen hat wie es überhaupt geht zu kämpfen. Soll man dankbar dafür sein, daß man zumindest das tut, was das Betriebsverfassungsgesetz gestattet?


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 28. Juli 2004, 12:51:11
Zitat
Original von rf-news

27.07.04
Post will hunderte Filialen schließen

Die Deutsche Post will die Zahl ihrer Filialen bundesweit von über 13.000 auf 12.000 senken. Davon werden heute nur noch 6.000 von der Post in Eigenregie geführt, 7.000 als "Partnerfilialen" zusammen mit Einzelhändlern. Die Aktion der Post bezieht sich auf eigene Filialen mit bis zu drei Beschäftigten.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: backup am 05. Dezember 2004, 15:46:30
Beiträge ausm IE cache [tid=35]:
Beiträge vor dem 23.09.2004 fehlen evtl.


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ManOfConstantSorrow



Anmeldungsdatum: 17.01.2003
Beiträge: 464

 Verfasst am: 23.09.04 um 11:15    Titel:    

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Deutschlandfunk 22.9.04 hat folgendes geschrieben::
Die Deutsche Post will bis zum Jahresende rund 600 Filialen schließen

Wie das Unternehmen in Bonn mitteilte, werden sie durch einen mobilen Service ersetzt. Mehrere hundert weitere Dienststellen sollen im nächsten Jahr aufgegeben werden. Damit wäre die gesetzlich vorgeschriebene Zahl von zwölftausend Filialen erreicht. Die Post reagiert nach eigenen Angaben auf die geringe Nachfrage durch die Kunden.

 

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ManOfConstantSorrow



Anmeldungsdatum: 17.01.2003
Beiträge: 464

 Verfasst am: 24.09.04 um 12:59    Titel:    

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23.09.04 - Post will Löhne drücken

Die Deutsche Post hat in einem Teil ihrer Zustellbezirke Briefe an die Briefzusteller verschickt, in welchen sie diesen "anbietet", Teilzeitverträge abzuschließen. In diesen sogenannten Testbezirken sollen die Briefzusteller ihre Briefe nicht mehr selbst sortieren, dafür sollen billigere Kräfte angeheuert werden. Die Gewerkschaft Verdi sieht in dem Vorgehen einen Versuch, die Löhne insgesamt zu drücken.

(quelle:rf-news)
 

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Tapete



Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beiträge: 1
Wohnort: Bad Homburg
 Verfasst am: 25.09.04 um 09:55    Titel:    

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Das ist wohl Teil der "Qalitätsoffensive" anno 1996  

Jeder der schonmal als Zusteller gearbeitet hat weiss, das die Sortierung und die Zustellung oberflächlich betrachtet zwei paar Schuhe sind, in der Praxis aber unabdingbar von ein und derselben Person durchgeführt werden sollten.

Die Versender der imensen Massen von Infopost z.B. arbeiten fast alle mit älteren Adresslisten, die in der Regel nicht weiter gepflegt werden muessen, da der günstige Versand es ihnen erlaubt, eine grosse Anzahl an unzustellbaren Sendungen einzuplanen. Diese Sendungen sollten schon vor der Zustellung ausgemustert werden und das kann nur ein Zusteller, der seine Tour auch kennt.

Woher soll denn eine reine Sortierkraft wissen, dass Karl Erbsenzähler, Mustergasse 3, 60528 Frankfurt vor 3 jahren verstorben ist? An bestimmten Tagen hat man schon vor der Zustellung minimum 80-100 Briefe, deren Anschriften entweder Fehler aufweisen oder es handelt sich um Leute, deren Nachsendung abgelaufen ist. Leute also, die mitunter seit Jahren nicht mehr an dieser Adresse anzutreffen sind.

Den Kram wuerde man dann wieder mit sich herumschleppen. Ziel solcher Aktionen ist es doch u.a., einem Teil der Belegschaft neue Verträge unterzujubeln, bzw. diese asap auszumustern. In der Praxis bedeutet das doch: Zusteller auf 28 Stunden Basis plus Aushilfen auf 15 Stunden Basis, die dann für 5,50 EUR Briefe Sortieren. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe.
 
 
 
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Kuddel



Anmeldungsdatum: 10.03.2004
Beiträge: 121
Wohnort: Kiel
 Verfasst am: 04.10.04 um 17:20    Titel:    

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Deutsche Post kauft spanische Unipost

Die Deutsche Post übernimmt rund 38 Prozent der Anteile des größten privaten spanischen Postdienstleisters Unipost. Die Deutsche Post hat sich im Briefgeschäft unter anderem bereits in Unternehmen in Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz und den USA eingekauft. Unipost befördert rund zwei Millionen Sendungen pro Tag.
 
 
 
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ManOfConstantSorrow



Anmeldungsdatum: 17.01.2003
Beiträge: 464

 Verfasst am: 25.10.04 um 14:55    Titel:    

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Post-Betriebsversammlungen in Niedersachsen

Die Kunden der Deutschen Post AG im Norden müssen sich erneut auf Betriebsversammlungen einstellen, die sich auf die Zustellung oder auf die Öffnungszeiten der Filialen auswirken. Heute versammeln sich die Briefzusteller im Großraum Hannover. In den Postleitzahlenbereichen 30 und 31 müssen die Kunden damit rechnen, dass sich die Zustellung verzögert oder ganz ausfällt.

Einige Filialen bleiben geschlossen

Bei einer Vielzahl von Postfilialen im östlichen Niedersachsen planen die Betriebsräte Versammlungen am Dienstag. Einige Filialen in den Postleitzahlenbereichen 21, 29, 30, 31, 37 und 38 bleiben nach Unternehmensangaben teils den ganzen Tag, teils nur am Nachmittag geschlossen.

Kaum Zustellung von Briefen und Paketen

Den Postleitzahlenbereich 23 im östlichen Schleswig-Holstein und nordwestlichen Mecklenburg-Vorpommern traf es bereits am Samstag: Der dortige Betriebsrat lud die Beschäftigten zu einer ganztätigen Versammlung. Die Zustellung von Briefen und Paketen fiel dort weitgehend aus.

Quelle: http://www1.ndr.de/ndr_pages_newsdetail/0,2984,NID20041022154729_NTBNDR_SPM872,00.html
 

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ManOfConstantSorrow



Anmeldungsdatum: 17.01.2003
Beiträge: 464

 Verfasst am: 09.11.04 um 15:02    Titel:    

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8.11.04 - Deutsche Post expandiert nach Indien

Die Deutsche Post will für 128 Millionen Euro 68 Prozent an dem indischen Expressdienst Blue Dart übernehmen. Blue Dart hat 13.700 Standorte und ein umfangreiches Luftnetz. Die Post will ihre weltweiten Expressaktivitäten unter dem Namen DHL in Indien und im gesamten asiatisch-pazifischen Raum ausweiten.
 

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Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 26. Februar 2005, 14:46:54
Deutschlandfunk Nachrichten 26.2.05
Zitat
Die Deutsche Post will trotz steigender Gewinne die Schließung von Filialen beschleunigen.
Bis Juni werden mehrere hundert Agenturen geschlossen. Wie der Vorsitzende des Postagentur-Verbandes, Modery, der 'Berliner Zeitung' erklärte, soll es bis zum Jahresende bundesweit nur noch 12.000 Filialen geben. Damit sei das gesetzlich festgeschriebene Minimum erreicht. Betroffen sind nach Angaben von Konzernsprecher Blohm Orte mit weniger als 2.000 Einwohnern. Als Ausgleich will die Post in ländlichen Gegenden einen mobilen Service anbieten.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 26. Februar 2005, 15:57:46
Die ersten zu schließenden Postagenturen werden natürlich diejenigen sein, wo die Deutsche Post AG sich im Rechtsstreit mit aufmüpfigen Postagenturleitern wegen angeblicher Inventurdifferenzen und finanzieller Außenstände befindet.

ARD, Sendung "Fliege, die Talkshow": Skandal! Herr Fliege, man hat mich ruiniert (http://www.daserste.de/fliege/thema_beitrag_dyn~uid,l5f29d5zous1r3wi877x4hut~cm.asp)

Sendung vom Mittwoch, 08.12.2004, 16.00 Uhr

Monika Berg (53), Einzelhandelskauffrau, aus Siegen ist auf die Post nicht gut zu sprechen. Die erfahrene Geschäftsfrau eröffnete 1998 eine Postagentur. Anfang 2001 gab sie entnervt auf und klagte gegen die Post. Letztlich verlor sie vor Gericht und blieb auf 8.000 Euro sitzen.

PAGD: Weitere Meldungen von Inventurdifferenzbetroffenen (http://www.postagenturnehmer.de/index.php?option=content&task=view&id=500&Itemid=25)

Nach der Ausstrahlung der ARD Fliege Sendung "Skandal, Skandal" vom 08. Dezember 2004,meldeten sich weitere Inventurdifferenzbetroffene bei uns. Jene Agenturbetreiber die noch nicht Mitglied im Verband sind, sollten sich die Aussagen der unabhängigen jurisitischen Experten in der Sendung vor Augen halten: Nur gemeinsam kann etwas in dieser Angelegenheit verändert werden. Auch politisch wird nur ein starker Verband Gehör finden, darum sollte jeder Postagenturnehmer-Gast über eine Mitgliedschaft nachdenken. Bitte haben Sie Verständnis, dass ausschließlich Mitglieder Information zu diesem Thema erhalten.

Die Postagenturnehmer: Weiterer Schlag gegen die postalische Infrastruktur in Deutschland (http://www.postagenturnehmer.de/index.php?option=content&task=view&id=505&Itemid=25)

Wie befürchtet, werden nun seitens der Deutschen Post AG die Agenturen gekündigt, die in Orten unter 2000 Einwohnern von Postagenturnehmern betrieben werden.

Obwohl die nun gekündigten Agenturen den Agenturvertrag 4.0 unterschrieben haben und damit vielfach Kürzungen von über vierzig Prozent der Vergütung und deutlich kürzere Kündigungsfristen in Kauf genommen haben, wurde diesen Agenturen nun die Kündigung mit der Begründung ausgesprochen, dass die Orte unter 2000 Einwohner nicht von der Selbstverpflichtungserklärung des Postvorstandes umfasst sind und daher gekündigt werden.

Die Agenturbetreiber haben im Jahr 2003/2004 den Agenturvertrag im Vertrauen darauf unterschrieben, dass nur dadurch die Poststelle mit dem "Partner" Deutsche Post AG weiter betrieben werden kann.

Indes sind durch die Festlegung an allen Orten über 2000 Einwohner eine Poststelle zu unterhalten, nur etwa die Hälfte der notwendigen 12000 Poststellenstandorten festgelegt, die restlichen ca. 6000 Agenturstandorte kann die Deutsche Post AG frei wählen, offensichtlich entscheidet sie sich nun gegen die Standorte unter 2000 Einwohner.

Zum Vergleich: in Großbritannien mit ca. 60. Mio. Einwohnern, gibt es ca. 17000 Poststellen. Selbst in kleineren Orten wird dort eine postalische Versorgung aufrecht erhalten, die diesen Namen verdient. Obwohl der dortige Postmarkt weitergehend liberalisiert ist, als in Deutschland, wäre es nicht möglich, dass ein mit einem Monopol ausgestatteter Marktteilnehmer, die postalische Infrastruktur weitgehend alleine bestimmt, so wie dies derzeit in Deutschland der Fall ist - und dies zu Lasten gerade der älteren Bevölkerung in struturschwachen Gebieten.

Auch Orte die gerade noch keine 2000 Einwohner aufweisen, werden von der Maßnahme betroffen und dies ohne Rücksicht auf die historischen und infrastrukturellen Gegenbenheiten.

Es bleibt zu hoffen, dass sich auch die Kommunen hinter die betroffenen Agenturen stellen und eine Änderung der Geschäftspolitik des Postvorstandes erreicht werden kann.

Es hat sich gezeigt, dass die Selbstverpflichtungserklärung -mit der sich die Politik zunächst zufrieden gab- nicht ausreicht, um die postalische Infrastruktur in Deutschland aufrecht zu erhalten.

Die Postuniversaldienstleistungsverordnung (PUDLV) wäre dringend zu konkretisieren und andere Regelungsmechnaismen müssen geschaffen werden, damit Postkunden und Postagenturen nicht weiterhin Spielball eines Großunternehmens bleiben.

Buch-Tipps:

Thomas Dahmen
"Umgang mit Ämtern und Behörden. Ein ARD-Ratgeber."
Suhrkamp Verlag, 1998.

Hans Georg Möntmann
"Bonzen, Banken und Behörden. Kampf gegen Ausbeuter, Absahner und Niedermacher."
Droemer Verlag, München 1997.

Links zum Thema:

[URL]http://www.postagenturnehmer.de (http://www.postagenturnehmer.de)[/url]


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 01. März 2005, 01:40:19
NDR, Sendung "mark": Pleiten, Pech und Post (http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID1107012_REF2436,00.html)

Sendetermin
Montag, 20.15 - 21.00 Uhr
Wiederholung
Donnerstag, 6.00 - 6.45 Uhr

Happy Birthday Post AG. Zehn Jahre ist die Deutsche Post nun eine Aktiengesellschaft - und es gab Geschenke für die Kunden: Vergangenen Freitag durfte man kostenlos ein Paket verschicken. Eine schöne Werbung. Doch ansonsten haben die normalen Postkunden wenig zu feiern.

Aber die Post feiert

Vor 10 Jahren wurde die Post ganz langsam aus der staatlichen Umarmung in die raue private Unternehmenswirklichkeit entlassen. Die Post wurde zur Aktiengesellschaft. Ein Privatunternehmen wurde sie nicht. Die Privatisierung begann erst ganz langsam mit der Duldung von Konkurrenz im Paketversand und wird wohl 2007 beendet sein mit der endgültigen Aufhebung des Briefmonopols.

Die Post will die Nummer eins sein!

Zurzeit ist die Deutsche Post der drittgrößte Versender der Welt und will noch größer werden. 40 Milliarden Gesamtumsatz, davon die Hälfte im Ausland, wurde im letzten Jahr erreicht. Tendenz steigend.

Die Post wird größer und baut Stellen und Filialen ab!

13.000 Filialen hat die Post, nur 12.000 muss sie vorhalten. Das hat die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation beschlossen. Deshalb baut die Post jetzt Filialen ab und ersetzt sie als Dienstleister durch Postagenturen oder den mobilen Postservice.

Die Post ist anonym geworden!

Früher hat man auf dem Postamt immer seine Ansprechpartner gehabt, heute gibt es eine zentrale Hotline: Die Nummer: 01802-3333. Dafür gibt es die Postfilialen jetzt "unplugged". Postfilialen sind nicht mehr telefonisch erreichbar.

Die Post lässt antworten!

Die Mitarbeiter in den Call- Centern versuchen jeden Beschwerdefall in eine Kategorie zu pressen. Hat die Reklamation irgendwie mit Verspätung zu tun, bekommt der Kunde ein Formblatt. Wird ein Paket oder Päckchen gestohlen, gibt es ein anderes Formblatt. Deshalb fühlen sich viele Kunden nicht ernst genommen, weil die Schreiben viel zu allgemein klingen.

Die Post spricht von Einzelfällen!

Wie viele "Einzelfälle" an Reklamationen die Post bearbeiten muss, ist unbekannt, die Zahlen hält die Post geheim. Elmar Müller vom Deutschen Verband für Post und Telekommunikation spricht von einem sprunghaften Anstieg in den letzten zehn Jahren.

Die Post spart - am falschen Ende?

Den Grund für das Post-Chaos sehen Experten in den verschärften Sparbemühungen, mit denen die Post seit der Teilprivatisierung ihre Aktionäre zufrieden stellen will. Ganze Dienstleistungsbereiche werden fremd vergeben. Offenbar nicht immer an zuverlässige Dienstleister, vermuten die Experten. Auf ihrem Weg vom Absender zum Empfänger durchläuft eine Post-Sendung viele Schwachstellen, an denen ein Brief verloren gehen kann, wenn nicht sorgfältig gearbeitet wird.

Die Post hat kein Fingerspitzengefühl

Immer wieder ist man überrascht, wie die Post - bei offensichtlich eigenem Fehlverhalten - versucht, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Statt die Kunden durch großzügige Kulanzregelungen zu halten, werden selbst drastische Einzelfälle mit automatisierten Antwortschreiben abgespeist. So entsteht der Verdacht, dass die Einzelfälle einfach zu zahlreich sind.

Internet-Links

Deutsche Post AG (http://www.deutschepost.de/dpag?xmlFile=828)

Alles rund um die Post aus Sicht der Post

Deutscher Verband für Post und Telekommunikation e.V. (http://www.dvpt.de/)

Alles rund um die Post aus Sicht der Kunden

Die Mitgliederliste (http://www.dvpt.de/Default.aspx?tabid=35) sieht aber keineswegs als ein Schutzverband von Privatkonsumenten gegen diesen Konzern aus, sondern eher als eine zusammengeschlossene Interessenvertretung der anderen Konkurrenten, die zum großen Fressen an die Futterkrippe wollen.

Auszug aus dem Schlußkapitel der Geschichtsabhandlung des Verbandes, wo die Katze aus dem Sack gelassen wird.

„Verbraucherschutz und Dienstleistungen für Unternehmen“
Der DVPT als moderner Dienstleister

n einer Zeit sich immer schneller wandelnder Märkte hat der DVPT als Dienstleister für Beratungen sowie als Veranstalter von Workshops und Seminaren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Er wird vor allem als seriöser, fachkundiger und unabhängiger Berater geschätzt. Seinen Mitgliedern und Kunden kommen die Erfahrungen aus mehr als drei Jahrzehnten zugute.

1997 benannte sich der „Verband der Postbenutzer“ um in „Deutscher Verband für Post und Telekommunikation e.V.“ Der Initiator und Verbandsgründer Wilhelm Hübner schied im Jahr 2000 nach 32jähriger Tätigkeit für den Verband aus dem Vorstand aus.

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Seit wann brauchen Unternehmen einen eigenen Verbraucherschutz. Der Verband dient nur der Vorbereitung von Grundlagen für die Neuaufteilung der Märkte im Post- und Telekommunikationsbereich. Die sind normalerweise über das Bundeskartellamt ausreichend geschützt.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Selena am 07. März 2005, 21:17:51
Hi, soweit ich mich erinnere, ist die Post von einem "Unternehmensbestatter" (äh Unternehmensberater) umgekrempelt worden. Und in einem internen Papier hieß es, dass "die Mitarbeiter der DP für die Umstrukturierung zu motivieren seien (Mitarbeit in der Umsetzung), auch wenn sie dadurch ihre Arbeitsplätze verlieren würden." - Selena


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20. April 2005, 00:05:45
Post-Finanzvorstand stellt steigende Dividende in Aussicht

Frankfurt/Main (dpa) - Die Aktionäre der Deutschen Post können im nächsten Jahr auf eine deutlich höhere Dividende hoffen. "Je besser der Konzern dasteht, desto mehr sollen die Aktionäre profitieren", sagte Post-Finanzvorstand Edgar Ernst der "Frankfurter Rundschau".


Die Finanzmärkte rechneten auf der Basis von Gewinnprognosen mit 65 bis 70 Cent als Dividende pro Aktie für das Jahr 2005, erläuterte Ernst. Für das vergangene Jahr hat der Vorstand der Hauptversammlung in vier Wochen die Ausschüttung einer Dividende von 50 Cent pro Aktie vorgeschlagen.

Obwohl der Konzern bereits umfangreich Unternehmen im Ausland akquiriert hat, sieht Ernst den Konzern "nicht an Grenzen stoßen". Das Vorstandsmitglied erklärte: "Wir haben viele Firmen erfolgreich integriert und an Know-how gewonnen, wie so was geht."


dpa/ecoline vom 19.04.200


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18. Mai 2005, 19:05:03
Aus der Deutschen wird die Internationale Post

An seinen Gewinnzielen für 2005 hält Zumwinkel fest. „Für das Gesamtjahr 2005 bleibt es (...) unverändert bei unserer Erwartung, ein operatives Ergebnis von mindestens 3,6 Milliarden Euro zu erzielen“, betonte er vor über 4000 Aktionären. Aufgrund einer niedrigen Steuerquote und wegfallender Abschreibungen gehe die Post auch weiter von einer Erhöhung des Nettogewinns um rund 500 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr aus. Dieser dürfte damit 2005 bei zwei Milliarden Euro liegen.

Nach einem Rekordergebnis 2004 werde die Dividende um 6 Cent von 0,44 auf 0,50 Euro pro Aktie angehoben. Auch für dieses Jahr könnten die Aktionäre mit einer weiteren Dividendenerhöhung rechnen. Aktionärsvertreter forderten dagegen eine höhere Ausschüttungsquote.

Der Post-Chef kündigte mit Blick auf die laufende Liberalisierung der Briefmärkte an, die Post werde dort investieren, wo es dem Konzern als sinnvoll erscheine.

HANDELSBLATT, Mittwoch, 18. Mai 2005 (http://www.handelsblatt.com/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt!200012,200040,900378/artpage/0/SH/0/depot/0/index.html)

Die Gewerkschaften schauen sich das Spektakel an ohne Widerstand gegen den Ausverkauf der Arbeitsbedingungen zu organisieren. Es gilt dabei dort nicht einmal das Standartargument, es sei kein Geld da...


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19. September 2005, 20:22:52
Mit dem Geld, das sich die Postler nahezu widerstandslos sich haben klauen lassen, wird nun ordentlich herumspekuliert:

Zitat
Milliarden-Kauf

Post will Weltmarktführer werden


Mit der 5,5 Milliarden Euro schweren Übernahme des britischen Konkurrenten Exel steigt die Deutsche Post zum weltweit führenden Logistik-Konzern auf.

handelsblatt ([url]http://www.handelsblatt.com/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt[/url]!200012,200040,962051/SH/0/depot/0/Post_will_Weltmarktf%FChrer_werden.html)


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15. Februar 2006, 04:26:09
Ich bin weiterhin fassunglos, wie ruhig es noch bei der Post ist. Der ganze Laden wird umgekrempelt und es muß zu immer mieseren Bedingeung geschuftet werden. Und von "kein Geld da" kann ja wohl auch nicht die Rede sein:

Zitat
14.02.06
Deutsche Post übernimmt britischen Konzern

Die Deutsche Post will mit der 75-prozentigen Übernahme des britischen Logistikunternehmens Williams Lea ihre Marktposition weltweit ausbauen. Das britische Unternehmen beherrscht im Brief- und Dokumentenservice den angloamerikanischen Markt. Zu seinen Kunden gehören Microsoft, The Bank of America, Merrill Lynch, BMW und Volvo. Dabei obliegt dem Unternehmen auch die komplette Schadensabwicklung von Versicherungen bis hin zum weltweiten Online-Marketing für die Autoindustrie


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15. Februar 2006, 19:05:26
Zitat
Deutsche Post erhöht nach Gewinnsprung die Dividende

Bonn (dpa) - Nach einem deutlichen Gewinnanstieg 2005 können sich die Aktionäre der Deutschen Post auf eine kräftig aufgestockte Dividende freuen.


Die Ausschüttung von 0,50 Euro je Aktie aus dem Vorjahr soll "um mindestens ein Drittel" angehoben werden, wie die Deutsche Post bei der Bekanntgabe ihrer vorläufigen Geschäftszahlen in Bonn mitteilte.

Der weltweit führende Logistiker will den operativen Gewinn in den nächsten Jahren weiter in die Höhe schrauben und baut dabei angesichts des Ende 2007 auslaufenden Briefmonopols vor allem auf Wachstum in den Sparten Logistik und Express.

Der Nettogewinn stieg 2005 von 1,6 auf 2,24 Milliarden Euro.

weiter ([url]http://www.kn-online.de/wirtschaft/aktuell/1804099[/url])


Kein Kommentar!


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: pagix am 15. Februar 2006, 20:32:00
Bei den Preisen für Paket und Brief wundert mich gar nix mehr.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Spätlese am 16. Februar 2006, 15:29:12
... und

Automatisierung

ist auch so ein Kernthema, damit die Gewinne schön weier steigen:

600 sogenannte Packstationen gibt es in Deutschland bereits - diese personalfreien Automaten, die kein Wochenende und keinen Feierabend kennen und keine Pause brauchen und nie krank sind (... wobei bösartige Zeitgenossen ja nachhelfen könnten).

300-400 weitere personalfreie dieser Packstationen (mit lustigem Popup-Männchen, was z. B. "Ich will ein Paket von Dir" schreit) werden in 2006 + 2007 installiert ...

... und gleichzeitig wurde angekündigt in 2006 Jahr die Poststellen um mindestens weitere 200 Filialialen zu kürzen, bzw. diese zu schliessen.

Der Automatentrend wird noch beschleunigt, in dem man diverse Postleistungen bzw. deren -gebühren um 10-20% günstiger anbietet, als mit dem netten Billig-Mitarbeiter-Mädel am Schalter. (Letztere befürchten zumindest in 1 Filiale schon das Schlimmste!)

Und noch sind längst nicht alle Packstationen installiert, da spricht man schon von einer Art "Automatencenter" was sich dann angeblich "Mr. Servicepack" nennen soll, es hier alle Postleistungen gibt und jeden Tag nur noch ein Fatzke kommt um nach Störungen zu sehen und irgendwelche Automaten wieder aufzufüllen - bzw. die Kohle abholt.
(Bezahlen soll man natürlich in der Zukunft nur noch mit Karte, damit so weitere Details über den Postnutzer bekannt werden - so was ähnliches gibt´s schon seit Jahrzehnten in US von Wells Fargo.)

... na ja, ich nutz schon seit Jahren 2 alternative "Versandstücklieferanten" ... die sind heute noch deutlich günstiger, als die Post an Ihren Automaten (nur das nutzt alten, kranken und nicht mobilen Mitmenschen nichts).


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Gloria Victoria am 04. März 2006, 14:20:15
Nachdem ich gestern wieder mal den Herrn Zumwinkel im Fernsehen sah, muss ich mal meine Meinung schreiben:

Der Mann verkauft sich gut und er hat es leicht dabei, mit seinem Alt-Herren-Charme, scheinbar möchte niemand kritisch hinterfragen...

Das Chaos mit DHL bleibt unter dem Tisch, der Stellenabbau in den zugekauften Firmen ebenso, der heimliche bei der Post auch.

Beim Kauf von Danzas werden ganz schnell Angestellte zu "Unter-Unternehmern".

Mit DHL an Bord macht der Post-Express endlich mal Gewinn, zum Dank gibt es einen massiven Stellenabbau, oberflächlich durch freiwilliges Ausscheiden.
Tatsächlich aber "unterstützt" durch Entlassungsdrohungen, reduzieren von Arbeitszeiten auf ein Maß, das der Lebensunterhalt durch das Gehalt nicht mehr gewährleistet werden kann.

Die zugekauften Firmen fallen nicht unter den gewerkschaftlich ausgehandelten Entlassungsschutz und so werden Mitarbeiter eben dort "freigesetzt".

Gleichzeitig machen die noch tätigen Angestellten massiv Überstunden und "Servicepartner" übernehmen immer mehr Aufgaben, innerhalb vieler Standorte.
Die Güte der Servicepartner ist erheblich unterschiedlich, aber offenbar reicht die vorgebliche Bereitschaft 12 und mehr Stunden am Tag zu arbeiten als Qualifikation aus, Pausen sind was für Faule...

Das Geschäftsrisiko der Post wird an die Servicepartner ausgelagert, die Post bekommt den Gewinn!

In Leipzig entstehen schlecht bezahlte Stellen, die vorher in grosser Anzahl woanders verloren gehen. Ok, viele in Belgien, das freut uns?

Die Programme mit der Packstation, Mr. Serviceheini zeigen eine weitere unschöne Richtung.
Jede Dienstleistung die automatisierbar ist, wird automatisiert.
Zuerst als Wahlmöglichkeit, später durch "sanften Druck".
Lieber einen Serviceheini als gar kein Postamt mehr, oder?

Jedenfalls schafft die Post wohl kaum "Neuen Stellen", sie gleicht wahrscheinlich nichtmal den konzernweiten Stellenabbau aus.

Ein Hoch auf den Herrn Zumwinkel, den guten Papa von der Post!


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Gloria Victoria am 06. Mai 2006, 21:27:31
Laut N-TV vom September 2005 sind seid 1990 unter Herrn Dr. Klaus Zumwinkel bei der Post 140.000 Stellen abgebaut worden.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 04. Juni 2006, 16:58:24
Post AG und Deutsche Telekom können Zahl der Beamten reduzieren

Berlin (dpa) - Die Deutsche Post AG und die Deutsche Telekom AG können die Zahl ihrer Beamten aus der Zeit vor der Privatisierung reduzieren und so den geplanten Personalabbau sozialverträglich gestalten. Die Bundesregierung verabschiedete dazu ein entsprechendes Gesetz.

http://www.kn-online.de/wirtschaft/trends/1872666


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Magnus am 06. Juni 2006, 16:39:38
Aus dem og. Link:

Zitat
...
Es handele sich um eine "spezifische und singuläre Maßnahme"
...

Also bei jedem früheren, gegenwärtigen und zukünftigen Einzelfall. :rolleyes:


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15. Juni 2006, 19:15:38
Zitat
Der Geldtransporter SecurLog verkündet stolz den Abschluss eines neuen Großauftrages - doch dem Heros-Nachfolger drohen Millionen-Verluste: Die Post als Auftraggeber setzte Dumpingpreise durch. Daran scheiterte schon Heros selbst.


http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:Geldtransporte-Aus-Heros-Pleite-/563323.html


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Troll am 29. Juni 2006, 08:54:36
Personalabbau bei den Nachfolgeunternehmen der Bundespost erleichtern

Finanzen/Gesetzentwurf
Berlin: (hib/VOM) Die Bundesregierung will es den Nachfolgeunternehmen der Deutschen Bundespost ermöglichen, verbeamtete Mitarbeiter in den vorzeitigen Ruhestand zu schicken. Dazu hat sie einen Entwurf zur Änderung des Gesetzes zur Verbesserung der personellen Struktur beim Bundeseisenbahnvermögen und in den Unternehmen der Deutschen Bundespost vorgelegt (16/1938). Die Deutsche Post AG, die Deutsche Postbank AG und die Deutsche Telekom AG beschäftigen auch nach der Privatisierung weiterhin Beamte. Im Vergleich zu anderen Unternehmen der Privatwirtschaft ergebe sich für sie daraus eine besondere Personalsituation, heißt es in dem Entwurf. Technologische Entwicklungen hätten in der Vergangenheit zu personellen Überhängen geführt und machten auch künftig einen Personalabbau notwendig. Bei der Deutschen Post AG ersetzten vor allem Brief- und Paketverteilanlagen die menschliche Arbeitskraft. Bei der Deutschen Postbank sei der einst personalintensive Belegverkehr automatisiert worden und es werde weit weniger Personal als früher benötigt. Die modernen Vermittlungs- und Übertragungstechniken der Deutschen Telekom verringerten ebenfalls den Personalbedarf. Vor allem im mittleren technischen Fernmeldedienst seien Mitarbeiter entbehrlich geworden. Auch vor dem Hintergrund eines zunehmend stärkeren Wettbewerbs könnten die drei Unternehmen ihre Beschäftigungspflicht gegenüber den Beamten nicht mehr ausreichend erfüllen, schreibt die Regierung. Trotz Qualifizierungs- und Vermittlungsbemühungen, unter anderem in unternehmenseigenen Personalservice-Agenturen, könnten den dort beschäftigten Beamten nicht mehr in ausreichendem Umfang angemessene Aufgaben angeboten werden. Wegen des bundesweiten Stellenabbaus komme eine Übernahme der Beamten in den Bundesdienst ebenfalls nur in Einzelfällen in Betracht. Aus diesem Grund müssten Instrumente für einen sozialverträglichen Personalabbau bereitgestellt werden. Betroffen sei auch die "Bundesanstalt für Post und Telekommunikation Deutsche Bundespost", der im Zuge der Postprivatisierung Aufgaben übertragen worden sind. Wegen des kontinuierlichen Aufgabenrückgangs sei es dort ebenfalls zu Personalüberhängen gekommen, die mit dem vorhandenen Dienstrecht nicht abgebaut werden könnten. Der Regierungsentwurf enthält eine Regelung zum vorzeitigen Eintritt in den Altersruhestand unter bestimmten Bedingungen, sodass ein aufgabenorientierter Personalabbau bei den Beamten der drei Unternehmen und bei der Bundesanstalt "in angemessener Zeit" erreicht werden könne. Dabei werde das durchschnittliche Alter des Eintritts in den Ruhestand voraussichtlich bei 60 Jahren liegen. Die Regelung ist nach Regierungsangaben kostenneutral, da die drei Unternehmen die Kosten tragen, die der Postbeamtenversorgungskasse entstehen. Die Regierung betont im Übrigen, dass es sich bei dieser Vorruhestandsregelung um einen "Altfall" aufgrund der Privatisierung der Bundespost handele. Ein Kurswechsel in der Ablehnung von Vorruhestandsregelungen sei damit nicht verbunden. Vorruhestandsregelungen hält die Regierung nach eigener Darstellung für ungeeignet, um personelle Strukturprobleme zu lösen. hib (http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2006/2006_200/01.html)


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 27. Juli 2006, 17:26:12
„Der beinharte Wettbewerb um die Beförderungen von Briefen, Paketen und Päckchen wird auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Wie ein Post-Betriebsrat am Mittwoch auf jW-Anfrage mitteilte, will die Deutsche Post aus Kostengründen in der Zustellung Teilzeitarbeit als Regelarbeitsform einführen und vorrangig Kräfte mit einer Wochenarbeitszeit von 19,5 Stunden anwerben. Mit diesem Projekt der sogenannten »13-Uhr-Zustellung« gehe es lediglich um eine knallharte Kostensenkung. Ver.di und die Betriebsräte richteten sich jetzt auf einen Kampf um die Verteidigung bestehender Vollzeitarbeitsplätze in der Zustellung ein…“

http://www.jungewelt.de/2006/07-27/017.php


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14. August 2006, 12:48:55
Die Gewerkschaft Verdi hat eine Kampagne gegen die Firma "Porto sparen im Norden" gestartet. Dieser Postdienst beschäftigt 120 Mitarbeiter und gehört seit Juli zur Pin Group, zu der sich verschiedene Zeitungsverlage (WAZ, Springer und andere) zusammengeschlossen haben. Sie versuchen, der Deutschen Post AG Aufträge abzujagen. Verdi prangert die Arbeitsbedingungen an: es gibt keinen Stundenlohn, statt dessen wird nach zugestellter Stückzahl bezahlt. Es gibt keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und fast immer handelt es sich um befristete Arbeitsverhältnisse.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 22. August 2006, 20:01:15
Neuregelungen für Ballungszentren geplant  (http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=95615&IDC=3)


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14. September 2006, 18:54:54
Die Umbrüche bei der Post sind radikal:

Zitat
               
HANDELSBLATT, Mittwoch, 6. September 2006, 08:45 Uhr
Logistikauftrag in Großbritannien

Post-Tochter droht Streik

Kurz nach Bekanntgabe ihres bisher größten Logistikauftrags im Ausland sieht sich die Deutsche Post in Großbritannien bereits mit der Gegenwehr der zuständigen Gewerkschaft konfrontiert. Sie will die Ausgliederung der Logistik für rund 600 englische Krankenhäuser verhindern. Politisch begibt sich die Post auf schwieriges Terrain.
[url]http://www.handelsblatt.com/news/Unternehmen/Handel-Dienstleistungen/_pv/_p/200040/_t/ft/_b/1131621/default.aspx/post-tochter-droht-streik.html[/url]


Zitat
HANDELSBLATT, Dienstag, 12. September 2006, 14:39 Uhr
Zu Streiks aufgerufen

Britische Gewerkschaften auf Konfliktkurs zu DHL
Der Deutschen Post stehen wegen ihres vereinbarten Milliardengeschäfts mit dem britischen Gesundheitswesen möglicherweise Proteste ins Haus. Gewerkschaften in Großbritannien hatten zum Streik ausgerufen. Noch ist das Kräftemessen zwischen den britsichen Gewerkschaften und der Deutschen Post nicht entschieden.
[url]http://www.handelsblatt.com/news/Unternehmen/Handel-Dienstleistungen/_pv/_p/200040/_t/ft/_b/1134378/default.aspx/britische-gewerkschaften-auf-konfliktkurs-zu-dhl.html[/url]


Zitat
HANDELSBLATT, Dienstag, 12. September 2006, 14:39 Uhr
Zu Streiks aufgerufen

Britische Gewerkschaften auf Konfliktkurs zu DHL
Der Deutschen Post stehen wegen ihres vereinbarten Milliardengeschäfts mit dem britischen Gesundheitswesen möglicherweise Proteste ins Haus. Gewerkschaften in Großbritannien hatten zum Streik ausgerufen. Noch ist das Kräftemessen zwischen den britsichen Gewerkschaften und der Deutschen Post nicht entschieden.
[url]http://www.handelsblatt.com/news/Technologie/IT-Trends-Internet/_pv/_p/204016/_t/ft/_b/1135489/default.aspx/post-automaten-ersetzen-post-filiale.html[/url]


Es ist verwunderlich, daß es da nur spürbaren Widerstand im Ausland gibt und nicht bei uns.
Koruppte und nicht kampfbereite Gewerkschaften sind doch nix Neues. Da sollte es doch auf der Hand liegen sich alternativ zu organisieren, wie es Bahnarbeiter mit dem Forum "bahn-von-unten" als Netzprojekt und auch mit unabhängigen Treffen versuchen.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21. September 2006, 19:12:51
Zitat
HANDELSBLATT, Donnerstag, 21. September 2006,
Outsourcingprogramm mit Folgen

Streiks legen britisches Gesundheitssystem lahm

Von Matthias Thibaut
Mit einem 24-stündigen Streik wollen die Logistikdienste des staatlichen nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) heute gegen ihre Übernahme durch die Posttochter DHL protestieren.


http://www.handelsblatt.com/news/Default.aspx?_p=200051&_t=ft&_b=1138632


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: uwenutz am 02. November 2006, 16:55:28
einmal zuviel


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: uwenutz am 02. November 2006, 16:58:52
Zitat
Original von uwenutz
Arbeit für Alle,
Arbeitslos muß nicht sein, im Zuge der allgemeinen Privatisierung lässt
sich so mancher Job ergattern, man darf nur nicht so wählerisch sein
und stur auf seine alten Gewohnheiten beharren, Flexibilität ist an-
gesagt und das ist hier wortwörtlich zu verstehen, man muß es nur
wollen. Was einst unsere immer gleich langweilige gelbe Post war
bekommt Farbe, blau, grün, orange, braun, …unsere Arbeitswelt wird
bunter und schöner, weg mit den alten Zöpfen dank der Postprivati-
sierung. Daß was mit der Dreiteilung der Postprivatisierung begann,
wird durch das Wegfallen des Briefmonopols fortgesetzt, es lebe die
Liberalisierung der Märkte, Wettbewerb belebt ja bekanntlich das
Geschäft. Der Paketdienst hat es vorgemacht. Die Möglichkeit bei UPx
gute Knete zu verdienen ist jedem gegeben, sofern man gewillt ist
Pakete in allen Gewichtsklassen unter Akkordbedingungen zu wuchten
und erhält dafür keine verachtenswerte 13,05€ pro Stunde wenn man
für kurze drei Stunden pro Tag zeigt wo der Hammer hängt. Ich finde
nicht schlecht, wenn man überlegt, daß man fürs Fitnessstudio Geld
berappen muß. Selbst ein Fitnesstrainer in Form des Einweisers wird
gestellt, ganz dem potenziellen neuen Trainingspartner verpflichtend
zeigt man gleich am ersten Tag, seinen Probetag, wer kauft schon eine
Katze im Sack, wer „the strong man“ ist. Ganz dem amerikanischen Way
of work verpflichtet und demokratisch wie man als Amerikaner nun mal
ist, ist jeder Kandidat gern gesehen sofern er kein Gewerkschafts-
ausweis sein eigen nennt. Nun denn, daran sollte es ja nicht scheitern
oder? Wenn denn alle Hemmnisse beseitigt sind und seine Vita
lückenlos schriftlich dargelegt wurde, ist der befristete Arbeitsvertrag
schon mehr als in greifbare Nähe, so einfach geht das heute. Wie
gesagt, daß was die Paketdienste können, können die Postler erst
recht allemal. Vorbei mit dem Alltagsgelb, gelb-blau ist angesagt, überall
in den größeren Städten sind sie anzutreffen, PIx ist Motto, Fahrrad-
fahren ist ihr Geschäft, Hand aufs Herz, wer von uns fährt nicht gern
Fahrrad? und hier wird für den Freizeitsport und Spaß noch Geld
bezahlt, 1600 Steine brutto in Vollzeit darf  man sein Eigen nennen,
wenn man denn wirklich gewillt ist und für einen schlappen Monat
denen zeigt, das man auch wirklich Fahrradfahren kann und zur Recht
wird dies Eignungsfeststellung genannt, denn so mancher Schwindler,
der so denke ich, vermeint ein Thurau zu sein, bewirbt sich und
nachher zeigt sich, daß jener nicht einmal ohne Stützräder radeln kann,
so nicht. Aber getrost, ist erst einmal die vierwöchige Praktika-
Umsonstfahraktion-Hürde geschafft winkt der so segensreiche Einjahres-
vertrag mit einer halbjährlichen Probezeit und einem gesetzlichem
Mindesturlaubsanspruch. Wenn Mitbewerber schon das Geschäft
beleben, so gilt es daß umso mehr für die Vielseitigkeit der Jobofferten,
denn nicht nur die Wirtschaft profitiert von unserem  Deregulierungs-
weg, nein auch die vielen Behörden und besonders die der Justiz-
behörden nehmen sich der Teilpostprivatisierungsmöglichkeit jetzt
schon an. Ein Deutschland weit auf Juristenpost spezialisierter Zustell-
anbieter namens Jurxx lässt es sich nicht nehmen Arbeit zu Hauff
anzubieten und sogar in Vollzeit, 40 Std. die Woche, selbst ein PKW
wird gestellt. In einem Einzugsgebiet von jeweils einigen hundert Km
kann man zeigen, daß Schnitzeljagd und Postzustellungen keine
Fremdworte sind. Jedem Autonarr zur Freude werden 1250,00br.
im Monat bezahlt und für die Pkw-Nutzung lediglich lächerliche 40,00€
pro Monat in Rechnung gestellt auch hier gilt eine langjährige vertrag-
liche Partnerschaft als oberstes Gebot, d.h., ein Einjahresvertrag winkt
dem glücklichen Aspiranten. Oranje ist nicht nur ein Lebensgefühl, orange
ist angesagt, überall in Deutschland sind sie anzutreffen, die spaßigen
Fahrrad fahrenden Zusteller, Dynamit ist ihr Logo, Teilzeit heißt ihr
Motto. Flexibel wie man ist, findet  ihr Arbeitsleben morgens bis mittags
statt, drei Stunden pro Tag werden vergütet, 7,50€/br./Std. werden
bezahlt, ein eigenes Fahrrad oder noch besser ein Roller sollte man sein
eigen nennen, da lediglich nur wenige Diensträder hergestellt werden
konnten, ebenso wäre eine hauseigene Fahrradversicherung  nicht von
schlechten Eltern, da jenes Oranje-Team so etwas eher als hemmend
bezeichnen würde aber auch hier Jobs ohne Ende, so ich hoffe doch,
daß für jeden etwas dabei sein sollte?


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: uwenutz am 02. November 2006, 22:04:01
Zitat
Original von uwenutz
Zitat
Original von uwenutz
Arbeit für Alle,
Arbeitslos muß nicht sein, im Zuge der allgemeinen Privatisierung lässt
sich so mancher Job ergattern, man darf nur nicht so wählerisch sein
und stur auf seine alten Gewohnheiten beharren, Flexibilität ist an-
gesagt und das ist hier wortwörtlich zu verstehen, man muß es nur
wollen. Was einst unsere immer gleich langweilige gelbe Post war
bekommt Farbe, blau, grün, orange, braun, …unsere Arbeitswelt wird
bunter und schöner, weg mit den alten Zöpfen dank der Postprivati-
sierung. Daß was mit der Dreiteilung der Postprivatisierung begann,
wird durch das Wegfallen des Briefmonopols fortgesetzt, es lebe die
Liberalisierung der Märkte, Wettbewerb belebt ja bekanntlich das
Geschäft. Der Paketdienst hat es vorgemacht. Die Möglichkeit bei UPx
gute Knete zu verdienen ist jedem gegeben, sofern man gewillt ist
Pakete in allen Gewichtsklassen unter Akkordbedingungen zu wuchten
und erhält dafür keine verachtenswerte 13,05€ pro Stunde wenn man
für kurze drei Stunden pro Tag zeigt wo der Hammer hängt. Ich finde es
nicht schlecht, wenn man überlegt, daß man fürs Fitnessstudio Geld
berappen muß. Selbst ein Fitnesstrainer in Form des Einweisers wird
gestellt, ganz dem potenziellen neuen Trainingspartner verpflichtend
zeigt man gleich am ersten Tag, seinen Probetag, wer kauft schon eine
Katze im Sack, wer „the strong man“ ist. Ganz dem amerikanischen Way
of work verpflichtet und demokratisch wie man als Amerikaner nun mal
ist, ist jeder Kandidat gern gesehen sofern er kein Gewerkschafts-
ausweis sein eigen nennt. Nun denn, daran sollte es ja nicht scheitern
oder? Wenn denn alle Hemmnisse beseitigt sind und seine Vita
lückenlos schriftlich dargelegt wurde, ist der befristete Arbeitsvertrag
schon mehr als in greifbare Nähe, so einfach geht das heute. Wie
gesagt, daß was die Paketdienste können, können die Postler erst
recht allemal. Vorbei mit dem Alltagsgelb, gelb-blau ist angesagt, überall
in den größeren Städten sind sie anzutreffen, PIx ist Motto, Fahrrad-
fahren ist ihr Geschäft, Hand aufs Herz, wer von uns fährt nicht gern
Fahrrad? und hier wird für den Freizeitsport und Spaß noch Geld
bezahlt, 1600 Steine brutto in Vollzeit darf  man sein Eigen nennen,
wenn man denn wirklich gewillt ist und für einen schlappen Monat
denen zeigt, das man auch wirklich Fahrradfahren kann und zur Recht
wird dies Eignungsfeststellung genannt, denn so mancher Schwindler,
der so denke ich, vermeint ein Thurau zu sein, bewirbt sich und
nachher zeigt sich, daß jener nicht einmal ohne Stützräder radeln kann,
so nicht. Aber getrost, ist erst einmal die vierwöchige Praktika-
Umsonstfahraktion-Hürde geschafft winkt der so segensreiche Einjahres-
vertrag mit einer halbjährlichen Probezeit und einem gesetzlichem
Mindesturlaubsanspruch. Wenn Mitbewerber schon das Geschäft
beleben, so gilt es daß umso mehr für die Vielseitigkeit der Jobofferten,
denn nicht nur die Wirtschaft profitiert von unserem  Deregulierungs-
weg, nein auch die vielen Behörden und besonders die der Justiz-
behörden nehmen sich der Teilpostprivatisierungsmöglichkeit jetzt
schon an. Ein Deutschland weit auf Juristenpost spezialisierter Zustell-
anbieter namens Jurxx lässt es sich nicht nehmen Arbeit zu Hauff
anzubieten und sogar in Vollzeit, 40 Std. die Woche, selbst ein PKW
wird gestellt. In einem Einzugsgebiet von jeweils einigen hundert Km
kann man zeigen, daß Schnitzeljagd und Postzustellungen keine
Fremdworte sind. Jedem Autonarr zur Freude werden 1250,00br.
im Monat bezahlt und für die Pkw-Nutzung lediglich lächerliche 40,00€
pro Monat in Rechnung gestellt auch hier gilt eine langjährige vertrag-
liche Partnerschaft als oberstes Gebot, d.h., ein Einjahresvertrag winkt
dem glücklichen Aspiranten. Oranje ist nicht nur ein Lebensgefühl, orange
ist angesagt, überall in Deutschland sind sie anzutreffen, die spaßigen
Fahrrad fahrenden Zusteller, Dynamit ist ihr Logo, Teilzeit heißt ihr
Motto. Flexibel wie man ist, findet  ihr Arbeitsleben morgens bis mittags
statt, drei Stunden pro Tag werden vergütet, 7,50€/br./Std. werden
bezahlt, ein eigenes Fahrrad oder noch besser ein Roller sollte man sein
eigen nennen, da lediglich nur wenige Diensträder hergestellt werden
konnten, ebenso wäre eine hauseigene Fahrradversicherung  nicht von
schlechten Eltern, da jenes Oranje-Team so etwas eher als hemmend
bezeichnen würde aber auch hier Jobs ohne Ende, so ich hoffe doch,
daß für jeden etwas dabei sein sollte?


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: uwenutz am 28. November 2006, 16:41:12
und weiter gehts

http://www.welt.de/data/2006/11/26/1125542.html


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 29. Dezember 2006, 14:00:43
Ich hatte es zwar die ganze Zeit im Kopf, bin aber irgendwie nie dazu gekommen es hier zu posten...

Nach den aktuellen Entwicklungen bei der Post und der Mordswut bei den Postlern hat VERDI Warnstreiks angekündigt. Ich wollte meinen persönliche Einschätzung beifügen: Die Gewerkschaft wird den Streik abwürgen, bevor es um die Auseinandersetzungen um wirklich Wichtiges geht.

Meine Prognose wurde von der Wirklichkeit eingeholt:

Zitat
Großer Streik abgewendet

„Der drohende Streik der rund 130.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post AG ist zunächst abgewendet. Postbeamte arbeiten demnach auch künftig 38,5 Stunden in der Woche. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) einigte sich einen Tag vor Heiligabend mit dem Vorstand der Deutschen Post AG darauf, die Wochenarbeitszeit der rund 60.000 Postbeamten für das nächste halbe Jahr bei 38,5 Stunden zu belassen. Andernfalls hätten die Beamten ab 1. Januar 2007 41 Stunden in der Woche arbeiten müssen. ver.di befürchtete als Konsequenz daraus den Wegfall von rund 5.000 Stellen und hatte den Arbeitszeittarifvertrag mit der Deutschen Post AG gekündigt, um mittels einer Arbeitszeitverkürzung für die Tarifbeschäftigten die Arbeitsplätze in dem Postdienstleistungsunternehmen zu sichern…“ Pressemitteilung von ver.di vom 23.12.2006

Es kann doch nicht wahr sein!!!
Zitat
Der drohende Streik der rund 130.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post AG ist zunächst abgewendet.
"drohend"???
Es drohte doch nur den Aktionären.
Für die Postbeschäftigten wäre es ein Hoffnungsschimmer!

Da hat VERDI mal wieder gezeigt, wen diese Gewerkschaft vertritt.
Es ist an der Zeit, daß sich Postler alternativ organisieren, wie z.B. die Bahnarbeiter mit "Bahn-von unten". Bei der Post arbeiten ne Menge Leute mit denen man etwas anfangen kann um Kämpfe zu organiseren. Dort gibt es Linke und sowieso sind viele da gelandet, die sich nie mit einem Job identifizieren wollten, sondern einfach nur ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Hier mal ne Meldung, wie es auch aussehen kann:

Zitat

28.12.06 – Landesweite Streiks der Postler in Portugal
Gestern streikten in Portugal landesweit die Beschäftigten der Post gegen die Vergabe von Arbeiten an private Subunternehmen. Die Gewerkschaften befürchten Entlassungen. Die portugiesische Post (CTT) behauptet, dass es nur um einen besseren Service ginge. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich ca. 70 Prozent am Streik. Es war bereits der dritte Streik der Postler in diesem Jahr.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 02. Januar 2007, 18:58:27
„Zwischen dem 10. und dem 27. November 2006 fegte eine Welle von wilden Streiks durch die Poczta Polska (Polnische Post). Sie begann mit einer spontanen Aktion in einem einzelnen Postamt in Danzig und weitete sich innerhalb von wenigen Tagen zu einem Flächenbrand aus. Auf dem Höhepunkt waren weit über die Hälfte der 25 000 polnischen Briefträger im Streik. Die Streiks waren in mehrerer Hinsicht »wild«: Zum einen waren sie illegal, denn sie spielten sich außerhalb der – ähnlich wie in der BRD – streng geregelten Tarifverhandlungsrituale ab. Zum anderen waren sie uneinheitlich: in Dynamik, Forderungen und Kampfformen. Über die Proteste entschieden jeweils die 10 oder 20 Briefträger auf dem einzelnen Postamt. Als in einigen Städten die Streiks schon wieder beendet oder unterbrochen waren, gingen sie anderswo gerade erst los. In den meisten Ämtern streikten nur die Briefträger, in einigen aber auch die ArbeiterInnen in der Briefsortierung und an den Schaltern. Die Formen des Kampfs reichten von reinen Solidaritätserklärungen über Dienst nach Vorschrift bis zum Streik oder zur teilweisen oder völligen Blockade der Postämter. Die Gewerkschaften wurden zumindest in den ersten Tagen des Streiks umgangen. Seit Ende November haben sie die Initiative wieder zurückgewonnen und langwierige Verhandlungen mit der Postdirektion begonnen. Seit dem 28. November ist der Streik ausgesetzt. Im Moment (10.12.) ist unklar, ob und, falls ja, mit welcher Dynamik der Streik wieder aufgenommen wird…“ Artikel in der Wildcat Nr. 78  (http://www.wildcat-www.de/wildcat/78/w78_polen.htm)


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12. März 2007, 19:07:29
Die Deutsche Post plant die Verlängerung der Wochenarbeitszeit der 60.000 Post-Beamten von derzeit 38,5 Stunden auf 41 Stunden. "Ich finde, 41 Stunden ist eine gute Zahl", erklärte der Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel. Rein rechnerisch bedeutet das die Vernichtung von 5.000 Arbeitsplätzen. Verdi kündigte dagegen "entschiedenen Widerstand" an.

Entschiedener Widerstand????????


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 24. April 2007, 23:13:12
Merkel nimmt der Post das Briefmonopol

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im koalitionsinternen Streit über den Wegfall des Briefmonopols ein Machtwort gesprochen. Das Briefmonopol der Post fällt überraschend nun doch zum Jahreswechsel. SPD-Chef Kurt Beck habe diese Entscheidung akzeptiert, hieß es in Regierungskreisen.

http://www.handelsblatt.com/news/Politik/Deutschland/_pv/_p/200050/_t/ft/_b/1259085/default.aspx/merkel-nimmt-der-post-das-briefmonopol.html


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09. Mai 2007, 12:35:15
HANDELSBLATT, Mittwoch, 9. Mai 2007
Pilotprojekt in Düsseldorf und Hamburg

Post testet Sonntagszustellung
Die Deutsche Post testet gemeinsam mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ die Sonntagszustellung. Das Pilotprojekt ist auf zwei Städte und drei Monate begrenzt. Entscheidet sich die Post danach für eine dauerhafte Ausweitung der Zustellung, würden vor allem die Printmedien profitieren.


DÜSSELDORF. Die Abonnenten des Nachrichtenmagazins sollen ab dem 3. Juni in Düsseldorf und ab dem 19.

August in Hamburg das Magazin von Post-Beschäftigten ins Haus geliefert bekommen, teilten Post und das Magazin am Mittwoch mit. Das exklusive Pilotprojekt sei auf drei Monate angelegt, sagte ein Post-Sprecher. Danach werde über eine Ausweitung nachgedacht. Interesse von Kunden sei da. Es gebe bei Geschäftskunden bereits weitere Anfragen für die Sonntags-Zustellung. Der Trend bei der Post gehe zu „mehr Service und Kundennähe“, sagte Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel.

Die Sonntags-Zustellung unterscheidet sich aus rechtlichen Gründen von der normalen. Die Sendungen müssten einen tagesaktuellen Bezug haben, erläuterte der Sprecher. Dazu zählten Magazine, Zeitungen, aber etwa auch Kataloge. Über 200 Mitarbeiter der Post würden für die Sonntagszustellung in den zwei Städten im Einsatz sein. Dabei handele es sich um Entlastungskräfte für die werktägliche Zustellung.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Eivisskat am 22. Mai 2007, 16:06:30
http://www.welt.de/wirtschaft/article886954/Deutsche_Post_zahlt_Brieftraegern_zuviel.html?print=yes (http://www.welt.de/wirtschaft/article886954/Deutsche_Post_zahlt_Brieftraegern_zuviel.html?print=yes)

Deutsche Post zahlt Briefträgern zuviel

Der Streit um Lohn-Dumping zwischen Gewerkschaft Ver.di und Deutscher Post auf der einen und der Bundesnetzagentur auf der anderen Seite verschärft sich. Grund dafür ist ein neues Gutachten im Auftrag der Agentur.

Dort werden die Löhne der Deutschen Post mit denen der privaten Briefdienste verglichen. Das interessante Fazit: Nicht die privaten Postfirmen zahlen zu niedrige, sondern die Deutsche Post angeblich „unüblich hohe“ Löhne.

Diese Einkommen könnten nicht als Messlatte für die neuen Anbieter dienen, sagte der Präsident der Netzagentur, Matthias Kurth. Von einem „Prekariat“ bei den Firmen könne nicht die Rede sein.

Zuvor hatten die Gewerkschaft sowie die Deutsche Post die Bundesnetzagentur dazu aufgefordert, privaten Post-Konkurrenten die Lizenz zu entziehen, wenn sie nicht die in der Branche üblichen Löhne zahlten.
Dieses übliche Maß wiederum setzt im Briefversand die Deutsche Post, weil sie mit 90 Prozent Marktanteil das Geschäft klar dominiert. Je nach Berechnungsmethode liegen die Post-Löhne für Briefträger bei zehn bis elf Euro.

Ver.di wie auch die Post behaupten, dass die Billigkonkurrenz mit halb so hohen Löhnen arbeitet und damit einen unfairen Wettbewerb betreibt.
Als Beleg dafür werden Mitarbeiter privater Briefdienste angeführt, die trotz Vollzeitstelle nicht von ihrem Einkommen leben können und deshalb staatliche Hilfen erhalten.

Post-Chef Klaus Zumwinkel sieht 32.000 Arbeitsplätze bei der Post gefährdet, wenn in einem freien Briefmarkt Billiganbieter uneingeschränkt den Briefversand betreiben dürfen.

Dies soll von 2008 an in Deutschland möglich werden. Das Gutachten, das vom Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste stammt, hat einen Stundenlohn der Deutschen Post im Briefversand von 11,40 Euro errechnet.

Für die privaten Briefdienste kommt die Studie auf 8,44 Euro. „Das durchschnittliche Lohnniveau der Deutsche Post ist branchen unüblich hoch“, schreiben die Wissenschaftler.

Aber selbst der Branchenlohn liege damit noch über dem von Ver.di geforderten Mindestlohn von 7,50 Euro.
Auch habe die Post etwa im Paketversand bereits Arbeit ausgelagert, und dort zahlten Subunternehmer deutlich geringere Löhne als im Konzern.

Für die Untersuchung hatte das Institut 100 Briefdienste sowie die Deutsche Post angeschrieben, teilgenommen haben neben dem Konzern lediglich 38 Firmen.
Ohne den Umsatz der Post repräsentieren die Teilnehmer 45 Prozent der Branchenerlöse. Ob die größten Post-Konkurrenten Pin oder TNT dabei sind, ist unklar.

Insgesamt gibt es in Deutschland 750 private Briefzustellfirmen. „Die Bundesregierung muss gegen die rechtswidrige Lizenzierungspraxis der Bundesnetzagentur einschreiten und, wenn erforderlich, auch deren Präsidenten ablösen“, sagte Andrea Kocsis vom Ver.di-Bundesvorstand als Reaktion auf das Gutachten.

Hier behaupte eine Behörde der Bundesregierung, das Problem auf dem Postmarkt seien nicht die Hungerlöhne bei privaten Briefdiensten, sondern die tariflich geschützten Arbeitsplätze der Post.

Ver.di vertritt den Standpunkt, dass die Netzagentur durch das Postgesetz zum Einschreiten gezwungen sei.
Sobald ein Briefdienst die üblichen Löhne um zehn Prozent unterschreitet, müsse die Behörde die Lizenz entziehen oder gegen die Bezahlung vorgehen, lautet die Haltung. Auch die Deutsche Post kritisiert die Studie.

„Das ist ein sehr angreifbares Gutachten, mit dem die Netzagentur ihre verfehlte Regulierungspraxis rechtfertigen will“, sagte ein Sprecher des Bonner Konzerns. Nun müsse die Bundesregierung eingreifen.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Gloria Victoria am 23. Mai 2007, 01:29:07
Beim Express geht die Post mit gutem Beispiel voran und bietet den "Partnerunternehmen" Kürzungen an, ein Kommentar der Verkehrsrundschau:
http://www.verkehrsrundschau.de/sixcms/detail.php?id=540624

Jeder, der glaubt bei der Post eine sichere, einkömliche Zukunft zu haben, ist Beamter!


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Cahoma am 29. Mai 2007, 16:07:11
Also ich habe mal bei der Deutschen Post gearbeitet und auch meine Lehre dort gemacht. Leider haben sie mich nur ein Jahr nach der Lehre behalten.

Zur Zeit arbeite ich bei TNT Post.

Ich habe einen Stundenlohn von 8 € und ich hab im Schnitt so 115 Stunden im Monat. Bin für 80 Stunden eingestellt. bekomme meist so 720-740 € raus. Jenachdem.

Ich finde den Lohn der Post sehr angemessen für diese Tätigkeit. Viele ahnen ja nichtmal, was man alles so macht als Zusteller. mit 740 € komme ich nicht sehr weit. Ich wohne noch bei meinen Eltern aber sobald ich ausziehe, und das möchte ich bald, da komm ich hinten und vorn nich aus... Arbeit muss sich doch auch lohnen. Was bringt mir das, wenn ich mir von der Arbeit nur das ÜBERleben finanzieren kann? Ich möchte von der Arbeit LEBEN. Vor allem aber möchte ich auch arbeiten um zu leben und nicht leben um zu arbeiten.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17. Juni 2007, 12:20:18
16.06.07
Gestern demonstrierten in Bonn rund 1.500 Auszubildende vor der Konzernzentrale der Deutschen Post für die unbefristete Übernahme. Von 1.700 jungen Menschen, die ihre Ausbildung beendet haben, will die Post nur 30 Prozent unbefristet übernehmen. 730 wird eine befristete Beschäftigung mit Wochenarbeitszeiten von 19,25 oder 30 Stunden angeboten. "Davon kann keiner leben", sagte Thomas Koczelnik, bei Verdi zuständig für Postdienst und Logistik. Er warf der Deutschen Post vor, die jungen Leute im Vorfeld der Demonstration per E-mail mit der Drohung von Abmahnungen unter Druck gesetzt zu haben.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 24. August 2007, 12:11:15
Zitat
Post will profitabler werden

Die Deutsche Post möchte ihren Aktionären mehr für ihr Investment bieten: Konzernchef Klaus Zumwinkel hat ein Programm zur Steigerung des Shareholder-Values und der Ertragsstärke angekündigt. Auf eine stärkere Auszahlung an die Aktionäre werde hingearbeitet.


(...)Es sei nun an der Zeit, die inzwischen erreichte Position der globalen Stärke in Vorteile für die Anteilseigner umzumünzen, sagte Zumwinkel vor Analysten. Die Post werde daher im operativen Geschäft stärker auf Cash-Generierung und die Auszahlung an die Aktionäre hinarbeiten.

(...)So hat die Post die Preise für Postzustellungsaufträge bereits gesenkt. Damit wurden laut Zwischenbericht Marktanteile gesichert und verlorene Kunden zurückgewonnen. Mit dem Konkurrenten Jurex hat es daraufhin die erste Insolvenz gegeben.

http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Handel-Dienstleistungen/_pv/_p/200040/_t/ft/_b/1304633/default.aspx/post-will-profitabler-werden.html



Zitat
Deutsche Post verdient mehr

Die Deutsche Post konnte im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn kräftig steigern. Vor allem die Logistik- und Expressparte wuchsen. Damit zeigt sich die Post wenige Monate vor dem voraussichtlichen Ende ihres Monopols gut gerüstet für den freien Wettbewerb. Bei der Prognose enttäuschte das Unternehmen allerdings.


HB BONN. Der operative Gewinn (Ebit) sei im zweiten Quartal um 9,5 Prozent auf 703 Mill. Euro gestiegen, teilte der Konzern mit. Der Konzerngewinn nach Minderheiten schnellte um 13,1 Prozent auf 285 Mill. Euro in die Höhe. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent auf 15,436 Mrd. Euro zu. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Umsatz von 15,313 Mrd. Euro, einem Ebit von 692 Mill. Euro und einem Überschuss nach Minderheiten von 266 Mill. Euro gerechnet. Für das Gesamtjahr strebt der Vorstand weiterhin einen operativen Gewinn (Ebit) vor Einmaleffekten von mindestens 3,6 Mrd. Euro an.

http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Handel-Dienstleistungen/_pv/_p/200040/_t/ft/_b/1303772/default.aspx/deutsche-post-verdient-mehr.html


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 28. August 2007, 13:14:29
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Post verliert Großkunden
Der deutsche Versandhausriese Quelle will Millionen von Paketen ab Jänner
von Hermes zustellen lassen


Wien – Der Druck auf die Österreichische Post AG steigt. Wie der STANDARD von Post-Insidern erfuhr, wird es konkret mit dem angekündigten Verlust ihres Großkunden Quelle-Versand. Der deutsche Versandhausriese bereite seinen Abgang als Post-Kunde ganz konkret vor, ab 1. Jänner 2007 sollen die Versandartikel über die Logistik-Gruppe Hermes (gehört zum Quelle-Konkurrenten Otto-Group) zugestellt werden.

Der im Frühjahr in Österreich gestartete Hermes – er hat stets betont, in Österreich kein eigenes Netz aufbauen zu wollen – liefert den Informationen zufolge die Pakete aus, Umschlag und Sortierung macht DPD Austria, der langjährige Business-Paket-Partner der Post. "Es stimmt, dass es Gespräche gibt", sagt Quelle-Sprecher Michael Obermeyer, der allerdings weder bestätigt noch dementiert, dass Quelle mit ihren rund 15 Millionen Paketen pro Jahr den Zusteller wechselt. "Hermes ist ein neuer Anbieter und den schauen wir uns an. Und aus. Mehr gibt es nicht zu sagen."

Bei der Post gibt man sich zum drohenden Großkundenverlust zugeknöpft. Eine offizielle Stellungnahme war nicht zu bekommen, man verweist auf laufende Preisverhandlungen. Man werde um den Auftrag kämpfen, die nächsten Verhandlungen sind am 6. September anberaumt. Und: Man werde sich nicht auf Dumpingpreise drücken lassen.

Das dürfte so allerdings nicht mehr stimmen, denn in Branchenkreisen ist bereits von einem "Preiskampf" die Rede, "der sich gewaschen hat", den keiner wolle, auch nicht DPD, wie ein Insider sagt. Aber: Die Post sei mittlerweile bereit, pro Paket auf 2,22 Euro runterzugehen. Das sei de facto der Selbstkostenpreis. Zum Vergleich: Im Frühjahr war es für die Vertriebsleute der Post noch Tabu, unter 2,35 Euro anzubieten.

Ob das genügt, um fünf Millionen Pakete zurückzugewinnen, wie Post-Chef Anton Wais angekündigt hat, und Quelle zurückzuholen, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass der Post durch einen Quelle-Abgang ein Drittel ihres Paketaufkommens abhanden käme.

"Für uns ist entscheidend, dass die Zustell- und Abholqualität besser und nicht schlechter wird", stellt Quelle-Sprecher Obermeyer klar. Die Qualität müsse stimmen und natürlich auch der Preis. Da sei die Post nicht so schlecht.

Klar ist damit: Das angekündigte Briefträger-Sparpaket kommt nicht zufällig, denn ein Quelle-Verlust muss in der Bilanz untergebracht werden.

Klar ist auch: Der Druck auf Logistik-Vorstand Walter Hitziger steigt. Er will am Abbau von 1500 Briefträgern samt Kürzung der variablen Vergütung festhalten, während Post-Chef Anton Wais weiter verhandeln will. Der von den sozialdemokratischen Gewerkschaftern dominierte Zentralvorstand der Post-Gewerkschaft hat am Montag beschlossen, keine Urabstimmung über das Sparpaket abzuhalten. Man lehne das Paket ab und warte auf ein neues Angebot. Dann wird über Kampfmaßnahmen entschieden. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.08.2007)


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 19. September 2007, 11:03:45
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Post-Mindestlohn nur für Briefzusteller

Die Bundesregierung will den für die Postbranche ab 2008 geplanten Mindestlohn auf Briefzusteller beschränken. Ursprünglich hatte Bundesarbeitsminister Franz Müntefering vorgeschlagen, das Gesetz auf die „Postdienstleistungen“ auszuweiten. Das ist nun vom Tisch. Eine Abschwächung des Mindestlohns sei das allerdings nicht, betonte ein Sprecher Münteferings.

http://www.handelsblatt.com/News/Politik/Deutschland/_pv/_p/200050/_t/ft/_b/1325035/default.aspx/post-mindestlohn-nur-fuer-briefzusteller.html


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Troll am 22. September 2007, 09:50:21
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Bis zu 7,50 Euro Mindestlohn „vorstellbar“

Berlin - Die Konkurrenten der Post AG sind zuversichtlich, Mindestlöhne für die Branche noch verhindern zu können. „Wir sind weit davon entfernt, dass wir im ersten Quartal 2008 Mindestlöhne haben“, sagte der Präsident des jüngst gegründeten Arbeitgeberverbandes Neue Post- und Zustelldienste, Florian Gerster, am Freitag in Berlin. Im Laufe des Verfahrens gebe es zahlreiche Möglichkeiten, den am Mittwoch vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachten Mindestlohn im Brief-Dienstleistungs-Sektor zu verhindern oder wesentlich zu verändern.

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) hatte im Anschluss an die Kabinettssitzung angekündigt, die zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und dem Post-AG-dominierten „Arbeitgeberverband Postdienste“ ausgehandelten Lohnuntergrenzen zwischen acht und 9,80 Euro zu allgemein verbindlichen Mindestlöhnen erklären zu wollen.

Nach Worten des neuen Arbeitgeberverbands-Präsidenten Gerster dienten Mindestlöhne in dieser Höhe ausschließlich dazu, nach dem Wegfall des Briefmonopols der Post zum 1. Januar Wettbewerber vom Markt fernzuhalten. „Diesen Mindestlöhnen ist auf die Stirn geschrieben, dass sie den Monopolisten Post schützen sollen“, sagte der ehemalige Präsident der Bundesagentur für Arbeit und rheinland-pfälzische Sozialminister. Die Einigung zwischen Verdi und Post bezeichnete das SPD-Mitglied Gerster als „ordnungspolitisch absurdes Theater“. So habe der Postvorstand in den Verhandlungen mit der Gewerkschaftsseite auf möglichst hohe Lohnuntergrenzen gedrängt. „Das hat mit normalen Tarifverhandlungen und mit Marktwirtschaft nichts zu tun“, betonte Gerster.

Andererseits seien „Mindestlöhne auf realistischem Niveau nicht auszuschließen“. Mindestlöhne seien zwar ein „problematisches Instrument“, für die Brief-Branche in einem Korridor zwischen 6 und 7,50 Euro aber durchaus vorstellbar. „Alles was darüber liegt, verfestigt das Post-Monopol“.

Neben Gesprächen mit maßgeblichen Koalitionspolitikern, der Post AG und Verdi kündigte Gerster Gespräche auf EU-Ebene an. „Brüssel zählt zu meinen ersten Anlaufadressen“. Indirekt wies Gerster damit auf die Möglichkeit eines Verfahrens wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht hin. Ähnlich äußerte sich Mario Frusch, Geschäftsführer des Kurierdienstes „TNT Post“ Deutschland. Allerdings seien juristische Schritte nur die allerletzte Möglichkeit. „Wir setzen auf vernünftige Gespräche und Augenmaß“, betonte Frusch. TNT ist neben dem Zustelldienst Pin Group das größte der 35 Unternehmen, die sich in dem neuen Verband zusammengeschlossen haben.

Gerster verwies zudem darauf, dass die Voraussetzungen für die Einführung eines branchenbezogenen Mindestlohns nicht vorlägen. Um eine von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften ausgehandelte Lohnuntergrenze für allgemein verbindlich und damit zu einem branchenbezogenen Mindestlohn erklären zu können, müssen mindestens 50 Prozent der in der Branche Beschäftigten tarifvertraglichen Regelungen unterliegen. Dies sei aber nicht der Fall, betonte Verbandsvize Bernd Jäger.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger ([url]http://www.ksta.de/html/artikel/1190059928790.shtml[/url])

Warum bitteschön hindert ein relativ hoher Mindestlohn den Wettbewerb, gleiche Löhne, gleiche Bedingungen. Hier geht es, einzig und allein, wieder um eine Gewinnmaximierung auf Kosten der Beschäftigten und ein Gerster (SPD) leistet da gerne Schützenhilfe.



Florian Gerster (Wiki) (http://de.wikipedia.org/wiki/Florian_Gerster) / Nebentätigkeiten:
Gegenwärtig bezeichnet Gerster seine berufliche Tätigkeit als Unternehmensberater.

Er ist ein Gründungsmitglied des Fördervereins für die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Er arbeitet als Beiratsvorsitzender in Deutschland unter Anderem für den amerikanischen Immobilieninvestor Fortress Investment Group, der als Private-Equity-Fond bestrebt ist, Bestände des deutschen sozialen Wohnungsbaus zu erwerben und ist Mitglied im Aufsichtsrat des Wohnungsunternehmens GAGFAH. Außerdem ist er ehrenamtlicher Vorsitzender der Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e. V. sowie im Vorstand des Absolventennetzwerkes der Universität Mannheim, AbsolventUM e.V.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 07. November 2007, 16:41:44
Florian Gerster, SPD, ehemals Chef der Bundesanstalt für Arbeit (BA), mit folgenden  Nebentätigkeiten: Er ist ein Gründungsmitglied des Fördervereins für die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Er arbeitet als Beiratsvorsitzender in Deutschland unter Anderem für den amerikanischen Immobilieninvestor Fortress Investment Group, der als Private-Equity-Fond bestrebt ist, Bestände des deutschen sozialen Wohnungsbaus zu erwerben und ist Mitglied im Aufsichtsrat des Wohnungsunternehmens GAGFAH. Außerdem ist er ehrenamtlicher Vorsitzender der Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e. V. sowie im Vorstand des Absolventennetzwerkes der Universität Mannheim, AbsolventUM e.V. sagt nun folgendes:

"Das Lohnniveau der Post ist völlig überhöht"

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/692452/


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Eivisskat am 17. November 2007, 00:43:44
http://www.mopo.de/2007/20071117/hamburg/politik/wo_bleibt_bloss_mein_brieftraeger.html

Wo bleibt bloß mein Briefträger?
..."Immer mehr Zusteller melden sich krank - offenbar aus Protest gegen neue Arbeitsverträge
Hamburgs Post-Zusteller sind heimlich, still und leise in den Bummelstreik getreten. Offiziell redet niemand davon. Der Post-Kunde wundert sich nur darüber, dass in den vergangenen Wochen Briefe häufig erst vier, fünf Tage verspätet ankommen. Auffallend viele Postboten haben sich krank gemeldet. Andere machen Dienst nach Vorschrift. All das ist die Quittung für die Pläne des Arbeitgebers. Denn der will, dass die Zusteller künftig nur noch halbtags arbeiten."...


Ich kann das bestätigen, bei mir kam einige Tage garnix & heute eine geballte Ladung Post!


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: regenwurm am 17. November 2007, 13:26:27
Immer mehr Zusteller melden sich krank - offenbar aus Protest gegen neue Arbeitsverträge

Ausgepreßt und gefeuert
Niedriglohnjobs zerstören Körper und Psyche: Wie der Frankfurter Kerim S. krank und erwerbslos wurde

Er hatte geheiratet, war deutscher Staatsbürger geworden. Grundgesetz und Struwwelpeter bekam er zu seiner Einbürgerungsfeier im Kaisersaal des Frankfurter Rathauses geschenkt. Sie erhielten einen Ehrenplatz im Wohnzimmer. Weil er den europäischen Freigeist schätzte, war Kerim S. (Name von der Redaktion geändert) 2001 aus Algerien nach Deutschland gekommen. Doch jetzt, sechs Jahre später, nach einer üblichen Erwerbsbiographie im Niedriglohnbereich, ist der 36jährige körperlich und psychisch gebrochen: Leistenbruch, Bandscheibenvorfall, beide Kniegelenke kaputt, sein Vertrauen mißbraucht, seine Würde mit Füßen getreten.

Zahlreiche Leiharbeitsfirmen und Unternehmen im Billiglohnsektor in der Rhein-Main-Region hat er bereits durchlaufen. Unfreiwillig. Kerim S. ist ein bodenständiger Mensch; er schätzt es, in vertrauter Umgebung zu wirken, ist höflich, zuvorkommend, spricht fließend deutsch. Nichts wünschte er sehnlicher, als mit seiner Hände Arbeit einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, in der er kulturell angekommen war. Doch dann mußte er erleben, wie ständig wechselnde Unternehmer das Äußerste verlangten: unbezahlte Überstunden, Nachtarbeit, harte Knochenarbeit bis zur Erschöpfung; Gebrechen verursachend. Menschliche Arbeitskraft als Wegwerfartikel.

Quelle und weiterlesen> (http://www.jungewelt.de/2007/10-16/030.php)

»Schuld sind die neoliberalen Eliten«  Die Hartz-Gesetze stellen eine Art »Verfolgungsbetreuung« dar. Sie sind wichtiges Element beim Aufbau eines autoritären Staates.link (http://www.jungewelt.de/2007/10-16/031.php)


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Eivisskat am 17. November 2007, 13:38:01
siehe auch hier: http://www.chefduzen.de/thread.php?postid=95680#post95680

Die krankgeschriebenen Briefträger HH's haben übrigens meine volles Mitgefühl :P und ich wünsche allen eine ruhige, gründliche & vollständige Genesung, damit sie nicht gleich beim nächsten Virus wieder auf der Nase liegen...

Falls inzwischen wichtige (Arge-) Briefe verlorengehen sollten, bewerten wir das als höhere Gewalt.
LG


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: flipper am 17. November 2007, 20:24:47
Zitat
Original von Eivisskat
Die krankgeschriebenen Briefträger HH's haben übrigens meine volle Sympathie :P und ich wünsche allen eine ruhige, gründliche & vollständige Genesung, damit sie nicht beim nächsten Virus wieder auf der Nase liegen...

wünsche ich auch. lasst euch schön gesund pflegen auf kosten der ausbeuter!  :cheer:

unterstützung gegen feindliche D- und ämtsärzte geben wir gerne im arbeit+krank forum.

uns tretet in die ver'di ein oder organisiert euch selbst schlagkräftig.

SPD-gerster und springer und co zur hölle.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17. Januar 2008, 20:35:44
http://www.zustellerin.org


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 23. Januar 2008, 20:53:18
Zitat
Ohne Einfluss auf Dividende 2007
Post muss hohe Summe auf US-Geschäft abschreiben

Die Deutsche Post muss eine hohe Abschreibung auf ihr verlustreiches US-Geschäft hinnehmen. Die Abschreibungen sollen keinen Einfluss auf Dividende 2007 haben.


http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Handel-Dienstleistungen/_pv/_p/200040/_t/ft/_b/1381361/default.aspx/post-muss-hohe-summe-auf-us-geschaeft-abschreiben.html


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 02. Februar 2008, 14:08:53
Zitat
900 Postfilialen sollen geschlossen werden, bis zu 4000 Mitarbeiter wären von dem Aus betroffen, berichtet eine Zeitung. Doch nach Aussagen des Unternehmens sei dies "völliger Käse, von einer Verringerung der Poststellen kann nicht die Rede sein"

http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:Filialnetz-Post/609699.html


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 14. Februar 2008, 11:03:57
Razzia bei Postchef Zumwinkel

Köln/Bonn (dpa) - Die Polizei hat am Donnerstagmorgen nach einem Bericht des ZDF das Privathaus und das Büro des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, durchsucht.

Nach Informationen des Senders soll gegen den Topmanager ein Haftbefehl wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung vorliegen.

http://www.kn-online.de/artikel/2305048/Razzia_bei_Postchef_Zumwinkel.htm


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Kater am 25. Februar 2008, 19:24:57
Zitat
Test-Kooperation mit der "WAZ"
Post will Zeitungsboten einspannen
Von Sabine Tenta

In Essen und Mülheim werden ab dem 1. März Zeitungsboten der "WAZ" auch Werbepost für die Deutsche Post austragen. Ein Test, der bei Erfolg ausgeweitet werden soll. Die Gewerkschaft Verdi befürchtet ein Unterlaufen des Mindestlohns.
 
"Das ist ein Markttest", sagte Post-Sprecherin Silje Skogstad WDR.de auf Anfrage am Samstag (23.02.08 ). Er sei befristet bis zum 30.04.08. Dieser Test findet auf einem Markt statt, der in den letzten Monaten heiß umkämpft war und mit der Einführung eines Mindestlohns in der Branche die Konkurrenz der Deutschen Post in die Knie gezwungen hat: Der Zustelldienst PIN hatte Insolvenz angemeldet. Dabei hatte die Deutsche Post sich für einen Mindestlohn stark gemacht. Pikanterweise steht das neue Kooperationsmodell mit der WAZ nun im Verdacht, eben diesen Mindestlohn zu unterlaufen.

Ruhrgebiet ist ein Test für ganz Deutschland
Ab Anfang März soll zusammen mit der Zeitung im Morgengrauen Werbung in den Briefkasten kommen. "An alle Haushalte" - so vage und allgemein sind die Briefe gerne beschriftet oder es handelt sich um Werbeprospekte. Für diese Sendungen wird die Post zwei Monate lang das Netz der Zeitungsboten des "WAZ"-Verlages in Essen und Mülheim nutzen. Es geht um rund 700.000 Haushalte. Bei einem Erfolg des Tests soll die Kooperation nach Angaben der Post auf weitere Verlage in ganz Deutschland ausgedehnt werden.

Verdi: Post will Mindestlohn unterlaufen
"Wir haben Verträge mit der Post, die eine Fremdvergabe ausschließen", sagte Günter Isemeyer, Sprecher der Gewerkschaft Verdi NRW im Gespräch mit WDR.de. "Das ist ein klarer Versuch, den Mindestlohn zu unterlaufen." Denn der hart umkämpfte Mindestlohn der Branche gilt nur für Betriebe, die überwiegend persönlich adressierte Post zustellen. Rolf Bauermeister, Bundesfachgruppenleiter für Postdienste der Gewerkschaft Verdi weist daraufhin, dass die Menge der nicht-adressierten Werbepost "nicht unerheblich" sei: "Da steckt viel Arbeitspotenzial drin." Die Folge sei, dass die Zusteller der Deutschen Post deutlich weniger Arbeit hätten und ihre Bezirke neu zugeschnitten würden. "Und das führt dann schließlich zum Arbeitsplatzabbau", so Bauermeister. Verdi habe darum die Deutsche Post aufgefordert, das Auslagern der Werbepost zu stoppen. Andernfalls werde es "erhebliche Gegenwehr" der Gewerkschaft geben.

Postsprecherin Silje Skogstad sagte zu dem Vorwurf, den Mindestlohn unterlaufen zu wollen: "Die Entlohnung ist Sache des Verlags." Die Post habe zwar eine Vereinbarung mit dem Verlag, zu Details wolle sie sich aber nicht äußern. WAZ-Sprecher Paul Binder sagte am Samstag (23.02.08 ) zur Vergütung: "Wir sind fair und seriös."


http://www.wdr.de/themen/wirtschaft/wirtschaftsbranche/postdienste/080223.jhtml?rubrikenstyle=wirtschaft


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: schwarzrot am 06. März 2008, 11:23:56
Noch ein wenig spätfolgen von zumwickels spekulationen mit postgeldern gefällig?:

Zitat
UNRENTABLES US-GESCHÄFT

Gewinn der Deutschen Post bricht um fast 30 Prozent ein

Millionenschwere Abschreibungen im US-Geschäft haben das Ergebnis der Deutschen Post für 2007 deutlich geschmälert.

... (es wird im artikel versucht das mit positiven meldungen zu vermischen, damit das nicht so auffällt und negative klingt)

Bonn - 600 Millionen Euro - so viel musste die Deutsche Post Chart zeigen wegen des unrentablen US-Expressgeschäfts abschreiben. Insgesamt sank der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, teilte der Konzern heute in Bonn mit. Das Betriebsergebnis (Ebit) sei um rund 17 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurückgegangen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,539683,00.html


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Eivisskat am 06. März 2008, 12:27:58
Zitat

[url]http://www.mopo.de/2008/20080306/hamburg/politik/immer_weniger_postboten.html[/url]

Droht uns nun auch noch ein Streik der Briefträger? Ver.di droht dem "gelben Riesen" mit einem "heißen Frühling". In Hamburg und Schleswig-Holstein soll es schon bald zu ersten Aktionen kommen. Was genau geplant ist, bleibt noch geheim.

Viele Postler sind stinksauer über eine "katastrophale Personalpolitik". Und viele Kunden wohl auch. Denn wer sich im Januar und Februar darüber wunderte, dass der Briefkasten leer blieb, der bekommt jetzt die Erklärung. Ein Ver.di-Funktionär, der ungenannt bleiben will, sagt: "Statistisch fiel bei rund 200000 Haushalten in den ersten zwei Monaten des Jahres an mindestens einem Tag die Zustellung komplett aus."[/U]

Knapp 1000 Zustellbezirke gibt's in Hamburg. 200 davon seien für jeweils einen Tag nicht bedient worden. In 900 Bezirken kam es für einen Tag zu einem Abbruch der Zustellung. Der Ver.di-Informant erläutert: "Die Zustellbezirke sind in den letzten Jahren derartig vergrößert worden, dass die Postboten ihre Arbeit in der vorgeschriebenen Zeit von zehn Stunden und 45 Minuten nicht schaffen. Was dann nicht verteilt wurde, kommt erst am nächsten Tag."  - Oder gar nicht, wie bei mir schon mehrmals, bzw. die Post geht verloren...  :rolleyes:

Ver.di glaubt, dass defizitäre US-Geschäfte die Ursache des Übels sind. "Um Global-Player zu werden, hatte Ex-Post-Chef Zumwinkel die DHL und den amerikanischen Express-Dienstleister ,Airborne' gekauft und seither fünf Milliarden Euro vernichtet." Die Postboten müssen die Suppe auslöffeln. Seit 2005 sank ihre Zahl in Hamburg von 1800 auf 1700.

Immer weniger Personal müsse immer mehr arbeiten. Allein in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen seien bis zum 31. Dezember zwei Millionen Überstunden aufgelaufen. Um das abzubauen, müssten für ein Jahr 1000 Vollzeitkräfte eingestellt werden.

Post-Sprecher Martin Grundler räumte ein, dass die Ver.di-Zahlen im wesentlichen stimmen. Ursache für die zahlreichen Ausfälle bei der Zustellung seien aber nicht die Defizite im US-Geschäft, sondern der hohe Krankenstand von bis zu zehn Prozent in einigen Bereichen. "Wir steuern gegen, stellen 120 Aushilfskräfte ein." Zum Teil würden Überstunden ausbezahlt.

Das reicht Ver.di nicht. Denn seit diesem Jahr ist den Postbeamten auch noch eine Zulage gestrichen worden. "Angesichts der Milliarden-Gewinne der Post ist das eine unverschämte Abzocke der Beschäftigten", so Ver.di in einer Pressemitteilung. Und weiter: "Korrigiert der neue Post-Chef nicht die Politik der Ignoranz, der Arroganz und des Wortbruchs, so ist ein ¸heißer Frühling` unvermeidlich."

(MOPO vom 06.03.2008 / SEITE 14)



Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 17. März 2008, 12:29:34
Zitat
Post will Hunderte Filialen schließen

Die Deutsche Post AG will offenbar ihr eigenes Filialnetz bundesweit radikal ausdünnen. Post-Sprecher Martin Grundler bestätigte dem NDR einen Bericht der "Lübecker Nachrichten" vom Sonntag, wonach bis zum Jahr 2011 rund 700 der bundesweit noch 800 vom Konzern betriebenen Filialen geschlossen werden sollen. Regional wirkt sich der Kahlschlag zum Teil offenbar drastisch aus. Ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sagte dem Blatt, allein in und um Lübeck würden alle zwölf Filialen geschlossen. "2010 wird es in den Postleitzahlenbereichen 23 und 19 keine Filiale mehr geben", heißt es von Seiten der Gewerkschaft weiter.

Mitarbeiter sollen weiter beschäftigt werden

"Wir wandeln die Filialen um, geben sie an Partner ab", sagte Post-Sprecher Jörg Koens dem Zeitungsbericht zufolge. Demnach bleiben bundesweit nur noch 100 eigene Filialen erhalten. An den Standorten, die aufgegeben werden, sollen private Partner wie Supermärkte, Bäckereien oder auch Kioskbetreiber einspringen und die Post-Dienstleistungen anbieten. Die Post wolle mit dem Konzept Kosten einsparen. Die betroffenen 3.000 Mitarbeiter der Filialen sollten aber weiter bei dem Unternehmen beschäftigt werden, sagte der Sprecher der Zeitung.

http://www1.ndr.de/wirtschaft/post254.html


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Eivisskat am 17. März 2008, 16:51:27
Zitat
Original von Kuddel
Post will Hunderte Filialen schließen

Demnach bleiben bundesweit nur noch 100 eigene Filialen erhalten. An den Standorten, die aufgegeben werden, sollen private Partner wie Supermärkte, Bäckereien oder auch Kioskbetreiber einspringen und die Post-Dienstleistungen anbieten.


Der übelste Mist, ein Sch***-Service!!!

In dem ziemlich großen, bürgerlichen Stadtteil Hamburgs Rissen, mit über 15.000 Einwohnern und einem riesigen Einzugsgebiet wurde letztes Jahr - trotz heftiger Bürgerproteste - die gut funktionierende, große Post mit mehreren Schaltern einfach geschlossen.

Als Ersatz dient seitdem eine kleine dunkle Ecke mit nur einer zeitweiligen Person in einem völlig zugestopften, chaotischen 1€-Laden!

Als Postkunde ist man gezwungen in einer Schlange - von manchmal 20 Leuten und bis auf die Strasse raus -  zwischen und um die Ladenregale und aufgestapelte Ware herum gewunden, stundenlang zu warten um das Anliegen zu erledigen.
Als Kunde des 1€-Ladens kommt man nicht an die Regale und muss die genervten Postkunden um Nachsicht bitten!

Es ist das ALLERLETZTE was uns da zugemutet wird und was wir uns bieten lassen, ich glaube es nicht...

 8o3

P.S. Die Postabfertigung in HH-Rissen ist jetzt viel schlimmer & katastrophaler als die der kl. Mittelmeerinsel, wo ich lange gelebt habe und das will was heißen...
LG


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Eivisskat am 17. März 2008, 16:58:46
Zitat

...mit mehr als 130.000 Euro

Geld vom Arbeitgeber für eine Arbeitnehmerorganisation: Nach SPIEGEL-Informationen hat der Postdienstleister Pin die im Herbst gegründete Gewerkschaft der Neuen Brief- und Zustelldienste massiv finanziell unterstützt - offenbar um ein Gegengewicht zu Ver.di aufzubauen.

Hamburg - Der Fall erinnert an den Schmiergeldskandal bei Siemens: Die erst im Herbst vergangenen Jahres gegründete Gewerkschaft der Neuen Brief- und Zustelldienste (GNBZ) ist offenbar zu einem großen Teil von dem inzwischen insolventen Post-Konkurrenten Pin finanziert worden. Nach SPIEGEL-Informationen hat Pin die Arbeitnehmerorganisation mit mindestens 130.000 Euro gesponsert.

weiter: [url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,542643,00.html[/url]



Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16. April 2008, 13:03:07
Zitat
Im Norden weniger Post in den Briefkästen

In Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern werden viele Menschen heute voraussichtlich keine Post in ihren Briefkästen finden. Grund hierfür sind die Warnstreiks vom Dienstag bei der Deutschen Post. Mehrere Millionen Briefe blieben liegen. Es seien am Mittwoch zwar überall Zusteller losgefahren, sagte ein Sprecher der Post in Hamburg. Diese hätten aber "weniger Post als üblich" zum Austragen. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen die Sendungen, die am Dienstag liegen geblieben sind, am Donnerstag zugestellt werden.

Die Gewerkschaft ver.di hatte zu den Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Mehr als 1.000 Post-Mitarbeiter sollen sich an den Aktionen in den Brief- und Paketzentren des Nordens beteiligt haben. Bis Mitternacht ließen sie ihre Arbeit ruhen. Die Post zeigte kein Verständnis für die Warnstreiks. Die Aktionen seien "nicht nachvollziehbar".
Nächste Verhandlungsrunde am Donnerstag

Mit den Warnstreiks beabsichtigte die Gewerkschaft, vor der nächsten Verhandlung am Donnerstag den Druck auf die Post zu erhöhen. Ver.di fordert, dass betriebsbedingte Kündigungen bis Ende Juni 2011 ausgeschlossen werden. Zudem verlangt die Gewerkschaft für 130.000 Post-Beschäftigte zehn Arbeitszeitverkürzungstage. "Wenn in dieser Verhandlungsrunde kein tragfähiges Gesamtergebnis erzielt werden kann, ist ein unbefristeter Poststreik im Vorfeld der Aktionärsversammlung am 6. Mai kaum noch abzuwenden", sagte ver.di-Landesfachbereichsleiter Wolfgang Abel.
ndr.de


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 16. April 2008, 16:36:03
Zitat
Post-Streik am Frankfurter Flughafen
Ver.di: Eine Million Briefe unbearbeitet - Heute bundesweit leere Briefkästen


Warnstreik der Post-Mitarbeiter am Frankfurter Flughafen: Fast die gesamte in Deutschland verschickte Post ins Ausland blieb liegen: laut ver.di eine Million Briefe und 5000 Pakete. Heute sollen bundesweit die Briefkästen leer bleiben.

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/1/0,3672,7225953,00.html


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 19. April 2008, 10:49:49
Zitat
Tarifgespräch bei der Post geplatzt
 
Bundesbürger und Unternehmen müssen sich auf einen massiven und unbefristeten Streik bei der Deutschen Post einstellen.

Wird wohl so ein Rohrkrepierer, wie beim öffentlichen Dienst. :rolleyes:


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Codeman am 19. April 2008, 11:22:59
...oder wie bei der BVG in Berlin....


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 22. April 2008, 17:36:37
Bei der Deutschen Post hat es auch heute Warnstreiks gegeben. Wie die Gewerkschaft Ver.di mitteilte, legten vor allem die Beschäftigten in den Postfach-Verteilanlagen die Arbeit nieder. Schätzungsweise eine Million Sendungen vor allem an Großkunden wie Unternehmen und Behörden blieben liegen. Für morgen sind weitere Aktionen geplant. Bundeswirtschaftsminister Glos forderte die Tarifparteien zur Wiederaufnahme der Verhandlungen auf. Für die Wirtschaft sei eine zuverlässige Postzustellung eine wichtige Voraussetzung, um erfolgreich arbeiten zu können, sagte der CSU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". - Am Freitag beginnt die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik.

DLF Nachrichten 22.4.08


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 28. April 2008, 14:25:42
Zitat
Gewerkschaft Verdi gibt sich gesprächsbereit

Streik bei der Post könnte doch noch abgewendet werden

Im Tarifstreit bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft kurz vor Beendigung der Urabstimmung neue Gesprächsbereitschaft signalisiert. "Wir sollten versuchen, den Dauerstreik in letzter Minute abzuwenden", sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis.

http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Handel-Dienstleistungen/_pv/_p/200040/_t/ft/_b/1423287/default.aspx/streik-bei-der-post-koennte-doch-noch-abgewendet-werden.html

 :rolleyes:


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 30. April 2008, 17:53:11
Zitat
Kein Streik nach Tarifeinigung

Post setzt Mehrarbeit durch
Deutsche Post und Gewerkschaft Verdi haben sich im Tarifkonflikt geeinigt. Mit der Verständigung in Köln wurde ein von der Gewerkschaft für Anfang Mai geplanter Streik in letzter Minute abgewendet. Durch die Hintertür ist es der Post gelungen, die Arbeitszeit zu verlängern.


Bei der Urabstimmung der Gewerkschaft Verdi hatten 93,1 Prozent der Mitglieder für einen Streik gestimmt.(...)

Allerdings hat die Post nach eigenen Angaben die Reduzierung bezahlter Pausen durchgesetzt, was einer Mehrarbeit von rund 50 Minuten pro Woche gleichkomme.

http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Handel-Dienstleistungen/_pv/_p/200040/_t/ft/_b/1424660/default.aspx/post-setzt-mehrarbeit-durch.html

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Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18. Juni 2008, 15:25:00
Geld im Kuvert: 440 Briefe sind nie angekommen

Kiel – Hedwig Lewerenz konnte es zunächst nicht glauben. Vier Briefe, die die 88-Jährige in den vergangenen Monaten verschickt hatte, kamen einfach nicht an – darunter auch ein Schreiben an den Enkel mit 100 Euro im Kuvert. Dahinter steckt allerdings mehr als Schlamperei. Staatsanwaltschaft und Polizei bestätigen einen systematischen Briefeklau, um an verschicktes Bargeld zu kommen.
Offenbar war Hedwig Lewerenz, die ihre Briefe regelmäßig in einem Briefkasten in der Lutherstraße einwarf, längst nicht die Einzige, die sich bei der Post über nicht ankommende Schreiben beschwerte. Die postinterne Abteilung Konzernsicherheit ging den Hinweisen nach, stieß dabei auf Unregelmäßigkeiten bei einer bestimmten Tour in Kiel zur Briefkastenleerung, die die Post an einen Subunternehmer vergeben hatte.

weiter... (http://www.kn-online.de/artikel/2411120)


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 29. Juli 2008, 13:07:30
Hier in der Gegend machen sich alle Sorgen wg. der Ankündigung der Schließung der Postfilialen. Bei der Stadtteilpost fragen Kunden immer ganz besorgt nach, ob die Fileale nioch bleibt.
 
"Wenn sich ein Laden findet, der die Postdienste übernimmt, sind wir auf der Stelle weg!" lautete die Antwort. Frage: "Und was könnt ihr dagegen machen?" "Es klappert jemand alle Geschätleute im Viertel ab und bittet die, den Job nicht zu übernehmen." "Und wenn da jemand nicht mitspielt?" "Dann gibt's auf die Fresse, und nicht zu knapp!" sagte die blonde Postlerin hinter dem Schalter. :D


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Beitrag von: Adelskronengang am 29. Juli 2008, 13:31:52
Achso..ich denke Verbalrevoluzzen bringt nix?


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Beitrag von: vampyrella am 29. Juli 2008, 21:43:15
Jo, die Mitarbeiter sind dann echt angepisst, zumindest wenn sie nach 1990 eingestellt worden.

Und die will ja dann auch keiner mehr einstellen, glaubt mir, hab bei dem verein gelernt, dort wirste systematisch zur faulheit erzogen.
Was nicht sein muss wird auch nicht gemacht.

Die Mitarbeiter werden sich ganz schön umschauen, wenn sie auf einmal mit der Realität konfrontiert werden.
manche arbeiten dort schon seit 20 Jahren und haben noch nie einen Samstag am Schalter gestanden.


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Eivisskat am 02. Oktober 2008, 10:42:31
Zitat
Sie haben Arbeitsverträge und die große Hoffnung auf ein Leben ohne Arbeitslosigkeit. Doch die Arbeitslosen wurden bitter enttäuscht: „City-Letter”, ein neuer privater Postdienstleister, schickte seine bis zu 355 neuen Mitarbeiter am 1. Arbeitstag wieder nach Hause. Verdi und ARGE wittern Betrug.

Denn das Berliner Unternehmen hat bereits am 25. September einen wenn auch fehlerhaften Insolvenzantrag gestellt. Das Verfahren wurde aber daher noch nicht eröffnet. Das Charlottenburger Amtsgericht wird mit Anfragen überschüttet: Allein am Mittwoch gab es Anfragen aus Hannover, Cottbus, Leipzig, Frankfurt und Duisburg.

[url]http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/2008/10/2/news-80685142/detail.html[/url]


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Peace am 18. Oktober 2008, 11:42:26
wie man lesen kann, der Aufschwung ist endlich angekommen, zumindest das was man in good old Germoney aktuell unter einem Aufschwung zu verstehen hat.
Womit anfangen?
Vielleicht damit, dass der liberalisierte Postdienstleistungssektor einem Wettbewerb in Gang gesetzt hat, der zwangskonform zum Lohndumping und zu sozialverträglich unterlaufenden Verträgen zugunsten der neuen Briefdienstleister führen musste. Das die Generation Post über die Möglichkeiten von Teilzeit und Zeitarbeit Rahmenbedingungen verwirklichen konnten, die einst einem Postschaffner verbeamteter Briefzusteller als Horrorszenario erschienen wäre.
Oder damit, das ein Entsendegesetz zugunsten eines verbrieften Mindestlohns per Pseudotarif ausgehebelt, als nichtig anerkannt werden durfte. Verbrannte Erde so weit das Auge schaut bishin zur flächendeckenden Schließungen aller Postfilialen in der Zukunft.
Zweifel wo, wann und wem gegenüber?
Zumindest sicherlich nicht bei den (unter)stützenden Argen und beauftragten Vermittlern. Hier interessierte nur die Abmeldung auf der einen- und dessen Prämien, dank einer staatl. forcierter Kopfgeldorganisation auf der anderen Seite.
Unter den Blinden ist nicht nur der Einäugige ein König.
Und bekanntlich ist gleich nach dem „Geiz ist geil“, der gern zitierte… „die Hoffnung stirbt zuletzt“ bester Garant, dass jegliches, eigenverantwortliches Denkvermögen, zumindest kurzfristig ausbleibt.
Denn, wie konnte es sonst möglich sein, dass Aberhunderte von Jobsuchenden davon ausgehen konnten, so mir nichts, dir nichts, jenseits aller im Wettbewerb stehenden Mitbewerber Lohnoptionen über 1900,00€ br/pro Monat, einschl. eines 13. ML ohne geforderter Qualifikation- Skills erhalten zu dürfen?

Fragen über Fragen


Titel: [Post] Privatisierung
Beitrag von: Eivisskat am 20. Oktober 2008, 09:31:54
Zitat
Klagen über Zustell-Chaos häufen sich
Post: Praxis in Osdorf bekam 14 Tage lang keine Sendungen - Kritik hält an - Klagen über Zustell-Chaos häufen sich - Anrufe bei Hotline brachten keinen Erfolg. Ärztin über Verhalten der Post erbost: "Das ist geschäftsschädigend."

Zahnärztin Zinha F. J. Breme dürfte einen traurigen Rekord in Hamburg halten: Die 35-Jährige, die ihre Praxis in einem Ärztehaus an der Langelohstraße in Osdorf hat, erhielt nach eigenen Angaben 14 Tage lang keine Post. "Wir haben seit Anfang Oktober keine Briefe mehr zugestellt bekommen. Erst am 16. Oktober kam dann ein ganzer Stapel Post. Einige Briefe trugen den Poststempel vom 1. Oktober", sagt Breme.

Das Problem mit der verspäteten Zustellung hat die Post offenbar längst noch nicht im Griff. Wie berichtet, blieben in den vergangenen Wochen bei Tausenden Hamburgern die Briefkästen leer. Schuld daran war der hohe Krankenstand bei den Postzustellern. Dazu Postsprecher Jörg Koens: "Der Krankenstand geht kontinuierlich zurück, aber es kann immer noch zu Problemen bei der Postzustellung kommen."

In dem Ärztehaus an der Langelohstraße war nicht nur Zinha F. J. Breme betroffen, sondern auch die anderen Ärzte und Apotheker Lothar Neumann: "Wir bekommen von Ärzten häufig Rezepte geschickt, die kamen dann aber erst mal nicht bei uns an, weil wir keine Post geliefert bekamen", sagt Neumann.

Zahnmedizinerin Breme ist sehr verärgert: "Das, was die Post macht, ist geschäftsschädigend. Wir haben wochenlang auf durch die Krankenkassen genehmigte Heil- und Kostenpläne gewartet, ohne die wir Patienten eigentlich gar nicht behandeln dürfen." Auch mehrere Anrufe bei der Service-Hotline der Post brachten keinen Erfolg. Erst als Breme in der Filiale am Beselerplatz vorstellig wurde und ein Reklamationsschreiben ausfüllte, kamen die Briefe stapelweise. Darunter auch ein Standard-Entschuldigungsschreiben.

Der Post ist die Angelegenheit unangenehm: "Wir haben dort den Stammzusteller abgezogen und die Postzustellung umgestellt. Das heißt, wir haben die Bezirke neu aufgeteilt, um eine frühere Zustellung zu erreichen. Da hat es am Anfang Schwierigkeiten gegeben, die wir sehr bedauern", sagt Postsprecher Jörg Koens.

Inzwischen hat die Post gehandelt: "Die Zusteller arbeiten jetzt länger als vorher geplant, um eine reibungslose Postverteilung sicherzustellen."

Auch Ute Kuleisa-Binge hat negative Erfahrungen mit der Post gemacht: Die 54-Jährige hatte einen Benachrichtigungsschein im Briefkasten, mit dem sie ein Einschreiben bei der Filiale am Saseler Markt abholen sollte. Doch dort war das Einschreiben nicht auffindbar. Kuleisa-Binge arbeitet in einer Bürogemeinschaft, deren Mitarbeiter unter anderem als Vormünder für Kinder tätig sind: "Es ist gut möglich, dass dieses Einschreiben beispielsweise Gerichtsakten oder eine Ladung zu einem Gerichtstermin enthielt. Es können dadurch wichtige Fristen versäumt werden."

Die Saselerin findet es "erschreckend", dass ein Einschreiben "einfach so verschwinden kann". Inzwischen hat Kuleisa-Binge einen Nachforschungsantrag gestellt, und Postsprecher Jörg Koens verspricht: "Wir suchen auf Hochtouren nach dem Einschreiben."

20. Oktober 2008 [url]http://www.abendblatt.de/daten/2008/10/20/955753.html[/url]




Titel: "Der Post-Vorstand spart die Post kaputt."
Beitrag von: Eivisskat am 11. November 2008, 23:36:50
Zitat
12.11.2008CHAOS IN GELB
 
Kommt bei Ihnen auch keine Post?[/- Fast alle Zusteller arbeiten an ihrer Leistungsgrenze - Deutsche Post lenkt ein, 1000 zusätzliche Stellen


Wahnsinn Deutsche Post. Früher stellten die Bürger die Uhr nach dem Postboten. Heute sind sie froh, wenn er überhaupt noch kommt. Seit Monaten beklagen MOPO-Leser, dass tagelang die Zustellung von Briefen und Päckchen ausbleibt.

"Bedauerlicher Einzelfall" oder "Unser Krankenstand ist so hoch" - das sind die üblichen Ausflüchte der Post in solchen Fällen. Was wirklich dahintersteckt, darüber klärten gestern Post-Betriebsräte und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di auf einer Pressekonferenz auf.

"Der Post-Vorstand spart die Post kaputt." Ohne Rücksicht auf Verluste werde rationalisiert, so Wolfgang Abel, der zuständige ver.di-Fachbereichsleiter. Konkret heiße das: Von 2000 bis 2008 nahm die Zahl der Zusteller um 20 Prozent ab, während die Menge der Sendungen gleich geblieben ist. "Die Personaldecke ist so dünn - ein einziger Krankheitsfall kann dazu führen, dass in einem Bezirk nicht zugestellt wird."

Aber selbst da, wo der Zusteller gesund ist, bleibt die Post mitunter aus. "Viele Bezirke sind so groß geschnitten, dass der Postbote seine Arbeit in der vorgeschriebenen Zeit von maximal zehn Stunden gar nicht schafft", erklärt Abel dieses Phänomen. "Er muss dann unverrichteter Dinge heimgehen und die nicht zugestellten Briefe und Päckchen wieder mitnehmen."

Schließlich hat auch eine neue Organisationsstruktur, die die Abläufe eigentlich verbessern sollte, zum Chaos beigetragen. "Trennung der Vorbereitung von der Zustellung", so der Name. Die Beschäftigten haben aus dem Kürzel "TVZ" längst dies gemacht: Total Verrückte Zustellung. Nicht mehr der Postbote selbst, sondern eine Aushilfskraft sortiert morgens die Sendungen. Die Folge: Tohuwabohu.

Um irgendwie die Zustellung am Laufen zu halten, forderte die Post von den Mitarbeitern bislang laufend Mehrarbeit. Dabei ist der Berg an Überstunden schon jetzt gigantisch: 300000 Überstunden und 135000 Resturlaubstage sind bis heute in den beiden Hamburger Briefniederlassungen aufgelaufen. Abel: "Um sie abzubauen, müssten 500 Vollzeitbeschäftigte für mindestens ein Jahr eingestellt werden."

Die Stimmung ist mies. "Zusteller zu sein ist ein Knochenjob", sagt Betriebsrätin Gabi Gülzau. "Sonnabends hat ein einzelner Postbote 700 Kilo Sendungen auszutragen, werktags 200." Doch statt Anerkennung gebe es die Peitsche. So geht's nicht weiter, sagte ver.di-Mann Abel und kündigte an, die Post durch "Dienst nach Vorschrift" in die Knie zu zwingen.

Diese Drohung scheint gewirkt zu haben: Post-Sprecher Jörg Koens verriet der MOPO gestern Abend, was heute Post-Chef Dr. Frank Appel bekannt geben wird: dass bundesweit 1000 Postboten zusätzlich befristet eingestellt werden. Außerdem werde die Wochenarbeitszeit der Teilzeitkräfte ausgedehnt, befristete Verträge würden verlängert. ver.di dazu: "Ein Schritt in die richtige Richtung."


(MOPO vom 12.11.2008 / SEITE 10http://www.mopo.de/2008/20081112/hamburg/politik/kommt_bei_ihnen_auch_keine_post.html )


Titel: Bundesnetzagentur prüft Vorwürfe gegen Deutsche Post
Beitrag von: Kuddel am 08. Dezember 2008, 22:02:01


 

Die Bundesnetzagentur geht Beschwerden gegen die Deutsche Post über eine mangelhafte Zustellung von Briefen und Paketen nach. In Bonn forderte die Behörde Konzernchef Appel auf, zu Vorwürfen von Verbrauchern Stellung zu nehmen und etwaige Mängel zu beseitigen. - Die Post wies die Vorwürfe zurück. Es habe nur in einigen Regionen Beeinträchtigungen gegeben, sagte ein Unternehmenssprecher. Mehr als 95 Prozent aller Briefsendungen kämen innerhalb eines Tages bei den Empfängern an. Zudem habe der Konzern bereits eintausend zusätzliche Mitarbeiter befristet eingestellt, um krankheitsbedingte Engpässe so gering wie möglich zu halten.


Titel: Re: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21. Februar 2009, 13:19:01
Post plant längere Arbeitszeiten

Die Post-Mitarbeiter sollen ab 2010 mehr arbeiten - das fordert Post-Chef Appel. Es sei "keine Katastrophe, wenn jeder täglich zehn Minuten länger arbeitet". Einen anderen Weg gebe es nicht, wenn die Produktivität im Briefgeschäft steigern solle.

Hamburg - Die Deutsche Post Chart zeigen plant Einsparungen und eine neue Unternehmensstrategie. Eine Änderung, die die Mitarbeiter besonders interessieren dürfte, ist die Tatsache, dass die Post ihre Mitarbeiter ab kommendem Jahr länger arbeiten lassen will. "Es ist meiner Meinung nach keine Katastrophe, wenn jeder täglich zehn Minuten länger arbeitet", sagte Post-Chef Appel, 47, der "Süddeutschen Zeitung".

Die Post hat 2008 erstmals seit dem Börsengang rote Zahlen geschrieben, erwartet nach Angaben von Appel für 2009 aber ein "signifikant besseres" Ergebnis. Der Post-Chef will nach eigenen Worten die Produktivität im Briefgeschäft verbessern. "Wenn die Durchschnittserträge sinken, die Mengen der Post gleich bleiben und die Briefträger berechtigterweise mehr verdienen wollen, dann geht dies nur über längere Arbeitszeiten", sagte er. Der aktuelle Tarifvertrag laufe noch bis Mitte 2010. "Dann müssen wir handeln."

Damit die Mitarbeiter nicht an ihre Belastungsgrenzen stießen, brauche man "intelligente Lösungen": "Dann arbeitet ein 25-Jähriger eben länger und spart dies für das Alter. Es gibt keine einheitlichen Lösungen für alle Mitarbeiter", sagte Appel.

kaz/ddp
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,609125,00.html


Titel: Re:Wasser-Post
Beitrag von: Eivisskat am 02. März 2009, 10:29:16
Zitat
Viele Briefe gingen baden


Hamburg. Die Briefe dümpelten im trüben Wasser der Osterbek. Hunderte Sendungen schwammen in dem Kanal, wurden Sonnabend von der Feuerwehr rausgefischt. Offenbar wollte ein 18-jähriger Bote des Briefunternehmens TNT nicht arbeiten - und hatte die Briefe ins Wasser geworden.

Um 15.22 Uhr meldeten sich Passanten bei der Polizei: "Zwischen Flachsland und Lämmersieth schwimmen lauter Briefe in der Osterbek." Die Beamten riefen die Feuerwehr, die von einem Schlauchboot aus die Sendungen rausfischte. Es handelte sich um ungeöffnete Briefe, die das Unternehmen TNT zustellen sollte - darunter wichtige Geschäftspost, Anwaltsschreiben und Rechnungen. Die Adressaten kamen meist aus dem Postleitzahlenbereich 22307 in Barmbek.

Betroffen ist auch der Schlosser Karsten K. (48). Aus der Osterbek wurde ein für ihn wichtiger Brief der Agentur für Arbeit gefischt. "Nur weil irgendwelche Leute keinem Bock auf den Job haben, können sie doch nicht Briefe anderer Menschen einfach in den Kanal schmeißen", sagt der Arbeitslose, der am Mildestieg (Barmbek) wohnt. "Ich brauche dringend einen Job, will unbedingt arbeiten und niemals in ,Hartz IV' rutschen. Deswegen ist so ein Schreiben der Arbeitsagentur extrem wichtig für meine Zukunft."

Die Beamten der zuständigen Wache 32 haben die Kripo eingeschaltet. Gleichzeitig trockneten sie die Sendungen in einem Raum des Reviers. Die Ermittlungen ergaben, dass die Briefe von einem 18-jährigen Postzusteller stammen, der erst seit Kurzem bei TNT tätig ist. Polizeisprecherin Karina Sadowsky: "Er hat bei uns keinerlei Angaben gemacht, wie die Briefe in den Kanal gelangt sind." Vermutlich war der Briefbote einfach zu faul zum Austragen und hat die Sendungen "entsorgt".



Im vergangenen Jahr sorgte die Post immer wieder für Schlagzeilen, weil Kästen voller Briefe für Fremde zugänglich waren. Die Vernichtung von Briefen wie im aktuellen Fall hat es allerdings länger nicht gegeben.



[url]http://www.mopo.de/2009/20090302/hamburg/panorama/viele_briefe_gingen_baden.html[/url]



Titel: Re: [Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09. Juni 2009, 10:45:19
Die Briefzusteller bei der Deutschen Post sollen gezwungen werden, künftig durch Mehrarbeit für "Kosteneinsparungen" sorgen. Die Arbeit soll an Montagen von der Hälfte der derzeit beschäftigten Briefzusteller geschafft werden. Die höhere Belastung der verbleibenden Zusteller soll angeblich dadurch "erleichtert" werden, dass an Wochenenden die Zahl der Briefkasten-Leerungen reduziert wird, wodurch das Volumen der Postsendungen am Montag geringer ausfallen soll. Sollte der Plan durchgeführt werden, kämen auf Tausende Beschäftigte Entlassungen zu.


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 24. Juli 2009, 16:34:27
Zitat
Lüdtke: Auch Ludwigsauer revoltieren

Gegen die Schließung des Postangebots in Baumbach "revoltieren auch Bürger aus der Gemeinde Ludwigsau und Umgebung, denn sogar von dort kommen Bewohner, um ihre Einkäufe in unserem Edeka in Baumbach zu erledigen". Das hat Bürgermeister Georg Lüdtke in seinem Protest an die Post formuliert. Die Schließung des Postmoduls sei unvertretbar. Lüdtke hat die Post aufgefordert, ihr Vorhaben zu unterlassen.


Mit dem Verlust des Postmoduls hätte auch die Gemeindeverwaltung keinen Postdienstleister mehr vor Ort, um die Tagespost täglich in Umlauf zu bringen. Die Gemeinde wäre dann gezwungen, so unterstreicht Lüdtke , die Dienstleistungen eines privaten Postanbieters zu nutzen. Dies aber habe der Alheimer Gemeindevorstand bisher vehement abgelehnt - "im Hinblick auf die Erhaltung von Arbeitsplätzen bei der gelben Post."

Der Kunde ist König

Lüdtke: "Da der Kunde immer König ist, stellt sich die Frage, wie die Deutsche Post es vertreten kann., Kundenbedürfnisse außer Acht zu lassen."

http://www.hersfelder-zeitung.de/breakingnews/00_20090723183533_Luedtke_Auch_Ludwigsauer_revoltieren.html (http://www.hersfelder-zeitung.de/breakingnews/00_20090723183533_Luedtke_Auch_Ludwigsauer_revoltieren.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 27. Juli 2009, 13:03:37
Zitat
Hundertfacher Protest
Baumbacher wehren sich gegen Schließung des Post-Service im Edeka-Markt Peter


([url]http://www.hersfelder-zeitung.de/netcontentmedia/images/262788204_344_onlineBild.jpg[/url])
Unterschriften gegen die Post-Schließung in Baumbach:
von rechts Ingrid Heusner, Walter Fischer und Linda Peter,
die den Post-Service seit vielen Jahren betreibt und jetzt
die Kündigung erhielt. Foto: Schaake

Von Manfred Schaake

Baumbach. Der Widerstand gegen die Absicht der Post, den Service im Edeka-Markt Peter zum 30. November dieses Jahres zu schließen, formiert sich. Bis Samstagnachmittag lagen bereits über 400 Protest-Unterschriften vor.

"Das ist erstaunlich, damit hätte ich in der kurzen Zeit nicht gerechnet". Das sagte gestern Linda Peter, die Inhaberin des Edeka-Marktes in dem 810-Einwohner-Dorf. Die Protest-Aktion hatte - wie berichtet - am Donnerstag begonnen. Bürgermeister Georg Lüdtke hat bei der Post "auf das Schärfste" gegen die Ankündigung protestiert.

Der Post-Service in dem Geschäft rechne sich nicht. Damit habe, wie Linda Peter sagt, die Post ihren Schritt begründet. Das aber können die Menschen nicht verstehen.

"Auf dem Land wird die Lebensqualität immer weniger."

Linda Peter

Linda Peter: "Auf dem Land wird das Angebot immer weniger. Banken und Post ziehen sich zurück, warum sollen denn die Menschen dann noch aufs Dorf ziehen?"

In den ländlichen Regionen "wird die Lebensqualität immer weniger", beklagt dieBaumbacher Geschäftsfrau: "Und da müssen wir uns doch nicht wundern, wenn immer mehr Menschen in die Stadt oder an den Stadtrand ziehen". BERICHT LINKS


http://www.hersfelder-zeitung.de/rostart/00_20090726180722_Hundertfacher_Protest.html (http://www.hersfelder-zeitung.de/rostart/00_20090726180722_Hundertfacher_Protest.html)


Titel: Re: Deutsche Post will bis 2011 alle eigenen Filialen schließen
Beitrag von: Eivisskat am 15. August 2009, 09:48:57
Zitat
Die Deutsche Post will weiter sparen und daher bis Ende 2011 alle noch selbst betriebenen 475 Filialen aufgeben. Die Dienste sollten künftig von Partnern wie Einzelhändlern übernommen werden, sagte ein Post-Sprecher dem "Hamburger Abendblatt". Die Post spare damit "hohe Miet- und Personalkosten". Die Partner profitierten ebenfalls, weil sie für die geleisteten Postdienste vergütet würden und zudem neue Kunden für ihre eigenen Geschäfte erhielten.

Dem Bericht zufolge gibt es bundesweit derzeit 14.000 Standorte, an denen Postdienste verkauft werden. 850 dieser Standorte sind Postbank-Finanzcenter, die von der Postbank betrieben werden. Da die Postbank in diesem Jahr inklusive Filialnetz zum Teil an die Deutsche Bank verkauft wurde, befinden sich diese Filialen künftig nicht mehr in der Hand der Post. Die übrigen mehr als 12.000 Standorte werden bereits von "fremden" Partnern geführt.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisierte dem "Hamburger Abendblatt" zufolge die Pläne der Post. Mit dem Schritt gebe der Konzern praktisch sein eigenes Vertriebsnetz auf, zitiert das Blatt einen Gewerkschaftsfunktionär.


[url]http://de.news.yahoo.com/2/20090815/tts-deutsche-post-will-bis-2011-alle-eig-c1b2fc3.html[/url] ([url]http://de.news.yahoo.com/2/20090815/tts-deutsche-post-will-bis-2011-alle-eig-c1b2fc3.html[/url])






Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Strombolli am 16. August 2009, 09:43:20
Bei uns auf'm Dorf "darf" jetzt die Briefzustellerin auch Einschreiben und Pakete entgegennehmen. - Ja, die Post-Gebäude werden verkauft oder vermietet, dusselige Selbstständige gesucht, die dann als Unternehmer die Post-Aufgaben als Franchise oder ähnlichen, vergleichbaren Konstruktionen weiterführen. Unter strenger Kontrolle und Gängelung der "Hauptpost" dann der Regelinsolvenz oder dem erbitterten Rechtstreit mit der Post entgegen.

Was für eine kranke Welt!

Ich werde mal eine Geschichte schreiben. Wie die Post in meiner Kindheit funktioniert hat. Als noch die Dienstleistung im Mittelpunkt stand und nicht das Wegdrücken von Verantwortung und Kosten auf andere und die Konzentration der Profite auf einige wenige Obergurus, die noch nie einen Brief augetragen oder abgestempelt haben.

Immer mehr bin ich der Meinung, dass sich unsere Gesellschaft scheinbar unumkehrbar in eine Richtung entwickelt, die nicht richtig ist. Und ich kann nichts weiter dagegen tun, als in allen meinen Lebensbereichen dagegen Stimmung zu machen und eben das symbolische Kreuz am Wahltag.


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Ziggy am 16. August 2009, 10:05:25
Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, dieses Buch zu lesen:

(http://www.luebbe.de/kunden/luebbe/vgl/produkte.nsf/0/921C6DCFCFC74EDBC12572290069E825/$file/9783785722824.jpg) (http://www.luebbe.de/kunden/luebbe/vgl/www.nsf/htmls/Buchseite?Open&ds2=Buecher-Einzeldokument&dc=2&external=d!C1256E550034A541,i!921C6DCFCFC74EDBC12572290069E825)

Hat mir in vielen Dingen die Augen geöffnet und mich oft sprachlos gemacht. Ein MUSTHAVE.


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Strombolli am 16. August 2009, 10:13:45
Danke für den Tipp. - Wurde aber noch gar nicht in den Buchsendugen  besprochen?  ;)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Ziggy am 16. August 2009, 10:24:51
Ich bin hier im Forum vor längerer Zeit mal drauf aufmerksam geworden, weiß nicht mehr genau, wo und wie. Jedenfalls hab ich's gleich gekauft.

In den Mainstream-Medien wird so ein Buch nicht gerade beworben, ist klar. DIE sind ja auch Thema in dem Buch ...


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Eivisskat am 18. August 2009, 12:38:21
Zitat
Montags keine Briefe: Post schränkt Leistungen ein

Berlin (dpa) - Die Deutsche Post hat nach Vorwürfen von Kundenvertretern eingeräumt, über die Sommermonate die Leistungen eingeschränkt zu haben. Es gehe darum, die Produktionskapazität dem Briefaufkommen anzupassen, sagte Sprecherin Barbara Scheil der «Berliner Zeitung».

Dieses sinke im Juli und August auf etwa 80 Prozent des Jahresniveaus. Das Unternehmen habe deshalb eine Reihe von Leistungseinschränkungen getroffen. Das PostKundenForum kritisierte, dass Kunden deswegen immer öfter montags vergeblich auf Post warteten. Die Zahl der Beschwerden steige.

Die Post-Sprecherin sagte, dass überregionale Sendungen, die am Wochenende aufgegeben wurden, nicht wie üblich am Sonntag sortiert würden, sondern erst montags. Die Zustellung folge dann erst am Dienstag. Nur regionale Sendungen würden noch am Sonntag bearbeitet. In 15 Briefzentren bundesweit falle zudem montags eine Schicht aus. Weiter habe die Post in den Monaten Juli und August Zustellbezirke zusammengelegt, wo dies möglich sei, sagte Scheil. Das heißt, dass Postboten möglicherweise längere Distanzen zurücklegen müssen, bis sie alle Briefe zugestellt haben.


[url]http://de.news.yahoo.com/26/20090818/tbs-montags-keine-briefe-post-schrnkt-le-4a5c44e.html[/url] ([url]http://de.news.yahoo.com/26/20090818/tbs-montags-keine-briefe-post-schrnkt-le-4a5c44e.html[/url])



Ein wichtiger & sinnvoller Dienst für uns Alle, der über Jahrhunderte sorgfältig mit unserem Geld und unserer Nutzung aufgebaut wurde, für viele Menschen absolut unabdingbar ist, wird einfach immer mehr eingeschränkt/bald komplett abgeschafft und alle gucken zu, ich fasse es nicht! ?(


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Ziggy am 18. August 2009, 15:58:20
Der Staat ist pleite und verramscht das Tafelsilber. Immer weniger (Steuer-)Einnahmen, die Kommunen verrecken, und so wird alles noch verbliebene Wertvolle aus der Hand gegeben, Post, Bahn, Müllabfuhr, Energieversorgung, Wasser, Bildung, Erziehung, Justiz(vollzug) ...

Der Knall hat längst stattgefunden, nur haben ihn die meisten noch nicht gehört.


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Strombolli am 18. August 2009, 17:45:56
Deshalb hat Westerwelle & Co. ja schon das brennende Zünholz in der Hand, den nächsten krachen zu lassen!
Es ist an uns es ihm am Wahltag aus der Hand zu schlagen.


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19. August 2009, 17:53:37
Die Deutsche Post AG hat einen neuen Trick zur Steigerung ihrer Profite präsentiert: In den Sommermonaten, in denen das durchschnittliche Briefaufkommen auf 80 Prozent der sonst üblichen Menge sinkt, wird einfach seltener verteilt und zugestellt. Dies hat das Unternehmen am Dienstag eingeräumt, nachdem sich die Beschwerden gehäuft hatten. Auch sonst ist der privatisierte Konzern nicht zimperlich: Um die Personalkosten zu reduzieren, sollen die rund 190000 Beschäftigten länger arbeiten und weniger verdienen.

http://www.jungewelt.de/2009/08-19/060.php (http://www.jungewelt.de/2009/08-19/060.php)


Titel: Es kann nicht wahr sein...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 26. November 2009, 18:36:01
Zitat
Post wendet Weihnachtsstreik ab

Den Deutschen bleibt in der Vorweihnachtszeit ein Streik bei der Post erspart. Dies ist das entscheidende Ergebnis der Tarif-Einigung zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und dem Post-Vorstand. "Wir sind schon sehr zufrieden mit dem Ergebnis", verkündete die erst vor zwei Jahren ins Amt gekommene Verdi-Vize-Chefin Andrea Koczik. Aber auch Frank Appel, seit Frühjahr 2008 Vorstandsvorsitzender der Post, fiel gestern ein Stein vom Herzen: "Nächstes Jahr sparen wir 140 Millionen Euro, übernächstes Jahr 230 Millionen Euro. Damit haben wir einen Etappensieg für stabile Erträge geschafft."

http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/Post-wendet-Weihnachtsstreik-ab/56968 (http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/Post-wendet-Weihnachtsstreik-ab/56968)

Die Gewerkschaft ein ein gewaltiges Druckmittel in der Hand um etwas für ihre Mitglieder zu erreichen und streicht die Segel ohne nur den geringsten Versuch gemacht zu haben zu kämpfen.

Die Gegenseite jubelt: "Nächstes Jahr klauen wir der Belegschaft 140 Millionen Euro, übernächstes Jahr 230 Millionen Euro."

Glückwunsch!


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Workless am 27. November 2009, 00:04:01
Kann man echt nur noch den Kopf schütteln.


Titel: Einschätzung der Tarifauseinandersetzung 2009 bei der Deutschen Post DHL
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 08. Januar 2010, 15:30:41
„Die Verhandlungen mit der Post über diverse strittige Punkte haben für die Beschäftigten viele positive Ergebnisse gebracht. So konnte der Vorstand sein Vorhaben, den Einfluss von ver.di auf die Löhne, die Wochenarbeitszeit wie die betriebliche Arbeitszeitgestaltung einzuschränken, nicht durchsetzen. Die bestehenden Tarifverträge sind nicht zugunsten betrieblicher Regelungen geöffnet worden und die neu verhandelten Verträge enthalten keine schwammigen Regelungen, die es erlauben, von den Grundsätzen abweichende Vereinbarungen auf betrieblicher Ebene zu treffen. Die Stellung von ver.di gegenüber dem Unternehmen als zentraler Tarifpartner blieb nicht nur erhalten, sie konnte in einigen Punkten (REVAS-Zeiten, weitgehende Wiedereinbeziehung der Lohngruppen 8 und 9 in die Regelungen des Rationalisierungsschutzes, Ausschluss betriebsbedingter Änderungskündigungen) sogar noch erweitert werden. Ferner gelang es ver.di, die Fremdvergabe von Leistungen, die bisher von den Beschäftigten der Post erbracht wurden, weitgehend zu verhindern. Auch ist die Überleitung des gesamten Unternehmens in die eigene Firma First Mail erst einmal vom Tisch. Der im Mai 2008 geschlossene Beschäftigungspakt wurde um ein halbes Jahr verlängert. Damit werden betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2011 nicht ausgesprochen werden können, allerdings wird auch die Erhöhung der ter-Zeiten um ein halbes Jahr verschoben...“
http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/tw/sonstige/einschaetzung_tarif09.pdf (http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/tw/sonstige/einschaetzung_tarif09.pdf)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Pinnswin am 14. März 2010, 02:00:18
Briefmarkt
Volksbanken wollen Postschalter eröffnen

http://www.onetoone.de/Volksbanken-wollen-Postschalter-eroeffnen-17579.html (http://www.onetoone.de/Volksbanken-wollen-Postschalter-eroeffnen-17579.html)

Zitat
Die Idee klingt verlockend: Ab April wollen die Volks- und Raiffeisenbanken möglichst flächendeckend Postdienstleistungen anbieten. Die Kunden sollen ihre Briefe, Postkarten und Päckchen auch in der Bankfiliale aufgeben können. Ob sich damit aber tatsächlich Geld verdienen lässt, ist äußerst fraglich.

Hintergrund: Die Deutsche Post schließt bis Ende 2011 alle selbst betriebenen Filialen. In diese vermeintliche Service-Lücke wollen nun die Volks- und Raiffeisenbanken stoßen.  ...


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 25. März 2010, 13:09:16
Zitat
Gute Karten für die Post, mehr als eine Milliarde Euro zu behalten

Luxemburg. (dpa) Die Deutsche Post AG hat gute Chancen, eine staatliche Zahlung von mehr als einer Milliarde Euro endgültig behalten zu dürfen. Ein hoher Gutachter des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) empfahl am Mittwoch in Luxemburg, den Einspruch der EU-Kommission gegen ein erstinstanzliches Urteil vom Juli 2008 zurückzuweisen.

Damals hatten die Luxemburger EU-Richter eine Entscheidung der Kommission gekippt, wonach der frühere Monopolist 572 Millionen Euro unerlaubte Beihilfen zurückerstatten musste. Die EU-Wettbewerbshüter hatten der Post vorgeworfen, in den 90er Jahren im Paketdienst Dumpingpreise genommen zu haben.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10002&detailid=716739 (http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10002&detailid=716739)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: postzora am 26. März 2010, 14:09:43
(http://d2.stern.de/bilder/stern_5/wirtschaft/2010/KW12/dax_vorstaende/dax_vorstaende_04_maxsize_735_490.jpg)
Mit 2.987.200 Euro hat Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post, sein Gehalt im Vergleich zum Vorjahr ordentlich aufgepäppelt. Im Krisenjahr 2008 musste sich der Post-Vorstand noch mit dem Fixgehalt abfinden, Erfolgsprämien gab es keine

http://www.stern.de/wirtschaft/news/gehalts-ranking-millionen-fuer-die-dax-chefs-1550437-a5c2d7c966739b0d.html (http://www.stern.de/wirtschaft/news/gehalts-ranking-millionen-fuer-die-dax-chefs-1550437-a5c2d7c966739b0d.html)


Titel: Für'n Arsch!
Beitrag von: postzora am 29. März 2010, 19:27:57
(http://api.ning.com/files/4eD*8pqGy9oL-BWJRf*0AqByK94t0lZ8k-av12Z0JPeV7**LSONSSK2RawjNBNlhVtr2DR6U5B0DDOI2iTV1fmsElnqcAeX9/post1_HA_Wirtschaft_157102e.jpg?width=260&height=173)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 13. April 2010, 13:36:18
Zitat
Liegengebliebene Briefe kommen am Dienstag

Haushalte und Unternehmen der Region warteten am Montag vergeblich auf Post. Grund war eine zentrale Betriebsversammlung in Alsfeld. Liegengebliebene Briefe sollen am Dienstag ihre Adressaten erreichen.


Das Zustellzentrum am Montag in Schlüchtern: Viele gelbe Wagen, aber keine Fahrer. Dann kommt doch noch einer vorbei. Er will sich zu den Ausfällen nicht äußern, sagt aber: „Sie sehen ja, dass der Parkplatz voll mit Autos ist.“ Die meisten seiner Kollegen sind zu der zentralen Betriebsversammlung gefahren. Er selbst zieht die Arbeit vor. „Ich mache meine Tour.“ Die Kollegen hätten dann am Dienstag entsprechend mehr auszufahren.

Nach Informationen der Post-Pressestelle in Frankfurt nahmen etwa ein Drittel aller Mitarbeiter der Briefverteilzentren Kassel und Fulda an der zentralen Betriebsversammlung der Dienstleistungsgewerkschaft verdi teil. Zwei Drittel seien ihrer Arbeit ganz normal nachgegangen, erklärte Sprecher Alexander Böhm. Verdi sprach von annähernd 1000 Beschäftigten. Teilweise seien die Auslieferungen von den arbeitenden Kollegen auch mit übernommen worden.

Kaum Beeinträchtigungen bei Paketzustellung

Die Ausfälle betrafen Städte und Gemeinden mit 34er- und 36er-Postleitzahlen. „Die Auswirkungen der Versammlung dürften sich aber in Grenzen gehalten haben“, sagte Böhm. Normalerweise liefere die Post 95 bis 96 Prozent der Briefe täglich aus, 80 Prozent schreibe der Gesetzgeber vor. „Es kann gut sein, dass die 80 Prozent auch trotzdem erreicht worden sind.“ Der Rest werde am Dienstag kommen. Wie viele Briefe am Montag genau liegen blieben, konnte der Pressesprecher aber nicht sagen.

Kaum bis gar keine Beeinträchtigungen gebe es bei der Paketzustellung. „Da gibt es normalerweise keine Verzögerung, weil erfahrungsgemäß eher die Briefzusteller kommen und auch weniger Pakete geliefert werden“, erklärt Böhm. Postbankcenter und partnerbetriebene Filialen wie die im Schlüchterner Kaufhaus Langer hatten geöffnet.

Laut Betriebsverfassungsgesetz haben die Angestellten einmal im Quartal das Recht zur Einberufung solcher Betriebsversammlungen. In Alsfeld stand unter anderem die Arbeitszeiterfassung der Zusteller auf der Tagesordnung. Zwischen Betriebsrat und Unternehmen hatte es darüber Unstimmigkeiten gegeben.

http://www.fuldaerzeitung.de/newsroom/kinzigtal/Kinzigtal-Liegengebliebene-Briefe-kommen-am-Dienstag;art40,269889 (http://www.fuldaerzeitung.de/newsroom/kinzigtal/Kinzigtal-Liegengebliebene-Briefe-kommen-am-Dienstag;art40,269889)




Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12. Mai 2010, 22:28:30
Zitat
Deutsche Post überrascht mit hohem Gewinn
(...)
Tausende von Stellen fielen weg - davon profitiert die Post nun. Der Quartalsgewinn wuchs schneller als der Umsatz: Während die Erlöse von Januar bis März um vier Prozent auf zwölf Milliarden Euro zulegten, schnellte der operative Ertrag (Ebit) vor Einmaleffekten um mehr als 80 Prozent auf 556 Millionen Euro nach oben. Der Überschuss verdoppelte sich beinahe auf 1,75 Milliarden Euro.
http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE64A0DD20100511 (http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE64A0DD20100511)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 20. Mai 2010, 10:31:37
Post gibt mehr Filialen ab

Düsseldorf - Die Deutsche Post könnte schon bald den Großteil ihrer letzten in Eigenregie betriebenen Filialen an das ehemalige Tochterunternehmen Postbank abgeben. Die beiden Bonner Konzerne stünden in Verhandlungen über die Zukunft von 270 Filialen, sagte ein Post-Sprecher am Dienstag. Ein Sprecher des Geldhauses bestätigte Gespräche, betonte aber gleichzeitig, es seien noch einige Hürden aus dem Weg zu räumen.

Die Post will sich von den verbliebenen 350 Filialen trennen, die sie noch in Eigenregie führt. Zahlreiche Niederlassungen waren bereits von Einzelhändlern übernommen worden. Die Postbank wiederum könnte mit einer Übernahme der Zweigstellen ihr Filialnetz ausweiten.

Reuters

http://www.sueddeutsche.de/I5r38Q/3357470/Post-gibt-mehr-Filialen-ab.html (http://www.sueddeutsche.de/I5r38Q/3357470/Post-gibt-mehr-Filialen-ab.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 12. Juni 2010, 12:24:10
Post vor radikalem Umbau

Düsseldorf. Die Deutsche Post bereitet nach einem Zeitungsbericht das größte Sparprogramm in der Geschichte ihrer Briefsparte vor. Wie die "WirtschaftsWoche" unter Berufung auf Konzernkreisen berichtet, will das Unternehmen innerhalb eines Jahres eine Milliarde Euro einsparen.

Das sei rund das Fünffache des bisher veranschlagten Betrags in Höhe von 180 Millionen Euro. Das Projekt mit dem Namen "One" solle noch im Spätsommer starten und sei kürzlich vor rund 50 Führungskräften vorgestellt worden.

Größere Einnahmen erhoffe sich Post-Vorstand Jürgen Gerdes durch den Verkauf der 350 Postfilialen, die der Konzern noch in Eigenregie betreibe. Die ehemalige Konzerntochter Postbank habe an 277 Filialen Interesse angemeldet. Sie könnte mehr als 100 Millionen Euro zahlen und auch Mitarbeiter übernehmen.

Zudem erwäge die Post, in ausgewählten Bezirken Pakete und Briefe gemeinsam zustellen zu lassen, wie in Teilen Hamburgs bereits praktiziert. Langfristig stehe auch das Netz der 82 Brief- und 33 Paketzentren auf dem Prüfstand, berichtet die "WirtschaftsWoche". Auch bei der Zustellung könnte gespart werden. (dpa)

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2744461_Medienbericht-Post-vor-radikalem-Umbau.html (http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2744461_Medienbericht-Post-vor-radikalem-Umbau.html)



Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 17. Juni 2010, 20:02:07
Zitat
Post schnürt Sparpaket für Briefsparte
Die Konkurrenz der E-Mails nagt an der wichtigsten Sparte der Post. Jetzt will das Management das Briefgeschäft mit "harten Einschnitten" wetterfest machen. Das treibt die Post-Aktie in die Höhe.
von Leo Klimm  Hamburg


Die Deutsche Post  bereitet ein umfangreiches Sparprogramm für ihre Briefsparte vor. Briefvorstand Jürgen Gerdes  erwarte von seinen Führungskräften bis zum Spätsommer Vorschläge, um den Ergebnisrückgang im Kerngeschäft mit Briefen zu bremsen, hieß es im Konzern.
Ziel des Programms mit dem Namen One sei, dem Geschäftsfeld langfristig ein operatives Ergebnis von 1 Mrd. Euro zu sichern. "Es wird harte Einschnitte geben, um das zu schaffen", sagte ein Post-Manager.

Post-Aktie legt deutlich zu
Post-Aktien reagierten in einem positiven Marktumfeld am Montagvormittag mit Gewinnen auf die Nachricht. Die Papiere stiegen zuletzt um knapp 1,8 Prozent und damit stärker als der Dax, der um 0,8 Prozent stieg.
Den Angaben zufolge sollen die Kosten um mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr sinken. Anders als in Berichten vom Wochenende verbreitet, habe Gerdes aber nicht verlangt, binnen eines Jahres 1 Mrd. Euro einzusparen. Ein Post-Sprecher lehnte einen Kommentar ab. Er verwies nur darauf, dass die Sparte angesichts sinkender Briefmengen ständig die Kosten drücken müsse.

Im letzten, zur Jahreswende abgeschlossenen Sparprogramm hatte die Briefsparte die Kosten um 180 Mio. Euro reduziert. Die neue Sparrunde soll nun helfen, einen Mindestertrag aus dem Stammgeschäft zu bewahren. Erzielte das Briefgeschäft vor wenigen Jahren noch einen Gewinn von 2 Mrd. Euro, waren es 2009 bloß 1,4 Mrd. Euro.
Für 2010 rechnet der Konzern sogar nur mit 1 bis 1,2 Mrd. Euro, weil neben der abnehmenden Briefmenge auch die neue Umsatzsteuerpflicht auf Geschäftsbriefe den Gewinn schmälert. Das geplante Programm könnte zu heftigen Konflikten mit der Gewerkschaft Verdi führen, da das größte Sparpotenzial beim Personal für das Zustellnetz liegt. Ein Versuch, diese Kosten zu senken, scheiterte 2009 am Widerstand von Verdi.

Wahrscheinlich ist, dass der Konzern einige seiner 84 Briefzentren schließt. Die Sortierzentren in Suhl, Bautzen und Starnberg stehen zurzeit bereits still und nehmen den Betrieb erst nach den schwachen Sommermonaten wieder auf. Dies gilt als Test für die spätere Ausdünnung des Netzes. Zudem setzt sich die Post bei der Regierung dafür ein, Briefe mittelfristig nur noch an fünf Wochentagen zustellen zu müssen.

Ab 2011 sollen außerdem die Briefpreise steigen. Überlegungen dazu stuft der Konzern jedoch als theoretisch ein. Die Bilanz aufbessern soll auch der lang geplante Verkauf der 350 noch in Eigenregie betriebenen Post-Filialen.
http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/:einschnitte-im-kerngeschaeft-post-schnuert-sparpaket-fuer-briefsparte/50127329.html (http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/:einschnitte-im-kerngeschaeft-post-schnuert-sparpaket-fuer-briefsparte/50127329.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 23. Juni 2010, 20:34:26
Zitat
Kurierdienste gebremst
Paketzusteller wollen 2014 Vorkrisenniveau erreichen. Ver.di sieht »Normalisierung«. Doch normal sind in der Branche vor allem prekäre Arbeitsbedingungen

Von Jörn Boewe
 

Die privaten Kurier-, Expreß- und Paketdienste in Deutschland haben im Krisenjahr 2009 Umsatzeinbrüche verzeichnet, die die bisherige Expansion der Branche auf Jahre hinaus bremsen werden. Wie der Branchenverband BIEK am Mittwoch in Berlin mitteilte, wurden im vergangenen Jahr 2,18 Milliarden Sendungen über die Mitgliedsunternehmen verschickt, das waren 2,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Deutlich stärker gingen die Erlöse um 4,2 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro zurück. Für das laufende Jahr erwartet der Verband 13,8 Milliarden.

Wie die Studie zeigt, sanken nicht nur die Anzahl der Sendungen und die Gesamtumsätze, sondern auch die Erlöse je Einzelsendung. Wurde 2007 noch ein durchschnittlicher Umsatz von 6,22 Euro je Sendung erzielt, waren es 2009 laut Studie nur noch 6,10 Euro – größtenteils offenbar dadurch bedingt, daß Kunden anstatt teurer Overnight- und Expreßzustellung verstärkt den billigeren Standardversand nutzten.

Das Vorkrisenniveau wird nach den Erwartungen der Unternehmen frühestens 2014 wieder in Sicht kommen. Zumindest beim Sendungsaufkommen werde bis dahin »der alte Wachstumspfad« wieder erreicht sein, versicherte Verbandspräsident Gunnar Uldall den Journalisten unter Berufung auf die gestern vorgestellte Marktstudie. Allerdings »dürften die hohen Zuwächse der Vor-Krisen-Jahre zunächst kaum zu erreichen sein«, räumte er ein.

Im 1982 gegründeten Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) sind Unternehmen wie DPD, FedEx, UPS, Hermes und TNT Express organisiert – nicht aber private Briefzusteller. Insgesamt beschäftigt die Branche nach Verbandsangaben derzeit bundesweit rund 179000 Personen, davon etwa 65000 bei den BIEK-Mitgliedsunternehmen.

Bei allen Unterschieden von Firma zu Firma ist die Branche generell für eine extrem zersplitterte Tariflandschaft, einen hohen Anteil an prekären Arbeitsverhältnissen und einen eher rabiaten Umgang mit den Beschäftigten bekannt. So verlangte der Arbeitgeberverband Verkehr, Spedition und Logistik (AVSL) Baden-Württemberg, dem u.a. UPS und DPD angehören, noch in der letzten Tarifauseinandersetzung während der Hochkonjunktur im Sommer 2008 Absenkungen der Einstiegslöhne und unentgeltliche Arbeitszeitverlängerungen.

Bei der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sieht man die Lage der Branche momentan aber eher gelassen: Nachdem in der Krise »Tausende Arbeitsplätze verlorengegangen« seien, so Pressesprecherin Cornelia Haß, konstatiere man nun »eine gewisse Normalisierung«.

Was in der Branche »normal« ist, kann man im »Projekt Galeere« nachlesen, einem Internetforum von UPS-Mitarbeitern, die sich bei [url=http://www.netzwerkit.de]www.netzwerkit.de[/url] ([url]http://www.netzwerkit.de[/url]) organisiert haben. Dort wird z.B. berichtet, wie UPS in Stuttgart 44 Mitarbeitern per Änderungskündigung die Wochenarbeitszeit von 34 auf 17 Stunden »herunterschrauben« wolle. Begründet werden die Kündigungen dem Bericht zufolge »mit angeblich erhöhten Fehlzeiten durch Krankheit«. Nehmen die Mitarbeiter das »Angebot« der Firma nicht an, heißt es weiter, »folgt eine fristgemäße Kündigung«. Für einige der Betroffenen würde die Änderung wegen wegfallender Nachtzuschläge den Verlust »von über sechzig Prozent ihres Einkommens bedeuten«, heißt es dort. Kündigungen kurz vor Ablauf der Probezeit oder Entlassungen nach zwei Jahren Befristung seien bei UPS an der Tagesordnung. »Es geht darum, daß UPS die Leute zu Krüppeln macht und dann wieder rausschmeißt«, wird der zuständige ver.di-Sekretär Engelbert Reck zitiert.
http://www.jungewelt.de/2010/06-24/046.php (http://www.jungewelt.de/2010/06-24/046.php)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 29. Juni 2010, 17:59:15
Zitat
Post denkt über höheres Briefporto nach

   BERLIN (Dow Jones)--Die Deutsche Post AG wirbt bei den Angestellten ihrer Briefsparte um Verständnis für den Sparkurs des Konzerns. Zur Kompensierung sinkender Einnahmen will Vorstandsvorsitzender Frank Appel die Politik von der Notwendigkeit einer Erhöhung des Briefportos für Privatkunden überzeugen.

   Die Politik müsse sich fragen, ob die anstehende Neuregelung der Portokosten im Jahr 2012 nicht "flexibler und an den tatsächlichen Marktgegebenheiten ausgerichtet sein sollte", sagte Appel der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe).

   Bislang darf das Porto nur bei starker Inflation erhöht werden. Die Post hat das Porto für einen Standardbrief seit 13 Jahren nicht angehoben, zuletzt sank es 2003 auf 55 Cent. Finanzvorstand Lawrence Rosen hatte bereits im Mai angekündigt, die Post wolle zumindest einen jährlichen Ausgleich der Inflation bei den Briefpreisen durchsetzen.

   Appel sagte, die bisherige Regulierung habe gepasst zu einer Zeit mit steigenden Briefvolumina, wie ihn die Nachrichtenagentur ddp aus der Zeitung zitiert. Dies sei heute nicht mehr der Fall: "Heute wirft der Briefträger statt zwei nur noch einen Brief ein. Das kostet uns Geld", sagte der Post-Chef.

   Die gesetzlich vorgeschriebene Sechs-Tage-Zustellung habe aus Appels Sicht für die Kunden nur einen geringen Nutzen, schreibt die Zeitung weiter. "Was am Freitag im Briefkasten ist, haben wir samstags längst zugestellt und Firmen liefern am Wochenende keine Post ein", zitiert das Blatt den Post-Chef. Deswegen blieben die Briefkästen montags meistens leer. Trotzdem gebe es derzeit keine Pläne, nur noch an fünf Tagen zuzustellen, sagte Appel.

   Als "interessant" bezeichnete er ein Modell, das in Dänemark ausprobiert wird. Werbe- und Infopost hält die Post dort so lange zurück, bis ein normal bezahlter Brief zuzustellen ist. Dann erst kommt der Postbote.

   Um die 143.000 Mitarbeiter der Briefsparte auf Einsparungen vorzubereiten, reist der zuständige Post-Vorstand Jürgen Gerdes gegenwärtig durch die Republik. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" meldet, bittet er in elf Veranstaltungen zwischen Hamburg und Unterschleißheim "ausdrücklich um Unterstützung" jedes Einzelnen.

   "Unsere Herausforderungen sind enorm und wir müssen auf die Kostenbremse treten. Aber wir haben eine Wachstumsstrategie mit Riesenchancen", zitiert das Magazin Gerdes. Dem Bericht zufolge soll ein Post-Sparpaket, an dem gerade gearbeitet werde, den Vorsteuergewinn dauerhaft über 1 Mrd EUR halten.
Webseite: [url=http://www.berliner-zeitung.de]www.berliner-zeitung.de[/url] ([url]http://www.berliner-zeitung.de[/url]) DJG/ddp/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite [url]http://www.dowjones.de[/url] ([url]http://www.dowjones.de[/url]) (END) Dow Jones Newswires

   June 28, 2010 01:17 ET (05:17 GMT)
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Post-denkt-ueber-hoeheres-Briefporto-nach-Presse-817451 (http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Post-denkt-ueber-hoeheres-Briefporto-nach-Presse-817451)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Strombolli am 29. Juni 2010, 18:13:49
Die Herausforderungen sind enorm: (Zitat) "Als "interessant" bezeichnete er ein Modell, das in Dänemark ausprobiert wird. Werbe- und Infopost hält die Post dort so lange zurück, bis ein normal bezahlter Brief zuzustellen ist. Dann erst kommt der Postbote."

Wie wäre es denn, solange zu warten bis für den Empfänger 5 Briefe zusammen sind? Steigerung: Eine Hausquote. Erst wenn ein Haus insgesamt 20% der in dem Haus lebenden Menschen Anzahl Briefe bekommt, wird an diesem Haus gehalten.

Die spinnen doch, die .... Postoberen.

-----------

Wieso 3 oder mehr Zusteller in einem Gebiet herumrauschen müssen, lässt sich nur mit kranken neoliberalen Marktansichten erklären.
Früher mit Fahrrad heute mi Auto. Bloß die doofen Kleinzusteller nutzen ihr eigenes Gefährt. Zu Lasten ihren schon beschissenen Lohns.
Nee, diese Gesellschaft ist falsch organisiert. Ich bleibe dabei und bekämpfe sie!


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 11. Juli 2010, 13:25:34
Höhere Gebühren für Privatkunden und Gebührensenkung für die Wirtschaft:

Zitat
Post bevorzugt Großkunden bei Briefporto

Während die Post das Briefporto für Haushalte erhöhen will, hat der Logistikriese die Gebühren für Gewerbekunden gesenkt. Ein erheb licher Teil der Großversender kann seit dem 1. Juli deutlich höhere Rabatte in Anspruch nehmen, die bis zu 16 Prozent der bisherigen Kosten ausmachen. Der Standardbrief kostet für sie im günstigsten Fall nur noch 34 Cent, während Normalkunden 55 Cent zahlen müssen. Nach Ansicht von Wettbewerbern hat das Vorgehen des Postriesen ein einziges Ziel: Im hart umkämpften Geschäfts kunden markt soll die Konkurrenz mit Dumping-Preisen verdrängt werden. Die Zeche dafür zahlen die Privat kunden, die meist über keine Alter native zur klassischen Post verfügen. Bei der zuständigen Bundesnetz agentur haben die Wettbewerber deshalb bereits entsprechende Beschwerden eingereicht.
http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,705721,00.html (http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,705721,00.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 13. Juli 2010, 18:58:55
Zitat
Deutsche Post will in Lateinamerika expandieren

Die Deutsche Post will in Lateinamerika expandieren. Dies sei eine der drei Regionen weltweit, in denen die Post am stärksten wachsen wolle, sagte Vorstandschef Frank Appelt dem "Handelsblatt" (HB/Montagausgabe). Besonders der zunehmende Außenhandel der Region locke.


Die Deutsche Post will in Lateinamerika expandieren. Dies sei eine der drei Regionen weltweit, in denen die Post am stärksten wachsen wolle, sagte Vorstandschef Frank Appelt dem "Handelsblatt" (HB/Montagausgabe). Besonders der zunehmende Außenhandel der Region locke. Neben dem Absatz zwischen Lateinamerika und Asien werde der Güteraustausch innerhalb Asiens und über das Drehkreuz Afrika-Nahost-Asien am stärksten zunehmen.

Attraktiv sei für die Deutsche Post auch der Ausbau ihrer Position als Anbieter im lokalen Logistikgeschäft in lateinamerikanischen Ländern. Über entsprechende Investitionen werde der Konzern aber derzeit noch nicht entscheiden, sagte Appel. Die abwartende Haltung begründete er mit der Konkurrenzsituation: "Die Märkte stehen unter einem hohen Wettbewerbsdruck."
http://www.handelsblatt.com/newsticker/unternehmen/deutsche-post-will-in-lateinamerika-expandieren;2616843 (http://www.handelsblatt.com/newsticker/unternehmen/deutsche-post-will-in-lateinamerika-expandieren;2616843)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 11. Oktober 2010, 14:30:07
Was man beim Personal einspart, kann man ja den Aktionären ausschütten:

Zitat
Deutsche Post

Logistik Durch Akquisitionen und Investitionen in das bestehende Geschäft hat sich die Deutsche-Post-Gruppe von einem Briefunternehmen in einen globalen Logistikkonzern gewandelt. Die jahrelange, umfangreiche Restrukturierung dürfte mittlerweile weitgehend abgeschlossen sein. Das inzwischen klar ausgerichtete Geschäftsportfolio, die strikte Kostenkontrolle sowie die sich weiter verbessernden Trends in der Logistikindustrie dürften zu einem anhaltend positiven Gewinn beitragen. Die Aktie deutsche Post hat eine Dividendenrendite von über sechs Prozent und ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von neun nicht teuer bewertet. (Xetra, 01.10.: 13,21 Euro)
http://nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/deutsche-post-1.102019 (http://nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/deutsche-post-1.102019)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 10. Mai 2011, 19:24:36
Und das Ausschütten von Geldern fällt noch leichter, wenn man sich Kohle vom Staat holt...

Zitat
Subventionen:
EU weitet Ermittlungen gegen die Post aus

Die Wettbewerbshüter der EU weiten ihre Ermittlungen gegen die Deutsche Post aus. Gegenstand sind nun auch jene Staatsbeihilfen, die zur Deckung von Pensionsansprüchen ehemaliger und heutiger Beamter dienen.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/eu-weitet-ermittlungen-gegen-die-post-aus/4156528.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/eu-weitet-ermittlungen-gegen-die-post-aus/4156528.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 10. Mai 2011, 19:26:53
Zitat
Post-Chef will Portopreise selbst festsetzen dürfen
http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE74701320110508 (http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE74701320110508)

 :rolleyes:


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: BGS am 11. Mai 2011, 22:43:15
Dieser Laden ist komplett Scheisse, entschuldigen Sie bitte meine drastische Ausdrucksweise. Aber so ist es schon lange. Keine Leistung, hohe Kosten für normale Nutzer... .

Z. B. verfüge ich über einen von der Post "bestätigten" Nachsendeauftrag -gültig bis Jahresende + alles wurde im Voraus bezahlt- und erhalte trotzdem seit Jahresanfang überhaupt keine Post mehr! Im Gegenteil, alle Firmen, Banken etc., mit denen ich schon immer zu tun hatte, haben mich seit Januar nicht mehr erreichen können. Hierdurch habe ich nun quasi täglich Ärger mit selbigen und natürlich immer höher steigende Kosten wegen angeblicher Nichterreichbarkeit. Kann ich deswegen bei der Dreckspost irgendjemanden erreichen? Von wegen. Nur elende Hotlines, niemand ist verantwortlich.

Einer meiner Freunde ist ein langjähriger "Post" Veteran, und er wird sich leider demnächst umbringen müssen, bei den Jahr für Jahr mieser werdenden Arbeitsbedingungen für die  sog. "Zusteller".

Mir fehlen die Worte ob der Zustände in "Deutschland". Sei es die "Post", hermes, oder anderes. Wandert aus, falls es noch geht.

MfG
BGS



Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 14. Juli 2013, 10:23:18
In den DHL Logistikzentren wird mit Leiharbeitern und und Dumpinglöhnen, die staatlich aufgestockt werden müssen, gearbeitet. Für die Börsenspekulanten ein Grund zum Freudentaumel.

Zitat
Post-Aktie ist der Outperformer

Glänzende Aussichten für das Wertpapier des Logistikkonzerns. Sowohl die fundamentalen Werte als auch die charttechnisch Situation sehen gut aus. Wie Anleger nun investieren können.


([url]http://www.handelsblatt.com/images/deutsche-post-dhl/8478880/2-format3.jpg[/url])

Auch für spekulative Anleger wird die Post-Aktie zunehmend interessant. Denn der Staatsanteil, kündigte Vorstandschef Frank Appel jetzt an, könnte sich bald auf 21 Prozent reduzieren. Das liegt an einer Wandelanleihe, die 4,5 Prozent des Aktienkapitals entspricht. Sie wird voraussichtlich im vollen Umfang gegen Aktien eingetauscht, weil der gestiegene Aktienkurs dies attraktiv macht. Das verwässert den Staatsanteil.

Nicht nur die Vetomacht auf der Hauptversammlung büßt der Staat damit ein. Auch ein Übernahmeangebot bekäme damit größere Aussichten auf Erfolg. Allerdings: Lediglich von Finanzinvestoren wären solche Offerten zu erwarten. Wettbewerbern der Post bliebe der Einstieg wohl aus kartellrechtlichen Gründen wahrscheinlich versperrt.
http://www.handelsblatt.com/finanzen/zertifikate/nachrichten/chartanalyse-post-aktie-ist-der-outperformer-seite-all/8478582-all.html (http://www.handelsblatt.com/finanzen/zertifikate/nachrichten/chartanalyse-post-aktie-ist-der-outperformer-seite-all/8478582-all.html)



Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 12. März 2014, 10:56:15
Zitat
Post will nach Gewinnsprung auch 2014 zulegen

Die Deutsche Post hat das vergangene Jahr mit einem Gewinn von fast drei Milliarden Euro abgeschlossen. Damit übertrifft der Konzern die Erwartungen. Mit der Portoerhöhung im Rücken will sich die Post weiter steigern.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/weihnachtsrekord-post-will-nach-gewinnsprung-auch-2014-zulegen/9604234.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/weihnachtsrekord-post-will-nach-gewinnsprung-auch-2014-zulegen/9604234.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 02. April 2014, 13:08:29
Zitat
Boomender Online-Handel
Post will Gewinn bis 2020 auf fünf Milliarden Euro steigern

Der Online-Handel boomt, die Nachfrage in den Schwellenländern steigt: Bei der Deutschen Post stehen die Zeichen auf Wachstum. Der Dax-Konzern setzt sich deswegen für die nächsten Jahre ehrgeizige Ziele
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http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/boomender-online-handel-post-will-gewinn-bis-2020-auf-fuenf-milliarden-euro-steigern/9704180.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/boomender-online-handel-post-will-gewinn-bis-2020-auf-fuenf-milliarden-euro-steigern/9704180.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 04. Juni 2014, 21:05:56
Wie so schwindelerregende Profite möglich sind?

Ganz einfach:

Zitat
Kettenbefristungen
88 Verträge - und dann arbeitslos

17 Jahre lang war Anja Helffenstein Postbotin, stets mit befristeten Stellen. Auf den 89. Arbeitsvertrag wartete sie vergebens - das Unternehmen setzte sie vor die Tür.


([url]http://cdn2.spiegel.de/images/image-703151-panoV9-vwqv.jpg[/url])
http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/befristete-ketten-vertraege-diese-rechte-haben-arbeitnehmer-a-972962.html (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/befristete-ketten-vertraege-diese-rechte-haben-arbeitnehmer-a-972962.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: xyu am 18. Juli 2014, 05:03:35
Zitat
„Post persönlich“ – 40 Euro für 30 Sekunden

In Gelsenkirchen und Mülheim hat die Post ein Pilotprojekt gestartet: „Post persönlich“. Persönlich ist daran allerdings nicht viel: Für 40 Euro im Monat klingelt der Postbote bei älteren Menschen, die allein sind und nicht mehr aus dem Haus kommen, einmal am Tag an und fragt durch die Lautsprecheranlage, ob alles OK ist. Wenn nicht, ruft er die Johanniter.

Die Post versucht, ihren neuen Dienst zu vermarkten, indem sie auf das alte Bild des Postboten setzt. Ja, früher war der Postbote ein wichtiger Teil des sozialen Lebens in den Stadtteilen und Dörfern. Er kam überall vorbei, unterhielt sich mit den Nachbarn und half auch mal bei anderen Sachen. Auf die Idee, dafür Geld zu nehmen, wäre kein Mensch gekommen.

Doch das ist lange vorbei: Um Arbeitsplätze einzusparen, sind von Jahr zu Jahr die Touren der Postboten größer geworden. Da bleibt keine Zeit mehr für ein Pläusch’chen, ja manchmal nicht einmal, um alle Briefe auszuliefern.

Mit „Post persönlich“ kommt noch mehr Stress hinzu. Die Touren werden nämlich nicht kürzer: Denn pro Kunde bekommen die Postboten gerade einmal eine Minute Zeit dafür berechnet:
1 Minute, in der man klingeln, ein älterer Mensch an die Tür kommen, man sich nach seinem Wohlbefinden und seinen Problemen erkundigen und wieder gehen soll!

Die Post versucht, auf dem Rücken älterer, einsamer Menschen schnelles zusätzliches Geld zu verdienen und den Postboten zusätzliche Arbeit aufzuzwingen. Dabei würde es wohl auch die Kunden mehr überzeugen, wenn die Post nicht nur auf Geld aus wäre, sondern wieder Personal einstellt und die Touren für die Boten lockerer gestaltet. Dann würden – ohne Extrabezahlung – auch wieder mehr menschliche Kontakte entstehen.

Quelle: http://www.bund-revolutionaerer-arbeiter.org/spip.php?article542 (http://www.bund-revolutionaerer-arbeiter.org/spip.php?article542)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 28. Juli 2014, 09:55:30
Zitat
Kostensenkungen geplant
Post will neuen Mitarbeitern weniger zahlen

Der Deutschen Post stehen harte Tarifverhandlungen bevor: Vorstandschef Frank Appel hat angedeutet, dass er neuen Mitarbeitern weniger zahlen will als langjährigen Angestellten. Begründung: Die Konkurrenz ist billiger.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/kostensenkungen-geplant-post-will-neuen-mitarbeitern-weniger-zahlen/10257440.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/kostensenkungen-geplant-post-will-neuen-mitarbeitern-weniger-zahlen/10257440.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: postzora am 28. Juli 2014, 17:01:06
Es ist schon eine Weile her, daß es den Versuch einer unabhängigen Diskussion und Selbstorganisierung mit dem Poststammtisch in Kiel gab.

Verdi reagierte empört. Flugblattverteiler wurden angepöbelt, Flugblätter zerknüllt und dann kamen 3 Verdi-"Spitzel" zum Stammtisch. Dort tönten sie herum von den tollen Erfolgen von Verdi. Ihr Besuch hatte zur Folge, daß sich einige der Aktivisten eingeschüchtert fühlten, sich nicht mehr zum Stammtisch trauten und das Projekt einschlief.

Jetzt können wir uns die tollen Erfolge von Verdi in der Praxis ansehen: die Unternehmensprofite steigen ins Unermeßliche und die Löhne werden gekürzt.

Danke, Verdi!


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 02. April 2015, 18:44:58
Zitat
Bei der Post liegt vieles im Argen

([url]http://www.fr-online.de/image/view/2015/3/2/30284328,32478969,dmFlashTeaserRes,dpa_148D0400EFDD9D0B.jpg[/url])
 
Was ist bloß aus der guten alten Post geworden? Seit der Privatisierung versucht das Unternehmen ständig, die Personalkosten zu senken. Und das bei steigenden Gewinnen. Das demotiviert, der Widerstand der Belegschaft wächst. Eine Analyse.

Rund 64 Millionen Briefe werden täglich zugestellt, 94 Prozent davon erreichen laut Post ihr Ziel schon nach einem Tag. An Werktagen werden durchschnittlich 3,4 Millionen Pakete und Päckchen befördert. Diese Zahlen treffen für Mittwoch und Donnerstag wohl nicht zu: Am Mittwoch befanden sich nach Angaben der stellvertretenden Verdi-Vorsitzenden, Andrea Kocsis, mehr als 10 000 Brief- und Paketzusteller im Streik. Und auch an diesem Donnerstag ging der Warnstreik weiter.

Warnstreiks bei Deutscher Post und DHL

Lautstarker Prostest in München: Streikende Postmitarbeiter machen mit Posthörnern auf ihre Anliegen aufmerksam.
Die Beschäftigten der Post und ihres Schwesterunternehmens DHL wehren sich gegen die Auslagerung der Paketzustellung in eine Tochterfirma, die ihre Mitarbeiter unter dem Haustarif bezahlt.

Bundesweit legten Tausende Postler die Arbeit nieder. Hunderttausende Briefe und Pakete blieben liegen.

Vordergründig geht es um eine Verkürzung der Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Wochenstunden ohne Abzüge beim Gehalt. Verdi hatte den entsprechenden Tarifvertrag zum 31. März gekündigt, um sich „etwas zurückzuholen“, wie es Verdi-Sekretär Detlev Borowsky im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau formulierte und zwar für den „Vertragsbruch bei der Paketzustellung“: Maximal 990 Paketzustellbezirke – das sind weniger als zehn Prozent aller Bezirke – können laut einer Schutzvereinbarung an externe oder interne Anbieter fremdvergeben werden. Für diese Vereinbarung hätten die Beschäftigten, so Borowsky, auf vieles verzichtet: auf freie Tage, Überstundenzuschläge, Pausenzeiten.

Doch dann wurde die Posttochter DHL Delivery gegründet. Die Mitarbeiter dort werden nicht mehr nach dem Haustarif der Post bezahlt und bekommen auch keine Betriebsrente. Für sie gilt nun der für den Arbeitgeber weitaus günstigere Tarifvertrag des Logistikgewerbes. Bereits 5500 Beschäftigte soll die neue Tochter haben – 1500 von ihnen kamen neu hinzu, aber bei rund 4000 handelt es sich laut Gewerkschaft um ehemalige Postler, die nun mit Einkommenseinbußen von zwanzig Prozent und mehr leben müssen.

Jahrelang nur befristete Verträge

Diese Arbeitnehmer, die oft über viele Jahre hinweg nur befristete Verträge bekommen haben, hatten wohl keine andere Wahl, als das Angebot von DHL Delivery anzunehmen. Nun fürchten auch die anderen 13 000 Beschäftigten mit befristeten Verträgen, dass sie ein ähnliches Schicksal erleiden könnten. Aber auch unter den 140 000 Mitarbeitern, die unter den Haustarif der Deutschen Post DHL fallen, ist der Unmut groß. Wie sollen sie einem Arbeitgeber trauen, dessen permanentes Ziel es zu sein scheint, die Personalkosten zu senken? Das ist zwar bei vielen Arbeitgebern, nicht nur in dieser Branche, üblich, aber es dämpft die Motivation und viele fragen sich, was eigentlich aus der guten alten Post geworden ist. Tatsächlich gibt es noch immer 30 000 Beamtinnen und Beamte. Zurück ins Beamtentum will niemand. Aber alle Beschäftigten haben eine anständige Behandlung und Bezahlung verdient.

Dass sie dafür auf die Straße gehen, muss nicht weiter überraschen. Die Arbeitnehmer sind es leid, dass für die Finanz- und Wirtschaftskrisen der Steuerzahler aufkommen muss und ihm die eigene Arbeit immer weniger Wertschätzung und Geld einbringt. Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst der Länder zeigt, dass es auch anders geht.

Der Warnstreik bei der Post dürfte erst ein Anfang sein. Die Beschäftigten lernen offenbar, dass sie sich wehren müssen, damit sich der Arbeitgeber nicht alles erlauben kann. Beim Arbeitskampf der Postler bleibt dennoch ein bitterer Beigeschmack: Egal wie diese Auseinandersetzung ausgeht – die Kolleginnen und Kollegen von DHL Delivery haben nichts davon.
http://www.fr-online.de/arbeit---soziales/streik-laehmt-deutsche-post-bei-der-post-liegt-vieles-im-argen,1473632,30284296.html (http://www.fr-online.de/arbeit---soziales/streik-laehmt-deutsche-post-bei-der-post-liegt-vieles-im-argen,1473632,30284296.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Fritz Linow am 15. April 2015, 14:50:23
Zitat
Tarifverhandlungen Arbeitszeit
Vorschlag der Deutschen Post „nicht verhandlungsfähig“
15.04.2015

Bei den Tarifverhandlungen zur Arbeitszeit für die rund 140.000 Tarifkräfte der Deutschen Post AG konnte am Dienstagabend (14. April 2015) kein Ergebnis erzielt werden. „Wir haben das von der Deutschen Post AG vorgetragene Modell zur Neuregelung der Wochenarbeitszeit als nicht verhandlungsfähig zurückgewiesen. Nach dem Vertragsbruch des Unternehmens erwarten die Beschäftigten Schutz und Sicherheit. Wir fordern eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit für alle Beschäftigten bei vollem Lohnausgleich und akzeptieren keine Möglichkeit zur Erhöhung der Arbeitszeit auf 41 Stunden. Die Post AG war nicht bereit darzulegen, wie sich ihr Modell auf den Monatslohn auswirkt“, sagte Andrea Kocsis, stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und Verhandlungsführerin.

ver.di kündigte an, den Druck in den nächsten Tagen durch weitere Warnstreiks zu erhöhen. Dadurch könne es zu erheblichen Verzögerungen bei der Zustellung kommen. In welchen Bereichen zu einer Arbeitsniederlegung aufgerufen wird, teilte die Gewerkschaft nicht mit.

ver.di fordert eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausleich. Das von der Deutschen Post AG bereits in der ersten Verhandlungsrunde dargelegte „Modell zur Neuregelung der Wochenarbeitszeit“ sieht eine individuelle Spreizung von 34 bis 41 Stunden vor, ohne Bezug auf die Forderung nach einer Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich zu nehmen.

Hintergrund des Tarifkonfliktes ist der Bruch des Vertrages zum Schutz vor Fremdvergabe durch die Deutsche Post AG und ihre Flucht aus dem bestehenden Haustarifvertrag. Mit dem Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung in den hierfür zum Jahresanfang gegründeten 49 Regionalgesellschaften verstößt die Deutsche Post AG gegen den zwischen den Tarifvertragsparteien abgeschlossenen Schutzvertrag, wonach das Unternehmen bei der Zustellung von Briefen und Paketen maximal 990 Paketzustellbezirke an konzerninterne oder externe Unternehmen vergeben darf. Für diesen Schutz verzichten die Beschäftigten unter anderem auf Kurzpausen und arbeitsfreie Tage. Mit der Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich soll dieser Vertragsbruch kompensiert werden. 

In einer ersten bundesweiten Warnstreikwelle Anfang April hatten bereits rund 20.000 ver.di-Mitglieder aus dem Bereich der Brief- und Paketzustellung die Arbeit zeitlich befristet niedergelegt.

Die Verhandlungen werden am 27./28. April 2015 in Siegburg fortgesetzt.




http://psl.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++38cb4142-e34a-11e4-86d5-525400248a66 (http://psl.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++38cb4142-e34a-11e4-86d5-525400248a66)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17. April 2015, 17:44:54
Zitat
Post-Streik:
Zusammenbruch in Paketzentren?
In den sechs nordrhein-westfälischen Paketzentren der Deutschen Post AG wird am Donnerstag (16. April 2015) mit Beginn der Mittagsschicht für 24 Stunden gestreikt.Auch in Wuppertal wird der Warnstreik entsprechende Auswirkungen haben
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"Das ist die Antwort der Beschäftigten auf die zweite ergebnislose Verhandlungsrunde. Wir gehen davon aus, dass es in wenigen Stunden zu einem weitgehenden Zusammenbruch der Paketsortierung und -verteilung kommt", sagte der ver.di-Fachbereichsleiter für Postdienste in NRW, Uwe Speckenwirth. ver.di rechnet in den Paketzentren Köln, Krefeld, Dorsten, Hagen, Bielefeld und Greven mit über 1.000 Teilnehmern an dem Warnstreik.

Auslöser des Tarifkonfliktes ist der Bruch des Vertrages zum Schutz vor Fremdvergabe durch die Deutsche Post AG und ihre Flucht aus dem bestehenden Haustarifvertrag. Mit dem Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung in den hierfür zum Jahresanfang gegründeten 49 Regionalgesellschaften verstößt die Deutsche Post AG gegen den zwischen den Tarifvertragsparteien abgeschlossenen Schutzvertrag. Danach darf das Unternehmen bei der Zustellung von Briefen und Paketen maximal 990 Paketzustellbezirke an konzerninterne oder externe Unternehmen vergeben. Für diesen Schutz verzichten die Beschäftigten unter anderem auf Kurzpausen und arbeitsfreie Tage. Mit der ver.di-Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich soll dieser Vertragsbruch kompensiert werden.

Die tarifgebundenen Leiharbeitsunternehmen in Deutschland halten sich an die Vereinbarung, keine Leiharbeiter als Streikbrecher zu vermitteln. Als Reaktion hat die Deutsche Post AG trotz Ablehnung der Betriebsräte in den Niederlassungen Brief Münster und Herford 40 Menschen aus Rumänien, 39 aus der Slowakei und 10 aus Polen befristet eingesetzt. Offenbar sollen die Kräfte mögliche Streiks unterlaufen.

Die Tarifverhandlungen zur Arbeitszeit der rund 140.000 Tarifkräfte bei der Deutschen Post AG waren am Dienstagabend ohne Ergebnis vertagt worden. Sie werden am 27. und 28. April 2015 in Siegburg fortgesetzt
http://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/post-streik-zusammenbruch-in-paketzentren-aid-1.5020071 (http://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/post-streik-zusammenbruch-in-paketzentren-aid-1.5020071)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Fritz Linow am 22. April 2015, 17:23:26
Die Knechte der Post bekommen neuerdings solche Briefe von ihren Herren. Das ist leider kein Scherz und einige werden sich davon wohl auch einschüchtern lassen:

Zitat
Ver.di hat angekündigt, den Betrieb bundesweit erneut durch Warnstreiks zu stören.

Obwohl der bisherige Lohntarifvertrag durch die ver.di Tarifkommission vor über einem Monat gekündigt und zeitnah die Übermittlung einer konkreten Forderung angekündigt wurde, lag diese nicht zur Verhandlungsrunde am 14.04.2015 vor.

In diesem Zusammenhang darf ich Ihnen ein Zitat unseres Vorstandsmitgliedes Melanie Kreis mitteilen:

„Wir können nicht ernsthaft über einen Lohnausgleich zur geforderten Verkürzung der Arbeitszeit verhandeln, solange wir die Forderung von ver.di für die bevorstehenden Lohntarifverhandlungen nicht kennen. Wir sind in Sondierungsgesprächen und werden diese noch in diesem Monat fortsetzen.“

Es erübrigt sich in diesem Zusammenhang danach zu fragen, wer eigentlich ein ernsthaftes Interesse an einer Konfliktlösung hat. Ver.di hat dies wohl jedenfalls nicht, wenn ohne konkrete Forderung einfach nur auf Streik und Krawall gesetzt wird. Ver.di ist dabei, massiven Schaden durch Betriebsstörungen anzurichten und dafür zu sorgen, dass der Wettbewerb gestärkt wird.

Ver.di vernichtet damit massenhaft Ihre Arbeitsplätze!

Ein Streik dient vor allem den eigenen Gewerkschaftsinteressen: Mitgliederwerbung und mediale Aufmerksamkeit. (Aus diesem Grund ist übrigens bei vielen ver.di-Plakaten gleich ein Beitrittsformular dabei und bei Streikaufrufen laufen die ver.di-Vertrauensleute und Streikleiter mit Beitrittsformularen herum.)

Egal, ob sie Mitglied von ver.di sind oder nicht: machen Sie Reformdruck auf eine längst überholte Verhandlungstaktik. Machen Sie ver.di deutlich, dass Sie, sofern Sie zahlendes Mitglied sind, nicht länger bereit sind, durch Ihren Mitgliedsbeitrag die Schädigung unserer Kunden, die weitere Vernichtung von Arbeitsplätzen und die Unternehmensschädigung mit zu finanzieren!

Ich dank Ihnen ausdrücklich für Ihre bisherige Loyalität gegenüber unserem Unternehmen und für Ihre künftige Bereitschaft, Schaden von unserem Unternehmen fernzuhalten.


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: dagobert am 22. April 2015, 21:25:14
Es erübrigt sich in diesem Zusammenhang danach zu fragen, wer eigentlich ein ernsthaftes Interesse an einer Konfliktlösung hat.
Wer im Glashaus sitzt ...
Zitat
Egal, ob sie Mitglied von ver.di sind oder nicht: machen Sie Reformdruck auf eine längst überholte Verhandlungstaktik.
Die Post-Chefs sollten froh sein über die Warnstreiks.
Hintergrund des Tarifkonfliktes ist der Bruch des Vertrages zum Schutz vor Fremdvergabe durch die Deutsche Post AG und ihre Flucht aus dem bestehenden Haustarifvertrag. Mit dem Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung in den hierfür zum Jahresanfang gegründeten 49 Regionalgesellschaften verstößt die Deutsche Post AG gegen den zwischen den Tarifvertragsparteien abgeschlossenen Schutzvertrag, wonach das Unternehmen bei der Zustellung von Briefen und Paketen maximal 990 Paketzustellbezirke an konzerninterne oder externe Unternehmen vergeben darf.
Bei einem solchen Vertragsbruch wäre eigentlich ein Generalstreik angemessen.


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 13. Mai 2015, 14:10:11
(http://abload.de/img/11156350_904565452934kluny.jpg) (http://abload.de/image.php?img=11156350_904565452934kluny.jpg)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Rudolf Rocker am 13. Mai 2015, 15:01:04
Die Erde ist eine Scheibe!

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 13. Mai 2015, 17:27:55
Zitat
Die Filialen sind längst privatisiert, ín einigen Zustellbezirken fahren Subunternehmer Pakete aus. Selbst die Leerung der Briefkästen hat die Deutsche Post ausgelagert: an selbstständige Kleinstunternehmer, denen man schon am klapprigen Kastenwagen ansieht, dass sie mit ihrer prekären Tätigkeit nur gerade so über die Runden kommen.

Doch das ist noch nicht genug für die Deutsche Post AG, die gerade erst wieder blendende Unternehmenszahlen veröffentlicht hat. Die Aktionäre, darunter mit 21 Prozent der Anteile auch der deutsche Staat, verlangen noch mehr Rendite. Deshalb muss sich die Gehaltsspirale jetzt weiter nach unten drehen: Dazu lagert die Post-Tochter DHL die Paketzustellung in 49 Regionalgesellschaften aus, wo die Mitarbeiter statt nach dem Post-Haustarifvertrag nur mehr nach dem meist deutlich niedrigeren Logistik-Tarif entlohnt werden.

Um diesem Sparziel näher zu kommen, schreckt das Post-Management auch nicht davor zurück, eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft Verdi zu brechen, die derartige Auslagerungen eigentlich verhindern sollte. Dass Verdi darauf mit Arbeitskampf reagiert, ist nur recht und billig. Dass die Post den Streik nun zum Anlass nimmt, die eigenen Angestellten massiv unter Druck zu setzen, ist erschreckend. Für einen Konzern, an dem der Staat ein Fünftel der Anteile hält, ist ein derartiges Verhalten schlicht inakzeptabel.

Die Post mag zwar jetzt beteuern, die Drohungen gegen streikbereite Mitarbeiter seien das Werk einzelner, übereifriger Manger und stünden nicht im Einklang mit der Unternehmenspolitik. Doch selbst wenn dem so wäre, wäre es nur ein weiterer Beweis dafür, dass in dem gelben Riesenkonzern mit rund 180 000 Mitarbeitern so einiges im Argen liegt.
http://www.fr-online.de/aktuelle-kommentare/deutsche-post-das-vertrauen-ist-verspielt,30085308,30690040.html (http://www.fr-online.de/aktuelle-kommentare/deutsche-post-das-vertrauen-ist-verspielt,30085308,30690040.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 14. Mai 2015, 19:27:07
Zitat
Post setzt Beamte als Streikbrecher ein

Im Arbeitskampf mit der Gewerkschaft Verdi hat die Deutsche Post AG Beamte als Streikbrecher eingesetzt - obwohl das Bundesverfassungsgericht dies grundsätzlich verboten hat. Das Unternehmen vertritt die Auffassung, der Einsatz sei dennoch rechtmäßig, antwortet auf Nachfragen aber teilweise ausweichend.

Der Süddeutschen Zeitung liegen die Namen von 28 Beamten vor, die in den Briefniederlassungen Frankfurt und Gießen, der Zustellbasis Frankfurt sowie im Paketzentrum Rodgau (ebenfalls in Hessen) beschäftigt sind. Bei Warnstreiks im April wurden sie auf bestreikte Arbeitsplätze geschickt. Das Unternehmen informierte die Betriebsräte mit dem Hinweis, die Beamten seien "freiwillig versetzt worden".

Damit setzte sich die Post womöglich dennoch über einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 1993 hinweg. Die Karlsruher Richter verfügten über die damalige Bundespost, dass sie "nicht den Einsatz von Beamten auf bestreikten Arbeitsplätzen anordnen darf, solange dafür keine gesetzliche Regelung vorhanden ist".
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/arbeitskampf-post-setzt-beamte-als-streikbrecher-ein-1.2478798 (http://www.fr-online.de/politik/ruestung-die-macht-der-ruestungsindustrie,1472596,30683036.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Rudolf Rocker am 14. Mai 2015, 21:56:39
Zitat
Beamte als Streikbrecher?

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/post-123.html (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/post-123.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Fritz Linow am 14. Mai 2015, 22:49:27
Diesen Frank Appel und Melanie Kreis (Personalvorstand) interessiert es einen Dreck, dass Beamte nicht als Streikbrecher eingesetzt werden dürfen. Das sind alles aktionärshörige Speichellecker, denen die Beschäftigten am Arsch vorbei gehen. Spätestens seit diesem Zumwinkel hat es eine gewisse Tradition bei der Post, dass nach außen hin die Sozialpartnerschaft mit verdi gepflegt wurde, während intern die übelsten Methoden gemäß McKinsey angewendet werden. Dazu gehört auch, dass man sich einfach über alles hinwegsetzen kann.
Es wäre den Gewerkschaften zu wünschen, dass sie begreifen, dass sie es ebenso können, wenn sie endlich einmal begreifen, wer da so ihnen gegenüber steht: schmierige, dreckige Köter!


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Fritz Linow am 19. Dezember 2015, 22:18:18
„Jetzt wollen sie auch noch unser Gehirn“

Wenn folgendes stimmt, hat die Post eine Punktlandung hingelegt: angeblich wird es bundesweit in den kommenden fünf Jahren Seminare für alle unbefristet Beschäftigten geben. Ein Seminar dauert zwei Tage und besteht aus 20 Teilnehmern, die so zusammengestellt werden, dass alle aus verschiedenen Stützpunkten, Abteilungen etc. kommen werden. Keiner kennt also den anderen.

Inhaltlich wird wohl u.a. geboten:
Kennenlernspiele
Filme
Diskussionen
„Expertenwissen“ vertiefen
„Experte“ sein
Nicht nur „Arbeitnehmer“, sondern auch „Verantwortungsnehmer“ sein
Selber Unternehmertum durchspielen
abschließend einen Brief an sich selber schreiben, den man dann vier Monate später erhält.

Das klingt insgesamt nach geiler Gehirnwäsche. Dem Betriebsrat ist das alles bekannt, also auch der Gewerkschaft.
Arbeitsrechtlich kommt man wohl nicht drumherum, daran teilzunehmen. Die Frage wäre, was überhaupt von so einem Rotz zu halten ist und wie man das dementsprechend stören kann.
Die ganze Aktion klingt erstmal furchtbar blöd, aber das Management ist gewiss nicht blöd, und ihm ist auch bekannt, dass „Experte sein“ bei der Post in erster Linie bedeutet, Sachen nach Zahlen zu sortieren. Was soll das also?

Welche konkreten Manipulationsmechanismen stecken dahinter und gibt es ähnliche Beispiele?



Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: dagobert am 19. Dezember 2015, 22:33:06
Nicht nur „Arbeitnehmer“, sondern auch „Verantwortungsnehmer“ sein
Selber Unternehmertum durchspielen
Die Arbeitnehmer sollen wohl unternehmerisches Denken verinnerlichen, z.B. "Löhne sind ein Kostenfaktor und müssen deshalb so niedrig wie möglich gehalten werden."

„Jetzt wollen sie auch noch unser Gehirn“
Yep, das ganze wird vermutlich wirklich auf eine Art Gehirnwäsche hinauslaufen.


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 02. Februar 2016, 20:36:41
Es geht weiter:
Lohdumping und Arbeitsverdichtung durch Outsourcing und Fremdvergabe.

Zitat
Briefe über Briefe – die Post ist Nacht für Nacht ganz aktiv

([url]http://www.derwesten.de/img/incoming/crop11508300/810335538-cImg0273_543-w616-h225/WAZ-oeffnet-Tuerchen-Briefpostzentrum.jpg[/url])
Alle Briefe, alle Postkarten laufen über das Briefzentrum Essen. Auf diesem Foto werden von der automatischen Sortieranlage die Kisten mit den sortierten Briefen zur weiteren Verarbeitung zu Gitterwagen gebracht,Foto: STEFAN AREND

Gladbeck. Alle Briefe aus Gladbeck landen im Briefzentrum Essen – auch die, die für Gladbeck bestimmt sind. 45 Boten tragen 200 000 Briefe die Woche aus.

Um 17 Uhr noch schnell den Brief am Postbank-Center Barbarastraße eingeworfen – am anderen Morgen liegt er pünktlich im Postkasten des Adressaten an der Hochstraße. Selbstverständlich – liegt ja nur im die Ecke, könnte man meinen. Aber der Brief hat, bevor ihn der Bote zustellt, einen Weg hinter sich, der länger ist, als man denkt.

Thomas Huss ist einer der noch wenigen Post-eigenen Briefkastenleerer, viele andere kommen inzwischen von Fremdfirmen – Speditionen, Taxibetriebe oder Transportunternehmen, erläutert Post-Sprecher Dieter Pietruck. Huss und seine Kollegen fahren mehrere Touren durch Gladbeck, bei denen sie die 30 im Stadtgebiet verteilten gelben Briefkästen leeren. Mit einem Spezialschlüssel öffnet Huss den Kasten, scannt mit einem Handscanner einen innen liegenden Strichcode – damit die Leerung am Standort samt Uhrzeit festgehalten wird. Und dann gehen die Briefe zunächst per Auto auf Reisen.

Mehrere tausend Briefe und Karten pro Tag sammelt die Post so in Gladbeck ein – die genaue Zahl nennt sie aus Konkurrenzgründen nicht, so Pietruck. Nur soviel: Seit Jahren sei das Aufkommen rückläufig, nur 15 Prozent stammt von Privatkunden. Der große Rest ist gewerbliche Post, oft an Filialen abgegeben. Dennoch halte die Post, so Pietruck, die Zahl der Briefkästen in Gladbeck seit 2003 stabil. Laut Gesetz müsse jeder innerhalb von 1000 Metern einen der gelben Kästen ansteuern können. „Im Ruhrgebiet liegen wir deutlich drunter, meist unter 500 Metern.“

Sämtliche Post wird zum Briefzentrum nach Essen gebracht – in Vogelheim steht eines der größeren, zuständig für alle Städte, deren Postleitzahl mit 45 beginnen. Rund 400 Mitarbeiter bearbeiten dort jede Nacht bis zu 3 Mio Briefe und Postkarten – mit Hilfe großer und intelligenter Maschinen. Zunächst werden die Briefe nach Größe sortiert, richtig herum gedreht (Anschriftseite in die gleiche Richtung) sowie die Briefmarke geprüft und gestempelt. Alles automatisch – auch die anschließende Sortierung: „Die Maschine liest die Anschrift, fasst nach Postleitzahlen zusammen und druckt den Briefen einen Leitcode am Briefrand auf.

Alle überregionalen Briefe verlassen um 21.30 Uhr das Briefzentrum. Die, die in der Region bleiben, werden bis 6 Uhr – zusammen mit der Post, die aus anderen Landstrichen hierher kommt – durch die „Gangsortierung“ geschickt: Da werden die Briefe so feinsortiert, dass sie in der Reihenfolge liegen, wie sie der Briefträger später austrägt. Um 6.30 Uhr bringen meist zwei Lkw diese Post nach Gladbeck zum Poststützpunkt an der Wilhelmstraße, wo 67 Mitarbeiter tätig sind und ca. 200 000 Sendungen pro Woche verarbeiten. Dort wird noch eine Restsortierung (von schwer Lesbarem) vorgenommen.

Dann schwirren die Postboten per Rad (plus zwei Landzusteller per Auto) in die 33 Zustellbezirke in Gladbeck aus, die größer geworden sind, seitdem die Boten nicht mehr selbst sortieren. Im Schnitt bewältigt ein Briefzusteller 1500 Sendungen am Tag. Viel zu viel, um damit aber vom Stützpunkt aus loszuziehen: Deshalb wird ein Großteile der Briefe in Spezialbehälter gepackt und von einem Fahrdienst zu Ablagekästen gebracht, an denen sich die Postboten nachversorgen können. Damit alle Briefe pünktlich im Postkasten sind...
http://www.derwesten.de/staedte/gladbeck/briefe-ueber-briefe-die-post-ist-nacht-fuer-nacht-ganz-aktiv-id11508348.html#plx1863379761 (http://www.derwesten.de/staedte/gladbeck/briefe-ueber-briefe-die-post-ist-nacht-fuer-nacht-ganz-aktiv-id11508348.html#plx1863379761)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Fritz Linow am 03. Februar 2016, 00:19:09
Während wir hier über die Sauereien der Post reden, verteilt diese nicht nur Briefe, sondern hat noch ganz andere Sachen im Angebot, nämlich lustige Veranstaltungen, die man buchen kann:
https://www.direktmarketingcenter.de/veranstaltungen/selbstorganisation.html (https://www.direktmarketingcenter.de/veranstaltungen/selbstorganisation.html)

zum Beispiel:

Crash-Kommunikation - Warum Piloten versagen und Manager Fehler machen:
So überwinden Sie mit guter Kommunikation und cleverem Management jede Krise

Das Adler-Seminar – Erfolg mit Herz, Mut und Verstand!
Führen, Fördern, Motivieren: Mit engagierten Mitarbeitern maximale Kundenzufriedenheit erreichen

Das Günter-Prinzip – So motivieren Sie Ihren inneren Schweinehund!
Impulse für mehr Motivation, Veränderung, Energie und Erfolg: Erreichen Sie Ihre Ziele!

Die Kraft der Idee:
Kreativität ist lernbar. Nutzen Sie erfolgreiche Kreativitätstechniken auch in Ihrem Unternehmen!


Dieser Drecksverein (mittlerweile) sorgt nicht nur für die Ausbeutung im eigenen Laden oder von Subunternehmern, sondern verbreitet auch noch diese ganze Scheiße mit eigenen Veranstaltungen und streut damit ein Bewusstsein unter die Leute, damit die Kacke am Laufen gehalten wird.
Das Kerngeschäft ist weniger das gute alte  „Sachen nach Zahlen sortieren und verteilen“, sondern die Verbreitung einer menschenverachtenden Ideologie.


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Fritz Linow am 04. März 2016, 21:53:45
Wo Post drauf steht, ist nicht immer Post drin. Die Postbank gehört 100%ig zur Deutschen Bank, die die Postbank nun an die Börse bringen will. Durch diese Trennung von Postlern und Postbankangestellten wird natürlich auch verhindert, dass gemeinsam gestreikt werden könnte. Ver.di macht das mit, indem sie die Postangestellten in den einen Fachbereich, die Postbankangestellten in den anderen einordnet.
http://www.welt.de/regionales/hessen/article152836700/Kein-Zeitdruck-bei-Postbank-Verkauf.html (http://www.welt.de/regionales/hessen/article152836700/Kein-Zeitdruck-bei-Postbank-Verkauf.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Fritz Linow am 31. Mai 2016, 10:15:11
Aus einer aktuellen gemeinsamen Erklärung des Vorstandes der Deutschen Post AG und ver.di zum „Innovationsdialog“:
Zitat
Die Sicherheit der Zusteller soll durch ein Notrufmodul mit GPS-Ortung und Notruffunktion erhöht werden, insbesondere dort, wo im Rahmen ihrer Zustelltätigkeit eine erhöhte Gefährdung durch direkte Übergriffe auf die Person besteht.

Damit wird die totale Überwachung eingeführt. Wenigstens wird keinerlei Hehl daraus gemacht, dass es eigentlich dafür bestimmt ist, Verhalten und Leistung zu kontrollieren.

Zitat
Die Parteien (Deutsche Post DHL und ver.di) stellen sicher, dass im Zuge der digitalen Transformation die Würde und  Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten gewahrt bleiben. Dies gilt insbesondere für technische Einrichtungen und Systeme, die dazu geeignet oder bestimmt sind, das Verhalten und die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen.

Die Post entwickelt sich immer mehr zu einem Big Brother und die Gewerkschaft schaut zu. Die  Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten, von denen verdi schwafelt, beziehen sich  auf den Schutz gegenüber den Kunden, nicht gegenüber dem Arbeitgeber.

Durch die GPS-Ortung, die garantiert für alle Zusteller kommen wird, spart sich die Post nebenbei die sonst üblichen internen Detektive ein, die normalerweise die Postboten bespitzeln, ob sie nicht zu lange Pause bei einer Bäckerei o.ä. machen.

https://psl.verdi.de/themen/nachrichten/++co++d371ffb6-20d8-11e6-a0f5-525400ed87ba


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: counselor am 31. Mai 2016, 12:13:46
Das erinnert mich an die Überwachung des Surfverhaltens der Nutzer bei einem ehemaligen Arbeitgeber von mir: Da mußte bei der Auswertung der Proxy-Protokolle immer ein Betriebsrat anwesend sein. Bei einem anderen Arbeitgeber, den ich mal hatte, konnte die QM-Abteilung anhand der Daten der Türschlösser Bewegungsprotokolle der Mitarbeiter erstellen. Die Türschlösser konnte man nur mit einer elektronischen Batch-Karte bedienen.


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 05. August 2016, 13:48:05
So sieht der Sieg der "Kräfte des Marktes" aus:

Dienstleistungen werden immer schlechter und teurer.
Arbeitsbedingungen werden immer mieser und würdeloser.

Das treibt die Bilanzen und Profite nach oben.

Zitat
Trotz halber Milliarde Gewinn
Post droht schon wieder mit höherem Porto!

541 Millionen Euro hat die Deutsche Post im zweiten Quartal an Gewinn eingestrichen – rund zwei Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Und dennoch stellt sie die nächste Portoerhöhung bereits wieder in den Raum.


Derzeit sind für einen Standardbrief 70 Cent fällig, doch die Post hält diesen Betrag für zu gering. „Im europäischen Durchschnitt kostet ein Brief 80 Cent.

Von 2003 bis Ende 2012 kostete ein Standardbrief übrigens 55 Cent – seitdem nahm die Portoerhöhung ihren Lauf.
http://www.mopo.de/news/politik-wirtschaft/trotz-halber-milliarde-gewinn-post-droht-schon-wieder-mit-hoeherem-porto--24501654 (http://www.mopo.de/news/politik-wirtschaft/trotz-halber-milliarde-gewinn-post-droht-schon-wieder-mit-hoeherem-porto--24501654)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Fritz Linow am 04. November 2017, 20:07:28
Zitat
4.11.17
Ärger mit der Post: Briefträgerin packt aus

Kreis Pinneberg.  C sitzt in einem Schnellrestaurant und nippt am heißen Kaffee. Sie trägt Joggingkleidung. Heute ist ihr freier Tag. C. ist Zustellerin bei der Deutschen Post. Eigentlich ist das C nicht der Anfangsbuchstabe ihres echten Vornamens, es könnte genauso gut jeder andere des Alphabets sein. Die Anonymität zu wahren ist C., deren Identität dem Abendblatt allerdings bekannt ist, sehr wichtig. Während viele Menschen beklagen, dass sie nur noch selten und sehr unregelmäßig Briefe bekommen (wir berichteten), will C. über die Arbeitsbedingungen im Zeichen des Posthorns sprechen. Sie sagt: "Die Probleme der Post bei der Zustellung sind hausgemacht." So etwas sieht und hört ihr Arbeitgeber sicherlich so gar nicht gern.

C. ist schon lange Zustellerin im Kreis Pinneberg. Früher sei es für sie ein Traumjob gewesen, sagt sie. "Mittlerweile ist es ein Alptraum." Mal fährt sie mit dem Auto, mal mit dem Fahrrad. Sie ist sogenannte "Springerin". Das bedeutet, dass sie keinen festen Zustellbezirk hat, sondern dort eingesetzt wird, wo gerade Personalnot herrscht. Egal ob fester Bezirk oder nicht: Sie seien zu groß. "Das ist einfach nicht mehr zu schaffen", sagt C.
"Wir sind die Fußmatten für die Kunden"

Ein Computerprogramm namens Ibis, das bemisst, wie viele Sendungen ein Zusteller an einem Tag zustellen muss, sei Schuld an der ständigen Vergrößerung der Bezirke. C. sagt: "Zu 99 Prozent liegt das Programm in der Bemessung falsch."

Der hohe Krankenstand bei der Post, mit dem das Unternehmen die massiven Verzögerungen bei der Zustellung im Kreis Pinneberg in den vergangenen Wochen begründet hat, ist für sie insofern kein Zufall. Die meisten krankheitsbedingten Ausfälle resultierten aus der psychischen und physischen Überlastung der Zusteller, meint C.

Doch es sei nicht nur die Größe der Bezirke, die den Zustellern zu schaffen mache, sondern auch die stetig wachsende Menge der Sendungen. "Durch den Onlinehandel nimmt die Anzahl der Pakete ständig zu." Auch Infopost wie zum Beispiel Kataloge müssten die Zusteller in großer Stückzahl austragen.

Die Überlastung der Zusteller bekommen dann die Menschen zu spüren, die auf wichtige Briefe warten, sie aber nicht erhalten. Die jeden Morgen zum Briefkasten gehen, nur um festzustellen, dass er auch an diesem Tag leer ist. Die allmählich wütend werden. Natürlich könne sie den Frust der Menschen nachvollziehen, sagt C. Aber sie findet es unfair, dass die Zusteller den Frust abbekommen. Sie sagt: "Wir sind die Fußmatten für die Kunden."

Wer lange krank sei, dem drohe die Kündigung

Wenn sich ein Kunde beschwert, müsse sie ihn an die Hotline verweisen, sagt C. Für schriftliche oder mündliche Erklärungen bleibe während der ohnehin nicht mehr zu schaffenden Arbeit überhaupt keine Zeit. "Aus dem Call-Center werden die Beschwerden dann zu uns weitergeleitet", sagt C. "Wir müssen das Ganze dann ausbaden."

Und selbst wenn sie Zeit fände, mal kurz mit einem Menschen am Gartenzaun zu sprechen: "Die wahren Ursachen für die Probleme bei der Zustellung dürfen wir den Kunden gar nicht mitteilen, müssen dann zum Beispiel auf einen hohen Krankenstand im Allgemeinen verweisen. Ja, wir müssen die Kunden anlügen".

C. spricht schnell und ohne Punkt und Komma. Sie wirkt aufgewühlt. Der hohe Krankenstand sorge für eine hohe Fluktuation bei den Zustellern, ständig suche das Unternehmen neue Mitarbeiter, denn wer über einen längeren Zeitraum krank sei, dem drohe die Kündigung, sagt C. Neue Zusteller benötigten jedoch wiederum Zeit, bis sie die Arbeitsabläufe und die Routen in den Bezirken verinnerlicht hätten. Das ziehe zwangsläufig Verzögerungen bei der Zustellung nach sich. Und viele der neuen Kollegen kündigten schon nach wenigen Monaten wieder. Zu hoch sei die Belastung. "Der Job ist knallhart geworden", sagt C. Zudem werde jeder Zusteller, der neu bei der Post anfängt, nur mit einem Zeitarbeitsvertrag über zwei Jahre ausgestattet.

Ver.di fordert unbefristete Einstellung nach Probezeit

Gegen diese Bedingungen kämpft die Gewerkschaft Ver.di schon lange an. Frauke Hammerich von der Ver.di-Betriebsgruppe Brief in Kiel fordert von der Post die Abschaffung befristeter Arbeitsverhältnisse sowie die "unbefristete Einstellung neuer Mitarbeiter mit einer dreimonatigen Probezeit. Das wäre für beide Seiten eine vernünftige Lösung".

Thomas Ebeling, Ver.di-Gewerkschaftssekretär, fordert zudem für die Zusteller angemessene Tourenlängen. "Wenn die maximale Arbeitszeit von zehn Stunden voll ausgereizt wird, führt das natürlich zum Zustellungsabbruch." Neben der physischen litten die Zusteller oft auch unter hoher psychischer Belastung, sämtliche Sendungen während ihrer Tour auszuliefern.

Für C. und ihre Kollegen wird dies in den kommenden Wochen und Monaten kaum zu schaffen sein. Während der "Weihnachtszeit", die aus Sicht der Post Anfang November beginnt und Ende Januar endet, steigt die Anzahl der Pakete und Briefe um ein Vielfaches. Was an einem regulären Wochentag schon nicht in der regulären durchschnittlichen Arbeitszeit von acht Stunden und 45 Minuten zu schaffen ist, wird während der Weihnachtszeit praktisch unmöglich. Überstunden seien dann die Regel. Immerhin werden sie den Zustellern inzwischen wieder zugestanden, sagt C. Zuvor sollten sie unter allen Umständen vermieden werden.

In der Weihnachtszeit sollen 159 Entlaster helfen

Für die Weihnachtszeit habe die Post 159 sogenannte Entlaster für den Kreis Pinneberg versprochen, sagt C. So werden zusätzliche Arbeitskräfte genannt, die die Zusteller unterstützen. Dass diese wirklich kommen, glaubt C. nicht. "Die Post plant oft mit Personal, das überhaupt nicht vorhanden ist." Vonseiten der Post heißt es, dass die Entlaster natürlich eingesetzt werden. Die Zahl 159 könne man indes nicht bestätigen. C. hingegen fordert, dass die Post endlich anfangen müsse, nur mit den Ressourcen zu planen, die auch wirklich vorhanden seien.

Ver.di-Gewerkschaftssekretär Thomas Ebeling schlägt in dieselbe Kerbe: "Die Post plant stets mit einem Krankenstand von fünf bis sechs Prozent, tatsächlich sind es aber zehn bis elf Prozent." Ein Wert, den Postpressesprecher Martin Grundler weder bestätigt noch dementiert. Der Gewerkschafter Ebeling sagt, Fehlplanungen fielen letztendlich wieder auf die tatsächlich vorhandenen Zusteller zurück und bedeuteten für sie ein noch höheres Arbeitspensum.

Für C. stellt sich oft die Frage: "Was kann ein Mensch leisten?" Von der Post fordert sie ein Umdenken. "Die Arbeit des Zustellers muss wieder attraktiver werden." Sie weiß, dass sich viele Menschen die Arbeit bei der Post ziemlich entspannt vorstellen. C. sitzt im Schnellrestaurant und nippt am lauwarmen Kaffee. Sie seufzt. Und wiederholt: "Mittlerweile ist es ein Alptraum.“
https://www.abendblatt.de/region/pinneberg/article212435121/Aerger-mit-der-Post-Brieftraegerin-packt-aus.html (https://www.abendblatt.de/region/pinneberg/article212435121/Aerger-mit-der-Post-Brieftraegerin-packt-aus.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Fritz Linow am 13. November 2017, 22:25:15
Zitat
13.11.17
Kopfprämie ausgelobt: Post sucht verzweifelt Mitarbeiter für Berlin

(…)
„Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt“, weiß Kämmerer. Und die Leute, die auf dem Markt noch zur Verfügung stünden, hätten keine Lust auf die Post.
(…)
Lieber gehen sie zu Versandhändlern aus dem Internet. Feste Schichten, pünktlich Feierabend. Auch wenn nicht so gut gezahlt wird, die Sicherheit einer Festanstellung zu verlässlichen Konditionen sei mehr wert. Gerade hat das große Versandhaus Amazon angekündigt, Privatpersonen in Berlin als selbstständige Paketboten einzusetzen. „Wir wollen in den nächsten Wochen die ersten Kunden beliefern“, sagte eine Amazon-Sprecherin.
(…)
Ist mir scheißegal, wann die Sendungen ankommen“, sagt ein Zusteller.
https://www.berliner-zeitung.de/berlin/kopfpraemie-ausgelobt-post-sucht-verzweifelt-mitarbeiter-fuer-berlin-28834588 (https://www.berliner-zeitung.de/berlin/kopfpraemie-ausgelobt-post-sucht-verzweifelt-mitarbeiter-fuer-berlin-28834588)

Bei dieser ganzen Berichterstattung über die Arbeitsbedingungen bei der Post geht es auch darum, dass die Rotzzeitungen ihre eigenen Rotzzustellbetriebe in Stellung bringen oder zumindest für Drecksläden wie Amazon werben und lügen können.


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Rudolf Rocker am 13. November 2017, 22:47:47
Passt zu dem was ich neulich gepostet habe:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=26780.msg333058#msg333058 (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=26780.msg333058#msg333058)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: counselor am 01. April 2018, 11:08:51
Zitat
Vorwurf der Wählermanipulation - Post verkaufte Kundendaten an CDU und FDP

Der Cambridge-Analytica-Skandal wirft einen Schatten auf die US-Präsidentschaftswahl. Jetzt kommt heraus: Auch die Deutsche Post sammelte Daten ihrer Kunden und bot sie im Bundestagswahlkampf 2017 zum Verkauf an. Betroffen sind 34 Millionen deutsche Haushalte.

Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Post-verkaufte-Kundendaten-an-CDU-und-FDP-article20363561.html (https://www.n-tv.de/politik/Post-verkaufte-Kundendaten-an-CDU-und-FDP-article20363561.html)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Fritz Linow am 01. April 2018, 11:35:25
Zitat
Werben Sie zielgruppengenau

https://www.deutschepost.de/de/d/deutsche-post-direkt/postaktuell.html (https://www.deutschepost.de/de/d/deutsche-post-direkt/postaktuell.html)
https://www.deutschepost.de/de/d/deutsche-post-direkt/microdialog.html (https://www.deutschepost.de/de/d/deutsche-post-direkt/microdialog.html)
Eigentlich alter Hut:
Zitat
(...) Es trifft sich gut, dass regelmäßig Vertreter von Facebook, Twitter, Google und der Deutschen Post bei dir vor der Parteizentrale stehen und mit dir über ihre tollen Werbemöglichkeiten sprechen möchten. Moment, die Deutsche Post? Ja, die Deutsche Post ist der größte Adresshändler Deutschlands und geht mit den Daten der Bundesbürger regelmäßig zu Parteien und Institutionen, um die Nutzung dieser Daten zum Verkauf anzubieten.(...)

http://www.zielgruppenfernes-verhalten.de/2016/12/04/nach-cambridge-analytica-vom-kleinen-big-data-deutscher-parteien/ (http://www.zielgruppenfernes-verhalten.de/2016/12/04/nach-cambridge-analytica-vom-kleinen-big-data-deutscher-parteien/)



Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Fritz Linow am 07. April 2018, 17:24:37
Zitat
16.3.18
Briefzusteller sollen in Bremen ab Mitte April auch soziale Aufgaben übernehmen. Unter anderem werden sie bei ausgewählten älteren Menschen nach dem Rechten sehen und bei Bedarf den Notruf wählen.
(…)
Die Zusteller müssen die Post dafür persönlich übergeben und sich nach dem Wohlbefinden der Kunden erkundigen. Anschließend sollen sie das Ergebnis – unabhängig davon, wie es ausfällt – der Johanniter-Unfall-Hilfe melden.
Nach Angaben der Post werden die Mitarbeiter Anfang April für diese Aufgaben geschult. Zusätzliches Personal soll für die Maßnahmen nicht eingestellt werden. „Wir werden aber die Zustellgebiete verkleinern“, sagt Alexander Edenhofer, Sprecher der Deutschen Post AG. Die Boten selbst wissen bisher kaum etwas über die neuen Herausforderungen, was bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für Unmut sorgt.
(…)
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-postboten-sollen-nach-senioren-sehen-_arid,1710993.html (https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-postboten-sollen-nach-senioren-sehen-_arid,1710993.html)

In NRW war es nicht so erfolgreich:
Zitat
Wir haben den Service Ende 2015 aufgrund einer zu geringen Kundennachfrage eingestellt", sagte Konzernsprecher Alexander Edenhofer. "In anderen Ländern ist die Nachfrage nach vergleichbaren Dienstleistungen vorhanden. Auch wir haben interessante Erfahrungen gesammelt, auf die wir bei Bedarf wieder zurückgreifen könnten."
https://www.presseportal.de/pm/55903/3525816 (https://www.presseportal.de/pm/55903/3525816)


Titel: Re:[Post] Privatisierung
Beitrag von: Kuddel am 13. Mai 2018, 15:06:11
Zitat
Deutsche Post bezahlt Mitarbeiter für gleiche Arbeit äußerst unterschiedlich
Beim einstigen Staatskonzern ist ein Kastensystem entstanden, in dem dieselbe Leistung verschieden vergütet wird. Am unteren Ende sieht es düster aus.

(...)
Noch vor einigen Jahren waren es laut Ostermann entspannte 50 Pakete pro Tag, heute sind es zwischen 200 und 240 Paketen, vor Weihnachten und Ostern gar bis zu 280.

Seine fest angestellten Kollegen dokumentieren ihre Überstunden. Ostermann aber will nicht stempeln. Er glaubt, so nie die lang ersehnte Vertragsentfristung zu bekommen. „Das wird bei der Post nicht gern gesehen“, sagt er. Neulinge und Befristete, die das machen, könnten gleich gehen. Außerdem will Ostermann „kein lahmer Kollege“ sein.
(...)
Nach Jahren bei der Post, etlichen befristeten Verträgen, unzähligen Überstunden und Schmerztabletten, die Ostermann während der Weihnachtszeit täglich schluckt, damit er trotz Rückenbeschwerden durchhält, gibt es für ihn wieder keine Entfristung.

Ostermann ist beileibe kein Einzelfall. Im Logistikreich der Post wächst seit Jahren der Druck auf die Zusteller.
(...)
Ihre und die Motivation der Kollegen sei „im Keller“. Wenn sie morgens die Pakethaufen sieht, will sie am liebsten wieder heimfahren. Sie nimmt regelmäßig Ibuprofen 400, um trotz der Schmerzen in Knien und Rücken arbeiten zu können. Überstunden schreibt sie nicht auf, Kollegen haben ihr abgeraten. Wegen der schweren Pakete hatte sie einen Tennisarm, sagt sie. Zusätzlich war sie wegen Erschöpfung in Behandlung und hat damit das von der Post vorgesehene Krankheitskonto weit überzogen. Trotzdem hofft sie auf eine Entfristung. Realistisch ist das nicht.
(...)
...die Post droht Angestellten, die ohne Autorisierung mit Journalisten sprechen, mit strafrechtlichen Konsequenzen.
(...)
 Lag das Gewicht vorher im Schnitt bei acht bis neun Kilo, sind es heute 15 bis 16 Kilo pro Paket. Auch die Zustellbezirke hätten sich vergrößert, was die Kollegen zunehmend überfordere.
(...)
Nur so, sagt Dahlhaus, auf Kosten des Personals, könne Konzernchef Frank Appel sein ehrgeiziges Ziel erreichen, 2020 fünf Milliarden Euro operativen Gewinn einzufahren. 2017 lag der noch bei 3,74 Milliarden Euro.
(...)
Im Juni 2016 zeigte das ARD-Magazin „Monitor“, wie Zusteller unter prekärsten Bedingungen leben. Dort ist zu sehen, wie Menschen im Kleintransporter schlafen, weil sie sich keine Wohnung leisten können. An diesen Zuständen habe sich bis heute nicht viel geändert.
(...)
„Diejenigen in den weißen Lieferwagen, die kaum Deutsch sprechen, sind genau die Problemkinder“, sagt er. Manche hätten in ihren Transportern sogar Schlafmatratzen. „Sie fahren Tag und Nacht, was nicht sein dürfte.“ Manche seien Scheinselbstständige, andere Angestellte.

Bei der Post wisse man Bescheid, sagen sowohl Cosmar als auch Glaugitz. Man würde die Zustände aber dulden, weil mitten im Paketboom Fahrer am Markt fehlten.
(...)
http://www.handelsblatt.com/my/unternehmen/handel-konsumgueter/report-ueber-paketzusteller-deutsche-post-bezahlt-mitarbeiter-fuer-gleiche-arbeit-aeusserst-unterschiedlich-/21262268.html?ticket=ST-5819139-mkOqwe42iatjeBYXQcVq-ap4 (http://www.handelsblatt.com/my/unternehmen/handel-konsumgueter/report-ueber-paketzusteller-deutsche-post-bezahlt-mitarbeiter-fuer-gleiche-arbeit-aeusserst-unterschiedlich-/21262268.html?ticket=ST-5819139-mkOqwe42iatjeBYXQcVq-ap4)