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Neuigkeiten + Diskussion => (Sozial-) Politikforum & Aktuelles von Chefduzen => Thema gestartet von: Sybilla am 28. Februar 2007, 12:46:06



Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 28. Februar 2007, 12:46:06
Die BA – Medienzahl ist laut BA von Januar – Februar um 24.000 auf 4.222.000 Personen gesunken

Trotz mildem Februar beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ)  4.505.549
Das suggeriert immer noch einen Rückgang 14.748 Personen.


Die wahre Entwicklung wird erst bei genauer Betrachtung offenbar so stieg die Zahl der APM um 54.531 Maßnahmen auf 1.458.779 Maßnahmen

Nun ergibt sich ein realer Anstieg der Arbeitslosigkeit um rund 30.000 Personen (Gezählte Arbeitslose + APM) auf 5.680.935 Personen.

Zudem haben sich die Ausgaben des Saison-Kurzarbeitergeld von ca. 5 Mio. € auf 30.Mio € versechsfacht die Betroffenen werden nicht als arbeitslos gezählt.

Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten Februar 2007
stieg  um 22.000 Personen von 1.374.000 auf  1.396.000 Personen

Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten Februar 2007
stieg  um 73.000 Personen von 5.085.000 auf  5.158.000 Personen

Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten Februar 2007
stieg  um 24.000 Personen von 1.889.000 auf 1.913.000 Personen.


Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften Februar 2007
stieg  um  45.000 von  3.599.000 auf  3.644.000



Die Zahl der offenen Stellen  wird im BA Bericht Februar (Seite 8  ) mit  624.000 Stellen angegeben

Bestand im einzelnen
alle Stellen 624.000
darunter: Vakanzen 524.900
ungeförderte Stellen 423.400
darunter: Vakanzen 342.600
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 372.300
darunter: Vakanzen 307.400

---------------------------------

= 8.192.451 Leistungsberechtigte NOV 06
= 8.202.162 Leistungsberechtigte DEZ 06
= 8.394.944 Leistungsberechtigte JAN. 07
= 8.466.855 Leistungsberechtigte FEB. 07
 
Leistungsempfänger Februar 07
- Arbeitslosengeld s1.395.828
- Arbeitslosengeld II p5.158.131
- Sozialgeld p1.912.896

Leistungsempfänger Februar 06
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
- Arbeitslosengeld s1.803.936
- Arbeitslosengeld II s5.126.336
- Sozialgeld s1.838.822

=  8.769.094 Leistungsberechtigte Jan. 06

Die Zahl der Leistungsberechtigten sank im Jahresvergleich um 302.239 Personen ab.

Nachdem der Rückgang der Leistungsberechtigten bei ALG I insgesamt 408 108 Personen beträgt. Ist der Rückgang, wahrscheinlich nicht nur auf den milden Winter, sondern auch auf die Vermutung zurück zuführen, dass eine größere Menge aus dem ALG I ausschied aber keine Bedürftigkeit für das ALG II nachweisen kann und somit aus der Statistik der gezählten Arbeitslosen hersaus fällt.

4.505.549 Personen mit (EEJ) ist keine echte Sensation sondern meines Erachtens dass Ergebnis eines milden Winters und der Bedürftigkeitsprüfung bei Beantragung des ALG II. Sowie – in der Regel - die Eingliederung der unter 25 Jährigen in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern. Allein die demografische Entwicklung reduziert die Anzahl der Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt zu der genauen Zahl wird im BA – Bericht nicht berichtet.
Schätzungen sprechen von eine Abnahme von rund 200.000 Personen/Jahr.



Die Zahl der Arbeitslosen sank laut BA Statistik im Jahresvergleich um 825.512 Personen ab.

Hingegen die Zahl der Leistungsberechtigten binnen Jahresfrist nur um 302.239  absank.

Hinweise:
Die Daten zur Arbeitslosigkeit speisen sich aus dem IT-Fachverfahren der BA, aus als plausibel bewerteten Datenlieferungen zugelassener kommunaler Träger und - sofern keine verwertbaren bzw. plausiblen Daten geliefert wurden - aus ergänzenden Schätzungen der BA. Die Daten zu Stellen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wurden ausschließlich aus dem IT-Fachverfahren der BA gewonnen; nicht enthalten sind Daten kommunaler Träger soweit sie andere IT-Fachverfahren
genutzt haben. Die Daten zu Leistungen nach dem SGB II beruhen auf Auswertungen aus dem IT-Fachverfahren A2LL, auf Meldungen kommunaler Träger und - wenn diese nicht vorliegen - auf Schätzungen der BA.
Neuregelung der Bedarfsgemeinschaft für unter 25-jährige Arbeitslose

*Zum 1. April 2006 traten in Teilen das Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze in Kraft.Die wichtigste Neuregelung betrifft unverheiratete, volljährige, unter 25-jährige Arbeitslose. Sie werden grundsätzlich in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern einbezogen. Wenn sie eine eigene Wohnung beziehen wollen, müssen sie dafür die Zustimmung des Leistungsträgers einholen. Der Stichtag, seit dem Jugendliche eine Zulassung des kommunalen Trägers zum Auszug aus dem Elternhaus benötigen, ist der 17. Februar 2006


Nach den Regelungen der §§ 428 SGB III und 252 Abs. 8 SGB VI müssen 58-Jährige oder Ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung stehen und werden auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt.

Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen,
unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und
dem Job-Roboter. Zusammen waren das im Februar 853.000 Stellen,

 

Quellen:
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200601.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200702.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200611.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200612.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200701.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200702.pdf

 
Wie wird die Statistik erstellt:

Das würde den Rahmen meines Beitrags endgültog sprengen näheres finden sie im BA- Bericht im BA – Bericht Februar 2007 auf den Seiten 16 - 22


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 01. März 2007, 13:03:29
Viele sagen jetzt sehen wir den Erfolg der Hartz IV Reform gut sehen wir zurück in die Zeit vor Hartz IV als alle neoliberalen Medien nach Reformen brüllten und die Zahl von 4.641.046 Arbeitslosen Februar 2004 (mit u25) + Sozialhilfeempfänger ganz schlimm war. Im Februar 2004  gab es 4.423.000 Leistungsempfänger  
(ALG  und ALHI) + Sozialhilfe

http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200402.pdf

Zitat
Der WDR - berichtet im Februar 2004:

... Die Arbeitslosenquote blieb trotz des Anstiegs konstant bei 10,4 Prozent. Gründe für den Anstieg seien witterungsbedingte Arbeitsausfälle durch den lang anhaltenden Winter, das Fehlen konjunktureller Impulse und eine sich daraus ergebende schwache Nachfrage nach Arbeitskräften gewesen, hieß es weiter....

[url]http://www.wdr.de/themen/wirtschaft/arbeit_und_tarifwesen/arbeitsmarkt_statistik/arbeitslosenzahlen_februar_2004.jhtm[/url]


Heute zählt die BA 4.505.549 (mit EEJ ohne u25) und alle sprechen von einem Erfolg der Hartz IV Reformen. Jetzt sagen viele ja in der Zahl sind ja die ehemaligen Sozialhilfeempfänger enthalten. Nein sind sie nicht.

Im Februar 2007 gibt es 6.554.000 Leistungsempfänger (ALG I + ALG II)   + 1.913.000 Sozialgeld (Sozialhilfeempfänger)

Zitat
Und in den Medien lesen wir im Februar 2007

....Die Abnahme ist vor allem vom konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung verursacht. Außerdem haben das vergleichsweise milde Wetter und das Saison-Kurzarbeitergeld eine Rolle gespielt. Das Saison-Kurzarbeitergeld ermöglicht Baubetrieben Entlassungen in den Wintermonaten zu vermeiden und flexibler zu reagieren. Ein Teil der Abnahme der Arbeitslosigkeit beruht auf der intensiveren Betreuung von Arbeitslosen sowie der systematischen Überprüfung des Arbeitslosenstatus, im Februar unterstützt durch einen stärkeren Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente im Rechtskreis SGB II.

Außerdem wird der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet. Die systematische Überprüfung des Arbeitslosenstatus und das abnehmende Kräfteangebot erklären, warum die Arbeitslosigkeit stärker ab- als die Beschäftigung zunimmt....

[url]http://www.innovations-report.de/html/berichte/wirtschaft_finanzen/bericht-79787.html[/url]


Jetzt bitte ich das alle Neoliberalen und alle anderen Sympathisanten der Großen Koalition erklären:

Worin der Erfolg der Hartz IV Reformen besteht. Das wir im Februar 2007 ähnlich viele Arbeitslose zählen als im Februar 2004 aber rund 4 Millionen mehr Leistungsempfänger?

Wobei im Februar 2007 weniger Bürger als bedürftig zählen ( diese Zahl finden wir in keiner Statistik) als im Februar 2004?

Die Groschen fliessen die Räder laufen!


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: TagX am 01. März 2007, 13:26:22
Zitat
Sybilla fragt
Worin der Erfolg der Hartz IV Reformen besteht.

Zitat
Hartz IV wird seine echten Wirkungen erst allmählich, dafür dann aber umso nachhaltiger entfalten. Diese Wirkungen sind struktureller, nicht konjunktureller Natur. Im Wesentlichen sind sie darin begründet, dass der Staat die in seinem Lohnersatzsystem liegende Lohnkonkurrenz zurücknimmt und die Betroffenen veranlasst, sich mit niedrigeren Löhnen zufrieden zu geben. Zu niedrigeren Löhnen werden die Arbeitgeber es lohnend finden, zusätzliche Stellen zu schaffen.
Hans Werner Sinn, Ifo Institut


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 29. März 2007, 11:42:15
März 2007:

Ja es gibt die alljährliche Frühjahrsoffensive des Arbeitsmarktes aber keine sensationelle Wende.

Die BA – Medienzahl ist laut BA von Februar 07 – März 07 um 1144.000 auf 4.108.000 Personen gesunken

Trotz mildem März beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ)  4.395.529 Personen

Die wahre Entwicklung wird erst bei genauer Betrachtung offenbar so stieg die Zahl der APM  auf 1.467.224 (Seite 33 BA – Bericht März) = 5.575.193 Personen (Arbeitslose + APM)

Außerdem waren 516.000 oder 9 ½ Prozent der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen
ausschließlich geringfügig entlohnt beschäftigt. Datenbasis ist eine Verknüpfung der
Beschäftigten- und Grundsicherungsstatistik. Weil für die Grundsicherungsstatistik nur
Daten aus dem IT-Verfahren A2LL herangezogen werden konnten – und A2LL nicht
von allen Kreisen vollständig genutzt wird, insbesondere nicht von den zugelassenen
kommunalen Trägern – ist die Schnittmenge der ermittelten beschäftigten Leistungsempfänger entsprechend untererfasst und wurde deshalb hochgerechnet.
Die Daten über den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente werden hier ohne Förderinformationen für die zugelassenen kommunalen Träger dargestellt. Endgültige Werte zur Förderung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.


Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten ist im März 2007 von
s1.404.737 Personen Februar (aktuelle Angbae - ACHTUNG im BA Bericht Februar 07 wurde diese Zahl noch mit 1.395.828  Personen angegeben) auf  s1.342.283 Personen gesunken

Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten März 2007
stieg  um 35.535 Personen von 5.158.131 auf 5.193.666
 Personen an.

Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten März 2007
stieg  um 10836 von 1.912.896 Personen auf  p1.923.732 Personen an


Die Zahl der offenen Stellen  wird im BA Bericht Februar (Seite 8  ) mit  639.700 Stellen angegeben (Vormonat 624.000)

Bestand im einzelnen
alle Stellen 639.700
darunter: Vakanzen 544.000
ungeförderte Stellen 443.200
darunter: Vakanzen 368.000
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 391.900
darunter: Vakanzen 330.700


---------------------------------

= 8.192.451 Leistungsberechtigte NOV 06
= 8.202.162 Leistungsberechtigte DEZ 06
= 8.394.944 Leistungsberechtigte JAN. 07
= 8.466.855 Leistungsberechtigte FEB. 07
= 8.459.681 Leistungsberechtigte März. 07

 
Leistungsempfänger März 07
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)

- Arbeitslosengeld s1.342.283
- Arbeitslosengeld II p5.193.666
- Sozialgeld p1.923.732

==  8.459.681 Leistungsberechtigte März. 07

Leistungsempfänger März 06
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
- Arbeitslosengeld s1.802.492
- Arbeitslosengeld II s5.208.145
- Sozialgeld s1.854.731

=  8.865.374 Leistungsberechtigte März 06

Die Zahl der Leistungsberechtigten sank im Jahresvergleich um 405.693 Personen ab.

Nachdem der Rückgang der Leistungsberechtigten bei ALG I insgesamt 460 209 Personen beträgt. Ist der Rückgang, wahrscheinlich nicht nur auf den milden Winter, sondern auch auf die Vermutung zurück zuführen, dass eine größere Menge aus dem ALG I ausschied aber keine Bedürftigkeit für das ALG II nachweisen kann und somit aus der Statistik der gezählten Arbeitslosen hersaus fällt.

4.395.529 mit (EEJ)  offizille Personen in Arbeitslosigkeit ist keine echte Sensation sondern meines Erachtens dass Ergebnis eines milden Winters und der Bedürftigkeitsprüfung bei Beantragung des ALG II. Sowie – in der Regel - die Eingliederung der unter 25 Jährigen in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern. Allein die demografische Entwicklung reduziert die Anzahl der Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt zu der genauen Zahl wird im BA – Bericht nicht berichtet.


.
Hinweise:
Die Daten zur Arbeitslosigkeit speisen sich aus dem IT-Fachverfahren der BA, aus als plausibel bewerteten Datenlieferungen zugelassener kommunaler Träger und - sofern keine verwertbaren bzw. plausiblen Daten geliefert wurden - aus ergänzenden Schätzungen der BA. Die Daten zu Stellen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wurden ausschließlich aus dem IT-Fachverfahren der BA gewonnen; nicht enthalten sind Daten kommunaler Träger soweit sie andere IT-Fachverfahren
genutzt haben. Die Daten zu Leistungen nach dem SGB II beruhen auf Auswertungen aus dem IT-Fachverfahren A2LL, auf Meldungen kommunaler Träger und - wenn diese nicht vorliegen - auf Schätzungen der BA.
Neuregelung der Bedarfsgemeinschaft für unter 25-jährige Arbeitslose

*Zum 1. April 2006 traten in Teilen das Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze in Kraft.Die wichtigste Neuregelung betrifft unverheiratete, volljährige, unter 25-jährige Arbeitslose. Sie werden grundsätzlich in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern einbezogen. Wenn sie eine eigene Wohnung beziehen wollen, müssen sie dafür die Zustimmung des Leistungsträgers einholen. Der Stichtag, seit dem Jugendliche eine Zulassung des kommunalen Trägers zum Auszug aus dem Elternhaus benötigen, ist der 17. Februar 2006


Nach den Regelungen der §§ 428 SGB III und 252 Abs. 8 SGB VI müssen 58-Jährige oder Ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung stehen und werden auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt.

Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen,
unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und
dem Job-Roboter. Zusammen waren das März 891.000. Stellen,

 

Quellen:
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200601.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200702.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200611.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200612.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200701.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200702.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200703.pdf

 
Wie wird die Statistik erstellt:

Das würde den Rahmen meines Beitrags endgültig sprengen näheres finden sie im BA- Bericht im BA – Bericht Februar 2007 auf den Seiten 16 - 22


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12. April 2007, 16:13:01
Nunmehr kündigen die Statistikexperten im Pariser Arbeitsministerium einen Streik an, falls bei der Bekanntgabe der nächsten Monatsstatistik schon wieder manipulierte Zahlen veröffentlicht würden...

http://www.labournet.de/internationales/fr/statistik.html


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: unkraut am 12. April 2007, 21:19:55
Was wurde sich aufgeregt wegen der Wahlmanipulationen zur DDR Zeit . Oder wenn mal wieder " Plankorrektur " vorgenommen wurde .
Heute ist die Zahlenmanipulierung an der Tagesordnung .
Und ... im Grunde genommen interessiert es keine Sau .  
Kopfschüttelnde Grüße vom unkraut


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 29. April 2007, 19:38:40
Es kommt darauf an ob man in dem Spiel der Lügen weiter mitspielt...

Zitat
27.04.07
Statistiker streiken gegen Manipulationen
Gestern sind die französischen Arbeitslosenstatistiker aus dem Arbeitsministerium in einen eintägigen Streik getreten. Ihnen schlossen sich Beschäftigte des nationalen Statistikamtes INSEE und der Arbeitslosenämter an. In einem Flugblatt ihrer Gewerkschaft heißt es: "Wir fordern, die Veröffentlichung der monatlichen Arbeitslosenzahlen auf der aktuellen Basis einzustellen, denn jeder weiß, dass sie missbräuchlich die wahre Lage verschleiern".


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: BakuRock am 29. April 2007, 22:01:11
......von den von der Regierung bezahlten "Dienern" die Hand zu beissen, die sie fuettert.

Aber ein deutliches Zeichen, dass Staatsdiener eben auch nur Menschen sind - es sei denn, das Ganze waere (gewerkschafts-)politisch engagiert (es ist doch gerade Wahlkampf in Frankreich!?) Und auch Frankreich hat den Kapitalismus zu ertragen. Auch dort werden die Haeute so teuer wie moeglich verkauft. Will sagen, es wuerde mich nicht wundern, wenn mit der naechsten Praesidentschaft auch die Besoldung der Staatsdiener steigen wuerde .....


Wuerde mich freuen, wenn ich nicht Recht haette. Dann bliebe noch zu hoffen, dass auch die Deutschen Staatsdiener sich mal zur Wahrheit durchringen und ihren Mitmenschen einen Hoffnungsschimmer zukommen lassen.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: devil_inside am 30. April 2007, 17:19:08
Schon wieder die Franzosen. Ich glaube, ich besser mein Französisch auf und ziehe dorthin. ;)


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 02. Mai 2007, 11:52:08
über die breite Manipulation der öffentlichen Meinung.

Seit Schmidt/Apel wird an der Arbeitslosenstatistik gedreht, indem bestimmte Gruppen einfach nichtmehr eingerechnet werden.

Erst gestern habe ich in meinem Bekanntenkreis wieder von einem Teilzeitbeschäftigten erfahren, dass er ab 01.06. arbeitslos wird. Er hatte sich gerade mit seiner Freundin FÜR ein Kind entschieden.

Sein Arbeitgeber muß 50.000 Euro/Jahr einsparen sonst kann er dichtmachen.
Also entlassen, geringfügige Beschäftigungen ... der Staat bezahlt ja die Unterbezahlten und Ausgegliederten.

In den Medien immer wieder Jubel über das Sinken der Arbeitslosenzahlen, den Konjunkturaufschwung und gerade eben die Vorzüge der Zeitarbeitsfirmen. Gehirnwäsche!

ICH KANN UND WILL DIESEN INFORMATIONSTERROR NICHT MEHR ERTRAGEN! Es bleibt eigentlich nur der Boykott.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 02. Mai 2007, 12:43:32
April 2007:

Ja es gibt die alljährliche Frühjahrsoffensive des Arbeitsmarktes die Abnahme der Arbeitslosigkeit ist von März auf April mit 141.000 etwas schwächer als im Durchschnitt der letzten
drei Jahre mit -168.000 ausgefallen


Die BA – Medienzahl ist laut BA von März 07 – April 07 um 141.000 auf 3.967.000 Personen gesunken

Im April beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ) 4.250.802  Personen
(3.966.648 + 284.154 EEJ)

Die wahre Entwicklung wird erst bei genauer Betrachtung offenbar so stieg die Zahl der APM  auf 1.439.906 geschätzt  (Seite 34 BA – Bericht April) =  5.406.554 Personen (Arbeitslose + APM)

Fußnote 7 Seite 5


Außerdem waren 516.000 oder 10 Prozent der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen
ausschließlich geringfügig entlohnt beschäftigt. Datenbasis ist eine Verknüpfung der
Beschäftigten- und Grundsicherungsstatistik. Weil für die Grundsicherungsstatistik nur Daten aus dem IT-Verfahren A2LL herangezogen werden konnten – und A2LL nicht von allen Kreisen vollständig genutzt wird, insbesondere nicht von den zugelassenen kommunalen Trägern – ist die Schnittmenge der ermittelten beschäftigten Leistungsempfänge entsprechend untererfasst und wurde deshalb hochgerechnet.



Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im April s1.189.919 Personen
Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im April p5.204.567 Personen
 Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt im April p1.919.509 Personen

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften stieg noch einmal von 3.667.000 auf 3.669.000 an.

Alles in allem bekamen damit 6.291.000 erwerbsfähige Menschen Lohnersatzleistungen nach dem SGB III oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts
nach dem SGB II, (BA Bericht Seite 5)

Auffallend ist das der Rückgang der Menschen die Anspruch auf Lohnersatzleistungen mit 447.00 Gegenüber dem Vorjahr geringer ausfällt als der Rückgang der Arbeitslosen von 824.000 im jahrevergleich.


Die Zahl der offenen Stellen  wird im BA Bericht Februar (Seite 7  ) mit  651.100Stellen angegeben (Vormonat 624.000)


Bestand
alle Stellen 651.100
darunter: Vakanzen 588.000
ungeförderte Stellen 452.200
darunter: Vakanzen 403.100
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 400.000
darunter: Vakanzen 360.600

---------------------------------

= 8.192.451 Leistungsberechtigte NOV 06
= 8.202.162 Leistungsberechtigte DEZ 06
= 8.394.944 Leistungsberechtigte JAN. 07
= 8.466.855 Leistungsberechtigte FEB. 07
= 8.459.681 Leistungsberechtigte März. 07
= 8.313.995 Leistungsberechtigte April 07

 
Leistungsempfänger April 07
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)

LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
- Arbeitslosengeld s1.189.919
- Arbeitslosengeld II p5.204.567
- Sozialgeld p1.919.509

==  8.313.995 Leistungsberechtigte April. 07

Leistungsempfänger April 06
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
- Arbeitslosengeld s1.669.168
- Arbeitslosengeld II s5.201.609
- Sozialgeld s1.858.597

=  8.729.374Leistungsberechtigte April 06

Die Zahl der Leistungsberechtigten sank im Jahresvergleich um 415.379 Personen ab.

Nachdem der Rückgang der Leistungsberechtigten bei ALG I insgesamt 479.249Personen beträgt. Ist der Rückgang auf die Vermutung zurück zuführen, dass eine größere Menge aus dem ALG I ausschied aber keine Bedürftigkeit für das ALG II nachweisen kann und somit aus der Statistik der gezählten Arbeitslosen hersaus fällt.

4.250.802 mit (EEJ)  offizille Personen in Arbeitslosigkeit ist keine echte Sensation sondern meines Erachtens dass Ergebnis eines milden Winters und der Bedürftigkeitsprüfung bei Beantragung des ALG II. Sowie – in der Regel - die Eingliederung der unter 25 Jährigen in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern. Allein die demografische Entwicklung reduziert die Anzahl der Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt zu der genauen Zahl wird im BA – Bericht nicht berichtet.

So gibt es folgende Schätzungen
(*geschätzt Stiftung Marktwirtschaft)

Medienzahl April 07 Arbeitslose 3.966.648
Arbeitslose in Maßnahmen der BA  1.439.906
Arbeitslose in Maßnahmen der Kommunen: ca. 570.000*
Arbeitslose unter 25 ohne eigenen Anspruch ca. 330.000*
Arbeitslose über 58/ Vorruhrstand ca. 880.000*
Stille Resrve (Vermögende Arbeitslose) ca. 1.600.000*

== Arbeitslose gesamt 8.786.554*




.
Hinweise:
Die Daten zur Arbeitslosigkeit speisen sich aus dem IT-Fachverfahren der BA, aus als plausibel bewerteten Datenlieferungen zugelassener kommunaler Träger und - sofern keine verwertbaren bzw. plausiblen Daten geliefert wurden - aus ergänzenden Schätzungen der BA. Die Daten zu Stellen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wurden ausschließlich aus dem IT-Fachverfahren der BA gewonnen; nicht enthalten sind Daten kommunaler Träger soweit sie andere IT-Fachverfahren
genutzt haben. Die Daten zu Leistungen nach dem SGB II beruhen auf Auswertungen aus dem IT-Fachverfahren A2LL, auf Meldungen kommunaler Träger und - wenn diese nicht vorliegen - auf Schätzungen der BA.
Neuregelung der Bedarfsgemeinschaft für unter 25-jährige Arbeitslose

*Zum 1. April 2006 traten in Teilen das Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze in Kraft.Die wichtigste Neuregelung betrifft unverheiratete, volljährige, unter 25-jährige Arbeitslose. Sie werden grundsätzlich in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern einbezogen. Wenn sie eine eigene Wohnung beziehen wollen, müssen sie dafür die Zustimmung des Leistungsträgers einholen. Der Stichtag, seit dem Jugendliche eine Zulassung des kommunalen Trägers zum Auszug aus dem Elternhaus benötigen, ist der 17. Februar 2006


Nach den Regelungen der §§ 428 SGB III und 252 Abs. 8 SGB VI müssen 58-Jährige oder Ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung stehen und werden auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt.

 

Quellen:
BA – Monatsberichte 2006
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200701.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200702.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200703.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200704.pdf



 
Wie wird die Statistik erstellt:

Das würde den Rahmen meines Beitrags endgültig sprengen näheres finden sie im BA- Bericht im BA – Bericht Februar 2007 auf den Seiten 16 - 22


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 02. Mai 2007, 13:01:17
Eben, Sybilla. - Bei der Gelegenheit: Danke für das Aufwuseln der Zahlen.

Bleibt der Zorn über die ausufernde Kampagne der Medien.

Vor der Wahl von Merkel:
Den Menschen wird suggeriert SPD ist schlecht, nur wer CDU wählt, wählt den Aufschwung... Die Leute wählen CDU...
Die Beeinflussung des Wahlergebnisses durch die Nichtwähler tat ihr Übriges.
Und siehe: Merkel regiert, der Aufschwung ist da.

Die Macht der Medien und die treudoofen Deutschen, die diese Sülze glauben, macht micht zornig und zugleich traurig.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Paul Brömmel am 02. Mai 2007, 17:38:01
:D Ich krieg mich nicht mehr ein :

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,480620,00.html

"Der Behördenchef weiß, wovon er spricht. Denn die Zahlen seines Hauses spiegeln nur die halbe Wahrheit wider...."  :D

"250.000 Menschen fehlen in der Statistik..."  X(


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: IHC am 02. Mai 2007, 21:20:27
Den einzigen Aufschwung bei den Arbeitsmarktdaten gibt es im Bereich Sekundärrohstofferfassung:

Beim jüngsten Volksfest wurden die Gäste höfflich gefragt, ob sie ihre leere Flasche noch brauchen. Kennt man sonst nur aus Ländern wie Rumänien, ist nun dank Münte & Co. aber schon Alltag in Deutschland.

Dazu die Papiersammler, die täglich ihre Runde in den Hauseingängen machen um die überflüssige Reklame einzusammeln.

Das ist Deutschland:

Erst werden Rentner und Kinder losgeschickt um Werbung zu stopfen, dann gehen die Arbeitslosen und sammeln den Mist sofort wieder ein um sich ein paar ct. je kg zu verdienen.

Noch Fragen Kienzle?


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: BakuRock am 02. Mai 2007, 22:30:48
Zitat
Original von Strombolli
über die breite Manipulation der öffentlichen Meinung.
Seit Schmidt/Apel wird an der Arbeitslosenstatistik gedreht, indem bestimmte Gruppen einfach nichtmehr eingerechnet werden.
......................................"

Das nicht mehr einrechnen ist die eine Seite. Die andere Seite, und das ist die viel schlimmere, die Medien sind zum Steigbuegelhalter der Politik mutiert.

Das zeigt sich nun erneut in den, in den letzten Tagen verkuendeten, Meldungen: "Die Zahl der Arbeitslosen ist gesunken."

Im Volontariat schon habe ich gelernt, diese Meldung zu zu ordnen und damit zu relativieren. So etwa: "Die Zahl der Arbeitslosen ist, laut veroeffentlichter Arbeitsamt-Statistik, gesunken."

An einem simplen Satz, mit und ohne Komma, wurde der Unterschied von Meldungen damals deutlich gemacht:
"In diesem Staat geht alles, zum Teufel."
oder eben:
"In diesem Staat geht alles zum Teufel."

Aber es darf sich ja nun jedes A****loch "Journalist" nennen - und das tun sie ja auch!


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Paul Brömmel am 03. Mai 2007, 06:25:01
:D Einige neue Arbeitsplätze wurden aber trotzdem geschaffen:

http://www.dnn-online.de/aktuell/content/23753.html

"Klagewelle gegen Hartz-IV - Sozialgerichte stellen neue Richter ein"  :(


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Hartzhetzer am 03. Mai 2007, 07:47:24
Zitat
Allzu optimistisch ist Weise allerdings nicht. Die Erwartung der Bundesregierung, die Arbeitslosenzahl könnte in diesem Jahr unter 3,8 Millionen sinken, teilt er jedenfalls nicht. "Wir bleiben lieber nüchterne Beobachter, als zu schnell zu große Erwartungen zu wecken."
So weise ist der Weise nun auch nicht, wenn man die Hartz IV Regeln noch etwas verschärft, hier und da noch ein paar mehr in Zwangsarbeit steckt, und 50% vom übrigen Rest die Leistungen ganz streicht, dann haben wir bestimmt nur noch 1,5 MIO Arbeitslose in der Buntmichelrepublik.

Also mir persönlich geht dieses ganze Aufschwungsgebabbel ja nur noch auf den Sack. Jedoch ist die Gefahr sehr groß das bei 36% Wahlbeteiligung wieder 33% CDU gewählt werden.
Das Merkelferkel weis schon wie man Volksverarschung richtig betreibt, schließlich hat sie ja Physik studiert und kennt sich daher bestens mit der Relativitätstheorie aus.

In den zwanziger Jahren wo Einstein die Theorie entwickelte war im Volksmund eine weit verbreitete Auffassung vorhanden:

Zitat
Einstein wurde zur Berühmtheit, und es war in den 1920er Jahren in Mode, über die Relativitätstheorie zu diskutieren, auch wenn sie kaum jemand verstanden hatte. Verkürzt auf den Spruch alles ist relativ wurde sie zuweilen in die Nähe eines philosophischen Relativismus gerückt.
Oder noch besser die Erkenntnistheoretische Implikationen der Relativitätstheorie von Immanuel Kant:

Zitat
Reine Anschauung ermöglicht es, reine Mathematik zu betreiben: Geometrie basiert auf Anschauung im Raum, Arithmetik basiert auf Abzählen in der Zeit. Mathematik erlaubt Synthetische Urteile.
Naja, ein Synthetischer (sýnthesis - die Zusammensetzung, Zusammenfassung, Verknüpfung) Aufschwung ist besser wie keiner. Das hat auch im allgemeinen etwas mit positiver Energie, Lebensbejahung usw. zu tun. Nehmen wir an euer SB streicht euch eure ALG II Leistung ganz, dann ist das kein Grund zu verzweifeln. Nein, im Gegenteil, man drückt seinen SB ein Kuss auf die Wange und sagt: "Danke das ich mich am Aufschwung beteiligen darf." Warum, na weil einen das Deutschland ja dankt, denn laut INSM ist doch jeder von uns Deutschland.

Arten des Dankes:

Selbstdank: ich bin Deutschland + ich bin der Aufschwung = positive Energie

Dankbarkeit im Supermarkt: Da ihr kein Geld mehr habt klaut ihr euch eure Lebensmittel und werdet dabei Erwischt. Ihr werdet mit in das Büro der Marktleitung genommen, wo dann die ganze tippeltappel Tour mit Strafandrohung usw. stattfindet.
So und jetzt sagt mir doch bitte mal wer als normaler Kunde im Supermarkt schon mit in die Büros genommen wird, wer hat den schon groß das Privileg den Marktleiter am Arbeitsplatz, bei der Arbeit zu sehen?

Mit der Sozialen Isolation ist es vorbei: Zwei Monate keine Miete, Strom usw. bezahlt und schon bekommt ihr jede Menge Besuch. Der liebe Kerl von den Stadtwerken, der euch den Strom abklemmt (auf ne Tasse Kaffee lässt der sich bestimmt ein, jedoch nur vor dem Abklemmen ansonsten könntet ihr ihn verärgern) und euch damit romantische Nächte bei Kerzenlicht und warmen Bier (besser für den Magen) ermöglicht.
Der coole Typ vom Amtsgericht, der euch im Rahmen der Naturkunde jede Menge Kuckucks schenkt und euch Nächte im freien ermöglicht.
Der burschikose Kerl vom Schlüsseldienst, der kostenlos euer Schloss erneuert. Um mal einige zu nennen.

Dankbarkeit von Wachleuten und Polizisten: Ihr schlaft auf einer Bank, da ihr Obdachlos geworden seit. Schnell kommt ihr mit Polizisten ins Gespräch, die euch mit etwas Glück sogar kostenloses Autofahren bis zur nächsten Wache ermöglichen.
Ihr steht den ganzen Tag vor einer Einkaufspassage, die Wachmänner werden 100 pro den Dialog mit euch suchen.
Auch so werdet ihre jede Menge Blicke anderer Bürger erhaschen, wenn ihr heruntergekommen an irgendwelchen Haltestellen abhängt.
Geht doch mal als normal Bürger Einkaufen, Spazieren usw., wer beachtet euch schon groß?

Basisausbildung zum Stadtführer: Schnell wisst ihr in welchen Ecken eurer Heimatstadt die gemütlichsten Bänke stehen, es die schönste Tafel gibt, das bequemste Obdachlosenasyl zu finden ist.
Ihr werdet zum Kenner von Containerrouten, entwerft somit eure eigenen Wanderwege, die sonst niemand kennt. Ihr wisst wo es das beste zu holen gibt und wenn der Aufschwung weitergeht, werden sich bestimmt viele andere an euch wenden um von eurem Wissen zu profitieren.
Schnell wird man Dank des Aufschwungs somit zum Kleinunternehmer und Logistikfachmann.

Kurzum: Der Aufschwung lässt euch innerhalb kürzester Zeit zum VIP werden, ihr werdet gefragt und in aller Munde sein, selbst Staatsbeamte werden den Kontakt mit euch suchen.

Also bitte kein pessimistisches Gemecker mehr über Angies Aufschwung, sondern Lebensbejahung und Optimismus sind mehr denn je gefragt in Zeiten des Wohlstands und Aufschwungs.

mfg


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: namron am 03. Mai 2007, 08:47:13
Ich möchte mich Strombolli anschließen und mal Dank sagen an Sybilla. Und ergänzen möchte ich noch diese Links.
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/nachrichten/arbeitsmarkt-arbeitslose/101249.asp
http://www.jungewelt.de/2007/05-03/025.php


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 03. Mai 2007, 12:29:51
Mir stehen die Tränen in den Augen - vor Lachen...
na vielleicht auch eine traurige, über deinen Beitrag.

Mit vielen Grüssen meiner Frau, die deinen Beitrag am Liebsten unserem
Bürgermeister, der ARGE/KBA und anderen verdächtigen Patienten
zuschicken würde.

Ich hatte heute auch wieder mein Quartalsgespräch über meine weitere berufliche Entwicklung. Es war eine Begegnung der 3. Art.
Grundgedanke: Wir sind alle guter Hoffnung.

Spargelstechen u.ä. brauche ich aufgrund meines Alters und überschäumender
bundesweiter Bewerbungsaktivitäten nicht.
Im Übrigen ist es für mich in diesem Laden immer wieder erstaunlich zu registrieren, wie jung die Mitarbeiter dort sind.

Sie haben nur eine Chance, wenn sie ne Mauer aus Paragrafen vor sich aufbauen und Null Interesse an meinem Schicksal haben.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 15. Mai 2007, 09:02:52
Milliarden Mehrausgaben bei Hartz IV
14.05.2007

Die Hälfte aller vermittelten Hartz IV-Bezieher haben nur einen Ein-Euro-Job8o

Berlin (pr-sozial) Der Bund muss in diesem Jahr statt der im Bundeshaushalt 2007 eingeplanten 21,4 Milliarden Euro für Hartz IV voraussichtlich ca. 24 Milliarden ausgeben. Dies sagte das Vorstandsmitglied Heinrich Alt von der Bundesagentur für Arbeit (BA) heute gegenüber der Presse.

Trotz des Rückgangs der Arbeitslosigkeit steigen die Kosten beim Arbeitslosengeld II (ALG II).

Hartz IV-Betroffene würden Alt zufolge nicht von der Belebung am Arbeitsmarkt profitieren. Zwar hätten angeblich 420.000 einen Job gefunden jedoch die Hälfte von ihnen nur einen Ein-Euro-Job.
Auf den Bund kämen somit Mehrausgaben von 1,5 Milliarden Euro, wenn die Reserve von 1,5 Milliarden aufgewendet würde.

Als besondere Probleme nannte Alt, dass derzeit rund 70.000 Selbstständige und eine halbe Million Vollzeitbeschäftigte Hartz IV-Leistungen beziehen.
Dieses Einfallstor (Eigentor!) könne von niemand zugemacht werden.

Der Staat würde mit aufstockendem Arbeitslosengeld II wettbewerbsverzehrend Unternehmen subventionieren, die Niedriglöhne bezahlen würden. Dies ginge zu Lasten der Unternehmen, die existenzsichernde Löhne bezahlen.

Die Ausgaben Arbeitslosengeld II hatten im vergangenen Jahr mit 26,4 Milliarden Euro ein Rekord erreicht.
Einsparungen auf 24 Milliarden Euro im laufenden Jahr wären zwar eine deutliche Einsparung.

Diese spart der Bund aber schon durch die Halbierung der Rentenbeiträge für Hartz IV-Betroffene.

Auch durch die Verschärfungen durch das Fortentwicklungsgesetz zu Hartz IV hatte sich die Regierung Einsparungen von insgesamt vier Milliarden Euro versprochen.

Die Betroffenen können wahrscheinlich mit weiteren Verschärfungen rechnen, die sich durch den Bericht der Arbeitsgruppe „Arbeitsmarkt“ schon andeutet. Dort sollen die Hinzuverdienstmöglichkeiten deutlich beschnitten werden und staatliche „Zwangsarbeit“ (Ein-Euo-Jobs) deutlich ausgeweitet werden.

siehe Erwerbslosen Forum Deutschland:
http://www.erwerbslosenforum.de/nachrichten/arbeitslose_
an_den_kragen_142007140514_181_3.htm


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: TagX am 28. Mai 2007, 22:57:34
Zitat
Raus aus der Statistik
Zum jüngsten Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit: Jeder zweite Bezieher von Arbeitslosengeld wird in der staatlichen Analyse zum Nichtarbeitslosen
Von Werner Rügemer

...
Alternative Statistik

Für eine realistische Bewertung darf die offizielle Statistik nicht mehr verwendet werden. Sie ist ein Instrument, das die »Verarmung durch Arbeit« und die Erniedrigung durch Arbeit legitimiert. Vielmehr muß in demokratischer und volkswirtschaftlicher Verantwortung eine neue Erfassung und Darstellung entwickelt werden. Gewerkschaften und andere müssen dies tun, um auf diesem Gebiet nicht nur politisch, sondern auch sachlich argumentieren und handeln zu können.

Um ein wirklichkeitsgerechtes Bild zu bekommen, müssen Arbeit und Einkommen gleichzeitig erfaßt werden, ebenso die Dauer und der Status der Beschäftigung (befristet/unbefristet, Tages-/Wochenumfang, verpflichtende Freistunden bezahlt/unbezahlt, Überstunden bezahlt/nicht bezahlt, Arbeitszeitkonten, Urlaubsanspruch, Gesamteinkommen, Sozialversicherungen, Kündigungsschutz, Möglichkeit zur Ausschöpfung der Gesetze wie z.B. Bildung eines Betriebsrates).

...

Quelle und vollständiger Artikel: http://www.jungewelt.de/2007/05-29/001.php


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. Mai 2007, 13:28:36
Mai 2007:

Die Arbeitslosigkeit hat von April auf Mai im Zuge der Frühjahrsbelebung um 161.000 auf
3.806.000 abgenommen. Der Rückgang war schwächer als im Mai des vergangenen Jahres
(-252.000)


Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten
hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im April 4,82 Mio betragen,
39.000 mehr als vor einem Jahr. (Seite 3 BA Bericht Mai 07)

 Die BA – Medienzahl ist laut BA von April 07 – Mai 07 um 161.000 auf  3.806.000
Personen gesunken

Im Mai beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ) 4.134.499Personen
(3.805.950 +  291.549 EEJ des BA   Berichts + Im Februar meldeten
63 zugelassene kommunale Träger 37.000 Menschen, die in einer Arbeitsgelegenheit
beschäftigt waren.)

Im April betrug Arbeitslosigkeit (mit EEJ) 4.287.802* Personen
(3.966.648 + 284.154 EEJ *+ Im Februar meldeten
63 zugelassene kommunale Träger 37.000 Menschen, die in einer Arbeitsgelegenheit
beschäftigt waren)

Gegenüber dem Vorjahr wurden im Mai 732.000 weniger
Arbeitslose gezählt, nach -824.000 im April und -869.000 im März

Von der erwarteten Million entfernt sich der Arbeitsmarkt von Monat zu Moanz weiter.
   
Die wahre Entwicklung wird erst bei genauer Betrachtung offenbar so stieg die Zahl der APM auf 1.476.553 geschätzt  (Seite 34 BA – Bericht Mai 07)  = 5.282.503 Personen.

Die wahre Entwicklung wird erst bei genauer Betrachtung offenbar so stieg die Zahl der APM auf 1.439.906 geschätzt (Seite 34 BA – Bericht April 07) = 5.406.554 Personen (Arbeitslose + APM)


Unter Berücksichtigung der APM ist nur Rückgang  von 124.051 Personen (161.000 ) zählbar dass heißt rund 25 % der Personen wurde im Monat Mai nicht in Arbeit sondern in APM vermittelt.



 Seite 6 Fußnote 8 (BA Bericht Mai 07)

Insgesamt erzielten im Januar 2007 knapp 1,1 Mio Arbeitslosengeld IIEmpfänger
Brutto-Einkommen aus Erwerbstätigkeit, im Vergleich zu 0,9 Mio im September
2005, dem letzten auswertbaren Monat in A2LL.
 

(BA Bericht April) Außerdem waren 516.000 oder 10 Prozent der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen ausschließlich geringfügig entlohnt beschäftigt. Datenbasis ist eine Verknüpfung der Beschäftigten- und Grundsicherungsstatistik. Weil für die Grundsicherungsstatistik nur Daten aus dem IT-Verfahren A2LL herangezogen werden konnten – und A2LL nicht von allen Kreisen vollständig genutzt wird, insbesondere nicht von den zugelassenen kommunalen Trägern – ist die Schnittmenge der ermittelten beschäftigten Leistungsempfänge entsprechend untererfasst und wurde deshalb hochgerechnet.



Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im Mai s1.045.208 Personen
Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im Mai p 5.174.395 Personen
Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt im Mai p1.912.648 Personen

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften beträgt im Mai 07  3.807.000

Alles in allem bekamen damit 6.219.603 (Vormaonat 6.291.000) erwerbsfähige Menschen Lohnersatzleistungen nach dem SGB III oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts
nach dem SGB II.


 
Die Zahl der offenen Stellen wird im BA Bericht Mai (Seite 8 ) mit 642.600
Stellen angegeben (Vormonat 651.100)

Bestand
alle Stellen 642.600
darunter: Vakanzen 574.600
ungeförderte Stellen 456.300
darunter: Vakanzen 401.400
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 404.200
darunter: Vakanzen 358.400

---------------------------------

= 8.192.451 Leistungsberechtigte NOV 06
= 8.202.162 Leistungsberechtigte DEZ 06
= 8.394.944 Leistungsberechtigte JAN. 07
= 8.466.855 Leistungsberechtigte FEB. 07
= 8.459.681 Leistungsberechtigte März. 07
= 8.313.995 Leistungsberechtigte April 07
= 8.132.251 Leistungsberechtigte Mai 07
 
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
- Arbeitslosengeld s1.045.208
- Arbeitslosengeld II p5.174.395
- Sozialgeld p1.912.648

= 8.132.251 Leistungsberechtigte Mai 07

LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
- Arbeitslosengeld s1.566.955
- Arbeitslosengeld II s5.246.724
- Sozialgeld s1.875.759

 =  8.689.438 Leistungsberechtigte Mai 06

 Nachdem der Rückgang der Leistungsberechtigten bei ALG I insgesamt  521.747 Personen beträgt. Ist der Rückgang auf die Vermutung zurück zuführen, dass eine größere Menge aus dem ALG I ausschied aber keine Bedürftigkeit für das ALG II nachweisen kann und somit aus der Statistik der gezählten Arbeitslosen hersaus fällt.

Seite 16 Fußnaote 21 BA – Bericht Mai 07

Bei den Instrumenten der Beauftragung Dritter mit der Vermittlung und der Beauftragung
von Trägern mit Eingliederungsmaßnahmen werden für den Monat Mai im SGB III Ursprungswerte also keine hochgerechneten Werte referiert. Entsprechend stimmen die hier ausgewiesenen Daten nicht mit den in den Tabellen veröffentlichten hochgerechneten Werten überein. Ausgesprochen starke Zugänge und damit verbundene Bestandszuwächse innerhalb der letzten Monate bei diesen Instrumenten, führten dazu, dass das Hochrechnungsverfahren die Entwicklung nicht adäquat
antizipieren konnte.
 

4.134.499 Personen mit (EEJ) offizille Personen in Arbeitslosigkeit in einen Mai ist keine Sensation sondern meines Erachtens dass Ergebnis rigiter Anwendung der APM und zeigt das Versagen der Politik. Eine Bedürftigkeitsprüfung bei Beantragung des ALG II. Sowie – in der Regel - die Eingliederung der unter 25 Jährigen in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern drückt die Zahl im jahresvergleich. Allein die demografische Entwicklung reduziert die Anzahl der Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt zu der genauen Zahl wird im BA – Bericht nicht berichtet.
Die neu entstandenen Niedrigtslohnjobs sind keine „Aufschwung“ des Arbeitsmarktes.


So gibt es folgende Schätzungen
(*geschätzt Stiftung Marktwirtschaft)

Medienzahl Mai 07 Arbeitslose 3.806.000  
Arbeitslose in Maßnahmen der BA 1.476.553
Arbeitslose in Maßnahmen der Kommunen: ca. 570.000*
Arbeitslose unter 25 ohne eigenen Anspruch ca. 330.000*
Arbeitslose über 58/ Vorruhrstand ca. 880.000*
Stille Resrve (Vermögende Arbeitslose) ca. 1.600.000*

== Arbeitslose gesamt 8.662.553*

Hinweise:
Die Daten zur Arbeitslosigkeit speisen sich aus dem IT-Fachverfahren der BA, aus als plausibel bewerteten Datenlieferungen zugelassener kommunaler Träger und - sofern keine verwertbaren bzw. plausiblen Daten geliefert wurden - aus ergänzenden Schätzungen der BA. Die Daten zu Stellen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wurden ausschließlich aus dem IT-Fachverfahren der BA gewonnen; nicht enthalten sind Daten kommunaler Träger soweit sie andere IT-Fachverfahren
genutzt haben. Die Daten zu Leistungen nach dem SGB II beruhen auf Auswertungen aus dem IT-Fachverfahren A2LL, auf Meldungen kommunaler Träger und - wenn diese nicht vorliegen - auf Schätzungen der BA.
Neuregelung der Bedarfsgemeinschaft für unter 25-jährige Arbeitslose

*Zum 1. April 2006 traten in Teilen das Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze in Kraft.Die wichtigste Neuregelung betrifft unverheiratete, volljährige, unter 25-jährige Arbeitslose. Sie werden grundsätzlich in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern einbezogen. Wenn sie eine eigene Wohnung beziehen wollen, müssen sie dafür die Zustimmung des Leistungsträgers einholen. Der Stichtag, seit dem Jugendliche eine Zulassung des kommunalen Trägers zum Auszug aus dem Elternhaus benötigen, ist der 17. Februar 2006


Nach den Regelungen der §§ 428 SGB III und 252 Abs. 8 SGB VI müssen 58-Jährige oder Ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung stehen und werden auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt.



Quellen:
BA – Monatsberichte 2006
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200701.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200702.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200703.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200704.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200705.pdf
 
Wie wird die Statistik erstellt:

Das würde den Rahmen meines Beitrags endgültig sprengen näheres finden sie im BA- Bericht im BA – Bericht Februar 2007 auf den Seiten 16 - 22
 
Anmerkung:
In der Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit steht die Erwerbstätigkeit
nach dem Inlandskonzept im Vordergrund, insbesondere weil sie eine engere
Anbindung an die Konjunktur und Arbeitskräftenachfrage im Inland aufweist als die
Erwerbstätigkeit nach dem alternativen Inländerkonzept. Im Inlandskonzept gehören
Einpendler, die in Deutschland arbeiten, ihren Wohnsitz aber im Ausland haben, zu
den Erwerbstätigen,

Kurioses: BA – Bericht Seite 3 Fußnote 4
Durch einen Verarbeitungsfehler wurden Personen, deren Arbeitslosigkeit am 23.
Dezember 2006 begann, bei der Zählung der Arbeitslosigkeit im Januar 2007 nicht
berücksichtigt. Dadurch wurden rund 40.000 der Arbeitslosen vom Januar nicht mitgezählt,
das entspricht einem Anteil von 0,9 Prozent. In den Folgemonaten nahm der
Fehler sukzessive ab, er beläuft sich für Mai nur noch auf einige Tausend. Die grundsätzlichen
Aussagen zur Arbeitsmarktentwicklung im Winter 2006/2007 sind von
diesem Fehler nicht betroffen. Der Fehler wurde durch interne Analysen aufgedeckt.
Die notwendige Korrektur der Arbeitslosendaten wird zum nächsten Stichtag für den
Juni durchgeführt.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: devil_inside am 31. Mai 2007, 16:46:44
Hi Sybilla,

noch mal vielen Dank für die Arbeit, die Du dir immer machst.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: regenwurm am 31. Mai 2007, 18:10:45
Zitat
In den Medien immer wieder Jubel über das Sinken der Arbeitslosenzahlen, den Konjunkturaufschwung und gerade eben die Vorzüge der Zeitarbeitsfirmen. Gehirnwäsche!

(http://jjahnke.net/index_files/04022.gif)

Zitat
Angesichts der im Vergleich zum Vormonat Wiederzunahme der saisonalen Arbeitslosigkeit, der schwachen Zunahme versicherungspflichtiger Stellen, dem wachsenden Anteil an unsicheren und schlecht bezahlten Zeitverträgen und der im internationalen Vergleich nach Griechenland höchsten Rate an Langzeitarbeitslosen sowie der vielen Ungereimtheiten, ist kaum noch nachvollziehbar, wie die Medien immer wieder auf die von der Bundesregierung verbreiteten weit übertriebenen Erfolgsmeldungen hereinfallen und alles nachplappern, was da vorgegeben wird. Kaum jemand macht sich die Mühe, hinter die Kulissen zu blicken. Was hier als Erfolg verkauft wird, sind zu einem großen Teil statistische Manipulationen und prekäre, d.h. zeitlich befristete und/oder gering bezahlte Jobs.


Wenn es nicht gelingen sollte, bei der derzeit relativ guten internationalen Konjunktur einen stäkeren echten Rückgang an Arbeitslosigkeit zu erreichen, wird es im nächsten Abschwung wieder sehr schlecht aussehen.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. Mai 2007, 20:56:01
Einfach unglaublich welche Medien Propaganda in Deutschland abgeht.

Im Mai 2007 beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ) 4.134.499Personen
(3.805.950 + 291.549 EEJ des BA Berichts + Im Februar meldeten
63 zugelassene kommunale Träger 37.000 Menschen, die in einer Arbeitsgelegenheit
beschäftigt waren.)

Im Mai 2004 waren mit genau 4.293.146 arbeitslosen Personen ganze 158.647 mehr arbeitslos gemeldet, nur dass das 2004 ganz schlimm war und heute sind alle am jubeln.

http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200405.pdf

Alle irgendetwas stimmt hier nicht entweder war die Stimmung 2004 oder Heute manipuliert.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Gloria Victoria am 01. Juni 2007, 00:52:54
Auf Seite 5 des Maiberichts werden in der Übersicht andere Zahlen für ALG, SozGeld und Bedarfsgemeinschaften angegeben, auch für den April.

Mai-07 laut Seite-5-Übersicht:

ALG1 = 1.045 Mio
ALG2 = 5.413 Mio
SozG = 1.998 Mio
BGem = 3.807 Mio

ALG1+2  = 6.458 Mio
+SozGeld = 8.456 Mio

Preisfrage: Was stimmt denn nun?


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 01. Juni 2007, 05:52:59
Ist es die Angst vor Volksaufständen, Umstürzen und Revolutionen, die die Regierung zur permanenten Herausgabe von verfälschten Daten veranlaßt, zu ständige, unerträglicher Jubelpropaganda, Schönwettermacherei und rosigen Zukunftsaussichten in allen Medien ???

Wenn wir so etwas immerzu hören, dann glauben wir es am Ende selbst?

Dann denken wir vielleicht: Allen Anderen gehts ja gut? Anscheinend bin ich der einzige Idiot, der keine Arbeit hat, die Schuld liegt sowieso an mir, meine Teilnahme an Aufständen/Umstürzen oder auch nur das Wählen einer anderen Partei ist völlig sinnlos?

Ist das der von der Regierung erwünschte Effekt???

Ich fühle mich in D. wie in einer lächerlichen Bananenrepublik mit Disneyland- Charakter.

LG


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 01. Juni 2007, 06:32:56
Habs bereits vor einigen Wochen hier bemerkt:

Gezielte Desinformation

ist wesentlich zur Aufrechterhaltung der Macht. Das war in den 12 "grossen" Jahren so, das war in der DDR so und heute erst recht.

Nur gibt es jetzt das Internet, wo man einerseits weitere Informationen bekommt, allerdings auch gezielte weitere Falschmeldungen oder Interpretationen.

Ein pfiffiger Forumsteilnehmer schrieb kürzlich über die unterschiedliche
Sozialisation von Ost- und Westdeutschen, woraus sich unterschiedliche Grundansichten entwickelten.

Das wird alles von den Medien und Herrschenden ausgenutzt um unter Gegnern Unfrieden aufzubauen, damit sie ja nicht auf die Idee kommen,

gemeinsam aufzumucken.

Aber, wir haben es an der DDR gesehen, es geht nicht auf ewig gut!


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: regenwurm am 01. Juni 2007, 07:25:30
-von Strombolli -
Zitat
Das wird alles von den Medien und Herrschenden ausgenutzt um unter Gegnern Unfrieden aufzubauen, damit sie ja nicht auf die Idee kommen, gemeinsam aufzumucken.
Hier sind einige schwerwiegende Folgen des (Schweine)Systems:

Etwa fünfzig Prozent der Deutschen sind an depressiven Störungen erkrankt, etwa nur zehn Prozent in Behandlung, die Hälfte der Erkrankten versucht sich zu suizidieren, das entspricht etwa einem Viertel der Gesamtbevölkerung.
 Es gibt mehr Suizidtote als Verkehrstote, es gibt jährlich etwa 150.000 Suizidtote und etwa 15.000 Verkehrstote.

Circa alle 47 Minuten geschieht ein Selbstmord in Deutschland.
Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind Selbsttötungen die zweithäufigste Todesursache.

Nahezu eine Mio. Menschen begeht jährlich Selbstmord. Das sind mehr Opfer als derzeit bei Kriegshandlungen ermordet oder getötet werden.

WIR SIND GEGEN: Überwachung - Kontrolle - Geld - Macht - Glaube
WIR SIND FÜR: Freiheit - Toleranz - Frieden - Liebe - Wissen - Gerechtigkeit


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: rendolf am 01. Juni 2007, 08:01:38
Ein Artikel aus der Zeitung vom 1.6.07

Zitat
Konjunktur festigt Job-Boom


Nürnberg (dpa-AFX) - Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist so niedrig wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr - und ein Ende des Job-Booms ist nicht absehbar. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet auch für die kommenden Monate mit einem konjunkturbedingten Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Allein im Mai sank die Zahl der Arbeitslosen um 161.000 auf 3.806.000.

Das waren 732.000 weniger als vor einem Jahr, wie BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise in Nürnberg weiter mitteilte. Die Zahl der Jobsucher erreichte damit den niedrigsten Stand seit November 2001. Die Arbeitslosenquote ging um 0,4 Punkte auf 9,1 (Vorjahr: 10,9) Prozent zurück.

"Das Wirtschaftswachstum und die Frühjahrsbelebung haben die Zahl der Arbeitslosen erneut sinken lassen", kommentierte Weise die jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt. Dennoch zögerte er mit einer erneuten Korrektur der BA-Jahresprognose, die derzeit von einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit zwischen 3,8 bis 3,9 Millionen Erwerbslosen ausgeht. "Wir bleiben da noch etwas zurückhaltend", kommentierte Weise eine etwas optimistischere Prognose der Bundesregierung.

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) forderte am in Berlin trotz der guten Mai-Zahlen "noch mehr Tempo" beim Abbau der Arbeitslosigkeit. Er sieht sich dabei durch die bisherigen Reformen ermutigt: "Der Mai war Tankstelle für alle, die jetzt mit noch größerem Tempo bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vorankommen wollen."

Nach Einschätzung von BA-Statistikexperten geht der Rückgang der Arbeitslosenzahl zur einen Hälfte auf das Konto des im Mai üblichen Frühjahrsaufschwungs, zur anderen auf das Konto der guten Konjunktur. Wegen des milden Winters falle der Saisoneffekt in diesem Jahr deutlich schwächer aus als in den Vorjahren. Nach Angaben von BA- Vorstandsmitglied Raimund Becker sind im vergangenen Winter nur rund 250.000 statt der sonst 500.000 witterungsabhängigen Stellen abgebaut worden. Infolgedessen gebe es im Frühjahr weniger freie Stellen für Saisonkräfte. Dies erkläre auch, warum die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen im Mai um 3.000 gestiegen sei.

Nach Weises Darstellung profitieren inzwischen auch zunehmend Jugendliche vom Arbeitsmarktaufschwung. So sei die Zahl junger Erwerbsloser unter 25 Jahren seit dem vergangenen Jahr um ein Viertel auf rund 400.000 gesunken. "Damit haben wir in Deutschland im EU- Vergleich sicher Gutes geleistet", stellte der BA-Chef fest.

Die positive Entwicklung lässt sich auch an der Zahl der Erwerbstätigen - dem statistischen Spiegelbild der Arbeitslosenzahlen - ablesen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Zahl der Beschäftigten im April mit 39,28 Millionen um 539.000 über Vorjahreswert. Die Zahl der sozialversicherungspflicht ig Beschäftigten stieg im Jahresvergleich um 618.000 auf 26,56 Millionen im März. Entsprechend gestiegen ist nach BA-Angaben auch die Zahl der offenen Stellen. Bis Ende Mai haben Unternehmen den Arbeitsagenturen 456.000 freie Stellen gemeldet; dies waren 4.000 mehr als im April und 51.000 mehr als vor einem Jahr.

Inzwischen wirft die gute Konjunktur allerdings erste Schatten auf den Arbeitsmarkt. Die vollen Auftragsbücher sorgen nach ersten Erkenntnissen der BA bereits in einigen Branchen für einen Fachkräftemangel. Besonders in der Elektronikbranche, bei Ingenieursberufen und auf dem Bau gebe es bereits erste Engpässe, berichtete BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Beispielsweise berichtete die Schlüsselbranche Maschinenbau am Donnerstag vom stärksten Branchenaufschwung seit den 60er Jahren, wies aber zugleich auf wachsende Personalknappheit hin. Ein Problem ist aus BA-Sicht, dass nicht alle arbeitslosen Bewerber für die freien Stellen ausreichend qualifiziert seien.

Überraschend gut haben sich vor dem Hintergrund der steigenden Beitragseinnahmen bei gleichzeitig sinkenden Ausgaben auch die BA-Finanzen entwickelt. Statt eines bis Ende Mai einkalkulierten Defizits von 4,21 Milliarden Euro habe die Bundesbehörde einen Überschuss von 440 Millionen Euro erwirtschaftet, berichtete der BA- Vorstand. Ein endgültige Prognose für das Gesamtjahr will der BA- Führung aber erst Anfang Juli vorlegen.

Unverändert schwierig bleibt hingegen die Arbeitsmarktentwicklung im Osten Deutschland. Dort waren im Mai mit einer Quote 15,2 Prozent im Verhältnis zur Gesamtzahl der Erwerbstätigen noch immer doppelt so viele Menschen arbeitslos gemeldet wie im Westen mit einer Quote von 7,5 Prozent. In Westdeutschland waren im Mai 2.499.000 Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Das waren 106.000 weniger als im April und 549.000 weniger als vor einem Jahr. In Ostdeutschland sank die Zahl der Arbeitslosen um 55.000 auf 1.307.000. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 183.000.


http://www.owl-online.de/wirtschaft/meldungen/dpaafx-iwi-20070531-0281_14742284.html

Der Hammer ist doch das der Hr. Alt sagt das es in einigen berichen Engpässe gibt.
Da sollten Sie evtl. dran arbeiten um entsprechende Leute da zu qüalifizieren, statt sie zu den ZAF zu schicken.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 01. Juni 2007, 08:49:14
in meinem ehemaligen Betrieb, der mich damals zum Studium delegiert hat,
wieder als Maschinenbauingenieur zu arbeiten, wenn ich nicht

- 50 wäre   und
- 20 Jahre aus dem Beruf raus...

Ach übrigens:

FALSCHE ARBEITSLOSENZAHLEN ! (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,485892,00.html)

Hatten wir das hier nicht schon mal fundiert festgestellt?


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: martell.ch am 01. Juni 2007, 14:35:02
was sagte churchill noch über statistiken??? Nur selbstgefälschten trauen


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 28. Juni 2007, 11:50:27
Juni 2007:

Die Arbeitslosigkeit hat von Mai zu Juni im Zuge der Frühjahrsbelebung laut BA Medien Bericht um 125.000 (Vormaonat 161.000) auf
3.687.000 abgenommen

Arbeitslosenzahl mit Ein Euro Jobs

Überraschend ist auch im Juni 2007 die Zahl der Arbeitslosen (+ EEJ) 4.020.310 Personen nicht unter 4 Millionen gesunken.

Im Juni 07 beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ)  4.020.310 Personen
(3.687.119 + 333.191 EEJ  des BA   Berichts) Seit Juni 07 sind die rund 36.000 Personen von den
63 zugelassene kommunale Träger in einer Arbeitsgelegenheit
Beschäftigten in der BA – Zahl der EEJ enthalten.)

Im Mai beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ) 4.134.499Personen
(3.805.950 +  291.549 EEJ des BA   Berichts + Im Februar meldeten
63 zugelassene kommunale Träger 37.000 Menschen, die in einer Arbeitsgelegenheit
beschäftigt waren.)


Geringfügig entlohnt Beschäftigte

Die Zahl der geringfügig entlohnt Beschäftigten ist im Mai (letzte Zahlen) weiter um 110.000 zu April 07 auf 4,93 (BA Bericht Juni 07 Seite 2) angestiegen.

Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im April 4,93 Mio
betragen, 131.000 mehr als vor einem Jahr.

Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten
hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im April 4,82 Mio betragen,
39.000 mehr als vor einem Jahr. (Seite 3 BA Bericht Mai 07)

Ergänzendes ALG II - Arbeitslosengeld II-Empfänger Brutto-
Einkommen aus Erwerbstätigkeit


Insgesamt erzielten im Januar 2007 knapp 1,1 Mio Arbeitslosengeld II-Empfänger Brutto-
Einkommen aus Erwerbstätigkeit, im Vergleich zu 0,95 Mio im September
2005, dem letzten auswertbaren Monat in A2LL (BA Bericht Juni 07 Seite 6 Fußnote 6)

(BA Bericht April) Außerdem waren 516.000 oder 10 Prozent der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen ausschließlich geringfügig entlohnt beschäftigt.

Jahresvergleich

Gegenüber dem Vorjahr wurden im Juni 07 um 712.000 im Mai wurden noch 732.000 weniger Arbeitslose gezählt, nach -824.000 im April und -869.000 im März.

Der Trend zeigt meines Erachtens eindeutig dass die APM Maßnahmen und der Niedrigstlohnbereich gesätigt ist

Von der erwarteten  Million entfernt sich der Arbeitsmarkt von Monat zu Moant weiter.

Arbeitslosigkeit mit APM
   

Die wahre Entwicklung wird erst bei genauer Betrachtung offenbar so stieg die Zahl der APM auf 1.567.326 (Seite 34 BA – Bericht Mai 07)  =  5.254.445

Die wahre Entwicklung wird erst bei genauer Betrachtung offenbar so stieg die Zahl der APM auf 1.476.553 geschätzt  (Seite 34 BA – Bericht Mai 07)  = 5.282.503 Personen.

Unter Berücksichtigung der APM ist nur Rückgang  von 26.058 Personen (125.000 ) zählbar.

 
Die Zahl der Leistungsberechtigten – Zahlen wurden im Juni 07 nach oben korrigiert

Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im Juni s 977.757 Personen
Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im juni 5.358.479 Personen
Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt Juni 1.980.271 Personen

= 8.316.507 Leistungsberechtigte Juni 07  

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften beträgt im Juni 07  3.775.000

Ein Vergleich der Zahlen der Leistungsberechtigten  auf Seite 24 des BA Bericht Juni 07 mit den veröffentlichten Zahlen der letzten Monaten zeigt eine deutliche Korrektur nach oben.

Alles in allem bekamen damit im Juni 6.336.236 nach 6.219.603 im Mai (alte Zahlen) erwerbsfähige Menschen Lohnersatzleistungen nach dem SGB III oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II.


Zahl der offenen Stellen Bericht Juni (Seite 8 )  

Bestand alle Stellen 648.100 (Vormaonat 642.600)
darunter: Vakanzen 575.700 88
ungeförderte Stellen 463.800
darunter: Vakanzen 404.100
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 412.300
darunter: Vakanzen 360.800


---------------------------------

= 8.192.451 Leistungsberechtigte NOV 06
= 8.202.162 Leistungsberechtigte DEZ 06
= 8.394.944 Leistungsberechtigte JAN. 07
= 8.466.855 Leistungsberechtigte FEB. 07
= 8.728.738 Leistungsberechtigte Mär07 (8.459.681 alte Zahl)) Korrigierte Zahlen im BA Bericht Juni 07 Seite 28
= 8.582.044 Leistungsberechtigte April 07 (8.313.995 alte Zahl) Korrigierte Zahlen im BA Bericht Juni 07 Seite 28
= 8.438.615 [/b] Leistungsberechtigte Mai 07 – Korrigierte Zahlen im BA Monatsbericht Juni 07 Seite 28
= 8.316.507 Leistungsberechtigte Juni 07
 
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
- Arbeitslosengeld s977.757
- Arbeitslosengeld II 5) 5.358.479
- Sozialgeld 5) 1.980.271

Fachkräftemangel - Ausbildungsplätze

Die rechnerische Differenz zwischen gemeldeten Ausbildungsstellen und gemeldeten Bewerbern beträgt 246.500.


Resümee


Völlig überraschend ist die Zahl der Arbeitslosen + EEJ im Juni 07 mit 4.020.310 Personen  nicht unter die 4 Millionengrenze gesunken. Das die Zahlen deLeistungsempfänger nach oben korrigiert wurde zeigt meines Erachtens mit welchen Mitteln der Aufschwung am Arbeitsmarkt erzeugt wird. Eine Bedürftigkeitsprüfung bei Beantragung des ALG II. Sowie – in der Regel - die Eingliederung der unter 25 Jährigen in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern drückt die Zahl im jahresvergleich. Allein die demografische Entwicklung reduziert die Anzahl der Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt zu der genauen Zahl wird im BA – Bericht nicht berichtet. Die neu entstandenen Niedrigtslohnjobs sind keine „Aufschwung“ des Arbeitsmarktes. Bei einer Lehrstellenlücke von derzeit 246.500 Stellen sehe ich keinen Fachkräftemangel wäre ein akuter Fachkräftemangel vorhanden dann würden viele dieser 246.500 Lehrstellenbewerber zu Fachkräften ausgebildet.


Hinweise:
Die Daten zur Arbeitslosigkeit speisen sich aus dem IT-Fachverfahren der BA, aus als plausibel bewerteten Datenlieferungen zugelassener kommunaler Träger und - sofern keine verwertbaren bzw. plausiblen Daten geliefert wurden - aus ergänzenden Schätzungen der BA. Die Daten zu Stellen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wurden ausschließlich aus dem IT-Fachverfahren der BA gewonnen; nicht enthalten sind Daten kommunaler Träger soweit sie andere IT-Fachverfahren
genutzt haben. Die Daten zu Leistungen nach dem SGB II beruhen auf Auswertungen aus dem IT-Fachverfahren A2LL, auf Meldungen kommunaler Träger und - wenn diese nicht vorliegen - auf Schätzungen der BA.
Neuregelung der Bedarfsgemeinschaft für unter 25-jährige Arbeitslose

*Zum 1. April 2006 traten in Teilen das Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze in Kraft.Die wichtigste Neuregelung betrifft unverheiratete, volljährige, unter 25-jährige Arbeitslose. Sie werden grundsätzlich in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern einbezogen. Wenn sie eine eigene Wohnung beziehen wollen, müssen sie dafür die Zustimmung des Leistungsträgers einholen. Der Stichtag, seit dem Jugendliche eine Zulassung des kommunalen Trägers zum Auszug aus dem Elternhaus benötigen, ist der 17. Februar 2006


Nach den Regelungen der §§ 428 SGB III und 252 Abs. 8 SGB VI müssen 58-Jährige oder Ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung stehen und werden auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt.



Quellen der Zahlen:
BA – Monatsberichte 2006
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200701.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200702.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200703.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200704.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200705.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200706.pdf

 
Wie wird die Statistik erstellt:

Das würde den Rahmen meines Beitrags endgültig sprengen näheres finden sie im BA- Bericht im BA – Bericht Februar 2007 auf den Seiten 16 - 22


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 28. Juni 2007, 19:03:36
Ich kann diese pausenlose Lügerei im TV nicht mehr ertragen!!!
Warum tun die das uns, der Bevölkerung an?


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Lichtkämpfer am 28. Juni 2007, 22:21:58
Zitat
Original von Eivisskat
Ich kann diese pausenlose Lügerei im TV nicht mehr ertragen!!!
Warum tun die das uns, der Bevölkerung an?

Die müssen sich bis zur Wahl verkaufen. Der Gipfel der Frechheit ist die Aussage Strucks der Erfolg sei Gerhard Schröder und den Arbeitsmarkt Reformen zu verdanken. A ja klar bei den eej werdens schon mal locker 125000 weniger.
Pervers ist die Aussage von BA Chef Weise die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu kürzen um die Lohnnebenkosten zu senken,
dies schaffe neue Arbeitsplätze.
Alle Erfahrungen der Vergangenheit schlägt dieser korrupte Lümmel in den Wind


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 28. Juni 2007, 23:52:50
Arbeitslosigkeit im Vergleich (Juni) 2002 - 2007

 Arbeitslosenquote sinkt deutlicher als erwartet  (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,491160,00.html)

Niedrigster Stand seit 2002 (http://www.focus.de/jobs/branchen/tid-6690/arbeitslosenzahlen_aid_64740.html)


Juni 2002 Arbeitslose laut BA Bericht 3.954.361 + 0 EEJ + 1.000.122 APM = = 4.954.483 Personen
Juni 2003 Arbeitslose laut BA Bericht 4.257.425 + 0 EEJ + 1.158.841 APM = = 5.416.266 Personen
Juni 2004 Arbeitslose laut BA Bericht  4.233.417 + 0 EEJ + 1.313.713 APM = = 5.547.130 Personen
Juni 2005 Arbeitslose laut BA Bericht  4.704.050 + (34.593 EEJ + 1.293.337 APM)  = =  6.031.980 Personen
Juni 2006  Arbeitslose laut BA Bericht  4.397.158 + (279.664 EEJ + 1.274.341 APM) = = 5.951.163 Personen
Juni 2007  Arbeitslose laut BA Bericht  3.687.119 + (333.191 EEJ + 1.234.135 APM) = = 5.254.445 Personen

Wer nun behauptet die Arbeitslosen zahlen seien seit 2002 auf den tiefsten Stand muss die 2005 eingeführten Ein Euro Jobs berücksichtigen.

Die Juni Zahlen (ab 2005 mit Ein Euro Jobs)

2002 = 3.954.361
2003 = 4.257.425
2004 = 4.233.417
2005 = 4.738.643
2006 = 4.676.822
2007 = 4.020.310

Ja die Junizahlen mit Ein Euro Jobs  sind die niedrigsten seit 2003 oder 4 Jahre die Zahl von 2002 wurde nicht erreicht.

Im Januar 2005 Arbeitslosengeld II Empfänger 4.089.000 - darunter arbeitslose
Arbeitslosengeld II Empfänger 2.426.000 und 1.663.000 nicht arbeitslose Arbeitslosengeld II Empfänger.

Juni 2007 Arbeitslosengeld II Empfänger 5.358.000 - darunter arbeitslose Arbeitslosengeld II Empfänger 2.523.000 und 2.835.000 nicht arbeitslose Arbeitslosengeld II Empfänger.

Es gibt seit Januar 2005 einen Zuwachs von 1.269.000 ALG II Empfänger und 1.172.000 nicht arbeitslose Arbeitslosengeld II Empfänger.

Ich vermute die Abnahme der Arbeitslosen seit 2005 ist mit Niedrigstlöhnen und ergänzenden
ALG II erkauft. Diese Personen können keinerlei Eigenvorsorge für Krankheit, Pflege oder Rente leisten. Auch für die Ausbildung ihrer Kinder kann dieser Personenkreis mit Niedrigsteinkommen keinerlei Eigenverantwortung übernehmen. Die Folge ist Kinder und Altersarmut.

http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_6077947.html (http:// [URL)] Trotz Hartz IV – keine gesunde Ernährung für Kinder [/url] – auf dieser Seite ist auch das Beitragsvideo.

http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2171132/1367eaw/index.html (http:// [URL)] Wie Arbeitnehmer erpresst werden [/url] – auf dieser Seite ist auch das Beitragsvideo.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Krokos am 29. Juni 2007, 00:45:52
Zitat
Original von martell.ch
was sagte churchill noch über statistiken??? Nur selbstgefälschten trauen

Das war Rumsfeld


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Pinnswin am 29. Juni 2007, 04:31:40
Wolfowitz?

Zitat
Warum tun die das uns, der Bevölkerung an?
= Damit sie nicht Arbeitslos werden.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Arbeiterklasse am 29. Juni 2007, 06:44:13
Zitat
Original von Pinnswin
Wolfowitz?

Zitat
Warum tun die das uns, der Bevölkerung an?
= Damit sie nicht Arbeitslos werden.

Diese Gutmenschen aber auch.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: besorgter bürger am 29. Juni 2007, 09:38:30
immer das kleingedruckte lesen:

Zitat
Zudem verschärfe die anhaltend schlechte wirtschaftliche Situation den Druck der Gläubiger, offene Forderungen zu realisieren.Gleichzeitig würden die Möglichkeiten, bei den Schuldnern in pfändbare Vermögensobjekte zu vollstrecken, immer seltener.


http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_177/03.html


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 29. Juni 2007, 11:28:25
Arbeitsmarktdaten: Zahl der ALG II-Betroffenen im Juni gestiegen

Erwerbslosigkeit verharrt bei über sechs Millionen

Die Zahl der von ALG II Betroffenen ist im Juni erstmals seit Monaten wieder angestiegen. Das geht aus der heute veröffentlichten Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor. Die Anzahl der Leistungsempfänger insgesamt liegt demnach nur unwesentlich unter dem Vorjahresniveau.

 Dagegen vermeldet die BA mit Verweis auf ihre Erfassungskriterien einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Der Statistik zu Folge bezogen im zu Ende gehenden Monat 5.358.479 Menschen Arbeitslosengeld II. Vor einem Jahr waren es 5.224.448. Durch den Rückgang der ALG I-Empfänger um etwa 500.000 verringerte sich die Empfängerzahl insgesamt von fast 6,7 Millionen auf gut 6,3 Millionen. Die Zahl der offenen Stellen stieg von 580.000 auf 648.000.

Nach der Definition der Bundesagentur gab es dagegen einen deutlichen Rückgang der offiziell als arbeitslos Gemeldeten – um 712.000 auf nur 3,687 Millionen.

Die Diskrepanz der Zahlen dürfte sich aus der weiter hohen Anzahl von geringbezahlten Stellen, sowie sog. Maßnahmen der BA ergeben.

 Nicht in die Statistik fließen jene Betroffenen, denen jede Leistung verweigert wird. Angaben über den Umfang dieses Personenkreises liegen nicht vor.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise erklärte dagegen bei der Bekanntgabe der Arbeitslosenstatistik, aufgrund der guten Konjunktur wachse die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen.

Derweil wurde bekannt, daß der Milliardenüberschuß der Bundesagentur künftig noch deutlicher steigen dürfte.
 "Ende 2008 könnte die Arbeitsagentur dann rund 24 Milliarden Euro Guthaben auf ihren Konten haben", so Alfred Boss, Finanzexperte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), gegenüber dem "Handelsblatt". Für dieses Jahr rechnet die BA gegenwärtig mit einem Plus von 1,3 Milliarden Euro.

Trotz der hohen Anzahl von ALG-Betroffenen hält Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) auch weiterhin an ihrem umstrittenen Plan fest, Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland abzuwerben.
 Widerspruch dagegen kommt nicht nur aus den Regierungsparteien, sowie Teilen der Opposition, sondern auch von den Gewerkschaften. DGB-Chef Michael Sommer warf der Ministerin in diesem Zusammenhang „Bildungsimperialismus“ „Wir haben kaum Weiterbildung in deutschen Betrieben, da kann man nicht einfach sagen, was wir nicht haben, holen wir uns aus dem Ausland,“ zitiert ihn die „Lausitzer Rundschau“.

http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=28062007ArtikelWirtschaft2
Veröffentlicht: 28. Juni 2007

 

Mit Statistik-Tricks setzt Deutschland die EU-Lissabonstrategie um
Neue Erwerbstätige entdeckt...
 
Die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist nach wie vor prekär. Das ausbleibende Beschäftigungswunder wird nun auf statistischem Wege herbeigeführt.
Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten im Frühjahr 2000 in Lissabon beschlossen, die europäische Region zum dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum zu machen. Um nicht nur verbale Absichtserklärungen zu verabschieden, wurden auch quantitative Ziele festgelegt:
 So soll die Erwerbstätigenquote im EU-Raum, die im Jahr 2000 in den damaligen 15 Mitgliedstaaten 63 Prozent und in der Bundesrepublik 66 Prozent betrug, bis 2010 auf 70 Prozent steigen.
Diese einfache und nachvollziehbare Kennziffer – sie ergibt sich aus der Anzahl erwerbstätiger Personen im Alter zwischen 15 und 64 geteilt durch die Gesamtbevölkerung derselben Altersklasse – macht es möglich, jährlich die Fortschritte auf dem einzuschlagenden Wachstumspfad zu kontrollieren.
 Allerdings werden gesicherte Vollzeitarbeitsverhältnisse, aber auch prekäre Arbeitsverhältnisse wie erzwungene Teilzeitarbeit und Minijobs in die Berechnung einbezogen. Das mindert die Aussagekraft dieses Indikators.

Die Ziele des Europäischen Rates blieben in der Öffentlichkeit der Bundesrepublik nahezu unbekannt, ganz im Gegensatz zu den immer wieder zitierten Maastricht-Kriterien zur Staatsverschuldung. Ihnen wurde mancherorts der Rang eines ehernen ökonomischen Gesetzes zugewiesen.

Hinzu kommt, dass sich bereits fünf Jahre nach den Festlegungen von Lissabon abzeichnete, dass die angepeilten Ziele für 2010 nicht einfach zu erreichen sind.
In der Bundesrepublik stagnierte die Erwerbstätigenquote bei 65 Prozent – ebenso wie in den EU-15-Staaten. Und 2006 war laut dem Statistischen Jahrbuch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland um 1,8 Millionen Personen geringer als im Ausgangsjahr 2000.
Dafür vermehrten sich die prekären Arbeitsplätze in den letzten drei Jahren kontinuierlich.

Dabei handelt es sich nicht um Zahlenspielereien. So versuchte der Sachverständigenrat der »Fünf Weisen« in seinem letzten Jahresgutachten, mit diesen Erwerbstätigenquoten eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre zu begründen.
 
Zu Beginn des laufenden Jahres gab es eine Überraschung: Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden verkündete entgegen seinen bisherigen Verlautbarungen, aber auch im Gegensatz zur EU-Statistikbehörde Eurostat, dass die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen in der Bundesrepublik 2006 den Wert von 70,7 Prozent erreicht hat und gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte gestiegen ist.

Demnach hätte die Bundesregierung ihre Aufgaben zur Realisierung der Lissabonstrategie bezüglich des Arbeitsmarktes quasi über Nacht erledigt.

Begründet wurde die Korrektur der Statistik mit Fehlern bei dem jährlich durchgeführten Mikrozensus, einer kleinen Volkszählung mit einer 1-Prozent-Stichprobe. Danach gab es 2005 in der Bundesrepublik 36,6 Millionen Er-werbstätige. Diese Ziffer beruht auf einer großzügigen Definition.
 Nach den neuen Vorschriften des Mikrozensus gilt bereits derjenige als erwerbstätig, der in einer Woche lediglich eine Stunde gegen Entgelt gearbeitet hat.

Für die neue Berechnung wurden weitere 2,2 Millionen Erwerbstätige »entdeckt«, die bisher mit dem bereits engmaschigen Raster der Definition von Erwerbstätigkeit nicht zu finden waren.

 So schreibt das Statistische Bundesamt: »Nicht richtig erfasst wurden die sogenannten atypischen oder marginalen Beschäftigungen, die der tradierten Vorstellung des Normalarbeitsverhältnisses nicht mehr entsprechen.«
Und weiter: »Es ist zu vermuten, dass den Auskunft gebenden Eltern Aktivitäten der Tochter oder des Sohnes am Rande des Arbeitsmarktes in vielen Fällen nicht gegenwärtig sind« und »dass sich viele Personen mit marginalen Erwerbstätigkeiten subjektiv oder objektiv im Graubereich zur Schwarzarbeit befinden und daher nicht richtige Auskünfte erteilen.«

Um es kurz zu machen: Die Bundesrepublik hat die Lissabonstrategie vorfristig realisiert – jobbenden Schülern und Schwarzarbeitern sei Dank
 
http://www.neuesdeutschland.de/funkprint.asp?AID=108228&IDC=3&DB=
17.06.07


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 29. Juni 2007, 12:01:31
In der Tat es geht Aufwärts vor allem die Zahl der Leistungsempfänger.

Leistungsempfänger Juni 2002:  3.497.000 Personen
Leistungsempfänger Juni 2003:  3.972.925 Personen
Leistungsempfänger Juni 2004:  4.070.000 Personen
Leistungsempfänger Juni 2005:  6.337.267 Personen (ALG I + ALG II) + Sozialgeld 1.656.820 Personen  = = 7.994.087 Personen
Leistungsempfänger Juni 2006:  6.685.412 Personen (ALG I + ALG II) + Sozialgeld 1.899.417 Personen  = = 8.584.829 Personen
Leistungsempfänger Juni 2007:  6.336.236 Personen (ALG I + ALG II) + Sozialgeld 1.980.271 Personen = = 8.316.507 Personen

Diese Zahlen verdeutlichen dass es sich um einen erkauften "Aufschwung" des Arbeitsmarktes handelt, die Zahl der Leistungsempfänger ist seit 2002 um ca. 137 % gestiegen.

Die Zahl der Arbeitslosen ist etwas über den Niveau von 2002.


Ehrlich gesagt, wenn ich Arbeitgeber von 3 - 6 €/std. Jobs wäre würde ich auch jubeln dass es einen Aufschwung im Niedrigstlohnsektor gibt. Natürlich bleiben die Arbeitslosen auf ALG II angewiesen, was die Zahl der Leistungsempfänger zu beweisen scheint und Lohnkostenzuschüsse lassen den Gewinn der Arbeitgeber weiter ansteigen.

Oder kurz gesagt der Wirtschaftsliberalismus bekommt billige Arbeitskräfte auf Kosten der Solidargemeinschaft. Wie ich denke ein genialer Geniestreich der Neoliberalen.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 04. Juli 2007, 13:27:53
Einen Mangel gibt's warscheinlich nur bei billigen Fachkräften.  X(

Klagen über Fachkräftemangel am Arbeitsmarkt völlig unberechtigt        
Mittwoch, 4. Juli 2007  
Hamburg (ots) - Eine repräsentative Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat ergeben, dass in Deutschland derzeit kein flächendeckender Fachkräftemangel herrscht.  

weiter: http://www.elo-forum.net/arbeit%11beruf/arbeit%11beruf/-20070704710.html


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. Juli 2007, 23:23:39
Zitat
Erstmals leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit Arbeitsmarkt.

30.000 bis 40.000 mehr Arbeitslose - damit rechnen Fachleute für den Monat Juli. Offiziell werden die Zahlen am 31. Juli bekannt gegeben.

[url]http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/id/126/id/290496/fm/0/SH/0/depot/0/[/url]


Nach der multimedialen Propagandawelle war mit einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Im Umfang wahrscheinlich deutlich höher als dass die offizelle Zahl wiederspiegelt.

Ich werde meinen Beitrag der die "genauen und aufgeschlüsselten" Zahlen wie gewohnt darstellt am 31.07.07 detailliert und für jede/n übersichtlich veröffentlichen.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Atheist am 30. Juli 2007, 23:54:14
Zitat
Original von Sybilla
Zitat
Erstmals leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit Arbeitsmarkt.

30.000 bis 40.000 mehr Arbeitslose - damit rechnen Fachleute für den Monat Juli. Offiziell werden die Zahlen am 31. Juli bekannt gegeben.

[url]http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/id/126/id/290496/fm/0/SH/0/depot/0/[/url]


Nach der multimedialen Propagandawelle war mit einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Im Umfang wahrscheinlich deutlich höher als dass die offizelle Zahl wiederspiegelt.

Ich werde meinen Beitrag der die "genauen und aufgeschlüsselten" Zahlen wie gewohnt darstellt am 31.07.07 detailliert und für jede/n übersichtlich veröffentlichen.


Sybilla, die holen dich noch in die Statistikabteilung der BA, auf Referenz von Chefduzen. *Scherz*
Im Ernst, die Arbeit die du dir machst ist bewundernswert.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. Juli 2007, 11:40:03
Juli 2007:

Arbeitslosenzahl mit Ein Euro Jobs

Die Zahl der Arbeitsloen (+ EEJ) 4.039.199 Personen verharrt trotz gefühlten Aufschwung hartnäckig über 4 Millionen.

Im Juli 07 beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ)  4.039.199 Personen
(3.715.019 + 324.180 EEJ  des BA   Berichts)

Die Arbeitslosigkeit ist von 3.687.000 um 28.000 auf
3.715.000 Personen gestiegen (im Vorjahr wurde ein minus von – 13.000 Personen im BA Bericht vermeldet) im jahresvergleich sank die Zahl nur noch um 671.000 Personen

Sperrzeiten für ALG I Empfänger

Bis Ende Juni wurden gegen 307.000 Bezieher von Arbeitslosengeld I Sperrzeiten verhängt, in denen kein Geld ausgezahlt wurde.
Das waren 77.300 oder 34 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2006.

Quelle: http://www.focus.de/jobs/branchen/arbeitslose_aid_67159.html


Geringfügig entlohnt Beschäftigte

Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hat nach ersten
Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Mai 4,96 Mio betragen, 123.000 mehr als vor einem Jahr. Darüber hinaus übten 2,09 Mio sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zusätzlich einen geringfügig entlohnten Nebenjob aus, gegenüber dem Vorjahr 205.000 mehr
(Seite 2 und 3 BA Bericht Juli 2007)

Nach den letzten Daten, die hierzu vorliegen, erzielten im März rund 502.000 Arbeitslosengeld II-Bezieher Erwerbseinkomme über der Geringfügigkeitsgrenze von 400 Euro und waren nicht arbeitslos gemeldet.

Ergänzendes ALG II - Arbeitslosengeld II-Empfänger Brutto-
Einkommen aus Erwerbstätigkeit


Juli 2007
Arbeitslosengeld II Empfänger  5.328.000 Personen
darunter Arbeitslose 2.515.000 Personen
und 2.813.000 Personen erhielten ergänzendes ALG II.

Juli 2006
Arbeitslosengeld Empfänger II  5.169.000 Personen
darunter arbeitslose 2.830.000
und 2.339.000 Personen erhielten ergänzendes ALG II

im Jahresvergleich + 474.000 Personen


Jahresvergleich

Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen:

-   März - 869.000
-   April - 824.000
-   Mai   - 732.000
-   Juni   - 712.000
-   Juli    - 671.000

Der Trend zeigt meines Erachtens eindeutig dass die APM Maßnahmen Ein Euro Jobs und der Niedrigstlohnbereich gesätigt sind. Die Sonereffekte  durch Zeit-  Leiharbeit ebben mutmaßlich ab.


Arbeitslosigkeit mit APM (Arbeitsmarkt Politische Maßnahmen

Juli
Die BA meldet auf Seite 33 (BA Bericht Juli 07) vorläufig 1.521.200 Personen in APM
+ 3.715.000 Arbeitslose Personen = =  5.236.000 Personen.

Juni
Die BA meldet auf Seite 34 (BA – Bericht Juni 07) =  1.567.326 Personen in APM
+ 3.687.000 Arbeitslose Personen ==  5.254.445 Personen

April
Die von der BA gemeldete April Zahl  der Arbeitslosen in Maßnahmen  wurde im BA Bericht Juli 07 um 132.900  von1.439.906 auf  1.572.806 korriegert.


Die Zahl der Leistungsberechtigten – Zahlen wurden im Juni 07 nach oben korrigiert

*Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im Juli s1.006.812
*Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im Juli 5.327.542 Personen
*Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt Juli 1.977.743 Personen

=* 8.222.097 (Juni 8.316.507) Leistungsberechtigte Juli 07  

*Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften beträgt im Juli 07  3.747.000  (Juni 3.775.000)

*Hochgeschätzte, vorläufige Werte des BA Berichts Juli 07

Die korrigierten April – Zahlen zeigen dass der Rückgang der Leistungsberechtigten nur vorläufig hochgerechnet wurde endgültige Zahlen liegen erst im Oktober Bericht vor.

Die BA - Zahlen für April wurden wie folgt im BA Bericht Juli 07 wie folgt korrigiert

Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im April um – 57.068 von s1.189.919 Personen auf 1.132.851
Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im April um + 238.374 von p5.204.567 Personen auf 5.442.941
Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt im April um + 83.397 von p1.919.509 Personen auf 2.002.906

Damit stieg die Zahl der Leistungsempfänger April 07 von 8.313.995 Leistungsberechtigten um 264.703 auf 8.578.698 Leistungsberechtigte im April.

Alles in allem bekamen damit im Juli vorläufig  6.334.354  erwerbsfähige Menschen Lohnersatzleistungen nach dem SGB III oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II.

Zahl der offenen Stellen Bericht Juni (Seite 8 )  

Bestand alle Stellen 649.800  (Vormaonat 648.100)
darunter: Vakanzen 591.100
ungeförderte Stellen 462.500
darunter: Vakanzen 416.800
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 415.000
darunter: Vakanzen 374.900


---------------------------------


Fachkräftemangel - Ausbildungsplätze

Die rechnerische Differenz zwischen gemeldeten Ausbildungsstellen und gemeldeten Bewerbern beträgt 252.800.



Resümee


Hartnäckig verharrt die Zahl der Arbeitslosen + EEJ auch Juli  07 mit 4.039.199 Personen  über der 4 Millionengrenze diese wurde unter Anrechnung der 1 € Jobs in 2007 nie unterschritten. Das die Zahlen der ALG II Leistungsempfänger stieg im Jahresvergleich um 159.000 von 5.169.000 im Juli 2006 auf 5.328.000 im Juli 2007 an.
Allein die demografische Entwicklung reduziert die Anzahl der Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt zu der genauen Zahl wird im BA – Bericht nicht berichtet. Die neu entstandenen Niedrigtslohnjobs sind keine „Aufschwung“ des Arbeitsmarktes. Bei einer Lehrstellenlücke von derzeit 252.800. Stellen sehe ich keinen Fachkräftemangel wäre ein akuter Fachkräftemangel vorhanden dann würden viele dieser 252.800.Lehrstellenbewerber zu Fachkräften ausgebildet.



Hinweise:
Die Daten zur Arbeitslosigkeit speisen sich aus dem IT-Fachverfahren der BA, aus als plausibel bewerteten Datenlieferungen zugelassener kommunaler Träger und - sofern keine verwertbaren bzw. plausiblen Daten geliefert wurden - aus ergänzenden Schätzungen der BA. Die Daten zu Stellen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wurden ausschließlich aus dem IT-Fachverfahren der BA gewonnen; nicht enthalten sind Daten kommunaler Träger soweit sie andere IT-Fachverfahren
genutzt haben. Die Daten zu Leistungen nach dem SGB II beruhen auf Auswertungen aus dem IT-Fachverfahren A2LL, auf Meldungen kommunaler Träger und - wenn diese nicht vorliegen - auf Schätzungen der BA.
Neuregelung der Bedarfsgemeinschaft für unter 25-jährige Arbeitslose

*Zum 1. April 2006 traten in Teilen das Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze in Kraft.Die wichtigste Neuregelung betrifft unverheiratete, volljährige, unter 25-jährige Arbeitslose. Sie werden grundsätzlich in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern einbezogen. Wenn sie eine eigene Wohnung beziehen wollen, müssen sie dafür die Zustimmung des Leistungsträgers einholen. Der Stichtag, seit dem Jugendliche eine Zulassung des kommunalen Trägers zum Auszug aus dem Elternhaus benötigen, ist der 17. Februar 2006


Nach den Regelungen der §§ 428 SGB III und 252 Abs. 8 SGB VI müssen 58-Jährige oder Ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung stehen und werden auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt.



Quellen der Zahlen:
BA – Monatsberichte 2006
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200701.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200702.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200703.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200704.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200705.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200706.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200707.pdf


 
Wie wird die Statistik erstellt:


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 31. Juli 2007, 22:51:47
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Minijobs;art271,2349293

Fehlerhafte Statistik - Bundesamt vergisst jahrelang Millionen von Minijobs mitzurechnen

Brisanter Rechenfehler: Das Statistische Bundesamt hat zugegeben über Jahre gut zwei Millionen Minijobs nicht mit in ihre Statistik einbezogen zu haben.

Ein Arbeitsmarktforscher hält die Aufspaltung von Vollzeitjobs in mehrere Minijobs durchaus für denkbar - so sparen die Unternehmen Steuern und Sozialabgaben....


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: namron am 13. August 2007, 08:38:14
Und wieder eine viertelmillionen Arbeitslose weniger!
 :rolleyes:

http://www.jungewelt.de/2007/08-11/033.php


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 13. August 2007, 10:57:11
Was viele schon immer vermutet und durch eigenes Erleben wussten ... wird jetzt bestätigt!

Vielleicht macht sich ja hier mal ein Forenteilnehmer die Mühe und recherchiert in den späten 80gern bis Ende der 90ger, welche Damen und Herren Politiker immer wieder einen 2. Arbeitsmarkt, einen Billiglohnsektor und die Einführung von Minijobs in allen möglichen Varianten mit penetranter Vehemenz gefordert haben...

Nach meinen gescheiterten Selbstständigkeiten (die erste durch unbezahlte Rechnungen meiner Kunden, die zweite durch starken Rückgang der Aufträge und damit Schulden bei Pauschalabgaben an den Staat unabhängig vom Betriebsergebnis) versuchte ich durch Tätigkeiten im geringfügigen Beschäftigungsverhältnis dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen.

Fazit von mittlerweile knapp 5 Jahren: Es lohnt sich nicht. Man sollte gleich daheim bleiben!

Genau das ist ja auch der Rat den mir der Finanzbeamte des FA D., Herr V. gegeben hat: "Herr ... , wenn Sie ihre Steuern nicht pünktlich bezahlen können, weil ihre Einkünfte unregelmässig und zu gering sind, dann überlassen sie ihre ... Tätigkeit ... doch den Menschen, die ihre Steurn regelmässig bezahlen können und leben von der Sozialhilfe*, dann kommen Sie auf dasselbe..."
(* - hiess damals noch so)

Kann hier irgendjemand nachvollzihen, welchen Zorn und Hass ich auf solche Beamten habe, die einem das Recht absprechen für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen, statt vom Staat subventioniert zu werden?

Mittlerweile haben wir mehr "familiäre staatliche Subvention" erhalten, als ich damals Schulden beim Finanzamt hatte. Der Mann (und ähnliche Figuren) müsste doch gerade angesichts der täglichen Finanzskandale und meinem, sicher zu verallgmeinerndem Fall, entlassen werden. Statt dessen hat er - im Gegensatz zu mir - einen relativ sicheren Beamtenjob, eine abgesicherte Altersversorgung, ein Eigenheim und die grosse Fresse.


Die Kosten um als geringfügig Beschäftigter seinen "Arbeitsplatz" aufrechtzuerhalten, übersteigen die real übrigbleibenden Einnahmen (schon zuzüglich der staatlichen - jetzt ALG II - Aufstockung)!

Ob man nun ein "Raten"-Auto hat, oder eine "Gebrauchtlaube" mit Reparaturen und steigenden Unterhaltskosten in den staatlichen Abgaben (Steuern, Kraftstoff, Versicherungen und deren gestiegenen Steuern...), alles egal und nicht wirklich finanzierbar.

Persönlich arbeite ich als geringfügig Beschäftigter in 3 verschiedenen Arbeitsverhältnissen für JEWEILS etwa 50 € pro Monat. Diese Arbeitsverhältnisse ähneln stark meiner zweiten Selbstständigkeit, mit dem Unterschied der Steuer- und Sozialabgaben. Nunmehr pauschalisiert, weniger und durch den Arbeitgeber.
Die Kosten zur Ausübung der Tätigkeit müssen die max. 150 € einbringen. Inklusive Sprit, Klamotten und personifiziertes Arbeitsgerät.

Wo bleibt da die Motivation, die ja Herr Clement damals eingefordert hat?
Es passt nicht! Alles nur hohles, theoretisches Gelaber um die wahre Situation zu verschleiern.

Ich habe das, mit Millionen anderer DDR-Bürger, schon einmal mitgemacht: Nur Phrasendrescherei, Verdrängung wahrer Probleme und abgeschottetes Leben der Verantwortlichen... Diese Episode endete dann ganz abrupt und innerhalb weniger Monate war die "Elite" verfolgt.
Mir ist absolut unklar warum das die gegenwärtige "Elite" nicht merkelt? Die in den wenigen objektiven Medien, selten genug veröffentlichten Infos warnen in ähnlicher Weise, wie ich es hier mache.

Allein, es wird weiter verdrängt und immer aufs neue Lötzinn verkündet und die Menschen weiter nach unten gedrückt.

Es ist wieder August! - (Richtung 1989 gedacht)

Vielleicht kollabiert ja bis zum 09. November 2007 das nächste Deutschland?


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Alex22 am 13. August 2007, 11:36:29
Stromboli,
es stimmt. Hätte ich nichts versucht, wäre ich jetzt besser dran.
Wer nicht bescheißt, wird für bekloppt erklärt.
 8)


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Atheist am 13. August 2007, 11:47:18
Zitat
Original von Alex22
Wer nicht bescheißt, wird für bekloppt erklärt.

Grausam und wahr.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 29. August 2007, 21:20:16
Am Donnerstag den 30.08 2007 punkt 10 Uhr ist es wieder soweit die BA veröffentlicht die aktuellen Zahlen für den Arbeitsmarkt.

Experten befürchten das die Arbeitslosigkeit schwächer als in letzten 3 Vorjahren sinkt.

Der traditionell am Vortag veröffentlichte Beschäftigungsindex BA-X weist auf ein abgeschwächtes Wachstum bei der Arbeitskräftenachfrage hin.

Meine ausführliche und detaillierte Bewertung der BA -Zahlen werden sie ab ca. 14 Uhr in diesem Forum finden.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Ex - Sozi am 29. August 2007, 21:29:49
Jepp, Sybilla,

dann habe ich um 14.00 Uhr meinen Kaffee fertig und 3 Fluppen im Voraus gedreht.

Bin schon wieder gespannt!


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. August 2007, 10:55:14
Was sind die vorläufig guten Zahlen am Arbeitsmarkt Wert, wenn sie nach 3 Monaten siehe Zahlen von Mai 2007 um 325.830 Leistungsberechtigte Personen nach oben korrigiert werden? (Details siehe unten)

August 2007:

Arbeitslosenzahl August 2007 inclusive Ein Euro Jobs

Die Zahl der Arbeitslosen im August 2007 inclusive 1 € Jobber des BA-Berichts verharrt mit 4.029.438 Personen  trotz gefühlten Aufschwung auch im August 2007 über 4 Millionen.
Die Zahl der Personen in 0 € Praktika habe ich im BA Bericht nicht gefunden.

Interessant ist die Aussage der Phönix Moderatorin das laut Instituts für Arbeitsmarkt-
und Berufsforschung (IAB)  mehr Vollzeitarbeitsplätze entstanden sind, weil die Arbeitsmarktreformen den Druck auf die Arbeitslosen erhöht habe und diese vermehrt nach Arbeit nachfragen.

Im August 07 beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ)  4.029.438 Personen
August (3.705.434 + 324.004 EEJ des BA Berichts
Juli (3.715.019 + 324.180 EEJ  des BA  Berichts)


Die in den Medien offiziell verkündete Arbeitslosenzahl ist von 3.715.019  um  9585  Personen auf 3.705.434  gesunken  (Der Rückgang war schwächer als im Durchschnitt der letzten drei Jahre mit -30.000.)

Arbeitslosigkeit mit APM (Arbeitsmarkt Politische Maßnahmen

August 2007
Die BA meldet auf Seite 33 (BA Bericht August 07) vorläufig 1.442.434
Personen in APM + 3.705.434 Arbeitslose Personen = =  5.147.868Personen.


Geringfügig entlohnt Beschäftigte

Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Juni 4,97 Mio betragen, 121.000 mehr als vor einem Jahr. Darüber hinaus übten 2,09 Mio sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zusätzlich einen geringfügig entlohnten Nebenjob aus, gegenüber dem Vorjahr 188.000 mehr.
 (Seite 3  BA Bericht August 2007)

Nach den letzten Daten, die hierzu vorliegen, erzielten im März rund 502.000 Arbeitslosengeld II-Bezieher Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze von 400 Euro und waren nicht arbeitslos gemeldet.

Ergänzendes ALG II - Arbeitslosengeld II-Empfänger Brutto-
Einkommen aus Erwerbstätigkeit


August 2007
Arbeitslosengeld II Empfänger  5.289.000 Personen
darunter Arbeitslose 2.518.000 Personen
und 2.771.000 Personen erhielten ergänzendes ALG II.

August 2006
Arbeitslosengeld Empfänger II  5.161.000
 Personen
darunter arbeitslose 2.818.000
und 2.343.000 Personen erhielten ergänzendes ALG II

im Jahresvergleich + 428.000 Personen

Sperrzeiten für ALG I Empfänger

Bis Ende Juni wurden gegen 307.000 Bezieher von Arbeitslosengeld I Sperrzeiten verhängt, in denen kein Geld ausgezahlt wurde.
Das waren 77.300 oder 34 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2006.

Quelle: http://www.focus.de/jobs/branchen/arbeitslose_aid_67159.html

Die Zahl der Leistungsberechtigten *vorläufige Werte des BA Berichts Juli 07
 


*Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im August  s 992.707
*Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im August 5.288.647 Personen
*Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt August 1.964.940 Personen

= * 8.246.294 Leistungsberechtigte August 07  


Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften beträgt im August 07  3.730.000  

Der Trend zeigt meines Erachtens eindeutig dass  APM Maßnahmen; Ein Euro Jobs; 0 € Praktika  und der Niedrigstlohnbereich in der Leih- und Zeitarbeitsbranche den Aufschwung am Arbeitsmarkt ermöglichten. Der Aufschwung durch diese Sondereffekte ebbt mutmaßlich ab.



Zahl der offenen Stellen Bericht August (Seite 7 )  

Bestand alle Stellen 647.500 (Vormaonat 649.800)
darunter: Vakanzen 572.600
ungeförderte Stellen 456.100
darunter: Vakanzen 399.700
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 411.000
darunter: Vakanzen 361.100

Der BA sind neben den gemeldeten offenen Stellen noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter bekannt viele dieser Stellen sind aber Datendopplungen ein freier Arbeitsplatz vermehrt sich nicht zu fünf freien Arbeitsplätzen nur weil er in fünf Stellenbörsen zufinden ist. Zudem werden bereits besetzte Stellen von vielen Jobbörsen erst nach Wöchen aus dem Angebot genommen.
 


---------------------------------


Fachkräftemangel - Ausbildungsplätze

Die rechnerische Differenz zwischen gemeldeten Ausbildungsstellen und gemeldeten Bewerbern beträgt 252.700. Die Zahl der im August noch unbesetzten Ausbildungsstellen
lag bei 85.900. Als unversorgt zählten 161.200 Bewerber. (Seite 10 BA Bericht August 2007)



Resümee


Hartnäckig verharrt die Zahl der Arbeitslosen + EEJ auch im August  07 mit 4.029.438 Personen  über der 4 Millionengrenze diese wurde unter Anrechnung der 1 € Jobs in 2007 nie unterschritten. Die Zahlen der ALG II Leistungsempfänger stieg im Jahresvergleich um 128.000 von 5.161.000 im August 2006 auf 5.289.000 im August 2007 an.
Allein die demografische Entwicklung reduziert die Anzahl der Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt zu der genauen Zahl wird im BA – Bericht mit 73.000 angegeben Herr Alt nannte in der Pressekonferenz ca. 100.000. Die neu entstandenen Niedrigtslohnjobs 1€ Jobs und 0 € Praktika sind kein „Aufschwung“ des Arbeitsmarktes. Bei einer Lehrstellenlücke von derzeit 252.700. Stellen sehe ich keinen Fachkräftemangel wäre ein akuter Fachkräftemangel vorhanden dann würden viele dieser 252.700.Lehrstellenbewerber zu Fachkräften ausgebildet.


Die  vorläufige Werte des BA Berichts für Mai 2007 wurden im BA Bericht  August 07 wie folgt korrigiert

Mai 2007

Die von der BA gemeldete Mai Zahl  der Arbeitslosen in Arbeitsmarkt Politischen Maßnahmen/ Instrumente (APM)  wurde im BA Bericht August 07 gegenüber der vorläufigen Zahlen von Mai 07  mit 1.476.553  Personen (Seite 34 BA – Bericht Mai 07) um 116.889 Personen auf  1.593.442 Personen korrigiert.

Die vorläufigen Werte der ALG I Leistungsberechtigten wurde im Mai mit s1.045.208 Personen angegeben im August Bericht wurde diese Zahl um + 7289 Personen auf 1.052.497 ALG I Leistungsberechtigten korrigiert.

Die vorläufigen Werte der ALG II Leistungsberechtigten wurde im Mai mit p 5.174.395 Personen angegeben im August Bericht wurde diese Zahl um + 235.940 Personen auf 5.410.335 ALG II Leistungsberechtigten korrigiert

 Die vorläufigen Werte der Sozialgeld Leistungsberechtigten wurde im Mai p 1.912.648 Personen angegeben im August Bericht wurde diese Zahl um + 82.601 Personen auf  p 1.995.249 Sozialgeld Leistungsberechtigte korrigiert.

Damit stieg die Zahl der Leistungsempfänger Mai 2007 von 8.132.251 Leistungsberechtigten um 325.830 auf  8.458.081 Leistungsberechtigte.



Hinweise:

*Zum 1. April 2006 traten in Teilen das Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze in Kraft.Die wichtigste Neuregelung betrifft unverheiratete, volljährige, unter 25-jährige Arbeitslose. Sie werden grundsätzlich in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern einbezogen. Wenn sie eine eigene Wohnung beziehen wollen, müssen sie dafür die Zustimmung des Leistungsträgers einholen. Der Stichtag, seit dem Jugendliche eine Zulassung des kommunalen Trägers zum Auszug aus dem Elternhaus benötigen, ist der 17. Februar 2006

Nach den Regelungen der §§ 428 SGB III und 252 Abs. 8 SGB VI müssen 58-Jährige oder Ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung stehen und werden auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt.



Quellen der Zahlen:
BA – Monatsberichte http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/index.shtml
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200708.pdf


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Ziggy am 30. August 2007, 11:10:34
Zitat
Interessant ist die Aussage der Phönix Moderatorin das laut Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mehr Vollzeitarbeitsplätze entstanden sind, weil die Arbeitsmarktreformen den Druck auf die Arbeitslosen erhöht habe und diese vermehrt nach Arbeit nachfragen.
Das wusste ich bisher auch nicht, daß mehr Arbeitsplätze entstehen, wenn mehr Arbeitslose nachfragen. Ist schon wichtig, daß man sowas von den Profis vom IAB  mal erklärt bekommt.

Zitat
Bei einer Lehrstellenlücke von derzeit 252.700. Stellen sehe ich keinen Fachkräftemangel wäre ein akuter Fachkräftemangel vorhanden dann würden viele dieser 252.700.Lehrstellenbewerber zu Fachkräften ausgebildet.
Treffender kann man die Facharbeitermangel-Lüge nicht entlarven.

Danke, Sybilla, für deine - wie immer - fundierten Analysen!

Grüße, Ziggy


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Ziggy am 30. August 2007, 11:12:16
*Doppelpost gelöscht*


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Ruby am 30. August 2007, 11:41:32
Danke an Sybilla für ihre Mühen.

Aber Ungläubige wird es wohl ewig geben. Hatte erst gestern mal wieder so eine Diskussion, dabei finde ich das sooooooooooo offensichtlich welcher Massenbeschiss hier getrieben wird.

Ja ihr Deppen, klar die
ARBEITSLOSENZAHLEN SIND GESUNKEN UND DIE ERDE IST EINE SCHEIBE!

*grummelt*


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: felixed am 30. August 2007, 12:30:32
Zitat
Original von Ruby
Danke an Sybilla für ihre Mühen.

ARBEITSLOSENZAHLEN SIND GESUNKEN UND DIE ERDE IST EINE SCHEIBE!

Nun ja, aus der Perspektive einer in einem von einer BILD-Zeitung bedeckten Fingerhut knienden Ameise, also der Perspektive des rundum geBILDeten faktenresistenten Bundesinsassen, ist beides schwer zu widerlegen.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. August 2007, 20:30:18
Wer kann mir helfen?

Die Tagesschau hat in ihrer 20 Uhr Ausgabe behauptet die Arbeitslosigkeit sei seit 12 Jahren auf den tiefsten Stand gesunken. Gut 1 € Jobs gibt es erst seit 2005 aber wer die Zahlen vor 2005 vergleichen möchte darf die 1 € Jobs nicht unterschlagen also:

Im August 07 beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ) 4.029.438 Personen
August (3.705.434 + 324.004 EEJ des BA Berichts

Im BA Bericht von August 2002 lese ich Arbeitslose Bestand 4.018.199 und somit rund 10.000 weniger als heute.
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/ser...nat/200208.pdf

Warum behauptet die Tagesschau die Zahl von August 2007 sei die geringste Augustzahl seit 12 Jahren?


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 30. August 2007, 20:47:40
Sybilla, ich kann zwar nicht helfen...

höchstens in der Verbreitung der "wahren" Zahlen in meinem weiteren Bekanntenkreis oder mit Anfragen an die Regierungssender!

Meine Frau und ich bestätigen hiermit ausdrücklich, dass wir in unserem täglichen Erleben und Gesprächen mit Mitbürgern unterschiedlichster Schichten keinen "Aufschwung" vermelden können! Lediglich eine krasse Zunahme an Lüge und Desinformation, die mit "Interpretationsspielräumen" nichts mehr zu tun hat.

Wir werden belogen und betrogen. 24 Stunden am Tag. Das muß ein baldiges Ende haben!


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 30. August 2007, 20:58:35
http://www.jungewelt.de/2007/08-31/039.php

Ackern für 3,27 Euro

"In Deutschland waren im August offiziell 3,7 Millionen Menschen erwerbslos gemeldet. Weil das rund 10000 Menschen weniger sind als im Vormonat, verbreitete die Bundesagentur für Arbeit bei der Vorstellung der Arbeitslosenzahlen am Donnerstag in Nürnberg Optimismus. BA-Chef Frank-Jürgen Weise erklärte, die gute konjunkturelle Lage wirke sich positiv auf den Arbeitsmarkt aus. »Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst, und die Zahl der offenen Stellen ist nach wie vor hoch.«

Vakant waren am Donnerstag bei der Bundesagentur für Arbeit etwa Stellen in der Landwirtschaft, die mit 3,27 Euro pro Stunde vergütet werden."...

>>Wir werden belogen und betrogen. 24 Stunden am Tag. Das muß ein baldiges Ende haben!

LG


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: felixed am 30. August 2007, 21:07:10
Zitat
Original von Strombolli
Wir werden belogen und betrogen. 24 Stunden am Tag.

Nicht doch. 8 davon schlafen wir. Da wirken nur die Lügen der anderen 16 nach und werden ins Langzeitgedächtnis umgespeichert.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Mario321 am 30. August 2007, 21:16:49
Also... ich bekenne: Ich guck auch ab und an mal die Tagesschau, wider besseren wissens.
Irgendwie habe ich die Arbeitslosenzahlen mit 3.700.000 Millionen erblickt. Konnte diese Entspannung aber nicht recht glauben.
Aber hab wohl einfach falsch geguckt und der Wunsch war Vater meiner Sicht.

Nun mein Dank gilt Sybilla, die wiedermal gezeigt hat..... alles Interpretationssache.

Ich schließe mich der 24 h Beschiss Aussage an und sattle noch drauf:
Lieber keine Mainstream-Medien konsumieren, denn dann kannst DU dem, der dich bescheißt, wenigstens in den Arsch gucken.
Getreu nach dem Motto:
Ich habs kommen sehen.

BtW NDR-Zapp kann ich nur empfehlen.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: flipper am 30. August 2007, 21:48:56
diese statistiken werden seit kohls zeiten gesetzlich geschönt wenn nicht gar gefälscht. die der kinderarmut weniger und da sinds 10? millionen, also beträgt die reale anzahl der erwerbslosen min. genausoviel.
die BA soll den quatsch ihrer OMA erzählen. niemand glaubt denen.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Ruby am 30. August 2007, 22:00:58
Niemand glaubt denen.

Nedmal meine Oma *lach*.

Ihr Worte sind mittlerweile, gäbe es in Deutschland eine Revolution würde ich mit der Fahne voran laufen. (Ich liebe sie dafür.)
Denn selbst die Rentner werden beschissen. Jedes Jahr hat man unzählige Mehrkosten zu tragen und alle Jahre wieder gibt es 3 euro mehr.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: felixed am 31. August 2007, 08:14:52
Zitat
Original von Mario321
BtW NDR-Zapp kann ich nur empfehlen.


Oder als Zeitung die junge Welt (http://jungewelt.de).


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: charity am 31. August 2007, 15:57:15
Herzlichen Dank, Sybilla, für deine regelmässigen  Recherchen.

Ich hab deinen Beitrag in mein "Heimatboard" kopiert - Ottonormal bekommt oft viel zu wenig mit, was wirklich läuft.

Nochmal DANKE

Chary


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Atheist am 01. September 2007, 00:35:37
Zitat
Original von felixed
Lügen (...) werden ins Langzeitgedächtnis umgespeichert.

Richtig!


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Schraubenwelle am 01. September 2007, 06:44:51
3,7 Millionen...und was ist mit den 1€ Jobern,den Leuten die in irgendwelchen sinnlosen Maßnahmen gepresst werden und was weiss ich nicht noch alles um die Statistik zu schönen ?
Es wurden doch hier nur die Edelarbeitslosen gezählt !
Man sollte lieber mal alle mitzählen die irgenwo ,irgendeinen Scheiss machen nur um nicht in die Statistik zu kommen.
Auch sollte man mal die Aufstocker dazu zählen ..die zwar einen Job haben aber davon nicht leben können.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: felixed am 01. September 2007, 13:59:41
Zitat
Original von Schraubenwelle
Man sollte lieber mal alle mitzählen die irgenwo ,irgendeinen Scheiss machen nur um nicht in die Statistik zu kommen.

Eine Statistik der nicht existenzsichernd beschäftigten Arbeitsfähigen wiese da sicher ganz andere Zahlen aus. Nur: Welche Institution, welches Medium des Kapitalistenstaates sollte so eine Erhebung durchführen und veröffentlichen und sich durch Bekanntwerden der tatsächlichen gesellschaftlichen Lage und Tendenzen selbst ins Knie schießen?

Die meisten Bundesinsassen glauben ja der angenehmen Lüge lieber als der offensichtlichen Realität. Sie WOLLEN belogen werden, es käme ja schon wieder alles irgendwie ins Lot, ohne daß sie selbst dafür etwas tun müssen. Sie WOLLEN weiter unwissend gehalten werden, um ihr unterwürfiges feiges Leben fortsetzen zu können.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: beickmann am 01. September 2007, 16:54:39
Die meisten Bundesinsassen glauben ja der angenehmen Lüge lieber als der offensichtlichen Realität. Sie WOLLEN belogen werden, es käme ja schon wieder alles irgendwie ins Lot, ohne daß sie selbst dafür etwas tun müssen. Sie WOLLEN weiter unwissend gehalten werden, um ihr unterwürfiges feiges Leben fortsetzen zu können.[/quote]

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Natürlich,denn sie glauben ja auch alle an den Aufschwung.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Motte am 02. September 2007, 02:51:47
Zitat
Original von beickmann
Die meisten Bundesinsassen glauben ja der angenehmen Lüge lieber als der offensichtlichen Realität. Sie WOLLEN belogen werden, es käme ja schon wieder alles irgendwie ins Lot, ohne daß sie selbst dafür etwas tun müssen. Sie WOLLEN weiter unwissend gehalten werden, um ihr unterwürfiges feiges Leben fortsetzen zu können.

________________________________________________________________




Natürlich,denn sie glauben ja auch alle an den Aufschwung.[/quote]

Meiner Meinung nach ist die offensichtliche Realität, die Lüge, das Glauben wollen, kaum zu erfassen und geht viel tiefer als jeder sich vorstellen kann.
Die offensichtliche Lüge ist schon dann erkennbar wenn geteilt, getrennt wird in Wissende und Unwissende, in Handelnde und Nichthandelnde. Die offensichtliche Reälität spaltet schon männliche und weibliche Wesenanteile auf, in Logik und Gefühl.
Warum arbeiten wir auf eine menschliche Monokultur hin in der alle Identität und Unterschiede zerstört werden müssen.
Durch das Spalten verschiedener Gruppen, ein überaus beliebtes Spiel,
in Gute und weniger Gute, in Erfolgreiche und Verlierer, in Nützliche und Unnutze Menschen legen wir den Grundstein für Hass und Misstrauen in uns selber an. Das hat eine weitere Spaltung zur Folge indem wir ängstlich andere beobachten und uns schnell, in unserem "ungenügendem Verhalten" aus den Augen verlieren.
Es ist so einfach aus der eigenen Angst heraus mit dem Finger auf andere zu zeigen man vergisst jedoch schnell,das man nur das aussprechen kann was man selber weiss und ist. Der Natur erlauben wir eine Vielfalt, jedoch wird auch dort in Kraut und Unkraut unterschieden.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 29. November 2007, 12:54:51
November 2007:
Erstellt von Sybilla am 29.11.07 11 Uhr 40
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

Viele Medien werden der Versuchung nicht widerstehen und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder gar seit Frau Merkels Geburt verkünden.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, der vor der neu Definition der Arbeitslosigkeit durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am  Arbeitsmarkt mit existenzsichernden Arbeitsplätzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch Arbeitsplätze mit ergänzenden ALG II durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen "Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt.


Zitat
IAB-STUDIE

1,3 Millionen Arbeitnehmer beziehen zusätzlich Hartz IV
Wenn der Lohn zum Leben nicht reicht: 1,33 Millionen Menschen in Deutschland müssen ihr Gehalt mit Hartz-IV-Mitteln aufstocken - das sind über eine halbe Million mehr als noch vor zwei Jahren. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarktforschung.

[url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,518622,00.html[/url]


Arbeitslosigkeit mit APM jetzt API (Ausgewählte arbeitsmarktpolitische Instrumente)  

Die Zahl der Personen in arbeitsmarktpolitischen Instrumente stieg von August 2007 (1.415.836 Personen) um  + 128.912 Personen auf  1.544.748 Personen im November 2007 an. (Seite 37 BA Bericht 2007) 3) Es ist von einer deutlichen Untererfassung auszugehen, da nur die Informationen darstellbar sind, deren Daten individuell teilnahmebezogen im operativen Verfahren der BA erfasst sind oder von zkT über XSozial übermittelt werden.

Die Fakten

November 2007:
Arbeitslosenzahl November 2007 inclusive Ein Euro Jobs
Im November 07 beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ)  3.696.610 Personen
(3.378.378 + 318..232) 1Euro Jobs des BA Berichts  [/b]
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200711.pdf

Ende Juni 2001 gab es laut BA - Bericht einen Bestand von
3.695.626 Arbeitslosen Personen.
Richtig ist die November Zahl des BA Berichts November 07 der statistisch gezählten Arbeitslosen ist die niedrigste November Zahl seit November 2000 (3.645.851) oder 7 Jahren.

Definition der Arbeitslosigkeit
Die Definition der Arbeitslosigkeit hat sich durch die Einführung des SGB II nicht geändert. Das SGB II selbst enthält keine Definition der Arbeitslosigkeit, da diese keine Voraussetzung für den Erhalt von Leistungen nach dem SGB II ist. Für Leistungsbezieher nach dem SGB II findet die Definition der Arbeitslosigkeit nach dem SGB III Anwendung. Danach ist arbeitslos, wer keine Beschäftigung hat (weniger als 15 Wochenstunden), Arbeit sucht, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und bei einer Agentur für Arbeit oder einem Träger der Grundsicherung arbeitslos gemeldet ist. Nach dieser Definition sind nicht alle erwerbsfähigen Hilfebedürftigen als arbeitslos zu zählen. […] Mit dem dritten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (in Kraft seit 1. Januar 2004) wurde im § 16 SGB III kla gestellt, dass Teilnehmer in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarkpolitik prinzipiell nicht als arbeitslos gelten. […]Bei Vergleichen der Arbeitslosenzahl mit Daten vor 2004 ist das zu beachten. (BA Bericht Oktober 2007 Seite 24)


Nur wenn 1 € Jobber nicht als arbeitslos gezählt werden sinken die Arbeitslosenzahlen auf den tiefsten Stand seit x Jahren.


Bemerkung
Die Zahl der Personen in 0 € Praktika 1 € Jobs und Anspruch auf ergänzendes ALG II ist ein Großteil des Aufschwung am Arbeitsmarkt wobei diese Personen nur ein Einkommen auf den Niveau der Grundsicherung der ALG II Regelsätze erzielen. Ein Weg von der Armut in Arbeitslosigkeit in die Woorking Poor Armut im Niedrigstlohnbereich oder in die Beschäftigung auf 1 € Niveau.



Geringfügig entlohnt Beschäftigte

Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im September 4,79 Mio betragen, 12.000 mehr als vor einem Jahr. Darüber hinaus übten 2,09 Mio sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte zusätzlich einen geringfügig entlohnten Nebenjob aus, gegenüber
dem Vorjahr 123.000 mehr. (Seite 6  BA Bericht November 2007)

Nach den letzten Daten, die hierzu vorliegen, erzielten im Juli rund 547.000 Arbeitslosengeld II-Bezieher Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze von 400 Euro und waren nicht arbeitslos gemeldet.


Ergänzendes ALG II - Arbeitslosengeld II-Empfänger Brutto-
Einkommen aus Erwerbstätigkeit


November 2007

Der 'Aufschwung' am Arbeitsmarkt in Zahlen

(BA Bericht November Seite 9)
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200711.pdf
Arbeitslosengeld Empfänger II  5.135.000
Personen darunter arbeitslose 2.366.000
und 2.769.000 Personen erhielten ergänzendes ALG II

BA - Bericht Januar 2005 Seite 8 rechte Spalte mitte
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200501.pdf
 Arbeitslosengeld II Empfänger Januar 4.089.000 Personen
- darunter arbeitslose 2.426.000
- darunter nicht arbeitslose (ergänzendes ALG II usw...) 1.663.000

 
Was fällt auf? Gennau!

Die Zahl der ALG II Empfänger ist um 1.046.000 angestiegen!
und die Zahl der icht arbeitslosen (ergänzendes ALG II usw...) ist um 1.106.000 angestiegen

Ups jetzt ist der 'Aufschwung' am Arbeitsmarkt weg!
Wie war das??? Tja, Pech. :)


Die Zahl der Leistungsberechtigten *vorläufige Werte des BA Berichts November 07
 


*Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im November 926.123 Personen
*Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im November 5.134.651 Personen
*Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt November 1.936.389 Personen

= * 7.997.163 Leistungsberechtigte November 07  

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften beträgt im November 07  3.640.000


Der Trend zeigt meines Erachtens eindeutig dass  APM/API Maßnahmen; Ein Euro Jobs; 0 € Praktika  und der Niedrigstlohnbereich mit ergänzenden ALG II in der Leih- und Zeitarbeitsbranche den Aufschwung am Arbeitsmarkt ermöglichten.


Zahl der offenen Stellen Bericht November (Seite 11 )  

(Vormonate 608.500 Oktober; 629.100 September ; 647.500 August)
November 2007
Bestand alle Stellen 577.000
darunter: Vakanzen 518.800
ungeförderte Stellen 398.500
darunter: Vakanzen 350.300
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 359.300
darunter: Vakanzen 316.000

Die Zahl der offenen Stellen ist seit Monaten rückläufig
Der BA sind neben den gemeldeten offenen Stellen noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter bekannt viele dieser Stellen sind aber Datendopplungen ein freier Arbeitsplatz vermehrt sich nicht zu fünf freien Arbeitsplätzen nur weil er in fünf Stellenbörsen zu finden ist. Zudem werden bereits besetzte Stellen von vielen Jobbörsen erst nach Wochen aus dem Angebot genommen.
 


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Fachkräftemangel - Ausbildungsplätze

Die rechnerische Differenz zwischen gemeldeten Ausbildungsstellen und gemeldeten Bewerbern beträgt 217.900 (Seite 15 BA Bericht August2007)

Resümee


1,33 Millionen Personen erhalten ergänzendes ALG II der Aufschwung am Arbeitsmarkt wird von den Steuerzahlern finanziert. Der demografische Faktor reduziert die Anzahl der Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt zu der genauen Zahl wird im BA – Bericht August mit 73.000 angegeben Die neu entstandenen Niedrigtslohnjobs mit ergänzenden ALG II 1€ Jobs und 0 € Praktika sind kein „Aufschwung“ des Arbeitsmarktes. Bei einer Lehrstellenlücke von 217.900   Stellen sehe ich keinen Fachkräftemangel wäre ein akuter Fachkräftemangel vorhanden dann würden viele dieser 217.900 Lehrstellenbewerber zu Fachkräften ausgebildet.

Nettolohnentwicklung

Die Nettoverdienste der Arbeitnehmer sind auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken

Zitat
Montag, 24. September 2007 11:10
Die Nettoverdienste der Arbeitnehmer sind auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken
Danach lag der Nettorealverdienst nach Abzug von Steuern, Sozialbeiträgen und bei Berücksichtigung der Preisentwicklung im vergangenen Jahr etwa so hoch wie 1986
Die Nettoverdienste der Arbeitnehmer sind auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Das ist das Ergebnis einer Statistik des Bundesarbeitsministeriums, berichtet die Bild-Zeitung.
[url]http://www.tv-suedbaden.de/default.aspx?ID=3017&showNews=125768[/url]


Hinweise:

*Zum 1. April 2006 traten in Teilen das Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze in Kraft.Die wichtigste Neuregelung betrifft unverheiratete, volljährige, unter 25-jährige Arbeitslose. Sie werden grundsätzlich in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern einbezogen. Wenn sie eine eigene Wohnung beziehen wollen, müssen sie dafür die Zustimmung des Leistungsträgers einholen. Der Stichtag, seit dem Jugendliche eine Zulassung des kommunalen Trägers zum Auszug aus dem Elternhaus benötigen, ist der 17. Februar 2006

Nach den Regelungen der §§ 428 SGB III und 252 Abs. 8 SGB VI müssen 58-Jährige oder Ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung stehen und werden auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt.



Quellen der Zahlen:
BA – Monatsberichte http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/index.shtml
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200711.pdf
Erstellt von Sybilla am 29.11.07 11 Uhr 40
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Niedriglöhne und „Mini-Jobs“ rund 540.000 Beschäftigte erhalten ergänzendes ALG II.

Mit der Einführung des (SGB II) änderten sich die Grundlagen der Arbeitsmarktstatistik in Deutschland.
Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden in die Entlastungsrechnung einbezogen:
- Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes:Arbeitsgelegenheiten, Einstiegsgeld Variante Beschäftigung, ABM, traditionelle SAM und BSI,

- Qualifizierung: berufliche Weiterbildung, Trainings- und Eignungsfeststellungsmaßnahmen, berufliche Wiedereingliederung Behinderter

- Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III im Rechtskreis SGB III und Personen in geförderter Altersteilzeit

- Teilnehmer an Personal-Service-Agenturen

- Förderung der Selbständigkeit: Existenzgründungszuschuss (Ich-AG) , Überbrückungsgeld, Gründungszuschuss und Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit

Folgende Instrumente werden in der Entlastungsrechnung nicht berücksichtigt, was nichts gegen ihre Wirksamkeit hinsichtlich der Eingliederung von Arbeitslosen in reguläre Beschäftigung sagt:

- Maßnahmen der beruflichen Erstqualifizierung spielen sich größtenteils im Vorfeld des Arbeitsmarktes ab; sie betreffen
überwiegend Personen, die vorher nicht arbeitslos gemeldet waren. Dies gilt insbesondere für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, die Berufsausbildung Benachteiligter, die berufliche Ersteingliederung Behinderter, BAB wegen einer
beruflichen Ausbildung sowie für große Teile des Sofortprogramms zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit. Ob sich diese Jugendlichen ohne eine derartige Maßnahme (kurzfristig) arbeitslos gemeldet hätten, muss offen bleiben.

- Daneben gibt es finanzielle Hilfen zur direkten Eingliederung Arbeitsloser in reguläre abhängige Beschäftigung. Insbesondere bei Eingliederungszuschüssen und Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose (2003 ausgelaufen) werden großenteils Schwervermittelbare gefördert, die andernfalls kaum eine Chance hätten. Die finanzielle Förderung ist also häufig Ausgleich für eine (vermutete) Minderleistung. Deshalb dürfte auf diese Weise keine zusätzliche Beschäftigung entstehen, d. h. ohne diese Hilfen wären vermutlich Arbeitnehmer ohne Vermittlungshemmnis eingestellt worden (Substitutionseffekt). Vielleicht wäre es in dem einen oder anderen Fall aber auch ohne diese Zuschüsse zur Einstellung förderungsfähiger Arbeitsloser gekommen (Mitnahmeeffekt) oder (leistungsschwache) Beschäftigte wären freigesetzt worden (Drehtüreffekt).

- Schließlich bestehen zahlreiche Maßnahmen zur Förderung regulärer Beschäftigung ausschließlich oder großenteils in
einmaligen Hilfen, so dass sich Bestands- und damit Entlastungsgrößen nicht angeben lassen. Dies gilt, abgesehen von den (normalen) Arbeitsvermittlungen, insbesondere für die Unterstützung der Beratung und Vermittlung sowie für Mobilitätshilfen (z. B. Übernahme von Bewerbungs-, Reise- und Umzugskosten), großenteils aber auch für die Freie Förderung gem. § 10 SGB III.

In die „Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen“ der Bundesagentur nicht einbezogen sind schließlich Bezieher von vorgezogenem Altersruhegeld oder Erwerbsunfähigkeitsrenten , auch wenn diese Frühverrentungen arbeitsmarktbedingt sind; hierzu liegen keine monatsaktuellen Daten vor.

Quelle: BA Monatsbericht September 07 Seite 29

In der Tat es gibt einen Rückgang der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit.

Auch das Argument, das es vor 2005 Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe gab, ist verzerrend.

1,1 Millionen Menschen bekamen 2006 weitere Sozialleistungen

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, erhielten in Deutschland im Laufe des Jahres 2006 rund 1,1 Millionen Personen Leistungen nach dem 5. bis 9. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“).

Statistisches Bundesamt Pressemitteilung Nr. 462 vom 16.11.2007


Denn Sozialhilfe nach SGB XII gibt es nach wie vor in ihr befinden sich 1/3 der Männer und 2/3 der Frauen über den 65. Lebensjahr.
Zitat
Präsident Dr. Norbert Lammert:
Das Wort erhält nun die Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! ... […] …oder auf die Lage der Frauen im Alter: Ein Drittel der Männer über 65 bezieht Sozialhilfe, aber zwei Drittel der Frauen. Diese Zahlen dürfen uns nicht unbeschäftigt lassen.

[url]http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/plenarprotokolle/16085.html[/url]


Bevor man weiterhin von der Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II spricht, sollte man wissen, welche Unterscheidung des SGB II und das SGB XII trifft.
Und den Unterschied zwischen Sozialgeld und Sozialhilfe erkennen. Die Zusammenlegung betrifft nur Personen, die unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes, mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig sind.

SGB II § 7 Berechtigte; § 8Erwerbsfähigkeit
SGB XII § 19 Leistungsberechtigte


Erstellt von Sybilla am 29.11.07 11 Uhr 40
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: regenwurm am 30. November 2007, 09:26:10
Scholz und Kapital: Sklaven-Löhne = weniger Arbeitslose

LINK - aktuelle Zahlen und die wahren Zahlen  (http://www.radio-utopie.de/index.php?themenID=1294)

Währenddessen unterschrieben "nur" 10355 Bürger eine Bundestagspetition gegen die gefälschten Arbeitslosenstatistiken

 DER FEIND SITZT OBEN

Heuchler, Lügner, Dummschwätzer, Verbrecher, Ausbeuter haben es z.Z. sehr, sehr einfach in der Republik an Geld zu kommen. Ein Überwachungsapparat an Schnüfflern, Medienmanipulatoren, Hintergrund-Psychologen und Logisten spielen Zuträger und Steigbügelhalter. Mit demokratischen oder rationalen Gesichtspunkten hat das Ganze nichts zu tun.

Die Oberschicht beutet und plündert das Volk aus. Alles Andere ist Geschwätz.

LINK  (http://www.radio-utopie.de/index.php?themenID=1294)


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 30. November 2007, 09:30:49
Noch mehr Statistik ;):
..."Im November verzeichnet in der Statistik der Bundesagentur gegenüber Vormonat einen Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit um 55.000.
 Doch angesichts des im Vorjahresvergleich starken Aufbaus an prekären Beschäftigungsverhältnissen, besonders der unsicheren Leiharbeitsverhälnisse, und der fortgesetzten "administrativen Bereinigung" und der - von der Arbeitsmarktpolitik unabhängigen - demographische Entwicklung ist die Arbeitsmarktsituation trotz aller Erfolgsmeldungen immer noch schwierig.
In einer Nettogegenrechnung des Aufwuchses solcher prekärer Arbeitsverhältnisse und der statistischen Sonderfaktoren bleibt vom angeblichen Boom am Arbeitsmarkt viel weniger übrig.
Gerade die unsicheren zeitlich begrenzten Arbeitsverhältnisse werden teilweise sehr schnell wieder verschwinden, wenn sich die Konjunktur - wie erwartet wird - weiter abschwächt. Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland bei den besonders belasteten Langzeitarbeitslosen am Ende des Vergleichsfeldes und sieht auch sonst nicht besonders aus.!...

http://www.jjahnke.net/arbeitnov07.html


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: regenwurm am 30. November 2007, 10:49:45
Zitat
von Eivisskat
 Noch mehr Statistik  :

Weltweite Arbeitslosigkeit steigt trotz guter Konjunktur

Die weltweite Arbeitslosigkeit ist trotz des robusten Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre gestiegen.

 Einem UN-Bericht zufolge kletterte die globale Arbeitslosenquote zwischen 1996 und 2006 von 6,0 auf 6,3 Prozent. Damit seien 195 Millionen der 4,6 Milliarden Menschen im erwerbsfähigen Alter ohne Beschäftigung gewesen - 34 Millionen mehr als zehn Jahre zuvor. Die Weltwirtschaft wuchs unterdessen im gleichen Zeitraum jährlich um 3,8 Prozent.
 Der Trend zur Lockerung von Arbeitsbedingungen und sozialer Unsicherheit im Job nehme weltweit zu. (Quelle Yahoo.com]


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Fragender am 02. Dezember 2007, 01:02:25
Gibts zu den vorläufigen Werten der BA schon endgültige Daten?

Was bei diesen Zahlen auffällt:

- lt. J. Jahnke gibt es eine sog. stille Reserve

- Wo ist die Anzahl der Minijobber genauer erfasst?

- Wo sind die Arbeitssuchend gemeldeten erfasst die
keine Leistungen beziehen (AL ohne Leistungsbezug)?

Auch die Zahl der ALG I Empfänger kommt mir beim vorläufigen Wert der BA nicht realistisch vor.

Die reale Gesamtzahl dürfte bei ca. 10 Millionen Leistungsbeziehern und Gemeldeten ohne Leistungsbezug liegen, mit den Aufstockern beim ALGII ggf. noch etwas mehr.

Neue Quellen dazu verfügbar?


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 03. Januar 2008, 17:20:32
Dezember 2007:
Erstellt von Sybilla am 03.01.08 11 Uhr 30
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

Die Fakten

Dezember 2007:
Im Dezember 07 beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ)  3.718.230 Personen.
(3.406.371 + 311.859) 1Euro Jobs des BA Berichts.
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200712.pdf

Die Zahl der Leistungsberechtigten *vorläufige Werte des BA Berichts Dezember 07
 


*Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im Dezember    930.654 Personen.
*Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im Dezember 5.086.041 Personen
*Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt im Dezember 1.913.459 Personen

= * 7.930.154 Leistungsberechtigte Dezember 07  

*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
Der Trend zeigt meines Erachtens eindeutig dass  APM/API Maßnahmen; Ein Euro Jobs; 0 € Praktika  und der Niedrigstlohnbereich mit ergänzenden ALG II in der Leih- und Zeitarbeitsbranche den Aufschwung am Arbeitsmarkt ermöglichten.

Viele Medien werden der Versuchung nicht widerstehen und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder gar seit Frau Merkels Geburt verkünden.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am Arbeitsmarkt mit existenzsichernden Arbeitsplätzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch Arbeitsplätze mit ergänzendem ALG II durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen "Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt.
Entgegen der guten Nachricht vom sinken der Arbeitslosigkeit steht die schlechte Nachricht von wachsender Armut der Erwerbstätigen im Niedrigstlohnbereich und wachsende Kinderarmut.
 


Zitat
IAB-STUDIE

1,3 Millionen Arbeitnehmer beziehen zusätzlich Hartz IV
Wenn der Lohn zum Leben nicht reicht: 1,33 Millionen Menschen in Deutschland müssen ihr Gehalt mit Hartz-IV-Mitteln aufstocken - das sind über eine halbe Million mehr als noch vor zwei Jahren. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarktforschung.

[url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,518622,00.html[/url]


Arbeitslosigkeit mit APM jetzt API (Ausgewählte arbeitsmarktpolitische Instrumente)  

Die Zahl der Personen in arbeitsmarktpolitischen Instrumente stieg von August 2007 (1.415.836 Personen) um  + 100.630 Personen auf (vorläufig und hochgerechnet) 1.516.466 Personen im Dezmeber 2007 an. (Seite 37 BA Bericht 2007) 3) Es ist von einer deutlichen Untererfassung auszugehen, da nur die Informationen darstellbar sind, deren Daten individuell teilnahmebezogen im operativen Verfahren der BA erfasst sind oder von zkT über XSozial übermittelt werden.

Richtig ist das es Ende Juni 2001 laut BA - Bericht einen Bestand von
3.695.626 Arbeitslosen Personen gab. Durch das neu eingeführte Saison-Kurzarbeitergeld (Winterausfallgeld – „Neben der direkten Inanspruchnahme ermöglicht das Saison-
Kurzarbeitergeld einen flexibleren Personaleinsatzund hilft so witterungsbedingte Entlassungen zu vermeiden. Die Winterarbeitslosigkeit fällt damit tendenziell geringer aus als vor der Einführung dieser Regelung“ BA Bericht 12/07 Seite 8 ) ist ein Vergleich von Dezemberzahlen vor 2005 nicht aussagekräftig.
 

Definition der Arbeitslosigkeit
Die Definition der Arbeitslosigkeit hat sich durch die Einführung des SGB II nicht geändert. Das SGB II selbst enthält keine Definition der Arbeitslosigkeit, da diese keine Voraussetzung für den Erhalt von Leistungen nach dem SGB II ist. Für Leistungsbezieher nach dem SGB II findet die Definition der Arbeitslosigkeit nach dem SGB III Anwendung. Danach ist arbeitslos, wer keine Beschäftigung hat (weniger als 15 Wochenstunden), Arbeit sucht, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und bei einer Agentur für Arbeit oder einem Träger der Grundsicherung arbeitslos gemeldet ist. Nach dieser Definition sind nicht alle erwerbsfähigen Hilfebedürftigen als arbeitslos zu zählen. […] Mit dem dritten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (in Kraft seit 1. Januar 2004) wurde im § 16 SGB III kla gestellt, dass Teilnehmer in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarkpolitik prinzipiell nicht als arbeitslos gelten. […]Bei Vergleichen der Arbeitslosenzahl mit Daten vor 2004 ist das zu beachten. (BA Bericht Oktober 2007 Seite 24)


Nur wenn 1 € Jobber nicht als arbeitslos gezählt werden sinken die Arbeitslosenzahlen auf den tiefsten Stand seit x Jahren.


Bemerkung
Die Zahl der Personen in 0 € Praktika 1 € Jobs und Anspruch auf ergänzendes ALG II ist ein Großteil des Aufschwung am Arbeitsmarkt wobei diese Personen nur ein Einkommen auf den Niveau der Grundsicherung der ALG II Regelsätze erzielen. Ein Weg von der Armut in Arbeitslosigkeit in die Woorking Poor Armut im Niedrigstlohnbereich oder in die Beschäftigung auf 1 € Niveau.



Geringfügig entlohnt Beschäftigte

Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Oktober 4,77 Mio betragen, 27.000 weniger als vor einem Jahr. Darüber hinaus übten 2,10 Mio sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zusätzlich einen geringfügig entlohnten Nebenjob aus, gegenüber dem Vorjahr 105.000 mehr. (Seite 7  BA Bericht Dezember 2007)

Nach den letzten Daten, die hierzu vorliegen, erzielten im August rund 556.000 (July 547.000) Arbeitslosengeld II-Bezieher Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze von 400 Euro und waren nicht arbeitslos gemeldet.



Ergänzendes ALG II - Arbeitslosengeld II-Empfänger Brutto-
Einkommen aus Erwerbstätigkeit


Dezember 2007

Der 'Aufschwung' am Arbeitsmarkt in Zahlen

(BA Bericht Dezember Seite 11)
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200712.pdf
Arbeitslosengeld Empfänger II  5.086.000
Personen darunter arbeitslose 2.367.000
und 2.719.000 Personen erhielten ergänzende Leistungen

BA - Bericht Januar 2005 Seite 8 rechte Spalte mitte
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200501.pdf
 Arbeitslosengeld II Empfänger Januar 4.089.000 Personen
- darunter arbeitslose 2.426.000
- darunter nicht arbeitslose (ergänzende Leistungen) 1.663.000

 
Was fällt auf? Gennau!

Die Zahl der ALG II Empfänger ist um 997.000 angestiegen!
und die Zahl der nicht arbeitslosen (ergänzendes ALG II usw...) ist um 1.056.000 angestiegen

Ups jetzt ist der 'Aufschwung' am Arbeitsmarkt weg!
Wie war das??? Tja, Pech. :)


  Zahl der offenen Stellen Bericht Dezember 07(Seite 13 )  

(Vormonate; November 577.000; Oktober 608. 500; September 629.100; August 647.500)
Dezember 2007
Bestand alle Stellen 545.600

darunter: Vakanzen 484.200
ungeförderte Stellen 370.200
darunter: Vakanzen 321.800
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 334.600
darunter: Vakanzen 290.600


Die Zahl der offiziell offenen Stellen ist seit Monaten rückläufig
Der BA sind neben den gemeldeten offenen Stellen noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter bekannt viele dieser Stellen sind aber Datendopplungen ein freier Arbeitsplatz vermehrt sich nicht zu fünf freien Arbeitsplätzen nur weil er in fünf Stellenbörsen zu finden ist. Zudem werden bereits besetzte Stellen von vielen Jobbörsen erst nach Wochen aus dem Angebot genommen.
 


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Nettolohnentwicklung

Die Nettoverdienste der Arbeitnehmer sind auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken

Zitat
Montag, 24. September 2007 11:10
Die Nettoverdienste der Arbeitnehmer sind auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken
Danach lag der Nettorealverdienst nach Abzug von Steuern, Sozialbeiträgen und bei Berücksichtigung der Preisentwicklung im vergangenen Jahr etwa so hoch wie 1986
Die Nettoverdienste der Arbeitnehmer sind auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Das ist das Ergebnis einer Statistik des Bundesarbeitsministeriums, berichtet die Bild-Zeitung.
[url]http://www.tv-suedbaden.de/default.aspx?ID=3017&showNews=125768[/url]


Hinweise:

*Zum 1. April 2006 traten in Teilen das Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze in Kraft.Die wichtigste Neuregelung betrifft unverheiratete, volljährige, unter 25-jährige Arbeitslose. Sie werden grundsätzlich in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern einbezogen. Wenn sie eine eigene Wohnung beziehen wollen, müssen sie dafür die Zustimmung des Leistungsträgers einholen. Der Stichtag, seit dem Jugendliche eine Zulassung des kommunalen Trägers zum Auszug aus dem Elternhaus benötigen, ist der 17. Februar 2006

Nach den Regelungen der §§ 428 SGB III und 252 Abs. 8 SGB VI müssen 58-Jährige oder Ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung stehen und werden auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt.



Quellen der Zahlen:
BA – Monatsberichte http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/index.shtml
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200712.pdf
Erstellt von Sybilla am 03.01.08 11 Uhr 30
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Mit der Einführung des (SGB II) änderten sich die Grundlagen der Arbeitsmarktstatistik in Deutschland.
Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden in die Entlastungsrechnung einbezogen:
- Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes:Arbeitsgelegenheiten, Einstiegsgeld Variante Beschäftigung, ABM, traditionelle SAM und BSI,

- Qualifizierung: berufliche Weiterbildung, Trainings- und Eignungsfeststellungsmaßnahmen, berufliche Wiedereingliederung Behinderter

- Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III im Rechtskreis SGB III und Personen in geförderter Altersteilzeit

- Teilnehmer an Personal-Service-Agenturen

- Förderung der Selbständigkeit: Existenzgründungszuschuss (Ich-AG) , Überbrückungsgeld, Gründungszuschuss und Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit

Folgende Instrumente werden in der Entlastungsrechnung nicht berücksichtigt, was nichts gegen ihre Wirksamkeit hinsichtlich der Eingliederung von Arbeitslosen in reguläre Beschäftigung sagt:

- Maßnahmen der beruflichen Erstqualifizierung spielen sich größtenteils im Vorfeld des Arbeitsmarktes ab; sie betreffen
überwiegend Personen, die vorher nicht arbeitslos gemeldet waren. Dies gilt insbesondere für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, die Berufsausbildung Benachteiligter, die berufliche Ersteingliederung Behinderter, BAB wegen einer
beruflichen Ausbildung sowie für große Teile des Sofortprogramms zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit. Ob sich diese Jugendlichen ohne eine derartige Maßnahme (kurzfristig) arbeitslos gemeldet hätten, muss offen bleiben.

- Daneben gibt es finanzielle Hilfen zur direkten Eingliederung Arbeitsloser in reguläre abhängige Beschäftigung. Insbesondere bei Eingliederungszuschüssen und Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose (2003 ausgelaufen) werden großenteils Schwervermittelbare gefördert, die andernfalls kaum eine Chance hätten. Die finanzielle Förderung ist also häufig Ausgleich für eine (vermutete) Minderleistung. Deshalb dürfte auf diese Weise keine zusätzliche Beschäftigung entstehen, d. h. ohne diese Hilfen wären vermutlich Arbeitnehmer ohne Vermittlungshemmnis eingestellt worden (Substitutionseffekt). Vielleicht wäre es in dem einen oder anderen Fall aber auch ohne diese Zuschüsse zur Einstellung förderungsfähiger Arbeitsloser gekommen (Mitnahmeeffekt) oder (leistungsschwache) Beschäftigte wären freigesetzt worden (Drehtüreffekt).

- Schließlich bestehen zahlreiche Maßnahmen zur Förderung regulärer Beschäftigung ausschließlich oder großenteils in
einmaligen Hilfen, so dass sich Bestands- und damit Entlastungsgrößen nicht angeben lassen. Dies gilt, abgesehen von den (normalen) Arbeitsvermittlungen, insbesondere für die Unterstützung der Beratung und Vermittlung sowie für Mobilitätshilfen (z. B. Übernahme von Bewerbungs-, Reise- und Umzugskosten), großenteils aber auch für die Freie Förderung gem. § 10 SGB III.

In die „Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen“ der Bundesagentur nicht einbezogen sind schließlich Bezieher von vorgezogenem Altersruhegeld oder Erwerbsunfähigkeitsrenten , auch wenn diese Frühverrentungen arbeitsmarktbedingt sind; hierzu liegen keine monatsaktuellen Daten vor.

Quelle: BA Monatsbericht September 07 Seite 29

In der Tat es gibt einen Rückgang der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit.

Auch das Argument, das es vor 2005 Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe gab, ist verzerrend.

1,1 Millionen Menschen bekamen 2006 weitere Sozialleistungen

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, erhielten in Deutschland im Laufe des Jahres 2006 rund 1,1 Millionen Personen Leistungen nach dem 5. bis 9. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“).

Statistisches Bundesamt Pressemitteilung Nr. 462 vom 16.11.2007


Denn Sozialhilfe nach SGB XII gibt es nach wie vor in ihr befinden sich 1/3 der Männer und 2/3 der Frauen über den 65. Lebensjahr.
Zitat
Präsident Dr. Norbert Lammert:
Das Wort erhält nun die Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! ... […] …oder auf die Lage der Frauen im Alter: Ein Drittel der Männer über 65 bezieht Sozialhilfe, aber zwei Drittel der Frauen. Diese Zahlen dürfen uns nicht unbeschäftigt lassen.

[url]http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/plenarprotokolle/16085.html[/url]


Bevor man weiterhin von der Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II spricht, sollte man wissen, welche Unterscheidung des SGB II und das SGB XII trifft.
Und den Unterschied zwischen Sozialgeld und Sozialhilfe erkennen. Die Zusammenlegung betrifft nur Personen, die unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes, mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig sind.

SGB II § 7 Berechtigte; § 8Erwerbsfähigkeit
SGB XII § 19 Leistungsberechtigte


Erstellt von Sybilla am 03.01.08 11 Uhr 30
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: XXX am 03. Januar 2008, 20:56:48
f


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Kater am 05. Januar 2008, 13:15:26
Zitat
Immer mehr hilfsbedürftige Arbeitnehmer in Deutschland

Frankfurt/Main (AP) Die Zahl hilfsbedürftiger Arbeitnehmer in Deutschland ist nach einem Bericht der «Frankfurter Rundschau» um mehr als ein Drittel auf 1,3 Millionen gestiegen. Wie die Zeitung unter Berufung auf aktuelle Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes berichtete, waren im September 2005, also vor Beginn der konjunkturellen Erholung am Arbeitsmarkt, 949.000 Berufstätige auf Hartz IV angewiesen. Bis Mai 2007 sei ihre Zahl um 27 Prozent gestiegen, bis August um gut 33 Prozent. Der Rentenexperte Bert Rürup rechnet angesichts der großen Zahl von Geringverdienern mit mehr Altersarmut.

Laut DGB gehen immer mehr Menschen «einer sozialversicherten oftmals vollzeitnahen Beschäftigung nach, und trotzdem reicht ihr Lohn nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten». Die Untersuchung widerlegt der «Frankfurter Rundschau» zufolge auch die Vermutung, dass Mini-Jobber die ganz große Mehrheit unter den Aufstockern stellten. Tatsächlich sei ihr Anteil auf rund die Hälfte gefallen. Deutlich stärker geweitet habe sich der Kreis der Hartz-IV-Bezieher, die mehr als 400 Euro im Monat verdienten und damit Sozialabgaben zahlten.

Diese Fakten belegen aus Sicht des Gewerkschaftsbundes, «dass sich Menschen mit einer Kombination von Hartz IV und Mini-Job keinesfalls einrichten und zufrieden geben». Vielmehr bemühten sie sich um einen vollen Arbeitsplatz.

Rürup sagte dem Nachrichtenmagazin «Spiegel» zufolge: «Unter den gegenwärtigen Bedingungen werden die Armutsrisiken im Alter zunehmen.» Altersarmut werde in spätestens 15 Jahren relevant werden. Der Bundesregierung warf der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vor, dass die staatlich subventionierte Riester-Rente ausgerechnet an den Geringverdienern vorbeiziele. «Für viele Bezieher niedrigerer Arbeitseinkommen oder Personen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien lohnt sich der Abschluss eines Riester-Vertrages nicht», erklärte er.

Mehr Bürger bewerten eigene wirtschaftliche Lage schlecht

Immer mehr Menschen schätzen ihre eigene wirtschaftliche Lage als schlecht ein. Wie die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, der «Wirtschaftswoche» sagte, stieg der Anteil in den vergangenen fünf Jahren von 21 auf 32 Prozent. Rund 70 Prozent der höheren Sozialschichten seien mit ihren wirtschaftlichen Verhältnissen zufrieden, aber nur etwa 40 Prozent der Mittelschicht und 20 Prozent der unteren Sozialschichten.


http://de.news.yahoo.com/ap/20080105/tde-immer-mehr-hilfsbedrftige-arbeitnehm-3fc80be_2.html


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: namron am 22. Januar 2008, 09:50:10
Regierung schönt Arbeitsstatistik (http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Regierung%20Arbeitsstatistik/306218.html)

Und weiter gehts im Betrug um die Arbeitslosenstatistik. Man hat immer weniger Arbeitslose ohne wirklich etwas zu tun. Bald haben wir gar keine Arbeitslosen mehr, obwohl Millionen keinen Job haben.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: BGS am 22. Januar 2008, 22:32:28
Zitat
Original von namron
Regierung schönt Arbeitsstatistik ([url]http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Regierung%20Arbeitsstatistik/306218.html[/url])

Und weiter gehts im Betrug um die Arbeitslosenstatistik. Man hat immer weniger Arbeitslose ohne wirklich etwas zu tun. Bald haben wir gar keine Arbeitslosen mehr, obwohl Millionen keinen Job haben.


"Bald haben wir gar keine Arbeitslosen mehr"

Das stimmt zumindest nicht im Arbeitsamt Kiel, wo man in Woche 3 aufgrund des grossen Andrangs bei neuen Arbeitslosmeldungen einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt erhielt.

MfG
BGS


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. Januar 2008, 12:16:39
Januar 2008:
Erstellt von Sybilla am 31.01.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Die Fakten

Januar 2008:
Im Januar beträgt Arbeitslosigkeit (mit statistisch erfassten EEJ)  3.939.224 Personen.
(3.659.297 + *279.927) 1Euro Jobs des BA Berichts.
BA Bericht Januar 08 Seite 67 Anmerkung *3) Es ist von einer deutlichen Untererfassung auszugehen, da nur die Informationen darstellbar sind, deren Daten individuell teilnahmebezogen im operativen Verfahren der BA erfasst sind oder von zkT über XSozial übermittelt werden
(z. B. haben für 2007 nur ca. 16% der ARGEn Daten zum Einsatz der Weiteren Leistungen erfasst).

 http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200801.pdf

Die Zahl der Leistungsberechtigten *vorläufige Werte des BA Berichts Januar
 


*Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im Januar 2008  1.090.952 Personen.
*Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im Januar 2008 5.106.030 Personen
*Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt Januar 2008 1.921.025 Personen

= * 8.118.007 Leistungsberechtigte Januar 2008

*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

Der Trend zeigt meines Erachtens eindeutig dass  APM/API Maßnahmen; Ein Euro Jobs; 0 € Praktika  und der Niedrigstlohnbereich mit ergänzenden ALG II in der Leih- und Zeitarbeitsbranche den Aufschwung am Arbeitsmarkt ermöglichten.

Mit wachsenden Befremden nehme ich zur Kenntnis das viele Medien der Versuchung nicht widerstehen (wie bei der Anmoderation bei Phönix) und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder gar seit Frau Merkels Geburt verkünden. (Dabei werden völlig unterschiedliche Statistiken verglichen – so gab es vor 15 Jahren kein Saisonkurzarbeitergeld keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von Bedürftigkeit als das Arbeitslosengeld II.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am Arbeitsmarkt mit existenzsichernden Arbeitsplätzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch Arbeitsplätze mit ergänzendem ALG II durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen "Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt.
Entgegen der guten Nachricht vom sinken der Arbeitslosigkeit steht die schlechte Nachricht von wachsender Armut der Erwerbstätigen im Niedrigstlohnbereich und wachsende Kinderarmut. Angesichts dieser Herangehensweise ist es nicht überraschend das der Auftritt der Mainzer Hofsänger in der beliebten Karnevalssitzung „Mainz bleibt Mainz“ seitens der medialen Obrigkeit als zu politisch abgesagt wurde.

In der WirtschaftsWoche NR. 005 VOM 28.01.2008 SEITE 043, 28.01.2008 ist zu lesen.
Warum eigentlich... ...ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland viel höher als von der offiziellen Statistik ausgewiesen? Die Wirtschaftswoche schreibt von weit mehr Arbeitslosen als in der BA Statistik ausgewiesen, das wurde in der Pressekonferenz – Januar 2008 von Frank-Jürgen Weise unter Hinweis auf die gesetzlich neu definierte Statistik der BA bestätigt.


Zitat
IAB-STUDIE

1,3 Millionen Arbeitnehmer beziehen zusätzlich Hartz IV
Wenn der Lohn zum Leben nicht reicht: 1,33 Millionen Menschen in Deutschland müssen ihr Gehalt mit Hartz-IV-Mitteln aufstocken - das sind über eine halbe Million mehr als noch vor zwei Jahren. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarktforschung.

[url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,518622,00.html[/url]


Zu der Entwicklung dieses Themenbereich gab es innerhalb der Live – Pressekonferenz (Phönix) keinerlei Fragen der Journalisten. Ist die Zahl der Aufstocker (ergänzendes ALG II) weiter gestiegen?

Durch das neu eingeführte Saison-Kurzarbeitergeld (Winterausfallgeld – „Neben der direkten Inanspruchnahme ermöglicht das Saison- Kurzarbeitergeld einen flexibleren Personaleinsatz hilft so witterungsbedingte Entlassungen zu vermeiden. Die Winterarbeitslosigkeit fällt damit tendenziell geringer aus als vor der Einführung dieser Regelung“ BA Bericht 12/07 Seite 8 ) deshalb ist ein Vergleich von Arbeitslosenzahlen vor 2005 nicht aussagekräftig.
 
Definition der Arbeitslosigkeit
Die Definition der Arbeitslosigkeit hat sich durch die Einführung des SGB II nicht geändert. Das SGB II selbst enthält keine Definition der Arbeitslosigkeit, da diese keine Voraussetzung für den Erhalt von Leistungen nach dem SGB II ist. Für Leistungsbezieher nach dem SGB II findet die Definition der Arbeitslosigkeit nach dem SGB III Anwendung. Danach ist arbeitslos, wer keine Beschäftigung hat (weniger als 15 Wochenstunden), Arbeit sucht, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und bei einer Agentur für Arbeit oder einem Träger der Grundsicherung arbeitslos gemeldet ist. Nach dieser Definition sind nicht alle erwerbsfähigen Hilfebedürftigen als arbeitslos zu zählen. […] Mit dem dritten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (in Kraft seit 1. Januar 2004) wurde im § 16 SGB III kla gestellt, dass Teilnehmer in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarkpolitik prinzipiell nicht als arbeitslos gelten. […]Bei Vergleichen der Arbeitslosenzahl mit Daten vor 2004 ist das zu beachten. (BA Bericht Oktober 2007 Seite 24)


Nur wenn 1 € Jobber nicht als arbeitslos gezählt werden sinken die Arbeitslosenzahlen auf den tiefsten Stand seit x Jahren.


Bemerkung
Die Zahl der Personen in 0 € Praktika 1 € Jobs und Anspruch auf ergänzendes ALG II ist ein Großteil des Aufschwung am Arbeitsmarkt wobei diese Personen nur ein Einkommen auf den Niveau der Grundsicherung der ALG II Regelsätze erzielen. Ein Weg von der Armut in Arbeitslosigkeit in die Woorking Poor Armut im Niedrigstlohnbereich oder in die Beschäftigung auf 1 € Niveau.

  Zahl der offenen Stellen Bericht Januar 08 (Seite 10 )  

2007:

August 647.500
September 629.100
Oktober 608. 500
November 577.000
Dezember 545.600

2008:

Bestand Januar alle Stellen 528.000
darunter: Vakanzen 475.000
ungeförderte Stellen 353.000
darunter: Vakanzen 309.000
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 319.000
darunter: Vakanzen 280.000


Die Zahl der offiziell offenen Stellen ist seit Monaten rückläufig
Der BA sind neben den gemeldeten offenen Stellen noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter bekannt viele dieser Stellen sind aber Datendopplungen ein freier Arbeitsplatz vermehrt sich nicht zu fünf freien Arbeitsplätzen nur weil er in fünf Stellenbörsen zu finden ist. Zudem werden bereits besetzte Stellen von vielen Jobbörsen erst nach Wochen aus dem Angebot genommen.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Hartzbeat am 31. Januar 2008, 14:01:44
@ Sibylla,
ganz im Sinne Deiner weisen Namensgeberin:  Sehr gute Arbeit, prima recherchiert. Bedanke mich für die gekonnte Zusammenstellung, die einige Zusammenhänge eindrucksvoll erschließen lässt.


Arbeitslose steigen
gering! sagt Weise. "Weniger gefallene Statistik-Opfer!"
so eine Weise sybilligend feststellend

Gruß von
Hartzbeat


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. Januar 2008, 14:38:46
mmer mehr Bürger erhalten Leistungen nach SGB II

LEISTUNGSEMPFÄNGER Januar 2005 --- 7.676.457 Personen (BA Bericht Januar 2005 Seite 20)
-Arbeitslosengeld 2.071.334
-Arbeitslosengeld II 4.088.955
-Sozialgeld 1.516.168

versus

LEISTUNGSEMPFÄNGER Januar 2008 --- * 8.118.007 Leistungsberechtigte Januar 2008 (BA Bericht Januar 2008 Seite 43 - ungerundete Zahlen)

Die Zahl der Leistungsberechtigten *vorläufige Werte des BA Berichts Januar

*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

*Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im Januar 2008 1.090.952 Personen.
*Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im Januar 2008 5.106.030 Personen
*Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt Januar 2008 1.921.025 Personen

= 8.118.007 Leistungsberechtigte Januar 2008

Entgegen der medialen Suggestion des BA Berichts gab es im Januar 2008 im Vergleich zum Januar 2005 ein plus von 441.550 LEISTUNGSEMPFÄNGER.

Nebenbei:

Zitat
Hallo Sibylles_Augen,

Ihr Beitrag: Arbeitslosigkeit im Januar 08 positive Statistik?
Im Januar beträgt Arbeitslosigkeit (mit statistisch erfassten EEJ) 3.939.224 Personen. (3.659.297  + 279.927) 1Euro Jobs des BA Berichts. BA Bericht Januar 08 Seite 67 Anmerkung  3    

8.118.007 Leistungsberechtigte Januar 2008  

Mit wachsenden Befremden nehme ich zur Kenntnis das viele Medien der Versuchung nicht widerstehen (wie bei der Anmoderation bei Phönix) und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren  verkünden. (Dabei werden völlig unterschiedliche Statistiken verglichen   so gab es vor 15 Jahren kein Saisonkurzarbeitergeld keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von Bedürftigkeit als das Arbeitslosengeld II.  Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005 ist meines Erachtens unsachgemäß.

wurde von uns nach Prüfung durch einen Administrator nicht veröffentlicht.

Die Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben können, entnehmen Sie bitte unserer Netiquette: [url]http://www.focus.de/community/netiquette[/url]
               

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http://www.focus.de/jobs/arbeitsmarkt/arbeitslosigkeit/arbeitslosenzahlen_aid_235900.html#box_comment


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. Januar 2008, 14:50:57
Einzelhandelsumsätze zur Weihnachtszeit:

2,2% gingen die Erlöse im Einzelhandel im Vergleich zum Vorjahr zurück.
Auch der Versandhandel verzeichnet ein Minus von 13%

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/einzelhandelbilanz2.html


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sektsauferle am 31. Januar 2008, 21:44:33
man wird von den medien nur noch belogen, ich fasse es nicht :(

gerade kam wieder in den nachrichten, es wären die niedersten arbeitslosenzahlen, aufschwung, bla bla.....


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 01. Februar 2008, 01:44:55
Zitat
Original von Sektsauferle
man wird von den medien nur noch belogen, ich fasse es nicht :(

gerade kam wieder in den nachrichten, es wären die niedersten arbeitslosenzahlen, aufschwung, bla bla.....

Die multimedial verkündeten Erfolgsmeldungen vom Arbeitsmarkt zerfließen bei genauer Betrachtung wie Butter in der Sonne.

Ich hörte den ganzen Tag das die Zahl von 3.659.297 die niedrigste Januar- Zahl seit Januar 1993 (3.451.393) sei, dass es 1993 keine Ein Euro Jobs und andere Bedürftigkeitsmerkmale für Arbeitslosenhilfe gab stört dabei die wenigsten. Sie denken mutmaßlich wessen Brot ich eß dessen Lied ich sing.

Wenn ich die offizielle Arbeitslosenzahl + offizielle Zahl der Ein Euro Jobs heranziehe bin ich bei 3.939.224 Personen für Januar 2008 im Januar 2001 wurden unter alter Statistikerfassung auch nur 4.094.523 Personen gezählt.

Ich denke das in der Wirklichkeit der Realität am Arbeitsmarkt ein Zahlenniveau von 2001 erreicht wurde. Aber auch das ist noch nicht die ganze Wahrheit denn 2001 gab es wie 2008 arbeitsmarktpolitischer Instrumente - 2008 gibt es zusätzlich 1,5 Mio Personen im Niedrigstlohnbereich (Aufstocker) Diese Personen sind nicht arbeitslos müssen aber oft mit Vollzeitjob ergänzendes ALG II beziehen und haben somit nur wenig mehr Einkommen als sie zur Grundsicherung benötigen (Working Poor)


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Pinnswin am 03. Februar 2008, 09:27:17
Zitat
„Robuster Aufwärtstrend“

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) sieht sich durch die Entwicklung am Arbeitsmarkt in seinen positiven Erwartungen bestätigt. „Trotz Bankenkrise und Nokia-Schließung können wir weiter zuversichtlich sein: Der Aufschwung am Arbeitsmarkt hält an. Es gibt einen robusten Aufwärtstrend“, hieß es in einer Stellungnahme des Ministers vom Donnerstag in Berlin.

Deutschland bleibe auf Wachstumskurs. „Auch in diesem Jahr wird die Arbeitslosigkeit weiter sinken.“ Darauf deute die ungebrochene Nachfrage der Wirtschaft nach Arbeitskräften hin. Den saisonal bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit nannte Scholz für einen Januar „erfreulich gering“. Ebenso erfreulich sei der äußerst geringe Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Zu der günstigen Entwicklung im Januar hat nach Einschätzung des Ministers auch das 2006 eingeführte Saison-Kurzarbeitergeld am Bau beigetragen.

Der Koalitionspartner zeigte sich ebenfalls zufrieden. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla lobte, dass seit zwei Jahren die Arbeitslosigkeit konstant zurückgehe. Zugleich bleibe die Zahl der Erwerbstätigen auf Rekordniveau. Er mahnte jedoch weitere Reformen an.

Die Opposition hingegen kritiserte, dieBundesregierung verlasse sich nur auf die Konjunktur, statt selbst aktiv zu werden. Vertreter von Grünen und FDP verwiesen... [blah...]


sprechblasen fett  LOL ... die Frage ist - welche Drogen in den   Elfenbeintürmen konsumiert werden.
( :denk> Bakschisch?


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: regenwurm am 11. Februar 2008, 11:17:34
Hat ein bißchen länger gedauert,eine Studie mußte wieder her, jetzt weiß auch endlich der DGB, was da anliegt...ob was passiert ist eher nich zu erwarten, trotzdem die Zahlen schwarz auf weiß.

Zitat
Ein Job allein reicht nicht  DGB-Studie sieht neue Vollzeit-Stellen eher als Ausnahme / Zahl der Nebentätigen und Aufstocker steigt

Die sozialversicherte Beschäftigung ist mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kräftig gestiegen. Dies hat aber nicht ausgereicht, um die Beschäftigungsverluste der vergangenen Jahre auszugleichen. Die Vollzeitbeschäftigung liegt immer noch unter dem Niveau der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des DGB.

Zwischen 2003 und 2005 gingen weit mehr Vollzeitjobs verloren als in den vergangenen beiden Jahren wieder aufgebaut werden konnten. Zugleich hat sich die Zahl der atypischen oder prekären Arbeitsplätze erhöht.

So stieg die Teilzeitbeschäftigung kontinuierlich auf knapp 4,8 Millionen. Mit dem aktuellen Plus konnte aber nur etwa ein Drittel des Abbaus von Vollzeitjobs in den letzten beiden Krisenjahren (2003 bis 2005) ausgeglichen werden. Im Vergleich zum Sommer 2000 fehlen immer noch 1,7 Millionen Vollzeitjobs. Auf den Westen entfällt davon eine Million.

Bundesweit lag der Anteil der Teilzeit im Sommer 2000 bei 14 Prozent. Sieben Jahre später liegt er bei 17,5 Prozent. Dabei ist Teilzeitarbeit nach wie vor eine Frauendomäne. Sie stellen 84 Prozent aller Jobber.Jede vierte zusätzlich geschaffene sozialversicherte Stelle entfällt auf Leiharbeit. 2007 stieg die Zahl der "Ersatzleute" um 127 000.

Immer mehr Berufstätige sind laut DGB-Studie zusätzlich auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen Bundesweit zählen 2,7 Prozent aller Sozialversicherten zu den Aufstockern.

Stark steigend ist gleichfalls die Zahl der sozialversichert Beschäftigten, die nach ihrer Haupttätigkeit am Abend oder am Wochenende noch einen Zweitjob ausüben, um über die Runden zu kommen. Ihre Zahl kletterte innerhalb eines Jahres um fast 140 000 auf gut zwei Millionen. Am stärksten betroffen ist das Baugewerbe, gefolgt von der staatlichen Verwaltung und dem Kredit- und Versicherungsgewerbe.

Zwei Drittel aller beitragspflichtigen Arbeitnehmer sind derzeit nach Angaben der Studie noch im Dienstleistungssektor tätig.

Quelle ([url]http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?em_cnt=1284680[/url])


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Kater am 21. Februar 2008, 13:22:57
Zitat
Arbeitslosenzahl könnte 2008 unter 3,5 Millionen sinken Laut IAB-Studie - Aber weniger Vollzeitjobs erwartet - - Schlechtere Chancen für Langzeitarbei

Nürnberg (AP) Die Arbeitslosigkeit in Deutschland könnte 2008 noch stärker sinken als bisher angenommen. Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hält laut einer am Mittwoch vorgelegten Studie einen Rückgang im Jahresdurchschnitt um 350.000 auf 3,43 Millionen für möglich. Bislang war eine Abnahme um rund 300.000 auf 3,5 Millionen erwartet worden.

Der jüngsten Prognose liege ein angenommenes reales Wirtschaftswachstum von 1,75 Prozent zu Grunde, hieß es. Durch die Ölpreisentwicklung und die Turbulenzen an den Finanzmärkten könnte das Wachstum aber bis zu einem halben Prozentpunkt niedriger ausfallen. «Selbst dann würde die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt noch knapp unter 3,5 Millionen liegen», schreiben die IAB-Autoren.

Die gesamte so genannte Unterbeschäftigung - also die registrierte Arbeitslosigkeit und die so genannte Stille Reserve - werde auf rund 4,8 Millionen zurückgehen. Das wäre der niedrigste Stand seit 17 Jahren. Gleichzeitig werden im Durchschnitt fast 40 Millionen Erwerbstätige erwartet. 2007 waren es 244.000 weniger. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten werde um 210.000 auf über 27,1 Millionen steigen. Laut IAB-Studie ist dies jedoch vor allem auf den guten Jahresausklang 2007 zurückzuführen. Im zweiten Halbjahr 2008 werde diese Aufwärtsentwicklung zum Erliegen kommen.

Nur noch leicht zunehmen dürfte nach Einschätzung der Arbeitsmarktexperten auch die Zahl der Selbstständigen, die sich verglichen mit 2007 um etwa 5.000 erhöhen werde. Bei den Mini-Jobs sei indes nicht mit größeren Veränderungen zu rechnen. Diese Zahl stagniere seit 2006 bei etwa 5,6 Millionen. Auch bei den Ein-Euro-Jobbern ist laut der Studie keine größere Veränderung zu erwarten. Ihre Zahl dürfte auf dem Niveau von 2007 und damit bei rund 300.000 bleiben.

Weiterhin ausbreiten werde sich indes die traditionelle Teilzeitbeschäftigung mit plus 180.000, während die Vollzeitbeschäftigung wegen der schwächeren Konjunktur um nur noch 60.000 Stellen wachsen dürfte.

Gleichzeitig werde das Arbeitskräfteangebot auf Grund der demographischen Entwicklung um etwa 90.000 abnehmen, wobei hier Ostdeutschland deutlich stärker betroffen sein werde als der Westen.

Das Fazit der Forscher: Obwohl die Konjunktur 2008 an Dynamik verlieren werde, hielten die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt an. Gleichwohl würden der Beschäftigungsanstieg und der Rückgang der Arbeitslosigkeit nur noch halb so hoch ausfallen wie im Vorjahr. Vor allem im Bereich des Arbeitslosengeldes II werde der Abbau ins Stocken geraten. «Das zeigt, dass der arbeitsmarktpolitische Handlungsbedarf fortbesteht», heißt es in der Studie. Die Aufnahmefähigkeit des ersten Arbeitsmarktes nehme vor allem für schwervermittelbare Bewerber ab.


http://de.news.yahoo.com/ap/20080220/tde-arbeitslosenzahl-knnte-2008-unter-3-3fc80be_1.html


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 28. Februar 2008, 12:13:21
Die gesellschaftliche Last der Arbeitslosigkeit

Analyse des BA Berichts Februar 2008:
Erstellt von Sybilla am 28.02.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

Die Wirklichkeit der Realität

Ausgewählte Schlagzeilen der letzten Tage:

Massiver Stellenabbau bei PIN
Siemens will sich in Telefonsparte von 7000 Mitarbeitern trennen.
3.000 Stellen bei Henkel gefährdet.
Trotz Rekordergebnissen BMW streicht 7500 Stellen.

Und so weiter und sofort….

2006!!!

Zitat
Jeder Fünfte arbeitet für Niedriglohn
6,5 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland für wenig Geld, das sind 22 Prozent aller abhängig Beschäftigten. Im internationalen Vergleich hat Deutschland inzwischen einen hohen Anteil von Niedriglöhnen.

So werden Bruttostundenlöhne bezeichnet, die unterhalb von zwei Dritteln des mittleren Stundenlohns liegen. 2006 lag diese Schwelle bei 9,61 Euro in Westdeutschland und 6,81 Euro in Ostdeutschland. Im Durchschnitt haben Niedriglohnbeschäftigte im Westen 7,12 Euro brutto und im Osten 5,43 Euro erhalten. Teilzeit- und Minijobs machen mit knapp 54 Prozent inzwischen mehr als die Hälfte der Niedriglohnbeschäftigung aus, der Anteil der Minijobs hat sich zwischen 1995 und 2006 von 15 auf 29,7 Prozent fast verdoppelt.

Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Auswertung auf Grundlage der Daten des sozio-ökonomischen Panels (SOEP) von 2006.
[url]http://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2008/report2008-01.pdf[/url]


Offizielle ermittelte BA - Zahlen des Arbeitsmarkt – Bericht Februar 2008 jene von vielen Medien ohne Detailbetrachtung verkündet werden.

Februar 2008
Im Februar 2008 beträgt Arbeitslosigkeit (mit statistisch erfassten EinEuroJobs) 3.905.294 + Personen im Saison Kurzarbeitergeld. (3.617.443 + *287.851 BA Bericht Februar 2008 Seite 67 ) 1Euro Jobs des BA Berichts.

Von großen Einfluss ist die Entlastungswirkung des im Winter 2006/2007 eingeführten Saison- Kurzarbeitergeldes. BA Bericht Februar 2008 Seite 12. Die Winterarbeitslosigkeit fällt damit tendenziell geringer aus als vor der Einführung dieser Regelung, (Vormonat 3.939.224) Personen.[/b]  Es ist von einer deutlichen Untererfassung auszugehen, da nur die Informationen darstellbar sind, deren Daten individuell teilnahmebezogen im operativen Verfahren der BA erfasst sind oder von zkT über XSozial übermittelt werden (z. B. haben für 2007 nur ca. 16% der ARGEn Daten zum Einsatz der Weiteren Leistungen erfasst).

Februar 1995 3.826.973 – Februar 2001 4.113.921

 http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200802.pdf

Die Zahl der Leistungsberechtigten *vorläufige Werte des BA Berichts Februar Seite 43

*Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im Februar 2008 1.118.075
  (Januar 2008 1.090.952 Personen.)
*Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im Februar 2008  5.154.304
(Januar 2008 5.106.030 Personen )
*Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt Februar 2008 1.934.350
 (Januar 2008 1.921.025 Personen )

= * 8.206.729 Leistungsberechtigte Februar 2008
= * 8.118.007 Leistungsberechtigte Januar 2008

Zunahme der Leistungsberechtigten 88.722

*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

Mit wachsenden Befremden nehme ich zur Kenntnis das viele Medien der Versuchung nicht widerstehen (wie bei der Anmoderation bei Phönix) und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder gar seit Frau Merkels Geburt verkünden. (Dabei werden völlig unterschiedliche Statistiken verglichen – so gab es vor 15 Jahren kein Saisonkurzarbeitergeld keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von Bedürftigkeit als das Arbeitslosengeld II.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am Arbeitsmarkt mit existenzsichernden Arbeitsplätzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch Arbeitsplätze mit ergänzendem ALG II durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen "Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt.
Entgegen der guten Nachricht vom sinken der Arbeitslosigkeit steht die schlechte Nachricht von wachsender Armut der Erwerbstätigen im Niedrigstlohnbereich und wachsende Kinderarmut. Sowie sich häufende Meldungen von Arbeitsplatzabbau alleine von den Kürzungen bei BMW sind laut Pressemeldungen (http:// [URL=http://www.pressetext.com/pte.mc?pte=080228001[/URL) bundesweit rund 5.000 Zeitarbeiter betroffen.

 

In der WirtschaftsWoche NR. 005 VOM 28.01.2008 SEITE 043, 28.01.2008 ist zu lesen.
Warum eigentlich... ...ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland viel höher als von der offiziellen Statistik ausgewiesen? Die Wirtschaftswoche schreibt von weit mehr Arbeitslosen als in der BA Statistik ausgewiesen..


Zitat
IAB-STUDIE

1,3 Millionen Arbeitnehmer beziehen zusätzlich Hartz IV
Wenn der Lohn zum Leben nicht reicht: 1,33 Millionen Menschen in Deutschland müssen ihr Gehalt mit Hartz-IV-Mitteln aufstocken - das sind über eine halbe Million mehr als noch vor zwei Jahren. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarktforschung.

[url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,518622,00.html[/url]



2007:

August 647.500
September 629.100
Oktober 608. 500
November 577.000
Dezember 545.600

2008:

Januar  528.000

Bestand Februar alle Stellen 565.000
darunter: Vakanzen 484.000
ungeförderte Stellen 379.000
darunter: Vakanzen 316.000
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 344.000
darunter: Vakanzen 287.000


Der BA sind neben den gemeldeten offenen Stellen noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter bekannt viele dieser Stellen sind aber Datendopplungen ein freier Arbeitsplatz vermehrt sich nicht zu fünf freien Arbeitsplätzen nur weil er in fünf Stellenbörsen zu finden ist. Zudem werden bereits besetzte Stellen von vielen Jobbörsen erst nach Wochen aus dem Angebot genommen.
 


---------------------------------


Quellen der Zahlen:
BA – Monatsberichte http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/index.shtml
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200802.pdf
Erstellt von Sybilla am 28.02.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

LEISTUNGSEMPFÄNGER Februar 2005 --- 7.977.502 Personen (BA Bericht Februar 2005 Seite 19)
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
- Arbeitslosengeld s 2.133.273
- Arbeitslosengeld II s 4.303.656
- Sozialgeld s 1.540.573


versus

LEISTUNGSEMPFÄNGER Februar 2008 --- Leistungsberechtigte 8.206.729  Februar 2008 (BA Bericht Februar 2008 Seite 43 - ungerundete Zahlen)

Die Zahl der Leistungsberechtigten *vorläufige Werte des BA Berichts Febraur


*Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im Februar 2008 1.118.075
  (Januar 2008 1.090.952 Personen.)
*Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im Februar 2008  5.154.304
(Januar 2008 5.106.030 Personen )
*Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt Februar 2008 1.934.350
 (Januar 2008 1.921.025 Personen )

= * 8.206.729 Leistungsberechtigte Februar 2008


Entgegen der medialen Suggestion des BA Berichts gab es im Februar 2008 im Vergleich zum Februar 2005 ein plus von  229.227LEISTUNGSEMPFÄNGER.
Im Februar 2005 waren vermutlich alle Sozialhilfeempfänger (Netto-)Arbeitskräftepotenzial Dezember 2004 erfasst.
 
Sozialhilfeempfänger (Netto-)Arbeitskräftepotenzial Dezember 2004

 Statistisches Bundesamt - Ergebnisse der Sozialhilfe und Asylbewerberleistungsstatistik 2004 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/Sozialleistungen/Asylbewerber2004,property=file.pdf)

Mit der Einführung des (SGB II) änderten sich die Grundlagen der Arbeitsmarktstatistik in Deutschland.
Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden in die Entlastungsrechnung einbezogen:
- Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes:Arbeitsgelegenheiten, Einstiegsgeld Variante Beschäftigung, ABM, traditionelle SAM und BSI,

- Qualifizierung: berufliche Weiterbildung, Trainings- und Eignungsfeststellungsmaßnahmen, berufliche Wiedereingliederung Behinderter

- Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III im Rechtskreis SGB III und Personen in geförderter Altersteilzeit

- Teilnehmer an Personal-Service-Agenturen

- Förderung der Selbständigkeit: Existenzgründungszuschuss (Ich-AG) , Überbrückungsgeld, Gründungszuschuss und Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit

Folgende Instrumente werden in der Entlastungsrechnung nicht berücksichtigt, was nichts gegen ihre Wirksamkeit hinsichtlich der Eingliederung von Arbeitslosen in reguläre Beschäftigung sagt:

- Maßnahmen der beruflichen Erstqualifizierung spielen sich größtenteils im Vorfeld des Arbeitsmarktes ab; sie betreffen
überwiegend Personen, die vorher nicht arbeitslos gemeldet waren. Dies gilt insbesondere für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, die Berufsausbildung Benachteiligter, die berufliche Ersteingliederung Behinderter, BAB wegen einer
beruflichen Ausbildung sowie für große Teile des Sofortprogramms zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit. Ob sich diese Jugendlichen ohne eine derartige Maßnahme (kurzfristig) arbeitslos gemeldet hätten, muss offen bleiben.

- Daneben gibt es finanzielle Hilfen zur direkten Eingliederung Arbeitsloser in reguläre abhängige Beschäftigung. Insbesondere bei Eingliederungszuschüssen und Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose (2003 ausgelaufen) werden großenteils Schwervermittelbare gefördert, die andernfalls kaum eine Chance hätten. Die finanzielle Förderung ist also häufig Ausgleich für eine (vermutete) Minderleistung. Deshalb dürfte auf diese Weise keine zusätzliche Beschäftigung entstehen, d. h. ohne diese Hilfen wären vermutlich Arbeitnehmer ohne Vermittlungshemmnis eingestellt worden (Substitutionseffekt). Vielleicht wäre es in dem einen oder anderen Fall aber auch ohne diese Zuschüsse zur Einstellung förderungsfähiger Arbeitsloser gekommen (Mitnahmeeffekt) oder (leistungsschwache) Beschäftigte wären freigesetzt worden (Drehtüreffekt).

- Schließlich bestehen zahlreiche Maßnahmen zur Förderung regulärer Beschäftigung ausschließlich oder großenteils in
einmaligen Hilfen, so dass sich Bestands- und damit Entlastungsgrößen nicht angeben lassen. Dies gilt, abgesehen von den (normalen) Arbeitsvermittlungen, insbesondere für die Unterstützung der Beratung und Vermittlung sowie für Mobilitätshilfen (z. B. Übernahme von Bewerbungs-, Reise- und Umzugskosten), großenteils aber auch für die Freie Förderung gem. § 10 SGB III.

In die „Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen“ der Bundesagentur nicht einbezogen sind schließlich Bezieher von vorgezogenem Altersruhegeld oder Erwerbsunfähigkeitsrenten , auch wenn diese Frühverrentungen arbeitsmarktbedingt sind; hierzu liegen keine monatsaktuellen Daten vor.

Quelle: BA Monatsbericht September 07 Seite 29

In der Tat es gibt einen Rückgang der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit.
Erstellt von Sybilla am 28.02.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: schwarzrot am 28. Februar 2008, 14:49:05
Was auch recht komisch ist, es muss inden letzten jahren ja eine gigantische industrie geboomt haben um alleine all die entlassenen mitarbeiter wieder zu beschäftigen, die in anderen grossbetrieben rausgeschmissen wurden. Denn wie wir alle wissen, geht die 'arbeitslosigkeit' ja 'zurück'.

Mal sammeln, das waren und sind alleine 2008:

2300 : Bochumer Nokia werk  (sowie ev. 2000 bei zulieferern und abhängigen)

2500 : Autozulieferer Continental erzielte neue Bestmarken bei Umsatz und Gewinn. Trotzdem fallen noch weitere Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer.

3000 : Henkel streicht Stellen – trotz Rekordgewinns (geplant)

3000 : SEN Siemens (geplant)

Macht mal eben schlappe 10.800 stellen weg und sicher habe ich hier einige vergessen.

150.000 jobs sind weiterhin bei deutschen autobauern in den nächsten jahren in gefahr.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 28. Februar 2008, 15:14:05
ja klar als Leiharbeiter werden die wieder eingestellt  :)


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: regenwurm am 29. Februar 2008, 10:52:24
Zitat
"Keine Arbeitsmarktstatistik kann die Existenzängste tausender Menschen lindern, die derzeit um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen", sagt Kornelia Möller angesichts der geplanten Massenentlassungen bei Siemens, BMW, Nokia, Henkel, der Telekom oder den Banken. Die heute von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen seien eine Täuschung der Öffentlichkeit und weder gut noch ermutigend, so die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Die Nürnberger Arbeitsagentur hatte eine Verringerung der Arbeitslosigkeit im Januar um 42.000 auf 3,617 Millionen gemeldet.

   "Die monatliche Arbeitsmarktstatistik ist lediglich Blendwerk, wenn die Regierung in der Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik weiterhin untätig bleibt. Die Statistik ist auch nicht ehrlich: Kein Wort dazu, dass die Hälfte der seit Ende 2005 neu entstandenen Jobs Leiharbeitsplätze sind, mit meist niedrigerer Bezahlung als vergleichbare reguläre Arbeitsverhältnisse. Die rund 730.000 Zeitarbeitsverträge haben ein klares Verfallsdatum. Das sprunghafte Anwachsen dieser Zahl vergrössert die soziale Unsicherheit. Der Weg in prekäre Arbeitsverhältnisse wird immer breiter", so Kornelia Möller.

   Die Statistik sage auch nichts darüber aus, wie viele reguläre Jobs bisher Leiharbeitsplätzen weichen mussten. "Hier ist bereits ein flächendeckender Umwandlungsprozess im Gange, der sich besonders rasch während der Aufschwungphase vollzog. Und Leiharbeiter sind gewöhnlich die ersten, die bei Massenentlassungen betroffen sind. Das zeigt das aktuelle Beispiel BMW", sagte Kornelia Möller.           


Quelle | Linkszeitung (http://linkszeitung.de/content/view/163675/1/)


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 29. Februar 2008, 17:03:04
Gut das die LinksZeitung fast niemand liest .

Nachher kommen die Menschen noch auf die Idee das sie nur verarscht werden .

Bin auch ohne die Zeitung zu der Erkenntnis gelangt .

Mir würde ja mal lieber die Auswanderungsstatistik interessieren .

Darüber redet niemand .


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: regenwurm am 01. März 2008, 08:04:41
Zitat
antonov schrieb
 Mir würde ja mal lieber die Auswanderungsstatistik interessieren .

Immer mehr Menschen verlassen Deutschland und suchen zumindest vorübergehend eine neue Heimat.

Im vergangenen Jahr haben sich zehn Prozent mehr Deutsche als im Vorjahr bei der Auswanderungsbehörde registrieren lassen  fast 120.000.
(Dunkelziffer ist wohl weit höher)

Warum Deutsche auswandern:

Keine berufliche Perspektive in Deutschland: 60,94 %
Familiäre Gründe: 20,14 %
Hoffen auf wirtschaftliche Verbesserung: 7,33 %
Politische Unzufriedenheit: 0,66 %
Sonstige Gründe/Keine Angabe: 10,93 %

tagesschau.de: Wie gut erforscht ist die Motivation der Auswanderer?
Bade: Miserabel.
tagesschau.de: Reagiert die deutsche Politik adäquat auf den Trend?  
Bade: Nein, sie erkennt heute, rund ein Vierteljahrhundert zu spät, endlich an, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und will Zuwanderung immer noch vorwiegend beschränken, statt ziel- und konzeptorientiert zu steuern. Es ist geradezu peinigend absurd: Deutsche Spitzenkräfte wandern zunehmend ab und ausländische Spitzenkräfte machen immer deutlicher einen Bogen um dieses Land. Die Zuwanderer, die unter dem Schutz unserer Gesetze kommen und die wir uns nicht aussuchen können, entsprechen in ihren beruflichen Profilen oft nicht unserem Bedarf.

Und wo das tatsächlich der Fall wäre, da erkennen wir oft ihre Diplome nicht an und helfen Ihnen nicht zureichend bei Nachqualifikation und Spracherwerb, so dass zugewanderte Ärzte, die uns in den neuen Bundesländern fehlen, als Hausmeister arbeiten müssen und höchstqualifizierte Feststoffphysiker Taxi fahren - während uns an den Schulen Physiklehrer fehlen. Und bei der zweiten und dritten Einwanderergeneration verschleudern wir Begabungen durch unzureichende Förderung.

Quelle (http://www.tagesschau.de/inland/meldung109876.html)


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: ryba am 02. März 2008, 11:17:42
Zitat
Original von Sybilla
Die gesellschaftliche Last der Arbeitslosigkeit

Analyse des BA Berichts Februar 2008:
Erstellt von Sybilla am 28.02.08 11 Uhr 00

Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

Respekt, Respekt!

Hast du schon einmal erwogen, die Bewegungen in der AL-, Berufstätigen-, Rentner-, Studenten- usw. statistik in einem Sankey-Diagramm darzustellen? Da könnte man besser erkennen, wo die "bösen Positionen" in der Statistik versteckt werden!


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 02. März 2008, 21:24:15
Zitat
Original von ryba
Zitat
Original von Sybilla
Die gesellschaftliche Last der Arbeitslosigkeit

Analyse des BA Berichts Februar 2008:
Erstellt von Sybilla am 28.02.08 11 Uhr 00

Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

Respekt, Respekt!

Hast du schon einmal erwogen, die Bewegungen in der AL-, Berufstätigen-, Rentner-, Studenten- usw. statistik in einem Sankey-Diagramm darzustellen? Da könnte man besser erkennen, wo die "bösen Positionen" in der Statistik versteckt werden!

Meine Zeit ist begrenzt, aber jeder kann meine Zahlen in Diagramme packen und in möglichst vielen Medien publizieren.

Wobei sich das erstelle und vergleichen von Diagrammen aufgrund der vorläufigen Werte des BA Berichts sehr arbeitsintensiv gestaltet.

Aber wenn sich jemand findet der das Diagramm erstellt und pflegt dann wäre das Beitrag zur "neuen Aufklärung" die in Deutschland bitter nötig ist.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 03. März 2008, 19:38:19
die Mühe hat sich schon jemand gemacht http://www.jjahnke.net/arbeitfeb08.html


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Pittiplatsch am 12. März 2008, 07:53:13
.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 12. März 2008, 11:12:45
---> FAZ-3,2 Millionen Arbeitslose gelten nicht als arbeitslos (http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E4CD6FB4CCAF94A538C5855380AA83774~ATpl~Ecommon~Scontent.html) <---


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 24. März 2008, 08:48:08
Zitat

Die schwache Konjunktur erreicht den Arbeitsmarkt: Einer neuen Studie zufolge sinkt die Zahl offener Stellen.

Ende 2007 gab es rund zehn Prozent weniger Arbeitsplätze als im Vergleich zum Vorjahr. Komisch nur: Die Bundesagentur für Arbeit meldet genau das Gegenteil.

Nürnberg - Vor allem in Ostdeutschland fehlen die Arbeitsplätze: Im vierten Quartal 2007 waren dort 227.000 Stellen offen - 64.000 weniger als im Vorjahr. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Grund sei die Zurückhaltung ostdeutscher Unternehmen bei der Rekrutierung.

Vor allem im Osten weniger offene Stellen...In Westdeutschland verzeichneten die Arbeitsmarktforscher mit rund 995.000 offenen Stellen sogar einen geringeren Anstieg im Vergleich zum Vorquartal. Schlechter sieht es hingegen aus, wenn man die Zahlen mit denen des Vorjahres vergleicht: unterm Strich 85.000 weniger [...]

Quelleund weiter: [url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,542760,00.html[/url]



Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Ziggy am 24. März 2008, 09:26:30
@Eivisskat
Die Statistikfälscher sollten sich schon etwas besser absprechen, finde ich.
Wenn schon gelogen wird, daß sich die Balken biegen, dann aber bitte konzertiert!

Grüße, Ziggy


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 24. März 2008, 09:28:39
Allerdings, haste völlig Recht!


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 24. März 2008, 09:58:51
Zitat
Grund sei die Zurückhaltung ostdeutscher Unternehmen bei der Rekrutierung.
pffffffffffffff


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 24. März 2008, 10:14:38
Zitat
Darf man das peinlich nennen, wenn die Tochter die Mutter so bloßstellt und damit den Bundesarbeitsminister? Ist das nicht eine systematische Irreführung gewesen, nachdem die Zahlen der IAB bereits seit dem ersten Quartal 2007 fielen, die Bundesagentur aber ihre frohen Botschaften fortsetzte und bei den IAB-Zahlen statt die ungünstige Quartalsentwicklung zu melden, auf den Vorjahresvergleich auswich, bis der nun auch noch im 4. Quartal 2007 negativ geworden ist. Die Notbremse mußte offensichtlich gezogen werden, bevor die Bundesagentur nach Ostern mit dem nächsten Arbeitsmarktbericht herauskommt, der die Wahrheit nun nicht mehr verschweigen kann, nachdem auch der Vorjahresvergleich negativ geworden ist.

http://www.jjahnke.net/index.html


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: aian19 am 24. März 2008, 13:26:25
In Anbetracht von Merkels neuer Definition (siehe hier Bundesregierung definiert Zwangsarbeit neu (http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=14033) ) müsste man dann jetzt nicht auch offiziell sagen dürfen:

"Es gab im 3. Reich weit weniger Zwangsarbeiter, als angenommen - die meisten waren nämlich tatsächlich in beschäftigungsähnlichen Verhältnissen".

Is doch dann ein wunderbares Beispiel, wie man Statistiken schönen kann und dabei sogar noch den Ruf aufpoliert.....

Erinnert mich auch ein bischen an die amerikanische Neudefinition der Folter....ob sie dieselben Berater haben ?


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 29. Mai 2008, 13:20:29
Die gesellschaftliche Last der Arbeitslosigkeit oder wie erstellt man eine positive Statistik?

Zitat
Geschönte Arbeitslosenzahlen -Seit Kohl wurde getrickst ([url]http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/230/176695/[/url])

Seit Jahrzehnten rechnen Politiker die Arbeitslosigkeit klein - mit beachtlichem Einfallsreichtum und immer neuen Förderprogrammen. Noch jede Regierung hat sich Tricks einfallen lassen, um die Statistik aufzubessern.



Analyse des BA Berichts Mai 2008:

Erstellt von Sybilla am 29.05.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

Die Wirklichkeit der Realität

1.Entwicklung am Stellenmarkt

http://www.egon-w-kreutzer.de/Meinung/12700cFrame-SetAlmanach.html (http:// [URL)]Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland[/url]

  Chiphersteller Qimonda streicht 600 Stellen in Dresden (http://afp.google.com/article/ALeqM5hmLtfVzxgtxcq_P56nzAkDY768Gg)


Zitat
Der Arbeitsmarkt steht auf der Kippe. Im ersten Quartal haben deutsche Großunternehmen angekündigt, knapp 40.000 Stellen streichen zu wollen. Dem steht die geplante Schaffung von nur noch 23.000 neuen Stellen gegenüber. Das geht aus einer Auswertung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hervor, in die alle öffentlich angekündigten Personalstandsveränderungen von mehr als hundert Stellen in der Wirtschaft einbezogen worden sind.
Folgen der Finanzkrise: Es droht ein Stellenabbau - Konjunktur - Wirtschaft - FAZ.NET ([url]http://www.faz.net/s/Rub050436A85B3A4C64819D7E1B05B60928/Doc~E0F9EF6F6D4AE47F1BB3ACE403652BC9A~ATpl~Ecommon~Scontent.html[/url])
 



 2. Entwicklung der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit


Offizielle ermittelte BA - Zahlen des Arbeitsmarkt – Berichts Mai 2008 diese von vielen Medien ohne Detailbetrachtung verkündet werden.

Mai 2008

Im Mai 2008 beträgt die statistisch erfasste Arbeitslosigkeit (mit statistisch erfassten Ein Euro Jobs) 3.591.171 Personen Bestehend aus (3.283.279 Arbeitslose (Seite 45 BA Bericht Mai 08) + * 307.892 Ein Euro Jobs ( BA Bericht Mai 2008 Seite 69)*3)  Es ist von einer deutlichen Untererfassung auszugehen, da nur die Informationen darstellbar sind, deren Daten individuell teilnahmebezogen im operativen Verfahren der BA erfasst sind oder von zkT über XSozial übermittelt werden (z. B. haben für 2007 nur ca. 31% der ARGEn Daten zum Einsatz der flankierenden Leistungen erfasst).

Die Zahl der Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumenten (Seite  69 BA – Bericht 5/08)
Im Monat Mai stieg die Zahl der in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme auf Zahl 1,55 Millionen Personen an.

Mit wachsenden Befremden nehme ich zur Kenntnis das viele Medien der Versuchung nicht widerstehen und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder gar seit Frau Merkels Geburt verkünden. (Dabei werden völlig unterschiedliche Statistiken verglichen – so gab es vor 15 Jahren kein Saisonkurzarbeitergeld keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von Bedürftigkeit als das Arbeitslosengeld II.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am Arbeitsmarkt mit existenzsichernden Arbeitsplätzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch Arbeitsplätze mit ergänzendem ALG II durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen "Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt.
Entgegen der guten Nachricht vom sinken der Arbeitslosigkeit steht die schlechte Nachricht von wachsender Armut der Erwerbstätigen im Niedrigstlohnbereich und wachsende Kinderarmut.

Ja die statistisch erfasste Arbeitslosigkeit sinkt die Massenarmut steigt, ich denke dass eine Vollbeschäftigung aufgrund von Ein Euro Jobs und Niedrigstlohnjobs in Massenarmut mittelfristig erreichbar ist.

http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200805.pdf

Knapp die Hälfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert

Zitat
Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MPI) Von den 2007 durchschnittlich 6,348 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld I (Alg I) und Arbeitslosengeld II (Alg II) sind laut Bundesregierung 3,135 Millionen (49 Prozent) nicht in der Arbeitslosenstatistik registriert. Dagegen seien insgesamt 3,213 Millionen (51 Prozent) arbeitslos gemeldet gewesen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16/8458) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8131). Außer den Leistungsempfängern habe es noch 686.000 Arbeitslose gegeben, die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen hätten 82 Prozent Leistungen erhalten. Von den durchschnittlich 1,092 Millionen Alg-I-Empfängern im Jahr 2007 seien 26 Prozent nicht in der Arbeitslosenstatistik aufgetaucht, schreibt die Regierung. 225.000 der Alg-I-Bezieher fielen unter die so genannte 58er-Regel, 25.000 der nicht als arbeitslos geführten Personen hätten an einer Trainingsmaßnahme teilgenommen, 26.000 seien arbeitsunfähig erkrankt und 16.000 seien vermindert leistungsfähig gewesen. Kriterien für die Aufnahme in die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit seien die Arbeitslosmeldung, die Beschäftigungslosigkeit und die Verfügbarkeit. Danach würden etwa Personen, die arbeitsunfähig erkrankt oder dauerhaft erwerbsgemindert sind, nicht als arbeitslos gezählt, "weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen". Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren von den im Jahr 2007 durchschnittlich 5,329 Millionen Alg II-Empfängern 2,473 Millionen (46 Prozent) als arbeitslos registriert und 2,856 Millionen (54 Prozent) nicht als arbeitslos registriert. Eine Zuordnung zu bestimmten Gruppen sei bisher statistisch nur annäherungsweise möglich. Zur Gruppe der erwerbstätigen Hilfebedürftigen ("Aufstocker") mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro zählten demnach 524.000 Personen. Der Gruppe der "Ein-Euro-Jobber" und Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen wurden demnach 418.000 der als nicht arbeitslos registrierten Alg-II-Bezieher zugeordnet. Ferner seien 484.000 unter-20-jährige und 312.000 über-58-jährige Alg-II-Empfänger statistisch nicht als arbeitslos geführt worden.

Deutscher Bundestag: Knapp die Hälfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert ([url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html[/url])


Bedarfsgemeinschaften und hilfebedürftige Personen 1) hochgerechnete Werte
 
BA Bericht Mai 2008 Seite 21

Bedarfsgemeinschaften   3.644.000
hilfebedürftige Personen 7.054.000

davon:
erwerbsfähige Hilfebedürftige (eHb) 5.125.000
nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (nEf) 1.928.000

SGB II-Quote 10,7
eHb-Quote 9,4[/I]



Die Zahl der Leistungsberechtigten *vorläufige Werte des BA Berichts Mai Seite 46


*Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im Mai 2008 _835.491
*Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im Mai 2008 _5.125.454
*Die Zahl, der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt im Mai 2008 _ 1.928.349

= * 7.889.294 Leistungsberechtigte Mai 2008

*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.


Sozialhilfeempfänger (Netto-)Arbeitskräftepotenzial Dezember 2004

 Statistisches Bundesamt - Ergebnisse der Sozialhilfe und Asylbewerberleistungsstatistik 2004 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/Sozialleistungen/Asylbewerber2004,property=file.pdf)

Das Problem der Massenarbeitslosigkeit wird mit dem Problem der Massenarmut ergänzt.

Aufstocker:
IAB-STUDIE  (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,518622,00.html)

Zitat
Jeder Fünfte arbeitet für Niedriglohn
6,5 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland für wenig Geld, das sind 22 Prozent aller abhängig Beschäftigten. Im internationalen Vergleich hat Deutschland inzwischen einen hohen Anteil von Niedriglöhnen.
...
[url]http://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2008/report2008-01.pdf[/url]


 3. Armutsbericht vom 19. Mai 2008 (415 Seiten - 1,53 MB pdf.datei) (http://www.axel-troost.de/serveDocument.php?id=704&file=7/3/6a7.pdf)

Bestand alle Stellen (Seite 10 BA Bericht 5/08 )

Bestand
alle Stellen 579.000
darunter: Vakanzen 515.000
ungeförderte Stellen 402.000
darunter: Vakanzen 353.000
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 367.000
darunter: Vakanzen 323.000

Der BA sind neben den gemeldeten offenen Stellen noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter bekannt. Viele dieser Stellen sind aber Datendopplungen ein freier Arbeitsplatz, vermehrt sich nicht zu fünf freien Arbeitsplätzen, nur weil er in fünf Stellenbörsen zu finden ist. Zudem werden bereits besetzte Stellen von vielen Jobbörsen erst nach Wochen aus dem Angebot genommen.

---------------------------------


Quellen der Zahlen:
BA – Monatsberichte Monatsberichte (http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/index.shtml)
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200805.pdf
Erstellt von Sybilla am 29.05.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: deutscher Michel am 29. Mai 2008, 18:34:39
Zitat

...
Gäben der Arbeitsminister und seine Ministeriumsriege die tatsächliche Zahl von insgesamt 5 bis 6 Millionen Menschen an, die keiner regulären Erwerbsarbeit nachgehen, fiele es ihnen ungleich schwerer, weiter das Märchen von Aufschwung und Vollbeschäftigung aufrechtzuerhalten.
...
[url]http://www.linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1247886011[/url]



Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 01. Juli 2008, 13:47:02
Auf den Weg in die Vollbeschäftigung? - 7.764.851 Leistungsberechtigte– wachsende Armut

Die gesellschaftliche Last der Arbeitslosigkeit oder wie erstellt man eine positive Statistik?

LEISTUNGSEMPFÄNGER 2) BA Bericht Juni 2008 Seite

- Arbeitslosengeld 797.469*
- erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 5.058.095*
- nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.909.287*

*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

*7.764.851 Leistungsberechtigte



Laut BA Statistik werden im Juni 2008 3.159.811 Personen als arbeitslos gezählt.
Im Monat Juni befanden sich 1,57 Millionen Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme.(BA Bericht Juni Seite 6)

Verlässliche Aussagen zu 1 Euro Arbeitsgelegenheiten und arbeitsmarktpolitische Instrumente sind aufgrund einer erheblichen Unterfassung der Daten nicht möglich.

BA Bericht Juni 2008 Seite 71 Fußnote 3
3) Es ist von einer deutlichen Untererfassung auszugehen, da nur die Informationen darstellbar sind, deren Daten individuell teilnahmebezogen im operativen Verfahren der BA erfasst sind oder von zkT über XSozial übermittelt werden.
(z. B. haben für 2008 [Datenstand Mai 2008] nur ca. 53 % der Träger Daten zum Einsatz der flankierenden Leistungen erfasst).

http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200806.pdf


Zitat
Geschönte Arbeitslosenzahlen -Seit Kohl wurde getrickst ([url]http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/230/176695/[/url])

Seit Jahrzehnten rechnen Politiker die Arbeitslosigkeit klein - mit beachtlichem Einfallsreichtum und immer neuen Förderprogrammen. Noch jede Regierung hat sich Tricks einfallen lassen, um die Statistik aufzubessern.



Analyse des BA Berichts Juni 2008:

Erstellt von Sybilla am 01.07.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

Der enorme Abbau der Arbeitslosigkeit geht mit einem enormen Anstieg von Armut in Arbeit im Gleichschritt, das hat meines Erachtens folgende Gründe.

Der enorme Abbau der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit wurde vor allem durch folgende Maßnahmen erreicht.

-   1 Euro Jobs
-   Bürgerarbeit
-   Jobs mit Ergänzenden ALG II

Geldidee Artikel aus Heft 06/2008

Zitat
Lohn plus Hartz IV ([url]http://www.geldidee.de/index.php?ren=artikel&news_id=1653&page=1&cat_id=9[/url])
… Damit mussten bereits ein Viertel aller Hartz-IV-Bezieher trotz Arbeit aufstockende Leistungen der ARGEn in Anspruch nehmen – nach der offiziellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Viele scheuen den Antrag

Die Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der BA wissen aber, „dass ein erheblicher Teil der nominell Anspruchsberechtigten keinen Antrag auf ergänzendes ALG II stellt“.

Darauf weist auch der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy hin: „Aus Studien ist bekannt, dass viele aus Scham oder Unwissenheit die ihnen zustehenden Leistungen nicht in Anspruch nehmen.“ Die Zahl der verdeckten Armen unter den Erwerbstätigen „dürfte an die Zahl der registrierten Aufstocker heranreichen“, schätzt Adamy. …


http://www.welt.de/politik/article1755752/Einmal_Niedriglohn-Job_immer_Niedriglohn-Job.html (http:// [URL)]Einmal Niedriglohn-Job, immer Niedriglohn-Job - Die meisten Niedriglöhner schaffen den beruflichen und sozialen Aufstieg nicht. Im Gegenteil, viele Arbeitnehmer in diesem Lohnsegment sind sogar in vielen Fällen bereits ein Jahr nach Jobantritt wieder arbeitslos.[/url]


Deutschland – das Spitzenland der Billigjobber - In einem Vergleich zwischen fünf Ländern sticht Deutschland heraus: Jeder fünfte Arbeitnehmer ist als Niedriglöhner beschäftigt. Der durchschnittliche Lohn liegt im Westen unter sieben Euro, in Ostdeutschland noch deutlich darunter. Armut bedeutet das noch lange nicht – meinen Arbeitgeber. … Demnach stieg der Niedriglohnanteil stieg von 1995 bis 2006 um gut 43 Prozent auf rund 6,5 Millionen Beschäftigte. (http://www.welt.de/wirtschaft/article1916351/Deutschland__das_Spitzenland_der_Billigjobber.html)


Zitat
Jeder Fünfte arbeitet für Niedriglohn
6,5 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland für wenig Geld, das sind 22 Prozent aller abhängig Beschäftigten. Im internationalen Vergleich hat Deutschland inzwischen einen hohen Anteil von Niedriglöhnen.

So werden Bruttostundenlöhne bezeichnet, die unterhalb von zwei Dritteln des mittleren Stundenlohns liegen. 2006 lag diese Schwelle bei 9,61 Euro in Westdeutschland und 6,81 Euro in Ostdeutschland. Im Durchschnitt haben Niedriglohnbeschäftigte im Westen 7,12 Euro brutto und im Osten 5,43 Euro erhalten. Teilzeit- und Minijobs machen mit knapp 54 Prozent inzwischen mehr als die Hälfte der Niedriglohnbeschäftigung aus, der Anteil der Minijobs hat sich zwischen 1995 und 2006 von 15 auf 29,7 Prozent fast verdoppelt.

Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Auswertung auf Grundlage der Daten des sozio-ökonomischen Panels (SOEP) von 2006.
[url]http://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2008/report2008-01.pdf[/url]


 

Was heißt würdige Arbeit?

Ich sage unwürdig ist, wenn Personen die Vollzeit arbeiten sich von ihrem Lohn weder ausreichend Brot noch ausreichend Kuchen kaufen können.

Das heißt, wenn diese Personen kein Brot haben, können diese Personen auch keinen Kuchen essen, sondern sie sind auf steuerfinanziertes ALG II angewiesen dass sie nur nach einer Offenlegung ihrer intimsten partnerschaftlichen Verhältnisse und einer akribischen und für viele sehr peinlichen Bedürftigkeitsprüfung beanspruchen dürfen. Dass ist nach meinem Verständnis mehr als unwürdig.

Vor allem stellt sich die Frage woher leiten Unternehmen die Arbeitnehmer mit Anspruch auf steuerfinanziertes ALG II beschäftigen denn Anspruch ab, dass die Solidargemeinschaft der Steuerzahler und nicht die Arbeitgeber den Lohn der von ihnen Beschäftigten Arbeitnehmer bis zur Grundsicherung aufstockt ?

Knapp die Hälfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert

Zitat
Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MPI) Von den 2007 durchschnittlich 6,348 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld I (Alg I) und Arbeitslosengeld II (Alg II) sind laut Bundesregierung 3,135 Millionen (49 Prozent) nicht in der Arbeitslosenstatistik registriert. Dagegen seien insgesamt 3,213 Millionen (51 Prozent) arbeitslos gemeldet gewesen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16/8458) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8131). Außer den Leistungsempfängern habe es noch 686.000 Arbeitslose gegeben, die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen hätten 82 Prozent Leistungen erhalten. Von den durchschnittlich 1,092 Millionen Alg-I-Empfängern im Jahr 2007 seien 26 Prozent nicht in der Arbeitslosenstatistik aufgetaucht, schreibt die Regierung. 225.000 der Alg-I-Bezieher fielen unter die so genannte 58er-Regel, 25.000 der nicht als arbeitslos geführten Personen hätten an einer Trainingsmaßnahme teilgenommen, 26.000 seien arbeitsunfähig erkrankt und 16.000 seien vermindert leistungsfähig gewesen. Kriterien für die Aufnahme in die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit seien die Arbeitslosmeldung, die Beschäftigungslosigkeit und die Verfügbarkeit. Danach würden etwa Personen, die arbeitsunfähig erkrankt oder dauerhaft erwerbsgemindert sind, nicht als arbeitslos gezählt, "weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen". Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren von den im Jahr 2007 durchschnittlich 5,329 Millionen Alg II-Empfängern 2,473 Millionen (46 Prozent) als arbeitslos registriert und 2,856 Millionen (54 Prozent) nicht als arbeitslos registriert. Eine Zuordnung zu bestimmten Gruppen sei bisher statistisch nur annäherungsweise möglich. Zur Gruppe der erwerbstätigen Hilfebedürftigen ("Aufstocker") mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro zählten demnach 524.000 Personen. Der Gruppe der "Ein-Euro-Jobber" und Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen wurden demnach 418.000 der als nicht arbeitslos registrierten Alg-II-Bezieher zugeordnet. Ferner seien 484.000 unter-20-jährige und 312.000 über-58-jährige Alg-II-Empfänger statistisch nicht als arbeitslos geführt worden.

[url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html[/url]


 3. Armutsbericht vom 19. Mai 2008 (415 Seiten - 1,53 MB pdf.datei) (http://www.axel-troost.de/serveDocument.php?id=704&file=7/3/6a7.pdf)

Viele Medien verkünden die froh machende Botschaft das von der BA schon wieder die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder gar seit Frau Merkels Geburt berichtet werden. (Dabei werden völlig unterschiedliche Statistiken verglichen – so gab es vor 15 Jahren kein Saisonkurzarbeitergeld keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von Bedürftigkeit als das Arbeitslosengeld II.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am Arbeitsmarkt mit existenzsichernden Arbeitsplätzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch Arbeitsplätze mit ergänzendem ALG II durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen "Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt.
Entgegen der guten Nachricht vom enormen Abbau der Arbeitslosigkeit steht die schlechte Nachricht von wachsender Armut der Erwerbstätigen im Niedrigstlohnbereich und wachsende Kinderarmut.

Ja die statistisch erfasste Arbeitslosigkeit sinkt die Massenarmut steigt, ich denke dass eine Vollbeschäftigung aufgrund von Ein Euro Jobs, Bürgerarbeit und Niedrigstlohnjobs mit ergänzenden ALG II in Massenarmut mittelfristig erreichbar ist. Auch der Trend zum Drehtüreffekt ist bei Niedrigstlohnjobs mit ergänzendem ALG II zu beobachten viele kehren nach wenigen Monaten vom Niedrigstlohnjobs mit ergänzenden ALG II in die Arbeitslosigkeit zurück .


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sektsauferle am 01. Juli 2008, 20:16:53
kam um 20.00 in den nachrichten, es werden arbeitslosenzahlen von unter 3 millionen erwartet....


mir wird übel...


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: versklavter am 01. Juli 2008, 20:36:00
Ich vermute mal das das Arbeitsamt noch mehr Druck auf die Arbeitslosen machen wird .Ich habe eine Liste gekriegt wo über 40 Leiharbeitsfirmen mit Adresse und Telefonnummer Draufstanden.Das Arbeitsamt will nur gut aussehen koste was wolle .Wird mal Zeit das jemand gegen das Arbeitsamt wegen Bilanzfälschung vorgeht :aggressiv>


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Hamburgerin am 01. Juli 2008, 20:44:21
Zitat
Original von Sektsauferle
kam um 20.00 in den nachrichten, es werden arbeitslosenzahlen von unter 3 millionen erwartet....


mir wird übel...


Das ist möglich, vorausgesetzt man schafft ausreichend Ein-Euro-Jobs; parkt einen großen Teil in zweifelhaften Qaulifikationsmaßnahmen und versenkt den Rest in prikären Arbeitsverhältnissen.


Ich habe in einem anderen Beitrag (auf 3Sat???) gehört, wie der Weise sagte, dass es von 1000 Langzeitarbeitslosen nur 34 in einen sozialbversicherungspflichtigen Job schaffen!!!!
 Dass es insgesamt etwa 1 Mio freier Arbeitsplätze gibt und dass 84% der
Alg I-Empfänger innerhalb eines Jahres einen neuen Job finden.
Der Alt ergänzte die Ansprache, durch die Bemerkung, dass man insbesondere versuche die Langzeitarbeitslosen im Arbeitsmarkt zu integrieren, um dieses Ziel zu erreichen würde man eine Eingliederungsvereinbarung mit den Erwerbslosen abschließen, und durch ein genaues Profil, wo auch die persönliche, soziale und sonstige Rolle der Erwerbslosen berücksichtigt werde...
Weise setzte auf Bildung, Arbeitsminister Scholz blies ins selbe Horn und forderte Hauptschulabschlüsse für alle, die CDU lehnte derartige Vorschläge ab, und somit waren alle wieder am Anfang.....


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: CubanNecktie am 01. Juli 2008, 21:17:32
Wenigstens gabs im RBB - in der heutigen Nachrichtensendung ein ABER - ein ABER mit den genannten

-> 1€ Jobs
-> Weiterbildungen

etc.

also die Arbeitslosenqoute ist in Brandenburg praktisch bei ca. 16,4* % und nicht bei den geschönten 12,4%*

Weiß jetzt nicht ob es die gaz genauen Zahlen sind, nach dem Komma.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Troll am 30. Juli 2008, 09:07:09
Zitat
Niedriglöhne kosten Staat Milliarden

Ruprecht Hammerschmidt
Zuzahlungen an Arbeitnehmer zur Sicherung des Existenzminimums kosten den Staat jährlich Milliardenbeträge. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat erstmals errechnet, dass allein für Vollzeitbeschäftigte die Unterstützung mit Hartz-IV-Leistungen bereits mit über zwei Milliarden Euro zu Buche schlägt. Rechne man noch die aufstockenden Leistungen hinzu, die darüber hinaus auch an Teilzeitbeschäftigte gezahlt werden, müsse der Staat rund 4,4 Milliarden Euro pro Jahr zahlen.

"Hilfsbedürftigkeit trotz Arbeit ist keinesfalls ein zu vernachlässigendes Problem", betonte der DGB-Arbeitsmarktexperte, Wilhelm Adamy. Insgesamt arbeite jeder vierte Hartz-IV-Empfänger. Diese Gruppe ist in den letzten Jahren auffallend größer geworden, stellte der Experte fest. Zwar gab es im Zeitraum von 2005 bis Ende 2007 ein Fünftel weniger arbeitslose Hartz-IV-Empfänger, jedoch stieg gleichzeitig die Zahl derjenigen, die trotz Arbeit auf Hartz IV angewiesen waren.

Immer mehr Aufstocker

Laut DGB wuchs die Zahl der Aufstocker, die einem Minijob nachgingen, um rund 28 Prozent. Außerdem stieg der Anteil der Hartz-IV-Empfänger, deren Bruttoverdienst zwischen 400 und 800 Euro betrug in diesem Zeitraum mit knapp 56 Prozent um fast das Doppelte. Auch die Zahl der Aufstocker mit mehr als 800 Euro Einkommen im Monat stieg mit fast 40 Prozent gravierend an.

Für Adamy ist diese Entwicklung eine Neuausrichtung des Unterstützungssystems in Deutschland: "Hartz IV ist nicht nur eine Grundsicherung für hilfebedürftige Arbeitslose, sondern mehr und mehr auch ein System zur Sicherung des Existenzminimums für Erwerbstätige", stellte er fest. Selbst im Konjunkturaufschwung des vergangenen Jahres und des damit einhergehenden Arbeitskräftebedarfs in vielen Branchen sei die Gruppe der erwerbstätigen Hartz-IV-Empfänger gewachsen.

Aus Sicht des DGB trägt die Hartz-IV-Regelung zu einer Ausweitung des Niedriglohnsektors bei. So habe in einer Befragung etwa jeder fünfte Betrieb angegeben, dass seit den Reformen die arbeitslosen Bewerber eher bereit sind, für weniger Lohn und zu insgesamt schlechteren Bedingungen zu arbeiten.

Besonders häufig gibt es laut DGB vollzeitbeschäftigte Hartz-IV-Empfänger in der Gastronomie, bei Reinigungsdiensten, in der Leiharbeitsbranche und im Verkehrsgewerbe. "Allein in diesen Branchen arbeitet ein Drittel der erwerbstätigen Aufstocker", betonte Arbeitsmarktexperte Adamy.

Doch nicht jeder, der schlecht für seine Arbeit bezahlt wird, erhält die Unterstützungsleistung. Denn die Hilfsbedürftigkeit wird danach ermittelt, wie hoch das Gesamteinkommen des Haushaltes ist. Weil aber nach Analyse des DGB mehrere Geringverdiener, die gemeinsam in einem Haushalt leben, zusammengenommen oft über dem Bedarfssatz liegen, erhalten sie keine Aufstockung. "Die Zahl der Erwerbstätigen mit ergänzendem Hartz-IV-Bezug ist daher nur die Spitze eines viel größeren Problems in der Arbeitswelt", stellte Adamy fest.

Quelle: BZ ([url]http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0729/wirtschaft/0034/index.html[/url])


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Pittiplatsch am 30. Juli 2008, 15:24:41
Zitat
Original von Hamburgerin
Ich habe in einem anderen Beitrag (auf 3Sat???) gehört, wie der Weise sagte, dass es von 1000 Langzeitarbeitslosen nur 34 in einen sozialbversicherungspflichtigen Job schaffen!!!!

Das heißt 96,6% kommen nicht in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Das bedeutet nun wieder, dass es praktisch aussichtslos ist, also keine Perspektive besteht, eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen zu können. Gruß Pitti


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 31. Juli 2008, 13:14:23
Im ZDF tönte es: "200 Schwerbehinderte sind aus der Arbeitslosenstatistik verschwunden"

Wie verräterisch doch Worte und Formulierungen sind!

Hätte man nicht sagen können: "200 Schwerbehinderte haben wieder eine
Festanstellung gefunden!"

Man hätte sicher gelogen.

Es ist mir ein Rätsel, wie Menschen, deren Handwerkszeug das Wort ist, derartig verräterisch formulieren können. Das Journalisten im Interesse ihres Brötchengebers lügen oder Wahrheiten beugen, ist schon klar.
Aber das der Jubeljournalismus zunehmend dem Schmerzwert der DDR Aktuellen Kamera nahekommt, hätte ich dann wirklich nicht erwartet.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: zweimal am 31. Juli 2008, 13:24:03
Wobei die -- Aktuelle Kamera -- wesentlich informativer war.


zweimal


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 31. Juli 2008, 13:54:08
Das ist ja genau das, was ich immer schon bemängele:

Hartz IV ist letztlich eine Subvention an die Unternehmer. Das musste ja auch so sein, denn Peter Hartz kommt ja aus dieser Ecke. Unter dem Eindruck orgiastischer Glückseligkeit ist mann auf die Idee gekommen, mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können.

1. Man drückt die Löhne nach unten.
2. Man verringert die Steuerlast inkl. Sozial-und RV
3. Der Staat hilft den unterbezahlt Beschäftigten
4. Gewerkschaften wird zunehmend der Boden entzogen
5. Der Profit steigt
6. Staat gerät immer mehr in Abhängigkeit von Wirtschaft
    und die Volksparteien zerfallen
7. Beamtenapparat wird erhalten und vergrössert
...

Wer kann mir diese ergänzungsfähigen "hinterfotzigen" Beweggründe der
Hartz IV-Kommission widerlegen?

Es ist das ganz grosse Spiel, was da gespielt wird.
Und Gerhard Schröder? - Ein Naivling, der um des eigenen Fortkommens willen, mitgespielt hat und letztlich dann aufgekauft und ruhiggestellt wurde..


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: mike1973 am 31. Juli 2008, 14:17:14
Zitat
Original von Strombolli
Und Gerhard Schröder? - Ein Naivling, der um des eigenen Fortkommens willen, mitgespielt hat und letztlich dann aufgekauft und ruhiggestellt wurde..

Aus meiner Sicht wußte Gerhard Schröder bei der Agenda 2010 GENAU was er tat! Uns als er merkte, daß er nicht mehr weiterwußte, gab er schließlich auf und ging zur Gasprom...


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 31. Juli 2008, 14:51:59
Zitat
Original von mike1973
GENAU was er tat! Uns als er merkte, daß er nicht mehr weiterwußte, gab er schließlich auf und ging zur Gasprom...


Ja, das ist sicher Ansichtssache und das kann man so und so sehen..
"Uns als er merkte, was er angerichtet hatte, gab er schließlich auf und ging zur Gasprom.."

Bei mir hat jedenfalls die SPD jegliche Reputation verloren und deshalb bin ich auch nicht traurig wenn sie untergeht.

Wallraff (http://www.focus.de/politik/zitate/guenter-wallraff-totengraeber-der-sozialdemokratie_aid_316729.html) kann man doch zu dieser vom FOCUS wieder hervorgezerrten Meinung nur zustimmen.


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: mike1973 am 31. Juli 2008, 15:50:13
Zitat
Original von Strombolli

Bei mir hat jedenfalls die SPD jegliche Reputation verloren und deshalb bin ich auch nicht traurig wenn sie untergeht.


Auch ich betrachte den Untergang der SPD mit einer riesen Freude! :cheer: :cheer:


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 01. August 2008, 09:12:39
Die aktuelle (http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/karten/aloq_kreis.html) Statistik legt nahe, die Bundesrepublik in 3 große Bundesländer aufzuteilen, oder sie sogar in drei eigenständige Länder aufgehen zu lassen: Trizonesien.

Ganz klar: Ex-Bayern und Ex-Baden-Württemberg, dann die Ex-DDR inkl. Gesamt-Berlin und schließlich der Rest-Westen. Was würde man an Verwaltungskosten sparen. Es würden 3 privatisierte "Bahnen" entstehen, es gäbe einen Börsenplatz Berlin, Frankfurt und München ... hey, die positiven Möglichkeiten wären unendlich. Man bräuchte nicht mehr über einen Länderfinanzausgleich zu diskutieren, hätte 3 Ministerpräsidenten, keinen unregierbaren Bundesrat, könnte in der UNO mehr Stimmen fordern...

Ironie aus und "Prost auf Ex-Deutschland", es bleibt eigentlich nur noch SAUFEN in verräucherten, unter 75 m² großen Eckkneipen...  
Und die Nachbarn bräuchten auch keine Angst mehr zu haben...


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Kater am 16. August 2008, 11:47:33
Zitat
Rund eine Million Arbeitslose nicht in Statistik erfasst

Düsseldorf (AP) Etwa eine Million Arbeitslose tauchen derzeit nicht in der Statistik auf, weil sie in Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen stecken. Dies sagte Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), der «Rheinischen Post.» Nach den Qualifizierungsmaßnahmen gehe jeder vierte Teilnehmer wieder in die Arbeitslosigkeit, sagte Becker.

Die BA hatte zuletzt 3,21 Millionen Arbeitslose gemeldet, den leichten Anstieg um 50.000 mit saisonalen Effekten begründet. Insgesamt rechnet die Behörde trotz der abflauenden Konjunktur weiter mit einem Rückgang der Zahlen. «Im Moment gehen wir noch davon aus, dass das Jahr 2009 etwas besser wird als 2008», sagte Becker.

Übermäßigen Spielraum für eine Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung sieht er dagegen nicht. «Schon 150.000 Arbeitslose kosten pro Jahr 2,4 Milliarden Euro und damit genauso so viel, wie wir durch eine Beitragssatzsenkung um 0,3 Prozent weniger einnehmen würden.»


http://de.news.yahoo.com/ap/20080816/tde-rund-eine-million-arbeitslose-nicht-3fc80be.html


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: jensen-ex am 22. August 2008, 11:19:03
Zitat

Lieber unsichere Jobs als Arbeitslosigkeit



Jobwunder und kein Ende? Trotz der Wirtschaftsflaute sinkt die Zahl der Arbeitslosen immer weiter. Im SPIEGEL-ONLINE-Gespräch spricht Arbeitsagenturchef Frank-Jürgen Weise über die nüchterne Realität hinter den Zahlen - und über seinen Einsatz für scheinbar hoffnungslose Fälle.


...
SPIEGEL ONLINE: Sie teilen also die immer wieder laut werdende Kritik an den Hartz-Reformen nicht?

Weise: Natürlich gibt es da einiges zu bemängeln. Die Arbeitsorganisation im Bereich von Hartz IV ist nicht gut gelöst. Arbeit ist auch unsicherer geworden, etwa durch den Boom der Zeitarbeit oder durch die Einführung der Minijobs. In den Arbeitsagenturen herrscht ein reges Kommen und Gehen: Inzwischen melden sich 8,2 Millionen Menschen im Jahr arbeitslos, viele finden wieder einen Job. Die 40-Jahre-Siemens-Karriere ist die Ausnahme geworden. Aber unsichere Stellen sind immer noch besser als die nackte Arbeitslosigkeit. Kurz gesagt: Die Richtung der Reformen stimmt.

...

Quelle ([url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,572377,00.html[/url])



Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Terrorkind am 22. August 2008, 12:22:52
Zitat
Original von namron
Und wieder eine viertelmillionen Arbeitslose weniger!
 :rolleyes:

[url]http://www.jungewelt.de/2007/08-11/033.php[/url]



Dagegen muss man doch was unternehmen!!!!


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 26. August 2008, 01:01:43
Wer lenkt Deutschland Richtung Abgrund?

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Sozialrichter, Hans-Peter Jung spricht Klartext und sieht "Unschärfen" bei Hartz IV.

Zitat
Jung: Erhöhter Bedarf an Sozialrichtern bundesweit
Hans-Peter Jung im Gespräch mit Hanns Ostermann

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Bundes Deutscher Sozialrichter, Hans-Peter Jung, entsteht durch "Unschärfen" bei den Hartz-IV-Gesetzen ein erhöhter Bedarf an Sozialrichtern.

[url]http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/836363/[/url]


 Zum Nachhören (http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348714&playtime=1219639870&fileid=1b1fb51c&/)


1 € Jobs, Bürgerarbeit, Pflegehelfer, ca. 1,5 Mio Personen erhalten ergänzendes ALG II (Aufstocker) rund 7,8 Mio Personen erhalten ALG II Leistungen. Neben den SGB II gibt es nach wie vor Sozialhilfe nach SGB XII deren Kosten ebenfalls ansteigt.

Was hat sich bei ALG II gegenüber der Arbeitslosenhilfe außer einen "allgemein sinkenden Lohnniveau" verbessert ?!? oder war die Hartz - Sozialreform "ein Streich aus Schilda"?


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: milly am 26. August 2008, 04:21:49
aha  :rolleyes:    

Zitat
Was hat sich bei ALG II gegenüber der Arbeitslosenhilfe außer einen "allgemein sinkenden Lohnniveau" verbessert ?!? oder war die Hartz - Sozialreform "ein Streich aus Schilda"?
auch nich mehr brandneu...sorry für die evt "undankbarkeit" eines he.
eigentlich sollte ich dir für dein "engagement" die füsse küssen oder was auch immer du für edit wünsche hast.

ich kanns nicht "leisten".

mfg
milly
:schlafen>


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 28. August 2008, 13:36:59
Arbeitsmarkt August 2008: Bei genauer Analyse gibt es mE keinen Grund zum jubeln sondern zur Sorge.

Warum wird die Entstehung von prekären Arbeitsverhältnissen, multimedial im Gleichklang der meisten Medien als enormer Abbau der Arbeitslosigkeit bejubelt, wobei jede kritische Betrachtung der steigenden Armut ohne nennenswerte Beachtung bleibt?

Ich fürchte, weil die Last/Kosten der Arbeitslosigkeit solidarisch alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen mussten, die Last der Armut im Niedrigstlohnbereich die Einzelnen ganz alleine.

Was heißt würdige Arbeit?

Ich sage unwürdig ist, wenn Personen die Vollzeit arbeiten sich von ihrem Lohn weder ausreichend Brot noch ausreichend Kuchen kaufen können.

Das heißt, wenn diese Personen kein Brot haben, können diese Personen auch keinen Kuchen essen, sondern sie sind auf steuerfinanziertes ALG II angewiesen dass sie nur nach einer Offenlegung ihrer intimsten partnerschaftlichen Verhältnisse und einer akribischen und für viele sehr peinlichen Bedürftigkeitsprüfung beanspruchen dürfen. Dass ist nach meinem Verständnis mehr als unwürdig.

Vor allem stellt sich die Frage woher leiten Unternehmen die Arbeitnehmer mit Anspruch auf steuerfinanziertes ALG II beschäftigen denn Anspruch ab, dass die Solidargemeinschaft der Steuerzahler und nicht die Arbeitgeber den Lohn der von ihnen Beschäftigten Arbeitnehmer bis zur Grundsicherung aufstockt ?



Analyse des BA Berichts August 2008 (http://www.deutschland-debatte.de/2008/08/28/aktuelle-arbeitsmarktzahlen-im-spiegel-der-realitaet/)


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 28. August 2008, 14:01:07
Ja mich hat es auch erwischt... Ab Montag 1.9. habe ich einen 3 jährigen Arbeitsvertrag für eine 30 Stunden-Woche mit 850 € Brutto/Monat. Ich bringe dann noch etwa 100 € zusätzlich durch geringfügige Beschäftigung und meine Frau knapp 100 € aus einer ebenso geringfügigen Beschäftigung nach hause. Das sind Brutto also 1050 €.
Was abgezogen wird ist noch nicht richtig klar.
Klar ist, dass ich jetzt wieder die KV bezahle und nicht mehr die ARGE/KommBA.
Gut, Frau und (nach der Ausbildung entlassenes bzw. nicht übernommenes) Kind sind bei mir dann kostenlos mit familienversichert.

Ohne Arbeit erhielten meine Frau und ich zuletzt 1071 Euro. Plus die knappen 200 € aus den geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen.

Ich äusserte es schon: Bin gespannt, wie hoch unsere "Realbezüge" nun werden - mit Arbeit. Weniger oder mehr? Klappt das mit der Miete im Oktober? Wegen der "Zeitverschiebung" zwischen ALGII und richtiger Bezahlung (Vorleistung, Nachleistung)?

Würde? - Würde mich jemand nach meiner Würde fragen, dem würde ich aber eins überziehen!

Berichterstattung über den weiteren Werdegang eines "Ingengieurs" und einer "Pädagogin" demnächst in diesem Forum!


Titel: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 02. Oktober 2008, 21:44:41
Zitat
30.09.2008 [url]http://www.jjahnke.net[/url]
Schwerpunktthema        
Arbeitsmarkt im September: Das "letzte Hurra" vom Arbeitsmarkt?
                                 
Der Bundeswirtschaftsminister meldet sich wieder einmal zu den Arbeitsmarktzahlen, wie er das immer tut, wenn sie ihm günstig erscheinen. Nun setzt der die Schlagzeile: "Arbeitslosenzahl so niedrig wie seit 16 Jahren nicht mehr" und fügt gleich noch die Aussicht auf einen weiteren Abbau unter 3 Millionen hinzu. Da schlägt er auch noch den Bundesarbeitsminister, der nur von einer "Bemerkenswerten Entwicklung" spricht.
                     
Niemand verrät uns, daß schon 37 % des gemeldeten Beschäftigungsaufbaus auf unsichere zeitlich befristete und schlechter bezahlte Leiharbeit entfällt. Aus den Einzelzahlen der Bundesagentur für Arbeit muß man sich das aus dem Kleingedruckten erst mühsam herausrechnen. Offensichtlich bereit sich die Arbeitgeber angesichts der drohenden Rezession bereits seit einiger Zeit auf rasche Entlassungen vor. Außerdem hat sich der Aufbau der Erwerbstätigkeit und der Abbau der Arbeitslosigkeit über die letzten Monaten verlangsamt. Der gesamte Abbau an Arbeitslosigkeit über das vergangene Jahr ist schon durch Anstieg von Leiharbeit, von vesicherungspflichtiger Arbeit mit der Notwendigkeit von Nebenjobs und durch die demographische Entwicklung zu erklären. Nur noch 54 % der Empfänger von Arbeitslosengeld werden als arbeitslos registriert.
               
---> weiter ... ([url]http://www.jjahnke.net/arbeitsep08.html[/url])


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: CubanNecktie am 31. Oktober 2008, 17:46:09
Tja, nicht nur die LR ist ein Lügen-Rudi

Zitat
Brandenburg hat die wenigsten Arbeitslosen seit der Wende

Die Zahl der Arbeitslosen in Brandenburg ist im Oktober weiter gesunken. 157 575 Menschen im Land ohne Job – das ist der niedrigste Oktober-Wert seit der Wiedervereinigung. Laut der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit sank die Zahl um 5686 gegenüber dem Vormonat, gegenüber dem Oktober 2007 sogar um 23 212. Insgesamt sank die Arbeitslosenquote um 0,4 Punkte auf 11,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 13,4 Prozent . Bei den unter 25 Jahre alten Brandenburgern sank die Zahl der Arbeitslosen auf 17 410 – das sind 2757 weniger als im September und 3812 weniger als vor einem Jahr.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) fasste die Ergebnisse als Bestätigung der aktuellen Förderpolitik auf.  Zu den Zahlen sagte er: „Das bedeutet: Mehr Menschen haben Perspektiven hier im Land“.

Nach Angaben der Arbeitsagentur liegt der erneute Rückgang der Arbeitslosigkeit vor allem am Herbstaufschwung in der Region. Auch viele Auszubildende, die sich zum Ende ihrer Lehrzeit ersteinmal arbeitslos gemeldet hatten, fanden in den letzten Wochen einen Arbeitsplatz.  Die Zahl der Arbeitslosen in dieser Altersgruppe sank überdurchschnittlich stark um 22,9 Prozent.

Die Zahl der offenen Stellen ging in Brandenburg weiter zurück. 13 632 wurden im Oktober gemeldet, das waren 592 weniger als im Oktober des Vorjahres. 7589 Stellen kamen neu hinzu. Immernoch sind besonders ältere Menschen arbeitslos. Fast jeder Dritte ohne Job ist älter als 50 Jahre, nur gut jeder zehnte dagegen jünger als 25 Jahre.

Arbeitsstaatssekretär Winfrid Alber erklärte, dass trotz der guten Zahlen im Oktober immer noch zu viele Langzeitarbeitslose gäbe. Deshalb sollten Fördermittel stärker genutzt werden. Sorge bereite auch der leichte Anstieg bei der Zahl der über 55 Jahre alten Erwerbslosen. Auch CDU- und Linksfraktion verwiesen auf die Situation älterer Erwerbsloser und Langzeitarbeitsloser. Nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes Berlin-Brandenburg bleiben Leiharbeiter die Verlierer auf dem Arbeitsmarkt.


Quelle: lausitzer-rundschau (lr-online.de) alias LügenRudi (http://www.lr-online.de/regionen/Brandenburg;art25,2239476)

Zitat
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) fasste die Ergebnisse als Bestätigung der aktuellen Förderpolitik auf.  Zu den Zahlen sagte er: „Das bedeutet: Mehr Menschen haben Perspektiven hier im Land“.


Perspektiven in 1€ Jobs, Zeitarbeit, Kommunal-Kombilohn und in Call Centern  ;D

ps. ich vermisse den Smiley der rumkotzt


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Hamburgerin am 31. Oktober 2008, 18:29:30
 

Zitat
ps. ich vermisse den Smiley der rumkotzt

Ich auch, deshalb hab´ ich ihn schnell ausgegraben.
(http://www.cosgan.de/images/smilie/ekelig/g010.gif) (http://www.cosgan.de/images/smilie/ekelig/e025.gif)(http://www.cosgan.de/images/smilie/ekelig/g010.gif)


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 31. Oktober 2008, 19:26:11
Zitat
Neue Bevölkerungsprognose veröffentlicht

23.04. 2008 - Der seit 2001 zu beobachtende Bevölkerungsrückgang setzt sich weiter fort und beläuft sich bis zum Jahr 2030 auf rd. 354.000 Personen (- 14 %). Brandenburg hat dann rd. 2,2 Mio. Einwohner. Das sind noch einmal gut 41.000 Personen weniger als in der vorangegangenen Prognose erwartet. Darüber hinaus wird dann jeder dritte Einwohner über 65 Jahre alt sein; 2006 war es noch jeder Fünfte. Die Altersgruppe der 15 - unter 45-Jährigen nimmt im gleichen Zeitraum von 40 auf gut 25 % ab.

---> weiter ... ([url]http://www.stk.brandenburg.de/cms/detail.php/lbm1.c.384343.de[/url])


is klar wenn die jungen menschen in die alten bundesländer gehen oder auswandern

ich hab schon kurz nach der wende immer gesagt die sollen aus dem osten ein altersheim machen, das die das wirklich so schnell umsetzen hätte ich nicht gedacht :) viele ältere menschen aus den alten bundesländern zieht es ja auch irgendwie in den osten ( günstigere mieten und lebenshaltungskosten )

so kann man die arbeitslosigkeit auch beseitigen, den rest macht man dann mit bürgerarbeit, eurojobs oder anderen prekären beschäftigungen weg



Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 31. Oktober 2008, 21:34:48
Zitat
Schwerpunktthema 30.10.2008 [url=http://www.jjahnke.net]www.jjahnke.net[/url] ([url]http://www.jjahnke.net[/url])
Arbeitsmarkt im Oktober: Das "letzte Hurra" vom Arbeitsmarkt?
                       
Mit der üblichen Manipulation hat es die Bundesagentur für Arbeit nun doch geschafft: 2,9969 Millionen Arbeitslose im Oktober. Da kann man nun groß posaunen: "unter 3 Millionen", auch wenn es auf Tausender gerundet 3 Millionen waren und alles in der Fehlerquote. Der Bundeswirtschaftsminister meldet sich wieder einmal zu den Arbeitsmarktzahlen, wie er das immer tut, wenn sie ihm günstig erscheinen. Nun setzt der die Schlagzeile: "Arbeitsmarkt weiterhin robust - Arbeitslosigkeit erstmals wieder unter drei Millionen." Da schlägt er auch noch den Bundesarbeitsminister, der vorsichtiger formuliert: "Unter drei Millionen Arbeitslose - jetzt Beschäftigung stabilisieren". Und die meisten Medien können es noch schöner, so SPIEGEL: "Dem deutschen Job-Markt geht es so gut wie seit 16 Jahren nicht mehr." Wirklich??
                   
Niemand verrät uns, daß rund ein Drittel des gemeldeten Beschäftigungsaufbaus auf unsichere zeitlich befristete und schlechter bezahlte Leiharbeit entfällt. Aus den Einzelzahlen der Bundesagentur für Arbeit muß man sich das aus dem Kleingedruckten erst mühsam herausrechnen. Offensichtlich bereiten sich die Arbeitgeber mit mehr Zeitvertragsarbeit angesichts der drohenden Rezession bereits seit einiger Zeit auf rasche Entlassungen vor. Außerdem hat sich der Aufbau der Erwerbstätigkeit und der Abbau der Arbeitslosigkeit über die letzten Monaten merkbar verlangsamt. Der gesamte Abbau an Arbeitslosigkeit über das vergangene Jahr ist schon durch Anstieg von Leiharbeit, von versicherungspflichtiger Arbeit mit der Notwendigkeit von Nebenjobs und durch die demographische Entwicklung zu erklären (allein auf die Demographie entfällt 30 % des Rückgangs im Oktober gegenüber September). Mit fallender Tendenz werden nur noch 53 % der Empfänger von Arbeitslosengeld als arbeitslos registriert.
                 
Im internationalen Vergleich hat Deutschland weiter den höchsten Anteil an Langzeitarbeitslosen und landet in der allgemeinen Arbeitslosigkeit unter 18 alten Industrieländern nur auf dem 14. Platz.

---> weiter ... ([url]http://www.jjahnke.net/arbeitokt08.html[/url])


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Borgias am 02. November 2008, 13:46:53
@BakuRock

Stimmt - die Medien sind Steigbügelhalter der Politik.

Damit belügen sie die Öffentlichkeit - vor allem den Wähler Rentner. Sie suggerieren, dass schlecht ausgebildete, faule Leute - also nicht Arbeitswillige arbeitslos sind.

Naomi-Pia Witte hatte mit ihrer Petition, die Arbeitslosenzahlen endlich korrekt darzustellen, keinen Erfolg, obwohl sie eine riesige Unterschriftenliste hierfür hatte.

Der Bayerische Rundfunk - Siegmund Gottlieb - Chefredakteur vom Dienst - ist der eifrigste Handlanger neoliberaler Politik! Eben alles CSU gesteuert.
Ganz nach dem Motto: Wer auf der Strecke bleibt  - ist selber Schuld!

Es gibt nur ein Mittel dagegen zu kämpfen: Massenmails an Politiker und Medien gleichzeitig und im Blog die Meinung offen austragen und zwar in so vielen Foren wie nur möglich! Auch die Gewerkschaften sind nur noch ein Sprachrohr neoliberaler Politik. Die meisten dieser Funktionäre haben ihren eigenen Geldbeutel im Blick und das sind lukrative Aufsichtsratspöstchen.



Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 27. November 2008, 14:01:04
Arbeitsmarkt November 2008:

BA: verkündet Arbeitslosigkeit hat sich von Oktober auf November um 8.000 auf 2.988.000 verringert. Im Monat November 08 befanden sich 1,62 Millionen Personen (+ 50.000 Oktober 2008 1,57 Millionen Personen) in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. (Quelle BA Bericht Oktober/November 2008 Seite 6)

Gute Arbeit, trotz steigender Arbeitslosigkeit + 42.000 sinkt die Zahl der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit auf neuen Tiefststand.

Scholz greift in die Trickkiste der Statistik (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/441/449171/text/)

Weiter so, damit der Plan weiterhin übererfüllt wird.

----------------------------------------------------------------

Enthüllungsbuch über Leben mit Hartz IV - Mit Lizenz zur Ausbeutung (http://www.sueddeutsche.de/politik/2/314896/text/)

 In der ARD-Undercover-Reportage „Arm durch Arbeit“ hat sich Markus Breitscheidel ein Jahr lang durch das Dickicht der Leiharbeitsfirmen geschlagen. Und dabei Erfahrungen gemacht, die ihn als Menschen verändert haben. (http://www.rp-online.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::408630&hxmain_category=::pjsub::opinio::/home)

 Growing Unequal? : Income Distribution and Poverty in OECD Countries Summary in German - Mehr Ungleichheit trotz Wachstum? Einkommensverteilung und Armut in OECD-Ländern Zusammenfassung in Deutsch 9 Seiten (http://www.oecd.org/dataoecd/45/26/41525363.pdf)

 Alexander Engels zu einem neuerlichen Hartz-IV-Problem-Fall - Geldabhängig - Die Tücken der Hartz-IV-Gesetze treten immer in Einzelfällen hervor. Das zeigt sich nun am Beispiel von Marion Kuhnert. Ihre Tochter erhält Bafög, um sich im Studentenleben über Wasser zu halten, und in der Folge verliert die Mutter ihre Wohnung.... (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11339356/61939/Geldabhaengig_Alexander_Engels_zu_einem_neuerlichen_Hartz_IV.html)

 Viele Kinder können sich das Schulessen nicht leisten Schüler aus ärmeren Familien haben oft zu wenig Geld für die gemeinsame Mahlzeit. (http://www.3sat.de/nano/cstuecke/127308/index.html)

 "Ich weiß, dass Kinder gerne hier essen würden, es sich aber nicht leisten können und anderen Kindern während der Mahlzeit über die Schulter gucken" (http://www.3sat.de/mediathek/?obj=9998)

Studie - Kein warmes Essen bei Hartz IV (http://www.morgenpost.de/brandenburg/article979690/Kein_warmes_Essen_bei_Hartz_IV.html)


Ungeachtet dieser Fehlentwicklungen wird in vielen Medien, mit euphorischen Meldungen „Zahl der Arbeitslosen bleibt unter drei Millionen“ verkündet und bejubelt.

Bei genauer und objektiver Betrachtung vertieft sich die Vermutung und das Gefühl das die Reformen am Arbeitsmarkt das entstehen der Niedriglohnsektoren, Praktika, 1 Euro Jobs, Bürgerarbeit sowie die Schaffung prekärer Arbeitsverhältnisse und Working Poor die Ursachen der aktuellen Finanz – und Wirtschaftskrise sind. Autos kaufen keine Autos und vielen Verbrauchern fehlt das Geld, weil sie im Niedriglohnsektor beschäftigt sind oder ALG II als Grundsicherung beziehen.

Warum wird die Entstehung von prekären Arbeitsverhältnissen – 1 Euro Jobs die Beschäftigung in Bürgerarbeit und als Pflegeassident/in, multimedial im Gleichklang der meisten Medien als enormer Abbau der Arbeitslosigkeit bejubelt, wobei jede kritische Betrachtung der steigenden Armut (1 Millionen Tafelbedürftige in 2008 – siehe unten) ohne nennenswerte Beachtung bleibt?

Ich fürchte, weil die Last/Kosten der Arbeitslosigkeit solidarisch alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen mussten, die Last der Armut im Niedrigstlohnbereich die Einzelnen ganz alleine. Deshalb werde auch ich weiterhin Monat für Monat eine Analyse der multimedial verkündeten Zahlen der BA erstellen.

Was heißt würdige Arbeit?

Ich sage unwürdig ist, wenn Personen die Vollzeit arbeiten sich von ihrem Lohn weder ausreichend Brot noch ausreichend Kuchen kaufen können.

Das heißt, wenn diese Personen kein Brot haben, können diese Personen auch keinen Kuchen essen, sondern sie sind auf steuerfinanziertes ALG II angewiesen dass sie nur nach einer Offenlegung ihrer intimsten partnerschaftlichen Verhältnisse und einer akribischen und für viele sehr peinlichen Bedürftigkeitsprüfung beanspruchen dürfen. Dass ist nach meinem Verständnis mehr als unwürdig.

Vor allem stellt sich die Frage woher leiten Unternehmen die Arbeitnehmer mit Anspruch auf steuerfinanziertes ALG II beschäftigen denn Anspruch ab, dass die Solidargemeinschaft der Steuerzahler und nicht die Arbeitgeber den Lohn der von ihnen Beschäftigten Arbeitnehmer bis zur Grundsicherung aufstockt ?


Analyse des BA Berichts November 2008:

Erstellt von Sybilla am 27.11.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Entwicklung der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit

Offizielle ermittelte BA - Zahlen des Arbeitsmarkt – Bericht Oktober 2008 diese von vielen Medien ohne Detailbetrachtung verkündet werden.

LEISTUNGSEMPFÄNGER 2) BA Bericht November 2008 Seite 45

LEISTUNGSEMPFÄNGER
- Arbeitslosengeld  807.556*
- erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.778.782 *
- nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.812.973 *
*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

* 7.399.311 Leistungsberechtigte
+ Kinder von ALG II Leistungsbeziehern (Aufstocker) im Leistungsbezug des Kinderzuschlags.
Kinderzuschlag - Der Kinderzuschlag wird Eltern gewährt, die zwar ihren eigenen Bedarf durch Erwerbseinkommen bestreiten können, aber nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um den Bedarf ihrer Kinder zu decken. Eltern mit geringem Einkommen haben Anspruch auf Kinderzuschlag von bis zu 140 Euro monatlich. (http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/service,did=41054.html)

Zitat
Integrierte Auswertungen zu Leistungsbezug und Arbeitslosigkeit können erst nach einer Wartezeit von drei Monaten vorgenommen werden und liegen aktuell für den Juli 2008 vor.20 Danach waren von 5.792.000 Leistungsempfängern 2.776.000 oder 48 Prozent in der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung für Arbeitsuchende arbeitslos gemeldet. 3.016.000 Personen oder 52 Prozent bekamen Leistungen, ohne arbeitslos zu sein. Die Gründe dafür können sein: vorübergehende Arbeitsunfähigkeit, die Teilnahme an Maßnahmen der Arbeitsförderung, die Inanspruchnahme der vorruhestandsähnlichen
Regelung des § 428 SGB III ggf. in Verbindung mit dem § 65 SGB II, die Ausübung
einer Erwerbstätigkeit von mehr als 15 Wochenstunden oder eine zulässige Einschränkung
der Verfügbarkeit insbesondere wegen § 10 SGB II (z. B. Kindererziehung und Schulbesuch).

BA Bericht November 2008 Seite 17  ([url]http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200811.pdf[/url])




Abbildung 14 Seite 21 BA Bericht November 2008
Bedarfsgemeinschaften 3.447.000
hilfebedürftige Personen 6.592.000

Quelle: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200809.pdf

Zitat
Pressemitteilung Nr. 288 vom 11.08.2008  - Sozialhilfeausgaben 2007: Anstieg auf netto 18,8 Milliarden Euro ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/08/PD08__288__221,templateId=renderPrint.psml[/url])
Die Nettoausgaben für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung lagen im Jahr 2007 bei 3,5 Milliarden Euro; dies entspricht 18% der Sozialhilfeausgaben insgesamt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben für diese Hilfeart damit um 12,7% gestiegen.



In dieser Zahl sind nicht (ca. 1,1 Millionen 2006) Personen enthalten die Sozialhilfe nach SGB XII beziehen.

Pressemitteilung Nr. 462 vom 16.11.2007
Sozialhilfe 2006: 1,1 Mill. Menschen erhielten besondere Leistungen (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2007/11/PD07__462__221,templateId=renderPrint.psml)

Laut BA Statistik werden im November 2008 2.988.444 Personen als arbeitslos gezählt.
Somit wurde in der Statistik (unter 3 Millionen statistisch erfasste Arbeitslose) die Vorgabe der Politik für 2008 abermals erreicht. Der Plan am Arbeitsmarkt ist übererfüllt.


Im Monat November 08 befanden sich 1,62 Millionen Personen (Oktober 1,57 Millionen) (September 1,51 Millionen) in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. (Seite 6 BA Bericht November 2008)


Ein Blick auf die Graphiken VI. Arbeitsmarkt Gesamtübersicht Seite 44 BA Bericht September zeigt ganz deutlich das die Zahl der Bevölkerung zwischen 15 und unter 65 Jahren
erheblich abgesunken ist. Das bedingt auch einen Rückgang der Arbeitslosigkeit.



Verlässliche Aussagen zu 1 Euro Arbeitsgelegenheiten und arbeitsmarktpolitische Instrumente sind aufgrund einer erheblichen Unterfassung der Daten nicht möglich.

BA Bericht November 2008 Seite 69 Fußnote 3
3) Es ist von einer deutlichen Untererfassung (bei Berufsorientierung bis einschl. Sept. 2007) auszugehen, da nur die Informationen darstellbar sind, deren Daten individuell teilnahmebezogen im operativen Verfahren der BA erfasst sind oder von zkT über XS
(z. B. haben für 2008 [Datenstand September 2008] nur ca. 67 % der Träger Daten zum Einsatz der flankierenden Leistungen erfasst).

 
Leider gibt es keine statistischen Zahlen wie viele Personen in kommunalen Projekten, die ich als „Bürgerarbeit“ bezeichne, beschäftigt werden. Diese Projekte und Personen verbergen sich vielfach in der statistischen Untererfassung der Arbeitslosigkeit.

Entwicklung am Stellenmarkt

Bestand - BA Bericht November 2008  Seite 10

Bestand
alle Stellen 539.000  -38.000 (November 2007 577.000 )
darunter: Vakanzen 489.000  -30.000
ungeförderte Stellen 368.000  -30.000
darunter: Vakanzen 326.000  -24.000
ungeförderte sozialversicherungspflichtige Stellen1) 337.000  -22.000
darunter: Vakanzen 299.000  -17.000



Quelle: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200810.pdf


2008:

Oktober 571.000 (Oktober 2007 608. 500)
September 585.000 (September 2007) 629.100
August 586.000 (August 2007 647.500)
Juli 588.000
Juni 596.000
Mai 579.000
April 592.000
März 588.000
Februar 565.000
Januar 528.000

2007:

Dezember 545.600
 
 Natürlich ergibt sich unter Einbeziehung aller Jobangebote aller Jobbörsen eine höhere Zahl an offenen Stellen, allerdings gibt es den nicht unerheblichen Effekt der Doppelung ( 1 freier Arbeitsplatz wird in mehren Jobstellen ausgeschrieben. Deshalb denke ich das die Zahl der offenen ungeförderten sozialversicherungspflichtigen Stellen näher bei 350.000 als erheblich höher liegt. Wer von 1 Million offener Stellen spricht, hat meines Erachtens den Bezug zur Realität komplett verloren.


Mit Befremden nehme ich zur Kenntnis, dass viele Medien der Versuchung nicht widerstehen und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder seit Frau Merkels Geburt verkünden. (Dabei werden völlig unterschiedliche Statistiken verglichen – so gab es vor 16 Jahren keine „Bürgerarbeit“ keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von Bedürftigkeit als das Arbeitslosengeld II.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am Arbeitsmarkt mit existenzsichernden Arbeitsplätzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch Arbeitsplätze mit ergänzenden ALG II 1 € Jobs und Bürgerarbeit durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen "Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt. Entgegen der guten Nachricht vom Sinken der Arbeitslosigkeit stehen die schlechte Nachricht von wachsender Armut der Erwerbstätigen im Niedrigstlohnbereich Bürgerarbeit und Ein Euro Jobs und wachsende Kinderarmut.

Ja die statistisch erfasste Arbeitslosigkeit sinkt die Massenarmut steigt, ich denke dass eine Vollbeschäftigung aufgrund von Ein Euro Jobs und Niedrigstlohnjobs in Massenarmut mittelfristig erreichbar ist.



Erstellt von Sybilla am 27.11.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

Der enorme Abbau der Arbeitslosigkeit geht mit einem enormen Anstieg von Armut in Arbeit im Gleichschritt, das hat meines Erachtens folgende Gründe.

Knapp die Hälfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert

Zitat
Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MPI) Von den 2007 durchschnittlich 6,348 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld I (Alg I) und Arbeitslosengeld II (Alg II) sind laut Bundesregierung 3,135 Millionen (49 Prozent) nicht in der Arbeitslosenstatistik registriert. Dagegen seien insgesamt 3,213 Millionen (51 Prozent) arbeitslos gemeldet gewesen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16/8458) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8131). Außer den Leistungsempfängern habe es noch 686.000 Arbeitslose gegeben, die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen hätten 82 Prozent Leistungen erhalten. Von den durchschnittlich 1,092 Millionen Alg-I-Empfängern im Jahr 2007 seien 26 Prozent nicht in der Arbeitslosenstatistik aufgetaucht, schreibt die Regierung. 225.000 der Alg-I-Bezieher fielen unter die so genannte 58er-Regel, 25.000 der nicht als arbeitslos geführten Personen hätten an einer Trainingsmaßnahme teilgenommen, 26.000 seien arbeitsunfähig erkrankt und 16.000 seien vermindert leistungsfähig gewesen. Kriterien für die Aufnahme in die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit seien die Arbeitslosmeldung, die Beschäftigungslosigkeit und die Verfügbarkeit. Danach würden etwa Personen, die arbeitsunfähig erkrankt oder dauerhaft erwerbsgemindert sind, nicht als arbeitslos gezählt, "weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen". Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren von den im Jahr 2007 durchschnittlich 5,329 Millionen Alg II-Empfängern 2,473 Millionen (46 Prozent) als arbeitslos registriert und 2,856 Millionen (54 Prozent) nicht als arbeitslos registriert. Eine Zuordnung zu bestimmten Gruppen sei bisher statistisch nur annäherungsweise möglich. Zur Gruppe der erwerbstätigen Hilfebedürftigen ("Aufstocker") mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro zählten demnach 524.000 Personen. Der Gruppe der "Ein-Euro-Jobber" und Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen wurden demnach 418.000 der als nicht arbeitslos registrierten Alg-II-Bezieher zugeordnet. Ferner seien 484.000 unter-20-jährige und 312.000 über-58-jährige Alg-II-Empfänger statistisch nicht als arbeitslos geführt worden.

[url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html[/url] ([url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html[/url])



Der enorme Abbau der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit wurde vor allem durch folgende Maßnahmen erreicht.
 
- Genration Praktikum
- 1 Euro Jobs
- Bürgerarbeit
- Pflegassitenten/Pfleghelfer
- Jobs mit Ergänzenden ALG II

Zitat
Pressemitteilung Nr. 340 vom 09.09.2008  -Neue Beschäftigungsformen prägen Arbeitsmarktentwicklung  ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/09/PD08__340__132,templateId=renderPrint.psml[/url])

WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute im Rahmen eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main mitteilte, hat die Zunahme neuer Beschäftigungsformen die Beschäftigungsentwicklung der vergangenen zehn Jahre in Deutschland maßgeblich geprägt. Zu diesen neuen oder häufig auch als atypisch bezeichneten Beschäftigungsformen gehören befristete oder geringfügige Beschäftigung, Teilzeitarbeit sowie Zeitarbeit. Während die Zahl der Erwerbstätigen in sogenannten Normalarbeitsverhältnissen von 1997 bis 2007 um 1,5 Millionen gesunken ist, stieg die Anzahl der Personen in neuen oder atypischen Beschäftigungsformen in diesem Zeitraum um 2,6 Millionen an. Insgesamt ergibt sich für alle abhängig Beschäftigten eine Zunahme um 1,1 Millionen.

Wie Wolfgang Strohm, Leiter der Abteilung „Gesamtrechnungen, Arbeitsmarkt“ des Statistischen Bundesamtes, weiter mitteilte, ist trotz dieser Entwicklung das Normalarbeitsverhältnis nach wie vor die dominierende Form abhängiger Beschäftigung. Knapp drei Viertel (22,5 Millionen) der 30,2 Millionen abhängig Beschäftigten im Alter von 15 bis 64 Jahren, die nicht in Bildung oder Ausbildung waren, befanden sich 2007 in einem Normalarbeitsverhältnis. Demgegenüber standen 7,7 Millionen Personen in neuen Beschäftigungsformen.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat die Bedeutung des Normalarbeitsverhältnisses abgenommen, wenn auch nicht deutlich. 1997 betrug der Anteil der Personen in einem Normalarbeitsverhältnis an allen abhängig Beschäftigten noch 82,5%. Der Anteil hat sich seither um acht Prozentpunkte verringert (2007: 74,5%). Entsprechend stieg der Anteil der neuen Beschäftigungsformen von 17,5% auf 25,5%....



Armut

Hartz IV: Trauriger Rekord bei den Tafeln - Die Tafeln vermuten einen traurigen Rekord: Bis Ende des Jahres werden rund eine Million Menschen die Tafeln besucht haben.  (http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/tafeln762306.php)


 3. Armutsbericht vom 19. Mai 2008 (415 Seiten - 1,53 MB pdf.datei) (http://www.bmas.de/coremedia/generator/26742/property=pdf/dritter__armuts__und__reichtumsbericht.pdf)

Zitat
Tafeln brauchen mehr Lebensmittelspenden

Es gibt immer mehr Bedürftige für Lebensmittelspenden. Die wachsende Armut in Deutschland bringt die Tafeln zunehmend in Bedrängnis. Diesen Trend bestätigte die Sprecherin des Bundesverbandes Deutsche Tafel, Anke Assig. Vor allem in ländlichen Regionen und strukturschwachen Gebieten werde es zunehmend schwierig, Spenden für die Tafeln zu generieren, sagte sie. Bundesweit versorgen die Einrichtungen rund 800 000 Menschen.
[url]http://newsticker.welt.de/index.php?channel=ham&module=dpa&id=18397734[/url]



Erstellt von Sybilla am 27.11.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 07. Januar 2009, 12:13:58
Arbeitsmarkt Dezember 2008:

BA: verkündet Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember 08 wurden laut BA Bericht Dezember 08 (Seite 62)  3.102.085 Personen als arbeitslos gezählt. Im Monat Dezember befanden sich 1,64 Millionen Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. (Seite 7 BA Bericht Dezember 2008)

Scholz greift in die Trickkiste der Statistik (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/441/449171/text/)

----------------------------------------------------------------

Enthüllungsbuch über Leben mit Hartz IV - Mit Lizenz zur Ausbeutung (http://www.sueddeutsche.de/politik/2/314896/text/)

 In der ARD-Undercover-Reportage „Arm durch Arbeit“ hat sich Markus Breitscheidel ein Jahr lang durch das Dickicht der Leiharbeitsfirmen geschlagen. Und dabei Erfahrungen gemacht, die ihn als Menschen verändert haben. (http://www.rp-online.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::408630&hxmain_category=::pjsub::opinio::/home)

 Growing Unequal? : Income Distribution and Poverty in OECD Countries Summary in German - Mehr Ungleichheit trotz Wachstum? Einkommensverteilung und Armut in OECD-Ländern Zusammenfassung in Deutsch 9 Seiten (http://www.oecd.org/dataoecd/45/26/41525363.pdf)

 Alexander Engels zu einem neuerlichen Hartz-IV-Problem-Fall - Geldabhängig - Die Tücken der Hartz-IV-Gesetze treten immer in Einzelfällen hervor. Das zeigt sich nun am Beispiel von Marion Kuhnert. Ihre Tochter erhält Bafög, um sich im Studentenleben über Wasser zu halten, und in der Folge verliert die Mutter ihre Wohnung.... (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11339356/61939/Geldabhaengig_Alexander_Engels_zu_einem_neuerlichen_Hartz_IV.html)

 Viele Kinder können sich das Schulessen nicht leisten Schüler aus ärmeren Familien haben oft zu wenig Geld für die gemeinsame Mahlzeit. (http://www.3sat.de/nano/cstuecke/127308/index.html)

 "Ich weiß, dass Kinder gerne hier essen würden, es sich aber nicht leisten können und anderen Kindern während der Mahlzeit über die Schulter gucken" (http://www.3sat.de/mediathek/?obj=9998)

Studie - Kein warmes Essen bei Hartz IV (http://www.morgenpost.de/brandenburg/article979690/Kein_warmes_Essen_bei_Hartz_IV.html)


Ungeachtet dieser offensichtlichen Fehlentwicklungen wird in vielen Medien, mit euphorischen Meldungen die Entwicklung am Arbeitsmarkt verkündet und bejubelt.
Frau Merkel kokettierte zuletzt in der Neujahransprache mit den Beschäftigungszahlen.
Das die Zahl der Beschäftigten vor allem im Niedrigstlohnsektor steigt der mit ergänzenden ALG II subventioniert wird wurde dabei, wie auch in den meisten Medienmeldungen vom enormen Abbau der Arbeitslosigkeit, nicht erwähnt. (Neue Studie - Zahl der Hartz-IV-Aufstocker gestiegen)  (http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/507146/Zahl-der-Hartz-IV-Aufstocker-gestiegen.html)


Bei genauer und objektiver Betrachtung vertieft sich die Vermutung und das Gefühl das die Reformen am Arbeitsmarkt das entstehen der Niedriglohnsektoren, Praktika, 1 Euro Jobs, Bürgerarbeit sowie die Schaffung prekärer Arbeitsverhältnisse und Working Poor die Ursachen der aktuellen Finanz – und Wirtschaftskrise sind. Autos kaufen keine Autos und vielen Verbrauchern fehlt das Geld, weil sie im Niedriglohnsektor beschäftigt sind oder ALG II als Grundsicherung beziehen.

Warum wird die Entstehung von prekären Arbeitsverhältnissen – 1 Euro Jobs die Beschäftigung in Bürgerarbeit und als Pflegeassident/in, multimedial im Gleichklang der meisten Medien als enormer Abbau der Arbeitslosigkeit bejubelt, wobei jede kritische Betrachtung der steigenden Armut (1 Millionen Tafelbedürftige in 2008 – siehe unten) ohne nennenswerte Beachtung bleibt?

Ich fürchte, weil die Last/Kosten der Arbeitslosigkeit solidarisch alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen mussten, die Last der Armut im Niedrigstlohnbereich die Einzelnen ganz alleine. Deshalb werde auch ich weiterhin Monat für Monat eine Analyse der multimedial verkündeten Zahlen der BA erstellen.

Was heißt würdige Arbeit?

Ich sage unwürdig ist, wenn Personen die Vollzeit arbeiten sich von ihrem Lohn weder ausreichend Brot noch ausreichend Kuchen kaufen können.

Das heißt, wenn diese Personen kein Brot haben, können diese Personen auch keinen Kuchen essen, sondern sie sind auf steuerfinanziertes ALG II angewiesen dass sie nur nach einer Offenlegung ihrer intimsten partnerschaftlichen Verhältnisse und einer akribischen und für viele sehr peinlichen Bedürftigkeitsprüfung beanspruchen dürfen. Dass ist nach meinem Verständnis mehr als unwürdig.

Vor allem stellt sich die Frage woher leiten Unternehmen die Arbeitnehmer mit Anspruch auf steuerfinanziertes ALG II beschäftigen denn Anspruch ab, dass die Solidargemeinschaft der Steuerzahler und nicht die Arbeitgeber den Lohn der von ihnen Beschäftigten Arbeitnehmer bis zur Grundsicherung aufstockt ?


Analyse des BA Berichts Dezember 2008:

Erstellt von Sybilla am 07.01.09 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Entwicklung der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit

Offizielle ermittelte BA - Zahlen des Arbeitsmarkt – Bericht Dezember 2008 diese von vielen Medien ohne Detailbetrachtung verkündet werden.

LEISTUNGSEMPFÄNGER 2) BA Bericht Dezember 2008 Seite 62

LEISTUNGSEMPFÄNGER
- Arbeitslosengeld  904.612*
- erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.771.367*
- nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.800.779*
*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

* 7.476.758 Leistungsempfänger
+ 414.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. (BA Bericht Dezember 2008 Seite 30)
+ Kinder von ALG II Leistungsbeziehern (Aufstocker) im Leistungsbezug des Kinderzuschlags.
Kinderzuschlag - Der Kinderzuschlag wird Eltern gewährt, die zwar ihren eigenen Bedarf durch Erwerbseinkommen bestreiten können, aber nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um den Bedarf ihrer Kinder zu decken. Eltern mit geringem Einkommen haben Anspruch auf Kinderzuschlag von bis zu 140 Euro monatlich. (http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/service,did=41054.html)

Zum Vergleich

Im Dezember 2004 vor der Arbeitsmarktreform Hartz IV wurden von der BA  4.464.230 Personen als arbeitslos gemeldet. 1.377.822 Personen befanden sich in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. Im Dezember 2004 wurden von der BA 4.321.000 Leistungsempfänger gezählt.



Zitat
Danach waren von 5.737.000 Leistungsempfängern 2.782.000 oder 48 Prozent in der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung für Arbeitsuchende arbeitslos gemeldet. 2.955.000 Personen oder 52 Prozent bekamen Leistungen, ohne arbeitslos zu sein. Die Gründe dafür können sein: vorübergehende Arbeitsunfähigkeit, die Teilnahme an Maßnahmen der Arbeitsförderung, die Inanspruchnahme der vorruhestandsähnlichen Regelung des § 428 SGB III ggf. in Verbindung mit dem § 65 SGB II, die Ausübung einer Erwerbstätigkeit von mehr als 15 Wochenstunden oder eine zulässige Einschränkung
der Verfügbarkeit insbesondere wegen § 10 SGB II (z. B. Kindererziehung und Schulbesuch) […] 414.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen erhielten 87 Prozent Leistungen

BA Bericht Dezember 2008 Seite 30  ([url]http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200812.pdf[/url])




Zitat
Pressemitteilung Nr. 288 vom 11.08.2008  - Sozialhilfeausgaben 2007: Anstieg auf netto 18,8 Milliarden Euro ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/08/PD08__288__221,templateId=renderPrint.psml[/url])
Die Nettoausgaben für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung lagen im Jahr 2007 bei 3,5 Milliarden Euro; dies entspricht 18% der Sozialhilfeausgaben insgesamt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben für diese Hilfeart damit um 12,7% gestiegen.



In dieser Zahl sind nicht (ca. 1,1 Millionen 2006) Personen enthalten die Sozialhilfe nach SGB XII beziehen.

Pressemitteilung Nr. 462 vom 16.11.2007
Sozialhilfe 2006: 1,1 Mill. Menschen erhielten besondere Leistungen (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2007/11/PD07__462__221,templateId=renderPrint.psml)

Laut BA Statistik werden im Dezember 2008 3.102.085 Personen als arbeitslos gezählt.


Im Monat Dezember befanden sich 1,64 Millionen Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. ( November 1,62 Millionen) (Oktober 1,57 Millionen) (September 1,51 Millionen) in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. (Seite 7 BA Bericht Dezember 2008)


Ein Blick auf die Graphiken VI. Arbeitsmarkt Gesamtübersicht Seite 60 BA Bericht Dezember 08 zeigt ganz deutlich das die Zahl der Bevölkerung zwischen 15 und unter 65 Jahren erheblich abgesunken ist. Das bedingt auch einen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Verlässliche Aussagen zu 1 Euro Arbeitsgelegenheiten und arbeitsmarktpolitische Instrumente sind aufgrund einer erheblichen Unterfassung der Daten nicht möglich.

BA Bericht Dezember2008 Seite 90 Fußnote 3
3) Es ist von einer deutlichen Untererfassung (bei Berufsorientierung bis einschl. Sept. 2007) auszugehen, da nur die Informationen darstellbar sind, deren Daten individuell teilnahmebezogen im operativen Verfahren der BA erfasst sind oder von zkT über XS
(z. B. haben für 2008 [Datenstand September 2008] nur ca. 67 % der Träger Daten zum Einsatz der flankierenden Leistungen erfasst).

 
Leider gibt es keine statistischen Zahlen wie viele Personen in kommunalen Projekten, die ich als „Bürgerarbeit“ bezeichne, beschäftigt werden. Diese Projekte und Personen verbergen sich vielfach in der statistischen Untererfassung der Arbeitslosigkeit.

Entwicklung am Stellenmarkt

Bestand - BA Bericht Dezember 2008  Seite 22

Bestand
alle Stellen 568.500  (Dezember 07 545.600 )
darunter: Vakanzen 503.300
ungeförderte Stellen 391.300
darunter: Vakanzen 341.500
ungeförderte sozialversicherungspflichtige Stellen1) 357.700
darunter: Vakanzen 312.600




Quelle: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200812.pdf (http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200812.pdf)


2008:

Dezember 568.500 (November 2007  (545.600)
November  539.000 (November 2007 577.000 )
Oktober 571.000 (Oktober 2007 608. 500)
September 585.000 (September 2007) 629.100
August 586.000 (August 2007 647.500)
Juli 588.000
Juni 596.000
Mai 579.000
April 592.000
März 588.000
Februar 565.000
Januar 528.000

2007:

Dezember 545.600
 
 Natürlich ergibt sich unter Einbeziehung aller Jobangebote aller Jobbörsen eine höhere Zahl an offenen Stellen, allerdings gibt es den nicht unerheblichen Effekt der Doppelung ( 1 freier Arbeitsplatz wird in mehren Jobstellen ausgeschrieben. Deshalb denke ich das die Zahl der offenen ungeförderten sozialversicherungspflichtigen Stellen näher bei 350.000 als erheblich höher liegt. Wer von 1 Million offener Stellen spricht, hat meines Erachtens den Bezug zur Realität komplett verloren.


Mit Befremden nehme ich zur Kenntnis, dass viele Medien der Versuchung nicht widerstehen und einen enormen Abbau der Arbeitslosigkeit verkünden(Dabei werden völlig unterschiedliche Statistiken verglichen – so gab es vor Januar 2005 keine „Bürgerarbeit“ keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von Bedürftigkeit als das Arbeitslosengeld II.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Viele Medien suggerierten mit multimedialen "Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt. Entgegen der guten Nachricht vom Sinken der Arbeitslosigkeit stand die schlechte Nachricht von wachsender Armut der Erwerbstätigen im Niedrigstlohnbereich Bürgerarbeit und Ein Euro Jobs und wachsende Kinderarmut.


Erstellt von Sybilla am 07.01.09 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

Der enorme Abbau der Arbeitslosigkeit geht mit einem enormen Anstieg von Armut in Arbeit im Gleichschritt, das hat meines Erachtens folgende Gründe.

Knapp die Hälfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert

Zitat
Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MPI) Von den 2007 durchschnittlich 6,348 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld I (Alg I) und Arbeitslosengeld II (Alg II) sind laut Bundesregierung 3,135 Millionen (49 Prozent) nicht in der Arbeitslosenstatistik registriert. Dagegen seien insgesamt 3,213 Millionen (51 Prozent) arbeitslos gemeldet gewesen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16/8458) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8131). Außer den Leistungsempfängern habe es noch 686.000 Arbeitslose gegeben, die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen hätten 82 Prozent Leistungen erhalten. Von den durchschnittlich 1,092 Millionen Alg-I-Empfängern im Jahr 2007 seien 26 Prozent nicht in der Arbeitslosenstatistik aufgetaucht, schreibt die Regierung. 225.000 der Alg-I-Bezieher fielen unter die so genannte 58er-Regel, 25.000 der nicht als arbeitslos geführten Personen hätten an einer Trainingsmaßnahme teilgenommen, 26.000 seien arbeitsunfähig erkrankt und 16.000 seien vermindert leistungsfähig gewesen. Kriterien für die Aufnahme in die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit seien die Arbeitslosmeldung, die Beschäftigungslosigkeit und die Verfügbarkeit. Danach würden etwa Personen, die arbeitsunfähig erkrankt oder dauerhaft erwerbsgemindert sind, nicht als arbeitslos gezählt, "weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen". Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren von den im Jahr 2007 durchschnittlich 5,329 Millionen Alg II-Empfängern 2,473 Millionen (46 Prozent) als arbeitslos registriert und 2,856 Millionen (54 Prozent) nicht als arbeitslos registriert. Eine Zuordnung zu bestimmten Gruppen sei bisher statistisch nur annäherungsweise möglich. Zur Gruppe der erwerbstätigen Hilfebedürftigen ("Aufstocker") mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro zählten demnach 524.000 Personen. Der Gruppe der "Ein-Euro-Jobber" und Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen wurden demnach 418.000 der als nicht arbeitslos registrierten Alg-II-Bezieher zugeordnet. Ferner seien 484.000 unter-20-jährige und 312.000 über-58-jährige Alg-II-Empfänger statistisch nicht als arbeitslos geführt worden.

[url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html[/url] ([url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html[/url])



Der enorme Abbau der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit wurde vor allem durch folgende Maßnahmen erreicht.
 
- Genration Praktikum
- 1 Euro Jobs
- Bürgerarbeit
- Pflegassitenten/Pfleghelfer
- Jobs mit Ergänzenden ALG II

Zitat
Pressemitteilung Nr. 340 vom 09.09.2008  -Neue Beschäftigungsformen prägen Arbeitsmarktentwicklung  ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/09/PD08__340__132,templateId=renderPrint.psml[/url])

WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute im Rahmen eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main mitteilte, hat die Zunahme neuer Beschäftigungsformen die Beschäftigungsentwicklung der vergangenen zehn Jahre in Deutschland maßgeblich geprägt. Zu diesen neuen oder häufig auch als atypisch bezeichneten Beschäftigungsformen gehören befristete oder geringfügige Beschäftigung, Teilzeitarbeit sowie Zeitarbeit. Während die Zahl der Erwerbstätigen in sogenannten Normalarbeitsverhältnissen von 1997 bis 2007 um 1,5 Millionen gesunken ist, stieg die Anzahl der Personen in neuen oder atypischen Beschäftigungsformen in diesem Zeitraum um 2,6 Millionen an. Insgesamt ergibt sich für alle abhängig Beschäftigten eine Zunahme um 1,1 Millionen.


Wie Wolfgang Strohm, Leiter der Abteilung „Gesamtrechnungen, Arbeitsmarkt“ des Statistischen Bundesamtes, weiter mitteilte, ist trotz dieser Entwicklung das Normalarbeitsverhältnis nach wie vor die dominierende Form abhängiger Beschäftigung. Knapp drei Viertel (22,5 Millionen) der 30,2 Millionen abhängig Beschäftigten im Alter von 15 bis 64 Jahren, die nicht in Bildung oder Ausbildung waren, befanden sich 2007 in einem Normalarbeitsverhältnis. Demgegenüber standen 7,7 Millionen Personen in neuen Beschäftigungsformen.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat die Bedeutung des Normalarbeitsverhältnisses abgenommen, wenn auch nicht deutlich. 1997 betrug der Anteil der Personen in einem Normalarbeitsverhältnis an allen abhängig Beschäftigten noch 82,5%. Der Anteil hat sich seither um acht Prozentpunkte verringert (2007: 74,5%). Entsprechend stieg der Anteil der neuen Beschäftigungsformen von 17,5% auf 25,5%....



Armut

Hartz IV: Trauriger Rekord bei den Tafeln - Die Tafeln vermuten einen traurigen Rekord: Bis Ende des Jahres werden rund eine Million Menschen die Tafeln besucht haben.  (http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/tafeln762306.php)


 3. Armutsbericht vom 19. Mai 2008 (415 Seiten - 1,53 MB pdf.datei) (http://www.bmas.de/coremedia/generator/26742/property=pdf/dritter__armuts__und__reichtumsbericht.pdf)

Zitat
Tafeln brauchen mehr Lebensmittelspenden

Es gibt immer mehr Bedürftige für Lebensmittelspenden. Die wachsende Armut in Deutschland bringt die Tafeln zunehmend in Bedrängnis. Diesen Trend bestätigte die Sprecherin des Bundesverbandes Deutsche Tafel, Anke Assig. Vor allem in ländlichen Regionen und strukturschwachen Gebieten werde es zunehmend schwierig, Spenden für die Tafeln zu generieren, sagte sie. Bundesweit versorgen die Einrichtungen rund 800 000 Menschen.
[url]http://newsticker.welt.de/index.php?channel=ham&module=dpa&id=18397734[/url] ([url]http://newsticker.welt.de/index.php?channel=ham&module=dpa&id=18397734[/url])



Erstellt von Sybilla am 07.01.09 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sobutai am 07. Januar 2009, 23:52:42
Deine Infos sind wie immer echt Spitze, danke!


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 08. Januar 2009, 00:33:49
Dank an Sylvia, aufschlussreich wie immer!


Diese Aufschlüsselung ist genauso gruselig, besonders der Passus über die Abnahme der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze, die Zunahme der ZA und Mac Jobs, usw. >>


Zitat
Arbeitsmarkt im Dezember: Die Krise ist angekommen


1. Vorbemerkung zur Qualität der Arbeitsmarktzahlen:
Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit für Dezember lassen Zeitphasenvergleiche und damit eine Beurteilung der Entwicklung kaum noch zu, weil immer neue Veränderungen und Manipulationen in der statistischen Basis erfolgt sind.

 So wurde Ende 2006 eine neue Saisonkurzarbeitergeld-Regelung eingeführt, bei der praktisch arbeitslose Bauarbeiter in Schlechtwetterphasen Kurzarbeitergeld in Höhe des sonst üblichen Arbeitslosengeldes enthalten und damit anders als früher nicht mehr als arbeitslos gezählt werden.
 Aufgrund einer anderen Neuregelung in 2007 werden viele der über 58-Jährigen nicht mehr als arbeitslos geführt, obwohl sie noch arbeiten wollen.
 Nach einem weiteren Gesetzentwurf zur Neuregelung von Arbeitsmarktinstrumenten sollen künftig alle Arbeitslosen, die durch private Träger betreut werden, nicht mehr als arbeitslos gezählt werden (im Oktober fielen darunter rund 149.000 Arbeitslose, insgesamt waren es 2008 rund 300.000 Erwerbslose).
 Außerdem hat die Arbeitsverwaltung in 2007 die systematische Überprüfung des Arbeitslosenstatus verschärft, ohne den darauf entfallenden "Rückgang" der amtlich gezählten Arbeitslosigkeit zu benennen.

Die Zahlen vom Dezember 2008 sind also kaum noch mit denen des Vorjahres vergleichbar. Jedenfalls werden nur noch wenig mehr als die Hälfte der Arbeitslosengeldbezieher als arbeitslos registriert.


2. Die Krise ist angekommen
Dennoch kann auch die Bundesregierung nicht mehr verheimlichen: Die Krise ist am Arbeitsmarkt angekommen. Die Zahl der Kurzarbeiter steigt. Die Nachfrage nach Arbeitskräften fällt deutlich. Gegenüber November stieg saisonbereinigt die Arbeitslosigkeit erstmals wieder deutlich an, der Beschäftigungsaufbau brach ab.


Hat die Bundesregierung bisher immer das angebliche Wunder am Arbeitsmarkt auf ihre eigene Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik zurückgeführt, so macht sie jetzt für die Krise am Arbeitsmarkt das Ausland und die globale Wirtschaftskrise verantwortlich.


Im internationalen Vergleich hat Deutschland weiter den höchsten Anteil an Langzeitarbeitslosen und landet in der allgemeinen Arbeitslosigkeit unter 18 alten Industrieländern nur auf dem 14. Platz.



2. Immer mehr Kurzarbeit
Zahlen zur tatsächlichen Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld liegen jeweils erst zwei Monate nach Quartalsende vor und sind daher als Konjunkturindikator vom Arbeitsmarkt wenig geeignet. Doch muß Kurzarbeit vorher angezeigt werden. Die Anzeigen sind deshalb als potenzielle Zugänge in die Kurzarbeit zu interpretieren. Die Entwicklung im November mit 107.000 mehr als im Vormonat und 125.000 mehr als im Vorjahr zeigt einen fast dramatisch zu nennenden Anstieg an. Rechnet man die Anzeigen der saisonal geprägten Bau- und Landwirtschaft heraus und bildet damit den konjunkturell bedingten Arbeitsausfall ab, kommt man auf 87.000 mehr als im Vormonat und 126.000 oder zwölfmal mehr als vor einem Jahr (Abb. 14615). Dazu die Bundesagentur: "Es ist davon auszugehen, dass sich die Zahl der Kurzarbeiter in den nächsten Monaten kräftig erhöhen wird."



weiter: http://www.jjahnke.net/arbeitdez08.html


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Hartzwech am 10. Januar 2009, 21:16:30
Die BA ist unbestrittener Weltmeister in der Manipulation von amtlichen Statisiken.

Jeden Monat dasselbe Ritual, die BA verkündet die neusten Arbeitsmarktdaten.

Die Presse stürzt sich drauf, Politiker harren in erregter Erwartung.

Ergebnis meist:


Ja das ist doch super, die eigenen Entscheidungen haben sich als völlig richtig erwiesen, allen Kritiken zum Trotz.


Aber wer glaubt den Scheiß noch???


Leider noch zu viele.



Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 14. Januar 2009, 08:42:44
Zitat
Rechenkünstler aus Nürnberg
Die Regierung will Hunderttausende Arbeitslose aus der Statistik nehmen.

Diese Zahlenakrobatik schönt die Bilanz und verhöhnt die Betroffenen.
Ein Kommentar von Sibylle Haas (25.11.08)


Die Wirschaftsforscher sind sich einig: Die Arbeitslosigkeit wird im kommenden Jahr steigen. Das ist nicht erstaunlich, denn die Anzahl an Firmen, die wegen schlechter Auftragslage ihre Produktion drosseln, Kurzarbeit beantragen oder Stellen kürzen, wird immer größer. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Arbeitsmarkt.

 

Nun will die Bundesregierung Arbeitslose, die durch private Träger betreut werden, aus der offiziellen Statistik nehmen. Das ist widersprüchlich, denn warum sollten diejenigen, die von der Bundesagentur betreut werden, als offiziell arbeitslos gezählt werden, die anderen aber nicht? Die Idee schönt die Statistik, und die Betroffenen werden verhöhnt. Ihre Situation bleibt schlecht.



Geschönte Statistik
Die Regierung hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, das sie verbissen verfolgt: Vollbeschäftigung. Davon war Deutschland aber trotz der Jubelmeldungen in den vergangenen Monaten weit entfernt. Vollbeschäftigung herrscht bei einer Arbeitslosigkeit von drei bis fünf Prozent. Im Oktober lag die Quote aber noch bei 7,2 Prozent - und da lag die Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Stand seit 16 Jahren.



Berücksichtigt man noch diejenigen, die in staatlichen Programmen stecken - beispielsweise als Ein-Euro-Jobber in Großküchen arbeiten - dann wäre die Arbeitslosigkeit ohnehin deutlich höher. Dass künftig auch Zeitarbeitsfirmen bei den Arbeitsagenturen Kurzarbeitergeld beantragen können und dass das Kurzarbeitergeld auch länger als bisher gezahlt werden kann, ist ein weiteres Stück Zahlenakrobatik: Wer in Programmen der Kurzarbeit steckt, der gilt nicht als arbeitslos - und schönt so die Arbeitsmarktstatistik.



[url]http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/379/449109/text/[/url]
 


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 26. Januar 2009, 00:53:54
Zitat
Wenn der Lohn nicht reicht: Zahl der Aufstocker im Norden wächst


Immer mehr Menschen im Norden können von ihrem Lohn nicht leben.“, so heute der DGB Nord-Vorsitzende Peter Deutschland. Er verwies darauf, dass von 2006 bis 2008 die Zahl der so genannten Aufstocker in allen drei Ländern stark angestiegen sei:


In Schleswig-Holstein um 11.181 auf 45.419 (+32,7 %), in Hamburg um 7.053 auf 31.058 (+29,4%) und in Mecklenburg-Vorpommern um 9.420 auf 52.854 (+21,7%).


  Deutschland: „Es gibt nicht wenige Unternehmen, die gerade deshalb Dumpinglöhne zahlen, weil es die Hartz IV-Zuzahlungen gibt und erzeugen so zusätzlichen Druck auf das gesamte Lohngefüge.


Unser Land ist mittlerweile eines der größten Niedriglohnländer in Europa geworden, was für uns ein Armutszeugnis darstellt. Das verträgt sich nicht mit der immer weiter um sich greifenden Erkenntnis, dass die Binnennachfrage gestärkt werden muss.“


[url]http://www.nord.dgb.de/article.php?article=1028[/url]




  :o


Titel: 1,35 Millionen Erwerbstätige bekommen zusätzlich Hartz IV
Beitrag von: Kater am 26. Januar 2009, 14:08:18
Zitat
1,35 Millionen Erwerbstätige bekommen zusätzlich Hartz IV

Nürnberg (AP) Immer mehr Erwerbstätige beziehen zusätzlich Hartz IV. Zwischen August 2007 und August 2008 stieg ihre Zahl um 87.000 auf 1,35 Millionen, wie das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Montag mitteilte. Demnach arbeiten die meisten der so genannten Aufstocker weniger als 15 Stunden pro Woche. Jeder Fünfte von ihnen ging der Studie zufolge einer Vollzeitbeschäftigung nach.

Einer Ausweitung der Arbeitszeit stünden häufig gesundheitliche Einschränkungen, fehlende Berufsausbildung und mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten entgegen, erklärten die Arbeitsmarktforscher.

Die meisten Aufstocker seien überdurchschnittlich motiviert und wären grundsätzlich bereit, länger zu arbeiten: Von 1.000 befragten Aufstockern hätten rund 60 Prozent angegeben, auch dann gerne arbeiten zu wollen, wenn sie nicht auf den Lohn angewiesen wären. Von allen 19.000 befragten Personen zwischen 15 und 64 Jahren hätten dies nur 40 Prozent gesagt.

Die Aufstocker in Westdeutschland erhielten laut IAB durchschnittlich sieben Euro brutto die Stunde, in Ostdeutschland sechs Euro. Die Mehrheit der ostdeutschen Alleinstehenden und Alleinerziehenden verdiene sogar weniger als fünf Euro.


http://de.news.yahoo.com/1/20090126/tde-1-35-millionen-erwerbsttige-bekommen-3fc80be.html


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 27. Januar 2009, 17:13:24
Fleissige Bienen

Heute befuhr ich eine Landstasse. Es waren Null Grad Celsius. Ein orangefarbener Bauwagen mit Warnleuchten. Daneben 2 ebenfalls orange angezogene Männer mit kleinen Hand-Rasentrimmern. Sie "säbelten" ca. 10-15 cm von dem verbliebenen braungefärbten Gras zwischen Fahrbahn und Feld ab.

Kann mir bitte jemand den garten- oder verkehrstechnischen Sinn erklären, sonst buche ich das unter "sinnlose Arbeiten" um ALGII- Empfänger zu trietzen ab.


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 29. Januar 2009, 14:33:45
Arbeitsmarkt Januar 2009:

Der BA Monatsbericht berichtet von einem unerwartet hohen Anstieg der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit im Januar 09.
Laut BA Bericht wurden im Januar 09 (Seite 47) 3.488.805 Personen von der BA – Statistik als arbeitslos erfasst.

7.702.072 Leistungsempfänger von ALG I, ALG II und Sozialgeld  BA Bericht Januar 2009 Seite 47. (Details weiter unten)

wirtschaftlich bedingte Kurzarbeit § 170 / § 175 im  Dezember 08 waren 402.285 Personen von Kurzarbeit betroffen. Für Januar 2009 stehen im BA Bericht keine aktuellen Zahlen zur Verfügung. (BA Bericht Januar 2009 Tabelle 06a: Anzeigen über Kurzarbeit und Anzahl betroffener Personen Seite 53)

Außer den Leistungsempfängern gab es im September (nachfolgende Monatszahlen liegen noch nicht vor) 404.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat September 08 keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.
(BA Bericht Januar 2009 Seite 18)

Mit Beginn des Jahres 2009 ist eine weitere Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente, das „Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente“, in Kraft getreten. Die statistische Auswertbarkeit
der neuen und neu zugeschnittenen Instrumente wird im Laufe des Jahres 2009 hergestellt werden. Im Monat Januar befanden sich 1,54 Millionen Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. (Seite 26 BA Bericht Januar 2009)

Scholz greift in die Trickkiste der Statistik (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/441/449171/text/)

Ich sehe neben der globalen Finanzkrise die Agenda 2010 Politik als eine der Ursachen für die Wirtschafts – und Arbeitsmarktkrise.

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Bundessozialgericht: Hartz IV ist verfassungswidrig
Zitat
Kassel - Die Hartz-IV-Regelleistungen für Kinder bis 14 Jahren sind nach Ansicht des Bundessozialgerichts (BSG) verfassungswidrig. Die gesetzlichen Regelungen verletzten den im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichheitsgrundsatz, die Menschenwürde und das Sozialstaatsprinzip, erklärte das Gericht. Die obersten Sozialrichter haben daher die entsprechenden Vorschriften im Sozialgesetzbuch II dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt (Aktenzeichen: B 14/11b AS 9/07 und B 14 AS 5/08 R). ([url]http://www.abendblatt.de/daten/2009/01/28/1026936.html[/url])


 (Neue Studie - Zahl der Hartz-IV-Aufstocker gestiegen)  (http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/507146/Zahl-der-Hartz-IV-Aufstocker-gestiegen.html)



Gestiegene Vermögensungleichheit in Deutschland - DIW Wochenbericht 4/2009 (PDF) (http://www.diw.de/documents/publikationen/73/93785/09-4-1.pdf)

Enthüllungsbuch über Leben mit Hartz IV - Mit Lizenz zur Ausbeutung (http://www.sueddeutsche.de/politik/2/314896/text/)

 In der ARD-Undercover-Reportage „Arm durch Arbeit“ hat sich Markus Breitscheidel ein Jahr lang durch das Dickicht der Leiharbeitsfirmen geschlagen. Und dabei Erfahrungen gemacht, die ihn als Menschen verändert haben. (http://www.rp-online.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::408630&hxmain_category=::pjsub::opinio::/home)

 Growing Unequal? : Income Distribution and Poverty in OECD Countries Summary in German - Mehr Ungleichheit trotz Wachstum? Einkommensverteilung und Armut in OECD-Ländern Zusammenfassung in Deutsch 9 Seiten (http://www.oecd.org/dataoecd/45/26/41525363.pdf)

 Alexander Engels zu einem neuerlichen Hartz-IV-Problem-Fall - Geldabhängig - Die Tücken der Hartz-IV-Gesetze treten immer in Einzelfällen hervor. Das zeigt sich nun am Beispiel von Marion Kuhnert. Ihre Tochter erhält Bafög, um sich im Studentenleben über Wasser zu halten, und in der Folge verliert die Mutter ihre Wohnung.... (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11339356/61939/Geldabhaengig_Alexander_Engels_zu_einem_neuerlichen_Hartz_IV.html)

 Viele Kinder können sich das Schulessen nicht leisten Schüler aus ärmeren Familien haben oft zu wenig Geld für die gemeinsame Mahlzeit. (http://www.3sat.de/nano/cstuecke/127308/index.html)

 "Ich weiß, dass Kinder gerne hier essen würden, es sich aber nicht leisten können und anderen Kindern während der Mahlzeit über die Schulter gucken" (http://www.3sat.de/mediathek/?obj=9998)

Studie - Kein warmes Essen bei Hartz IV (http://www.morgenpost.de/brandenburg/article979690/Kein_warmes_Essen_bei_Hartz_IV.html)



Bei genauer  Betrachtung vertieft sich die Vermutung und das Gefühl das die Reformen am Arbeitsmarkt das entstehen der Niedriglohnsektoren, Praktika, 1 Euro Jobs, Bürgerarbeit sowie die Schaffung prekärer Arbeitsverhältnisse und Working Poor die Ursachen der aktuellen Finanz – Wirtschaftskrise ubd Arbeitsmarktkrise sind. Autos kaufen keine Autos und vielen Verbrauchern fehlt das Geld, weil sie im Niedriglohnsektor beschäftigt sind oder ALG II als Grundsicherung beziehen.

Warum wird die Entstehung von prekären Arbeitsverhältnissen – 1 Euro Jobs die Beschäftigung in Bürgerarbeit und als Pflegeassident/in, multimedial im Gleichklang der meisten Medien bejubelt, wobei jede kritische Betrachtung der steigenden Armut (1 Millionen Tafelbedürftige in 2008 – siehe unten) ohne nennenswerte Beachtung bleibt?

Ich fürchte, weil die Last/Kosten der Arbeitslosigkeit solidarisch alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen mussten, die Last der Armut im Niedrigstlohnbereich die Einzelnen ganz alleine. Deshalb werde auch ich weiterhin Monat für Monat eine Analyse der multimedial verkündeten Zahlen der BA erstellen.

Was heißt würdige Arbeit?

Ich sage unwürdig ist, wenn Personen die Vollzeit arbeiten sich von ihrem Lohn weder ausreichend Brot noch ausreichend Kuchen kaufen können.

Das heißt, wenn diese Personen kein Brot haben, können diese Personen auch keinen Kuchen essen, sondern sie sind auf steuerfinanziertes ALG II angewiesen dass sie nur nach einer Offenlegung ihrer intimsten partnerschaftlichen Verhältnisse und einer akribischen und für viele sehr peinlichen Bedürftigkeitsprüfung beanspruchen dürfen. Dass ist nach meinem Verständnis mehr als unwürdig.

Vor allem stellt sich die Frage woher leiten Unternehmen die Arbeitnehmer mit Anspruch auf steuerfinanziertes ALG II beschäftigen denn Anspruch ab, dass die Solidargemeinschaft der Steuerzahler und nicht die Arbeitgeber den Lohn der von ihnen Beschäftigten Arbeitnehmer bis zur Grundsicherung aufstockt ?


Analyse des BA Berichts Januar 2009:

Erstellt von Sybilla am 29.01.09 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Entwicklung der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit

Offizielle ermittelte BA - Zahlen des Arbeitsmarkt – Bericht Januar 2009 diese von vielen Medien ohne Detailbetrachtung verkündet werden.

LEISTUNGSEMPFÄNGER 2) BA Bericht Januar 2009 Seite 47

LEISTUNGSEMPFÄNGER
- Arbeitslosengeld  1.116.671 *
- erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.788.052 *
- nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.797.349 *
*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

* 7.702.072 Leistungsempfänger

+ im  Dezember 08 waren 402.285 Personen von Kurzarbeit betroffen.

+ 404.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat September 08 keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.

+ Kinder von ALG II Leistungsbeziehern im Leistungsbezug des Kinderzuschlags.
Kinderzuschlag - Der Kinderzuschlag wird Eltern gewährt, die zwar ihren eigenen Bedarf durch Erwerbseinkommen bestreiten können, aber nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um den Bedarf ihrer Kinder zu decken. Eltern mit geringem Einkommen haben Anspruch auf Kinderzuschlag von bis zu 140 Euro monatlich. (http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/service,did=41054.html)

Zum Vergleich

Im Januar 2004 vor der Arbeitsmarktreform Hartz IV wurden von der BA 4.597.399Personen als arbeitslos gemeldet. 1.522.873 Personen befanden sich in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. Im  Januar 2004 wurden von der BA nur 4.367.000 Leistungsempfänger gezählt.



Zitat
Integrierte Auswertungen zu Leistungsbezug und Arbeitslosigkeit können erst nach einer Wartezeit von drei Monaten vorgenommen werden
und liegen aktuell für den September 2008 vor. Danach waren von 5.638.000 Leistungsempfängern 2.677.000 oder 47 Prozent in der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung für Arbeitsuchende arbeitslos gemeldet 2.961.000 Personen oder 53 Prozent bekamen Leistungen, ohne arbeitslos zu sein.Die Gründe dafür können sein: vorübergehende Arbeitsunfähigkeit, die Teilnahme an Maßnahmen der Arbeitsförderung, die Inanspruchnahme der vorruhestandsähnlichen Regelung des § 428 SGB III ggf. in Verbindung mit dem § 65 SGB II, die Ausübung einer Erwerbstätigkeit von mehr als 15 Wochenstunden oder eine zulässige Einschränkung
der Verfügbarkeit insbesondere wegen § 10 SGB II (z. B. Kindererziehung und Schulbesuch) […]

BA Bericht Januar 2009 Seite 18  ([url]http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200901.pdf[/url])




Zitat
Pressemitteilung Nr. 288 vom 11.08.2008  - Sozialhilfeausgaben 2007: Anstieg auf netto 18,8 Milliarden Euro ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/08/PD08__288__221,templateId=renderPrint.psml[/url])
Die Nettoausgaben für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung lagen im Jahr 2007 bei 3,5 Milliarden Euro; dies entspricht 18% der Sozialhilfeausgaben insgesamt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben für diese Hilfeart damit um 12,7% gestiegen.



In dieser Zahl sind nicht (ca. 1,1 Millionen 2007) Personen enthalten die Sozialhilfe nach SGB XII beziehen.

 Pressemitteilung Nr.460 vom 02.12.2008
Sozialhilfe 2007: 1,1 Millionen Menschen erhielten besondere Leistungen  (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/12/PD08__460__221,templateId=renderPrint.psml)


Im Monat Januar befanden sich 1,54 Millionen Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. (Dezember 1,64 Millionen) ( November 1,62 Millionen) (Oktober 1,57 Millionen) (September 1,51 Millionen) in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme.


Ein Blick auf die Graphiken VI. Arbeitsmarkt Gesamtübersicht Seite 45 BA Bericht Januar 09 zeigt ganz deutlich das die Zahl der Bevölkerung zwischen 15 und unter 65 Jahren erheblich abgesunken ist. Das bedingt auch einen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Verlässliche Aussagen zu 1 Euro Arbeitsgelegenheiten und arbeitsmarktpolitische Instrumente sind aufgrund einer erheblichen Unterfassung der Daten und Änderungen der Datenerfassung und gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich.

Fußnoten BA Bericht Januar 2009 Seite 74

3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben für 2008 [Datenstand Sept. 2008] nur ca. 67 % der Träger Daten zum Einsatz der flankierenden Leistungen erfasst.
6) Im November 2008 erfolgte eine Umstellung der seit November 2005 über XSozial-BA-SGB II gelieferten Förderdaten auf einen neuen Softwarestand. Daher können Differenzen zu den bereits veröffentlichten Daten auftreten.
7) Zum 01.01.2009 eingeführt mit dem Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente vom 21.Dezember 2008. Statistische Daten liegen noch nicht vor. 
Leider gibt es keine statistischen Zahlen wie viele Personen in kommunalen Projekten, die ich als „Bürgerarbeit“ bezeichne, beschäftigt werden. Diese Projekte und Personen verbergen sich vielfach in der statistischen Untererfassung der Arbeitslosigkeit.

Entwicklung am Stellenmarkt

Bestand - BA Bericht Januar 2009  Seite 10

Bestand

alle Stellen 485.000
darunter: Vakanzen 436.000
ungeförderte Stellen 303.000
darunter: Vakanzen 265.000
ungeförderte sozialversicherungspflichtige Stellen1) 277.000
darunter: Vakanzen 242.

alle Stellen 568.500 Dezember 2008


Quelle: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200901.pdf (http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200901.pdf)

2009:
Januar 485.000 (Januar 2008 528.000)

2008:
Dezember 568.500 (Dezember 2007  (545.600)
November  539.000 (November 2007 577.000 )
Oktober 571.000 (Oktober 2007 608. 500)
September 585.000 (September 2007) 629.100
August 586.000 (August 2007 647.500)
Juli 588.000
Juni 596.000
Mai 579.000
April 592.000
März 588.000
Februar 565.000
Januar 528.000

2007:

Dezember 545.600
 
 Natürlich ergibt sich unter Einbeziehung aller Jobangebote aller Jobbörsen eine höhere Zahl an offenen Stellen, allerdings gibt es den nicht unerheblichen Effekt der Doppelung ( 1 freier Arbeitsplatz wird in mehren Jobstellen ausgeschrieben. Deshalb denke ich das die Zahl der offenen ungeförderten sozialversicherungspflichtigen Stellen näher bei 150.000 als erheblich höher liegt.

Ein Vergleich der Zahl der Arbeitslosen mit Statistiken vor 2005 ist äußerst schwierig – so gab es vor Januar 2005 keine „Bürgerarbeit“ keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von Bedürftigkeit als das Arbeitslosengeld II.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist deshalb meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert.

Knapp die Hälfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert

Zitat
Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MPI) Von den 2007 durchschnittlich 6,348 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld I (Alg I) und Arbeitslosengeld II (Alg II) sind laut Bundesregierung 3,135 Millionen (49 Prozent) nicht in der Arbeitslosenstatistik registriert. Dagegen seien insgesamt 3,213 Millionen (51 Prozent) arbeitslos gemeldet gewesen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16/8458) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8131). Außer den Leistungsempfängern habe es noch 686.000 Arbeitslose gegeben, die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen hätten 82 Prozent Leistungen erhalten. Von den durchschnittlich 1,092 Millionen Alg-I-Empfängern im Jahr 2007 seien 26 Prozent nicht in der Arbeitslosenstatistik aufgetaucht, schreibt die Regierung. 225.000 der Alg-I-Bezieher fielen unter die so genannte 58er-Regel, 25.000 der nicht als arbeitslos geführten Personen hätten an einer Trainingsmaßnahme teilgenommen, 26.000 seien arbeitsunfähig erkrankt und 16.000 seien vermindert leistungsfähig gewesen. Kriterien für die Aufnahme in die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit seien die Arbeitslosmeldung, die Beschäftigungslosigkeit und die Verfügbarkeit. Danach würden etwa Personen, die arbeitsunfähig erkrankt oder dauerhaft erwerbsgemindert sind, nicht als arbeitslos gezählt, "weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen". Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren von den im Jahr 2007 durchschnittlich 5,329 Millionen Alg II-Empfängern 2,473 Millionen (46 Prozent) als arbeitslos registriert und 2,856 Millionen (54 Prozent) nicht als arbeitslos registriert. Eine Zuordnung zu bestimmten Gruppen sei bisher statistisch nur annäherungsweise möglich. Zur Gruppe der erwerbstätigen Hilfebedürftigen ("Aufstocker") mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro zählten demnach 524.000 Personen. Der Gruppe der "Ein-Euro-Jobber" und Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen wurden demnach 418.000 der als nicht arbeitslos registrierten Alg-II-Bezieher zugeordnet. Ferner seien 484.000 unter-20-jährige und 312.000 über-58-jährige Alg-II-Empfänger statistisch nicht als arbeitslos geführt worden.

[url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html[/url] ([url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html[/url])



Der enorme Abbau der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit seit Januar 2005 wurde vor allem durch folgende Maßnahmen erreicht.
 
- Genration Praktikum
- 1 Euro Jobs
- Bürgerarbeit
- Pflegassitenten/Pfleghelfer
- Jobs mit ergänzenden ALG II

Zitat
Pressemitteilung Nr. 340 vom 09.09.2008  -Neue Beschäftigungsformen prägen Arbeitsmarktentwicklung  ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/09/PD08__340__132,templateId=renderPrint.psml[/url])

WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute im Rahmen eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main mitteilte, hat die Zunahme neuer Beschäftigungsformen die Beschäftigungsentwicklung der vergangenen zehn Jahre in Deutschland maßgeblich geprägt. Zu diesen neuen oder häufig auch als atypisch bezeichneten Beschäftigungsformen gehören befristete oder geringfügige Beschäftigung, Teilzeitarbeit sowie Zeitarbeit. Während die Zahl der Erwerbstätigen in sogenannten Normalarbeitsverhältnissen von 1997 bis 2007 um 1,5 Millionen gesunken ist, stieg die Anzahl der Personen in neuen oder atypischen Beschäftigungsformen in diesem Zeitraum um 2,6 Millionen an. Insgesamt ergibt sich für alle abhängig Beschäftigten eine Zunahme um 1,1 Millionen.


Wie Wolfgang Strohm, Leiter der Abteilung „Gesamtrechnungen, Arbeitsmarkt“ des Statistischen Bundesamtes, weiter mitteilte, ist trotz dieser Entwicklung das Normalarbeitsverhältnis nach wie vor die dominierende Form abhängiger Beschäftigung. Knapp drei Viertel (22,5 Millionen) der 30,2 Millionen abhängig Beschäftigten im Alter von 15 bis 64 Jahren, die nicht in Bildung oder Ausbildung waren, befanden sich 2007 in einem Normalarbeitsverhältnis. Demgegenüber standen 7,7 Millionen Personen in neuen Beschäftigungsformen.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat die Bedeutung des Normalarbeitsverhältnisses abgenommen, wenn auch nicht deutlich. 1997 betrug der Anteil der Personen in einem Normalarbeitsverhältnis an allen abhängig Beschäftigten noch 82,5%. Der Anteil hat sich seither um acht Prozentpunkte verringert (2007: 74,5%). Entsprechend stieg der Anteil der neuen Beschäftigungsformen von 17,5% auf 25,5%....



Armut

Hartz IV: Trauriger Rekord bei den Tafeln - Die Tafeln vermuten einen traurigen Rekord: Bis Ende des Jahres werden rund eine Million Menschen die Tafeln besucht haben.  (http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/tafeln762306.php)


 3. Armutsbericht vom 19. Mai 2008 (415 Seiten - 1,53 MB pdf.datei) (http://www.bmas.de/coremedia/generator/26742/property=pdf/dritter__armuts__und__reichtumsbericht.pdf)

Zitat
Tafeln brauchen mehr Lebensmittelspenden

Es gibt immer mehr Bedürftige für Lebensmittelspenden. Die wachsende Armut in Deutschland bringt die Tafeln zunehmend in Bedrängnis. Diesen Trend bestätigte die Sprecherin des Bundesverbandes Deutsche Tafel, Anke Assig. Vor allem in ländlichen Regionen und strukturschwachen Gebieten werde es zunehmend schwierig, Spenden für die Tafeln zu generieren, sagte sie. Bundesweit versorgen die Einrichtungen rund 800 000 Menschen.
[url]http://newsticker.welt.de/index.php?channel=ham&module=dpa&id=18397734[/url] ([url]http://newsticker.welt.de/index.php?channel=ham&module=dpa&id=18397734[/url])



Titel: info-grafik: Warum bleiben "Aufstocker" bedürftig?
Beitrag von: Eivisskat am 04. Februar 2009, 20:01:34
Nachdem neulich das Forschungsinstitut der Agentur für Arbeit IAB die Bedürftigkeit von 'Aufstockern' empirisch untersucht hat und zum nicht sauber belegten Schluss kam, dass diese nur mehr Arbeitszeit zu investieren hätten, um ohne ALG II-Leistungen über die Runden zu kommen, widerlegt diese These einmal mehr brillant Jochen Steffen von der Arbeitnehmerkammer Bremen mit einer sehr klaren Info-Grafik >


http://www.arbeitnehmerkammer.de/sozialpolitik/doku/01_aktuell/info-grafik/2009_01_29%20Aufstocker.pdf



Zitat
.... Über die Hälfte (55,2%) – bei den Singles
sogar 64,7% – der abhängig beschäftigten Aufstocker arbeitet
zwar wöchentlich weniger als 15 Stunden und nur
20,1% (Singles: 12,2%) 35 Stunden oder mehr.


Die Ursachen
für das unter vollschichtige Arbeitsvolumen sind
vielfältig; gesundheitlichen Einschränkungen, geringer
Qualifikation oder fehlender Kinderbetreuung auf der einen
Seite steht vor allem der Angebotsmangel an Vollzeitstellen
auf der anderen Seite gegenüber.


Dennoch: Selbst wenn alle Aufstocker zum jeweils gegebenen
Stundenlohn einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen
könnten, würde die Mehrheit von ihnen dadurch
Hilfebedürftigkeit nicht überwinden.


Der Grund: Die
Löhne der Aufstocker sind (viel) zu gering. Von allen abhängig
bschäftigten »Hartz IV«-Singles erhalten im
Westen fast 70 Prozent und im Osten mehr als 80 Prozent
einen Stundenlohn von unter 7,50 € – so die IABDaten.


Damit aber lässt sich selbst bei Vollzeitbeschäftigung
Hilfebedürftigkeit in aller Regel nicht vermeiden.
Der Bedarf nach SGB II setzt sich im Wesentlichen zusammen
aus der Regelleistung – das sind bei Alleinstehenden
und Alleinerziehenden zur Zeit 351 € monatlich
– sowie den Kosten der Unterkunft (KdU), also Kaltmiete,
Heiz- und Nebenkosten. Ein Single kommt so
gegenwärtig auf einen typisierten »Hartz IV«-Bedarf von
monatlich 668 €.3


Um diesen Bedarf mit dem nach SGB II anrechenbaren
Nettoentgelt decken zu können, muss ein Single derzeit
einen Bruttolohn von mindestens 1.280 € im Monat erzielen.
Hiervon bleiben ihm 948 € Nettoentgelt. Davon
wiederum sind 280 € anrechnungsfrei; dieser Freibetrag
für Erwerbstätige soll zum einen pauschal die Werbungskosten
sowie private Versicherungs- und Vorsorgeaufwendungen
abdecken und zum anderen als finanzieller
Arbeitsanreiz dienen.


– Um mit einer Vollzeitbeschäftigung
Hilfebedürftigkeit zu vermeiden, muss der
Stundenlohn demnach mindestens 7,40 € (40 Stunden-
Woche) bzw. 8,45 € (35 Stunden-Woche) betragen.


Bei Mehrpersonen-Haushalten steigt der Bedarf. Da in diesen
Fällen aber idR auch weitere Transferleistungen hinzu
kommen – bspw. Wohngeld, Kindergeld, Unterhaltsleistungen
oder Kinderzuschlag – variiert die Existenz
sichernde Lohnhöhe beim Alleinverdiener um die genannten
Werte; jedenfalls sinkt sie nicht signifikant.


Die IAB-Untersuchung gibt zweifellos einen Einblick in die....



Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 04. Februar 2009, 20:44:19
Also nehmen wir mal einen "singenden Zauberer" an, der auch als Osterhase, Eierkuchen oder Weihnachtmann auftreten kann.
Leider wird er nur selten engagiert. Mal mehr mal weniger. Die Gagen/Honorare (oder wie auich immer) schwanken stark.
Jedenfalls kriegt er keinen vernünftigen anderen Job. Selbstständig wäre er schnell in der Insolvenz. Also Aufstocker.

Nehmen wir die Lehrerin, die Putzfrau, die Hebamme, die Zeitungsfrau für kostenlose oder gar Regionalblätter auf dem Dorf, oder die
Teilzeitverkäuferin .... bei allen (Ausnahmen bestätigen die Regel!) brauchts zusätzliches Geld. Also Aufstocker.

Bitte, verachtenswerte Verallgemeinerer der Medien und Statistikfälscher der Macht, schweigt endlich!

Euer Gesülze stimmt mit der Realität nicht bzw. nur in einem sehr geringen Prozentsatz überein.

Ob das einer der Typen liest? Glaube nicht. 


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 26. Februar 2009, 15:18:42
Arbeitsmarkt Februar 2009:

Der BA Monatsbericht berichtet von einem unerwartet hohen Anstieg der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit im Februar 09.
Laut BA Bericht wurden im Februar 09 (Seite 46) 3.551.926 Personen von der BA – Statistik als arbeitslos erfasst. (November 2008 2.988.444 Personen)

7.882.627 Leistungsempfänger von ALG I, ALG II und Sozialgeld  BA Bericht Februar 2009 Seite 46. Das ist ein Anstieg von 180.555 Personen zum Vormonat( Details weiter unten) Im Vergleich zu November 08 im Vergleich der vorläufige Zahlen, einen Anstieg um 483.316 Leistungsempfänger.

Leistungsempfänger November 08 (BA Bericht November 7.399.311 Leistungsberechtigte im BA Bericht Februar 09 auf 7.542.787 Leistungsberechtigte korrigiert)

Zitat
BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker sagte am Donnerstag in Nürnberg, nach Schätzungen seien 620.000 bis 670.000 Anzeigen für Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen zu erwarten. Das wären doppelt so viele wie im Januar. ([url]http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE51P08Z20090226[/url])


Außer den Leistungsempfängern gab es im Oktober (nachfolgende Monatszahlen liegen noch nicht vor) noch 401.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen erhielten 87 Prozent Leistungen. (BA Bericht Februar 2009 Seite 18)

Mit Beginn des Jahres 2009 ist eine weitere Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente, das „Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente“, in Kraft getreten. Die statistische Auswertbarkeit
der neuen und neu zugeschnittenen Instrumente wird im Laufe des Jahres 2009 hergestellt werden. Im Monat Februar befanden sich 1,55 Mio Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. (Seite 25 BA Bericht Januar 2009)

 Scholz greift in die Trickkiste der Statistik (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/441/449171/text/)

Ich sehe neben der globalen Finanzkrise die Agenda 2010 Politik als eine der Ursachen für die sich verschärfende Arbeitsmarktkrise.

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Bundessozialgericht: Hartz IV ist verfassungswidrig.
Zitat
Kassel - Die Hartz-IV-Regelleistungen für Kinder bis 14 Jahren sind nach Ansicht des Bundessozialgerichts (BSG) verfassungswidrig. Die gesetzlichen Regelungen verletzten den im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichheitsgrundsatz, die Menschenwürde und das Sozialstaatsprinzip, erklärte das Gericht. Die obersten Sozialrichter haben daher die entsprechenden Vorschriften im Sozialgesetzbuch II dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt (Aktenzeichen: B 14/11b AS 9/07 und B 14 AS 5/08 R). ([url]http://www.abendblatt.de/daten/2009/01/28/1026936.html[/url])


 Arbeit zum Dumpinglohn sittenwidrig. (http://www.derwesten.de/nachrichten/wr/2009/2/24/news-112624511/detail.html)


 (Neue Studie - Zahl der Hartz-IV-Aufstocker gestiegen)  (http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/507146/Zahl-der-Hartz-IV-Aufstocker-gestiegen.html)



Gestiegene Vermögensungleichheit in Deutschland - DIW Wochenbericht 4/2009 (PDF) (http://www.diw.de/documents/publikationen/73/93785/09-4-1.pdf)

Enthüllungsbuch über Leben mit Hartz IV - Mit Lizenz zur Ausbeutung (http://www.sueddeutsche.de/politik/2/314896/text/)

 In der ARD-Undercover-Reportage „Arm durch Arbeit“ hat sich Markus Breitscheidel ein Jahr lang durch das Dickicht der Leiharbeitsfirmen geschlagen. Und dabei Erfahrungen gemacht, die ihn als Menschen verändert haben. (http://www.rp-online.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::408630&hxmain_category=::pjsub::opinio::/home)

 Growing Unequal? : Income Distribution and Poverty in OECD Countries Summary in German - Mehr Ungleichheit trotz Wachstum? Einkommensverteilung und Armut in OECD-Ländern Zusammenfassung in Deutsch 9 Seiten (http://www.oecd.org/dataoecd/45/26/41525363.pdf)

 Alexander Engels zu einem neuerlichen Hartz-IV-Problem-Fall - Geldabhängig - Die Tücken der Hartz-IV-Gesetze treten immer in Einzelfällen hervor. Das zeigt sich nun am Beispiel von Marion Kuhnert. Ihre Tochter erhält Bafög, um sich im Studentenleben über Wasser zu halten, und in der Folge verliert die Mutter ihre Wohnung.... (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11339356/61939/Geldabhaengig_Alexander_Engels_zu_einem_neuerlichen_Hartz_IV.html)

 Viele Kinder können sich das Schulessen nicht leisten Schüler aus ärmeren Familien haben oft zu wenig Geld für die gemeinsame Mahlzeit. (http://www.3sat.de/nano/cstuecke/127308/index.html)

 "Ich weiß, dass Kinder gerne hier essen würden, es sich aber nicht leisten können und anderen Kindern während der Mahlzeit über die Schulter gucken" (http://www.3sat.de/mediathek/?obj=9998)

Studie - Kein warmes Essen bei Hartz IV (http://www.morgenpost.de/brandenburg/article979690/Kein_warmes_Essen_bei_Hartz_IV.html)



Bei genauer  Betrachtung vertieft sich die Vermutung und das Gefühl das die Reformen am Arbeitsmarkt das entstehen der Niedriglohnsektoren, Praktika, 1 Euro Jobs, Bürgerarbeit sowie die Schaffung prekärer Arbeitsverhältnisse und Working Poor die Ursachen der aktuellen Finanz – Wirtschaftskrise ubd Arbeitsmarktkrise sind. Autos kaufen keine Autos und vielen Verbrauchern fehlt das Geld, weil sie im Niedriglohnsektor beschäftigt sind oder ALG II als Grundsicherung beziehen.

Warum wurde die Entstehung von prekären Arbeitsverhältnissen – 1 Euro Jobs die Beschäftigung in Bürgerarbeit und als Pflegeassident/in, multimedial im Gleichklang der meisten Medien bejubelt, wobei jede kritische Betrachtung der steigenden Armut (1 Millionen Tafelbedürftige in 2008 – siehe unten) ohne nennenswerte Beachtung blieb?

Ich fürchte, weil die Last/Kosten der Arbeitslosigkeit solidarisch alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen müssen, die Last der Armut im Niedrigstlohnbereich die Einzelnen ganz alleine.

Was heißt würdige Arbeit?

Ich sage unwürdig ist, wenn Personen die Vollzeit arbeiten sich von ihrem Lohn weder ausreichend Brot noch ausreichend Kuchen kaufen können.

Das heißt, wenn diese Personen kein Brot haben, können diese Personen auch keinen Kuchen essen, sondern sie sind auf steuerfinanziertes ALG II angewiesen dass sie nur nach einer Offenlegung ihrer intimsten partnerschaftlichen Verhältnisse und einer akribischen und für viele sehr peinlichen Bedürftigkeitsprüfung beanspruchen dürfen. Dass ist nach meinem Verständnis mehr als unwürdig.

Vor allem stellt sich die Frage woher leiten Unternehmen die Arbeitnehmer mit Anspruch auf steuerfinanziertes ALG II beschäftigen denn Anspruch ab, dass die Solidargemeinschaft der Steuerzahler und nicht die Arbeitgeber den Lohn der von ihnen Beschäftigten Arbeitnehmer bis zur Grundsicherung aufstockt ?


Analyse des BA Berichts Februar 2009:

Erstellt von Sybilla am 26.02.09 12 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Entwicklung der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit

Offizielle ermittelte BA - Zahlen des Arbeitsmarkt – Bericht Februar 2009

LEISTUNGSEMPFÄNGER 2) BA Bericht Februar 2009 Seite 46

LEISTUNGSEMPFÄNGER
- Arbeitslosengeld 1.231.740 * das sind 115.069 mehr als im Januar 09
- erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II)  4.845.599 *  das sind 57.547 mehr als im Januar 09
- nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.805.288*  das sind 7.939 mehr als im Januar 09
*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

* 7.882.627 Leistungsempfänger   das sind 180.555 mehr als im Januar 09

+  xxx Personen in Kurzarbeit (letzte Zahl Dezember 08 (270.472 Personen Seite 51 BA Bericht Febraur 2009) 

+  xxx Arbeitslose, die im Berichtsmonat, letzte Zahl Oktober 08 (401.000 Personen) keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.

+ Kinder von ALG II Leistungsbeziehern im Leistungsbezug des Kinderzuschlags.
Kinderzuschlag - Der Kinderzuschlag wird Eltern gewährt, die zwar ihren eigenen Bedarf durch Erwerbseinkommen bestreiten können, aber nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um den Bedarf ihrer Kinder zu decken. Eltern mit geringem Einkommen haben Anspruch auf Kinderzuschlag von bis zu 140 Euro monatlich. (http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/service,did=41054.html)


Integrierte Auswertungen zu Leistungsbezug und Arbeitslosigkeit können erst nach einer Wartezeit von drei Monaten vorgenommen werden.
(BA Bericht Februar 2009 Seite 18 ) „Im Oktober 2008 waren von 5.547.000 Leistungsempfängern 2.596.000 oder 47 Prozent in der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung für Arbeitsuchende arbeitslos gemeldet. 2.951.000 Personen oder 53 Prozent bekamen Leistungen, ohne arbeitslos zu sein.“


Zitat
Pressemitteilung Nr. 288 vom 11.08.2008  - Sozialhilfeausgaben 2007: Anstieg auf netto 18,8 Milliarden Euro ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/08/PD08__288__221,templateId=renderPrint.psml[/url])
Die Nettoausgaben für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung lagen im Jahr 2007 bei 3,5 Milliarden Euro; dies entspricht 18% der Sozialhilfeausgaben insgesamt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben für diese Hilfeart damit um 12,7% gestiegen.



In dieser Zahl sind nicht (ca. 1,1 Millionen 2007) Personen enthalten die Sozialhilfe nach SGB XII beziehen.

 Pressemitteilung Nr.460 vom 02.12.2008
Sozialhilfe 2007: 1,1 Millionen Menschen erhielten besondere Leistungen  (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/12/PD08__460__221,templateId=renderPrint.psml)


Im Monat Februar 09 befanden sich 1,55 Millionen Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. (Januar 09 1,54 Millionen)  (Dezember 1,64 Millionen) ( November 1,62 Millionen) (Oktober 1,57 Millionen) (September 1,51 Millionen) in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme.


Ein Blick auf die Graphiken VI. Arbeitsmarkt Gesamtübersicht Seite 44 BA Bericht Februar 09 zeigt ganz deutlich das die Zahl der Bevölkerung zwischen 15 und unter 65 Jahren erheblich abgesunken ist. Das bedingt auch einen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Verlässliche Aussagen zu 1 Euro Arbeitsgelegenheiten und arbeitsmarktpolitische Instrumente sind aufgrund einer erheblichen Unterfassung der Daten und Änderungen der Datenerfassung und gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich.

Fußnoten BA Bericht Februar 2009 Seite 73

3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben für 2008 [Datenstand Dez. 2008] nur ca. 72 % der Träger Daten zum Einsatz der flankierenden Leistungen erfasst.
6) Im November 2008 erfolgte eine Umstellung der seit November 2005 über XSozial-BA-SGB II gelieferten Förderdaten auf einen neuen Softwarestand. Daher können Differenzen zu den bereits veröffentlichten Daten auftreten.
7) Zum 01.01.2009 eingeführt mit dem Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente vom 21.Dezember 2008. Statistische Daten liegen noch nicht vor. 
Leider gibt es keine statistischen Zahlen wie viele Personen in kommunalen Projekten, die ich als „Bürgerarbeit“ bezeichne, beschäftigt werden. Diese Projekte und Personen verbergen sich vielfach in der statistischen Untererfassung der Arbeitslosigkeit.

Entwicklung am Stellenmarkt

Bestand - BA Bericht Februar 2009  Seite 10

Bestand
alle Stellen 506.000
darunter: Vakanzen 435.000
ungeförderte Stellen 319.000
darunter: Vakanzen 265.000
ungeförderte "normale" Stellen1) 291.000
darunter: Vakanzen 241.000


Quelle: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200902.pdf (http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200902.pdf)

2009:
Februar 506.000 (Februar 2008 565.000)
Januar 485.000 (Januar 2008 528.000)

2008:
Dezember 568.500 (Dezember 2007  (545.600)
November  539.000 (November 2007 577.000 )
Oktober 571.000 (Oktober 2007 608. 500)
September 585.000 (September 2007) 629.100
August 586.000 (August 2007 647.500)
Juli 588.000
Juni 596.000
Mai 579.000
April 592.000
März 588.000
Februar 565.000
Januar 528.000

2007:

Dezember 545.600
 
 Natürlich ergibt sich unter Einbeziehung aller Jobangebote aller Jobbörsen eine höhere Zahl an offenen Stellen, allerdings gibt es den nicht unerheblichen Effekt der Doppelung ( 1 freier Arbeitsplatz wird in mehren Jobstellen ausgeschrieben. Deshalb denke ich das die Zahl der offenen ungeförderten sozialversicherungspflichtigen Stellen näher bei 150.000 als erheblich höher liegt.

Ein Vergleich der Zahl der Arbeitslosen mit Statistiken vor 2005 ist äußerst schwierig – so gab es vor Januar 2005 keine „Bürgerarbeit“ keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von Bedürftigkeit als das Arbeitslosengeld II.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist deshalb meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert.

Knapp die Hälfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert

Zitat
Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MPI) Von den 2007 durchschnittlich 6,348 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld I (Alg I) und Arbeitslosengeld II (Alg II) sind laut Bundesregierung 3,135 Millionen (49 Prozent) nicht in der Arbeitslosenstatistik registriert. Dagegen seien insgesamt 3,213 Millionen (51 Prozent) arbeitslos gemeldet gewesen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16/8458) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8131). Außer den Leistungsempfängern habe es noch 686.000 Arbeitslose gegeben, die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen hätten 82 Prozent Leistungen erhalten. Von den durchschnittlich 1,092 Millionen Alg-I-Empfängern im Jahr 2007 seien 26 Prozent nicht in der Arbeitslosenstatistik aufgetaucht, schreibt die Regierung. 225.000 der Alg-I-Bezieher fielen unter die so genannte 58er-Regel, 25.000 der nicht als arbeitslos geführten Personen hätten an einer Trainingsmaßnahme teilgenommen, 26.000 seien arbeitsunfähig erkrankt und 16.000 seien vermindert leistungsfähig gewesen. Kriterien für die Aufnahme in die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit seien die Arbeitslosmeldung, die Beschäftigungslosigkeit und die Verfügbarkeit. Danach würden etwa Personen, die arbeitsunfähig erkrankt oder dauerhaft erwerbsgemindert sind, nicht als arbeitslos gezählt, "weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen". Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren von den im Jahr 2007 durchschnittlich 5,329 Millionen Alg II-Empfängern 2,473 Millionen (46 Prozent) als arbeitslos registriert und 2,856 Millionen (54 Prozent) nicht als arbeitslos registriert. Eine Zuordnung zu bestimmten Gruppen sei bisher statistisch nur annäherungsweise möglich. Zur Gruppe der erwerbstätigen Hilfebedürftigen ("Aufstocker") mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro zählten demnach 524.000 Personen. Der Gruppe der "Ein-Euro-Jobber" und Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen wurden demnach 418.000 der als nicht arbeitslos registrierten Alg-II-Bezieher zugeordnet. Ferner seien 484.000 unter-20-jährige und 312.000 über-58-jährige Alg-II-Empfänger statistisch nicht als arbeitslos geführt worden.

[url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html[/url] ([url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html[/url])



Der enorme Abbau der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit seit Januar 2005 wurde vor allem durch folgende Maßnahmen erreicht.
 
- Genration Praktikum
- 1 Euro Jobs
- Bürgerarbeit
- Pflegassitenten/Pfleghelfer
- Jobs mit ergänzenden ALG II

Zitat
Pressemitteilung Nr. 340 vom 09.09.2008  -Neue Beschäftigungsformen prägen Arbeitsmarktentwicklung  ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/09/PD08__340__132,templateId=renderPrint.psml[/url])

WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute im Rahmen eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main mitteilte, hat die Zunahme neuer Beschäftigungsformen die Beschäftigungsentwicklung der vergangenen zehn Jahre in Deutschland maßgeblich geprägt. Zu diesen neuen oder häufig auch als atypisch bezeichneten Beschäftigungsformen gehören befristete oder geringfügige Beschäftigung, Teilzeitarbeit sowie Zeitarbeit. Während die Zahl der Erwerbstätigen in sogenannten Normalarbeitsverhältnissen von 1997 bis 2007 um 1,5 Millionen gesunken ist, stieg die Anzahl der Personen in neuen oder atypischen Beschäftigungsformen in diesem Zeitraum um 2,6 Millionen an. Insgesamt ergibt sich für alle abhängig Beschäftigten eine Zunahme um 1,1 Millionen.


Wie Wolfgang Strohm, Leiter der Abteilung „Gesamtrechnungen, Arbeitsmarkt“ des Statistischen Bundesamtes, weiter mitteilte, ist trotz dieser Entwicklung das Normalarbeitsverhältnis nach wie vor die dominierende Form abhängiger Beschäftigung. Knapp drei Viertel (22,5 Millionen) der 30,2 Millionen abhängig Beschäftigten im Alter von 15 bis 64 Jahren, die nicht in Bildung oder Ausbildung waren, befanden sich 2007 in einem Normalarbeitsverhältnis. Demgegenüber standen 7,7 Millionen Personen in neuen Beschäftigungsformen.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat die Bedeutung des Normalarbeitsverhältnisses abgenommen, wenn auch nicht deutlich. 1997 betrug der Anteil der Personen in einem Normalarbeitsverhältnis an allen abhängig Beschäftigten noch 82,5%. Der Anteil hat sich seither um acht Prozentpunkte verringert (2007: 74,5%). Entsprechend stieg der Anteil der neuen Beschäftigungsformen von 17,5% auf 25,5%....



Armut

Hartz IV: Trauriger Rekord bei den Tafeln - Die Tafeln vermuten einen traurigen Rekord: Bis Ende des Jahres werden rund eine Million Menschen die Tafeln besucht haben.  (http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/tafeln762306.php)


 3. Armutsbericht vom 19. Mai 2008 (415 Seiten - 1,53 MB pdf.datei) (http://www.bmas.de/coremedia/generator/26742/property=pdf/dritter__armuts__und__reichtumsbericht.pdf)

Zitat
Tafeln brauchen mehr Lebensmittelspenden

Es gibt immer mehr Bedürftige für Lebensmittelspenden. Die wachsende Armut in Deutschland bringt die Tafeln zunehmend in Bedrängnis. Diesen Trend bestätigte die Sprecherin des Bundesverbandes Deutsche Tafel, Anke Assig. Vor allem in ländlichen Regionen und strukturschwachen Gebieten werde es zunehmend schwierig, Spenden für die Tafeln zu generieren, sagte sie. Bundesweit versorgen die Einrichtungen rund 800 000 Menschen.
[url]http://newsticker.welt.de/index.php?channel=ham&module=dpa&id=18397734[/url] ([url]http://newsticker.welt.de/index.php?channel=ham&module=dpa&id=18397734[/url])



Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Troll am 26. Februar 2009, 16:51:29
Zitat
108.000 Selbstständige nahmen im September 2008 ALG II in Anspruch

Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/BOB) Die Zahl der selbstständig erwerbstätigen Bezieher von Arbeitslosengeld II (ALG II) ist seit Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Januar 2005 kontinuierlich gestiegen. Das teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (16/12021) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (16/11830) mit. Seien im Einführungsmonat rund 34.000 Selbstständige (gleich 0,8 Prozent aller ALG-II-Bezieher) registriert worden, die gleichzeitig Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitssuchende bezogen hätten, so habe sich diese Zahl auf 108.000 (2,2 Prozent) im September vorigen Jahres erhöht. Die Regierung weist darauf hin, dass in den Daten alle selbstständig erwerbstätigen ALG-II-Bezieher erfasst seien, unabhängig von der Frage, ob Einkommen aus der selbstständigen Tätigkeit berücksichtig worden sei.

Im Jahr 2007 erhielten selbstständig erwerbstätige und erwerbsfähige Hilfebedürftige im Jahresdurchschnitt 510 Euro aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende, wie es in der Antwort weiter heißt. 190 Euro seien dabei auf kommunale Leistungen wie etwa Mieten entfallen. Bedarfsgemeinschaften, die Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit bezögen, erhielten den Angaben zufolge im Jahresdurchschnitt 845 Euro an Geldleistungen, wovon 358 Euro auf kommunale Leistungen entfielen. Betrachtet seien hierbei alle Personen, bei denen mindestens ein Euro aus der selbstständigen Tätigkeit als Einkommen berücksichtigt worden sei.

Quelle: hib-Meldungen ([url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2009/2009_056/04.html[/url])

Kleine Anfrage 16/11830 (PDF) ([url]http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/118/1611830.pdf[/url])
Antwort der Bundesregierung 16/12021 (PDF) ([url]http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/120/1612021.pdf[/url])


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität - nun auch im STERN
Beitrag von: Strombolli am 26. Februar 2009, 21:03:07
Im STERN-Online (http://www.stern.de/politik/deutschland/:Arbeitsmarktstatistik-Wer--/655995.html) auf zwei Seiten wird nun auch offiziell ähnliches berichtet, wie in diesem Forum, dankenswerterweise von Sybilla.

Was sagt man dazu?


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 26. Februar 2009, 22:57:40
Mit ein bissel bissigen Humor die Statistik betrachtet

Was arbeitslosenstatistisch noch nicht vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung ausgewertet wurde:

  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen sozialer Bedürftigkeit und Bedürfnis?
  • Muß Letzteres auch statistisch erfasst und ausgewertet werden oder ist das nur ein rein medizinisches Problem für den Fachverband der Urologen?
  • Sind Arbeitsagenturen und ARGEn im eigentlichen Sinn mit gewissen B. - anstalten gleichzusetzen, wenn sie Bedürftige betreuen?

Wenn ja, dann muß für das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung schleunigst mal wieder über eine Namens- und Logoänderung sinniert werden. Ifo-Präsident Sinn ist da bestimmt eine sachkundige Kapazität.

Darüber sollte der Bundesminister für Arbeit Scholz mal tiefgründig nachdenken oder noch besser gleich eine tiefschürfende Forschungsstudie in Auftrag geben.

Ich wüßte da schon jemanden, der sich mit solchen sozialen Siedlungsproblemstellungen fachkundig auseinander gesetzt hat - Jürgen Becker mit dem "Dritten Bildungsweg". In einem Teil dieser Sendereihe befasste er sich exemplarisch mit den archäologischen Fundstücken aus dem Kölner Siedlungsmüll. Da traten erhellende Erkenntnisse zu Tage. Man stelle sich nur mal das als bundesdeutsche und flächendeckende Bildungs- und Beschäftigungsinitiative vor, wenn ein Großteil der dafür eingespannten, jobsuchenden Arbeitslosen der Frage nachgehen wie sie denn ihre Lebensbedürfnisse befriedigen könn(t)en, wenn sie denn nur woll(t)en wie sie dürf(t)en.

Das ist doch ein tolles Projekt im Superwahljahr und bringt der SPD bestimmt wieder den richtigen Wählerzulauf. 


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität - nun auch im STERN
Beitrag von: Tetrarchos am 27. Februar 2009, 19:08:39
Im STERN-Online ([url]http://www.stern.de/politik/deutschland/:Arbeitsmarktstatistik-Wer--/655995.html[/url]) auf zwei Seiten wird nun auch offiziell ähnliches berichtet, wie in diesem Forum, dankenswerterweise von Sybilla.

Was sagt man dazu?


Stern ist eher ein SPD-Blatt und der Wahlkampf für September beginnt langsam.  Am schlimmsten ist, das wir sogar Westerwelle als Kanzler kriegen könnten.
Wie das gehn soll? Stellt Euch vor die SPD verliert noch 2-3% und FDP legt weiter kräftig zu, so das SPD und FDP in Koalition 51% erreichen. Die stärkere Partei von beiden stellt den Kanzler und das könnte dann FDP sein. Unter diesen Verlockungen wird Westerwelle der CDU eiskalt die Bündnistreue kündigen, wenn er die Chance auf den Kanzlertitel bekommt. Oder?


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. März 2009, 11:55:23
Arbeitsmarkt März 2009:

Arbeitslose:

Der BA Monatsbericht berichtet von einem ungewöhnlichem Anstieg der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit vom Monat Februar zu März 09. Im Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen von Februar zu März um -110.007 (BA Bericht März 09 Seite 56
Laut BA Bericht wurden im März 09 (Seite 48) 3.585.811 Personen von der BA – Statistik als arbeitslos erfasst. Das waren 33.885 mehr als im Februar 09 und 78.375 als im März 2008 gegenüber November 2008 2.988.444 Personen ist das ein Anstieg von -597.367 Personen in nur 4 Monaten.

Leistungsempfänger: (ALG I; ALG II; Sozialgeld)

7.918.642 Leistungsempfänger von ALG I, ALG II und Sozialgeld  BA Bericht März 2009 Seite 48. Das ist ein Anstieg von  40.558 Personen zum Vormonat. Im Vergleich zu November 08 im Vergleich der vorläufige Zahlen, einen Anstieg um -519.331 Leistungsempfänger.

(BA Bericht November 7.399.311 Leistungsberechtigte im BA Bericht März 09 auf 7.542.787 Leistungsberechtigte korrigiert)

Außer den Leistungsempfängern gab es im November noch 383.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen erhielten 87 Prozent Leistungen
(siehe Abbildung 11: Arbeitslosigkeit und Leistungsbezug). (BA Bericht März 2009 Seite 18)


Kurzarbeit:

Schlimmeres verhindert im Augenblick noch die Kurzarbeit, sagte Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA). Nach vorläufigen Berechnungen der BA waren davon zwischen Januar und März bis zu 1,7 Millionen Menschen betroffen.

Arbeitsmarktpolitische Instrumente

Mit Beginn des Jahres 2009 ist eine weitere Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente, das „Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente“, in Kraft getreten. Im Monat März befanden sich 1,58 Millionen Personen ( + 30.000 zum Vormonat Februar) in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. (Seite 6 BA Bericht März 2009)

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Bundessozialgericht: Hartz IV ist verfassungswidrig.
Zitat
Kassel - Die Hartz-IV-Regelleistungen für Kinder bis 14 Jahren sind nach Ansicht des Bundessozialgerichts (BSG) verfassungswidrig. Die gesetzlichen Regelungen verletzten den im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichheitsgrundsatz, die Menschenwürde und das Sozialstaatsprinzip, erklärte das Gericht. Die obersten Sozialrichter haben daher die entsprechenden Vorschriften im Sozialgesetzbuch II dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt (Aktenzeichen: B 14/11b AS 9/07 und B 14 AS 5/08 R). ([url]http://www.abendblatt.de/daten/2009/01/28/1026936.html[/url])


 Arbeit zum Dumpinglohn sittenwidrig. (http://www.derwesten.de/nachrichten/wr/2009/2/24/news-112624511/detail.html)


 (Neue Studie - Zahl der Hartz-IV-Aufstocker gestiegen)  (http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/507146/Zahl-der-Hartz-IV-Aufstocker-gestiegen.html)



Gestiegene Vermögensungleichheit in Deutschland - DIW Wochenbericht 4/2009 (PDF) (http://www.diw.de/documents/publikationen/73/93785/09-4-1.pdf)

Enthüllungsbuch über Leben mit Hartz IV - Mit Lizenz zur Ausbeutung (http://www.sueddeutsche.de/politik/2/314896/text/)

 In der ARD-Undercover-Reportage „Arm durch Arbeit“ hat sich Markus Breitscheidel ein Jahr lang durch das Dickicht der Leiharbeitsfirmen geschlagen. Und dabei Erfahrungen gemacht, die ihn als Menschen verändert haben. (http://www.rp-online.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::408630&hxmain_category=::pjsub::opinio::/home)

 Growing Unequal? : Income Distribution and Poverty in OECD Countries Summary in German - Mehr Ungleichheit trotz Wachstum? Einkommensverteilung und Armut in OECD-Ländern Zusammenfassung in Deutsch 9 Seiten (http://www.oecd.org/dataoecd/45/26/41525363.pdf)

 Alexander Engels zu einem neuerlichen Hartz-IV-Problem-Fall - Geldabhängig - Die Tücken der Hartz-IV-Gesetze treten immer in Einzelfällen hervor. Das zeigt sich nun am Beispiel von Marion Kuhnert. Ihre Tochter erhält Bafög, um sich im Studentenleben über Wasser zu halten, und in der Folge verliert die Mutter ihre Wohnung.... (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11339356/61939/Geldabhaengig_Alexander_Engels_zu_einem_neuerlichen_Hartz_IV.html)

 Viele Kinder können sich das Schulessen nicht leisten Schüler aus ärmeren Familien haben oft zu wenig Geld für die gemeinsame Mahlzeit. (http://www.3sat.de/nano/cstuecke/127308/index.html)

 "Ich weiß, dass Kinder gerne hier essen würden, es sich aber nicht leisten können und anderen Kindern während der Mahlzeit über die Schulter gucken" (http://www.3sat.de/mediathek/?obj=9998)

Studie - Kein warmes Essen bei Hartz IV (http://www.morgenpost.de/brandenburg/article979690/Kein_warmes_Essen_bei_Hartz_IV.html)



Bei genauer Betrachtung vertieft sich die Vermutung und das Gefühl, das die Reformen am Arbeitsmarkt das Entstehen der Niedriglohnsektoren, Praktika, 1 Euro Jobs, Bürgerarbeit sowie die Schaffung prekärer Arbeitsverhältnisse und Working Poor die Ursachen der aktuellen Finanz – Wirtschaftskrise ubd Arbeitsmarktkrise sind.

Warum wurde die Entstehung von prekären Arbeitsverhältnissen – 1 Euro Jobs die Beschäftigung in Bürgerarbeit und als Pflegeassident/in, multimedial im Gleichklang der meisten Medien bejubelt, wobei jede kritische Betrachtung der steigenden Armut (1 Millionen Tafelbedürftige in 2008 – siehe unten) ohne nennenswerte Beachtung blieb?

Ich fürchte, weil die Last/Kosten der Arbeitslosigkeit solidarisch alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen müssen, die Last der Armut im Niedrigstlohnbereich die Einzelnen ganz alleine.

Was heißt würdige Arbeit?

Ich sage unwürdig ist, wenn Personen die Vollzeit arbeiten sich von ihrem Lohn weder ausreichend Brot noch ausreichend Kuchen kaufen können.

Das heißt, wenn diese Personen kein Brot haben, können diese Personen auch keinen Kuchen essen, sondern sie sind auf steuerfinanziertes ALG II angewiesen dass sie nur nach einer Offenlegung ihrer intimsten partnerschaftlichen Verhältnisse und einer akribischen und für viele sehr peinlichen Bedürftigkeitsprüfung beanspruchen dürfen. Dass ist nach meinem Verständnis mehr als unwürdig.

Vor allem stellt sich die Frage woher leiten Unternehmen die Arbeitnehmer mit Anspruch auf steuerfinanziertes ALG II beschäftigen denn Anspruch ab, dass die Solidargemeinschaft der Steuerzahler und nicht die Arbeitgeber den Lohn der von ihnen Beschäftigten Arbeitnehmer bis zur Grundsicherung aufstockt ?


Analyse des BA Berichts März 2009:

Erstellt von Sybilla am 31.03.09 10 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.


Entwicklung der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit

Offizielle ermittelte BA - Zahlen des Arbeitsmarkt – Bericht März 2009

LEISTUNGSEMPFÄNGER 2) BA Bericht März 2009 Seite 46

LEISTUNGSEMPFÄNGER
- Arbeitslosengeld I  1.230.951* Personen
- erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II)  4.878.138* 
- nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.809.553* 
*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

*  7.918.642 Leistungsempfänger  

+  xxx Personen in Kurzarbeit (letzte Zahl Dezember 08 (270.472 Personen Seite 53 BA Bericht März 2009) Schlimmeres verhindert im Augenblick noch die Kurzarbeit, sagte Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA). Nach vorläufigen Berechnungen der BA waren davon zwischen Januar und März bis zu 1,7 Millionen Menschen betroffen.
 

+  xxx Arbeitslose, die im Berichtsmonat, letzte Zahl November 08 (383.000) keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.

+ Kinder von ALG II Leistungsbeziehern im Leistungsbezug des Kinderzuschlags.
Kinderzuschlag - Der Kinderzuschlag wird Eltern gewährt, die zwar ihren eigenen Bedarf durch Erwerbseinkommen bestreiten können, aber nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um den Bedarf ihrer Kinder zu decken. Eltern mit geringem Einkommen haben Anspruch auf Kinderzuschlag von bis zu 140 Euro monatlich. (http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/service,did=41054.html)


Integrierte Auswertungen zu Leistungsbezug und Arbeitslosigkeit können erst nach einer Wartezeit von drei Monaten vorgenommen werden und liegen aktuell für den November 2008 vor. Danach waren von 5.509.000 Leistungsempfängern 2.605.000 oder 47 Prozent in der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung für Arbeitsuchende arbeitslos gemeldet. 2.903.000 Personen oder 53 Prozent bekamen Leistungen, ohne arbeitslos zu sein.
 (BA Bericht März 2009 Seite 18 )


Zitat
Pressemitteilung Nr. 288 vom 11.08.2008  - Sozialhilfeausgaben 2007: Anstieg auf netto 18,8 Milliarden Euro ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/08/PD08__288__221,templateId=renderPrint.psml[/url])
Die Nettoausgaben für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung lagen im Jahr 2007 bei 3,5 Milliarden Euro; dies entspricht 18% der Sozialhilfeausgaben insgesamt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben für diese Hilfeart damit um 12,7% gestiegen.



In dieser Zahl sind nicht (ca. 1,1 Millionen 2007) Personen enthalten die Sozialhilfe nach SGB XII beziehen.

 Pressemitteilung Nr.460 vom 02.12.2008
Sozialhilfe 2007: 1,1 Millionen Menschen erhielten besondere Leistungen  (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/12/PD08__460__221,templateId=renderPrint.psml)


Im Monat März 09 befanden sich 1,58 Millionen Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme.
(Februar 09 1,55 Millionen) 
(Januar 09   1,54 Millionen) 
(Dezember  1,64 Millionen)
( November 1,62 Millionen)
(Oktober 1,57 Millionen)
(September 1,51 Millionen) in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme.[/b]


Ein Blick auf die Graphiken VI. Arbeitsmarkt Gesamtübersicht Seite 46 BA Bericht März 09 zeigt ganz deutlich das die Zahl der Bevölkerung zwischen 15 und unter 65 Jahren erheblich abgesunken ist. Das bedingt auch einen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Verlässliche Aussagen zu 1 Euro Arbeitsgelegenheiten und arbeitsmarktpolitische Instrumente sind aufgrund einer erheblichen Unterfassung der Daten und Änderungen der Datenerfassung und gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich.

Fußnoten BA Bericht März 2009 Seite 73

3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben für 2008 [Datenstand Dez. 2008] nur ca. 72 % der Träger Daten zum Einsatz der flankierenden Leistungen erfasst.
6) Im November 2008 erfolgte eine Umstellung der seit November 2005 über XSozial-BA-SGB II gelieferten Förderdaten auf einen neuen Softwarestand. Daher können Differenzen zu den bereits veröffentlichten Daten auftreten.
7) Zum 01.01.2009 eingeführt mit dem Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente vom 21.Dezember 2008. Statistische Daten liegen noch nicht vor. 
Leider gibt es keine statistischen Zahlen wie viele Personen in kommunalen Projekten, die ich als „Bürgerarbeit“ bezeichne, beschäftigt werden. Diese Projekte und Personen verbergen sich vielfach in der statistischen Untererfassung der Arbeitslosigkeit.

Entwicklung am Stellenmarkt

Bestand - BA Bericht März 2009  Seite 11

alle Stellen 507.000
darunter: Vakanzen 437.000
ungeförderte Stellen 318.000 
darunter: Vakanzen 264.000
ungeförderte "normale" Stellen1) 292.000
darunter: Vakanzen 241.00



Quelle: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200903.pdf (http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200903.pdf)

2009:
März 507.000 (März 2008 588.000)
Februar 506.000 (Februar 2008 565.000)
Januar 485.000 (Januar 2008 528.000)

2008:
Dezember 568.500 (Dezember 2007  (545.600)
November  539.000 (November 2007 577.000 )
Oktober 571.000 (Oktober 2007 608. 500)
September 585.000 (September 2007) 629.100
August 586.000 (August 2007 647.500)
Juli 588.000
Juni 596.000
Mai 579.000
April 592.000
März 588.000
Februar 565.000
Januar 528.000

2007:

Dezember 545.600
 
 Natürlich ergibt sich unter Einbeziehung aller Jobangebote aller Jobbörsen eine höhere Zahl an offenen Stellen, allerdings gibt es den nicht unerheblichen Effekt der Doppelung ( 1 freier Arbeitsplatz wird in mehren Jobstellen ausgeschrieben. Deshalb denke ich das die Zahl der offenen ungeförderten sozialversicherungspflichtigen Stellen näher bei 150.000 als erheblich höher liegt.

Ein Vergleich der Zahl der Arbeitslosen mit Statistiken vor 2005 ist äußerst schwierig – so gab es vor Januar 2005 keine „Bürgerarbeit“ keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von Bedürftigkeit als das Arbeitslosengeld II.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist deshalb meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert.

Knapp die Hälfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert

Zitat
Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MPI) Von den 2007 durchschnittlich 6,348 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld I (Alg I) und Arbeitslosengeld II (Alg II) sind laut Bundesregierung 3,135 Millionen (49 Prozent) nicht in der Arbeitslosenstatistik registriert. Dagegen seien insgesamt 3,213 Millionen (51 Prozent) arbeitslos gemeldet gewesen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16/8458) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8131). Außer den Leistungsempfängern habe es noch 686.000 Arbeitslose gegeben, die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen hätten 82 Prozent Leistungen erhalten. Von den durchschnittlich 1,092 Millionen Alg-I-Empfängern im Jahr 2007 seien 26 Prozent nicht in der Arbeitslosenstatistik aufgetaucht, schreibt die Regierung. 225.000 der Alg-I-Bezieher fielen unter die so genannte 58er-Regel, 25.000 der nicht als arbeitslos geführten Personen hätten an einer Trainingsmaßnahme teilgenommen, 26.000 seien arbeitsunfähig erkrankt und 16.000 seien vermindert leistungsfähig gewesen. Kriterien für die Aufnahme in die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit seien die Arbeitslosmeldung, die Beschäftigungslosigkeit und die Verfügbarkeit. Danach würden etwa Personen, die arbeitsunfähig erkrankt oder dauerhaft erwerbsgemindert sind, nicht als arbeitslos gezählt, "weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen". Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren von den im Jahr 2007 durchschnittlich 5,329 Millionen Alg II-Empfängern 2,473 Millionen (46 Prozent) als arbeitslos registriert und 2,856 Millionen (54 Prozent) nicht als arbeitslos registriert. Eine Zuordnung zu bestimmten Gruppen sei bisher statistisch nur annäherungsweise möglich. Zur Gruppe der erwerbstätigen Hilfebedürftigen ("Aufstocker") mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro zählten demnach 524.000 Personen. Der Gruppe der "Ein-Euro-Jobber" und Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen wurden demnach 418.000 der als nicht arbeitslos registrierten Alg-II-Bezieher zugeordnet. Ferner seien 484.000 unter-20-jährige und 312.000 über-58-jährige Alg-II-Empfänger statistisch nicht als arbeitslos geführt worden.

[url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html[/url] ([url]http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html[/url])



Der enorme Abbau der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit seit Januar 2005 wurde vor allem durch folgende Maßnahmen erreicht.
 
- Genration Praktikum
- 1 Euro Jobs
- Bürgerarbeit
- Pflegassitenten/Pfleghelfer
- Jobs mit ergänzenden ALG II

Zitat
Pressemitteilung Nr. 340 vom 09.09.2008  -Neue Beschäftigungsformen prägen Arbeitsmarktentwicklung  ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/09/PD08__340__132,templateId=renderPrint.psml[/url])

WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute im Rahmen eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main mitteilte, hat die Zunahme neuer Beschäftigungsformen die Beschäftigungsentwicklung der vergangenen zehn Jahre in Deutschland maßgeblich geprägt. Zu diesen neuen oder häufig auch als atypisch bezeichneten Beschäftigungsformen gehören befristete oder geringfügige Beschäftigung, Teilzeitarbeit sowie Zeitarbeit. Während die Zahl der Erwerbstätigen in sogenannten Normalarbeitsverhältnissen von 1997 bis 2007 um 1,5 Millionen gesunken ist, stieg die Anzahl der Personen in neuen oder atypischen Beschäftigungsformen in diesem Zeitraum um 2,6 Millionen an. Insgesamt ergibt sich für alle abhängig Beschäftigten eine Zunahme um 1,1 Millionen.


Wie Wolfgang Strohm, Leiter der Abteilung „Gesamtrechnungen, Arbeitsmarkt“ des Statistischen Bundesamtes, weiter mitteilte, ist trotz dieser Entwicklung das Normalarbeitsverhältnis nach wie vor die dominierende Form abhängiger Beschäftigung. Knapp drei Viertel (22,5 Millionen) der 30,2 Millionen abhängig Beschäftigten im Alter von 15 bis 64 Jahren, die nicht in Bildung oder Ausbildung waren, befanden sich 2007 in einem Normalarbeitsverhältnis. Demgegenüber standen 7,7 Millionen Personen in neuen Beschäftigungsformen.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat die Bedeutung des Normalarbeitsverhältnisses abgenommen, wenn auch nicht deutlich. 1997 betrug der Anteil der Personen in einem Normalarbeitsverhältnis an allen abhängig Beschäftigten noch 82,5%. Der Anteil hat sich seither um acht Prozentpunkte verringert (2007: 74,5%). Entsprechend stieg der Anteil der neuen Beschäftigungsformen von 17,5% auf 25,5%....



Armut

Hartz IV: Trauriger Rekord bei den Tafeln - Die Tafeln vermuten einen traurigen Rekord: Bis Ende des Jahres werden rund eine Million Menschen die Tafeln besucht haben.  (http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/tafeln762306.php)


 3. Armutsbericht vom 19. Mai 2008 (415 Seiten - 1,53 MB pdf.datei) (http://www.bmas.de/coremedia/generator/26742/property=pdf/dritter__armuts__und__reichtumsbericht.pdf)

Zitat
Tafeln brauchen mehr Lebensmittelspenden

Es gibt immer mehr Bedürftige für Lebensmittelspenden. Die wachsende Armut in Deutschland bringt die Tafeln zunehmend in Bedrängnis. Diesen Trend bestätigte die Sprecherin des Bundesverbandes Deutsche Tafel, Anke Assig. Vor allem in ländlichen Regionen und strukturschwachen Gebieten werde es zunehmend schwierig, Spenden für die Tafeln zu generieren, sagte sie. Bundesweit versorgen die Einrichtungen rund 800 000 Menschen.
[url]http://newsticker.welt.de/index.php?channel=ham&module=dpa&id=18397734[/url] ([url]http://newsticker.welt.de/index.php?channel=ham&module=dpa&id=18397734[/url])



Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: jobless0815 am 31. März 2009, 17:46:14

Über 5  Mio. Arbeitslose werden für DE erwartet:

http://www.ftd.de/politik/international/:Wirkung-der-Konjunkturpakete-OECD-erwartet-deutsche-Jobkatastrophe/494504.html


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sobutai am 31. März 2009, 18:52:57
Wo soll das alles bloss noch hin führen ?


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Arwing am 31. März 2009, 21:56:14

Über 5  Mio. Arbeitslose werden für DE erwartet:


Die haben wir schon längst inoffiziell. Es wird nur seitens der Behörden und der Politik nicht zugegeben.


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: jobless0815 am 07. April 2009, 19:32:54

Über 5  Mio. Arbeitslose werden für DE erwartet:


Die haben wir schon längst inoffiziell. Es wird nur seitens der Behörden und der Politik nicht zugegeben.

Das ist natürlich richtig. Ich bezog das nur auf die ausgewiesenen Arbeitslosenzahlen.
Die wahre Zahl liegt um 60-70 % höher. Zusammen  -mit prekärer Beschäftigung, Frühverrentung etc.
dürften es rund 10. Mio sein.


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. April 2009, 16:40:03
Arbeitsmarkt April 2009:

Arbeitslose:

Der BA Monatsbericht berichtet trotz Frühjahrsbelebung von einer Stagnation – 985 Personen der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit 3.584.826 Personen. Im Vorjahr 2008 sank die Zahl der Arbeitslosen von März 2008 3.507.436 Arbeitslose zu April 2008 3.413.921 Arbeitslose
 um –  93.515 (/Seite 45 BA Bericht März 08/Seite 46 BA Bericht April 08 )

Laut BA Bericht wurden im April 09 (Seite 48 ) 3.585.811 Personen von der BA – Statistik als arbeitslos erfasst. Das waren 170. 905 Personen mehr als im April 09 und gegenüber November 2008 2.988.444 Personen ist das ein Anstieg von 596.382 Personen.

Leistungsempfänger: (ALG I; ALG II; Sozialgeld)

7.948.681Leistungsempfänger von ALG I, ALG II und Sozialgeld  BA Bericht April 2009 Seite 48. Das ist ein Anstieg von  30.039 Personen zum Vormonat. Im Vergleich zu November 08 im Vergleich der vorläufige Zahlen, einen Anstieg um 549.370 Leistungsempfänger.

(BA Bericht November 7.399.311 Leistungsberechtigte im BA Bericht März 09 auf 7.542.787 Leistungsberechtigte korrigiert)

Außer den Leistungsempfängern gab es im Dezember noch 357.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. (BA Bericht März 2009 Seite 18 )


Kurzarbeit:

Schlimmeres verhindert im Augenblick noch die Kurzarbeit,. Nach vorläufigen Berechnungen der BA waren davon im April 1,3 – 1,5 Millionen Personen betroffen.

Arbeitsmarktpolitische Instrumente

Mit Beginn des Jahres 2009 ist eine weitere Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente, das „Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente“, in Kraft getreten. Im Monat April befanden sich 1,59 Mio ( + 10.000 zum Vormonat März) Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme.  (Seite 6 BA Bericht April 2009)

Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II  (1 € Jobs) 303.339 Personen


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 29. Mai 2009, 21:09:19
Arbeitsmarkt Mai 2009:

Arbeitslose:

Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt fällt 2009 erheblich geringer als üblich aus. Die Zahl der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit sinkt im Mai 2009 nur um 126.770 Personen auf 3.458.028 Personen (April 2009 3.584.798). Allerding stieg die Zahl der Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme von April 2009 zu Mai 2009 um 40.000 Personen auf 1,63 Millionen Personen an. 

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2008 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 174.794 Personen an. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2008 stieg die Zahl der Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme um 80.000 an. (Von 1,55 Millionen im Mai 2008 auf 1,63 Millionen Personen im Mai 2009)

Leistungsempfänger: (ALG I; ALG II; Sozialgeld)

7.901.232 Leistungsempfänger von ALG I, ALG II und Sozialgeld  BA Bericht April 2009 Seite 50.  Darunter 6.082.624 Leistungsempfänger im Bereich des ALGI und ALG II.

Außer den Leistungsempfängern gab es im Januar noch 395.000 (Dezember noch 357.000) Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.

Saisonbereinigt steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.000 von 3.455.000 April 2009 auf 3.456.000 Mai 2009 an (Seite 57 BA Bericht Mai 2009)


Kurzarbeit: 

Schlimmeres verhindert im Augenblick noch die Kurzarbeit,. Nach vorläufigen Berechnungen der BA waren davon im Mai 1,3 – 1,6 Millionen Personen betroffen. (März 2009 1.246.618 BA Bericht Mai 2009 Seite 55) Im April 2009 gingen neue Anzeigen für 452.000 Kurzarbeiter ein.

„Kurzarbeit droht nutzlos und teuer zu werden“ (http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/kurzarbeit-droht-nutzlos-und-teuer-zu-werden;2303200)

Arbeitsmarktpolitische Instrumente

Mit Beginn des Jahres 2009 ist eine weitere Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente, das „Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente“, in Kraft getreten. Im Monat Mai 2009 befanden sich 1,63 Mio Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. ( + 40.000 zum Vormonat April)  (Seite 6 BA Bericht Mai 2009)

Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II  (1 € Jobs) 314.629 Personen

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Silberstreif am Konjunkturhorizont - Aufträge im Maschinenbau brechen nur um 58 % ein

DIW sieht Silberstreif am Konjunkturhorizont (http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/DIW-sieht-Silberstreif-am-Konjunkturhorizont/39833)

Zitat
Der deutsche Maschinenbau rutscht im Rekordtempo tiefer in die Krise.- Mit einem Ordereinbruch von 58 Prozent im April setzte sich der dramatische Abwärtstrend des lange erfolgsverwöhnten Wirtschaftszweiges fort. Es war der stärkste Rückgang, den der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) je ermittelt hat. Anzeichen für eine Stabilisierung sieht die als wichtiger Konjunkturmotor geltende Branche bislang nicht. ([url]http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE54R08220090528[/url])


Es geht wieder aufwärts die Zahl der Arbeitslosen sinkt und die Auftragseinbrüche sind geringer als erwartet.

Toll das riecht nach einen neuen "Merkel- Aufschwung" oder stehen Wahlen an?

Hat die deutsche Wirtschaft die Talsohle wirklich erreicht?

Fragen über Fragen?


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 29. Mai 2009, 21:35:16
Es ist schon erstaunlich, dass in diesen Tagen etliche Berichte auftauchen, an welchen Stellen wieder statistisch getrickst wird und durch Herausnahme bestimmter Gruppen die Quote gedrückt wird.

Interessant wäre mal zu erfahren, wer mit dieser Trickserei "verschärft" angefangen hat. Meine Lesart geht ja in die Mitte der Siebziger Jahre.
Also die "Schmidt-Jahre" mit Ehrenberg als Arbeitsminister und so...

Kann jemand präzisere Angaben machen?


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Pawel am 30. Mai 2009, 14:54:07
Silberstreif am Konjunkturhorizont - Aufträge im Maschinenbau brechen nur um 58 % ein

Das liest sich wie eine Wettermeldung vom Polarkreis, so ungefähr steigende Temperatur auf minus 58° C.


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Hartzwech am 31. Mai 2009, 22:01:16
Silberstreif am Konjunkturhorizont - Aufträge im Maschinenbau brechen nur um 58 % ein

Na das gibt doch Anlaß zum Optimismus. ;D

Man könnte auch sagen: Der Aufschwung ist (fast) wieder da. :D


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Hartzwech am 31. Mai 2009, 22:17:55
Es ist schon erstaunlich, dass in diesen Tagen etliche Berichte auftauchen, an welchen Stellen wieder statistisch getrickst wird und durch Herausnahme bestimmter Gruppen die Quote gedrückt wird.

Interessant wäre mal zu erfahren, wer mit dieser Trickserei "verschärft" angefangen hat. Meine Lesart geht ja in die Mitte der Siebziger Jahre.
Also die "Schmidt-Jahre" mit Ehrenberg als Arbeitsminister und so...

Kann jemand präzisere Angaben machen?

Leider kann ich keine genauen Angaben machen wie sich das Ganze entwickelte.

Ich kann mich aber erinnern wie der ehemalige Arbeitsamt Chef Jagoda gefeuert worden ist, weil die Zahlen nicht stimmten.

Ein Riesenskandal, alle Bundestagsabgeordneten waren vollkommen entrüstet.

Was kam danach?

Clement kürte den Mann mit dem Siegelring zum neuen Chef, bei doppelten Gehalt zum Vorgänger.

Zunächst mußte mal das unwürdige Büro des Vorgängers mit Millionensummen aufgepäppelt werden, usw usw.

Das wurde sogar für Clement zu bunt, Florian mußte gehen. (Er hat natürlich vorgesogt, sein Arbeitsvertrag garanitierte ihm über Jahre hinaus seine Kohle)

Einen neuen Namen bekam der Laden auch. -----> Bundesagentur für Arbeit

Die haben natürlich auch "Kunden".

Neues Logo usw.

Geändert hat sich schon was, seitdem wird so hemmungslos mit Zahlen getrickst das sich die Balken biegen.

Jeder mit Gehirn im Kopf weiß, daß die Zahlen Fake sind, aber man hat die Scheuklappen aufgelegt.



Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 10. Juni 2009, 05:37:45
Zitat
"Zahlenfetischismus" - Meuterei in der Bundesagentur

Zahlen, Zahlen, Zahlen - nichts schätzt Frank-Jürgen Weise mehr, um die Bundesagentur im Griff zu behalten. Die Mitarbeiter haben genug davon.

Der Hauptpersonalrat der Bundesagentur für Arbeit (BA), Eberhard Einsiedler, kann mit der Lust seines Chefs, BA-Chef Frank Jürgen Weise, an Zahlen eigentlich gut umgehen. Mit der Krise ist damit Schluss: Jetzt wirft sich Einsiedler schützend vor die 65.000 Mitarbeiter.

In einem Brief vom 5. Juni, der der FTD vorliegt, fordert der Hauptpersonalrat von Weise ungewöhnlich scharf, das Controlling in der Behörde zurückzufahren: "Es muss Schluss sein mit dem Zahlenfetischismus! Ich bitte Sie dringend, pfeifen Sie Ihre Zahlenknechte zurück", fordert er. Mit den Belastungen in der Krise sei es "nur noch eine Frage der Zeit, bis die BA steuerungsunfähig wird".

Damit würde man Weise in der Substanz treffen: Denn genau um die Behörde zu steuern, hatte Weise schon bei Amtsantritt ein umfangreiches Controlling-System eingeführt. Vor Ort müssen Mitarbeiter dazu zahlreiche Daten erheben, Kennzahlen und Zielvorgaben einhalten - und leiden zunehmend darunter.

Die BA gibt Einsiedler teilweise Recht. "Das ist Diskussionsthema in der BA. Wir wissen, dass das Pendel bei den Kennzahlen zu weit ausgeschlagen hat und sie reduziert werden muss ", sagte BA-Sprecher John-Philip Hammersen der FTD. Man versuche bereits, die Anforderungen zurückzuschrauben. "Aber das ist ein langwieriger Prozess."


Einsiedler beruft sich in seinem Schreiben auf "Rückmeldungen aus der Fläche". Danach entstehe der Eindruck, dass nicht die Arbeit mit den Arbeitslosen das Kerngeschäft sei, "sondern Controlling, Qualitätsmanagement und Steuerung". So würden von den Regionaldirektionen (RD) der Behörde bei den Agenturen "sinnlos Daten und Fakten eingefordert", Teamleiter zu "sinn- und hilflosen Zahlenproduzenten" degradiert.

 Zudem warnt er davor, dass mit diesem System Erfolgsmeldungen der Agenturen künstlich herbeigeführt werden. "Wenn die erwarteten bzw. geforderten Teamergebnisse nicht erbracht werden, müssen andere mehr bringen, damit das Gesamtagentur- bzw. Gesamt-RD-Ergebnis stimmt. Solch einen Schwachsinn braucht man nicht zu steuern - der steuert sich selbst, nämlich gegen die Wand!", schäumt Einsiedler. "Es gilt nur, auf Gedeih und Verderb ein zahlenmässig vorgegebenes Agenturergebnis zu erreichen, damit ein ordentlicher Rangplatz in der Hitliste erreicht wird." Der Druck führe dazu, dass "gestandene Führungskräfte der Veröffentlichung der Rangliste angstvoll entgegenfiebern".

Die Angst dürfte nun vor allem in der Führung keimen. Denn besonders dieser Vorwurf ist mit Blick auf den Vermittlungsskandal der BA 2002 brisant: Ursache für die geschönten Vermittlungszahlen damals waren Mitarbeiter, die sich unter Druck sahen, positive Ergebnisse abzuliefern.
 

Aus der FTD vom 10.06.2009 [url]http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Zahlenfetischismus-Meuterei-in-der-Bundesagentur/524998.html[/url]



Titel: schlafmützenamt
Beitrag von: Pinnswin am 10. Juni 2009, 05:55:36
Zitat
... entstehe der Eindruck, dass nicht die Arbeit mit den Arbeitslosen das Kerngeschäft sei, "sondern Controlling, Qualitätsmanagement und Steuerung". So würden von den Regionaldirektionen (RD) der Behörde bei den Agenturen "sinnlos Daten und Fakten eingefordert", Teamleiter zu "sinn- und hilflosen Zahlenproduzenten" degradiert....

*schnaub* ... Eindruck? Lachhaft. So sieht die Realität aus aus. Die brauchen aber ganz schön lange, um das zu checken  ::)  ::)


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 25. Juni 2009, 06:27:54
Zitat
Von wegen 3,7 Millionen Arbeitslose

Im April 2009 gab es in der BRD laut offiziellem Bericht der Arbeitsagentur Nürnberg bereits 9.926.232 Arbeitslose!!! Und die Zahl steigt von Monat zu Monat.


Zitat: "LEISTUNGSEMPFÄNGER / BA Bericht April 2009 Seite 50

- Arbeitslosengeld I:  1.135.613 * Personen
- erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.947.011*
- nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.818.608*"
*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
Das ergibt zusammen 7.901.232 Leistungsempfänger

+ ca. 1,3 - 1,6 Millionen Menschen in Kurzarbeit, von denen wahrscheinlich sehr viele in wenigen Monaten arbeitslos werden, geschätzt werden mindestens weitere 300.000 Arbeitslose

+ schätzungsweise 450.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.

Im Monat Mai 09 befanden sich 1,63 Millionen Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. Diese Personen werden nicht als Arbeitslose in der Statistik aufgeführt.

Darunter befinden sich 314.629 Personen in einer Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II (BA Bericht Mai 2009 Seite 81)

Verlässliche Aussagen zu 1 Euro Arbeitsgelegenheiten und arbeitsmarktpolitische Instrumente sind aufgrund einer erheblichen Unterfassung der Daten und Änderungen der Datenerfassung und gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich. Fußnoten BA Bericht April 2009 Seite 73

Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben für 2008 [Datenstand Dez. 2008] nur ca. 72 % der Träger Daten zum Einsatz der flankierenden Leistungen erfasst.

Im November 2008 erfolgte eine Umstellung der seit November 2005 über XSozial-BA-SGB II gelieferten Förderdaten auf einen neuen Softwarestand. Daher können Differenzen zu den bereits veröffentlichten Daten auftreten.

Nicht erfasst sind ca. hunderttausende Obdachlose, die auch keine Arbeit haben.
Als nicht arbeitslos registriert werden Arbeitslose, die sich krank gemeldet haben.

Total im Mai 2009 gab es ganz offiziell registrierte 9.926.232 Arbeitslose!!! laut Statistik der Arbeitsagentur Nürnberg.

Wenn jetzt von führenden Leuten der Wirtschaft und von Bundeswirtschaftsminister von und zu Guttenberg die Behauptung aufgestellt wird, man müsse nächstes Jahr mit 4,5 bis 5 Millionen Arbeitslosen rechnen, wir wissen aber, dass es jetzt schon 10 Millionen sind.

Warum lassen sich die Deutschen von Presse, TV und Politikern so belügen?
Warum sagt man nicht endlich die Wahrheit?

Bernd Irmler > [url]http://www.scharf-links.de/43.0.html?&tx_ttnews%5Bpointer%5D=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5541&tx_ttnews%5BbackPid%5D=8&cHash=0fdeaaaf8b[/url]
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Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 25. Juni 2009, 06:41:41
Zitat
Von wegen 3,7 Millionen Arbeitslose

.....

Warum lassen sich die Deutschen von Presse, TV und Politikern so belügen?
Warum sagt man nicht endlich die Wahrheit?

.....

Bernd Irmler > [url]http://www.scharf-links.de/43.0.html?&tx_ttnews%5Bpointer%5D=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5541&tx_ttnews%5BbackPid%5D=8&cHash=0fdeaaaf8b[/url]
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Weil es dieselben Menschen sind, die sich von Hitler, Ulbricht, Honecker, Kohl usw. gerne in ihrer "kleinen Welt" belügen lassen wollen.
Kleinbürgerlich vernebelt, auf scheinbar hohen Niveau, irre gemacht vor sich hin vegetierend, nur dem Heute verpflichtet.
Das Ziel ist erreicht. Mittlerweile sind 95% verbildet.


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Schrubberbude am 25. Juni 2009, 18:31:25
Link: Georg Schramm - 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze (http://www.youtube.com/watch?v=aL2-VjmAtxY)


... ohne Worte.


Gruss aus der Schrubberbude.


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. Juni 2009, 11:55:49
Arbeitsmarkt Juni 2009:

Mitten in der Krise meldet die BA sinkende Arbeitslosigkeit ist die Arbeitslosigkeit wirklich gesunken, oder wird das sinken der Arbeitslosigkeit mittels kreativer Statistik suggeriert?

Prognose: Deutschland verliert 1,8 Millionen Stellen (http://www.welt.de/die-welt/article3993491/Prognose-Deutschland-verliert-1-8-Millionen-Stellen.html)

Arbeitslose:

Zumindest fällt die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt 2009 erheblich geringer als üblich aus. Die Zahl der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit sinkt im Juni 2009 nur um 48.048 Personen auf 3.409.980  Personen (Mai 3.458.028 April 2009 3.584.798). Allerdings befanden sich Im Monat Juni  1,62 Mio Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme.

Darunter sind 326.798 Personen in einer  Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2008 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 250.211 (Mai 174.794 Personen) an.

Leistungsempfänger: (ALG I; ALG II; Sozialgeld)

7.842.588 Leistungsempfänger von ALG I, ALG II und Sozialgeld  BA Bericht Juni 2009 Seite 52.  Darunter 6.033.002 Leistungsempfänger im Bereich des ALGI und ALG II.

- Arbeitslosengeld 1.101.389
- erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.931.613
- nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.809.586

Außer den Leistungsempfängern gab es im Februar noch 388.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen erhielten 89 Prozent Leistungen


Saisonbereinigt steigt die Zahl der Arbeitslosen um 31.000 auf 3.495.000 an (Seite 59 BA Bericht Juni 2009)


Kurzarbeit: 

Ein ansteigen der Arbeitslosigkeit verhindert im Augenblick noch die Kurzarbeit,. Nach vorläufigen Berechnungen der BA waren davon im Mai 1,3 – 1,6 Millionen Personen betroffen. (letzte Zahl in der Zahlenreihe März 2009 1.246.618 BA Bericht Juni 2009 Seite 57)Die aktuelle Zahl (Juni 2009) der Personen in Kurzarbeit konnte ich im BA Bericht Juni 2009 nicht erkennen.

„Kurzarbeit droht nutzlos und teuer zu werden“ (http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/kurzarbeit-droht-nutzlos-und-teuer-zu-werden;2303200)


Arbeitsmarktpolitische Instrumente

Mit Beginn des Jahres 2009 ist eine weitere Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente, das „Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente“, in Kraft getreten. Im Monat Juni 2009 befanden sich 1,62 Mio Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme.  (Seite 6 BA Bericht Juni 2009)

Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II  (1 € Jobs)  326.798 Personen (Seite 83 BA Bericht Juni 2009)

6.033.002 Leistungsempfänger im Bereich des ALGI und ALG II ist das wirklich ein Erfolg?

Quelle: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200906.pdf


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: plabbo am 30. Juni 2009, 12:19:05
"Agentur für Arbeit" sofort und ersatzlos abschaffen
Auszahlung des Arbeitslosengeldes durch die Krankenkassen


Titel: DGB warnt vor ungebremstem Absturz in Hartz IV
Beitrag von: Kater am 14. Juli 2009, 13:17:17
Zitat
DGB warnt vor ungebremstem Absturz in Hartz IV

Berlin (AP) Nach einem Jobverlust stürzt mittlerweile fast jeder Dritte ohne Zwischenstopp in der Arbeitslosenversicherung ins Hartz-IV-System ab. Viele Betroffene waren entweder gar nicht oder weniger als die geforderten zwölf Monate in den letzten zwei Jahren sozialversichert, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Dienstag in Berlin. Besonders betroffen seien befristet Beschäftigte und Leiharbeitskräfte.

Im ersten Halbjahr 2009 wurden knapp 2,2 Millionen Menschen aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos, davon waren 655.000 (knapp 30 Prozent) direkt auf Hartz IV angewiesen, wie Buntenbach sagte. Darin seien auch Ein-Euro-Jobs und andere Formen öffentlich geförderter Beschäftigung enthalten.

Auch sozialversichert Beschäftigte gefährdet

Doch auch diejenigen, die zuvor auf dem ersten Arbeitsmarkt sozialversichert beschäftigt waren, müssen den direkten Absturz ins Hartz-IV-System befürchten: Im ersten Halbjahr 2009 seien 331.000 ehemals Erwerbstätige aus sozialversicherter Beschäftigung (18,5 Prozent) hilfebedürftig geworden, sagte Buntenbach. In den neuen Ländern liege der Anteil sogar bei 22,2 Prozent.

Buntenbach forderte, die Rahmenfrist für Arbeitslosengeld I zu verlängern, um den Absturz in Hartz IV zu vermeiden. «Viele instabil und befristet Beschäftigte könnten vor Hartz IV verschont bleiben, wenn die gültige zweijährige Rahmenfrist für die notwendigen Beitragszeiten zumindest um ein Jahr verlängert würde», sagte Buntenbach.

Um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, müssen Erwerbslose bislang mindestens zwölf Monate innerhalb der letzten zwei Jahre Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt haben. Vor der Hartz-Gesetzgebung betrug diese sogenannte Rahmenfrist noch drei Jahre.

Fast fünf Millionen auf Hartz-IV angewiesen

Die Hartz-IV-Empfänger müssen nach Einschätzung des DGB angesichts der Krise befürchten, dass die Leistungen im kommenden Jahr sinken werden. Die von der Bundesregierung geplanten arbeitsmarktpolitischen Hilfen würden voraussichtlich nicht einmal halb so stark steigen wie die Zahl der Hilfeempfänger, sagte Buntenbach. Damit bestehe die Gefahr, dass Hartz-IV-Empfänger pro Kopf im Krisenjahr 2010 weniger Fördergeld als bisher erhielten.

Buntenbach sagte, bei anhaltender Krise steige das Risiko, arbeitslos zu bleiben und auf der sozialen Rutsche aus dem Versicherungs- in das Fürsorgesystem zu rutschen. «In den nächsten Monaten wird daher auch im Hartz-IV-System die Arbeitslosigkeit steigen und 2010 voraussichtlich noch einmal um bis zu 450.000 gegenüber diesem Jahr.»

Insgesamt seien rund 4,9 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter auf Hartz IV angewiesen. Im Februar 2009 seien dies bundesweit neun Prozent der Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren gewesen, in den neuen Ländern habe die Quote gar bei 15,2 Prozent gelegen.

Kritik an Alt-Vorstoß

Den Vorstoß des Vorstandsmitglieds der Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, langjährig Beschäftigte nach ihrem Abrutschen in die Dauerarbeitslosigkeit besser zu stellen als andere Hartz-IV-Empfänger, lehnte Buntenbach ab. Dies würde die gesellschaftliche Spaltung nur noch vertiefen, meinte sie. Alt hatte verlangt, wer jahrelang gearbeitet und in die sozialen Sicherungssysteme eingezahlt habe, solle besser gestellt werden als Erwerbslose, die schon ihr Leben lang arbeitslos gewesen seien.

Kritik an dem Vorschlag kam auch von SPD-Vize Andrea Nahles. «Letztlich stellt Alt damit doch die Solidarität in Frage», sagte Nahles der «Frankfurter Rundschau».

http://de.news.yahoo.com/1/20090714/tde-dgb-warnt-vor-ungebremstem-absturz-i-3fc80be.html (http://de.news.yahoo.com/1/20090714/tde-dgb-warnt-vor-ungebremstem-absturz-i-3fc80be.html)


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 15. Juli 2009, 21:31:06
Nö, ich will kein Posting schreiben. HIER (http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14026) habt ihr was zu lesen.

Neue Rheinische Zeitung


Titel: Re: Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 16. Juli 2009, 07:37:04
Nö, ich will kein Posting schreiben. HIER ([url]http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14026[/url]) habt ihr was zu lesen.

Neue Rheinische Zeitung


Zitat
Dramatische Arbeitslosenzahlen

Dass Arbeitgeber, die Entlassungen vornehmen, je von der Bundesregierung sanktioniert wurden, ist der Redaktion nicht bekannt.





Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Troll am 24. Juli 2009, 15:48:22
Zitat
Die lukrativen Geschäfte mit der Arbeitslosigkeit (23.7.09)

Rede von Elisabeth Graf auf der Bremer Montagsdemo am 20.7.09

1. Aus einer Antwort auf die Anfrage der Linkspartei an die Bundesregierung geht hervor, dass es kaum einem Arbeitnehmer gelingt, bis zum 65. Geburtstag zu arbeiten. Die Beschäftigungsquote für sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen sinkt ab Mitte 50 ganz enorm. In der Altersklasse 55 bis 58 stehen 39,4 Prozent voll im Berufsleben. Bei den 58- bis 62-Jährigen sinkt die Quote auf 26,6 Prozent, in der Altersklasse darüber auf 7,4 Prozent. Zwischen Mai 2007 und Mai 2008 sank die Zahl der 55- bis 64-jährigen Arbeitslosen zwar um 14 Prozent, nahm aber in den zwölf Monaten danach um 17 Prozent wieder zu.

Richtig dramatisch stellt sich jedoch die Lage für die Überachtundfünfzigjährigen dar, denn ihre Arbeitslosenzahl schnellte binnen eines Jahres um 96 Prozent hoch, verdoppelte sich also fast. Dabei hätte der gesunde Menschenverstand auch ungeachtet dieser Zahlen sagen können, dass es sich bei der Rente mit 67 nur um Gift für den Arbeitsmarkt handeln kann: Es geht hierbei nur um eine Rentenkürzung! Aber der Bundesregierung fällt noch immer nicht die rosarote Brille von der Nase, wenn sie die Arbeitsmarktentwicklung bei den Älteren als „relativ günstig“ einstuft und den rapiden Anstieg bei den Überachtundfünfzigjährigen mit dem Auslaufen der 58er-Regelung zu begründen sucht.

2. Noch nie seit Einführung der Krankenstatistik meldeten sich so wenige Beschäftigte in Deutschland krank. Die Angst um den Arbeitsplatz drückt den Krankenstand auf ein historisches Tief. Doch wer sich krank zur Arbeit schleppt, gefährdet nicht nur seine Gesundheit, sondern auch den Betrieb. Da wäre es doch vernünftiger, wenn am Arbeitsplatz ein Klima herrschte, wo der Chef schniefende Angestellte mit Genesungswünschen nach Hause schickte, damit nicht noch alle angesteckt werden! Nach einer dänischen Studie geht, wer sich trotz einer leichteren Erkrankung zur Arbeit schleppt, zu 53 Prozent das Risiko ein, in einer Weise zu erkranken, die ihn für ein bis zwei Wochen ans Bett fesselt. Viele halten sich zudem mit Pillen fit, um nach außen hin gut zu funktionieren. Der „Weser-Kurier“ schrieb, Bremen schwimme gegen den Trend, weil hier der Krankenstand zum Teil 25 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegt, was kaum damit begründet werden kann, dass die Jobs in Bremen sicherer als anderswo wären. Vielmehr sei dies auf ein überdurchschnittliches Plus bei den psychischen Leiden zurückzuführen. Klar: Angst essen Seele auf!

3. Letzte Woche Mittwoch strahlte die ARD eine wahrlich sehenswerte Sendung mit dem Titel „Die Armutsindustrie“ aus, die bei mir eine gehörige Portion Wut im Bauch auslöste. Autorin Eva Müller recherchierte, wie viele lukrative Geschäfte sich mit der Arbeitslosigkeit machen lassen. Es ist ein Geschäft, das Arbeitslose einem Härtetest unterzieht und Millionen Euro von Steuergeldern in völlig sinnlose Pseudo-Fortbildungseinrichtungen steckt, wovon die Erwerbslosen gar nichts haben! Das massenhafte Ableisten vollkommen sinnentleerter Praktika und öder Ein-Euro-Jobs scheint hierbei inzwischen zu einer Voraussetzung für einen Bildungsgutschein, also für eine Ausbildung avanciert zu sein!

Aus Erwerbslosen gesetzten Alters werden plötzlich Lehrlinge. Da schickt die Agentur für Arbeit den 51 Jahre alten Berufskraftfahrer zum Praktikum, um „Erfahrung“ zu sammeln. Sein eigentliches Problem, dass er nie schreiben lernen konnte, bleibt ungelöst. Der Kraftfahrer mit 27 Jahren Berufserfahrung „lernt“ nun, Kartons zu packen. Die müssen „vernünftig“ befüllt werden – eine Tätigkeit, die nicht allzu viel feinmotorisches Geschick oder gar intellektuelle Fähigkeiten erfordert, die etwa für den ersten Arbeitsmarkt förderlich sein könnten. Es wird einfach behauptet, dass zum Päckchenpacken ja auch „mehr gehört“. Was denn? Vielleicht mehr Geduld, um die Langeweile dabei zu ertragen? Der dazugehörige Firmenchef erzählt ganz ungeniert, dass er durchaus zwei, drei Leute fest einstellen könnte, er sich aber lieber Praktikanten schicken lasse, und gibt zu, dass für diese Tätigkeit früher sehr wohl ein festes Mitarbeiterteam existierte.

Die Dekra oder die „Neue Arbeit“ der Diakonie schaffen eine vom Staat subventionierte parallele Arbeitswelt, die ihre gierigen Finger in alle Bereiche des Handwerks oder auch in Haushalts- oder Gastronomiearbeiten steckt und dort die ALG-II-Bezieher für sich arbeiten lässt. Für die geleistete Arbeit bekommt die entsprechende Gesellschaft zwölf Euro die Stunde, während die „Integrationsjobber“ mit einem einzigen Euro abgespeist werden. Für diese spezielle Art der „Förderung“ erhalten die Gesellschaften außerdem pro Monat und Nase bis zu 800 Euro von der Agentur für Arbeit. Eine Stuttgarter Firma lässt auf die hier so günstig hergestellten Trampoline „Quality made in Germany“ drucken. Weil sich deutsche „Wertarbeit“ nun mal besser verkauft als chinesische, verlegte der Unternehmer seine Produktion aus Fernost zurück ins Schwabenländle, brachte dafür jedoch das chinesische Lohnniveau unter die Leute. Auf die einfache Frage, was denn am Trampolinbau gemeinnützig sei, kam die putzig-dreiste Antwort, dass dann ja ALG-II-Bezieher beschäftigt seien. Egal, womit und für wen: Sozial ist, was Arbeit schafft?

Diese entzückende Erfolgsgeschichte dient leider nur unserem „Freund“, dem Unternehmer. Sie hinterlässt bei mir ein fassungsloses Staunen und die empörte Frage, was daran nun bitte gemeinnützig sei. Ist im neoliberalen Deutschland mittlerweile all das gemeinnützig, was der unbegrenzten Profitmaximierung der Unternehmen nützt? Dann ist wohl inzwischen auch dieser Begriff „reformiert“ worden! Der Umsatz dieser neuen Gesellschaften ist jedenfalls auf dem Rücken der ALG-II-Bezieher und auf Kosten des Steuerzahlers zu 30 Prozent gewachsen. Warum wohl werden daraus keine vernünftigen sozialversicherungspflichtigen Jobs gemacht? Weil dann kein Geld mehr in die „gemeinnützigen“ Rachen der hungrigen Gesellschaften gestopft würde und sich das Gängelband, an dem die ALG-II-Bezieher hängen müssen, sich nicht mehr so wirksam um deren Hals schlingen könnte?

Den absoluten Vogel schossen wohl jene Arbeitssklaven ab, die gebrauchtes Kinderspielzeug sammeln und auf weitere Verwertbarkeit überprüfen mussten. Da wurde in zehn Tagen Arbeit ein 5000er-Puzzle zusammengesetzt, um die Vollständigkeit der Teile zu untersuchen. Am Ende fehlten drei Elemente, und damit war das Spiel unbrauchbar geworden. Wer zehn Tage Arbeitszeit für eine solche Tätigkeit vergeuden muss, bekommt am Ende noch vorgeführt, dass die geleistete Arbeit offenkundig nichts wert ist, weil das zusammengesetzte Puzzle weggeworfen wird. In einem anderen Raum saßen einige Frauen und häkelten emsig an wollener Bekleidung für zu früh geborene Säuglinge. Liegen die denn neuerdings gar nicht mehr in Wärmebettchen? Zwei Ein-Euro-Sklaven wurden als „Redaktion“ für die hausinterne „Zeitung“ abgestellt, einer Art Witz-, Rätsel- und Larifari-Trallala-Blatt. Sie bekommen 14 Tage Zeit dafür, schaffen es jedoch in nur zwei. Die Langeweile beim Zeitabsitzen ertragen sie, indem sie ihr „Hirn zu Hause lassen“, wie einer der Probanden resigniert erzählt. Sinnlose Tätigkeit soll also für den ersten Arbeitsmarkt fit machen!

Es wurde auch eine Sachbearbeiterin bei der Arbeitsagentur befragt, die hölzern herumdruckste, dass sich die Betroffenen ja auch beschweren könnten. Dafür waren die ALG-II-Bezieher in der Dokumentation aber zu deprimiert. Sie meinten resigniert, das würde ja nichts bringen, da sie eh nur Bittsteller wären, die sich besser mit der Arge gutstellen müssten. Erst bekommen „notleidende Banken“ Milliarden in den Allerwertesten gestopft, jetzt sind mit der vielen „gemeinnützigen Arbeit“ wohl endlich die „notleidenden Unternehmer“ an der Reihe! Noch mal für alle: Die „Neue Arbeit“ ist die Diakonie. Die existiert in dieser Form auch bereits in Bremen. Es war schon früher so, dass Kirche und Obrigkeit in parasitärer Symbiose lebten und gemeinsam die Leute klein hielten – alles immer unter dem Deckmäntelchen von „Gemeinnützigkeit“ und „Hilfe für die Armen“, um in aller Verlogenheit die eigenen Pfründen zu sichern.

4. Inzwischen wird in Deutschland ein Drittel aller erwirtschafteten Gelder für Sozialleistungen ausgegeben, satte 720 Milliarden Euro. Die Bundesregierung rechnet im laufenden Jahr mit einem weiteren Anstieg. Daraus ließe sich leicht der Eindruck erwecken, es sei der „der Staat“, der fast ein Drittel des Sozialprodukts für soziale Wohltaten aufwende. Soll damit zum Ausdruck gebracht werden, dass etwa die gesetzliche Rentenversicherung oder die gesetzliche Kranken- und die Pflegeversicherung soziale Wohltaten sind? Werden die Versicherungsbeiträge nicht von den Beitragszahlern selbst aufgebracht? Wäre der Betrag niedriger, wenn die Altersversorgung und die Kosten für Krankheit und Pflege privat aufgebracht würden? Was ist daran „sozial“, wenn jemand über 15 Prozent seines Bruttoeinkommens in eine Krankenversicherung einbezahlt, um damit die Kosten im Krankheitsfall abzudecken? Die Leistung des Staats kann ja wohl nur darin bestehen, dass er diese Versicherungen gesetzlich erzwingt!

5. In Offenbach werden Erwerbslose dazu gezwungen, unter Androhung von Leistungskürzungen ein zweimonatiges Bewerbungstraining über sich ergehen zu lassen. Da müssen sie viermal die Woche jeweils vier Stunden lang Bewerbungen schreiben. Carsten Müller, SPD-Kreisbeigeordneter und Leiter des kommunalen Jobcenters „Pro Arbeit“ ist stolz auf das vom ihm erdachte „Pilotprojekt“ für Erwerbslose. Der Kreisvorsitzende der Linkspartei, Nikolaus Dümpelmann, sieht darin ein Aushebeln des Artikels 1 des Grundgesetzes, weil die Menschenwürde durch diese Maßnahme mit Füßen getreten werde. Auch Artikel 2, nach dem jeder Mensch das Recht hat, sich frei zu entfalten, werde missachtet. „Pro Arbeit“ unterstellt offenbar, dass Erwerbslose nur intensiv genug mit Bewerbungstraining behelligt werden müssen, um für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht zu werden.

Mit dieser Haltung wird den Erwerbslosen unterstellt, dass sie selbst und nicht etwa die fehlenden Arbeitsplätze an ihrer finanziellen Misere die Schuld tragen. Wenn wirklich davon ausgegangen würde, das Projekt wäre erfolgversprechend, hätte man es wohl den ALG-I-Beziehern übergestülpt! Dieses Bewerbungstraining soll anscheinend im Zuge der Verfolgungsbetreuung der Kontrolle über die Leistungsbezieher dienen. Denn bereits beim erstmaligen Nichterscheinen „dürfen“ willkürlich 30 Prozent von 359 Euro abgezogen werden. Weil in der Krise eher Jobs abgebaut als neue geschaffen werden, bekommen Erwerbslose, wenn überhaupt, nur schlecht bezahlte Jobs im Dumpinglohnbereich. Auch werden die Anbieter der sogenannten Schulungsmaßnahmen noch dazu angehalten, die ALG-II-Bezieher mit Hausbesuchen zu drangsalieren, wofür es überhaupt keine Rechtsgrundlage gibt. Hauptsache, die Statistik wird beschönigt! Offenbar müssen die Mitarbeiter des Jobcenters irgendwo ihren Einspardruck umsetzen.

6. Ende letzter Woche hörte ich im Radio, dass die Agentur für Arbeit mehr ALG-II-Bezieher in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln will. Nach ihrer Ansicht wird das Arbeitskräfte-Potential der Hartz-IV-Empfänger zu wenig genutzt. Deshalb werben sie jetzt in einer bundesweiten Aktion bei Arbeitgebern dafür, diesen Menschen verstärkt Jobs anzubieten. Obwohl in Bremerhaven der Anteil der ALG-II-Bezieher bei 80 Prozent liegt, rechnet sich die Arbeitsagentur dort gute Chancen für den ersten Arbeitsmarkt aus. Laut Friedrich-Wilhelm Gruhl, dem Geschäftsführer der „Arge Jobcenter Bremerhaven“ gebe es Branchen, die trotz Wirtschaftskrise noch „händeringend“ nach Arbeitskräften suchten, etwa Betriebe aus dem Handwerk oder den Pflegediensten. Auf der anderen Seite gebe es gut qualifizierte ALG-II-Bezieher, die hoch motiviert sind, diese Jobs zu übernehmen.

Auch sehr gute Bewerber hätten es bei den Arbeitgebern jedoch oftmals schwer, weil der Begriff Hartz IV leider mit sehr vielen Vorurteilen behaftet sei. Ziel des Arge-Chefs Gruhl ist es, die Unternehmen dazu zu bewegen, den ALG-II-Beziehern vermehrt auch Helferjobs anzubieten. Diese Scheinheiligkeit vor der Wahl zur Statistikaufhübschung ist wirklich nur schwer zu ertragen. Erst überbieten sich verschiedene Politiker darin, in den Medien das angebliche Rauchen und Saufen der Eltern auf Kosten ihrer Kinder, die „Bildungsferne“, die Energieverschwendung oder die „träge Unmotiviertheit“ von ALG-II-Beziehern unüberprüft anzuprangern – und dann wird sich über ein gewisses Vorurteil mokiert? ALG-II-Bezieher werden zu Hilfsarbeiten und Ein-Euro-Jobs gezwungen, die in einem Lebenslauf nicht gerade für sie, ihre Fähigkeiten und Kenntnissen sprechen können. Außerdem werden sie damit allzu oft ihrer Arbeitnehmerrechte beraubt.

Aber was macht das schon? Sie sollen ja nur noch in „Helferpositionen“ vermittelt und damit vermutlich weiter degradiert werden! Dass solche Pläne ausgerechnet zu einem Zeitpunkt ans Tageslicht kommen, wo die „Tagesthemen“ melden, dass ein Viertel der Unternehmer einen massiven Stellenabbau im nächsten halben Jahr plant, gibt mir zu denken. Sollen mal wieder Festangestellte entlassen werden, damit ALG-II-Bezieher ihre Posten übernehmen und dabei den Unternehmern von der Arbeitsagentur zu einem hohen Prozentsatz die Lohnkosten erstattet werden? Warum sollten Unternehmer überhaupt noch Menschen ohne eine derartige finanzielle Unterstützung von Seiten der Arbeitsargentur einstellen? Werden jetzt Politiker, Arbeitsagentur und Unternehmer in einer Art Einheitssoße verschwimmen beziehungsweise „zusammenwachsen“?

7. Die Ökonomen wollen den „Hartz-IV-Schrecken“ mildern, weil Deutschland vor der Kündigungswelle zittert, denn wem gekündigt wird, der stürzt nach nur einem Jahr ab in Armut und Verfolgungsbetreuung, die das ALG II so hartnäckig begleiten. Den „Wirtschaftsweisen“ erscheint das in Krisenzeiten zu hart zu sein: Sie fordern eine Verlängerung des ALG I um ein halbes Jahr. Diese Lockerung müsse jedoch im Aufschwung wieder zurückgenommen werden, und zwar auf ein niedrigeres Niveau als jetzt. Ah, von daher weht der Wind! Darum geht’s bei der scheinbaren Verteilung von „Wohltaten“ in Wirklichkeit: Die kurzfristige Lockerung ist – von hinten durch die Brust ins Auge – langfristig nur als Würgegriff auf das angeblich zu üppige ALG II angedacht! Aber auch diese aberwitzig „großzügige“ Verlängerung im ALG I wird kaum dazu ausreichen, auch nur annähernd genug sozialversicherungspflichtige Jobs für die Betroffenen zu finden, die den Lebensunterhalt befriedigend absichern. Der Absturz ist und bleibt unausweichlich, solange die Schrecken des ALG II nicht abgeschafft werden. Diese sogenannten Weisen sollten eher beim ALG II beginnen, statt die Leute weiterhin mit einer „Verlängerung der Bezugsdauer beim ALG I“ zu verblöden! Die Krise wird noch länger dauern, und die Jobs werden auch in zwei Jahren noch abgebaut werden.

Elisabeth Graf (parteilos, aber Partei ergreifend)

Quelle: scharf-links.de ([url]http://www.scharf-links.de/43.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=6078&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=5eef85acb3[/url])


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. Juli 2009, 11:56:51
Arbeitsmarkt Juli 2009:

Wenige Wochen vor Landtags - und der Bundestagswahl verkündet die BA einen moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit ist die Arbeitslosigkeit wirklich nur moderat angestiegen, oder wird der Anstieg der Arbeitslosigkeit mittels kreativer Statistik verschleiert?
Bei sorgfältiger Betrachtung der BA Monatsberichte fällt auf, dass viele Zahlen auf Schätzungen und Hochrechnungen beruhen. Für mich stellt sich deshalb die Frage wird die Zahl der Arbeitslosen seitens der BA gezählt oder geschätzt?

Prognose: Deutschland verliert 1,8 Millionen Stellen (http://www.welt.de/die-welt/article3993491/Prognose-Deutschland-verliert-1-8-Millionen-Stellen.html)

Im Juli 2008 hat die BA 3.462.446 Arbeitslose in der Statistik erfasst

Die Zahl der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit (Arbeitslosigkeit registriert nach § 16 SGB III) steigt laut BA Bericht Juli 2009 Seite 52 im Juli 2009 nur um 52.466 Personen auf 3.462.446  Personen .

Allerdings befanden sich Im Monat Juli  1,58 Mio Personen (BA Bericht Juli 2009 Seite 6) in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. Darunter sind 332.234 Personen in einer  Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II .Wobei  von einer Untererfassung auszugehen ist, so haben für 2009 (Januar bis Juni; Datenstand Juni 2009) nur ca. 72 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst. Wie viele Personen in den fehlenden 28 % gefördert werden, wäre reine Spekulation.

Fußnote BA Bericht Juli 2009 Seite 85
7) Zum 01.01.2009 eingeführt. Aus BA-Verfahren liegen bundesweit Informationen zu ca. 418.689 Förderungen aus dem Vermittlungsbudget nach § 45 SGB III vor (Datenstand: Juni 2009)

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2008  3.210.045 BA Bericht Juli 2008 Seite 46 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 252.401 im Juli 2009 auf 3.462.446 Personen

Leistungsempfänger 3): (ALG I; ALG II; Sozialgeld) A Bericht Juli 2009 Seite 52
3) Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hochgerechnet werden.

Leistungsempfänger3)
- Arbeitslosengeld 1.162.111
- erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.949.407
- nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.819.433

Im Juli 2009 gibt es laut BA Bericht 7.930.951  Leistungsempfänger von ALG I, ALG II und Sozialgeld  BA Bericht Juli 2009 Seite 52.  Darunter 6.111.518 Leistungsempfänger im Bereich des ALGI und ALG II. Im Juni 2008 wurden nur 7.842.588 und im Juli 2008 *7.782.243Leistungsberechtigte *Vorläufig und hochgerechnet BA Bericht Juli 2008 Seite 46  ermittelt 

Außer den Leistungsempfängern gab es im März noch 398.000 Arbeitslose,
die im Berichtsmonat keine Geldleistungen
aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen erhielten 89 Prozent Leistungen.(BA Bericht Juli 2009 Seite 20)

Saisonbereinigt sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 6000 auf 3.480.000 ab (Seite 59 BA Bericht Juli 2009)


Kurzarbeit: 

Nach Schätzung der Statistik der BA auf Basis von Abrechnungslisten und Anzeigen, dürfte der Bestand an konjunkturellen Kurzarbeitern bis in den Mai auf 1,3 bis 1,4 Mio zugenommen haben. BA Bericht Juli 2009 Seite 9 (letzte Zahl in der Zahlenreihe März 2009 1.246.618 BA Bericht Juli 2009 Seite 57)Die aktuelle Zahl (Juli 2009) der Personen in Kurzarbeit konnte ich im BA Bericht Juni 2009 nicht erkennen.

„Kurzarbeit droht nutzlos und teuer zu werden“ (http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/kurzarbeit-droht-nutzlos-und-teuer-zu-werden;2303200)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 05. August 2009, 06:18:10
Zitat
Vermittlerschelte und gezielte Irreführung

Bremer Arbeitsmarktforscher: Unternehmerverband verbreitet falsche Zahlen über offene Stellen

Den Unternehmern stehen harte Zeiten bevor. Wenn sie nach der Bundestagswahl Hunderttausenden wegen Profitklemme die Arbeit wegnehmen müssen, könnte ihr guter Ruf als »Arbeitgeber« Schaden nehmen. Also wird schon einmal präventiv mit dem Finger auf andere gezeigt, und einmal mehr müssen »unfähige« Arbeitsvermittler als Sündenböcke herhalten.

Der Anfang der Kampagne ist gemacht: Auf dem Arbeitsmarkt gebe es noch 480000 offene Stellen, »deutlich mehr als im Juli 2008«, schrieb die Bild-Zeitung am Montag unter Berufung auf das Deutsche Institut für Wirtschaft (IW). Dieselbe Zahl hatte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, via Welt am Sonntag verbreitet – und noch einen draufgesetzt: Nicht einmal jede zweite offene Stelle werde der Bundesagentur für Arbeit (BA) überhaupt gemeldet. Viele Firmen suchten händeringend nach Mitarbeitern, die Nürnberger Bürokraten lieferten aber einfach zu wenige Leute mit Qualität. Was lernen wir daraus? Arbeit gibt es massenhaft, aber keiner greift zu.

So weit, so falsch: Paul Schröder vom Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) ist der Zahl auf den Grund gegangen: Leicht abgerundet stimmt sie mit dem von der BA im zurückliegenden Monat ermittelten »Bestand an gemeldeten Stellen« in Höhe von 483593 überein. Allerdings waren dies nicht »deutlich mehr«, sondern deutlich weniger als vor einem Jahr. Damals sei von 588420 entsprechenden Stellen berichtet worden, »21,7 Prozent mehr als im Juli 2009«, konstatiert Schröder in seiner Analyse.

Eine gezielte Irreführung ist auch die Aussage, bei diesen 480000 handele es sich um offene Stellen.
Die der BA gemeldeten Stellen umfassen nach Schröders Angaben auch alle öffentlich geförderten Angebote, darunter beispielsweise gut 151000 Ein-Euro-Jobs. Bereinigt um diese und ähnliche Maßnahmen bleiben knapp 300000 »ungeförderte Stellen« übrig. Im Juli 2008 waren es noch knapp 424500, also noch rund 42 Prozent mehr. Zu den »ungeförderten Stellen« zählen Schröder zufolge zudem jene, »deren Besetzung später z. B. durch Eingliederungszuschüsse gefördert wird, und natürlich auch jene, deren Entlohnung so gering ist, daß ergänzend ALG II gezahlt wird«.

[url]http://www.jungewelt.de/2009/08-05/050.php[/url] ([url]http://www.jungewelt.de/2009/08-05/050.php[/url])


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 22. November 2010, 15:15:47
---> U.ganda von der Leyen - Georg Schramm über Verachtung  (http://www.youtube.com/watch?v=2o_94y5v1PY#ws)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: ABM - freak am 30. November 2010, 12:46:28
2,931 MillionenArbeitslosigkeit geht weiter zurück

http://www.n-tv.de/politik/Arbeitslosigkeit-geht-weiter-zurueck-article2039101.html (http://www.n-tv.de/politik/Arbeitslosigkeit-geht-weiter-zurueck-article2039101.html)

mitten in der krise mitten im herbst gefühlt winter!

ja ne is klar ::)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Alan Smithee am 30. November 2010, 13:08:46
...und gleichzeitig steigen die Privatinsolvenzen drastisch. Überwiegender Grund: Arbeitslosigkeit: http://www.chefduzen.de/index.php/topic,22831.0.html (http://www.chefduzen.de/index.php/topic,22831.0.html)

Damen und Herren: da weiß doch die eine Pressestelle nicht mehr, was die andere gleichzeitig von sich gibt! Propaganda geht anders! Aber offensichtlich werden da auch nur noch überwiegend unerfahrene "Bachelor"-Praktikanten für lau beschäftigt.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. November 2010, 13:30:31
Deutschland: Arbeitsmarkt November 2010:

Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigensten Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine selbst-bestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV Leistungen) gestalten möchte/können muss, ist der deutsche Arbeitsmarkt weiter entfernt als je zuvor. Allerdings ist das Ziel das jeder Arbeitslose irgendwie in Ein Euro Job; Bürgerarbeit; Maßnahmen oder Minijobs beschäftigt wird, erheblich näher gerückt.

Ist der deutsche Arbeitsmarkt tatsächlich wie die Medien gleich klingend berichten eine Insel der Glückseligen in einem Meer der steigenden oder hohen Arbeitslosigkeit in Europa und den USA?

Unter großem euphorischem Jubel der öffentlich rechtlichen und vieler Print-Medien verlautbart die BA, dass die statistisch erfasste Zahl der Arbeitslosen in D auch im November,  unter der psychologisch wichtigen Marke von 3 Millionen verharrt. Auf mich wirkt diese Szenerie nahezu hysterisch. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber viele vermuten ( siehe Kommentare der Online Artikel) das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen Potemkinsches Dorf, sie wird durch das Herausrechnen vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) fein herausgeputzt, um den tatsächlichen, verheerenden Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

Der Erfolg am Arbeitsmarkt gründet in den Niedriglohnsektor der Zeit und Leiharbeit (Erpressung am Arbeitsplatz - Wie Leiharbeiter ausgenutzt werden (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8144142,00.html)) den Ein Euro Jobs (Städte missbrauchen Ein-Euro-Jobs (http://www.derwesten.de/nachrichten/Staedte-missbrauchen-Ein-Euro-Jobs-id3995710.html))  und in der so genannten Bürgerarbeit diese Art der Beschäftigung ist und bleibt  meines Erachtens Blendwerk und Menschenunwürdig. Wem außer der Politik der BA Zahlenstatistik oder den chronisch klammen Kommunen, ist diese Art der Beschäftigung hilfreich? Den/Der Arbeitslosen? Den/Der Steuerzahler/in ? George Fitzhugh (http://docsouth.unc.edu/southlit/fitzhughcan/bio.html) publizierte um 1854 ein Buch, in dem er sagte: „Einige Menschen sind mit einem Sattel auf dem Rücken geboren, und andere sind gestiefelt und gespornt, um diese zu reiten. Und es tut ihnen gut!“
Ist das der ideologische Grundgedanke der Ein Euro Jobs und der so genannten „Bürgerarbeit“ Wem nützt eine kreative Arbeitslosenstatistik, wenn diese nur aufgrund von Schätzungen, Hochrechnungen der BA und der statistischen Zählwiese eine Zahl der Arbeitslosen unter 3 Millionen Personen ermittelt? Wie hoch wäre die Zahl der Arbeitslosen im November 2010 wenn diese mit den Grundlagen von 1992 gezählt würden?

Fragen über Fragen, der BA Bericht bleibt viele Antworten schuldig.

Die Zahlen
  BA Bericht November 2010 Seite 50  die offizielle Zahl der registrierten Arbeitslosen im  November 2010 wird mit 2.931.170 Personen beziffert zusätzlich wurden im November  1.506.176  Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente geschätzt BA Bericht November Seite 82 (Erfahrungsgemäß steigt diese Zahl in den folgenden BA Monatsberichte noch erheblich an). Der Rückgang der Arbeitslosigkeit beruht somit ausschließlich auf der Ausdehnung der arbeitsmarktpolitische Instrumente im BA Bericht Oktober wurde die Zahl der Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente  auf 1.481.600 Personen geschätzt.
 

Im BA Bericht November 2010 wurde die Zahl der Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente von 1.481.600 Personen (BA Bericht Oktober 2010) auf 1.501.042 Personen im BA Bericht November 2010 korrigiert.
Im BA Bericht November 2010 wurde die Zahl der Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente von 1.430.234  Personen (BA Bericht September 2010) auf 1.466.955 Personen im BA Bericht November 2010 korrigiert.
BA Bericht November 2010 wurde die Zahl der Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente von 1.376.178  Personen (BA Bericht August 2010) auf  1.411.138 Personen im BA Bericht November 2010 korrigiert.

  
Die Zahl der Personen in Arbeitsgelegenheiten (Ein Euro Jobs) wird im BA – Bericht November 2010 Seite 82) auf  323.095  beziffert.( Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010 [Januar bis September, Datenstand September 2010 - vorläufige Werte] nur ca. 76 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.)

BA Bericht Seite 22 Fußnote 25
Es ist zu beachten, dass eine nennenswerte Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II keine Leistungen aus der Grundsicherung bezieht und deshalb die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II größer ist als die Zahl der arbeitslosen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen (um 4 Prozent).  
  
Außer den Leistungsempfängern gab es im Juli noch 378.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.. (BA Bericht November 2010 Seite 19 )
  
 ARBEITSLOSE + Personen in Maßnahmen  
 November 2010 == 4.437.346  (Oktober 2010 laut BA Bericht Oktober 2010 4.427.091) betroffene Personen

Sind diese Zahlen wirklich ein Grund für euphorischen Jubel ?
  
  7) Vergleiche mit Vorjahresergebnissen sind nicht sinnvoll, da rückwirkend ab BM Jan 2010 die Datenbasis und das Messkonzept zur Auswertung von eingelösten VGS (bewilligt 1. Rate) umgestellt und die statistischen Ergebnisse revidiert wurden. (BA Bericht November 2010 Seite 82)
  
Laut BA Bericht November 2010 Seite 50 bleibt die so genannte  Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit trotz aller Euphorie über 4 Millionen (4.058.497) Personen Unterbeschäftigungsquote 9,5 % Auch die BA Zahl der Unterbeschäftigung bildet nicht die tatsächliche  sondern eine von der BA definierte Unterbeschäftigung ab.
  
Nach den jüngsten vorläufigen hochgerechneten Daten wurde im September an 220.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld nach § 170 SGB III gezahlt, (BA Bericht November 2010 Seite 9 )
  
  Leistungsempfänger 3):
  ALG I   829.445 ;
  ALG II 4.719.454 ;
  Sozialgeld 1.774.341;
(ohne Sozialhilfe SGB XII ca. 1.200.000 Personen – 2008 – Statis - Pressemitteilung Nr.488 vom 15.12.2009) BA Bericht November 2010 Seite 50 3) Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hoch gerechnet werden.
  Die Zahl der Leistungsempfänger (ALG I, ALG II, Sozialgeld) errechnet sich mitten im „Arbeitsmarktwunder“ weiterhin auf hohen Niveau die Statistik der BA weist für November  7.323.240 Personen im Leistungsbezug von Arbeitslosengeld I; Arbeitslosengeld II und Sozialgeld aus.
  
  
 5. Statistische Hinweise zur Arbeitsmarktpolitik - Auswirkung der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente auf die Messung der Arbeitslosigkeit BA Bericht November 2010 Seite 45/46

Fazit der Zahlen

Der Vergleich der Leistungsempfänger Personen(ALG; ALHI) von November 2004 (Im BA Bericht November 2004 wird die Zahl der Leistungsempfänger auf Seite 14 mit 4.071.000 Personen bezifftert) mit den Leistungsempfängern rund 7,4 Millionen Personen (ALGI, ALGII, Sozialgeld) 2010 ergibt einen stolzen Anstieg von rund  80 % nebenbei erhalten rund 1.200.000 Personen Sozialhilfe (2008) in der immer noch bestehenden Sozialhilfe (SGB XII)  Pressemitteilung Nr.488 vom 15.12.2009  Sozialhilfe 2008: 1,2 Millionen Menschen erhielten besondere Leistungen. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2009/12/PD09__488__221.psml)

Erwerbsfähige Hilfebedürftige, die nach Vollendung des 58. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leis-tungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben, gelten nach § 53a Abs. 2 SGB II dann nicht als arbeitslos, wenn ihnen in diesem Zeitraum keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten werden konnte. (BA – Bericht November 2010 Seite 67)
  
So ist nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen die Kranken und Arbeitslose die extern betreut werden aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.

Zahl der Erwerbstätigen

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!

Zitat
Erwerbstätige - Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)  ([url]http://de.wikipedia.org/wiki/Erwerbst%C3%A4tigkeit[/url])


Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen ebenso wie die Zahl der Arbeitslosen nicht durch genaues zählen sondern durch Hochrechnungen und Schätzungen ermittelt.  

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung  stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR,templateId=renderPrint.psml)

Die manipulative Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können Sie guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.


Die Krux ist, das jede/r das scheitern von Hartz IV erkennen kann, ohne das er/sie nur einen Blick auf Statistiken benötigt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sind der Beweis dass, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte nicht nur nicht erreicht wurde sondern das die  Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung - explodiert sind.

In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004)
Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...)  und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Bschäftigung...)

Hintergrundinfos

Zunahme von Niedriglöhnen - Experten warnen vor Folgen für das Sozialsystem (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,8117745,00.html)
 
 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr.505 vom 22.12.2009 - Deutliches Defizit der Kommunen im ersten bis dritten Quartal 2009
  
  Es handelt sich abermals um ein Paradoxon einerseits spricht der Staatsjournalismus vom „Jobwunder“ immerhin ist die Zahl der Arbeitslosen von rund 5 Millionen 2005 auf rund 3 Millionen 2010 gesungen anderseits Seit der Einführung von Hartz IV sind die Unterkunftskosten deutlich angestiegen: von 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf voraussichtlich elf Milliarden Euro in diesem Jahr. (http://"http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/hartz-IV-mietkosten")  
  
Das Geschäft mit der Armut und den Armen
  
  Ein Euro Jobs oder Bürgerarbeit oder Pflegehelfer das Geschäft mit der Armut der Armen blüht wie selten zuvor.Mittlerweile tauchen in den Medien immer mehr Beispiele dubioser Sozialfirmen auf, zumeist gemeinnützige GmbHs. Für die Anbieter eröffnen sich viele Chancen, besonders lukrative Strukturen aufzubauen. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/)
  
  Dienstmaserati und Traumrendite - Vom neuen Profitstreben in der Sozialarbeit
  
  Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument (http://www.dradio.de/download/124221/)
  
  Audio - Podcast (http://www.dradio.de/aod/?station=3&broadcast=348697&datum=20100823&playtime=1282584600&fileid=87ddb29b&sendung=348697&beitrag=1249341&)
  
  
Zitat
Die GmbH erlaubt viele Möglichkeiten Gewinne herauszuziehen - trotz Gemeinnützigkeit. Für Stefan Thyroke, Berliner ver.di-Betreuungssekretär für die Branche, ist der Bereich der freien Träger ein "Sumpfgebiet", in dem Fälle von Filz und Korruption fast alltäglich seien. ([url]http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/[/url])
  
  ...
  
  Vielleicht hat Harald Ehlert den Fehler gemacht, sich als Propagandatrommler einer Entwicklung zu positionieren, die in einer seltsamen Unübersichtlichkeit abläuft. Staat, Wohlfahrtsverbände und gemeinnützige Gmbhs kooperieren diskret. ([url]http://www.dradio.de/download/124221/[/url])
 Die aktuelle Forderung von Frau Merkel "Pflege statt Hartz IV" ist ein weiteres Mosaiksteinschen, einer Gedanken-Welt in der Kinder von Hartz IV Familien mit (Bildungs)Chipkarten und Pflegebedürftige mit Hartz IV Leistungsempfänger versorgt werden sollen.
    
Bei objektiver Betrachtung scheinen die neoliberalen Wahnideen der Obrigkeit anhand der Leistung/Nutzen Rechnung des Humankapitals ( der Bürger) immer deutlicher durch.
  
  
Umstellung der Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Methodenberichte/Generische-Publikationen/Methodenbericht-Umstellung-der-Statistik-der-gemeldeten-Arbeitsstellen.pdf)
  
Quelle der Daten: Neue Internetadresse
Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Quelle der Daten BA Bericht November 2010]http://statistik.arbeitsagentur.de/cae/servlet/contentblob/226976/publicationFile/107142/Monatsbericht-201011.pdf;jsessionid=D1FD109F2FA9556D2E15C101D180C94A]Quelle der Daten BA Bericht November 2010 (http://statistik.arbeitsagentur.de/cae/servlet/contentblob/226976/publicationFile/107142/Monatsbericht-201011.pdf;jsessionid=D1FD109F2FA9556D2E15C101D180C94A)
  
 Erstellt von Sybilla am 30.11.10  11 Uhr 20
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden




Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 30. November 2010, 14:23:04
In meiner unmittelbaren Umgebung laufen jetzt befristete, geförderte Maßnahmen bei etwa 8 Personen aus. Die Leute werden aber gebraucht und sollen dann auf 165 € Basis weiter in den entsprechenden Läden arbeiten. Natürlich wird unausgesprochen erwartet, dass sie mehr als die "erlaubten" Stunden arbeiten. ... Ich kriege davon Gehirnkrebs! Wo soll dieser Mist, diese Selbstverarsche noch enden?


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: schwarzrot am 30. November 2010, 14:29:56
Bei von der Leyens kann mensch lernen, dass es in erster linie darauf ankommt, in jedem fall die zahlen gross darzustellen.
Da Sybilla, mal wieder vor sowas zurückschreckt, mach' ich das mal  ;D, als gegengewicht zu den propagadazahlen in den 'öffentlichen' medien:

Arbeitsmarktexpertin von chefduzen.de enthüllt:
Arbeitsmarkt November 2010

7.323.240 Millionen menschen ohne Job!

Wenn wir dann noch (schein)-selbstständige, durch arschamt/arge obdachlos gemachte, zwangsbedarfgemeinschafts-keinsozialleistungsbekommer, sowie leute, die sich mit 'mini'-gehältern durchschlagen müssen und sich wegen arge-schikane weigern anträge zu stellen dazurechnen, kommen wir auf eine zahl um die 10mio.,
die sich vermutlich seit dem fetten parteispenden-Kohl nicht verändert hat.

Die Aufschwunglüge!



Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 30. November 2010, 18:28:30
(http://h-2.abload.de/img/7miogzvu.jpg)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 30. November 2010, 21:03:41
@ antonov: Betrachte dich als von deinem unerreichbarsten Traum-/Lieblingspartner in meinem Namen als zu Boden geknutscht! Klasse Plakat!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 01. Dezember 2010, 13:34:15
:)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 01. Dezember 2010, 22:35:00
Erneutes Paradoxon, obwohl erst gestern nahezu alle Medien Im Gleichklang das absinken der Arbeitslosigkeit auf ein 20 Jahrestief euphorisch bejubelten, müssen wir heute zur Kenntnis nehmen, das die exorbitant hoch angestiegenen Sozialkosten der Städte und Kommunen die Finanzierung der Instandhaltung der Infrastruktur und des Winterdienstes gefährden.

Der Städte- und Gemeindebund sieht wegen der hohen Sozialausgaben ... (http://www.dnews.de/nachrichten/panorama/379407/sozialkosten-schaden-strassen-streudienst.html)

Die durchschnittlich interessierten Bürgerinnen und Bürger verstehen die Welt nicht mehr, wenn die Arbeitslosigkeit sinkt und die Beschäftigung steigt warum steigen dann die Sozialkosten der Städte und Kommunen exorbitant an?

Eventuell ist das die Antwort?

Kommentar zur aktuellen Arbeitslosenstatistik (http://www.radio-z.net/de/politik-beitraege/themen/69765-sozialfunk-kommentar.html)

Meine Oma sagt immer: "Lügen haben kurze Beine"


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 04. Dezember 2010, 13:09:20
Nachbetrachtung zu den BA Monatsberichten

Haben Sie schon bemerkt das trotz „Arbeitsmarktwunder“ die Zahl der Leistungsempfänger (Arbeitslosengeld I; Arbeitslosengeld II; Sozialgeld) von Januar 2005 laut BA Bericht Januar 2005 Seite 20  7.676.457 Personen bis November 2010 nur um 353.217 auf  7.323.240 Leistungsempfänger (BA Bericht November 2010 Seite 50 ) gesunken ist ?

Ist ihnen aufgefallen das die Zahl der Personen im Arbeitslosengeld II Bezug ( Hartz IV)
Von Januar 2005 von 4.088.955 Personen bis November 2010 trotz "Arbeitsmarktwunder – die Zahl der Arbeitslosen ist von über 5 Millionen im Januar 2005 auf unter 3 Millionen im November 2010 abgesunken" auf  4.719.454 Personen angestiegen ist.

Völlig überraschend und unerwartet ist auch die Zahl der die Sozialgeldempfänger sind von Januar 2005 von 1.516.168 Personen bis November 2010 um rund 260.000 Personen auf 1.774.341 Personen angestiegen.

Im November 2010 gibt es 7.323.240 Personen Leistungsempfänger BA Bericht November 2010 Seite 50 und rund (vorläufige Zahlen) 1,1 Millionen Personen Sozialhilfe. Somit erhalten im November 2010 rund 8.434.000 Personen Leistungen der BA/SGB II (Hartz IV) oder Sozialhilfe nach SGB XII.

Diese Nachbetrachtung und der Vergleich einiger BA Berichtszahlen von Januar 2005 umit November 2010 lässt den euphorischen Jubel der Staatsmedien und der Boulevardpresse mit den großen Buchstaben, in einen ganz anderen Licht erscheinen. Im Licht dieser Zahlen, wirkt der Jubel nicht mehr befreiend sondern hysterisch.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: BGS am 11. Dezember 2010, 00:29:51
herzlichen Dank für die gute Aufklärung und die Fakten.

Doch wo sind eigentlich die jährlichen ausgewanderten "Arbeitslosen"? Verschwunden? Verdunstet? Erloschen?

Das nur ganz am Rande.

MfG

BGS


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 11. Dezember 2010, 09:28:18
Auch von mir noch mal tausend Dank an Sybilla.

Wie schreibt sie so nett? : "Im Licht dieser Zahlen, wirkt der Jubel nicht mehr befreiend sondern hysterisch."

Man könnte auch von: "Pfeifen im Walde (http://de.wikipedia.org/wiki/Pfeifen_im_Walde)" oder "Singen im Keller" sprechen, wobei der Keller auch sehr Richtung Umfragetief gedeutet werden kann.

Wann merkt endlich die Mehrzahl unserer Bevölkerung, dass sie permanent von der Regierung belogen wird? Oder ist es ihr mittlerweile schon (wieder) egal, weil der Selbsterhaltsmechanismus der Verdrängung eingesetzt hat?


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Herr_Unbeugsam am 11. Dezember 2010, 09:52:51
Guten Morgen,


möchte mich meinen Vorpostern anschließen und herzlichen Dank sagen.


Nachbetrachtung zu den BA Monatsberichten

die Zahl der Leistungsempfänger




Es kann aber nicht die tatsächliche Zahl sein, denn es wurden ja nur die Zahl der Leistungsbezieher dargestellt. Wie Frau Angelika Schömig klar darstellte in dem Radiokommentar (http://www.radio-z.net/de/politik-beitraege/themen/69765-sozialfunk-kommentar.html), fehlen da viele Hilfe/Arbeitssuchende , usw. ...

Mich persönlich würden die gemeldeteten Personenzahlen sehr interessieren, und nicht die Leistungen erhalten. Also alle, die sich gemeldet haben und wegen "Statistiktricks" nicht mitgezählt wurden/worden sind.



mfg
Herr_Unbeugsam

PS.:
Gibt es schon Kläger wegen Betrugs und Volksverh...?


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Auferstanden am 12. Dezember 2010, 11:06:31
Bei allem Respekt, insbesondere gegenüber den Fleißarbeiten von Sybilla sich der
mtl.  wiederkehrenden Statistikfälschereien der BA anzunehmen und diese  mit
konträren Zahlen zu konfrontieren, lohnt sich die Mühe überhaupt?

Oder anders formuliert, bedarf es zu einer Aufklärung über den fehlenden medialen
Zugang einmal ausklammernd, nicht auch einer Personenmehrzahl, die rational
überhaupt aufgeklärt werden will?
Hier wird die Frage nach realen Zahlen gestellt und stellt damit letztendlich
eine gesellschaftliche Grundfrage, den nicht umsonst bemüht man sich einer Propaganda
die seinesgleichen sucht...




Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 12. Dezember 2010, 11:34:42
Da das Internet nichts vergisst, ist die Arbeit von Sybilla sehr wichtig, denn so kann hinterher keiner behaupten: "Ich habe das alles gar nicht gewusst!"
Die von ihr errechneten, deutlich gemachten Zahlen werden von mir regelmäßig überall da breitgetreten, wo bspw. die B***Zeitung ausliegt, wenn mal wieder eine entsprechende Schlagzeile auftritt.

"Diese Zeitung müssten wir jetzt gemeinsam auf dem Dorfplatz verbrennen, damit nicht noch mehr Informations-Zombies rumlaufen!"
"Wie kann man nur so schamlos lügen?"
"Dafür noch Geld ausgeben ... bloß wegen dem nackten Weib oder dem Horrorskop? Oder wegen der Nuttenadressen?"

... das sind so die Sprüche, die ich möglichst im Beisein von Unbeteiligten z.B. beim Bäcker ablasse. Danach gehts mir besser. Wenn ich mich sehr ärgere rufe ich auch gerne mal unter dem Namen meines schon 25 Jahre toten Grossvaters in der Redaktion an und versuche der Wirklichkeit eine Chance zu geben...

Es ist richtig, dass Sybilla immer wieder in die Wunde fasst. Schlussfolgern und weiterverbreiten ist unsere Aufgabe!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Alex22 am 13. Dezember 2010, 08:35:23
....

Oder anders formuliert, bedarf es zu einer Aufklärung über den fehlenden medialen
Zugang einmal ausklammernd, nicht auch einer Personenmehrzahl, die rational
überhaupt aufgeklärt werden will?
....

Die Zahlen sind wichtig für die Geschichtswissenschaft.
Die Leute wollen oft nicht aufgeklärt werden. Opposition ist für viele nur Querulantentum.
Neulich auf dem Parteitag einer demokratischen Partei in Bayern, musste ich feststellen, dass sich Delegierte mehr über die Herkunft eines Antrages als über dessen Inhalt und Sinn Gedanken machen. Sie lehnten im persönlichen Gespräch die Unterzeichnung ab.
Als dann ihr "Gruppenführer", Fürst oder Alpha Affe vorne auf dem Podium für diesen Antrag warb, da stimmten diese Demokratiezombies diesem zu.

Solche Leute erträgt auf Dauer keine Partei und erst recht kein Staat.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 04. Januar 2011, 13:53:38
Deutschland: Arbeitsmarkt Dezember 2010:

„Ein Arbeitsloser ist solange an seiner Arbeitslosigkeit selbst schuld, bis er das Gegenteil beweisen kann“

Aufschwung xxxl: Binnenkonsum -  Deutschland verliert an Kaufkraft [/url] - ILO Vergleichsstudie: Vergleichsstudie Löhne in Deutschland sinken weiter

 Global Wage Report 2010: Kurzfassung auf Deutsch (PDF, 578 kB)  Neben den moderaten Tarifabschlüssen der vergangenen Jahre sind die Ausweitung des Niedriglohn-Sektors und die Zunahme von atypischen Beschäftigungsformen11 – wie Zeitarbeit und 400-Euro-Jobs – wesentliche Gründe für das schlechte Abschneiden Deutschlands… (http://www.dgb.de/themen/++co++7a01a332-0860-11e0-79f2-00188b4dc422)

ILO - International Labour Office (2010): Global Wage Report 2010/11: Wage Policies in Times of Crisis, Geneva. (http://www.webcitation.org/query?url=http%3A%2F%2Fwww.ilo.org%2Fwcmsp5%2Fgroups%2Fpublic%2F%40dgreports%2F%40dcomm%2F%40publ%2Fdocuments%2Fpublication%2Fwcms_145265.pdf&date=2010-12-16)

Sozialexperten warnen vor drastisch steigender Altersarmut (http://www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_14743015,00.html)

Kinderarmut in Deutschland besorgniserregend (http://www.noows.de/deutschland-bei-sozialer-gerechtigkeit-mittelmass-24619)

Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine selbst-bestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV Leistungen) gestalten möchte/können muss, ist der deutsche Arbeitsmarkt immer noch nicht näher gekommen. Allerdings ist das Ziel das jeder Arbeitslose irgendwie in Ein Euro Job; Bürgerarbeit; Maßnahmen oder Minijobs beschäftigt wird, erheblich näher gerückt.

Ist der deutsche Arbeitsmarkt tatsächlich wie die Medien gleich klingend berichten eine Insel der Glückseligen in einem Meer der steigenden oder hohen Arbeitslosigkeit in Europa und den USA?

Unter großem euphorischem Jubel der öffentlich rechtlichen Staatsmedien und vieler Print-Medien verlautbart die BA, dass die statistisch erfasste Zahl der Arbeitslosen in D im Dezember 2010,  nur knapp über die psychologisch wichtigen Marke von 3 Millionen gesprungen ist. Auf mich wirkt diese Szenerie nahezu hysterisch. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber viele vermuten ( siehe Kommentare der Online Artikel) das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen Potemkinsches Dorf, sie wird durch das Herausrechnen vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) fein herausgeputzt, um den tatsächlichen, verheerenden Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

So wird reißerisch und triumphal ein Beschäftigungsrekord verlautbart aber gleichzeitig werden die Beiträge für die GKV auf 15,5 % + Zusatzbeiträge diverser Krankenkassen angehoben. Wenn es tatsächlich einen Beschäftigungsrekord der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse geben würde, dann dürften die Beiträge zur GKV nicht  steigen sondern sinken. Wem hilft ein Beschäftigungsrekord der mit 0 € Praktika, 1 € Jobs, Bürgerarbeit, Beschäftigung- und Übfirmen sowie einen Heer von 400 € Jobber erreicht wurde. ?

Die Kommunen und der Bund verzeichnen 2010 Rekordschulden und trotz Aufschwung xxxl leere Kassen.

Der Erfolg am Arbeitsmarkt gründet in den Niedriglohnsektor der Zeit und Leiharbeit (Erpressung am Arbeitsplatz - Wie Leiharbeiter ausgenutzt werden (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8144142,00.html)) den Ein Euro Jobs (Städte missbrauchen Ein-Euro-Jobs (http://www.derwesten.de/nachrichten/Staedte-missbrauchen-Ein-Euro-Jobs-id3995710.html))  und in der so genannten Bürgerarbeit diese Art der Beschäftigung ist und bleibt  meines Erachtens Blendwerk und Menschenunwürdig. Wem außer der Politik der BA Zahlenstatistik oder den chronisch klammen Kommunen, ist diese Art der Beschäftigung hilfreich? Den/Der Arbeitslosen? Den/Der Steuerzahler/in ? George Fitzhugh (http://docsouth.unc.edu/southlit/fitzhughcan/bio.html) publizierte um 1854 ein Buch, in dem er sagte: „Einige Menschen sind mit einem Sattel auf dem Rücken geboren, und andere sind gestiefelt und gespornt, um diese zu reiten. Und es tut ihnen gut!“
Ist das der ideologische Grundgedanke der Ein Euro Jobs und der so genannten „Bürgerarbeit“ Wem nützt eine kreative Arbeitslosenstatistik, wenn diese nur aufgrund von Schätzungen, Hochrechnungen der BA und der statistischen Zählwiese eine Zahl der Arbeitslosen um 3 Millionen Personen ermittelt? Wie hoch wäre die Zahl der Arbeitslosen im Dezember 2010 wenn diese mit den Grundlagen von 1992 gezählt würden?

Fragen über Fragen, der BA Bericht bleibt viele Antworten schuldig.

Die Zahlen
 
BA Bericht Dezember 2010 Seite 74  die offizielle Zahl der registrierten Arbeitslosen im  wird mit 3.015.715 Personen berechnet zusätzlich waren  nach vorläufigen Schätzungen der BA im Dezember 2010  1.464.582 Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente beschäftigt BA Bericht Dezember Seite 106 (Erfahrungsgemäß steigt diese Zahl in den folgenden BA Monatsberichte noch erheblich an zuletzt um rund 22.000 für November 2010).
 
So wurde im BA Bericht September 2010 (Seite 81) die Zahl der Personen in arbeitsmarktpolitischen Instrumenten mit 1.430.234 Personen angegeben im BA Bericht Dezember 2010 (Seite 106) wurde diese Zahl um rund 50.000 Personen auf 1.480.440 korrigiert.

Die Zahl der Personen in Arbeitsgelegenheiten (Ein Euro Jobs) wird im BA – Bericht Dezember 2010 Seite 106) mit 288.604 Personen berechnet.( Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010 [Januar bis September, Datenstand September 2010 - vorläufige Werte] nur ca. 76 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.)

BA Bericht Dezember 2010 Seite 38 Fußnote 40
Es ist zu beachten, dass eine nennenswerte Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II keine Leistungen aus der Grundsicherung bezieht und deshalb die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II größer ist als die Zahl der arbeitslosen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen (um 4 Prozent).
  
Außer den Leistungsempfängern gab es im August noch 391.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. (BA Bericht Dezember 2010 Seite 35 )
  
 ARBEITSLOSE + Personen in Maßnahmen (vorläufige Berechnung/Schätzung der BA)  
 Dezember 2010 == 4.480.297


Sind diese Zahlen wirklich ein Grund für euphorischen Jubel ?
  
  7) Vergleiche mit Vorjahresergebnissen sind nicht sinnvoll, da rückwirkend ab BM Jan 2010 die Datenbasis und das Messkonzept zur Auswertung von eingelösten VGS (bewilligt 1. Rate) umgestellt und die statistischen Ergebnisse revidiert wurden. (BA Bericht Dezember 2010 Seite 106)
  
Laut BA Bericht Dezember 2010 Seite 74 bleibt die so genannte  Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit trotz aller Euphorie über 4 Millionen (4.097.283) Personen Unterbeschäftigungsquote 9,6 % Auch die BA Zahl der Unterbeschäftigung bildet nicht die tatsächliche  sondern eine von der BA definierte Unterbeschäftigung ab.
  
Nach den jüngsten vorläufigen hochgerechneten Daten wurde im Oktober an 220.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld nach § 170 SGB III gezahlt, das waren etwa so viele wie im Vormonat (BA Bericht Dezember 2010 Seite 11 )
  
  Leistungsempfänger 3):
  ALG I   873.582;
  ALG II 4.731.339;
  Sozialgeld 1.776.961;
(ohne Sozialhilfe SGB XII ca. 1.200.000 Personen – 2008 – Statis - Pressemitteilung Nr.488 vom 15.12.2009)
BA Bericht Dezember 2010 Seite 74 3) Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hoch gerechnet werden.
  Die Zahl der Leistungsempfänger (ALG I, ALG II, Sozialgeld) errechnet sich mitten im „Arbeitsmarktwunder“ weiterhin auf hohen Niveau die Statistik der BA weist für Dezember 2010  7.381.882 Personen im Leistungsbezug von Arbeitslosengeld I; Arbeitslosengeld II und Sozialgeld aus.
  
  
 5. Statistische Hinweise zur Arbeitsmarktpolitik - Auswirkung der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente auf die Messung der Arbeitslosigkeit BA Bericht Dezember 2010 Seite 69 - 71

Fazit der Zahlen

Der Vergleich der Leistungsempfänger Personen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leistungsempfänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Personen beziffert) mit den Leistungsempfängern rund 7,4 Millionen Personen (ALGI, ALGII, Sozialgeld) 2010 ergibt einen stolzen Anstieg von rund  70 % nebenbei erhalten rund 1.200.000 Personen Sozialhilfe (2008) in der immer noch bestehenden Sozialhilfe (SGB XII) http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2009/12/PD09__488__221.psml (http://[url=http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2009/12/PD09__488__221.psml)]Pressemitteilung Nr.488 vom 15.12.2009  Sozialhilfe 2008: 1,2 Millionen Menschen erhielten besondere Leistungen.[/url]

Erwerbsfähige Hilfebedürftige, die nach Vollendung des 58. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leistungen der Grundsicherung für Arbeit suchende bezogen haben, gelten nach § 53a Abs. 2 SGB II dann nicht als arbeitslos, wenn ihnen in diesem Zeitraum keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten werden konnte. (BA – Bericht Dezember 2010 Seite 61)
  
So ist nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen die Kranken und Arbeitslose die extern betreut werden aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.

Zahl der Erwerbstätigen

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!

Zitat
Erwerbstätige - Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)  ([url]http://de.wikipedia.org/wiki/Erwerbst%C3%A4tigkeit[/url])


Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen ebenso wie die Zahl der Arbeitslosen nicht durch genaues zählen sondern durch Hochrechnungen und Schätzungen ermittelt.  

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung  stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR,templateId=renderPrint.psml)

Die manipulative Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können Sie guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.


Die Krux ist, das jede/r das scheitern von Hartz IV erkennen kann, ohne das er/sie nur einen Blick auf Statistiken benötigt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sind der Beweis dass, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte nicht nur nicht erreicht wurde sondern das die  Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung - explodiert sind.

In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004)
Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...)  und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...)

weitere Hintergrundinfos

Zunahme von Niedriglöhnen - Experten warnen vor Folgen für das Sozialsystem (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,8117745,00.html)
 
 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr.505 vom 22.12.2009 - Deutliches Defizit der Kommunen im ersten bis dritten Quartal 2009
  
  Es handelt sich abermals um ein Paradoxon einerseits spricht der Staatsjournalismus vom „Jobwunder“ immerhin ist die Zahl der Arbeitslosen von rund 5 Millionen 2005 auf rund 3 Millionen 2010 gesungen anderseits Seit der Einführung von Hartz IV sind die Unterkunftskosten deutlich angestiegen: von 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf voraussichtlich elf Milliarden Euro in diesem Jahr. (http://"http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/hartz-IV-mietkosten")  
  
Das Geschäft mit der Armut und den Armen
  
  Ein Euro Jobs oder Bürgerarbeit oder Pflegehelfer das Geschäft mit der Armut der Armen blüht wie selten zuvor.Mittlerweile tauchen in den Medien immer mehr Beispiele dubioser Sozialfirmen auf, zumeist gemeinnützige GmbHs. Für die Anbieter eröffnen sich viele Chancen, besonders lukrative Strukturen aufzubauen. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/)
  
  Dienstmaserati und Traumrendite - Vom neuen Profitstreben in der Sozialarbeit
  
  Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument (http://www.dradio.de/download/124221/)
  
  Audio - Podcast (http://www.dradio.de/aod/?station=3&broadcast=348697&datum=20100823&playtime=1282584600&fileid=87ddb29b&sendung=348697&beitrag=1249341&)
  
  
Zitat
Die GmbH erlaubt viele Möglichkeiten Gewinne herauszuziehen - trotz Gemeinnützigkeit. Für Stefan Thyroke, Berliner ver.di-Betreuungssekretär für die Branche, ist der Bereich der freien Träger ein "Sumpfgebiet", in dem Fälle von Filz und Korruption fast alltäglich seien. ([url]http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/[/url])
  
  ...
  
  Vielleicht hat Harald Ehlert den Fehler gemacht, sich als Propagandatrommler einer Entwicklung zu positionieren, die in einer seltsamen Unübersichtlichkeit abläuft. Staat, Wohlfahrtsverbände und gemeinnützige Gmbhs kooperieren diskret. ([url]http://www.dradio.de/download/124221/[/url])
 Die aktuelle Forderung von Frau Merkel "Pflege statt Hartz IV" ist ein weiteres Mosaiksteinschen, einer Gedanken-Welt in der Kinder von Hartz IV Familien mit (Bildungs)Chipkarten und Pflegebedürftige mit Hartz IV Leistungsempfänger versorgt werden sollen.
    
Bei objektiver Betrachtung scheinen die neoliberalen Wahnideen der Obrigkeit anhand der Leistung/Nutzen Rechnung des Humankapitals ( der Bürger) immer deutlicher durch.
  
  
Umstellung der Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Methodenberichte/Generische-Publikationen/Methodenbericht-Umstellung-der-Statistik-der-gemeldeten-Arbeitsstellen.pdf)
  
Quelle der Daten: Neue Internetadresse
Statistik der Bundesagentur für Arbeit

 Quelle der Daten Dezember 2010  (http://statistik.arbeitsagentur.de/cae/servlet/contentblob/240798/publicationFile/115655/Monatsbericht-201012.pdf;jsessionid=BFB1CF3892CBEEE1CFA3DB46F8C79912)
  
 Erstellt von Sybilla am 04.01.11  12 Uhr 00
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden





Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 05. Januar 2011, 00:40:37
neoliberalen Wahnideen

Das Wort des Monats! - Man sollte es der "herrschenden (Möchtegern)Elite minütlich um die Ohren hauen!

Manchmal lohnt TV. Kürzlich legte ein Arbeitswissenschaftler im Frühstücksfernsehen dar, was wir hier schon immer über die Bewertung des Jobwunders im Niedriglohnsektor schreiben.

Ganz kurzes Aufflackern von vernünftiger Berichterstattung. Einmal gelaufen und dann schnell ins Archiv...
So schnell kann ich nicht meinen "Aufnahmeknopf" drücken.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: matten am 05. Januar 2011, 05:28:02
moin..

ich denke  mal:

in dem Monat wenn die Zahlen gemacht werden fallen viele nach dem Jahr Alg1 in Harzt 4
und zufällig verlieren nicht viele Ihre Arbeit plus dem anderen wie Maßnahmen und so...
und siehe da schon ist das Jobwunder da...

matten


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: zwitscher am 10. Januar 2011, 21:07:11
ja was ist denn da in Bremerhaven los....

http://www.taz.de/1/nord/bremen/artikel/1/ein-aufschwung-wird-kommen/ (http://www.taz.de/1/nord/bremen/artikel/1/ein-aufschwung-wird-kommen/)

 :evil: :evil: :evil:

habe die Ehre
zwitscher


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: counselor am 10. Januar 2011, 21:33:21
ja was ist denn da in Bremerhaven los....
Da muß man wohl in Bremen bzw. Bremerhaven nochmal überlegen, was die anderen ARGEn bei der Statistikfälschung besser machen ...


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Guardian am 11. Januar 2011, 14:39:37
Seit 2 Jahren Arbeitslos, seit 1 Jahr ohne Leistungsbezüge. möchte Arbeiten.
Habe es aber mittlerweile in Herzen aufgegeben was zu finden, nach über 800+ Bewerbungen.
Neues Jahr ohne Boom und weitere Suche auf einen Job.

>Von Informatiker zu sonst irgend eine Arbeit ohne Zeitarbeit, da hier warten sowieso als erstes ist, und keinen wirklich hilft.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: hege am 31. Januar 2011, 15:49:00
Regenwurm schreibt:

Etwa fünfzig Prozent der Deutschen sind an depressiven Störungen erkrankt, etwa nur zehn Prozent in Behandlung, die Hälfte der Erkrankten versucht sich zu suizidieren, das entspricht etwa einem Viertel der Gesamtbevölkerung.
 Es gibt mehr Suizidtote als Verkehrstote, es gibt jährlich etwa 150.000 Suizidtote und etwa 15.000 Verkehrstote.

Ich wohne an einer Bahnstrecke (ICE) jede Woche ein Selbstmörder auf 50 Km oder 2 Keine Zeitung regional darf über die Selbstmörder berichten, da sonst der Zugverkehr zusammenbrechen würde. 70% der Verspätungen sind auf Selbstmörder anzurechnen. Jeder Lockführer hat schon mind. 1 Mensch totgefahren!! Aussage eines hohen Bahnbeamten. so siehts aus!!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 31. Januar 2011, 15:59:37
Genau so sieht es aus! - Wenn ich nicht das Glück gehabt hätte eine Psychologin zu finden, die auch für Normal-Kassenpatienten arbeiten würde und auch noch freie Termine hatte, würde ich mir sicher auch schon die Radieschen von unter angucken. Und natürlich dieses Forum, also verzeiht mir den einen oder anderen zickigen oder ätzenden Beitrag.

Zum Thema: In der letzten Woche gab es in Großkotzhausen/Ost einen Polizeieinsatz. In einer "Schule zur Fortbildung von ALGII-Empfängern" hatte ein Bürger ein Transparent entrollt: "Hier werden unsere Steuergelder verschwendet!" Das musste natürlich unterbunden werden.

Bisher stand nichts darüber in der regionalen Presse. Warum war der Typ so sauer? Sie sollten lernen, was man für eine fiktive Reise in ein bestimmtes Land in den Koffer packt! - Ein "Studiengang" mit Sinn, wenn man genauer darüber nachdenkt.
 


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 01. Februar 2011, 21:29:15
Deutschland: Arbeitsmarkt Januar 2011:
Völlig unerwartet (Aufschwung xxxl) steigt die Zahl der erfassten Arbeitslosigkeit im Januar 2011 deutlich an.

Die Fakten:

Unterbeschäftigung: (4.320.333 ) Personen Unterbeschäftigungsquote 10,1 %

Leistungsempfänger:
Im Januar 2005 waren 7.676.457 Personen im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld)
Im Januar 2011 waren 7.579.690 Personen im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld)

Schon im September 2010 bezogen mit 1,40 Mio 29 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsbezieher in der Grundsicherung (Hartz IV – ALG II) Einkommen aus Erwerbstätigkeit

Der Erfolg von Hartz IV in 6 Jahren ist das die Zahl der Personen im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld) um ca. 100.000 – 1,3 %  (96.767) Personen gesunken ist.

Der Jubel der letzten Monate war augenscheinlich nicht berechtigt.

„Ein Arbeitsloser ist solange an seiner Arbeitslosigkeit selbst schuld, bis er das Gegenteil beweisen kann“

Aufschwung xxxl: Binnenkonsum -  Deutschland verliert an Kaufkraft
ILO Vergleichsstudie: Vergleichsstudie Löhne in Deutschland sinken weiter

 Global Wage Report 2010: Kurzfassung auf Deutsch (PDF, 578 kB)  Neben den moderaten Tarifabschlüssen der vergangenen Jahre sind die Ausweitung des Niedriglohn-Sektors und die Zunahme von atypischen Beschäftigungsformen11 – wie Zeitarbeit und 400-Euro-Jobs – wesentliche Gründe für das schlechte Abschneiden Deutschlands… (http://www.dgb.de/themen/++co++7a01a332-0860-11e0-79f2-00188b4dc422)

ILO - International Labour Office (2010): Global Wage Report 2010/11: Wage Policies in Times of Crisis, Geneva. (http://www.webcitation.org/query?url=http%3A%2F%2Fwww.ilo.org%2Fwcmsp5%2Fgroups%2Fpublic%2F%40dgreports%2F%40dcomm%2F%40publ%2Fdocuments%2Fpublication%2Fwcms_145265.pdf&date=2010-12-16)

Sozialexperten warnen vor drastisch steigender Altersarmut (http://www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_14743015,00.html)

Kinderarmut in Deutschland besorgniserregend (http://www.noows.de/deutschland-bei-sozialer-gerechtigkeit-mittelmass-24619)

Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine selbst-bestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV Leistungen) gestalten möchte/können muss, bleibt auch im deutschen Arbeitsmarkt ein unerfülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesellschaft augenscheinlich aufgegeben. Das Ziel der Arbeitsmarktreform der Politik und teilen der Gesellschaft ist das jeder Arbeitslose irgendwie in Ein Euro Job; Bürgerarbeit; Maßnahmen oder Minijobs beschäftigt wird.

Im September 2010 bezogen mit 1,40 Mio 29 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsbezieher in der Grundsicherung Einkommen aus Erwerbstätigkeit (BA Bericht Januar 2011 Seite 22)

Der deutsche Arbeitsmarkt ist nicht, wie die Medien gleich klingend berichten (müssen) eine Insel der Glückseligen in einem Meer der steigenden oder hohen Arbeitslosigkeit in Europa und den USA?

In der Regel verlautbart der BA unter großem euphorischem Jubel der öffentlich rechtlichen Staatsmedien und vieler Print-Medien, dass die statistisch erfasste Zahl der Arbeitslosen gesunken ist. Nur im Januar 2011 lesen wir das Winterwetter macht den Arbeitsmarkt zu schaffen. Auf mich wirkt diese Szenerie nahezu hysterisch. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber viele vermuten ( siehe Kommentare der Online Artikel) das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar, die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen Potemkinsches Dorf, sie wird durch das Herausrechnen vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) fein herausgeputzt, um den tatsächlichen, verheerenden Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

So wird reißerisch und triumphal ein Beschäftigungsrekord verlautbart aber gleichzeitig werden die Beiträge für die GKV auf 15,5 % + Zusatzbeiträge diverser Krankenkassen angehoben. Wenn es tatsächlich einen Beschäftigungsrekord der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse geben würde, dann dürften die Beiträge zur GKV nicht  steigen sondern sinken. Wem hilft ein Beschäftigungsrekord der mit 0 € Praktika, 1 € Jobs, Bürgerarbeit, Beschäftigung- und Übfirmen sowie einen Heer von 400 € Jobber erreicht wurde. ?

Die Kommunen und der Bund verzeichnen 2010 Rekordschulden und trotz Aufschwung xxxl leere Kassen.

Der Erfolg am Arbeitsmarkt gründet in den Niedriglohnsektor der Zeit und Leiharbeit (Erpressung am Arbeitsplatz - Wie Leiharbeiter ausgenutzt werden (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8144142,00.html)) den Ein Euro Jobs (Städte missbrauchen Ein-Euro-Jobs (http://www.derwesten.de/nachrichten/Staedte-missbrauchen-Ein-Euro-Jobs-id3995710.html))  und in der so genannten Bürgerarbeit diese Art der Beschäftigung ist und bleibt  meines Erachtens Blendwerk und Menschenunwürdig. Wem außer der Politik der BA Zahlenstatistik oder den chronisch klammen Kommunen, ist diese Art der Beschäftigung hilfreich? Den/Der Arbeitslosen? Den/Der Steuerzahler/in ? George Fitzhugh (http://docsouth.unc.edu/southlit/fitzhughcan/bio.html) publizierte um 1854 ein Buch, in dem er sagte: „Einige Menschen sind mit einem Sattel auf dem Rücken geboren, und andere sind gestiefelt und gespornt, um diese zu reiten. Und es tut ihnen gut!“
Ist das der ideologische Grundgedanke der Ein Euro Jobs und der so genannten „Bürgerarbeit“ Wem nützt eine kreative Arbeitslosenstatistik, wenn diese nur aufgrund von Schätzungen, Hochrechnungen der BA und der statistischen Zählwiese eine Zahl der Arbeitslosen um 3 Millionen Personen ermittelt? Wie hoch wäre die Zahl der Arbeitslosen im Januar 2011 wenn diese mit den Grundlagen von 1992 gezählt würden?

Fragen über Fragen, der BA Bericht bleibt viele Antworten schuldig.

Die Zahlen
 
BA Bericht Januar 2011 Seite 50  die offizielle Zahl der registrierten Arbeitslosen wird im Januar 2011 von der BA mit  3.347.018 Personen berechnet  zusätzlich waren  nach vorläufigen Schätzungen der BA im Januar 2011  1.321.287  Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente beschäftigt BA Bericht Januar 2011 Seite 50 (Erfahrungsgemäß steigt diese Zahl in den folgenden BA Monatsberichte noch erheblich an). (BA – Bericht Januar 2011 Seite 82 Fußnote 3 -  Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010 [Januar bis September, Datenstand Dezember 2010 - endgültige Werte] nur ca. 69 % der Träger Daten zum Einsatz der komm. Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.) Zuletzt wurde die Erfassung mit 76 % angegeben.
 
Die Zahl der Personen in Arbeitsgelegenheiten (Ein Euro Jobs) wird im BA – Bericht Januar 2011 Seite 82) mit 224.252  Personen berechnet.

Es ist zu beachten, dass eine nennenswerte Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II keine Leistungen aus der Grundsicherung bezieht und deshalb die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II größer ist als die Zahl der arbeitslosen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen (um 4 Prozent). …. (BA Bericht Januar 2011 Seite 22 Fußnote 21)
 
Außer den Leis-tungsempfängern gab es im September noch 378.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. (BA Bericht Januar 2011 Seite 19 )

6) Erwerbsfähige Hilfebedürftige, die nach Vollendung des 58. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leistungen der Grundsicherung für  Arbeitsuchende bezogen haben, ohne dass ihnen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten worden ist, gelten nach Ablauf dieses Zeitraums für die Dauer des jeweiligen Leistungsbezugs nicht als arbeitslos.
 (BA – Bericht Januar 2011 Seite 66 Fußnote 6)

   
 ARBEITSLOSE + Personen in Maßnahmen (vorläufige Berechnung/Schätzung der BA) 
 Januar == 4.668.305


Sind diese Zahlen wirklich ein Grund für euphorischen Jubel ?
   
Fußnoten zur Untererfassung BA Bericht Januar 2011 Seite 82

1) Die Hochrechnung am aktuellen Rand ist derzeit aufgrund fehlender Erfahrungswerte oder technisch nicht realisierbar, darum ist der Vergleich mit Vorjahresergebnissen nur eingeschränkt möglich.
2) Die Einmalleistungen umfassen: Vermittlungsgutschein, Förderungen aus dem Vermittlungsbudget, Sachmittel für Selbständige, sowie Einmalleistungen zu den sonstigen weiteren Leistungen nach § 16 (2) S. 1 SGB II und zur Freien Förderung nach § 16f SGB II
3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010 [Januar bis September, Datenstand Dezember 2010 - endgültige Werte] nur ca. 69 % der Träger Daten zum Einsatz der komm. Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.
4) Als Datengrundlage dienen Zahldaten, die grundsätzlich je Kalendermonat im Nachhinein erfasst werden. Zugänge des aktuellen Berichtsmonats sind somit nur bis zum Ende des Vormonats verfügbar.
5) Aus datenschutzrechtlichen bzw. technischen Gründen werden derzeit nicht alle Teilnahmen erfasst. Bis auf weiteres ist von einer Untererfassung der Teilnahmen auszugehen.
7) Auf Grund der Trägergebietsreform in Sachsen und Sachsen-Anhalt zum 1. Januar 2011 ergeben sich Untererfassungen bei einzelnen Jobcentern in kommunaler Trägerschaft.
8) Die individuelle Förderung der Teilnehmer mit Beginn ab 01.01.2009 erfolgt auf Grundlage des zum 01.01.2009 eingeführten § 46 SGB III.
9) Ab Januar 2009 werden revidierte Werte auf Basis von Abrechnungslisten berichtet, bis Dezember 2008 erfolgt die Ermittlung der Werte auf Basis von Betriebsmeldungen.

   
Laut BA Bericht Januar 2011 Seite 50 verharrt die so genannte Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit trotz der Euphorie der letzten Monate bei weit über 4 Millionen (4.320.333 ) Personen Unterbeschäftigungsquote 10,1 % Auch die BA Zahl der Unterbeschäftigung bildet nicht die tatsächliche  sondern eine von der BA definierte Unterbeschäftigung ab.
   
   
  Leistungsempfänger 3):
  ALG I  1.058.411
  ALG II 4.755.108
  Sozialgeld 1.766.171
(ohne Sozialhilfe SGB XII ca. 1.200.000 Personen – 2008 – Statis - Pressemitteilung Nr.488 vom 15.12.2009)
BA Bericht Januar 2011 Seite 50 3) Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hoch gerechnet werden.
  Die Zahl der Leistungsempfänger (ALG I, ALG II, Sozialgeld) errechnet sich mitten im „Arbeitsmarktwunder“ weiterhin auf hohen Niveau die Statistik der BA weist für Januar 2011 7.579.690 Personen im Leistungsbezug von Arbeitslosengeld I; Arbeitslosengeld II und Sozialgeld aus. (Im Januar 2005 gab es mit 7.676.457 Personen im Leistungsbezug von Arbeitslosengeld I; Arbeitslosengeld II und Sozialgeld. Die Zahl der Leistungsbezieher ist somit innerhalb von 6 Jahren und trotz den Aufschwungjahren 2008 und 2010  nur um rund 100.000 Personen gesunken.
   
   
 5. Statistische Hinweise zur Arbeitsmarktpolitik - Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik und Unterbeschäftigung  - BA Bericht Januar 2011 Seite 45 – 47

….
Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:
- Vollzeitäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss
- berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (einschl. Reha; Restabwick-lung), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
- Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III im Rechtskreis SGB III (Restabwicklung), Personen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II
- Förderung der Selbständigkeit: Gründungszuschuss, Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit und Existenzgründungszu-schuss (Ich-AG; Restabwicklung).
Außerdem werden Personen, die arbeitsunfähig sind und Arbeitslosengeld auf Basis des § 126 SGB III beziehen, zur Unterbe-schäftigung gezählt.
….

Fazit der Zahlen

Der Vergleich der Leistungsempfänger Personen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leistungsempfänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Personen beziffert) mit den Leistungsempfängern rund 7,6 Millionen Personen (ALGI, ALGII, Sozialgeld) Januar 2011 ergibt einen stolzen Anstieg von rund  75 % nebenbei erhalten rund 1.200.000 Personen Sozialhilfe (2008) in der immer noch bestehenden Sozialhilfe (SGB XII) http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2009/12/PD09__488__221.psml (http://[url=http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2009/12/PD09__488__221.psml)]Pressemitteilung Nr.488 vom 15.12.2009  Sozialhilfe 2008: 1,2 Millionen Menschen erhielten besondere Leistungen.[/url]

   
So ist nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen die Kranken und Arbeitslose die extern betreut werden aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.

Zahl der Erwerbstätigen

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!

Zitat
Erwerbstätige - Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)  ([url]http://de.wikipedia.org/wiki/Erwerbst%C3%A4tigkeit[/url])


Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen ebenso wie die Zahl der Arbeitslosen nicht durch genaues zählen sondern durch Hochrechnungen und Schätzungen ermittelt. 

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung  stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR,templateId=renderPrint.psml)

Die manipulative Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können Sie guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.


Die Krux ist, das jede/r das scheitern von Hartz IV erkennen kann, ohne das er/sie nur einen Blick auf Statistiken benötigt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sind der Beweis dass, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte nicht nur nicht erreicht wurde sondern das die  Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung - explodiert sind.

In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004)
Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...)  und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen 1,4 Millionen Personen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...)

weitere Hintergrundinfos

Zunahme von Niedriglöhnen - Experten warnen vor Folgen für das Sozialsystem (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,8117745,00.html)
 
 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr.505 vom 22.12.2009 - Deutliches Defizit der Kommunen im ersten bis dritten Quartal 2009
   
  Es handelt sich abermals um ein Paradoxon einerseits spricht der Staatsjournalismus vom „Jobwunder“ immerhin ist die Zahl der Arbeitslosen von rund 5 Millionen 2005 auf rund 3 Millionen 2010 gesungen anderseits Seit der Einführung von Hartz IV sind die Unterkunftskosten deutlich angestiegen: von 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf voraussichtlich elf Milliarden Euro in diesem Jahr. (http://"http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/hartz-IV-mietkosten") 
   
Das Geschäft mit der Armut und den Armen
   
  Ein Euro Jobs oder Bürgerarbeit oder Pflegehelfer das Geschäft mit der Armut der Armen blüht wie selten zuvor.Mittlerweile tauchen in den Medien immer mehr Beispiele dubioser Sozialfirmen auf, zumeist gemeinnützige GmbHs. Für die Anbieter eröffnen sich viele Chancen, besonders lukrative Strukturen aufzubauen. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/)
   
  Dienstmaserati und Traumrendite - Vom neuen Profitstreben in der Sozialarbeit
   
  Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument (http://www.dradio.de/download/124221/)
   
  Audio - Podcast (http://www.dradio.de/aod/?station=3&broadcast=348697&datum=20100823&playtime=1282584600&fileid=87ddb29b&sendung=348697&beitrag=1249341&)
   
 
Zitat
Die GmbH erlaubt viele Möglichkeiten Gewinne herauszuziehen - trotz Gemeinnützigkeit. Für Stefan Thyroke, Berliner ver.di-Betreuungssekretär für die Branche, ist der Bereich der freien Träger ein "Sumpfgebiet", in dem Fälle von Filz und Korruption fast alltäglich seien. ([url]http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/[/url])
   
  ...
   
  Vielleicht hat Harald Ehlert den Fehler gemacht, sich als Propagandatrommler einer Entwicklung zu positionieren, die in einer seltsamen Unübersichtlichkeit abläuft. Staat, Wohlfahrtsverbände und gemeinnützige Gmbhs kooperieren diskret. ([url]http://www.dradio.de/download/124221/[/url])
  Die aktuelle Forderung von Frau Merkel "Pflege statt Hartz IV" ist ein weiteres Mosaiksteinschen, einer Gedanken-Welt in der Kinder von Hartz IV Familien mit (Bildungs)Chipkarten und Pflegebedürftige mit Hartz IV Leistungsempfänger versorgt werden sollen.
     
Bei objektiver Betrachtung scheinen die neoliberalen Wahnideen der Obrigkeit anhand der Leistung/Nutzen Rechnung des Humankapitals ( der Bürger) immer deutlicher durch.
   
   
Umstellung der Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Methodenberichte/Generische-Publikationen/Methodenbericht-Umstellung-der-Statistik-der-gemeldeten-Arbeitsstellen.pdf)
   
Quelle der Daten: Neue Internetadresse
Statistik der Bundesagentur für Arbeit

 Quelle der Daten BA Bericht Januar 2011 (http://statistik.arbeitsagentur.de/cae/servlet/contentblob/246040/publicationFile/120674/Monatsbericht-201101.pdf;jsessionid=0D56AB4C36538CBE6F76C4035BB08826)
   
 Erstellt von Sybilla am 01.02.11  12 Uhr 00
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Auferstanden am 01. Februar 2011, 21:59:06
... einerseits Pespekt vor der durchaus analytisch, detailierten Ausarbeitung
hieisger "Arbeitslosenendergebnisse" und deren ableitenden Propaganda.

Aber andererseits, sind die namenlosen Statistikbetrügereien und Propagandamärchen
überhaupt noch mit jener ernsthaften Auseinandersetzung zu beantworten?




Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Herr_Unbeugsam am 02. Februar 2011, 02:21:10
Hallo Sybilla,

tolle Recherche. Herzlichen Dank.


Hab mir die Sendung im ersten deutschen Fernsehen angetan (Menschen bei Meischberger - 01.02.2011 - 22:45 Uhr). Wollte eigentlich schon abschalten als der identifizierte Lügenverbreiter und selbsternannte "Kaufpolitiker" Herr Metzger vorgestellt wurde, verfolgte die Sendung dann doch weil Herr RA Reucher angekündigt wurde.

Nun ja, wie bekannt alles wie üblich... Sogar 1 Betroffene war zugegen, da Frau Danzer ja nach Österreich gefohen ist vor Hartz-Maffia so waren einige Argumente hilfreich...

Jetzt kommts:

Herr Alt (Vorstandsmitglied der BA) stellte im laufe des Gesprächs die Zahl 25 Mrd bei  Regelsatzerhöhe von 500 € in den Raum, somit kommen nach meiner Rechnung ca 4,2 Mio (4166666) Arbeitssuchende raus.

Fazit:

Auch bei Verständnis für geringe Rechenfehler in der Erhebung kann also nie und nimmer eine gestern offizielle Zahl 3,3 Mio Arbeitssuchende stimmen. Einem ganzen Volk werden wider besseren Wissen falsche Zahlen offeriert und 80 Mio Mitbürger sagen nix dazu.



mfg
Herr_Unbeugsam


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 02. Februar 2011, 07:59:46
Einem ganzen Volk werden wider besseren Wissen falsche Zahlen offeriert und 80 Mio Mitbürger sagen nix dazu.
....
Herr_Unbeugsam

Naja, ein paar hundert kannste schon abziehen. - Gestern hatte ich Gelegenheit einen alten (ich sage mal) Bekannten in unserem Jobcenter als Mitarbeiter anzutreffen. Genau wie etliche KZ-Aufseher, oder heutige Beamte anderswo ... schaltet er jeden Morgen einen Schalter um und setzt ohne zu Denken (zum Selbstschutz, wie er meint) Anweisungen um. "Denn," so er, "nachdenken darüber oder in die Fälle hineinversetzen darfst du dich nicht!" - Toll!

Ist es eigentlich richtig, wenn ich die farbige Tussi bei Raab (vor vielen Monaten), die da zum Gejohle der Gäste "Ich liebe Deutsche Land" sang, als scharfe Satire sehe oder überschätze ich Raab da und der meint das wirklich so?
Ich für meinen Teil, habe dieses Lied jedenfalls als beißende Satire vor Augen, wenn ich die Abartigkeiten deutscher Politik im täglichen Leben ertragen muß.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Herr_Unbeugsam am 02. Februar 2011, 11:53:32
@ Sromboli,

natürlich sind Anwesende ausgenommen!

Bitte entschuldige, aber bei Rund 83 Mio MitbürgernInnen bleiben eben nach Abzug der engagierten Hartzgegner (3 Mio in Foren) nur "hypotetische" 80 Mio übrig.

Zu "Raab" kann ich leider nichts objektives schreiben, denn dieses Sendeformat hat mit "Satire" nach meiner Meinung nach nichts zu tun, sondern ist wohl unter dem neudeutschen Begriff "Comedy" einzuordnen. Auch glaub ich nicht wirklich dass Herr Raab den Unterschied zwischen 3,3 Mio Hartzgeschädigten und 4,2 oder 4,6 oder so überhaupt nachvollziehen kann/könnte. Unterhaltung sollte Unterhaltung bleiben.

Leider ist der "Scheibenwischer" von der Bildfläche verschwunden und Schramm geht nun andere Wege, so bleibt die Glotze eben öffters ausgeschaltet. Aber Herr Metzger hat auch die Sendung Klipp und Klar jetzt schon "unterwandert" (grad vorhins Aufzeichnung gesehen), so werde ich mir ein TV-verbot auferlegen, denn diese Person (jetzt CDU) gehört nicht ins TV, sondern ganz wo anders hin ...



mfg
Herr_Unbeugsam


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Isnogud am 02. Februar 2011, 11:55:42
moin zusammen, hab die Sendung auch gesehen und fand es unerträglich, wie die Maischberger immer wieder versucht hat die HartzIV Empfänger zu faulen Schweinen zu machen.Immer wieder die Nummer mit dem Mann, der jetzt auf Staazskosten 4 mal im Jahr sein Kind in den Staaten besuchen darf. Kein Wort über die Verschwendung der öffentlichen Hand. Da fand ich den Rechtsanwalt richtig gut, wie er die Dinge richtiggestellt hat und danach Stille war, bzw. der Gesprächspartner gewechselt wurde. Kann ja nicht angehen, das da jemand mal Tacheles redet, war wohl ne Fehleinladung. Und Frau Wagenknecht ist auch nicht richtig zu Wort gekommen. Der wurde übern Mund gefahren, das Wort abgeschnitten.....fag mich dann, warum sie sich das noch antut. Bei den Leuten kann man eh nix mehr bewirken. Isnogud


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Arwing am 03. Februar 2011, 15:21:50
Objektive denkende und auch redende Menschen, gehen in diese tendenziösen sendungen, um einfach ein bisschen Gegenwind zu entfachen, damit sich die neoliberale Prpaganda nicht ohne Widerstand verbreiten kann. Außerdem mag es immer den ein oder anderen Zuschauer geben, der sich überlegt, dass die Wagenknecht oder andere Gäste recht haben und vieles einfach nur grundlos schlecht geredet wird. Wenn dann ein Mensch anfängt nachzudenken und sich nicht mehr vom Gewäsch der Medien und ihrer Schirmherren in Politik und Wirtschaft einfangen läßt, dann hat es sich schon gelohnt. Man muss als Gast aber ein dickes Fell mitbringen, sich nicht provozieren lassen und gute sachliche logische Gegenargumente gegen die ganzen hetzerischen Parolen in Petto haben bzw. Ironie.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 01. März 2011, 13:48:59
Deutschland: Arbeitsmarkt Februar 2011:

Korrektur der Statistik der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden für den Januar 2011. Seit Januar hat sich die regionale Zuständigkeit der Träger der Grundsicherung in Sachsen und Sachsen-Anhalt verändert. Im Zuge dieser Trägergebietsreform kam es im Berichtsmonat Januar 2011 bei der Erstellung der Arbeitsmarktstatistik zu Ungenauigkeiten bei der regionalen Zuordnung der Arbeitslosen und der Schätzung fehlender Daten, die nunmehr rückwirkend berichtigt werden. … Der Bestand an Arbeitslosen erhöht sich da durch für den Januar geringfügig um 2.770 oder 0,08 Prozent auf 3.349.788.
(BA – Bericht Februar 2011 Seite 12)

14.2.2011 - Städte so hoch verschuldet wie nie
Zitat
Trotz des Wirtschaftsaufschwungs stecken die Kommunen in Finanznöten. Für 2010 verzeichnen sie ein Defizit von 9,8 Milliarden Euro, und die Schulden sollen weiter steigen…. Die schwerste Hypothek der städtischen Haushalte seien die immer weiter wachsenden Sozialausgaben… ([url]http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/schulden-staedtetag-kommunen-2[/url])


Die Zahlen für Februar 2011
 
BA Bericht Februar 2011 Seite 47  die offizielle Zahl der registrierten Arbeitslosen wird im Februar 2011 von der BA mit  3.317.099 Personen beziffert  zusätzlich waren  nach vorläufigen Schätzungen der BA waren (im Februar 2011) 1.318.426   Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente beschäftigt BA Bericht Februar 2011 Seite 47 (Erfahrungsgemäß steigt diese Zahl in den folgenden BA Monatsberichte noch erheblich an). (BA – Bericht Februar 2011 Seite 79 Fußnote 3 -  Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010 [Januar bis September, Datenstand Dezember 2010 - endgültige Werte] nur ca. 69 % der Träger Daten zum Einsatz der komm. Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.) Im BA- Bericht Dezember 2010 wurde die Erfassung mit 76 % angegeben.

Entlastend wirkt außerdem ein seit mehreren Jahren rückläufiges Arbeitskräfteangebot,
Bitte beachten sie auch die Fußnoten zur Untererfassung BA Bericht Februar 2011 Seite 79

Unterbeschäftigung Februar 2011: (4.287.000) Personen Unterbeschäftigungsquote 10,1 %

7.605.352  Leistungsempfänger (Rechtkreis SGB II/SGB III):

darunter:
Arbeitslosengeld  1.072.747 Personen
erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.763.138 Personen
nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.769.467 Personen
( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)

BA Bericht Februar 2011 Seite 47 3) Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hoch gerechnet werden.


Im Oktober 2010 bezogen mit 1,40 Mio gut 29 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsbezieher in der Grundsicherung Einkommen aus Erwerbstätigkeit, 28.000 bzw. 2 Prozent mehr als vor einem Jahr. 1,28 Mio der erwerbstätigen Leistungsbezieher übten eine abhängige Beschäftigung aus, während 126.000 ausschließlich oder zusätzlich einer selbstständigen Tätigkeit nachgingen. (BA Bericht Februar 2011 Seite 22)
http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html (http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html) 


Was haben ergänzendem Hartz IV/ALG II und Kobraschwänze gemein

Viele dachten und manche „Experten“ forderten ein Kombilohnmodel (ergänzendes ALG II/Hartz IV) zur Reduzierung die Arbeitslosigkeit in D. Als in den 1930ern Indien von einer Kobrainvasion heimgesucht wurde, setzten die Behören eine Fangprämie auf Kobraschwänze aus, was dazu führte das Kobraschlange gezüchtet wurden, aber deren Reduzierung nicht förderte.

Den gleichen Effekt ist nun am Arbeitsmarkt zu beobachten, mit ergänzenden ALG II Leistungen züchtet der Arbeitsmarkt Kombilohnarbeitsplätze, aber die Zahl der Leistungsempfänger wird dadurch kaum reduziert, die Belastung der Kommunen und die Belastung der Solidargemeinschaft der Steuerzahler steigt weiter an. Die Sozialkassen verlieren Einnahmen.

Das Fazit ergänzende Hartz IV/ALG Leistungen setzen die falschen Anreize, besser wäre es die Arbeitgeber zur Schaffung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit zu motivieren, somit würden die Kommunen und die Solidargemeinschaft der Steuerzahler entlastet, auch die Sozialkassen profitieren mehr von sozialversicherungspflichtiger Arbeit als von Niedriglöhnen.
 
417.000 gemeldete Stellen,
nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im Februar auf 417.000 Arbeitsstellen. Nach Wirtschaftszweigen differenziert beruht das Plus in der gleitenden Jahressumme zu mehr als der Hälfte auf Meldungen aus der  Arbeitnehmerüberlassung (+ 255.000 oder + 55 Prozent). (BA Bericht Februar 2011 Seite 10/11)


Zahl der Erwerbstätigen

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!

Zitat
Erwerbstätige - Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)  ([url]http://de.wikipedia.org/wiki/Erwerbst%C3%A4tigkeit[/url])


Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen ebenso wie die Zahl der Arbeitslosen nicht durch genaues zählen sondern durch Hochrechnungen und Schätzungen ermittelt. 

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung  stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR,templateId=renderPrint.psml)

Die manipulative Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können Sie guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.


Die Krux ist, das jede/r das scheitern von Hartz IV erkennen kann, ohne das er/sie nur einen Blick auf Statistiken benötigt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sind der Beweis dass, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte nicht nur nicht erreicht wurde sondern das die  Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung - explodiert sind.

In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004)
Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...)  und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen 1,4 Millionen Personen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...)

Grundsatz der Hartz IV - Ideologie
„Ein Arbeitsloser ist solange an seiner Arbeitslosigkeit selbst schuld, bis er das Gegenteil beweisen kann“

Fazit der Zahlen

Der Vergleich der Leistungsempfänger Personen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leistungsempfänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Personen beziffert) ebenso wie der Vergleich der Leistungsempfänger
Im Januar 2005 waren 7.676.457 Personen im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld)
Im Februar 2011 waren 7.605.352  Personen im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld)

Ergibt im Vergleich zu Dezember 2004 einen stolzen Anstieg von rund  75 %  nebenbeierhalten rund 1 Million Personen Sozialhilfe (SGB XII)in der immer noch bestehenden Sozialhilfe. Im Vergleich zu Januar 2005 ist nur ein marginaler Rückgang – ca. 70.000 Leistungsempfänger feststellbar (unter Berücksichtigung der Demografie) ist kein Rückgang (sondern ein prozentueller Anstieg bezogen auf die Erwerbsfähigen) der Leistungsempfänger im Rechtkreis (SGB II/SGBII) 2005 vs.2011 ersichtlich. So ist auch nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen die Kranken und Arbeitslose die extern betreut werden aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.


Der deutsche Arbeitsmarkt ist offensichtlich nicht, wie die Medien gleich klingend berichten, eine Insel der Glückseligen in einem Meer der hohen Arbeitslosigkeit in Europa und den USA.

Sybillas Kommentar

Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine selbst-bestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV Leistungen) gestalten möchte/können muss, bleibt auch im deutschen Arbeitsmarkt ein unerfülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesellschaft augenscheinlich aufgegeben. Das Ziel der Arbeitsmarktreform der Politik und teilen der Gesellschaft ist das jeder Arbeitslose irgendwie in Ein Euro Job; Bürgerarbeit; Maßnahmen, Minijobs oder im Niedriglohnbereich beschäftigt wird. In der Regel verlautbart der BA unter großem euphorischem Jubel der öffentlich rechtlichen Staatsmedien und vieler Print-Medien, dass die statistisch erfasste Zahl der Arbeitslosen gesunken ist. Auf mich wirkt diese Szenerie nahezu hysterisch. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber viele vermuten ( siehe Kommentare der Online Artikel) das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar, die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen Potemkinsches Dorf, sie wird durch das Herausrechnen vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) fein herausgeputzt, um den tatsächlichen, verheerenden Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

So wird reißerisch und triumphal ein Beschäftigungsrekord und ein Rekord der offenen Stellen verlautbart aber gleichzeitig wurden die Beiträge für die GKV auf 15,5 % + Zusatzbeiträge diverser Krankenkassen angehoben. Wenn es tatsächlich einen Beschäftigungsrekord der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse geben würde, dann dürften die Beiträge zur GKV nicht  steigen sondern sinken. Wem hilft ein Beschäftigungsrekord der mit 0 € Praktika, 1 € Jobs, Bürgerarbeit, Beschäftigung- und Übfirmen sowie einen Heer von 400 € Jobber erreicht wurde. ? Wie ist die Meldung von den Rekord der offenen Stellen einzuordnen? Im BA Bericht Februar 2011 werden auf den Seiten 10/11 lediglich 417.000 gemeldete Stellen ausgewiesen in der BA – Jobbörse Stand 01.03.11 steigt die Zahl wunderbare Weise  auf 724.956 Stellen an. Ist das ein erneutes Wunder? Eher nicht bei der Erfassung der offenen Stellen entstehen durch die Einbeziehung diverser Jobbörsen entstehen Mehrfachnennung- Redundanzen, so wird aus einen offenen Arbeitsplatz der in 10 Jobbörsen aufgeführt leicht 10 offene Stellen. Der Erfolg am Arbeitsmarkt gründet in den Niedriglohnsektor der Zeit und Leiharbeit (Erpressung am Arbeitsplatz - Wie Leiharbeiter ausgenutzt werden (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8144142,00.html)) den Ein Euro Jobs (Städte missbrauchen Ein-Euro-Jobs (http://www.derwesten.de/nachrichten/Staedte-missbrauchen-Ein-Euro-Jobs-id3995710.html))  und in der so genannten Bürgerarbeit diese Art der Beschäftigung ist und bleibt  meines Erachtens Blendwerk und Menschenunwürdig. Wem außer der Politik der BA Zahlenstatistik oder den chronisch klammen Kommunen, ist diese Art der Beschäftigung hilfreich? Den/Der Arbeitslosen?  Den/Der Steuerzahler/in ? George Fitzhugh (http://docsouth.unc.edu/southlit/fitzhughcan/bio.html) publizierte um 1854 ein Buch, in dem er sagte: „Einige Menschen sind mit einem Sattel auf dem Rücken geboren, und andere sind gestiefelt und gespornt, um diese zu reiten. Und es tut ihnen gut!“ Ist das der ideologische Grundgedanke der Ein Euro Jobs und der so genannten „Bürgerarbeit“ Wem nützt eine kreative Arbeitslosenstatistik, wenn diese nur aufgrund von Schätzungen, Hochrechnungen der BA und der statistischen Zählwiese eine Zahl der Arbeitslosen um 3 Millionen Personen ermittelt? Wie hoch wäre die Zahl der Arbeitslosen im Februar 2011 wenn diese mit den Grundlagen von 1992 gezählt würden?

Fragen über Fragen, der BA Bericht bleibt und die Politik bleiben viele Antworten schuldig.

Fußnoten

Fußnoten zur Untererfassung BA Bericht Februar 2011 Seite 79

1) Die Hochrechnung am aktuellen Rand ist derzeit aufgrund fehlender Erfahrungswerte oder technisch nicht realisierbar, darum ist der Vergleich mit Vorjahresergebnissen nur eingeschränkt möglich.
2) Die Einmalleistungen umfassen: Vermittlungsgutschein, Förderungen aus dem Vermittlungsbudget, Sachmittel für Selbstständige, sowie Einmalleistungen zu den sonstigen weiteren Leistungen nach § 16 (2) S. 1 SGB II und zur Freien Förderung nach § 16f SGB II
3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010 [Januar bis September, Datenstand Dezember 2010 - endgültige Werte] nur ca. 69 % der Träger Daten zum Einsatz der komm. Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.
4) Als Datengrundlage dienen Zahldaten, die grundsätzlich je Kalendermonat im Nachhinein erfasst werden. Zugänge des aktuellen Berichtsmonats sind somit nur bis zum Ende des Vormonats verfügbar.
5) Aus datenschutzrechtlichen bzw. technischen Gründen werden derzeit nicht alle Teilnahmen erfasst. Bis auf weiteres ist von einer Untererfassung der Teilnahmen auszugehen.
7) Auf Grund der Trägergebietsreform in Sachsen und Sachsen-Anhalt zum 1. Januar 2011 ergeben sich Untererfassungen bei einzelnen Jobcentern in kommunaler Trägerschaft.
8 ) Die individuelle Förderung der Teilnehmer mit Beginn ab 01.01.2009 erfolgt auf Grundlage des zum 01.01.2009 eingeführten § 46 SGB III.
9) Ab Januar 2009 werden revidierte Werte auf Basis von Abrechnungslisten berichtet, bis Dezember 2008 erfolgt die Ermittlung der Werte auf Basis von Betriebsmeldungen.

   
     
 5. Statistische Hinweise zur Arbeitsmarktpolitik - Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik und Unterbeschäftigung  - BA Februar  Bericht  2011 Seite 42 – 45

….
Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:
- Vollzeitäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss
- berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (einschl. Reha; Restabwick-lung), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
- Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III im Rechtskreis SGB III (Restabwicklung), Personen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II
- Förderung der Selbständigkeit: Gründungszuschuss, Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit und Existenzgründungszu-schuss (Ich-AG; Restabwicklung).
Außerdem werden Personen, die arbeitsunfähig sind und Arbeitslosengeld auf Basis des § 126 SGB III beziehen, zur Unterbe-schäftigung gezählt.
….

Erstellt von Sybilla am 01.03.11  12 Uhr 00
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden



Meldungsübersicht

Aufschwung xxxl: Binnenkonsum -  Deutschland verliert an Kaufkraft
ILO Vergleichsstudie: Vergleichsstudie Löhne in Deutschland sinken weiter

 Global Wage Report 2010: Kurzfassung auf Deutsch (PDF, 578 kB)  Neben den moderaten Tarifabschlüssen der vergangenen Jahre sind die Ausweitung des Niedriglohn-Sektors und die Zunahme von atypischen Beschäftigungsformen11 – wie Zeitarbeit und 400-Euro-Jobs – wesentliche Gründe für das schlechte Abschneiden Deutschlands… (http://www.dgb.de/themen/++co++7a01a332-0860-11e0-79f2-00188b4dc422)

ILO - International Labour Office (2010): Global Wage Report 2010/11: Wage Policies in Times of Crisis, Geneva. (http://www.webcitation.org/query?url=http%3A%2F%2Fwww.ilo.org%2Fwcmsp5%2Fgroups%2Fpublic%2F%40dgreports%2F%40dcomm%2F%40publ%2Fdocuments%2Fpublication%2Fwcms_145265.pdf&date=2010-12-16)

Sozialexperten warnen vor drastisch steigender Altersarmut (http://www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_14743015,00.html)

Kinderarmut in Deutschland besorgniserregend (http://www.noows.de/deutschland-bei-sozialer-gerechtigkeit-mittelmass-24619)


  weitere Hintergrundinfos

Zunahme von Niedriglöhnen - Experten warnen vor Folgen für das Sozialsystem (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,8117745,00.html)
 
 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr.505 vom 22.12.2009 - Deutliches Defizit der Kommunen im ersten bis dritten Quartal 2009
   
  Es handelt sich abermals um ein Paradoxon einerseits spricht der Staatsjournalismus vom „Jobwunder“ immerhin ist die Zahl der Arbeitslosen von rund 5 Millionen 2005 auf rund 3 Millionen 2010 gesungen anderseits Seit der Einführung von Hartz IV sind die Unterkunftskosten deutlich angestiegen: von 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf voraussichtlich elf Milliarden Euro in diesem Jahr. (http://"http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/hartz-IV-mietkosten") 
   
Das Geschäft mit der Armut und den Armen
   
  Ein Euro Jobs oder Bürgerarbeit oder Pflegehelfer das Geschäft mit der Armut der Armen blüht wie selten zuvor.Mittlerweile tauchen in den Medien immer mehr Beispiele dubioser Sozialfirmen auf, zumeist gemeinnützige GmbHs. Für die Anbieter eröffnen sich viele Chancen, besonders lukrative Strukturen aufzubauen. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/)
   
  Dienstmaserati und Traumrendite - Vom neuen Profitstreben in der Sozialarbeit
   
  Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument (http://www.dradio.de/download/124221/)
   
  Audio - Podcast (http://www.dradio.de/aod/?station=3&broadcast=348697&datum=20100823&playtime=1282584600&fileid=87ddb29b&sendung=348697&beitrag=1249341&)
   
 
Zitat
Die GmbH erlaubt viele Möglichkeiten Gewinne herauszuziehen - trotz Gemeinnützigkeit. Für Stefan Thyroke, Berliner ver.di-Betreuungssekretär für die Branche, ist der Bereich der freien Träger ein "Sumpfgebiet", in dem Fälle von Filz und Korruption fast alltäglich seien. ([url]http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/[/url])
   
  ...
   
  Vielleicht hat Harald Ehlert den Fehler gemacht, sich als Propagandatrommler einer Entwicklung zu positionieren, die in einer seltsamen Unübersichtlichkeit abläuft. Staat, Wohlfahrtsverbände und gemeinnützige Gmbhs kooperieren diskret. ([url]http://www.dradio.de/download/124221/[/url])

     
Bei objektiver Betrachtung scheinen die neoliberalen Wahnideen der Obrigkeit anhand der Leistung/Nutzen Rechnung des Humankapitals ( der Bürger) immer deutlicher durch.
   
   
Umstellung der Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Methodenberichte/Generische-Publikationen/Methodenbericht-Umstellung-der-Statistik-der-gemeldeten-Arbeitsstellen.pdf)
   
Quelle der Daten: Neue Internetadresse
Statistik der Bundesagentur für Arbeit

http://statistik.arbeitsagentur.de/cae/servlet/contentblob/252170/publicationFile/124586/Monatsbericht-201102.pdf;jsessionid=F2AEF7840FB847DF538C7DC98AAA9EBC (http://[url=http://statistik.arbeitsagentur.de/cae/servlet/contentblob/252170/publicationFile/124586/Monatsbericht-201102.pdf;jsessionid=F2AEF7840FB847DF538C7DC98AAA9EBC)] Quelle der Daten BA Bericht Februar 2011[/url]
   
 Erstellt von Sybilla am 01.03.11  12 Uhr 00
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 01. März 2011, 15:24:59
Warum werde ich nach Lesen des Textes traurig? Weil mein Land von verkommenen Schreibtischhengsten*, mit Ministern ohne Beruf und Bänkern von Gottes Gnaden und Managerfamilien mit Nazihintergrund in den Ruin regiert wird. Unter Führung eines ehemaligen FDJ-Fähnchens im Winde der vermeintlich Mächtigen...

Aber, husch... weg mit den griesgrämigen Gedanken, Humor auf den Tisch: Ich streue Asche auf mein Haupt, als KommunalKombilöhner bin ich schuld an dem ganzen Schlamassel (Scherz!). Oh wie ich diesen* Leuten gerne mal eins auf die 12 geben würde.

Danke Sybilla, wieder ein Super-Bericht. Aber eigentlich macht er eben traurig.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. März 2011, 13:59:36
Deutschland: Arbeitsmarkt März 2011:

Die Bevölkerungsgruppe 0 – 65 Jahre 

2005 waren   66.567.900 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Content75/AltersgruppenFamilienstand,templateId=renderPrint.psml) Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.649.800 Personen 15 – 65 Jahre 54.918.100 Personen

2009 waren  64.900.400 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Content75/AltersgruppenFamilienstand,templateId=renderPrint.psml)  Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt. 0 – 15 Jahre 11.022.600  Personen 15 – 65 Jahre 53.877.800

Die Zahl der Personen zwischen 0 und 15 Jahren (Rechtkreis SGB II/SGBIII)
verringerte sich zwischen 2005 und 2009 um 627.200 Personen.
Die Zahl der Personen zwischen 15 und 65 Jahren (Rechtkreis SGB II/SGBIII)
verringerte sich zwischen 2005 und 2009 um 1.040.300 Personen.

Das heißt die Entwicklung der Personenkreis der für den Rechtskreis (SGBII/SGBII) in Frage kommt ist vor allem durch die demografische Entwicklung bestimmt, die (Altersgruppe 0 - 65 ) hat such zwischen 2005 - 2009 um 1.667.500 Personen verringert der Arbeitsmarkt wurde erheblich entlastet.

http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280 (http://[url=http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280)] Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen[/url]


Die Zahlen für März 2011
 
BA Bericht März 2011 Seite 50  die offizielle Zahl der registrierten Arbeitslosen wird im März 2011 von der BA mit  3.210.341 Personen beziffert  zusätzlich waren  nach vorläufigen Schätzungen der BA waren (im März 2011) 1.303.633  Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente beschäftigt BA Bericht März 2011 Seite 50 (Erfahrungsgemäß steigt diese Zahl in den folgenden BA Monatsberichte noch erheblich an). (BA – Bericht März 2011 Seite 82 Fußnote 3 -  Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010 [Januar bis September, Datenstand Dezember 2010 - endgültige Werte] nur ca. 69 % der Träger Daten zum Einsatz der komm. Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.) Im BA- Bericht Dezember 2010 wurde die Erfassung mit 76 % angegeben.

Bitte beachten sie auch die Fußnoten zur Untererfassung BA Bericht März 2011 Seite 82

Unterbeschäftigung März 2011: (4.162.729 ) Personen Unterbeschäftigungsquote 9,8 %

7.456.373 Leistungsempfänger (Rechtkreis SGB II/SGB III):

darunter:
Arbeitslosengeld  936.821 Personen
erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.753.686 Personen
nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.765.866 Personen
( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)


BA Bericht März 2011 Seite 50 3) Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hoch gerechnet werden.


Im November 2010 bezogen mit 1,38 Mio gut 29 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsbezie-her in der Grundsicherung Einkommen aus Er-werbstätigkeit, 16.000 bzw. 1 Prozent mehr als vor einem Jahr. 1,26 Mio der erwerbstätigen Leistungsbezieher übten eine abhängige Be-schäftigung aus, während 127.000 ausschließ-lich oder zusätzlich einer selbständigen Tätigkeit nachgingen.  (BA Bericht März 2011 Seite 23)
http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html (http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html) 

Zitat
Seit 1992 sind die Einkommen der ärmsten 10 Prozent der Bevölkerung um 13 Prozent gesunken, die Einkommen der reichsten 10 Prozent hingegen um 31 Prozent gestiegen. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl der in Armut lebenden Kinder verdoppelt. Und die Zahl der Menschen, die Grundsicherung im Alter beantragt haben, wächst kontinuierlich ([url]http://www.vdk.de/perl/cms.cgi?ID=nd18047[/url])


Was haben ergänzendes Hartz IV/ALG II und Kobraschwänze gemein

Viele dachten und manche „Experten“ forderten ein Kombilohnmodel (ergänzendes ALG II/Hartz IV) zur Reduzierung die Arbeitslosigkeit in D. Als in den 1930ern Indien von einer Kobrainvasion heimgesucht wurde, setzten die Behören eine Fangprämie auf Kobraschwänze aus, was dazu führte das Kobraschlange gezüchtet wurden, aber deren Reduzierung nicht förderte.

Den gleichen Effekt ist nun am Arbeitsmarkt zu beobachten, mit ergänzenden ALG II Leistungen züchtet der Arbeitsmarkt Kombilohnarbeitsplätze, aber die Zahl der Leistungsempfänger wird dadurch kaum reduziert, die Belastung der Kommunen und die Belastung der Solidargemeinschaft der Steuerzahler steigt weiter an. Die Sozialkassen verlieren Einnahmen.

http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280 (http://[url=http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280)] Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen[/url]

Das Fazit ergänzende Hartz IV/ALG Leistungen setzen die falschen Anreize, besser wäre es die Arbeitgeber zur Schaffung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit zu motivieren, somit würden die Kommunen und die Solidargemeinschaft der Steuerzahler entlastet, auch die Sozialkassen profitieren mehr von sozialversicherungspflichtiger Arbeit als von Niedriglöhnen.
 
442.000 gemeldete Stellen,
nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im März auf 417.000 Arbeitsstellen. Nach Wirtschafts-zweigen differenziert beruht das Plus in der glei-tenden Jahressumme zu mehr als der Hälfte auf Meldungen aus der Arbeitnehmerüberlassung (+266.000 oder +56 Prozent). (BA Bericht März 2011 Seite 10)


Zahl der Erwerbstätigen

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!

Zitat
Erwerbstätige - Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)  ([url]http://de.wikipedia.org/wiki/Erwerbst%C3%A4tigkeit[/url])


Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen ebenso wie die Zahl der Arbeitslosen nicht durch genaues zählen sondern durch Hochrechnungen und Schätzungen ermittelt. 

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung  stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR,templateId=renderPrint.psml)

Die manipulative Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können Sie guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.


Die Krux ist, das jede/r das scheitern von Hartz IV erkennen kann, ohne das er/sie nur einen Blick auf Statistiken benötigt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sind der Beweis dass, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte nicht nur nicht erreicht wurde sondern das die  Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung - explodiert sind.

In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004)
Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...)  und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen 1,4 Millionen Personen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...)

Grundsatz der Hartz IV - Ideologie
„Ein Arbeitsloser ist solange an seiner Arbeitslosigkeit selbst schuld, bis er das Gegenteil beweisen kann“

Fazit der Zahlen

Der Vergleich der Leistungsempfänger Personen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leistungsempfänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Personen beziffert)
Im März 2011 waren 7.456.373   Personen im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld)[/b]

Zitat
Pressemitteilung Nr.391 vom 28.10.2010  -314 000 Personen erhielten Ende 2009 Hilfe zum Lebensunterhalt – Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erhielten zum Jahresende 2009 in Deutschland rund 314 000 Personen laufende Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem 3. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“). Dies waren 3,4% weniger Hilfebezieher als im Vorjahr…. ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/10/PD10__391__221,templateId=renderPrint.psml[/url])



Zitat
Pressemitteilung Nr.377 vom 21.10.2010 - 764 000 Personen erhielten Ende 2009 Grundsicherung – Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erhielten am Jahresende 2009 rund 764 000 volljährige Personen in Deutschland Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“)…. ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/10/PD10__377__221,templateId=renderPrint.psml[/url])


14.2.2011 - Städte so hoch verschuldet wie nie
Zitat
Trotz des Wirtschaftsaufschwungs stecken die Kommunen in Finanznöten. Für 2010 verzeichnen sie ein Defizit von 9,8 Milliarden Euro, und die Schulden sollen weiter steigen…. Die schwerste Hypothek der städtischen Haushalte seien die immer weiter wachsenden Sozialausgaben… ([url]http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/schulden-staedtetag-kommunen-2[/url])


Unter Berücksichtigung der Demografie ist kein Rückgang (sondern ein prozentueller Anstieg bezogen auf die Erwerbsfähigen) der Leistungsempfänger im Rechtkreis (SGB II/SGBII) 2005 vs.2011 ersichtlich. So ist auch nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen die Kranken und Arbeitslose die extern betreut werden aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.


Der deutsche Arbeitsmarkt ist offensichtlich nicht, wie die Medien gleich klingend berichten, eine Insel der Glückseligen in einem Meer der hohen Arbeitslosigkeit in Europa und den USA.

Sybillas Kommentar

Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine selbst-bestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV Leistungen) gestalten möchte/können muss, bleibt auch im deutschen Arbeitsmarkt ein unerfülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesellschaft augenscheinlich aufgegeben. Das Ziel der Arbeitsmarktreform der Politik und teilen der Gesellschaft ist das jeder Arbeitslose irgendwie in Ein Euro Job; Bürgerarbeit; Maßnahmen, Minijobs oder im Niedriglohnbereich beschäftigt wird. In der Regel verlautbart der BA unter großem euphorischem Jubel der öffentlich rechtlichen Staatsmedien und vieler Print-Medien, dass die statistisch erfasste Zahl der Arbeitslosen gesunken ist. Auf mich wirkt diese Szenerie nahezu hysterisch. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber viele vermuten ( siehe Kommentare der Online Artikel) das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar, die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen Potemkinsches Dorf, sie wird durch das Herausrechnen vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) fein herausgeputzt, um den tatsächlichen, verheerenden Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

So wird reißerisch und triumphal ein Beschäftigungsrekord und ein Rekord der offenen Stellen verlautbart aber gleichzeitig wurden die Beiträge für die GKV auf 15,5 % + Zusatzbeiträge diverser Krankenkassen angehoben. Wenn es tatsächlich einen Beschäftigungsrekord der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse geben würde, dann dürften die Beiträge zur GKV nicht  steigen sondern sinken. Wem hilft ein Beschäftigungsrekord der mit 0 € Praktika, 1 € Jobs, Bürgerarbeit, Beschäftigung- und Übfirmen sowie einen Heer von 400 € Jobber erreicht wurde. ? Wie ist die Meldung von den Rekord der offenen Stellen einzuordnen? Im BA Bericht März 2011 werden auf den Seiten 10/11 lediglich 442.000 gemeldete Stellen ausgewiesen in der BA – Jobbörse Stand 31.03.11 steigt die Zahl wunderbare Weise  auf 788.981 Stellen an. Ist das ein erneutes Wunder? Eher nicht bei der Erfassung der offenen Stellen entstehen durch die Einbeziehung diverser Jobbörsen entstehen Mehrfachnennung- Redundanzen, so wird aus einen offenen Arbeitsplatz der in 10 Jobbörsen aufgeführt leicht 10 offene Stellen. Der Erfolg am Arbeitsmarkt gründet in den Niedriglohnsektor der Zeit und Leiharbeit.

(Erpressung am Arbeitsplatz - Wie Leiharbeiter ausgenutzt werden (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8144142,00.html)) den Ein Euro Jobs (Städte missbrauchen Ein-Euro-Jobs (http://www.derwesten.de/nachrichten/Staedte-missbrauchen-Ein-Euro-Jobs-id3995710.html))  und in der so genannten Bürgerarbeit diese Art der Beschäftigung ist und bleibt  meines Erachtens Blendwerk und Menschenunwürdig. Wem außer der Politik der BA Zahlenstatistik oder den chronisch klammen Kommunen, ist diese Art der Beschäftigung hilfreich? Den/Der Arbeitslosen?  Den/Der Steuerzahler/in ? George Fitzhugh (http://docsouth.unc.edu/southlit/fitzhughcan/bio.html) publizierte um 1854 ein Buch, in dem er sagte: „Einige Menschen sind mit einem Sattel auf dem Rücken geboren, und andere sind gestiefelt und gespornt, um diese zu reiten. Und es tut ihnen gut!“ Ist das der ideologische Grundgedanke der Ein Euro Jobs und der so genannten „Bürgerarbeit“ Wem nützt eine kreative Arbeitslosenstatistik, wenn diese nur aufgrund von Schätzungen, Hochrechnungen der BA und der statistischen Zählwiese eine Zahl der Arbeitslosen um 3 Millionen Personen ermittelt? Wie hoch wäre die Zahl der Arbeitslosen im März 2011 wenn diese mit den Grundlagen von 1992 gezählt würden?

Fragen über Fragen, der BA Bericht und die Politik (Frau von der Leyen) bleiben viele Antworten schuldig.

Erstellt von Sybilla am 31.03.11 12 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. März 2011, 14:00:36
Fußnoten

Fußnoten zur Untererfassung BA Bericht März 2011 Seite 82

1) Die Hochrechnung am aktuellen Rand ist derzeit aufgrund fehlender Erfahrungswerte oder technisch nicht realisierbar, darum ist der Vergleich mit Vorjahresergebnissen nur eingeschränkt möglich.
2) Die Einmalleistungen umfassen: Vermittlungsgutschein, Förderungen aus dem Vermittlungsbudget, Sachmittel für Selbstständige, sowie Einmalleistungen zu den sonstigen weiteren Leistungen nach § 16 (2) S. 1 SGB II und zur Freien Förderung nach § 16f SGB II
3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010 [Januar bis September, Datenstand Dezember 2010 - endgültige Werte] nur ca. 69 % der Träger Daten zum Einsatz der komm. Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.
4) Als Datengrundlage dienen Zahldaten, die grundsätzlich je Kalendermonat im Nachhinein erfasst werden. Zugänge des aktuellen Berichtsmonats sind somit nur bis zum Ende des Vormonats verfügbar.
5) Aus datenschutzrechtlichen bzw. technischen Gründen werden derzeit nicht alle Teilnahmen erfasst. Bis auf weiteres ist von einer Untererfassung der Teilnahmen auszugehen.
7) Auf Grund der Trägergebietsreform in Sachsen und Sachsen-Anhalt zum 1. Januar 2011 ergeben sich Untererfassungen bei einzelnen Jobcentern in kommunaler Trägerschaft.
8 ) Die individuelle Förderung der Teilnehmer mit Beginn ab 01.01.2009 erfolgt auf Grundlage des zum 01.01.2009 eingeführten § 46 SGB III.
9) Ab Januar 2009 werden revidierte Werte auf Basis von Abrechnungslisten berichtet, bis Dezember 2008 erfolgt die Ermittlung der Werte auf Basis von Betriebsmeldungen.

   
     
 5. Statistische Hinweise zur Arbeitsmarktpolitik - Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik und Unterbeschäftigung  - BA März  Bericht  2011 Seite 37 – 42

….
Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:
- Vollzeitäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss
- berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (einschl. Reha; Restabwick-lung), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
- Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III im Rechtskreis SGB III (Restabwicklung), Personen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II
- Förderung der Selbständigkeit: Gründungszuschuss, Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit und Existenzgründungszu-schuss (Ich-AG; Restabwicklung).
Außerdem werden Personen, die arbeitsunfähig sind und Arbeitslosengeld auf Basis des § 126 SGB III beziehen, zur Unterbe-schäftigung gezählt.
….

Erstellt von Sybilla am 31.03.11  12 Uhr 00
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden



Meldungsübersicht

Aufschwung xxxl: Binnenkonsum -  Deutschland verliert an Kaufkraft
ILO Vergleichsstudie: Vergleichsstudie Löhne in Deutschland sinken weiter

 Global Wage Report 2010: Kurzfassung auf Deutsch (PDF, 578 kB)  Neben den moderaten Tarifabschlüssen der vergangenen Jahre sind die Ausweitung des Niedriglohn-Sektors und die Zunahme von atypischen Beschäftigungsformen11 – wie Zeitarbeit und 400-Euro-Jobs – wesentliche Gründe für das schlechte Abschneiden Deutschlands… (http://www.dgb.de/themen/++co++7a01a332-0860-11e0-79f2-00188b4dc422)

ILO - International Labour Office (2010): Global Wage Report 2010/11: Wage Policies in Times of Crisis, Geneva. (http://www.webcitation.org/query?url=http%3A%2F%2Fwww.ilo.org%2Fwcmsp5%2Fgroups%2Fpublic%2F%40dgreports%2F%40dcomm%2F%40publ%2Fdocuments%2Fpublication%2Fwcms_145265.pdf&date=2010-12-16)


 30.12.2010, 11:52 Senioren Sozialexperten warnen vor steigender Altersarmut (http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/senioren-sozialexperten-warnen-vor-steigender-altersarmut_aid_585929.html)

Kinderarmut in Deutschland besorgniserregend (http://www.noows.de/deutschland-bei-sozialer-gerechtigkeit-mittelmass-24619)

Schrumpfende Mittelschicht – Anzeichen einer dauerhaften Polarisierung der verfügbaren Einkommen? (http://www.diw.de/documents/publikationen/73/79586/08-10-1.pdf)

3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (http://www.sfz.uni-mainz.de/2231.php)

Zahl der Privatinsolvenzen 2010 auf neuem Höchststand (http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gRmNY5x_Bylvl8HqulIWJkBgQRjQ?docId=CNG.d97243012bc9c3023d4adf8dc324d6ef.601)

 weitere Hintergrundinfos

Zunahme von Niedriglöhnen - Experten warnen vor Folgen für das Sozialsystem (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,8117745,00.html)
 
 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr.505 vom 22.12.2009 - Deutliches Defizit der Kommunen im ersten bis dritten Quartal 2009
   
  Es handelt sich abermals um ein Paradoxon einerseits spricht der Staatsjournalismus vom „Jobwunder“ immerhin ist die Zahl der Arbeitslosen von rund 5 Millionen 2005 auf rund 3 Millionen 2010 gesungen anderseits Seit der Einführung von Hartz IV sind die Unterkunftskosten deutlich angestiegen: von 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf voraussichtlich elf Milliarden Euro in diesem Jahr. (http://"http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/hartz-IV-mietkosten") 
   
Das Geschäft mit der Armut und den Armen
   
  Ein Euro Jobs oder Bürgerarbeit oder Pflegehelfer das Geschäft mit der Armut der Armen blüht wie selten zuvor.Mittlerweile tauchen in den Medien immer mehr Beispiele dubioser Sozialfirmen auf, zumeist gemeinnützige GmbHs. Für die Anbieter eröffnen sich viele Chancen, besonders lukrative Strukturen aufzubauen. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/)
   
  Dienstmaserati und Traumrendite - Vom neuen Profitstreben in der Sozialarbeit
   
  Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument (http://www.dradio.de/download/124221/)
   
  Audio - Podcast (http://www.dradio.de/aod/?station=3&broadcast=348697&datum=20100823&playtime=1282584600&fileid=87ddb29b&sendung=348697&beitrag=1249341&)
   
 
Zitat
Die GmbH erlaubt viele Möglichkeiten Gewinne herauszuziehen - trotz Gemeinnützigkeit. Für Stefan Thyroke, Berliner ver.di-Betreuungssekretär für die Branche, ist der Bereich der freien Träger ein "Sumpfgebiet", in dem Fälle von Filz und Korruption fast alltäglich seien. ([url]http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/[/url])
   
  ...
   
  Vielleicht hat Harald Ehlert den Fehler gemacht, sich als Propagandatrommler einer Entwicklung zu positionieren, die in einer seltsamen Unübersichtlichkeit abläuft. Staat, Wohlfahrtsverbände und gemeinnützige Gmbhs kooperieren diskret. ([url]http://www.dradio.de/download/124221/[/url])

     
Bei objektiver Betrachtung scheinen die neoliberalen Wahnideen der Obrigkeit anhand der Leistung/Nutzen Rechnung des Humankapitals ( der Bürger) immer deutlicher durch.
   
   
Umstellung der Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Methodenberichte/Generische-Publikationen/Methodenbericht-Umstellung-der-Statistik-der-gemeldeten-Arbeitsstellen.pdf)
   
Quelle der Daten: Neue Internetadresse
Statistik der Bundesagentur für Arbeit

 Quelle der Daten BA Bericht März 2011 (http://statistik.arbeitsagentur.de/cae/servlet/contentblob/257506/publicationFile/128230/Monatsbericht-201103.pdf)
   
 Erstellt von Sybilla am 31.03.11  12 Uhr 00
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Arwing am 01. April 2011, 13:18:44
Danke Sybilla.

So müsste jedem bürgrlichen neoliberalen Nachplapperer dieser Ideologie klarwerden, dass eine große Diskrepanz zwischen 442.000 offenen gemeldeten Stellen besteht und den offiziellen Arbeitslosen von 7,4 Millionen Bürgern.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Mario321 am 08. April 2011, 11:48:47
Hab Dank Sybilla, seit gut 3 Jahren machst du das. Es hilft mir persönlich das Geflecht der Lügen und Propaganda zu durchschauen, das eben zum schönreden der Tragödie verwendet wird.
Die Schuldenuhr ist ja jedem bekannt, aber wie viele kennen die Reichtumsuhr?
Bei den offen gemeldeten Stellen sind viele ZAF dabei, die hälfte wohl. Die meisten von denen beziehen sich wiederum auf die verbliebenen offenen Stellen. Denn ZAF schaffen ja keine Beschäftigungsverhältnisse, sondern besetzen sie einfach um daran zu verdienen. 1 echte offene Stelle, 5-30 ZAF versuchen nun einen Bewerber für diese Stelle zu finden und melden.... auf diese Stelle kommen nun 12 echte Bewerbungen von Kandidaten. Dabei kommt es vor, das die Flut der Exposes von ZAF eben auch mehrfach die Bewerbung der 12 echten Bewerbern kommt. Jetzt darf sich der Personalverantwortliche das aussuchen, was für das Unternehmen am besten passt. So viel Wind und Aufwand nur damit sich wieder einer ausbeuten lässt. (Ok mehr oder weniger stark)
Das ganze ist so grotesk und wird nur noch von der Statistik Verschönerung der BA übertroffen.
 


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 08. April 2011, 12:28:33
Das Ganze ist ein Verbrechen, welches an längst hinter uns gelassen geglaubte "Arbeitsmaßnahmen" * mit ganz billigen Arbeitskräften erinnert.
Sybillas Analysen sollten in der Presse veröffentlicht werden, das ist wichtiger wie wenn in Sachsen-Anhalt einer Blondine das halbe Ohr abgebissen wird.

OT: Ich behaupte: es ist seither noch zuwenig Zeit vergangen, als das solche kranken Gedanken* nicht irgendwie von den Herrschenden in die Tat umgesetzt werden. Es ist dieses Denken, dieses alte Denken, welches uns immer weiter in die Katastrophe führt.

Nur, wer könnte eingefressenes Denken kurzfristig auf Dauer ändern? Existenzielle, alle betreffende, schmerzhafte Katastrophen!
Da können manche noch so edle Ziele und Überzeugungen haben. Mangels Medienmacht und Wirksamkeit kämpfen sie zwar ehrenwert, nehmen hin- und wieder "im großen Ziel Gleiche" unangebracht ins Visier, sind aber letztlich nur ein andersfarbiges Rad im Getriebe. Unsere Gegner sitzen woanders!
Und Sybillas Beiträge sind hilfreich, erhellend und deshalb unglaublich wichtig!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Judy am 09. April 2011, 09:56:35
Noch besser wäre es Statistiken zu veröffentlichen, wieviele unbezahlte Praktika, 0-Eurojobs die reguläre Arbeitsplätze vernichten und wieviele subventionierte Arbeitskräfte es gibt. Das sollte die Allgemeinheit interessieren, denn die bezahlt das mit ihren Steuern!

Leider habe ich eine derartige Statistik noch nirgends gesehen.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 09. April 2011, 10:42:45
Für meine Region (in der ostdeutschen Pampa...) kann ich nur sagen: Maßnahmen wie Bürgerarbeit, zweifelhafte, doppeltbelegte Weiterbildungen, Kommunalkombi, Praktika, Probeabeiten, ZAF's und Call-Center (die sich jetzt anders nennen) bestimmen die Tätigkeitswelt des Normalbürgers. Bei genauer Betrachtung bekommen diese Menschen letztlich auch nur marginal mehr bzw. genau so viel, wie wenn sie daheim bleiben würden.

Manche, die sich dem entziehen, klauen, werden kriminell oder ziehen laufend um, melden sich krank oder kämpfen um eine gesundheitlich bedingte Renteneinordnung. Einige Wenige flüchten für ein, zwei Jahre in die Selbstständigkeit um dann meist zu scheitern.
Für alle diese Menschen gibt es in unserer Region KEINE wirklichen Initiativen oder Hilfen, weil einfach das Know-How fehlt und auch die Menschen.

Ich rede hier von kleinen Städten mit 14.000 Einwohnern und bedenklich wenig Industrie, viel Landwirtschaft.... Von Leuten, die auch im Internet ganz andere Interessen haben, als bspw. dieses Forum zu lesen. Denen ist ihr "kleiner Garten", die nächste TV-Soap oder die nächste "Pulle Schluck" wichtiger, als "Klassenprinzipien" und so weiter.

Jeder kennt hier jeden und ordnet ihn für alle Zeiten in eine Schublade. Bei der Vergabe ordentlicher Arbeitsplätze herrscht der Klüngel/Beziehungen.
Es ist so schlimm, dass selbst Rechtsanwälte mittels Praktikantinnen über die Runden zu kommen versuchen. Subtile Ausbeutung auf allen nur denkbaren Ebenen. Sehr fragwürdig dies mit schwarz-weiss Denkweisen zu bewerten und überschlau zu kommentieren.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: NEET am 28. April 2011, 09:56:31
Jetzt wird aber richtig Gas gegeben bei der Aufschwung Propaganda!

Heute:

Immer weniger suchen Job Arbeitslosenzahl fällt um 132.000

Zitat
Auf dem deutschen Arbeitsmarkt führt die Frühjahrsbelebung zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahl. Im April waren 3,078 Millionen Arbeitslose registriert. Das sind 132.000 weniger als im März und 321.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote geht im Monatsvergleich um 0,3 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent zurück.


http://www.n-tv.de/politik/Arbeitslosenzahl-faellt-um-132-000-article3200241.html (http://www.n-tv.de/politik/Arbeitslosenzahl-faellt-um-132-000-article3200241.html)

Aufschwung lässt Arbeitslosigkeit weiter sinken


Zitat
Der positive Trend am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im April fortgesetzt: Die Zahl der Arbeitslosen sank um 132.000 auf 3.078.000. Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent.


http://www.n-tv.de/politik/Immer-mehr-finden-Arbeit-article2984661.html (http://www.n-tv.de/politik/Immer-mehr-finden-Arbeit-article2984661.html)

Gestern:

BA meldet Rekordniveau Arbeitskräfte verzweifelt gesucht


Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland ist hoch wie lange nicht. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesagentur für Arbeit. Ursache sei der fortgesetzte Aufschwung. Der kleine Wermutstropfen: Auch geringfügig entlohnte Arbeit boomt.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Arbeitskraefte-verzweifelt-gesucht-article3189241.html (http://www.n-tv.de/wirtschaft/Arbeitskraefte-verzweifelt-gesucht-article3189241.html)

Oder hängt es damit zusammen?

Deutsche fürchten Freizügigkeit

Zitat
Der Abbau der letzten Schranken im europäischen Arbeitsmarkt löst überall in Deutschland große Sorgen aus: Schon in wenigen Wochen dürfen sich die EU-Bürger aus Osteuropa auch westlich von Oder, Naab und Erzgebirge frei und ungehindert um einen Arbeitsplatz bewerben. Alte Ängste werden wach.


Man will uns wohl die grenzöffnung schmackhaft machen indem man uns vormacht das es mehr Stellen als Bewerber gibt!

Verrückt das ganze!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Judy am 28. April 2011, 10:48:38
Komisch, in folgendem Artikel, auch erst neulich erschienen, war von 7 Millionen Hartz-Empfängern die Rede, aber da sind wohl noch die Kinder dabei und die nicht arbeitsfähigen oder wie soll man das verstehen, dass es da 4 Millionen Unterschied gibt?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,757054,00.html (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,757054,00.html)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 28. April 2011, 11:28:23
Deutschland: Arbeitsmarkt April 2011:

Hartz IV Grund zur Freude?

 Studie Armut trotz Arbeit nimmt zu - In Deutschland fallen immer mehr Arbeitnehmer unter die Armutsgrenze. (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758258,00.html)

7,3 Millionen Mini-Jobber  - Ansteigende Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglohnarbeitsplatze immer mehr Arbeitnehmer die jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit gehen leben in Armut oder sind armutsgefährdet.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) zählte Ende September 2010 gut 7,3 Millionen Mini-Jobber. Das sind fast 1,6 Millionen mehr als 2003, damals lockerte die rot-grüne Bundesregierung die Regeln für diese Beschäftigungsform. (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kritik-von-forschern-und-gewerkschaften-aerger-im-land-der-minijobber-1.1088925)

Die Zahlen für April 2011
 
BA Bericht April 2011 Seite 51  die offizielle Zahl der registrierten Arbeitslosen wird im April 2011 von der BA mit  3.078.058  Personen beziffert  zusätzlich waren  nach vorläufigen Schätzungen der BA waren (im April 2011) 1.336.065  Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente beschäftigt BA Bericht April 2011 Seite 51 (Erfahrungsgemäß steigt diese Zahl in den folgenden BA Monatsberichte noch erheblich an). (BA – Bericht April 2011 Seite 69 Fußnote 3   Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010, Datenstand März 2011, nur ca. 68 % der Träger Daten zum Einsatz der komm. Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst) Bis zum BA- Bericht Dezember 2010 wurde eine Erfassung von 76 % angegeben. Bis zum BA Bericht März 2011 waren es noch 69 %. Zusätzlich gibt es 340.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat (aktuell Dezember 2010) keine Geldleistungen bezogen haben.

Bitte beachten sie auch die Fußnoten zur Untererfassung BA Bericht April 2011 Seite 69

Unterbeschäftigung April 2011: (4.041.801  ) Personen Unterbeschäftigungsquote 9,5 %

7.346.165 Leistungsempfänger (Rechtkreis SGB II/SGB III):

darunter:
Arbeitslosengeld  831.356  PersonenTendenz sinkend
erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.751.306  Personen – Tendenz steigend
nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.763.503 Personen -  Tendenz gleich bleibend
( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)

Im Dezember 2010 bezogen 2.828.000 Personen oder 51 Prozent Leistungen, ohne arbeitslos zu sein.

Außer den Leistungsempfängern gab es im Dezember noch 340.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.
BA Bericht April 2011 Seite 19


BA Bericht April 2011 Seite 51 3) Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hoch gerechnet werden.

Sybillas Kommentar

Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine selbst-bestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV Leistungen) gestalten möchte/können muss, bleibt auch im „Aufschwung der Mini und Billigjobs“ am deutschen Arbeitsmarkt ein unerfülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesellschaft augenscheinlich aufgegeben. Das Ziel der Arbeitsmarktreform der Politik und teilen der Gesellschaft ist das jeder Arbeitslose irgendwie in Ein Euro Job; Bürgerarbeit; Maßnahmen, Minijobs oder im Niedriglohnbereich beschäftigt wird. In der Regel verlautbart der BA unter großem euphorischem Jubel der öffentlich rechtlichen Staatsmedien und vieler Print-Medien, dass die statistisch erfasste Zahl der Arbeitslosen gesunken ist. Auf mich wirkt diese Szenerie nahezu hysterisch. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber viele vermuten (siehe Kommentare der Online Artikel) das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar, die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen Potemkinsches Dorf, sie wird durch das Herausrechnen vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) und mit 7,3 Millionen Mini-Jobber fein herausgeputzt, um den tatsächlichen Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

So wird reißerisch und triumphal ein Beschäftigungsrekord und ein Rekord der offenen Stellen verlautbart aber gleichzeitig wurden die Beiträge für die GKV auf 15,5 % + Zusatzbeiträge diverser Krankenkassen angehoben. Wenn es tatsächlich einen Beschäftigungsrekord der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse geben würde, dann dürften die Beiträge zur GKV nicht  steigen sondern sinken. Wem hilft ein Beschäftigungsrekord der mit 0 € Praktika, 1 € Jobs, Bürgerarbeit, Beschäftigung- und Übfirmen sowie mit 7,3 Millionen Mini-Jobber erreicht wurde. ? Wie ist die Meldung von dem Rekord der offenen Stellen einzuordnen? Im BA Bericht April 2011 werden auf den Seiten 10 lediglich 461.000 gemeldete Stellen. Der Erfolg am Arbeitsmarkt gründet in den Niedriglohnsektor der Zeit und Leiharbeit und in 7,3 Millionen Mini-Jobber.


Die Bevölkerungsgruppe 0 – 65 Jahre 

2005 waren  66.567.900 (http://"http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Content75/AltersgruppenFamilienstand,templateId=renderPrint.psml")Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.649.800 Personen 15 – 65 Jahre 54.918.100 Personen

2009 waren  64.900.400 (http://"http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Content75/AltersgruppenFamilienstand,templateId=renderPrint.psml ") Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.022.600  Personen 15 – 65 Jahre 53.877.800

Die Zahl der Personen zwischen 0 und 15 Jahren (Rechtkreis SGB II/SGBIII)
verringerte sich zwischen 2005 und 2009 um 627.200 Personen.
Die Zahl der Personen zwischen 15 und 65 Jahren (Rechtkreis SGB II/SGBIII)
verringerte sich zwischen 2005 und 2009 um 1.040.300 Personen.


Das heißt die Entwicklung der Personenkreis der für den Rechtskreis (SGBII/SGBII) in Frage kommt ist vor allem durch die demografische Entwicklung bestimmt, die (Altersgruppe 0 - 65 ) hat such zwischen 2005 - 2009 um 1.667.500 Personen verringert der Arbeitsmarkt wurde erheblich entlastet.

Im Dezember 2010 bezogen mit 1,37 Mio gut 29 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsbezie-her in der Grundsicherung Einkommen aus Er-werbstätigkeit. Der Anteil erwerbstätiger Leis-tungsbezieher ist damit um 1,3 Prozentpunkte gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahrs gestiegen. 1,25 Mio der erwerbstätigen Leis-tungsbezieher übten eine abhängige Beschäftigung aus, während 127.000 ausschließlich oder zusätzlich einer Selbstständigen Tätigkeit nachgingen. (BA Bericht April 2011 Seite 22)
http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html (http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html)


Zitat
Seit 1992 sind die Einkommen der ärmsten 10 Prozent der Bevölkerung um 13 Prozent gesunken, die Einkommen der reichsten 10 Prozent hingegen um 31 Prozent gestiegen. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl der in Armut lebenden Kinder verdoppelt. Und die Zahl der Menschen, die Grundsicherung im Alter beantragt haben, wächst kontinuierlich ([url]http://www.vdk.de/perl/cms.cgi?ID=nd18047[/url])


Was haben ergänzendes Hartz IV/ALG II und Kobraschwänze gemein

Viele dachten und manche „Experten“ forderten ein Kombilohnmodel (ergänzendes ALG II/Hartz IV) zur Reduzierung die Arbeitslosigkeit in D. Als in den 1930ern Indien von einer Kobrainvasion heimgesucht wurde, setzten die Behören eine Fangprämie auf Kobraschwänze aus, was dazu führte das Kobraschlange gezüchtet wurden, aber deren Reduzierung nicht förderte.

Den gleichen Effekt ist nun am Arbeitsmarkt zu beobachten, mit ergänzenden ALG II Leistungen züchtet der Arbeitsmarkt Kombilohnarbeitsplätze, aber die Zahl der Leistungsempfänger wird dadurch kaum reduziert, die Belastung der Kommunen und die Belastung der Solidargemeinschaft der Steuerzahler steigt weiter an. Die Sozialkassen verlieren Einnahmen.

http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280 (http://[url=http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280)] Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen[/url]

Das Fazit ergänzende Hartz IV/ALG Leistungen setzen die falschen Anreize, besser wäre es die Arbeitgeber zur Schaffung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit zu motivieren, somit würden die Kommunen und die Solidargemeinschaft der Steuerzahler entlastet, auch die Sozialkassen profitieren mehr von sozialversicherungspflichtiger Arbeit als von Niedriglöhnen.
 
461.000 gemeldete Stellen, ... In saisonbereinigter Betrachtung haben die Stellenmeldungen gegenüber dem Vormonat um 2.000 abgenommen … Nach Wirtschaftszweigen differenziert beruht das Plus in der gleitenden Jahressumme zu mehr als der Hälfte auf Mel-dungen aus der Arbeitnehmerüberlassung (+265.000 oder +54 Prozent).  (BA Bericht April 2011 Seite 10)

http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280 (http://[url=http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280)] Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen[/url]


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: schwarzrot am 28. April 2011, 11:32:07
Zitat
Judy:
Komisch, in folgendem Artikel, auch erst neulich erschienen, war von 7 Millionen Hartz-Empfängern die Rede, aber da sind wohl noch die Kinder dabei und die nicht arbeitsfähigen oder wie soll man das verstehen, dass es da 4 Millionen Unterschied gibt?

Zitat
SPON:
Die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen - also die Unterbeschäftigung - liegt allerdings deutlich höher, da hierbei auch Ein-Euro-Jobber und Erwerbslose in Weiterbildung mitgezählt werden müssen.
D.h. also 400eus-jobber, geringbeschäftigte, aufstocker sind auch bei dieser zahl nicht dabei. Und wie siehts mit 'extern' betreuten, sanktionierten und denen aus, die wegen ihrer 'bedarfsgemeinschaft' nix bekommen, oder eh genervt aufgegeben haben, sich in (schein)selbstständigkeit, zu eltern, oder ins verbrauchen von ersparnissen flüchten?
Einfach mal Sybillas texte in ruhe lesen, dann findest du, wo der rest bleibt.

Du solltest doch inzwischen wissen, was von den 'offiziellen' zahlen zu halten ist. Und bei den meldungen in der systempresse/medien musst du halt wie damals in der DDR zuwischen den zeilen lesen.  ;)
Zitat
Firmen finden nicht genügend Fachkräfte

Für viele Betriebe hat der Boom auf dem Arbeitsmarkt Nachteile. Firmen klagen über Probleme, genügend qualifizierte Fachkräfte zu finden. Vor allem Zeitarbeitsfirmen sind laut BA in Not  ;D ;D ;D. Etwa jede dritte freie Stelle komme aus dieser Branche. Aber auch im Handel, im Bausektor, in der Gastronomie und im Gesundheitssektor würden zahlreiche Mitarbeiter gesucht.

In betreffenden branchen sind vor allem die löhne hinterweltlich und die arbeit fast immer ein knochenjob.
Kein wunder, wenn die in den bereichen kaum noch doofe finden.
Mal die löhne rauf und dann erübrigt sich auch dieser 'fach'kräfte'mangel'.  ::)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: matten am 28. April 2011, 12:23:31
Vielen Dank Sybilla,

also komme vom Lande und bin ein einfach Mensch
mal einfach gerechnet
ca. 3 Mio Arbeitslos
ca. 4,3 Mio Hartz 4 (Erwebsfähig oder so
ca. 7,3 Mio Menschen die keine Arbeit haben

offene Stellen ca. 800.000

da brauch ich mal keine Formeln 
oder sonstige Dinge


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Judy am 28. April 2011, 12:25:41
Also Handel, Bausektor, Gastronomie, und Gesundheitswesen sind ja nun genau die Bereiche, wo diese Kurzqualifikationen in den Maßnahmen gerade stattfinden, meistens noch verbunden mit irgendwelchen Lebensführungs- und Bespaßungs-Kursangeboten, in denen laut etlichen Berichten auf dem elo massive Schnüffeleien in den Privatbereich hinein stattfinden sollen...
Wenn das mal kein Zufall ist....
Dabei sind doch schon Unmengen Facharbeiter aus diesen beruflichen Zweigen schon längere Zeit arbeitslos und finden und finden keinen Job. Ist doch schon mehr als nur ein bißchen seltsam.

Die Leute kurz in die Kurse, schon mal kostenlos vorarbeiten in Probearbeit und Praktikas, und dann ab in die ZAF zu Dumpinglöhnen. Die genannten beruflichen Zweige sind doch gerade die beruflichen Bereiche, in denen es besonders häufig Mißstände gibt und wo auch oft die Arbeitnehmerrechte mit Füßen getreten werden, wo es auch sehr häufig nur Einstellung in 400-Euro-Jobs gibt oder wie in der Baubranche, wo gewöhnlich die Schwarzarbeit besondere Blüten treibt, da schwerer nachkontrollierbar. Genau da hinein sollen jetzt die Langzeitarbeitslosen unter ganz verschärftem Zwang hinein getrieben werden, als Kombilöhner wahrscheinlich. So wird die Schwarzarbeit abgeschafft legalisiert!
Und den Bürgern wird das dann als Jobwunder und erfolgreiche berufliche Eingliederung verkauft, dass sie nun die Löhne der Angestellten von besonders skrupellosen AG in einem hohen Anteil mitfinanzieren müssen.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 28. April 2011, 12:56:55
Fußnoten

Fußnoten zur Untererfassung BA Bericht April 2011 Seite 69

1)   Die Hochrechnung am aktuellen Rand ist derzeit aufgrund fehlender Erfahrungswerte oder technisch nicht realisierbar, darum ist der Vergleich mit Vorjahresergebnissen nur eingeschränkt möglich.
2)    Die Einmalleistungen umfassen: Vermittlungsgutschein, Förderungen aus dem Vermittlungsbudget, Sachmittel für Selbständige, sowie Einmalleistungen zur Freien Förderung nach § 16f SGB II
3)    Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010, Datenstand März 2011, nur ca. 68 % der Träger Daten zum Einsatz der komm. Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.
4)   Als Datengrundlage dienen Zahldaten, die grundsätzlich je Kalendermonat im Nachhinein erfasst werden. Zugänge des aktuellen Berichtsmonats sind somit nur bis zum Ende des Vormonats verfügbar.
5)   Aus datenschutzrechtlichen bzw. technischen Gründen werden nicht alle Teilnahmen erfasst. Es ist von einer Untererfassung der Teilnahmen auszugehen.
6)   Aus technischen Gründen derzeit nicht auswertbar.
7)   Auf Grund der Trägergebietsreform in Sachsen und Sachsen-Anhalt zum 1. Januar 2011 ergeben sich Untererfassungen bei einzelnen Jobcentern in kommunaler Trägerschaft.
8  )   …..fehlt…..
9)   Ab Januar 2009 werden revidierte Werte auf Basis von Abrechnungslisten berichtet, bis Dezember 2008 erfolgt die Ermittlung der Werte auf Basis von Betriebsmeldungen.

  3. Statistische Hinweise zur Statistik der Grundsicherung für Arbeitsuchende BA Bericht April 38 – 42    
 5. Statistische Hinweise zur Arbeitsmarktpolitik - Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik und Unterbeschäftigung  - BA  Bericht April  2011 Seite 45

BA Bericht April 2011 Seite 45….

Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:

Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:
- Vollzeitäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss
- berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (einschl. Reha; Restabwick-lung), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
- Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III im Rechtskreis SGB III (Restabwicklung), Perso-nen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II
- Förderung der Selbständigkeit: Gründungszuschuss, Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit und Existenzgründungszuschuss (Ich-AG; Restabwicklung).
Außerdem werden Personen, die arbeitsunfähig sind und Arbeitslosengeld auf Basis des § 126 SGB III beziehen, zur Unterbeschäftigung gezählt

….


Meldungsübersicht

Aufschwung xxxl: Binnenkonsum -  Deutschland verliert an Kaufkraft
ILO Vergleichsstudie: Vergleichsstudie Löhne in Deutschland sinken weiter

 Global Wage Report 2010: Kurzfassung auf Deutsch (PDF, 578 kB)  Neben den moderaten Tarifabschlüssen der vergangenen Jahre sind die Ausweitung des Niedriglohn-Sektors und die Zunahme von atypischen Beschäftigungsformen11 – wie Zeitarbeit und 400-Euro-Jobs – wesentliche Gründe für das schlechte Abschneiden Deutschlands… (http://www.dgb.de/themen/++co++7a01a332-0860-11e0-79f2-00188b4dc422)

ILO - International Labour Office (2010): Global Wage Report 2010/11: Wage Policies in Times of Crisis, Geneva. (http://www.webcitation.org/query?url=http%3A%2F%2Fwww.ilo.org%2Fwcmsp5%2Fgroups%2Fpublic%2F%40dgreports%2F%40dcomm%2F%40publ%2Fdocuments%2Fpublication%2Fwcms_145265.pdf&date=2010-12-16)


 30.12.2010, 11:52 Senioren Sozialexperten warnen vor steigender Altersarmut (http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/senioren-sozialexperten-warnen-vor-steigender-altersarmut_aid_585929.html)

Kinderarmut in Deutschland besorgniserregend (http://www.noows.de/deutschland-bei-sozialer-gerechtigkeit-mittelmass-24619)

Schrumpfende Mittelschicht – Anzeichen einer dauerhaften Polarisierung der verfügbaren Einkommen? (http://www.diw.de/documents/publikationen/73/79586/08-10-1.pdf)

3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (http://www.sfz.uni-mainz.de/2231.php)

Zahl der Privatinsolvenzen 2010 auf neuem Höchststand (http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gRmNY5x_Bylvl8HqulIWJkBgQRjQ?docId=CNG.d97243012bc9c3023d4adf8dc324d6ef.601)

 weitere Hintergrundinfos

Zunahme von Niedriglöhnen - Experten warnen vor Folgen für das Sozialsystem (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,8117745,00.html)
 
 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr.505 vom 22.12.2009 - Deutliches Defizit der Kommunen im ersten bis dritten Quartal 2009
   
  Es handelt sich abermals um ein Paradoxon einerseits spricht der Staatsjournalismus vom „Jobwunder“ immerhin ist die Zahl der Arbeitslosen von rund 5 Millionen 2005 auf rund 3 Millionen 2010 gesungen (allerdings ist Zahl der 7 Mini-Jobber um 1,6 Millionen angestiegen anderseits Seit der Einführung von Hartz IV sind die Unterkunftskosten deutlich angestiegen: von 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf voraussichtlich elf Milliarden Euro in diesem Jahr. (http://"http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/hartz-IV-mietkosten") 
   
Das Geschäft mit der Armut und den Armen
   
Ein Euro Jobs oder Bürgerarbeit oder Pflegehelfer das Geschäft mit der Armut der Armen blüht wie selten zuvor.
Mittlerweile tauchen in den Medien immer mehr Beispiele dubioser Sozialfirmen auf, zumeist gemeinnützige GmbHs. Für die Anbieter eröffnen sich viele Chancen, besonders lukrative Strukturen aufzubauen. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/)
   
  Dienstmaserati und Traumrendite - Vom neuen Profitstreben in der Sozialarbeit
   
  Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument (http://www.dradio.de/download/124221/)
   
  Audio - Podcast (http://www.dradio.de/aod/?station=3&broadcast=348697&datum=20100823&playtime=1282584600&fileid=87ddb29b&sendung=348697&beitrag=1249341&)
   
 
Zitat
Die GmbH erlaubt viele Möglichkeiten Gewinne herauszuziehen - trotz Gemeinnützigkeit. Für Stefan Thyroke, Berliner ver.di-Betreuungssekretär für die Branche, ist der Bereich der freien Träger ein "Sumpfgebiet", in dem Fälle von Filz und Korruption fast alltäglich seien. ([url]http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/[/url])
   
  ...
   
  Vielleicht hat Harald Ehlert den Fehler gemacht, sich als Propagandatrommler einer Entwicklung zu positionieren, die in einer seltsamen Unübersichtlichkeit abläuft. Staat, Wohlfahrtsverbände und gemeinnützige Gmbhs kooperieren diskret. ([url]http://www.dradio.de/download/124221/[/url])

     
Bei objektiver Betrachtung scheinen die neoliberalen Wahnideen der Obrigkeit anhand der Leistung/Nutzen Rechnung des Humankapitals ( der Bürger) immer deutlicher durch.
   
 Quelle der Daten BA Bericht April 2011 (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201104.pdf)
   
 Erstellt von Sybilla am 28.04.11  12 Uhr 00
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 29. April 2011, 17:14:04
Die Fakten enthüllen, der medial inszenierte Aufschwung und der Beschäftigungsrekord sind nur eine Fatamorgana der „Hofberichterstattung“ der Staatsmedien im Sinne der Wirtschaft und der Politik.

Mit mehr als 1000 Tafeln auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung ?


Wer in diesen Tagen aufmerksam die Meldungen der Staatsmedien verfolgt kann schnell den Eindruck gewinnen das diese weder objektiv noch überparteilich sondern tendenziös und einseitig berichten. Die Jubelarien vom endlos brummenden Wirtschaftswachstum und dem Arbeitsplatzboom der von Beschäftigungsrekord zu Beschäftigungsrekord eilt gleicht feinsinniger Propaganda die sich durch tägliche bzw. stündliche Wiederholung in die Gehirne und in das Unterbewusstsein der Zuseher und Zuhörer einbrennen soll. Die Beweihräucherung der neoliberalen politischen und wirtschaftlichen Nomenklatura also der Führungscliquen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft wird in der „Berichterstattung“ der Staatsmedien augenscheinlich zum manifesten Brennpunkt der Information.


So sind die Einzelhandelsumsätze völlig überraschend und entgegen der Erwartungen von Experten auf breiter Front nicht nur ein- sondern erheblich weggebrochen.
Pressemitteilung Nr.167 vom 29.04.2011 Einzelhandelsumsatz im März 2011 real um 3,5% gesunken (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/04/PD11__167__45212,templateId=renderPrint.psml) Von der in den Medien verkündeten Kauflust der Verbraucher ist nichts rein gar nichts zusehen.

Im Gegenteil:

Leben auf Pump: Immer mehr Verbraucher in Schuldenfalle - Viele Wege führen in die Schuldenfalle - und immer mehr Menschen tappen hinein. 110.000 Verbraucher meldeten im vergangenen Jahr Insolvenz an - so viele wie noch nie in Deutschland. (http://web.de/magazine/finanzen/geld/12685314-leben-auf-pump-immer-mehr-verbraucher-in-schuldenfalle.html#.A1000109)

Der in den Medien unermüdlich verkündete Aufschwung kommt den Arbeitnehmer/innen die jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit oder Minijob (7,3 Millionen) gehen offensichtlich nicht an.

So steht einer Inflationsrate –  Pressemitteilung Nr.160 vom 27.04.2011  -Verbraucherpreise im April 2011: Voraussichtlich + 2,4% gegenüber April 2010  (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/04/PD11__160__611,templateId=renderPrint.psml)
Eine marginale Steigerung der Tarifverdienste Pressemitteilung Nr.168 vom 29.04.2011 Tarifverdienste im Januar 2011: + 0,9% zum Januar 2010 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/04/PD11__168__622,templateId=renderPrint.psml) gegenüber. Die den Arbeitnehmer/innen die jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit oder Minijob (7,3 Millionen) gehen haben keineswegs mehr Netto vom Brutto sondern aufgrund der exorbitant hohen Preise für Kraftstoffe und Lebensmittel und aufgrund der Zusatzbeiträge diverser Krankenkassen trotz „Beschäftigungsrekord – 7, 3 Millionen Minijobs) noch weniger Netto vom Netto.
 
Aber in den Medien wachsen die Bäume des Aufschwungs in den Himmel, der Aufschwung brummt ohne Ende und das fabelhafteste ist das man ohne Berücksichtigung von Redundanzen (Mehrfachnennungen) leicht eine Zahl von über eine Million freier Arbeitsstellen fantasieren kann. Natürlich wird bei genauer Betrachtung sehr schnell klar, dass es sich dabei vielfach um Potemkinsche Dörfer der Propaganda der Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa ab dem 1. Mai 2011 handelt. Den Bürgerinnen und Bürgern wird ein Bedarf an Arbeitnehmern/Fachkräften suggeriert der sehr leicht und einfach mit den rund 7,5 Millionen Leistungsempfängern abgedeckt werden könnte. Allerdings wird durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa der Billiglohnsektor weiterhin mit zusätzlichen Arbeitskräften versorgt.

Nein in Deutschland ist nichts in Ordnung, es ist nur ein medial inszeniertes Blendwerk.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Judy am 30. April 2011, 13:21:16
Die Fakten enthüllen, der medial inszenierte Aufschwung und der Beschäftigungsrekord sind nur eine Fatamorgana der „Hofberichterstattung“ der Staatsmedien im Sinne der Wirtschaft und der Politik.
.........

Nein in Deutschland ist nichts in Ordnung, es ist nur ein medial inszeniertes Blendwerk.


Erinnert mich an China's großen Sprung nach vorn, wo die Leute auch die Statistiken fälschen mußten, auf staatlichen Druck hin  wurden immer wieder ganz fantastische Ernten veröffentlich und gefeiert, die Folge war:

Die größte Hungersnot in China, und vielleicht der ganzen Weltgeschichte, wurde von 1959–1961 durch den Großen Sprung nach vorn ausgelöst, ein soziales Experiment, dem 30–43 Mio. Menschen zum Opfer fielen.
ist ein Auszug aus Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hungersnot#China (http://de.wikipedia.org/wiki/Hungersnot#China)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 07. Mai 2011, 13:08:37
Faktencheck Arbeitsmarkt: Auf Sand gebaut

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen:
"Der deutsche Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig wie ein Schwamm“

Zitat
Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs Die deutsche Wirtschaft steht gut da, doch immer mehr Menschen können von ihrer Arbeit nicht leben, jedes neunte Kind in Deutschland wächst in Armut auf, die Finanznot der Kommunen ist dramatisch. Eine Erkundung in den Niederungen des sozialen Alltags. Massenarbeitslosigkeit? Das war gestern. Laut Statistik gibt es immer weniger Arbeitslose, und die prognostizierten Wachstumsraten weisen in eine rosige Zukunft. Leiharbeit, prekäre Beschäftigung und andere staatlich subventionierte Arbeit werden dabei ausgeblendet. Angesagt ist Optimismus….. ([url]http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/[/url])


 Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument Deutschland Radio Berlin Zeitfragen – Das Politische Feature Redaktion: Constanze Lehmann 2. Mai 2011 Auf Sand gebaut ? Die Schattenseiten des Aufschwungs Von Ruth Jung (http://www.dradio.de/download/137715/)

 Audio zum Nachhören (http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348697&datum=20110502&playtime=1304357400&fileid=e2babbdf&sendung=348697&beitrag=1448136&/)

Der deutsche Arbeitsmarktschwamm saugt vor allem staatliche Subventionen für ergänzende Sozialleistungen (ALG II – Hartz IV) für 7, 3 Minijobber und eine außer Rand und Band geratene Leiharbeit und prekäre Beschäftigung auf. Wer weiß wie die Jobcenter – Kunden – in Arbeit vermitteln der weiß dabei setzen die „Arbeitsvermittler“ vor allem auf die Vermittlung in Minijobs und Leiharbeit und prekäre Beschäftigung. Das dadurch entstehende Problem der Familien – und Altersarmut wird durch den angesagten Optimismus völlig ausgeblendet.

Dieser Beitrag der „Zeitfragen“ des Deutschland Radio Berlin bestätigt  meine Analyse der BA – Monatsberichte die ich Monat für Monat in verschiedenen Foren publiziere.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 07. Mai 2011, 13:20:56
Ganz Deutschland fusst auf Lügen. Die zentrale Lüge, die sich durch alle Aktivitäten zieht ist: Es werden die Kosten X für den Zweck Y ge-/verbraucht.
Der Zweck Y teilt sich dann aber immer in den eigentlichen Zweck "Y Original" und "Y Mitverdiener". Und die Regierungen der letzten Jahre sorgen sich
in allererster Linie um die "Y Mitverdiener". Alles Lüge!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Auferstanden am 08. Mai 2011, 09:14:48
...das was hier zurecht als Lügengebilde bezeichnet wird, ist im weitesten Feld Propaganda.
Der hieisge Arbeitsmarkt als Schwamm, welch` ein absurde Metapher im Zeitalter der Kostenminimierung,
Automatismuses, unendlichen Rationalisierungsgelüste und nicht zu vergessen staatl. forcierten Hartz-Sklaverei.

Arbeit im klassischen Sinn war noch nie so wertlos wie heute
 



Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. Mai 2011, 13:14:49
Deutschland: Arbeitsmarkt Mai 2011:

Die Zahlen für Mai 2011
 
BA Bericht Mai 2011 Seite 52

Zahl der registrierten Arbeitslosen 2.960.112  Personen
 zusätzlich waren  1.272.059 Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente beschäftigt
(BA – Bericht Mai 2011 Seite 84 Fußnote 3   Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010, Datenstand März 2011, nur ca. 68 % der Träger Daten zum Einsatz der komm. Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst)[/B]

Unterbeschäftigung Mai 2011: (4.178.614 ) Personen Unterbeschäftigungsquote 9,8 %

7.255.830 Leistungsempfänger (Rechtkreis SGB II/SGB III):

darunter:
Arbeitslosengeld  775.320  Personen – Tendenz sinkend
erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.725.140  Personen – Tendenz gleich bleibend
nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.755.370 Personen -  Tendenz gleich bleibend
( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)

(BA Bericht Mai 2011 Seite 20)
Außer den Leistungsempfängern gab es im Dezember noch 342.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen erhielten 89 Prozent Leistungen

Im Dezember 2010 bezogen 2.828.000 Personen oder 51 Prozent Leistungen, ohne arbeitslos zu sein.

470.000 gemeldete Stellen, ... In saisonbereinigter Betrachtung haben die Stellenmeldungen ge-genüber dem Vormonat erneut abgenommen, und zwar um 8.000… Nach Wirtschaftszweigen differenziert beruht das Plus in der gleitenden Jahressumme zu mehr als der Hälfte auf Meldungen aus der Arbeitnehmerüberlassung  (+254.000 oder +50 Prozent). (BA Bericht Mai 2011 Seite 10/11)

Der Erfolg am Arbeitsmarkt fußt auf prekärer Beschäftigung darunter über 7 Millionen Minijobs und rund 1 Millionen Personen die in Zeitarbeit beschäftigt sind.

Die Zahlenmystik der Ursula von der Leyen (http://"http://www.youtube.com/watch?v=Pib6hyEYH60&feature=related")

Jubelnd-jaulende Hofhunde

Daß heute der größte Teil der Massenmedien seine Aufgabe darin sieht, sozusagen als Dauer-Ambulanz zur Lebensrettung der Regierung im 24-Stunden-Einsatz 365 Tage im Jahr tätig zu sein, darüber gibt es keinen Zweifel.... Auf dem Wege der Selbstgleichschaltung, der intellektuellen Selbstentmannung, hat man auf das Recht der Kritik verzichtet und hat sich in den Chor weitgehend jubelnd-jaulender Hofhunde eingereiht ... (http://"http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42891596.html")

Ist das ein Zitat von Karl Marx, Gregor Gysi oder von Sarah Wagenknecht?
Weit gefehlt das Zitat stammt von keinen geringeren als Franz Josef Strauß.

BA Bericht Mai 2011 Seite 23

Im Januar 2011 bezogen mit 1,35 Mio knapp 29 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsbe-rechtigten in der Grundsicherung Einkommen aus Erwerbstätigkeit.
Bedarfe / Leistungen / Einkommen - statistik.arbeitsagentur.de (http://"http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html")

Die Bevölkerungsgruppe 0 – 65 Jahre 

2005 waren  66.567.900 (http://"http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Content75/AltersgruppenFamilienstand,templateId=renderPrint.psml")Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.649.800 Personen 15 – 65 Jahre 54.918.100 Personen

2009 waren  64.900.400 (http://"http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Content75/AltersgruppenFamilienstand,templateId=renderPrint.psml") Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.022.600  Personen 15 – 65 Jahre 53.877.800

Die Zahl der Personen zwischen 0 und 15 Jahren (Rechtkreis SGB II/SGBIII)
verringerte sich zwischen 2005 und 2009 um 627.200 Personen.
Die Zahl der Personen zwischen 15 und 65 Jahren (Rechtkreis SGB II/SGBIII)
verringerte sich zwischen 2005 und 2009 um 1.040.300 Personen.


Das heißt die Entwicklung der Personenkreis der für den Rechtskreis (SGBII/SGBII) in Frage kommt ist vor allem durch die demografische Entwicklung bestimmt, die (Altersgruppe 0 - 65 ) hat such zwischen 2005 - 2009 um 1.667.500 Personen verringert der Arbeitsmarkt wurde erheblich entlastet.

Jubel, Trubel, Heiterkeit die deutschen Medien feiern, wieder unter 3 Millionen registrierte Arbeitslose, viele sprechen von der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung – ich füge hinzu, leider mit über 1000 Tafeln.

Lügen mit Zahlen

Lügen mit Zahlen - Die scheinbare Objektivität von Statistik | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk (http://"http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/")
Zitat
..."Denn wenn die Wirtschaft wächst, können wir auch mehr für das Soziale ausgeben. Wenn man sich die Zahlen anguckt, ist man völlig überrascht. Da ist nämlich die Sozialleistung überhaupt nicht gestiegen. Sie sind halt seit 1991 so um die 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, worin wir unsere Wirtschaft messen. Und wenn man dann noch länger in die Vergangenheit zurückguckt, halt in den Bereich von Westdeutschland, dann ist es seit 1975, haben wir, geben wir konstant 30 Prozent für Soziales aus. Und jetzt wird der Schuh ein ganz anderer. Unsere sozialen Probleme sind seit 1975 massiv gewachsen. Wir geben aber anteilsmäßig genau so viel aus wie 1975. Also haben wir keinen Wildwuchs, sondern eine Beschneidung des Sozialen.".... (http://"[url]http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/[/url]")
  Lügen mit Zahlen - Audio mp3 (http://"http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/03/03/dlf_20110303_2010_afe25bec.mp3") 

Viele Medien verkünden im Gleichklang mit euphorischer Jubel in triumphierender Einheit mit Politik und Wissenschaft das abermalige absinken der registrierten Arbeitslosigkeit unter die Zahl von 3 Millionen. Das dieser "Erfolg" vor allem aus der statistischen Definition von Arbeitslosigkeit entspringt wird in der Berichterstattung nur selten erwähnt. Aber die Statistik wurde dementsprechend gestaltet. Die Zahl der Leistungsempfänger (weit über 7 Millionen erhalten alleine ALGI, ALG II. Sozialgeld - ohne Personen die Kinderzuschlag oder Sozialhilfe oder Altersgrundsicherung erhalten) übertrifft diese Zahl um mehr als das doppelte. 

  Woran erkennt man moderne Sklaverei? 

Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Berliner Tagung "Arbeitsausbeutung und | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk (http://"http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431107/")

 
Zitat
Ob in der Landwirtschaft oder im Pflegebereich: Viele Menschen arbeiten sehr viel - für sehr wenig Geld.... Und dann wissen wir, dass die Zahl von den Frauen, die in den Haushalten arbeiten, dass das mit Sicherheit in die Zehntausende geht. Aber zählen können wir sie nicht." Wie viele Menschen in Deutschland für einen Hungerlohn und teilweise unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten, darüber gibt es keine Statistik. Wer allerdings die Augen offen hält, kann Arbeitsausbeutung täglich beobachten, sagt Dorothee Frings...... (http://"[url]http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431107/[/url]")
Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Audio mp3 (http://"http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/04/07/dlf_20110407_2035_da958a32.mp3")

Zurzeit gibt es in D rund 7,3 Millionen Personen mit Minijob (400 €) und ca. 1 Millionen Personen in Leih und Zeitarbeit.
TARIF: Regale füllen für 1,86 Euro die Stunde - Die Gewerkschaften beklagen die Ausweitung des Niedriglohnsektors.Tatsache ist allerdings, dass in Deutschland nach jüngsten Statistiken der Bundesagentur für Arbeit knapp 4,5 Millionen Menschen im sogenannten Niedriglohnsektor arbeiten. (http://"http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12072446/485072/Die-Gewerkschaften-beklagen-die-Ausweitung-des-Niedriglohnsektors-Regale.html") „Heute Niedriglohn, morgen Altersarmut“

  Aber Arbeitsministerin Ursula von der Leyen meint:
"Der deutsche Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig wie ein Schwamm“
 
Zuletzt gebetsmühlenartig im Morgenmagazin von ARD und ZDF vom 31.05.11 vorgetragen.

Der BA Jobbörse (http://"http://jobboerse.arbeitsagentur.de/vamJB/startseite.html?kgr=as&aa=1&m=1&vorschlagsfunktionaktiv=true") sind mit Redundanzen (Mehrfachnennungen einer Stelle) 818.175 Stellen bekannt hingen der Arbeitsministerin Ursula von der Leyen laut ihrer Aussage im ARD und ZDF Morgenmagazin 31.05.11 über 1 Million  offene Stellen bekannt sind.

Dieser Arbeitsmarkt also der Arbeitsmarkt der Minijobs und Niedriglohnsektor wie Leiharbeit waren immer aufnahmefähig wie ein Schwamm. Allerdings führt diese Art der Beschäftigung (Stundenlöhne unterhalb von 10 €) auf direkten Weg in die Altersarmut, Familienarmut und Kinderarmut.

(http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif) (http://"http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif")


 Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs 

Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs | Zeitfragen | Deutschlandradio Kultur (http://"http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/")

 
Zitat
Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs Die deutsche Wirtschaft steht gut da, doch immer mehr Menschen können von ihrer Arbeit nicht leben, jedes neunte Kind in Deutschland wächst in Armut auf, die Finanznot der Kommunen ist dramatisch. Eine Erkundung in den Niederungen des sozialen Alltags. Massenarbeitslosigkeit? Das war gestern. Laut Statistik gibt es immer weniger Arbeitslose, und die prognostizierten Wachstumsraten weisen in eine rosige Zukunft. Leiharbeit, prekäre Beschäftigung und andere staatlich subventionierte Arbeit werden dabei ausgeblendet. Angesagt ist Optimismus….. (http://"[url]http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/[/url]")
Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument Deutschland Radio Berlin Zeitfragen – Das Politische Feature Redaktion: Constanze Lehmann 2. Mai 2011 Auf Sand gebaut ? Die Schattenseiten des Aufschwungs Von Ruth Jung (http://"http://www.dradio.de/download/137715/")

Audio zum Nachhören (http://"http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348697&datum=20110502&playtime=1304357400&fileid=e2babbdf&sendung=348697&beitrag=1448136&/")


 Studie Armut trotz Arbeit nimmt zu - In Deutschland fallen immer mehr Arbeitnehmer unter die Armutsgrenze. (http://"http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758258,00.html")

7,3 Millionen Mini-Jobber  - Ansteigende Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglohnarbeitsplatze immer mehr Arbeitnehmer die jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit gehen leben in Armut oder sind armutsgefährdet.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) zählte Ende September 2010 gut 7,3 Millionen Mini-Jobber. Das sind fast 1,6 Millionen mehr als 2003, damals lockerte die rot-grüne Bundesregierung die Regeln für diese Beschäftigungsform. (http://"http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kritik-von-forschern-und-gewerkschaften-aerger-im-land-der-minijobber-1.1088925")


Sybillas Kommentar

Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine selbst-bestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV ALG II Leistungen) gestalten möchte/können muss, bleibt auch im „Aufschwung der Mini und Billigjobs“ am deutschen Arbeitsmarkt ein unerfülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesellschaft augenscheinlich aufgegeben. Das Ziel der Arbeitsmarktreform der Politik und teilen der Gesellschaft ist das jeder Arbeitslose irgendwie in Ein Euro Job; Bürgerarbeit; Maßnahmen, Minijobs oder im Niedriglohnbereich der Zeitarbeit beschäftigt wird. In der Regel verlautbart der BA unter großem euphorischem oder gar hysterischem Jubel der jubelnd-jaulenden Hofhunde also der öffentlich rechtlichen Staatsmedien und vieler Print-Medien, dass die statistisch erfasste Zahl der Arbeitslosen wieder unter 3 Millionen gesunken ist. Auf mich wirkt diese Szenerie nahezu hysterisch. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber viele vermuten (siehe Kommentare der Online Artikel) das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar, die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen potemkinsches Dorf, sie wird durch das Herausrechnen vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) und mit 7,3 Millionen Mini-Jobber fein herausgeputzt, um den tatsächlichen Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

So wird reißerisch und triumphal ein Beschäftigungsrekord und ein Rekord der offenen Stellen verlautbart aber gleichzeitig wurden zum einem die Beiträge für die GKV auf 15,5 % + Zusatzbeiträge diverser Krankenkassen angehoben und zum anderen sind immer mehr Krankenkassen trotz „Arbeitsmarktwunder“ von der Insolvenz bedroht. Wenn es tatsächlich einen Beschäftigungsrekord der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse geben würde, dann dürften die Beiträge zur GKV nicht  steigen sondern die GKV Beiträge müssten sinken. Wem hilft ein Beschäftigungsrekord der mit 0 € Praktika, 1 € Jobs, Bürgerarbeit, Beschäftigung- und Übfirmen sowie mit 7,3 Millionen Mini-Jobber erreicht wurde. ?

Zitat
Seit 1992 sind die Einkommen der ärmsten 10 Prozent der Bevölkerung um 13 Prozent gesunken, die Einkommen der reichsten 10 Prozent hingegen um 31 Prozent gestiegen. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl der in Armut lebenden Kinder verdoppelt. Und die Zahl der Menschen, die Grundsicherung im Alter beantragt haben, wächst kontinuierlich (http://"[url]http://www.vdk.de/perl/cms.cgi?ID=nd18047[/url]")
Was haben ergänzendes Hartz IV/ALG II und Kobraschwänze gemein

Viele dachten und manche „Experten“ forderten ein Kombilohnmodel (ergänzendes ALG II/Hartz IV) zur Reduzierung die Arbeitslosigkeit in D. Als in den 1930ern Indien von einer Kobrainvasion heimgesucht wurde, setzten die Behören eine Fangprämie auf Kobraschwänze aus, was dazu führte das Kobraschlange gezüchtet wurden, aber deren Reduzierung nicht förderte.

Den gleichen Effekt ist nun am Arbeitsmarkt zu beobachten, mit ergänzenden ALG II Leistungen züchtet der Arbeitsmarkt Kombilohnarbeitsplätze, aber die Zahl der Leistungsempfänger wird dadurch kaum reduziert, die Belastung der Kommunen und die Belastung der Solidargemeinschaft der Steuerzahler steigt weiter an. Die Sozialkassen verlieren Einnahmen.

 Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen (http://"http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280")

Das Fazit ergänzende Hartz IV/ALG Leistungen setzen die falschen Anreize, besser wäre es die Arbeitgeber zur Schaffung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit zu motivieren, somit würden die Kommunen und die Solidargemeinschaft der Steuerzahler entlastet, auch die Sozialkassen profitieren mehr von sozialversicherungspflichtiger Arbeit als von Niedriglöhnen.
 

 Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen (http://"http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280")


Zahl der Erwerbstätigen

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!

Zitat
Erwerbstätige - Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)  (http://"[url]http://de.wikipedia.org/wiki/Erwerbst%C3%A4tigkeit[/url]")
Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen ebenso wie die Zahl der Arbeitslosen nicht durch genaues zählen sondern durch Hochrechnungen und Schätzungen ermittelt. 

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung  stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen. (http://"http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR,templateId=renderPrint.psml")

Die manipulative Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können Sie guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.


Die Krux ist, das trotz des „Erfolgs der Minijobs und Niedrigjobs“ am Arbeitsmarkt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sprechen eine deutliche Sprache, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte wurde trotz des „Erfolgs“ nicht nur nicht erreicht sondern das die  Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung – sind ebenso wie die Minijobs und Billigjobs explodiert.

In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004)
Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...)  und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen von ca. 1,4 Millionen Personen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...)

Grundsatz der Hartz IV - Ideologie
„Ein Arbeitsloser ist solange an seiner Arbeitslosigkeit selbst schuld, bis er das Gegenteil beweisen kann“

 Quelle der Daten BA Bericht Mai 2011 (http://"http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201105.pdf")

 Erstellt von Sybilla am 31.05.11  12 Uhr 00
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 31. Mai 2011, 13:57:05
...
Die Krux ist, das trotz des „Erfolgs der Minijobs und Niedrigjobs“ am Arbeitsmarkt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sprechen eine deutliche Sprache, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte wurde trotz des „Erfolgs“ nicht nur nicht erreicht sondern das die  Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung – sind ebenso wie die Minijobs und Billigjobs explodiert.

In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004)
Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...)  und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen von ca. 1,4 Millionen Personen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...)
...

Jedem vernünftig denkenden Menschen stellt sich also die Frage, warum macht man dann eine solche Politik, einen solchen Schwachsinn?
Eine Antwort kann nur sein, dass  Macht ausgeübt und erhalten werden soll, mit dem Ziel für eine kleine Elite mehr Profit(einnahmen) zu schaffen und Volk und Land (Natur) dafür gewissenlos auszuplündern.

Das kann man sich als vernünftig denkender Mensch nicht bieten lassen! Sind wir also in der Minderheit? Daran möchte ich eigentlich nicht glauben.
 ;) : Also wenn Twitter und Smartphone dazu beitragen würden, links nebenstehende Marionette, ihre Stellvertreter und Strippenzieher zu entmachten, dann würde ich auch drauf sparen. Aber damit würde ich ja letztlich durch Konsum, den mir dieses System nicht ermöglicht, selbiges am Leben halten.
Ein Teufelskreis.  :evil:

____________

Danke Sybilla! Warum hast Du nicht eigentlich eine regelmäßige Klarstell-Kolumne bei B***, ZEIT, FAZ, SDZ ... Spiegel, Focus, Stern und vor allem Wirtschaftswoche?


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: nejlepsi am 31. Mai 2011, 14:12:44
Dazu kommen noch Millionen von Arbeitslosen,die überhaupt nirgends registriert sind oder irgendwelche Leistungen beziehen,weil der Lebenspartner oder auch Eltern genug verdienen.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 31. Mai 2011, 19:25:19
Strombolli äußerte:
Zitat
Danke Sybilla! Warum hast Du nicht eigentlich eine regelmäßige Klarstell-Kolumne
bei B***, ZEIT, FAZ, SDZ ... Spiegel, Focus, Stern und vor allem Wirtschaftswoche?
Weil die Geldsäcke das eh nicht lesen wollen.

Mann Mann Mann, wo soll das nur enden ?  :o


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 01. Juni 2011, 09:37:24
Dann muß man sie zwingen den Tatsachen ins Auge zu sehen.

Zitat des Tages (http://www.jungewelt.de/index.php) (JW, ganz bis nach unten scrollen!)
"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen."
Bei der Erfassung und Interpretation der Arbeitslosenzahlen werde regelmäßig getrickst, so Gerd Bosbach, Professor für Statistik an der Fachhochschule Koblenz, gegenüber Deutschlandradio Kultur. Es gebe drei Millionen offizielle Arbeitslose und »mindestens eine, eher zwei Millionen verdeckte Arbeitslose«, schätzt Bosbach anläßlich der Vorstellung der behördlichen Statistik am gestrigen Dienstag.

Das endet ganz böse. Wenn die Chinesen aktuell MEDION aufkaufen, ihre Finger bei IBM drinhaben ... und den vielen ungenannten Übernahmen, eine gänzlich andere Mentalität und Drang nach Aufstieg haben, wie wir hier seit Jahrzehnten ausleben...

Ach denkt euch selbst weiter.
Ich habe keine Lust mehr mich über diese egoistischen Drecksäcke hier aufzuregen. Die Bundesrepublik ist vollkommen verhunzt worden, wie ein
immer wieder notdürftig repariertes Windows 98.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 01. Juni 2011, 14:30:02
"Herr Gerd Bosbach, Professor für Statistik an der Fachhochschule Koblenz" sollte die monatlichen Aufstellungen von @Sylvia lesen, damit er merkt, dass er mit "mindesten 1, eher 2 Mio. verdeckte Alos" nicht hinkommt.

Wer schickt ihm mal den Link von diesem Thread für seine Zahlenspielchen?

Prof. Dr. Gerd Bosbach
Fax: 02642 / 932-308
Bosbach@RheinAhrCampus.de
http://www.l (http://www.l)ügen-mit-zahlen.de


Zitat


Lügen mit Zahlen

Ein anderes Beispiel für die Manipulation mit Statistik sind die sinkenden Arbeitslosenzahlen. Weil die Wirtschaft momentan boomt, sinkt die Arbeitslosigkeit. Soweit so gut:

"Sie sinken aber bei weitem nicht in dem Masse, wie uns vorgetäuscht wird. Dazu ändert man halt ständig die Bemessungsgrundlagen für Arbeitslose. Und die neueste Regelung, die ich kenne dabei - ich bezeichne es als unverschämt. Denn Arbeitslose, die an private Vermittler übergeben werden, zählen nicht mehr als arbeitslos. Also wenn man sich das einmal auf der Zunge zergehen lässt, was das für eine Unverschämtheit ist und was das für eine Manipulationsmöglichkeit eröffnet. Wir müssen nur ein paar private Vermittler noch einschalten, ein Lieblingsspiel der FDP, die sowieso alles privat machen will, und schon sinkt die Arbeitslosigkeit."

In der Arbeitslosen-Statistik tauchen zahlreiche Menschen inzwischen gar nicht mehr auf. Zum Beispiel alle, die kein Geld von der Bundesagentur für Arbeit bekommen, die krank sind oder in Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen stecken. Und alle Ein-Euro-Jobber fallen neuerdings ebenfalls raus:

"Früher eine völlig klare Angelegenheit, dass sie als arbeitslos galten. Weil sie ja eigentlich eine vernünftige Arbeit suchen und keinen Ein-Euro-Job. Die zählen heute nicht mehr als arbeitslos und diese Liste kann man noch beliebig verlängern."

So werden nunmehr auch alle 58-Jährigen, die seit einem Jahr kein Angebot mehr bekommen haben, aus der Arbeitslosenenstatistik rausgerechnet:

"Also ich würde davon ausgehen, dass die wahre Arbeitslosigkeit mindestens halt zwei Millionen höher ist als die offiziell bekannt gegebene."


[url]http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/[/url] ([url]http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/[/url])




Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. Juni 2011, 10:23:33
Deutschland: Arbeitsmarkt Juni 2011:

Arbeitslosenzahlen wurden schon lange geschönt, auch im Jahre 2011 gibt es eine Statistik der Politik und eine Realität der Lebenswirklichkeit.

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1169899 (http://[url=http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1169899)]ZEW-Konjunkturerwartungen deutlich gesunken - Mannheim (dpa) - Die Konjunkturaussichten für Deutschland haben sich nach Einschätzung von Finanzexperten wegen der Griechenlandkrise und negativer Nachrichten aus den USA eingetrübt.[/url]


Rund 1, 5 Millionen Arbeitslose werden in der Statistik versteckt. Viele Medien - Franz Josef Strauss nannte diese einmal:“jubelnd-jaulende Hofhunde“ (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42891596.html) verkünden im medialen Gleichklang mit euphorischem Jubel, in triumphierender Einheit mit Politik und Wissenschaft. Das abermalige absinken der registrierten Arbeitslosigkeit, auf den niedrigsten Stand seit fast 20 Jahren. Manche Früh- und Morgenmagazine konnte es nicht abwarten, bis die BA die offiziellen Zahlen mitteilt. Sie meldeten im vorauseilenden Gehorsam bereits die Schätzung von „Experten“ die ein absinken der offiziell gezählten Arbeitslosigkeit um 80.000 Personen (tatsächlich sind es laut BA nur 67.000 Personen)  beinhaltet. Dass dieser "Erfolg" vor allem der Jahreszeit und aus der statistischen Definition von Arbeitslosigkeit entspringt, (Die Definition von Arbeitslosigkeit von1992 ist mit der Definition von Arbeitslosigkeit 2011 keinesfalls vergleichbar) wird in der Berichterstattung nur selten erwähnt. Aber die Statistik wurde dementsprechend gestaltet. Die Zahl der Leistungsempfänger, über sieben Millionen Personen, erhalten alleine ALGI, ALG II. Sozialgeld, ohne Personen die Kinderzuschlag, Sozialhilfe SGB XII oder Altersgrundsicherung erhalten, übertrifft die Zahl der Leistungsempfänger nach SGB II die Zahl der offiziellen Arbeitslosen um mehr als das doppelte. 


Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)

Diese Gruppen werden nach wie vor in der BA Statistik versteckt.
 
Die offiziellen BA - Zahlen für Juni 2011
 
BA Bericht Juni 2011 Seite 51

Zahl der registrierten Arbeitslosen ist laut BA nun doch nur wie zu dieser Jahreszeit üblich um rund 67.000 Personen auf 2.893.341 Personen gesunken.
 zusätzlich waren  1.262.470  Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente beschäftigt
(BA – Bericht Juni 2011 Seite 83 Fußnote 3   Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010, Datenstand März 2011, nur ca. 68 % der Träger Daten zum Einsatz der komm. Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst)

Die offizielle BA Zahl der Unterbeschäftigung für Juni 2011: verharrt bei über 4 Millionen (4.079.599 ) Personen Unterbeschäftigungsquote 9,6 %

7.159.953 Leistungsempfänger (Rechtkreis SGB II/SGB III):

darunter:
Arbeitslosengeld  738.177  Personen
erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.676.674   Personen
nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.745.102 Personen
( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)

(BA Bericht Juni 2011 Seite 9/10)

480.000 gemeldete Stellen, ... In saisonbereinigter Betrachtung haben die Stellenmeldungen gegenüber dem Vormonat um 7.000 zugenommen, nach -7.000 im Mai und -2.000 im April. Nicht saisonbereinigt wurden im Juni 205.000 Arbeitsstellen neu gemeldet, … Nach Wirtschaftszweigen differenziert beruht das Plus in der gleitenden Jahressumme zu mehr als der Hälfte auf Meldungen aus der Arbeitnehmerüberlassung (+238.000 oder +45 Prozent).

(BA Bericht Juni 2011 Seite 19)

….Außer den Leistungsempfängern gab es im Februar noch 354.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen erhielten 89 Prozent Leistungen (siehe Abbildung 12: Arbeitslosigkeit und Leistungsbezug)…..

….Auswertungen zu Leistungsbezug und Arbeitslosigkeit können erst nach einer Wartezeit vorgenommen werden und liegen aktuell für den Februar 2011 vor.18 Danach waren von 5.698.000 Leistungsempfängern 2.959.000 oder 52 Prozent arbeitslos gemeldet – 2.739.000 Personen oder 48 Prozent bekamen Leistungen, ohne arbeitslos zu sein….

Der Erfolg am Arbeitsmarkt fußt auf prekärer Beschäftigung in Mini und Midi Jobs darunter über 7,5 Millionen Minijobs und rund 1 Millionen Personen die in Zeitarbeit beschäftigt sind.

BA Bericht Juni 2011 Seite 22

Im Februar 2011 bezogen mit 1,33 Mio 28 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten Einkommen aus Erwerbstätigkeit.

http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html (http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html)

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen meint gebetmühlenartig:
"Der deutsche Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig wie ein Schwamm“


Dieser Arbeitsmarkt, ist der Arbeitsmarkt der Minijobs und Niedriglohnsektor wie Leiharbeit dieser Arbeitsmarkt ist aufgrund der geringen Arbeitskosten immer aufnahmefähig wie ein Schwamm. Allerdings führt diese Art der Beschäftigung (Stundenlöhne unterhalb von 10 €) auf direkten Weg in die Altersarmut, Familienarmut und Kinderarmut. Dieser „Turbo-Aufschwung XXL“ ist eine gigantische Umverteilung von unten nach oben.

DerBA Jobbörse  - Stand 30.06.11 – 11 Uhr  (http://jobboerse.arbeitsagentur.de/vamJB/startseite.html?kgr=as&aa=1&m=1&vorschlagsfunktionaktiv=true) sind mit Redundanzen (Mehrfachnennungen einer Stelle) 847.126 Arbeitsstellen und 190.213 Ausbildungsstellen bekannt.

(http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif)

Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs 

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/ (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/)

 
Zitat
Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs Die deutsche Wirtschaft steht gut da, doch immer mehr Menschen können von ihrer Arbeit nicht leben, jedes neunte Kind in Deutschland wächst in Armut auf, die Finanznot der Kommunen ist dramatisch. Eine Erkundung in den Niederungen des sozialen Alltags. Massenarbeitslosigkeit? Das war gestern. Laut Statistik gibt es immer weniger Arbeitslose, und die prognostizierten Wachstumsraten weisen in eine rosige Zukunft. Leiharbeit, prekäre Beschäftigung und andere staatlich subventionierte Arbeit werden dabei ausgeblendet. Angesagt ist Optimismus….. ([url]http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/[/url])


Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument Deutschland Radio Berlin Zeitfragen – Das Politische Feature Redaktion: Constanze Lehmann 2. Juni 2011 Auf Sand gebaut ? Die Schattenseiten des Aufschwungs Von Ruth Jung (http://www.dradio.de/download/137715/)

Audio zum Nachhören (http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348697&datum=20110502&playtime=1304357400&fileid=e2babbdf&sendung=348697&beitrag=1448136&/)

Lügen mit Zahlen

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/ (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/)
Zitat
..."Denn wenn die Wirtschaft wächst, können wir auch mehr für das Soziale ausgeben. Wenn man sich die Zahlen anguckt, ist man völlig überrascht. Da ist nämlich die Sozialleistung überhaupt nicht gestiegen. Sie sind halt seit 1991 so um die 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, worin wir unsere Wirtschaft messen.... ([url]http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/[/url])


 Lügen mit Zahlen - Audio mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/03/03/dlf_20110303_2010_afe25bec.mp3)

Gewerkschaften beklagen die Ausweitung des Niedriglohnsektors

TARIF: Regale füllen für 1,86 Euro die Stunde. (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12072446/485072/Die-Gewerkschaften-beklagen-die-Ausweitung-des-Niedriglohnsektors-Regale.html)

Woran erkennt man moderne Sklaverei?

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431107/ (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431107/)

 
Zitat
Ob in der Landwirtschaft oder im Pflegebereich: Viele Menschen arbeiten sehr viel - für sehr wenig Geld.... Und dann wissen wir, dass die Zahl von den Frauen, die in den Haushalten arbeiten, dass das mit Sicherheit in die Zehntausende geht. Aber zählen können wir sie nicht." Wie viele Menschen in Deutschland für einen Hungerlohn und teilweise unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten, darüber gibt es keine Statistik. Wer allerdings die Augen offen hält, kann Arbeitsausbeutung täglich beobachten, sagt Dorothee Frings...... ([url]http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431107/[/url])


Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Audio mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/04/07/dlf_20110407_2035_da958a32.mp3)
 Studie Armut trotz Arbeit nimmt zu - In Deutschland fallen immer mehr Arbeitnehmer unter die Armutsgrenze. (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758258,00.html)

7,5 Millionen Mini-Jobber  - Ansteigende Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglohnarbeitsplatze immer mehr Arbeitnehmer die jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit gehen leben in Armut oder sind armutsgefährdet.

 Ärger im Land der Minijobber. (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kritik-von-forschern-und-gewerkschaften-aerger-im-land-der-minijobber-1.1088925)

Erstellt von Sybilla am 30.06.11  12 Uhr 00 – Teil 1 Die Zahlen
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. Juni 2011, 10:58:39
Sybillas Kommentar

Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine Selbstbestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV ALG II Leistungen) gestalten möchte/können muss, bleibt auch im „Aufschwung der Mini und Billigjobs“ am deutschen Arbeitsmarkt ein unerfülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesellschaft augenscheinlich aufgegeben. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber es ist zu vermuten das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar, die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen potemkinschen Dorf, sie wird durch das verstecken vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) und mit 7,5 Millionen Mini-Jobber fein herausgeputzt, um den tatsächlichen Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

Entwicklung am Arbeitsmarkt

Unter Berücksichtigung der Demografie ist kein Rückgang (sondern ein prozentueller Anstieg bezogen auf die Erwerbsfähigen) der Leistungsempfänger im Rechtkreis (SGB II/SGBII) 2005 vs.2011 ersichtlich. So ist auch nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen die Kranken und Arbeitslose die extern betreut werden aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.

Zitat
Seit 1992 sind die Einkommen der ärmsten 10 Prozent der Bevölkerung um 13 Prozent gesunken, die Einkommen der reichsten 10 Prozent hingegen um 31 Prozent gestiegen. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl der in Armut lebenden Kinder verdoppelt. Und die Zahl der Menschen, die Grundsicherung im Alter beantragt haben, wächst kontinuierlich ([url]http://www.vdk.de/perl/cms.cgi?ID=nd18047[/url])


Was haben ergänzendes Hartz IV/ALG II und Kobraschwänze gemein

Viele dachten und manche „Experten“ forderten ein Kombilohnmodel (ergänzendes ALG II/Hartz IV) zur Reduzierung die Arbeitslosigkeit in D. Als in den 1930ern Indien von einer Kobrainvasion heimgesucht wurde, setzten die Behören eine Fangprämie auf Kobraschwänze aus, was dazu führte das Kobraschlange gezüchtet wurden, aber deren Reduzierung nicht förderte.

Den gleichen Effekt ist nun am Arbeitsmarkt zu beobachten, mit ergänzenden ALG II Leistungen züchtet der Arbeitsmarkt Kombilohnarbeitsplätze, aber die Zahl der Leistungsempfänger wird dadurch kaum reduziert, die Belastung der Kommunen und die Belastung der Solidargemeinschaft der Steuerzahler steigt weiter an. Die Sozialkassen verlieren Einnahmen.

http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280 (http://[url=http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280)] Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen[/url]

Das Fazit ergänzende Hartz IV/ALG Leistungen setzen die falschen Anreize, besser wäre es die Arbeitgeber zur Schaffung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit zu motivieren, somit würden die Kommunen und die Solidargemeinschaft der Steuerzahler entlastet, auch die Sozialkassen profitieren mehr von sozialversicherungspflichtiger Arbeit als von Niedriglöhnen.
 

http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280 (http://[url=http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280)] Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen[/url]


Zahl der Erwerbstätigen

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!

Zitat
Erwerbstätige - Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)  ([url]http://de.wikipedia.org/wiki/Erwerbst%C3%A4tigkeit[/url])


Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen ebenso wie die Zahl der Arbeitslosen nicht durch genaues zählen sondern durch Hochrechnungen und Schätzungen ermittelt. 

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung  stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR,templateId=renderPrint.psml)

Die manipulative Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können Sie guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.


Die Krux ist, das trotz des „Erfolgs der Minijobs und Niedrigjobs“ am Arbeitsmarkt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sprechen eine deutliche Sprache, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte wurde trotz des „Erfolgs“ nicht nur nicht erreicht sondern das die  Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung – sind ebenso wie die Minijobs und Billigjobs explodiert.

In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004)
Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...)  und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen von ca. 1,4 Millionen Personen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...)

Grundsatz der Hartz IV - Ideologie
„Ein Arbeitsloser ist solange an seiner Arbeitslosigkeit selbst schuld, bis er das Gegenteil beweisen kann“

Fazit der Zahlen

Der Vergleich der Leistungsempfänger Personen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leistungsempfänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Personen beziffert)
Im Juni waren 7.159.953  Personen im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld) Das ist ein Plus von über 3 Millionen Personen oder ca. 70 %

Zitat
Pressemitteilung Nr.391 vom 28.10.2010  -314 000 Personen erhielten Ende 2009 Hilfe zum Lebensunterhalt – Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erhielten zum Jahresende 2009 in Deutschland rund 314 000 Personen laufende Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem 3. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“). Dies waren 3,4% weniger Hilfebezieher als im Vorjahr…. ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/10/PD10__391__221,templateId=renderPrint.psml[/url])



Zitat
Pressemitteilung Nr.377 vom 21.10.2010 - 764 000 Personen erhielten Ende 2009 Grundsicherung – Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erhielten am Jahresende 2009 rund 764 000 volljährige Personen in Deutschland Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“)…. ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/10/PD10__377__221,templateId=renderPrint.psml[/url])


14.2.2011 - Städte so hoch verschuldet wie nie
Zitat
Trotz des Wirtschaftsaufschwungs stecken die Kommunen in Finanznöten. ([url]http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/schulden-staedtetag-kommunen-2[/url])





(Erpressung am Arbeitsplatz - Wie Leiharbeiter ausgenutzt werden (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8144142,00.html)) den Ein Euro Jobs (Städte missbrauchen Ein-Euro-Jobs (http://www.derwesten.de/nachrichten/Staedte-missbrauchen-Ein-Euro-Jobs-id3995710.html))  und in der so genannten Bürgerarbeit diese Art der Beschäftigung ist und bleibt  meines Erachtens Blendwerk und Menschenunwürdig. Wem außer der Politik der BA Zahlenstatistik oder den chronisch klammen Kommunen, ist diese Art der Beschäftigung hilfreich? Den/Der Arbeitslosen?  Den/Der Steuerzahler/in ? George Fitzhugh (http://docsouth.unc.edu/southlit/fitzhughcan/bio.html) publizierte um 1854 ein Buch, in dem er sagte: „Einige Menschen sind mit einem Sattel auf dem Rücken geboren, und andere sind gestiefelt und gespornt, um diese zu reiten. Und es tut ihnen gut!“

Fußnoten

 5. Statistische Hinweise zur Arbeitsmarktpolitik - Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik und Unterbeschäftigung  - BA  Bericht April  2011 Seite 45

Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:

Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:

- Beschäftigtenäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss, Beschäftigungsphase Bürgerarbeit
- berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
- Fremdförderung, das sind arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die nicht von den Arbeitsagenturen oder Jobcentern durchgeführt werden (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration- und Flüchtlinge)
- Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III ggf. i.V.m. § 65 Abs. 4 SGB II und § 252 Abs. 8 SGB VI (Restabwicklung), Personen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II
- Förderung der Selbständigkeit: Gründungszuschuss, Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit.
Außerdem werden Personen, die kurzfristig arbeitsunfähig sind, zur Unterbeschäftigung gezählt.
….

Erstellt von Sybilla am 30.06.11  12 Uhr 00 Teil 2 Die Analyse
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: bodenlos am 30. Juni 2011, 12:18:39

...

Der Vergleich der Leistungsempfänger Personen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leistungsempfänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Personen beziffert)
Im Juni waren 7.159.953  Personen im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld) Das ist ein Plus von über 3 Millionen Personen oder ca. 70 %

...


Hallo Sybilla,


ich lese deine Beiträge immer wieder gerne, auch wenn ich immer Schwierigkeiten mit den Zahlenvergleichen aufgrund der Erhebungsart und den Änderungen habe.
An der Stelle muss ich nochmal nachfragen: Wäre bei dem Vergleich nich angebracht, bei den Zahlen zu 2004 auch die Sozialhilfeempfänger mit reinzunnehmen  (oder die Zahlen zu den Sozialgeldempfängern rauszurechnen) (und die Demographie spielt ja da auch eine Rolle, wie andernorts im Beitrag auch angesprochen). Das passt sonst nicht ganz, oder? Oder versteh ich da was falsch?



Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Troll am 05. Juli 2011, 11:11:31
Zitat
Wie kommt die Bundesagentur für Arbeit zu den gemeldeten Stellen?

Geht die BA zu den Arbeitgebern oder fragt sie telefonisch nach? Schaut die BA auf ihre Jobbörse und holt sich dort ihre Zahl der gemeldeten Stellen?
 Mit ersteren hätte ich schon ein großes Problem. Aber bei der Variante 2 könnte ich sogar nachweisen, dass die BA naiv oder bewusst mit Zahlen jongliert, die nicht stimmen können.
 Von einer Leserin die nicht genannt werden möchte.

Seit 8 Jahren arbeite ich bei diversen Bildungsträgern, natürlich immer befristet, und versuche arbeitslosen Menschen zu helfen, eine sozialversicherungspflichtige Arbeit zu finden. Genau so lange habe ich mich auch gewundert, dass „meine“ Teilnehmer, die sich bei privaten Arbeitsvermittlern (Bewerbung über Vermittlungsgutschein) beworben haben, meist keinen Erfolg hatten, obwohl durch die Einlösung des Vermittlungsgutscheins, diese Agenturen ja leben. Was mich weiterhin immer gewundert hat, ist, dass mit allen Teilnehmern ein Vermittlungsvertrag abgeschlossen wurde. Das war den Firmen immer sehr wichtig. Sobald der Vertrag aber unterschrieben war, hörten die Teilnehmer aber meist nie wieder etwas von den Personalvermittlern. Gibt es hier einen Bonus für die privaten Arbeitsvermittler von der BA? (denn die Arbeitslosen fallen mit ihrer Unterschrift ja aus der Statistik). Stecken hinter den Jobangeboten der privaten Arbeitsvermittler überhaupt Arbeitsplätze?
....

Quelle und vollständiger Artikel: NDS ([url]http://www.nachdenkseiten.de/?p=10008[/url])


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: dejavu am 05. Juli 2011, 13:20:32
Ach wenn ich doch etwas schneller wäre...
Aus obigem Artikel
Zitat
...An diesem Tag habe ich selbst, auf Verlangen meiner Vorgesetzten, zwei Stellenangebote ins Netz gestellt, hinter denen kein wirklicher Job gesteckt hat. Den auszuschreibenden Text sollte ich von anderen ausgeschrieben Stellen abgewandelt übernehmen. Selbst wenn mal zufälligerweise ein tatsächlicher Job auf der Arbeitsagenturseite zu finden ist, steht er mindestens 10-mal auf dieser Internetseite, weil die privaten Personalvermittler voneinander abschreiben. Von den 20 ausgeschriebenen Stellen dieser Personalserviceagentur waren nur 10% wirklich mit Jobs hinterlegt, natürlich nur im Niedriglohnbereich....


Leihbuden arbeiten wohl oft mit ganz ähnlichen Methoden. http://www.chefduzen.de/index.php/topic,24028.0.html (http://www.chefduzen.de/index.php/topic,24028.0.html)
Zeit für eine Anfrage im Bundestag, finde ich.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 05. Juli 2011, 14:12:19
Fiktive Jobs, fiktives Geld, fiktive Steuersenkungen, Schätzungen, Ausblendungen, Umbenennungen ... Selbstverscheisserung um den schönen Schein aufrechtzuerhalten. Und die Mehrheit der verbildeten Bevölkerung verharrt in althergebrachten, längst überkommenen, von den Mächtigen verratenen Wertekategorien.

Die Komplexität der Ausbeutung erschliesst sich Lieschen, Otto, Kevin und Chantalle nicht... Wenn es schon Robert, Sybille ... nicht begreifen.
Woher auch?


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 01. August 2011, 13:10:16
Deutschland: Arbeitsmarkt Juli 2011:

Arbeitslosenzahlen wurden schon lange geschönt, auch im Jahre 2011 gibt es eine Statistik der Politik und eine Realität der Lebenswirklichkeit.

Neues vom Aufschwung xxl und vom imaginären Jobwunder

Nach der Krise in 2009  und der Rekonvaleszenz (Aufschwung xxl) in 2010 befindet sich das bundesdeutsche BIP zurzeit in etwa auf den Niveau von Sommer 2008.
Allerdings ist der Index des Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW, zum fünften Mal in Folge abgesunken.  

ZEW-IndexStimmung verschlechtert sich spürbar (http://www.focus.de/finanzen/news/konjunktur/zew-index-stimmung-verschlechtert-sich-spuerbar_aid_647166.html)

Auch der so genannte Aufschwung am Arbeitsmarkt „Jobwunder“ entpuppt sich bei detaillierter Betrachtung als „Potemkinschen Dorf“

Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)

Diese Gruppen werden nach wie vor in der BA Statistik versteckt.

Rund 1, 5 Millionen Arbeitslose werden in der Statistik versteckt. Viele Medien - Franz Josef Strauss nannte diese einmal:“jubelnd-jaulende Hofhunde“ (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42891596.html) verkünden im medialen Gleichklang mit euphorischem Jubel, in triumphierender Einheit mit Politik und Wissenschaft. Einen robusten Arbeitsmarkt und eine Vorsetzung der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt, die Zahl der in der Statistik registrierten Arbeitslosen, sei auf den niedrigsten Stand seit fast 20 Jahren. N24 konnte es nicht abwarten, bis die BA die offiziellen Zahlen mitgeteilt hat. N 24 meldetete im vorauseilenden Gehorsam die Schätzung von „Experten“ die einen Saison bedingten Anstieg um 40.000 Personen ( die BA zählte rund 46.000 Personen) beinhaltet. Das die "positive" Entwicklung am Arbeitsmarkt vor allem aus der statistischen Definition von Arbeitslosigkeit entspringt, (Die Definition von Arbeitslosigkeit von1992 ist mit der Definition von Arbeitslosigkeit 2011 keinesfalls vergleichbar) wird in der Berichterstattung nur selten erwähnt. Die Zahl der Leistungsempfänger ALG I, ALG II. Sozialgeld verharrt bei über sieben Millionen Personen. Darin sind Personen die Kinderzuschlag, Sozialhilfe SGB XII oder Altersgrundsicherung erhalten nicht enthalten.

Ein detaillierter Blick auf das „Jobwunder“ klärt auf.

Pressemitteilung Nr.270 vom 19.07.2011  - Beschäftigungszuwachs 2010 zu großen Teilen von Zeitarbeit getragen (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/07/PD11__270__132,templateId=renderPrint.psml)

2010 Abhängig Beschäftigte 30.904.000 Personen
2010 Normalerwerbstätige 23.069.000 Personen
2010  Atypisch Beschäftigte 7.835.000 Personen

Geringverdiener: Aus wenig wird weniger - Sie verdienen ohnehin nicht viel - und selbst das wird weniger. Geringverdiener müssen seit dem Jahr 2000 drastische Loheinbußen einstecken. Obwohl die Wirtschaft wächst. Teilweise haben sie bis zu 22 Prozent weniger in der Tasche, offenbart jetzt eine Studie. … Seit dem Jahr 2000 betrugen die Lohneinbußen zwischen 15,6 und 21,9 Prozent. Die Nettoeinkommen aller Beschäftigten gingen hingegen nur um 2,5 Prozent zurück. (http://www.sueddeutsche.de/karriere/lohnentwicklung-geringverdiener-aus-wenig-wird-weniger-1.1122132)
 
 
Offizieller BA - Zahlenbericht für Juli 2011
 
BA Bericht Juli 2011 Seite 52

Die Zahl der statistisch registrierten Arbeitslosen ist laut BA  um rund 46 .000 Personen auf  2.939.248 Personen angestiegen.
zusätzlich waren  1.186.381 Personen in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik
beschäftigt
(BA – Bericht Juli 2011 Seite 84 Fußnote 3  Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für Januar - März 2011, Datenstand Juni 2011, nur ca. 67 % (zuletzt 68%) der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.

Die offizielle BA Zahl der Unterbeschäftigung für Juli 2011: verharrt bei über 4 Millionen (4.091.291 ) Personen Unterbeschäftigungsquote 9,6 %

7.174.843 Leistungsempfänger (Rechtkreis SGB II/SGB III):

darunter:
Arbeitslosengeld   778.527   Personen
erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.643.776  Personen
nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.752.540 Personen
( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)

(BA Bericht Juli 2011 Seite 9/10)

492.000 gemeldete Stellen, ..., In saisonbereinigter Betrachtung haben die Stellenmeldungen zuletzt abgenommen, im Juli gegenüber dem Vormonat um 13.000. Auch im Vorjahresvergleich wurden weniger Stellen gemeldet, und zwar mit 196.000 neuen Arbeitsstellen 5.000 oder 3 Prozent weniger. … Nach Wirtschaftszweigen differenziert beruht das Plus in der gleitenden Jahressumme zu mehr als der Hälfte auf Meldungen aus der Arbeitnehmerüberlassung (+208.000 oder +37 Prozent).

(BA Bericht Juli 2011 Seite 19)

…. Außer den Leistungsempfängern gab es im März noch 345.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen erhielten 89 Prozent Leistungen (siehe Abbildung 13: Arbeitslosigkeit und Leistungsbezug). …..

…. Auswertungen zu Leistungsbezug und Arbeitslosigkeit können erst nach einer Wartezeit vorgenommen werden und liegen aktuell für den März 2011 vor.18 Danach waren von 5.615.000 Leistungsempfängern 2.866.000 oder 51 Prozent arbeitslos gemeldet. 2.750.000 Personen oder 49 Prozent bekamen Leistungen, ohne arbeitslos zu sein. ….

Der Erfolg am Arbeitsmarkt fußt auf prekärer Beschäftigung 7,853 Millionen Personen in Mini und Midi Jobs und über aktuell rund 800.000 Personen die in Zeitarbeit beschäftigt sind.

BA Bericht Juli 2011 Seite 22

Im März 2011 bezogen mit 1,35 Mio 28 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten Einkommen aus Erwerbstätigkeit…..

Bedarfe / Leistungen / Einkommen - statistik.arbeitsagentur.de (http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html)

Das komplette Zahlenwerk der BA ist dann doch sehr ernüchternd.

Quelle der Zahlen:
BA – Monatsbericht Juli 2011 (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201107.pdf)

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen meint gebetmühlenartig:
"Der deutsche Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig wie ein Schwamm“


Dieser Arbeitsmarkt, ist der Arbeitsmarkt der wachsenden prekären Beschäftigungsverhältnisse  im Niedriglohnsektor wie Leiharbeit oder Minijobs dieser Arbeitsmarkt ist aufgrund der geringen Arbeitskosten immer aufnahmefähig wie ein Schwamm. Allerdings führt diese Art der Beschäftigung (Stundenlöhne unterhalb von 10 €) auf direkten Weg in die Altersarmut, Familienarmut und Kinderarmut. Dieser „Turbo-Aufschwung XXL“ ist eine gigantische Umverteilung von unten nach oben.

DerBA Jobbörse  - Stand 28.07 10 Uhr 30 Uhr (http://jobboerse.arbeitsagentur.de/vamJB/startseite.html?kgr=as&aa=1&m=1&vorschlagsfunktionaktiv=true) sind mit Redundanzen (Mehrfachnennungen einer Stelle) 862.901 Arbeitsstellen und 187.429 Ausbildungsstellen bekannt.

http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif (http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif)

Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs  

Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs | Zeitfragen | Deutschlandradio Kultur (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/)

 
Zitat
Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs Die deutsche Wirtschaft steht gut da, doch immer mehr Menschen können von ihrer Arbeit nicht leben, jedes neunte Kind in Deutschland wächst in Armut auf, die Finanznot der Kommunen ist dramatisch. Eine Erkundung in den Niederungen des sozialen Alltags. Massenarbeitslosigkeit? Das war gestern. Laut Statistik gibt es immer weniger Arbeitslose, und die prognostizierten Wachstumsraten weisen in eine rosige Zukunft. Leiharbeit, prekäre Beschäftigung und andere staatlich subventionierte Arbeit werden dabei ausgeblendet. Angesagt ist Optimismus….. ([url]http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/[/url])


Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument Deutschland Radio Berlin Zeitfragen – Das Politische Feature Redaktion: Constanze Lehmann 2. Juni 2011 Auf Sand gebaut ? Die Schattenseiten des Aufschwungs Von Ruth Jung (http://www.dradio.de/download/137715/)

Audio zum Nachhören (http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348697&datum=20110502&playtime=1304357400&fileid=e2babbdf&sendung=348697&beitrag=1448136&/)

Lügen mit Zahlen

Lügen mit Zahlen - Die scheinbare Objektivität von Statistik | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/)
Zitat
..."Denn wenn die Wirtschaft wächst, können wir auch mehr für das Soziale ausgeben. Wenn man sich die Zahlen anguckt, ist man völlig überrascht. Da ist nämlich die Sozialleistung überhaupt nicht gestiegen. Sie sind halt seit 1991 so um die 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, worin wir unsere Wirtschaft messen.... ([url]http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/[/url])


 Lügen mit Zahlen - Audio mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/03/03/dlf_20110303_2010_afe25bec.mp3)

Gewerkschaften beklagen die Ausweitung des Niedriglohnsektors

TARIF: Regale füllen für 1,86 Euro die Stunde. (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12072446/485072/Die-Gewerkschaften-beklagen-die-Ausweitung-des-Niedriglohnsektors-Regale.html)

Woran erkennt man moderne Sklaverei?

Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Berliner Tagung "Arbeitsausbeutung und | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431107/)

 
Zitat
Ob in der Landwirtschaft oder im Pflegebereich: Viele Menschen arbeiten sehr viel - für sehr wenig Geld.... Und dann wissen wir, dass die Zahl von den Frauen, die in den Haushalten arbeiten, dass das mit Sicherheit in die Zehntausende geht. Aber zählen können wir sie nicht." Wie viele Menschen in Deutschland für einen Hungerlohn und teilweise unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten, darüber gibt es keine Statistik. Wer allerdings die Augen offen hält, kann Arbeitsausbeutung täglich beobachten, sagt Dorothee Frings...... ([url]http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431107/[/url])


Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Audio mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/04/07/dlf_20110407_2035_da958a32.mp3)
Studie Armut trotz Arbeit nimmt zu - In Deutschland fallen immer mehr Arbeitnehmer unter die Armutsgrenze. (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758258,00.html)

Prekäre Beschäftigung ansteigende Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglohnarbeitsplatze immer mehr Arbeitnehmer die jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit gehen leben in Armut oder sind armutsgefährdet.

Ärger im Land der Minijobber. (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kritik-von-forschern-und-gewerkschaften-aerger-im-land-der-minijobber-1.1088925)

Erstellt von Sybilla am 28.07.11  10 Uhr 45 – Teil 1 Die Zahlen
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden



Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 01. August 2011, 13:10:46
Sybillas Kommentar

Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine Selbstbestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV ALG II Leistungen) gestalten möchte/können muss, bleibt auch im „Aufschwung der Mini und Billigjobs“ am deutschen Arbeitsmarkt ein unerfülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesellschaft augenscheinlich aufgegeben. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber es ist zu vermuten das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar, die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen potemkinschen Dorf, sie wird durch das verstecken vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) und mit 7,8 Millionen Personen in prekären Arbeitsverhältnissen fein herausgeputzt, um den tatsächlichen Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

Entwicklung am Arbeitsmarkt

Unter Berücksichtigung der Demografie ist kein Rückgang (sondern ein prozentueller Anstieg bezogen auf die Erwerbsfähigen) der Leistungsempfänger im Rechtkreis (SGB II/SGBII) 2005 vs.2011 ersichtlich. So ist auch nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen die Kranken und Arbeitslose die extern betreut werden aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.

Zitat
Seit 1992 sind die Einkommen der ärmsten 10 Prozent der Bevölkerung um 13 Prozent gesunken, die Einkommen der reichsten 10 Prozent hingegen um 31 Prozent gestiegen. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl der in Armut lebenden Kinder verdoppelt. Und die Zahl der Menschen, die Grundsicherung im Alter beantragt haben, wächst kontinuierlich ([url]http://www.vdk.de/perl/cms.cgi?ID=nd18047[/url])


Was haben ergänzendes Hartz IV/ALG II und Kobraschwänze gemein

Viele dachten und manche „Experten“ forderten ein Kombilohnmodel (ergänzendes ALG II/Hartz IV) zur Reduzierung die Arbeitslosigkeit in D. Als in den 1930ern Indien von einer Kobrainvasion heimgesucht wurde, setzten die Behören eine Fangprämie auf Kobraschwänze aus, was dazu führte das Kobraschlange gezüchtet wurden, aber deren Reduzierung nicht förderte.

Den gleichen Effekt ist nun am Arbeitsmarkt zu beobachten, mit ergänzenden ALG II Leistungen züchtet der Arbeitsmarkt Kombilohnarbeitsplätze, aber die Zahl der Leistungsempfänger wird dadurch kaum reduziert, die Belastung der Kommunen und die Belastung der Solidargemeinschaft der Steuerzahler steigt weiter an. Die Sozialkassen verlieren Einnahmen.

Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen (http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280)

Das Fazit ergänzende Hartz IV/ALG Leistungen setzen die falschen Anreize, besser wäre es die Arbeitgeber zur Schaffung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit zu motivieren, somit würden die Kommunen und die Solidargemeinschaft der Steuerzahler entlastet, auch die Sozialkassen profitieren mehr von sozialversicherungspflichtiger Arbeit als von Niedriglöhnen.
 

Zahl der Erwerbstätigen

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!

Zitat
Erwerbstätige - Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ([url]http://de.wikipedia.org/wiki/Erwerbst%C3%A4tigkeit[/url])


Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen ebenso wie die Zahl der Arbeitslosen nicht durch genaues zählen sondern durch Hochrechnungen und Schätzungen ermittelt. 

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung  stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR,templateId=renderPrint.psml)

Die manipulative Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können Sie guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.


Die Krux ist, das trotz des „Erfolgs der Minijobs und Niedrigjobs“ am Arbeitsmarkt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sprechen eine deutliche Sprache, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte wurde trotz des „Erfolgs“ nicht nur nicht erreicht sondern das die  Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung – sind ebenso wie die Minijobs und Billigjobs explodiert.

In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004)
Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...)  und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen von ca. 1,4 Millionen Personen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...)

Grundsatz der Hartz IV - Ideologie
„Ein Arbeitsloser ist solange an seiner Arbeitslosigkeit selbst schuld, bis er das Gegenteil beweisen kann“

Fazit der Zahlen

Der Vergleich der Leistungsempfänger Personen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leistungsempfänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Personen beziffert)
Im Juli 2011 waren 7.174.843   Personen im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld) Das ist ein Plus von über 3 Millionen Personen oder ca. 70 %

Zitat
Pressemitteilung Nr.391 vom 28.10.2010  -314 000 Personen erhielten Ende 2009 Hilfe zum Lebensunterhalt – Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erhielten zum Jahresende 2009 in Deutschland rund 314 000 Personen laufende Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem 3. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“). Dies waren 3,4% weniger Hilfebezieher als im Vorjahr…. ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/10/PD10__391__221,templateId=renderPrint.psml[/url])



Zitat
Pressemitteilung Nr.377 vom 21.10.2010 - 764 000 Personen erhielten Ende 2009 Grundsicherung – Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erhielten am Jahresende 2009 rund 764 000 volljährige Personen in Deutschland Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“)…. ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/10/PD10__377__221,templateId=renderPrint.psml[/url])


14.2.2011 - Städte so hoch verschuldet wie nie
Zitat
Trotz des Wirtschaftsaufschwungs stecken die Kommunen in Finanznöten. ([url]http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/schulden-staedtetag-kommunen-2[/url])





(Erpressung am Arbeitsplatz - Wie Leiharbeiter ausgenutzt werden (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8144142,00.html)) den Ein Euro Jobs (Städte missbrauchen Ein-Euro-Jobs (http://www.derwesten.de/nachrichten/Staedte-missbrauchen-Ein-Euro-Jobs-id3995710.html))  und in der so genannten Bürgerarbeit diese Art der Beschäftigung ist und bleibt  meines Erachtens Blendwerk und Menschenunwürdig. Wem außer der Politik der BA Zahlenstatistik oder den chronisch klammen Kommunen, ist diese Art der Beschäftigung hilfreich? Den/Der Arbeitslosen?  Den/Der Steuerzahler/in ? George Fitzhugh (http://docsouth.unc.edu/southlit/fitzhughcan/bio.html) publizierte um 1854 ein Buch, in dem er sagte: „Einige Menschen sind mit einem Sattel auf dem Rücken geboren, und andere sind gestiefelt und gespornt, um diese zu reiten. Und es tut ihnen gut!“

Fußnoten

 5. Statistische Hinweise zur Arbeitsmarktpolitik - Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik und Unterbeschäftigung  - BA  Bericht Juli  2011 Seite 46

Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:


- Beschäftigtenäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss, Beschäftigungsphase Bürgerarbeit
- berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
- Fremdförderung, das sind arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die nicht von den Arbeitsagenturen oder Jobcentern durchgeführt werden (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration- und Flüchtlinge)
- Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III ggf. i.V.m. § 65 Abs. 4 SGB II und § 252 Abs. 8 SGB VI (Restabwicklung), Personen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II
- Förderung der Selbständigkeit: Gründungszuschuss, Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit.
Außerdem werden Personen, die kurzfristig arbeitsunfähig sind, zur Unterbeschäftigung gezählt.
….
   
Erstellt von Sybilla am 28.07.11  12 Uhr 00 Teil 2 Die Analyse
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tallax69 am 02. August 2011, 07:08:59
Arbeitsmarkt auch für Qualifizierte noch unsicher
Agentur für Arbeit

Bild vergrößern Falsche Qualifizierung und schlechte Personalplanung führen laut DGB zu Fachkräftemangel und Arbeitslosigkeit.

Berlin - Die Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel - doch zugleich verlieren nach wie vor auch viele Qualifizierte ihren Job. Und immer häufiger sind Neu-Arbeitslose wegen unzureichender Absicherung gleich von Anfang an auf Hartz-IV-Stütze angewiesen

Trotz der guten Konjunktur haben im ersten Halbjahr fast 1,5 Millionen Menschen ihren Job verloren - darunter viele qualifizierte Fachkräfte. Über eine Million der Neu-Arbeitslosen verfügen über eine abschlossene Lehre oder über ein Hochschuldiplom. Dies geht aus einer Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, über die die «Saarbrücker Zeitung» (Montag) berichtet. Das Papier liegt auch der Nachrichtenagentur dpa vor.

Mit dem Wechsel von insgesamt 1,444 Millionen Menschen aus der Beschäftigung in die Arbeitslosigkeit sei der Zugang gegenüber dem Vorjahr zwar um 6 Prozent rückläufig, schreibt der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy in dem Papier. Gleichwohl sei aber das Risiko, arbeitslos zu werden, selbst für Qualifizierte nach wie vor groß. Als Hauptgründe nennt Adamy instabile und befristete Beschäftigungsverhältnisse, unzureichende Personalplanung der Unternehmen, wirtschaftlichen Strukturwandel und konjunkturelle Schwankungen.

Von den 1,444 Millionen Neu-Arbeitslosen im ersten Halbjahr 2011 haben 908 000 einen Berufsabschluss und 110 000 ein Hochschuldiplom. Die übrigen sind ungelernt oder nur geringfügig qualifiziert. Nach wie vor gilt, dass mit zunehmender Qualifikation das Risiko der Arbeitslosigkeit sinkt. Doch trotz der lauten Klagen der Wirtschaft über Fachkräftemangel und Problemen bei der Stellenbesetzung sei der Neuzugang auch von Qualifizierten in die Arbeitslosigkeit immer noch beachtlich, schreibt Adamy.

Ungelernte werden laut Studie nicht nur häufiger arbeitslos. Sie müssen auch länger nach einem neuen Job suchen. Derzeit gibt es rund 4 Millionen Geringqualifizierte mit sozialversichertem Job. Bei rund 400 000 Neu-Arbeitslosen aus diese Gruppe bedeutet dies, dass jeder zehnte Geringqualifizierte in den vergangenen sechs Monaten seinen Job verlor.

Die anziehende Konjunktur hat laut DGB-Studie auch nicht verhindern können, dass 2011 noch mehr Menschen nach dem Job-Verlust auf Hartz-IV angewiesen sind als im Jahr zuvor. Dies gelte für Akademiker, Menschen mit betrieblicher Ausbildung wie für Geringqualifizierte gleichermaßen. Ursache sind unzureichende Versicherungszeiten vor Eintritt in die Arbeitslosigkeit. Besonders bei Geringqualifizierten sei durch kurzfristig und niedrig entlohnte Beschäftigung das Verarmungsrisiko nach einem Job-Verlust gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen.

Wirtschaft und Hochschulrektorenkonferenz (HRK) appellierten am Montag «angesichts des schon heute spürbaren Fachkräftemangels und der demographischen Entwicklung» an Bund und Länder, mehr Studienplätze für den erwarteten Studentenansturm an den Hochschulen zur Verfügung zu stellen. Die doppelten Abiturientenjahrgänge infolge der Schulzeitverkürzung am Gymnasium in mehreren Bundesländern müssten als «enormes Talentreservoir» wahrgenommen werden, sagte Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger in einer gemeinsamen Erklärung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) sowie der HRK.

«Angesichts des alarmierenden Fachkräftemangels wäre es grotesk, junge Menschen vor den Hochschultüren stehen zu lassen. Allein im MINT-Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik fehlen den Unternehmen bereits jetzt mehr als 150 000 Fachkräfte», sagte Sattelberger.

© dpa#


http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/detail_dpa_31711730.php (http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/detail_dpa_31711730.php)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. August 2011, 11:04:35
Deutschland: Arbeitsmarkt August 2011:

Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zu steuern, zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion. (http://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda)

Neues vom Aufschwung xxl und vom imaginären Jobwunder

Nach der Krise in 2009  und der Rekonvaleszenz (Aufschwung xxl) in 2010 befindet sich das bundesdeutsche BIP zurzeit in etwa auf den Niveau von Sommer 2008.

 Bruttoinlandsprodukt Preisbereinigt, verkettet Ursprungswerte 2005 = 100  (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/08/PD11__297__811,templateId=renderPrint.psml)

2008
2. Vierteljahr 109,22
2011
2. Vierteljahr 108,53

Es gibt eine Erholung aus der Krise aber das Vorkrisenniveau wurde noch nicht erreicht. Nachdem der DAX von über 7600 auf 5500 abgestürzt ist, spricht kein Mensch von einem Aufschwung xxl, wenn der DAX wieder ansteigt sondern alle sprechen und schreiben von einer Kurserholung der DAXwerte.

Wenn ein Unternehmen

in 2008 10922 Einheiten verkauft
in 2009 10114 Einheiten verkauft
in 2010 10557 Einheiten verkauft
in 2011 10853 Einheiten verkauft

wird kein Betriebswirt in 2011 von einen Aufschwung xxl oder Hochkonjunktur sprechen, sondern davon das dass Unternehmen im Vergleich zu 2008 immer noch einen Rückstand von 69 Einheiten verbuchen muss. Wir sprechen also von keiner robusten Hochkonjunktur sondern von einer nahezu vollzogenen Rekonvaleszenz (wieder erstarken) Allerdings droht eine neuerliche Rezession also ein "Double-Dip"

ZEW-Index Rezessionsängste haben deutlich zugenommen

... Im August fiel der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berechnete Index zur Konjunkturerwartung um 22,5 Punkte auf nun minus 37,6 Punkte, wie das ZEW am Dienstag in Mannheim mitteilte. Der Rückgang fiel damit deutlich stärker aus als in den vergangenen Monaten, in denen der Index ebenfalls gefallen war. Die bisher schon geäußerte Skepsis der Experten habe sich „dramatisch verstärkt“, erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz... (http://www.focus.de/finanzen/news/konjunktur/zew-index-rezessionsaengste-haben-deutlich-zugenommen_aid_658059.html)

Stimmung in der deutschen Wirtschaft bricht ein

Der Ifo-Geschäftsklimaindex brach überraschend um 4,2 auf 108,7 Punkte ein, teilte das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch mit. Das war der größte Rückgang seit November 2008… (http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE77N08X20110824)

Das positive an einer neuerlichen Rezession wäre, dass sich dieser ein erneuter Aufschwung xxl anschließen könnte - nach dem Motto zwei Schritte nach unten folgt ein euphorisch gefeierter und medial bejubelter xxl Schritt nach oben.

Auch der so genannte Aufschwung am Arbeitsmarkt „Jobwunder“ entpuppt sich bei detaillierter Betrachtung als „Potemkinschen Dorf“

Allerdings verzichten viele Staatsmedien auf eine detaillierte Betrachtung und vermelden stattdessen gleich gestimmt die Jubel-Zahlen der BA.

Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)

Diese Gruppen werden nach wie vor in der BA Statistik versteckt. Deshalb sind die offiziellen Arbeitsmarkt Zahlen der BA die niedrigsten Augustzahlen seit 19 Jahren.
Allerdings ist ein Vergleich der Zahlen von 1992 mit 2001 unsinnig und propagandistisch.


Rund 1, 5 Millionen Arbeitslose werden in der Statistik versteckt. Viele Medien - Franz Josef Strauss nannte diese einmal:“jubelnd-jaulende Hofhunde“ (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42891596.html) verkünden im medialen Gleichklang mit euphorischem Jubel, in triumphierender Einheit mit Politik und Wissenschaft. Einen robusten Arbeitsmarkt und eine Vorsetzung der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt, die Zahl der in der Statistik registrierten Arbeitslosen, sei auf den niedrigsten Stand seit fast 20 Jahren. N24 konnte es nicht abwarten, bis die BA die offiziellen Zahlen mitgeteilt hat. N 24 und meldetet im vorauseilenden Gehorsam die Schätzung von „Experten“ die einen Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 2,9 Millionen Personen beinhaltet und so viele offene Stellen wie schon lange nicht mehr ( die BA meldet völlig überraschend und unerwartet einen Anstieg (Juli – August 20011) der Arbeitslosigkeit um  rund 5.000 Personen).  Die "positive" Entwicklung am Arbeitsmarkt entspringt vor allem aus der statistischen Definition von Arbeitslosigkeit. Die Definition von Arbeitslosigkeit von 1992 ist mit der Definition von Arbeitslosigkeit in 2011 keinesfalls vergleichbar und die hohe Zahl der offenen Stellen erklärt sich vor allem auf Mehrfachnennungen vieler Stellenangebote. Ich habe zum Beispiel von einer privaten Arbeitsvermittlung - aber auch bei Zeit und Leiharbeit ist das Phänomen zu beobachten - mehr als 300 Stellenangebote für 30 zu besetzende Stellen eines Unternehmens in der BA Jobbörse gefunden. Diese 300 Stellenangebote sind zusätzlich in anderen Stellenbörsen zu finden, so werden aus 30 zu besetzende Arbeitsstellen ganz schnell 1500 Stellenangebote. Das Phänomen wird in der Berichterstattung nur selten erwähnt. Die Zahl der Leistungsempfänger ALG I, ALG II. Sozialgeld verharrt bei über sieben Millionen Personen. Darin sind Personen die Kinderzuschlag, Sozialhilfe SGB XII oder Altersgrundsicherung erhalten nicht enthalten.


Ein detaillierter Blick auf das „Jobwunder“ klärt auf.

Offizieller BA - Zahlenbericht für August 2011
 
BA Bericht August 2011 Seite 51

Die Zahl der statistisch registrierten Arbeitslosen ist laut BA erneut und völlig unerwartet um rund 5.000 Personen auf  2.944.686  Personen angestiegen.
zusätzlich waren 1.094.242  Personen in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik
beschäftigt. Allerdings ist hierbei von einer erheblichen Untererfassung auszugehen   
(BA – Bericht August 2011 Seite 83 Fußnote 3  Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für Januar - März 2011, Datenstand Juni 2011, nur ca. 67 % (zuletzt 68%) der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.

Die offizielle BA Zahl der Unterbeschäftigung für August 2011: verharrt bei über 4 Millionen (4.062.507 ) Personen Unterbeschäftigungsquote 9,5 %

7.086.838 Leistungsempfänger (Rechtkreis SGB II/SGB III):

darunter:
Arbeitslosengeld  791.505 Personen
erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.570.797    Personen
nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.724.536 Personen
( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)


Pressemitteilung Nr.270 vom 19.07.2011  - Beschäftigungszuwachs 2010 zu großen Teilen von Zeitarbeit getragen (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/07/PD11__270__132,templateId=renderPrint.psml)

2010 Abhängig Beschäftigte 30.904.000 Personen
2010 Normalerwerbstätige 23.069.000 Personen
2010  Atypisch Beschäftigte 7.835.000 Personen

Geringverdiener: Aus wenig wird weniger - Sie verdienen ohnehin nicht viel - und selbst das wird weniger. Geringverdiener müssen seit dem Jahr 2000 drastische Loheinbußen einstecken. Obwohl die Wirtschaft wächst. Teilweise haben sie bis zu 22 Prozent weniger in der Tasche, offenbart jetzt eine Studie. … Seit dem Jahr 2000 betrugen die Lohneinbußen zwischen 15,6 und 21,9 Prozent. Die Nettoeinkommen aller Beschäftigten gingen hingegen nur um 2,5 Prozent zurück. (http://www.sueddeutsche.de/karriere/lohnentwicklung-geringverdiener-aus-wenig-wird-weniger-1.1122132)
 

(BA Bericht August 2011 Seite 10)

497.000 gemeldete Stellen,  … Nach Wirtschaftszweigen differenziert beruht das Plus in der gleitenden Jahressumme zu mehr als der Hälfte auf Meldungen aus der Arbeitnehmerüberlassung (+187.000 oder +32 Prozent).

(BA Bericht August 2011 Seite 18)

…. Außer den Leistungsempfängern gab es im April noch 348.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen erhielten 89 Prozent Leistungen (siehe Abbildung 13: Arbeitslosigkeit und Leistungsbezug). …..


Der Erfolg am Arbeitsmarkt fußt auf prekärer Beschäftigung 7,853 Millionen Personen in Mini und Midi Jobs und über aktuell rund 800.000 Personen die in Zeitarbeit beschäftigt sind.

BA Bericht August 2011 Seite 22

Im April 2011 bezogen 29 Prozent (1,36 Mio) der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten Ein-kommen aus Erwerbstätigkeit. …..

Bedarfe / Leistungen / Einkommen - statistik.arbeitsagentur.de (http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html)

Das komplette Zahlenwerk der BA ist dann doch sehr ernüchternd.

Quelle der Zahlen:
BA – Monatsbericht August 2011 (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201108.pdf)

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen meint gebetmühlenartig:
"Der deutsche Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig wie ein Schwamm“


Dieser Arbeitsmarkt, ist der Arbeitsmarkt der wachsenden prekären Beschäftigungsverhältnisse  im Niedriglohnsektor wie Leiharbeit oder Minijobs dieser Arbeitsmarkt ist aufgrund der geringen Arbeitskosten immer aufnahmefähig wie ein Schwamm. Allerdings führt diese Art der Beschäftigung (Stundenlöhne unterhalb von 10 €) auf direkten Weg in die Altersarmut, Familienarmut und Kinderarmut. Dieser „Turbo-Aufschwung XXL“ ist eine gigantische Umverteilung von unten nach oben.

Der BA Jobbörse  - Stand 31.08.11 --- 11 Uhr  (http://jobboerse.arbeitsagentur.de/vamJB/startseite.html?kgr=as&aa=1&m=1&vorschlagsfunktionaktiv=true) sind mit Redundanzen (Mehrfachnennungen einer Stelle) 874.210 Arbeitsstellen und 186.790 Ausbildungsstellen bekannt.

http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif (http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif)

Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs 

Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs | Zeitfragen | Deutschlandradio Kultur (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/)

 
Zitat
Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs Die deutsche Wirtschaft steht gut da, doch immer mehr Menschen können von ihrer Arbeit nicht leben, jedes neunte Kind in Deutschland wächst in Armut auf, die Finanznot der Kommunen ist dramatisch. Eine Erkundung in den Niederungen des sozialen Alltags. Massenarbeitslosigkeit? Das war gestern. Laut Statistik gibt es immer weniger Arbeitslose, und die prognostizierten Wachstumsraten weisen in eine rosige Zukunft. Leiharbeit, prekäre Beschäftigung und andere staatlich subventionierte Arbeit werden dabei ausgeblendet. Angesagt ist Optimismus….. ([url]http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/[/url])


Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument Deutschland Radio Berlin Zeitfragen – Das Politische Feature Redaktion: Constanze Lehmann 2. Juni 2011 Auf Sand gebaut ? Die Schattenseiten des Aufschwungs Von Ruth Jung (http://www.dradio.de/download/137715/)

Audio zum Nachhören (http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348697&datum=20110502&playtime=1304357400&fileid=e2babbdf&sendung=348697&beitrag=1448136&/)

Lügen mit Zahlen

Lügen mit Zahlen - Die scheinbare Objektivität von Statistik | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/)
Zitat
..."Denn wenn die Wirtschaft wächst, können wir auch mehr für das Soziale ausgeben. Wenn man sich die Zahlen anguckt, ist man völlig überrascht. Da ist nämlich die Sozialleistung überhaupt nicht gestiegen. Sie sind halt seit 1991 so um die 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, worin wir unsere Wirtschaft messen.... ([url]http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/[/url])


 Lügen mit Zahlen - Audio mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/03/03/dlf_20110303_2010_afe25bec.mp3)

Gewerkschaften beklagen die Ausweitung des Niedriglohnsektors

TARIF: Regale füllen für 1,86 Euro die Stunde. (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12072446/485072/Die-Gewerkschaften-beklagen-die-Ausweitung-des-Niedriglohnsektors-Regale.html)

Woran erkennt man moderne Sklaverei?

Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Berliner Tagung "Arbeitsausbeutung und | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431107/)

 
Zitat
Ob in der Landwirtschaft oder im Pflegebereich: Viele Menschen arbeiten sehr viel - für sehr wenig Geld.... Und dann wissen wir, dass die Zahl von den Frauen, die in den Haushalten arbeiten, dass das mit Sicherheit in die Zehntausende geht. Aber zählen können wir sie nicht." Wie viele Menschen in Deutschland für einen Hungerlohn und teilweise unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten, darüber gibt es keine Statistik. Wer allerdings die Augen offen hält, kann Arbeitsausbeutung täglich beobachten, sagt Dorothee Frings...... ([url]http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431107/[/url])


Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Audio mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/04/07/dlf_20110407_2035_da958a32.mp3)
Studie Armut trotz Arbeit nimmt zu - In Deutschland fallen immer mehr Arbeitnehmer unter die Armutsgrenze. (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758258,00.html)

Prekäre Beschäftigung ansteigende Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglohnarbeitsplatze immer mehr Arbeitnehmer die jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit gehen leben in Armut oder sind armutsgefährdet.

Ärger im Land der Minijobber. (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kritik-von-forschern-und-gewerkschaften-aerger-im-land-der-minijobber-1.1088925)

Erstellt von Sybilla am 31.08.11  11 Uhr 00 – Teil 1 Die Zahlen
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden



Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Rudolf Rocker am 31. August 2011, 12:41:25
Danke Sybilla!!

Was ist eigentlich mit Personen, die Arbeitslos sind, aber keinen Anspruch auf ALG II haben, weil z.B. der Ehepartner/ die Ehepartnerin zu viel verdient?
Sind die in der Statistik erfasst?


Das mit der Jobbörse ist ein Riesenbeschiss!!

Wenn ich meinen Beruf eingebe und bundesweite Suche, kommt es vor das da zehn Mal ein- und dieselbe Firma steht.
Oder man ruft bei einer Firma an, die in der Jobbörse steht und angeblich Mitarbeiter sucht, ruft dort an und erfährt, dass es die Firma seid einem Jahr gar nicht mehr gibt!!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 31. August 2011, 13:49:43

Das mit der Jobbörse ist ein Riesenbeschiss!!

Wenn ich meinen Beruf eingebe und bundesweite Suche, kommt es vor das da zehn Mal ein- und dieselbe Firma steht.
Oder man ruft bei einer Firma an, die in der Jobbörse steht und angeblich Mitarbeiter sucht, ruft dort an und erfährt, dass es die Firma seid einem Jahr gar nicht mehr gibt!!

Wenn ich meine PLZ eingebe, kommen SEIT WOCHEN die gleichen alten Anzeigen und selbst die sind immer wieder upgedated, teilweise schon seit Januar.

Hab' mich schon gefragt, ob die Seite kaputt ist... ::)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. August 2011, 13:54:15
Wieder einmal eine Initiative der INSM der Niedriglohnsektor ist in Wirklichkeit eine gute Sache, zumindest aus der Sicht der Arbeitgeber.

Niedriglohn-Jobs Einstieg oder Sackgasse?

Arbeitgeber finden, Niedriglöhne sind eine Chance für höhere Bezahlung und legen eine neue Studie des arbeitgebernahen INSM vor. Doch die Gewerkschaften protestieren.Der wachsende Niedriglohnsektor in Deutschland ist ein Problem – so lautet bisher die vorherrschende Meinung. Jetzt haben die Arbeitgeber eine Studie in Auftrag gegeben, die zeigen soll, dass der Niedriglohnsektor in Wirklichkeit eine gute Sache ist. Auftraggeber des Gutachtens ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird… (http://www.fr-online.de/wirtschaft/einstieg-oder-sackgasse-/-/1472780/9901290/-/)

Sybillas Kommentar

Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine Selbstbestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV ALG II Leistungen) gestalten möchte/können muss, bleibt auch im „Aufschwung der Mini und Billigjobs“ am deutschen Arbeitsmarkt ein unerfülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesellschaft augenscheinlich aufgegeben. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber es ist zu vermuten das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar, die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen potemkinschen Dorf, sie wird durch das verstecken vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) und mit 7,8 Millionen Personen in prekären Arbeitsverhältnissen fein herausgeputzt, um den tatsächlichen Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

Sozialausgaben steigen weiter - 2010 mussten die Kommunen 5,4 Milliarden Euro aufbringen  (http://www.sueddeutsche.de/e5O38y/158439/Sozialausgaben-steigen-weite.html)

Studie: Lage älterer Arbeitsloser unverändert schlecht
Die Lage älterer Arbeitsloser in Deutschland ist weitaus schlechter, als von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bislang dargestellt. Das zeigen Recherchen der Redaktion “Report Mainz” für das ARD-exclusiv “Alt, arm, arbeitslos – immer mehr Ältere rutschen ab”,…. So geht aus zwei bislang unveröffentlichten Studien hervor, dass sich die Job-Chancen älterer Arbeitsloser in den vergangenen Jahren nicht verbessert haben.  (http://newsburger.de/studie-lage-aelterer-arbeitsloser-unveraendert-schlecht-26507.html)

Entwicklung am Arbeitsmarkt

Unter Berücksichtigung der Demografie ist kein Rückgang (sondern ein prozentueller Anstieg bezogen auf die Erwerbsfähigen) der Leistungsempfänger im Rechtkreis (SGB II/SGBII) 2005 vs.2011 ersichtlich. So ist auch nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen die Kranken und Arbeitslose die extern betreut werden aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.

Zitat
Seit 1992 sind die Einkommen der ärmsten 10 Prozent der Bevölkerung um 13 Prozent gesunken, die Einkommen der reichsten 10 Prozent hingegen um 31 Prozent gestiegen. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl der in Armut lebenden Kinder verdoppelt. Und die Zahl der Menschen, die Grundsicherung im Alter beantragt haben, wächst kontinuierlich ([url]http://www.vdk.de/perl/cms.cgi?ID=nd18047[/url])


Was haben ergänzendes Hartz IV/ALG II und Kobraschwänze gemein

Viele dachten und manche „Experten“ forderten ein Kombilohnmodel (ergänzendes ALG II/Hartz IV) zur Reduzierung die Arbeitslosigkeit in D. Als in den 1930ern Indien von einer Kobrainvasion heimgesucht wurde, setzten die Behören eine Fangprämie auf Kobraschwänze aus, was dazu führte das Kobraschlange gezüchtet wurden, aber deren Reduzierung nicht förderte.

Den gleichen Effekt ist nun am Arbeitsmarkt zu beobachten, mit ergänzenden ALG II Leistungen züchtet der Arbeitsmarkt Kombilohnarbeitsplätze, aber die Zahl der Leistungsempfänger wird dadurch kaum reduziert, die Belastung der Kommunen und die Belastung der Solidargemeinschaft der Steuerzahler steigt weiter an. Die Sozialkassen verlieren Einnahmen.

Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen (http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280)

Das Fazit ergänzende Hartz IV/ALG Leistungen setzen die falschen Anreize, besser wäre es die Arbeitgeber zur Schaffung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit zu motivieren, somit würden die Kommunen und die Solidargemeinschaft der Steuerzahler entlastet, auch die Sozialkassen profitieren mehr von sozialversicherungspflichtiger Arbeit als von Niedriglöhnen.
 

Zahl der Erwerbstätigen

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!

Zitat
Erwerbstätige - Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ([url]http://de.wikipedia.org/wiki/Erwerbst%C3%A4tigkeit[/url])


Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen ebenso wie die Zahl der Arbeitslosen nicht durch genaues zählen sondern durch Hochrechnungen und Schätzungen ermittelt.  

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung  stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR,templateId=renderPrint.psml)

Die manipulative Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können Sie guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.


Die Krux ist, das trotz des „Erfolgs der Minijobs und Niedrigjobs“ am Arbeitsmarkt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sprechen eine deutliche Sprache, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte wurde trotz des „Erfolgs“ nicht nur nicht erreicht sondern das die  Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung – sind ebenso wie die Minijobs und Billigjobs explodiert.

In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004)
Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...)  und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen von ca. 1,4 Millionen Personen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...)

Grundsatz der Hartz IV - Ideologie
„Ein Arbeitsloser ist solange an seiner Arbeitslosigkeit selbst schuld, bis er das Gegenteil beweisen kann“

Fazit der Zahlen

Der Vergleich der Leistungsempfänger Personen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leistungsempfänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Personen beziffert)
Im August 2011 waren 7.086.838 Personen im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld) Das ist ein Plus von über 2,76 Millionen Personen oder ca. 64 %

Zitat
Pressemitteilung Nr.391 vom 28.10.2010  -314 000 Personen erhielten Ende 2009 Hilfe zum Lebensunterhalt – Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erhielten zum Jahresende 2009 in Deutschland rund 314 000 Personen laufende Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem 3. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“). Dies waren 3,4% weniger Hilfebezieher als im Vorjahr…. ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/10/PD10__391__221,templateId=renderPrint.psml[/url])



Zitat
Pressemitteilung Nr.377 vom 21.10.2010 - 764 000 Personen erhielten Ende 2009 Grundsicherung – Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erhielten am Jahresende 2009 rund 764 000 volljährige Personen in Deutschland Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“)…. ([url]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/10/PD10__377__221,templateId=renderPrint.psml[/url])


14.2.2011 - Städte so hoch verschuldet wie nie
Zitat
Trotz des Wirtschaftsaufschwungs stecken die Kommunen in Finanznöten. ([url]http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/schulden-staedtetag-kommunen-2[/url])


(Erpressung am Arbeitsplatz - Wie Leiharbeiter ausgenutzt werden (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8144142,00.html)) den Ein Euro Jobs (Städte missbrauchen Ein-Euro-Jobs (http://www.derwesten.de/nachrichten/Staedte-missbrauchen-Ein-Euro-Jobs-id3995710.html))  und in der so genannten Bürgerarbeit diese Art der Beschäftigung ist und bleibt  meines Erachtens Blendwerk und Menschenunwürdig. Wem außer der Politik der BA Zahlenstatistik oder den chronisch klammen Kommunen, ist diese Art der Beschäftigung hilfreich? Den/Der Arbeitslosen?  Den/Der Steuerzahler/in ? George Fitzhugh (http://docsouth.unc.edu/southlit/fitzhughcan/bio.html) publizierte um 1854 ein Buch, in dem er sagte: „Einige Menschen sind mit einem Sattel auf dem Rücken geboren, und andere sind gestiefelt und gespornt, um diese zu reiten. Und es tut ihnen gut!“

Fußnoten

 5. Statistische Hinweise zur Arbeitsmarktpolitik - Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik und Unterbeschäftigung  - BA  Bericht August  2011 Seite 45

Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:


- Beschäftigtenäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss, Beschäftigungsphase Bürgerarbeit
- berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
- Fremdförderung, das sind arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die nicht von den Arbeitsagenturen oder Jobcentern durchgeführt werden (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration- und Flüchtlinge)
- Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III ggf. i.V.m. § 65 Abs. 4 SGB II und § 252 Abs. 8 SGB VI (Restabwicklung), Personen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II
- Förderung der Selbständigkeit: Gründungszuschuss, Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit.
Außerdem werden Personen, die kurzfristig arbeitsunfähig sind, zur Unterbeschäftigung gezählt.
….
   
Erstellt von Sybilla am 31.08.11  14 Uhr 00 Teil 2 Die Analyse
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Rudolf Rocker am 31. August 2011, 15:00:50
Zur INSM:

Mietmäuler der INSM - der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (http://www.youtube.com/watch?v=TMaK3Ia65Jo#)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 29. September 2011, 10:32:55
Deutschland: Wirtschaftsaussichten September 2011:

Schuldenstand zum 31.12.2010 - 2 035,9 Milliarden Euro

Pressemitteilung Nr.357 vom 27.09.2011 - Zum Jahresende 2010 war der öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und gesetzliche Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) beim nicht-öffentlichen Bereich mit 2 035,9 Milliarden Euro verschuldet. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/09/PD11__357__713,templateId=renderPrint.psml)

Inflationsrate September + 2,6 %

Pressemitteilung Nr.360 vom 28.09.2011 - Verbraucherpreise im September 2011: Voraussichtlich + 2,6 % gegenüber September 2010 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/09/PD11__360__611,templateId=renderPrint.psml)
 
 Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zu steuern, zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion. (http://"http://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda")
   
 Neues vom Aufschwung xxl und vom imaginären Jobwunder

 Nach der Krise in 2009  und der Rekonvaleszenz (Aufschwung xxl) in 2010 befindet sich das bundesdeutsche BIP zurzeit in etwa auf den Niveau von Sommer 2008.
     Bruttoinlandsprodukt Preisbereinigt, verkettet Ursprungswerte 2005 = 100  (http://"http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/08/PD11__297__811,templateId=renderPrint.psml")
   
  2008
  2. Vierteljahr 109,22
  2011
  2. Vierteljahr 108,53

   
 Allerdings droht eine neuerliche Rezession also ein "Double-Dip"
   
 ZEW-Index auf tiefstem Stand seit Dezember 2008

Die Zuversicht schwindet: Deutsche Finanzexperten zeigen sich beim Blick auf die Wirtschaftsentwicklung mittlerweile so pessimistisch wie seit Ende 2008 nicht mehr. Die ZEW- Konjunkturerwartungen sind im September den siebten Monat in Folge gesunken. (http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1208123)
   
 Stimmung in der deutschen Wirtschaft bricht unerwartet strak ein.
   
Deutsche Unternehmen erwarten schwere Zeiten -  Die Stimmung der Unternehmen verschlechterte sich im September zum dritten Mal in Folge, …Der Ifo- Konjunkturklima-Index sank von 108,7 auf 107,5 Punkte. (http://www.morgenpost.de/printarchiv/wirtschaft/article1776594/Deutsche-Unternehmen-erwarten-schwere-Zeiten.html)

 
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Deutschland: Arbeitsmarkt September 2011:

Auch der so genannte Aufschwung am Arbeitsmarkt „Jobwunder“ entpuppt sich bei detaillierter Betrachtung als „Potemkinschen Dorf“
   
  Allerdings verzichten viele Staatsmedien auf eine detaillierte Betrachtung und vermelden stattdessen gleich gestimmt die Jubel-Zahlen der BA.
   
  Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (http://"http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU")
   
  Diese Gruppen werden nach wie vor in der BA Statistik versteckt. Deshalb sind die offiziellen Arbeitsmarkt Zahlen der BA die niedrigsten Augustzahlen seit  Jahren.
  Allerdings ist ein Vergleich der Zahlen von 199x mit 2011 unsinnig und propagandistisch.

   
   
Rund 1, 5 Millionen Arbeitslose werden in der Statistik versteckt. Viele Medien - Franz Josef Strauß nannte diese einmal:“jubelnd-jaulende Hofhunde“ (http://"http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42891596.html") verkünden im medialen Gleichklang im euphorischem Jubel, in triumphierender Einheit mit Politik und Wissenschaft. Die Mär vom robusten Arbeitsmarkt und eine Fortsetzung der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt.

Ein Blick auf die demografische Entwicklung klärt auf.
Die Zahl der Personen zwischen 15 und 65  verringerte sich zwischen 2005 und 2009 um 1.040.300 Personen. Bis 2011 hochgerechnet ist das eine Zahl von rund 1, 4 Millionen Personen die aus dem Erwerbsleben 15 – 65 Jahre ausgeschieden sind-

Demografischer Wandel - Die Bevölkerungsgruppe 15 – 65 Jahre

2005 waren  66.567.900 (http://"http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Content75/AltersgruppenFamilienstand,templateId=renderPrint.psml")Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.649.800 Personen und 15 – 65 Jahre 54.918.100 Personen

Letzte Zahlen 2009 waren  64.900.400 (http://"http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Content75/AltersgruppenFamilienstand,templateId=renderPrint.psml") Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.022.600  Personen und 15 – 65 Jahre 53.877.800 Personen

Die Definition von Arbeitslosigkeit von 1992 ist mit der Definition von Arbeitslosigkeit in 2011 keinesfalls vergleichbar und die hohe Zahl der offenen Stellen erklärt sich vor allem auf Mehrfachnennungen vieler Stellenangebote.Ich habe zum Beispiel von einer privaten Arbeitsvermittlung - aber auch bei Zeit und Leiharbeit ist das Phänomen zu beobachten - mehr als 300 Stellenangebote für 30 zu besetzende Stellen eines Unternehmens in der BA Jobbörse gefunden. Diese 300 Stellenangebote sind zusätzlich in anderen Stellenbörsen zu finden, so werden aus 30 zu besetzende Arbeitsstellen ganz schnell 1500 Stellenangebote. [/B] Das Phänomen wird in der Berichterstattung nur selten erwähnt. Die Zahl der Leistungsempfänger ALG I, ALG II. Sozialgeld verharrt bei  sieben Millionen Personen. Darin sind Personen die Kinderzuschlag, Sozialhilfe SGB XII oder Altersgrundsicherung erhalten nicht enthalten.

Die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit werden in den Medien verkürzt wiedergegeben und von der Politik einseitig tendenziös interpretiert. Wir brauchen Glasnost (russ.) „Offenheit, Transparenz, Informationsfreiheit“

So ist nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind, obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!

Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen nicht durch zählen sondern durch eine Schätzung ermittelt. 

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung  stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen. (http://"http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR,templateId=renderPrint.psml")


Die Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können wir guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.

   
 Ein detaillierter Blick auf das „Jobwunder“ klärt auf.
   
  Offizieller BA - Zahlenbericht für September 2011
   
  BA Bericht September 2011 Seite 48
   
  Die Zahl der offiziell statistisch erfassten Arbeitslosen in Deutschland ist laut BA auf
  2.795.570 Personen abgesunken   zusätzlich waren 1.121.326  Personen in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik beschäftigt.
Allerdings ist hierbei von einer erheblichen Untererfassung auszugehen   
 
(BA – Bericht September 2011 Seite 80 Fußnote 3  Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für Januar - März 2011, Datenstand Juni 2011, nur ca. 67 % (zuletzt 68%) der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.

  Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (http://"http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU")
   
  Die offizielle BA Zahl der Unterbeschäftigung für September 2011:
  wird auf  3.935.160 Personen beziffert das entspricht einer Unterbeschäftigungsquote von 9,2 %

   
  6.969.198 Leistungsempfänger (Rechtkreis SGB II/SGB III):
   
  darunter:
  Arbeitslosengeld  737.243 Personen
  erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.515.625    Personen
  nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.716.330 Personen
  ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)

Steigende Soziallasten bleiben ein Hauptproblem der finanziellen Schieflage bei den Kommunen.

 23.09.2011 | 13:58 Uhr Steigende Soziallasten bleiben ein Hauptproblem der finanziellen Schieflage bei den Kommunen. Von 1999 bis 2009 stiegen sie bundesweit von 29 auf über 40 Milliarden Euro an. Ein Ende dieser bedrohlichen Entwicklung ist nicht absehbar. "Der Bund muss sich seiner Verantwortung stellen", forderte Kommunalminister Ralf Jäger heute (23. September) im Bundesrat in Berlin. Die zugesagte Übernahme der Kosten für die Grundsicherung und bei Erwerbsminderung ab dem Jahr 2014 reiche nicht aus. "Hiermit darf die Verantwortung des Bundes nicht enden. Er muss sich zur Hälfte an den sozialen Lasten beteiligen", mahnte Jäger.
Allein in NRW sind die Soziallasten der Kommunen in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent auf fast 13 Milliarden Euro angestiegen…. (http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/56636/2117902/innenministerium-bund-traegt-mitverantwortung-fuer-kommunale-finanzmisere)
   
   
  Pressemitteilung Nr.270 vom 19.07.2011  - Beschäftigungszuwachs 2010 zu großen Teilen von Zeitarbeit getragen (http://"http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/07/PD11__270__132,templateId=renderPrint.psml")
   
  2010 Abhängig Beschäftigte 30.904.000 Personen
  2010 Normalerwerbstätige 23.069.000 Personen
  2010  Atypisch Beschäftigte 7.835.000 Personen
  Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten ist nach Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Juli auf  4,93 Mio, angestiegen.
   
  Geringverdiener: Aus wenig wird weniger - Sie verdienen ohnehin nicht viel - und selbst das wird weniger. Geringverdiener müssen seit dem Jahr 2000 drastische Loheinbußen einstecken. Obwohl die Wirtschaft wächst. Teilweise haben sie bis zu 22 Prozent weniger in der Tasche, offenbart jetzt eine Studie. … Seit dem Jahr 2000 betrugen die Lohneinbußen zwischen 15,6 und 21,9 Prozent. Die Nettoeinkommen aller Beschäftigten gingen hingegen nur um 2,5 Prozent zurück. (http://"http://www.sueddeutsche.de/karriere/lohnentwicklung-geringverdiener-aus-wenig-wird-weniger-1.1122132")
   
   
  (BA Bericht September 2011 Seite 10)
   
Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im September auf 501.000 Arbeitsstellen,  …  Nach Wirtschaftszweigen diffe-renziert beruht das Plus in der gleitenden Jah-ressumme zu mehr als der Hälfte auf Meldun-gen aus der Arbeitnehmerüberlassung  (+169.000 oder +27 Prozent)..
   
  (BA Bericht September 2011 Seite 18)
   
  Außer den Leistungsempfängern gab es im Mai noch 321.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen erhielten 89 Prozent Leistungen (siehe Abbildung 13: Arbeitslosigkeit und Leistungsbezug). …..
   
   
  Der Erfolg am Arbeitsmarkt fußt auf prekärer Beschäftigung 7,853 Millionen Personen in Mini und Midi Jobs und über aktuell rund 800.000 Personen die in Zeitarbeit beschäftigt sind.
   
  BA Bericht September 2011 Seite 21
   
  … Im Mai 2011 bezogen 29 Prozent (1,36 Mio) der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten Einkommen aus Erwerbstätigkeit.
   
  Bedarfe / Leistungen / Einkommen - statistik.arbeitsagentur.de (http://"http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html")
   
  Wenn das komplette Zahlenwerk der BA detailiert betrachtet wird, ist das dann doch sehr ernüchternd.
   
  Quelle der Zahlen:
  BA – Monatsbericht September 2011 (http://"http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201109.pdf")
   
  Arbeitsministerin Ursula von der Leyen meint gebetmühlenartig:
  "Der deutsche Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig wie ein Schwamm“

   
 Dieser Arbeitsmarkt, ist der Arbeitsmarkt der wachsenden prekären Beschäftigungsverhältnisse  im Niedriglohnsektor wie Leiharbeit oder Minijobs dieser Arbeitsmarkt ist aufgrund der geringen Arbeitskosten immer aufnahmefähig wie ein Schwamm. Allerdings führt diese Art der Beschäftigung (Stundenlöhne unterhalb von 10 €) auf direkten Weg in die Altersarmut, Familienarmut und Kinderarmut. Die Reformen der Agenda 2010 waren eine gigantische Umverteilung von unten nach oben.
   
  Der BA Jobbörse  - Stand 29.09.11 --- 11 Uhr  (http://"http://jobboerse.arbeitsagentur.de/vamJB/startseite.html?kgr=as&aa=1&m=1&vorschlagsfunktionaktiv=true") sind mit Redundanzen (Mehrfachnennungen einer Stelle) 885.315 Arbeitsstellen und 194.398 Ausbildungsstellen bekannt.
   
  http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif (http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif)
   
  Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs 
   
  Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs | Zeitfragen | Deutschlandradio Kultur (http://"http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/")
   
     Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument Deutschland Radio Berlin Zeitfragen – Das Politische Feature Redaktion: Constanze Lehmann 2. Juni 2011 Auf Sand gebaut ? Die Schattenseiten des Aufschwungs Von Ruth Jung (http://"http://www.dradio.de/download/137715/")
   
  Audio zum Nachhören (http://"http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348697&datum=20110502&playtime=1304357400&fileid=e2babbdf&sendung=348697&beitrag=1448136&/")
   
  Lügen mit Zahlen
   
  Lügen mit Zahlen - Die scheinbare Objektivität von Statistik | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk (http://"http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/")
     Lügen mit Zahlen - Audio mp3 (http://"http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/03/03/dlf_20110303_2010_afe25bec.mp3")
   
  Gewerkschaften beklagen die Ausweitung des Niedriglohnsektors
   
  TARIF: Regale füllen für 1,86 Euro die Stunde. (http://"http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12072446/485072/Die-Gewerkschaften-beklagen-die-Ausweitung-des-Niedriglohnsektors-Regale.html")
   
  Woran erkennt man moderne Sklaverei?
   
  Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Berliner Tagung "Arbeitsausbeutung und | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk (http://"http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431107/")
   
     Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Audio mp3 (http://"http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/04/07/dlf_20110407_2035_da958a32.mp3")
  Studie Armut trotz Arbeit nimmt zu - In Deutschland fallen immer mehr Arbeitnehmer unter die Armutsgrenze. (http://"http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758258,00.html")
   
  Prekäre Beschäftigung ansteigende Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglohnarbeitsplatze immer mehr Arbeitnehmer die jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit gehen leben in Armut oder sind armutsgefährdet.
   
  Ärger im Land der Minijobber. (http://"http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kritik-von-forschern-und-gewerkschaften-aerger-im-land-der-minijobber-1.1088925")
   
  Erstellt von Sybilla am 29.09.11  11 Uhr 00 – Teil 1 Die Zahlen
  Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: bodenlos am 29. September 2011, 11:30:15
Wie immer sehr interessant und informativ, auch sehr fordernd in der Masse der Info´s , aber gut
so muss es sein, wenn man wirklch im Bilde sein möchte ^-^

Leider haben mehrere links nicht funktioniert :-[ ???

Gibt es Zeitreihen zur Entwicklung der Aufstockerzahlen bei Vollzeitbeschäftigten.
Daran könnte man auch nochmal gut ablesen, wie sich die Löhne entwickelt habe.
Bei Teilzeitjobsz.B sind die Zahlen i.d.R. nicht so aussagekräftig.

Nochmals vielen dank für die Zahlen und Erläuterungen.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 29. September 2011, 13:28:24
Leider haben mehrere links nicht funktioniert :-[ ???


Danke, dass werde ich  überprüfen.

Sybillas Kommentar

Das Problem der Arbeitslosigkeit war augenscheinlich immer ein Problem der statistischen Erfassung und der Definition von Arbeitslosigkeit.. Nach der Umstellung der statistischen Erfassung der Arbeitslosigkeit 2005  weist die BA Statistik seit Monaten die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren aus. Allerdings sind nach wie vor rund 4 Millionen Personen von Arbeitslosigkeit /Unterbeschäftigung betroffen.
   
 Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine Selbstbestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV ALG II Leistungen) gestalten möchte/können muss, bleibt auch im „Aufschwung der Mini und Billigjobs“ am deutschen Arbeitsmarkt ein unerfülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesellschaft augenscheinlich aufgegeben. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber es ist zu vermuten das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar, die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen potemkinschen Dorf, sie wird durch das verstecken vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) mit 7,8 Millionen Personen in prekären Arbeitsverhältnissen fein herausgeputzt, um den tatsächlichen Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

Sozialausgaben steigen weiter - 2010 mussten die Kommunen 5,4 Milliarden Euro aufbringen  (http://"http://www.sueddeutsche.de/e5O38y/158439/Sozialausgaben-steigen-weite.html") 

Die Lage älterer Arbeitsloser in Deutschland ist weitaus schlechter, als von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bislang dargestellt. Das zeigen Recherchen der Redaktion “Report Mainz” für das ARD-exclusiv “Alt, arm, arbeitslos – immer mehr Ältere rutschen ab”,…. So geht aus zwei bislang unveröffentlichten Studien hervor, dass sich die Job-Chancen älterer Arbeitsloser in den vergangenen Jahren nicht verbessert haben.

 (http://"http://newsburger.de/studie-lage-aelterer-arbeitsloser-unveraendert-schlecht-26507.html") Was haben ergänzendes Hartz IV/ALG II und Kobraschwänze gemein Viele dachten und manche „Experten“ forderten ein Kombilohnmodel (ergänzendes ALG II/Hartz IV) zur Reduzierung die Arbeitslosigkeit in D. Als in den 1930ern Indien von einer Kobrainvasion heimgesucht wurde, setzten die Behören eine Fangprämie auf Kobraschwänze aus, was dazu führte das Kobraschlange gezüchtet wurden, aber deren Reduzierung nicht förderte.Den gleichen Effekt ist nun am Arbeitsmarkt zu beobachten, mit ergänzenden ALG II Leistungen züchtet der Arbeitsmarkt Kombilohnarbeitsplätze, aber die Zahl der Leistungsempfänger wird dadurch kaum reduziert, die Belastung der Kommunen und die Belastung der Solidargemeinschaft der Steuerzahler steigt weiter an. Die Sozialkassen verlieren Einnahmen.

Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen (http://"http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280")  Das Fazit ergänzende Hartz IV/ALG Leistungen setzen die falschen Anreize, besser wäre es die Arbeitgeber zur Schaffung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit zu motivieren, somit würden die Kommunen und die Solidargemeinschaft der Steuerzahler entlastet, auch die Sozialkassen profitieren mehr von sozialversicherungspflichtiger Arbeit als von Niedriglöhnen.  Die Krux ist, das trotz des „Erfolgs der Minijobs und Niedrigjobs“ am Arbeitsmarkt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sprechen eine deutliche Sprache, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte wurde trotz des „Erfolgs“ nicht nur nicht erreicht sondern das die  Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung – sind ebenso wie die Minijobs und Billigjobs explodiert.  In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004) Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...)  und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen von ca. 1,4 Millionen Personen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...) 


14.2.2011 - Städte so hoch verschuldet wie nie  Erpressung am Arbeitsplatz - Wie Leiharbeiter ausgenutzt werden (http://"http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8144142,00.html") den Ein Euro Jobs (Städte missbrauchen Ein-Euro-Jobs (http://"http://www.derwesten.de/nachrichten/Staedte-missbrauchen-Ein-Euro-Jobs-id3995710.html"))  und in der so genannten Bürgerarbeit diese Art der Beschäftigung ist und bleibt  meines Erachtens Blendwerk und Menschenunwürdig. Wem außer der Politik der BA Zahlenstatistik oder den chronisch klammen Kommunen, ist diese Art der Beschäftigung hilfreich? Den/Der Arbeitslosen?  Den/Der Steuerzahler/in George Fitzhugh (http://"http://docsouth.unc.edu/southlit/fitzhughcan/bio.html") publizierte um 1854 ein Buch, in dem er sagte: „Einige Menschen sind mit einem Sattel auf dem Rücken geboren, und andere sind gestiefelt und gespornt, um diese zu reiten. Und es tut ihnen gut!“

Wieder einmal eine Initiative der INSM der Niedriglohnsektor ist in Wirklichkeit eine gute Sache, zumindest aus der Sicht der Arbeitgeber.
 
 Niedriglohn-Jobs Einstieg oder Sackgasse?
   
  Arbeitgeber finden, Niedriglöhne sind eine Chance für höhere Bezahlung und legen eine neue Studie des arbeitgebernahen INSM vor. Doch die Gewerkschaften protestieren.Der wachsende Niedriglohnsektor in Deutschland ist ein Problem – so lautet bisher die vorherrschende Meinung. Jetzt haben die Arbeitgeber eine Studie in Auftrag gegeben, die zeigen soll, dass der Niedriglohnsektor in Wirklichkeit eine gute Sache ist. Auftraggeber des Gutachtens ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird… (http://"http://www.fr-online.de/wirtschaft/einstieg-oder-sackgasse-/-/1472780/9901290/-/")


  Fazit der Zahlen
   
Der Vergleich der Leistungsempfänger Personen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leistungsempfänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Personen beziffert + 1.200.000 Personen in Sozialhilfe) Im September 2011 waren 6.969.198 Personen alleine im Rechtkreis SGB II/SGB III Personen als Leistungsempfänger im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld) Das ist ein Plus von ca. 2,65 Millionen Personen oder ca. 62 % (  ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII diese rund 1 Million Leistungsempfänger erhalten…)

Fußnoten
   
   5. Statistische Hinweise zur Arbeitsmarktpolitik - Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik und Unterbeschäftigung  - BA  Bericht September 2011
   
  Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:
   
   
  - Beschäftigtenäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
  - Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss, Beschäftigungsphase Bürgerarbeit
  - berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
  - Fremdförderung, das sind arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die nicht von den Arbeitsagenturen oder Jobcentern durchgeführt werden (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration- und Flüchtlinge)
  - Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III ggf. i.V.m. § 65 Abs. 4 SGB II und § 252 Abs. 8 SGB VI (Restabwicklung), Personen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II  - Förderung der Selbständigkeit: Gründungszuschuss, Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit.
Außerdem werden Personen, die kurzfristig arbeitsunfähig sind, zur Unterbeschäftigung gezählt.
  ….
             
Erstellt von Sybilla am 29.09.11  14 Uhr 00 Teil 2 Die Analyse
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden






Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eisenbahnfreund am 29. September 2011, 16:38:38
Der Satz von Werner Unsinn finde ich passend und bin total schockiert zugleich, - "konkurenz lohnersatz, - niedrige Löhne" - dahin sehen wir wie sehr die konjungtour hier nachgelassen hat, heute würde ich als kleiner Unternehmer bloss kein Einzelhandelsgeschäft mehr aufmachen, das Risiko mit niedrigem Preisen mithalten zu können wäre zu gross und man würde Pleite gehen.

Ich finde es insofern erschreckend, dass man auch nicht den Anordnungen des Verfassungsgerichts nachkommt, soll aber wohl auch nicht gewollt sein...diesen Ziegenbart sollte man ..........


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Arwing am 29. September 2011, 21:11:27
Danke für deinen Einsatz hier, Sybilla ;)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: DJ1980 am 01. Oktober 2011, 07:54:56
Wirklich Spitze! Vielen Dank Sybilla!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: bodenlos am 12. Oktober 2011, 09:46:06
 
Zitat
...

  [url]http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif[/url] ([url]http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif[/url])
  
 
Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs
  
  Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs | Zeitfragen | Deutschlandradio Kultur
  
     Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument Deutschland Radio Berlin Zeitfragen – Das Politische Feature Redaktion: Constanze Lehmann 2. Juni 2011 Auf Sand gebaut ? Die Schattenseiten des Aufschwungs Von Ruth Jung
  
  Audio zum Nachhören
  
  Lügen mit Zahlen
  
  Lügen mit Zahlen - Die scheinbare Objektivität von Statistik | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk
     Lügen mit Zahlen - Audio mp3
...



Ich habe mal auszugsweise verlinkte Textteile genommen, die bei mir nicht als link funktionieren.
Geht das anderen auch so? (Ggf mal auf dem Originaltext von Sybilla versuchen anzuklicken)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 12. Oktober 2011, 09:52:21
Such' doch mal bei Deutschland-Radio-Kultur nach der Audiodatei, ich gaube, die speichern die für die Hörer.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: bodenlos am 12. Oktober 2011, 13:28:49
Such' doch mal bei Deutschland-Radio-Kultur nach der Audiodatei, ich gaube, die speichern die für die Hörer.

Das kann ich machen, mir ging es eher um den Hinweis, das viele Links bei mir nicht funktionieren
und das war nur ein Auszug. Sybilla wollte das überprüfen, sie ist wohl noch nicht dazu gekommen.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 02. November 2011, 12:16:44
Auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung oder werden wie in der DDR  nur alle irgendwie beschäftigt sein ? Die demografische Entwicklung und der ausufernde Niedrigstlohnbereich senken die Zahl der Arbeitslosen ab.

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen"

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen" Professor für Statistik über den Zahlenschwindel der Bundesagentur für Arbeit. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1470832/)
(Die gewonnen Erkenntnisse des Interviews vom Mai 2011 sind auch im Oktober 2011 zutreffend.)

Die Politik die Wirtschatinstitute und die Medien sprechen gerne von einem Jobboom obwohl ihnen bewusst sein sollte, das viele von ihrer Arbeit nicht leben können.  3 Euro 18 in der Stunde verdient eine Friseurin in Thüringen,
oder 4 Euro 58 in der Stunde für eine Floristin in Brandenburg. Mehr als 20 Prozent aller Erwerbstätigen sind im Niedriglohnbereich beschäftigt, Tendenz stark ansteigend. Einen unbefristeten, sozialversicherten Arbeitsplatz haben nur noch 60 % aller Erwerbstätigen. Der „Jobboom findet vor allem in der Leih und Zeitarbeit statt. Die BA Statistik versteckt viele Menschen in Ein-Euro-Jobs, Bürgerarbeit oder anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder in der Gruppe der über 58 jährigen die in der Regel aus der offiziellen BA Statistik ebenso wie andere Gruppen herausgerechnet werden. Andere haben sich nach dem auslaufen des Arbeitslosengeldes von den Jobcentern zurückgezogen, sie sind zwar Arbeitsuchend aber nicht im Sinne des SGB II bedürftig. Dazu gehören Frauen/Männer die über „Vermögen“ verfügen oder deren Partner ein „Einkommen“ erzielen das über der Grundsicherung liegt.  Viele Arbeitslose werden mit prekären Jobangeboten im Niedrigstlohnsektor  überhäuft. Nach dem Motto: Kann die Arbeit von anderen noch billiger erledigt werden?

Deutschland auf dem Weg in eine Niedriglohn-Gesellschaft

In Deutschland dehnt sich der Niedriglohnsektor immer mehr aus. Die "Leipziger Volkszeitung" zitiert bisher unveröffentlichte Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, wonach der Anteil der Vollzeitbeschäftigten mit Niedriglöhnen im vergangenen Jahr auf knapp 23 Prozent gestiegen ist. (http://www.dw-world.de/dw/function/0,,83389_cid_15496877,00.html)

Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies 2010 eine Steigerung um 0,5 Prozent oder, in absoluten Zahlen, um 199.762 Arbeitnehmer. Die Niedriglohnschwelle liegt bei derzeit bei 1379 Euro für Ostdeutschland und bei 1890 Euro für Westdeutschland. (http://www.welt.de/wirtschaft/article13687270/Jeder-Fuenfte-verdient-nicht-einmal-den-Niedriglohn.html)

Eigentlich war es schon immer so, dass eine „Vollbeschäftigung“ mit dem absenken der Arbeitslöhne erreichbar ist. Denn 0 € Arbeitsplätze sind unendlich vorhanden.
Je billiger eine Arbeitskraft einsetzbar ist, desto öfter wird diese nachgefragt.
Allerdings muss die Solidargemeinschaft der Steuerzahler die Grundsicherung dieser billigen Arbeitskräfte finanzieren und somit die Gewinne der Arbeitgeber subventionieren.

Im Übrigen die Mär der Wirtschaft/Wirtschaftsinstitute/Politik/Systemmedien vom Aufstieg oder dem „Sprungbrett Niedriglohn“ wird durch den exorbitant hohen Anstieg der prekären Beschäftigung in Vollzeitbeschäftigten mit Niedriglöhnen durch die BA – Statistik eindeutig widerlegt.


Deutschland: Wirtschaftsaussichten 2011 Oktober:

Pressemitteilung Nr.357 vom 27.09.2011 - Zum Jahresende 2010 war der öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und gesetzliche Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) beim nicht-öffentlichen Bereich mit 2 035,9 Milliarden Euro verschuldet. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/09/PD11__357__713,templateId=renderPrint.psml)(+/- Rechenfehler)

Pressemitteilung Nr.397 vom 27.10.2011
Verbraucherpreise im Oktober 2011: Voraussichtlich + 2,5 % gegenüber Oktober 2010
…. Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland wird im Oktober 2011 voraussichtlich um 2,8 % höher liegen als im Oktober 2010. Gegenüber September 2011 wird der Index voraussichtlich unverändert bleiben.
(http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/10/PD11__397__611,templateId=renderPrint.psml)
 
 Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zu steuern, zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion. (http://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda)
   
 Neues vom Aufschwung xxl und vom imaginären Jobwunder

 Nach der Krise in 2009  und der Rekonvaleszenz (Aufschwung xxl) in 2010 befindet sich das bundesdeutsche BIP zurzeit in etwa auf den Niveau von Sommer 2008.
    Bruttoinlandsprodukt Preisbereinigt, verkettet Ursprungswerte 2005 = 100 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/08/PD11__297__811,templateId=renderPrint.psml)
   
  2008
  2. Vierteljahr 109,22
  2011
  2. Vierteljahr 108,53
   
 Allerdings droht eine neuerliche Rezession also ein "Double-Dip"
   
  ZEW-IndexKonjunkturerwartungen stürzen auf Drei-Jahrestie

Der ZEW-Index für Konjunkturaussichten sank im Oktober um 5,0 auf minus 48,3 Punkte und damit den achten Monat in Folge. „Ein noch niedrigerer Wert wurde zuletzt im November 2008 verzeichnet“, (http://www.focus.de/finanzen/news/konjunktur/zew-index-konjunkturerwartungen-stuerzen-auf-drei-jahrestief_aid_675655.html)
   
  Ifo-Index Die Stimmung der Unternehmer wird immer mieser
   
Die deutsche Wirtschaft stellt sich auf eine Konjunkturflaute ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel zum vierten Mal in Folge. Nun treffen die Firmen erste Vorbereitungen, um für einen Abschwung gewappnet zu sein. …Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel um einen Zähler auf 106,4 Punkte, …. Zittern im Einzelhandel…. (http://www.focus.de/finanzen/news/konjunktur/ifo-index-die-stimmung-der-unternehmer-wird-immer-mieser_aid_676826.html)

 
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Deutschland: Arbeitsmarkt Oktober 2011:

Offizieller BA - Zahlenbericht für  Oktober 2011 Seite 47
   
Die Zahl der offiziell statistisch erfassten Arbeitslosen in Deutschland ist laut BA auf
 2.736.926 Personen abgesunken   zusätzlich waren 1.154.293  (Sept. 1.121.326)  Personen in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik beschäftigt.
Allerdings ist hierbei von einer erheblichen Untererfassung auszugehen   
(BA – Bericht Oktober 2011 Seite 79 Fußnote  3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für Januar - Juni 2011, Datenstand September 2011, nur ca. 69 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.

Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)
   
 Die offizielle BA Zahl der Unterbeschäftigung für Oktober 2011:
 wird auf  3.879.857  Personen beziffert das entspricht einer Unterbeschäftigungsquote von 9,1 %

   
  6.921.968 Leistungsempfänger (Rechtkreis SGB II/SGB III):
   
  darunter:
  Arbeitslosengeld  709.009 Personen
  erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.497.793    Personen
  nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.715.166 Personen
  ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)

23.09.2011 | 13:58 Uhr Steigende Soziallasten bleiben ein Hauptproblem der finanziellen Schieflage bei den Kommunen. Von 1999 bis 2009 stiegen sie bundesweit von 29 auf über 40 Milliarden Euro an. Ein Ende dieser bedrohlichen Entwicklung ist nicht absehbar. Der Bund muss sich seiner Verantwortung stellen, forderte Kommunalminister Ralf Jäger heute (23. September) im Bundesrat in Berlin. Die zugesagte Übernahme der Kosten für die Grundsicherung und bei Erwerbsminderung ab dem Jahr 2014 reiche nicht aus. Hiermit darf die Verantwortung des Bundes nicht enden. Er muss sich zur Hälfte an den sozialen Lasten beteiligen, mahnte Jäger.
Allein in NRW sind die Soziallasten der Kommunen in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent auf fast 13 Milliarden Euro angestiegen…. (http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/56636/2117902/innenministerium-bund-traegt-mitverantwortung-fuer-kommunale-finanzmisere)
   
   
  Pressemitteilung Nr.270 vom 19.07.2011  - Beschäftigungszuwachs 2010 zu großen Teilen von Zeitarbeit getragen (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/07/PD11__270__132,templateId=renderPrint.psml)
   
  2010 Abhängig Beschäftigte 30.904.000 Personen
  2010 Normalerwerbstätige 23.069.000 Personen
  2010  Atypisch Beschäftigte 7.835.000 Personen
  Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten ist nach Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Juli auf  4,93 Mio, angestiegen.

Entwicklung:   ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG (http://www.boeckler.de/impuls_2011_14_1.pdf)

Der Jobmotor brummt weiter, in den letzten Jahren wurde de Wert der Arbeit in Deutschland massiv entwertet. In 2011 ist die Zahl atypische Beschäftigungsverhältnisse, in Teilzeitstellen, , in Leih- und Zeitarbeit und in Minijobs weiter exorbitant angestiegen.

ILO warnt vor Beschäftigungskrise und sozialen Unruhen (http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=7785:ilo-warnt-vor-beschaeftigungskrise-und-sozialen-unruhen&catid=46&Itemid=115)
   
  Geringverdiener: Aus wenig wird weniger - Sie verdienen ohnehin nicht viel - und selbst das wird weniger. Geringverdiener müssen seit dem Jahr 2000 drastische Loheinbußen einstecken. Obwohl die Wirtschaft wächst. Teilweise haben sie bis zu 22 Prozent weniger in der Tasche, offenbart jetzt eine Studie. … Seit dem Jahr 2000 betrugen die Lohneinbußen zwischen 15,6 und 21,9 Prozent. Die Nettoeinkommen aller Beschäftigten gingen hingegen nur um 2,5 Prozent zurück. (http://www.sueddeutsche.de/karriere/lohnentwicklung-geringverdiener-aus-wenig-wird-weniger-1.1122132)
   
   
  (BA Bericht Oktober  2011 Seite 9/10 )
   
Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im Oktober auf  500.000 Arbeitsstellen.,  … 
Nach Wirtschaftszweigen differenziert beruht das Plus in der gleitenden Jahressumme zu mehr als der Hälfte auf Meldungen aus der Arbeitnehmerüberlassung (+146.000 oder +23 Prozent).
   
 (BA Bericht Oktober 2011 Seite 18)
   
Außer den Leistungsempfängern gab es im Juni noch 317.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.
   
 BA Bericht Oktober 2011 Seite 21
   
  … Im Juni 2011 bezogen 29 Prozent (1,37 Mio) der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten Einkom-men aus Erwerbstätigkeit.
   
  Bedarfe / Leistungen / Einkommen - statistik.arbeitsagentur.de (http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html)
   
  Wenn das komplette Zahlenwerk der BA detailliert betrachtet wird, ist das dann doch sehr ernüchternd.
   
  Quelle der Zahlen:
  BA – Monatsbericht Oktober 2011 (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201110.pdf)
   
  Arbeitsministerin Ursula von der Leyen meint gebetmühlenartig:
  Der deutsche Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig wie ein Schwamm

   
 Dieser Arbeitsmarkt, ist der Arbeitsmarkt der wachsenden prekären Beschäftigungsverhältnisse  im Niedriglohnsektor wie Leiharbeit oder Minijobs dieser Arbeitsmarkt ist aufgrund der geringen Arbeitskosten immer aufnahmefähig wie ein Schwamm. Allerdings führt diese Art der Beschäftigung (Stundenlöhne unterhalb von 10 €) auf direkten Weg in die Altersarmut, Familienarmut und Kinderarmut. Die Reformen der Agenda 2010 waren eine gigantische Umverteilung von unten nach oben.
   
 http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif (http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif)

   Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)
   
 Diese Gruppen werden nach wie vor in der BA Statistik versteckt. Deshalb sind die offiziellen Arbeitsmarkt Zahlen der BA die niedrigsten Augustzahlen seit  Jahren.
 Allerdings ist ein Vergleich der Zahlen von 199x mit 2011 unsinnig und propagandistisch.

 Rund 1, 5 Millionen Arbeitslose werden in der Statistik versteckt. Viele Medien - Franz Josef Strauß nannte diese einmal:jubelnd-jaulende Hofhunde (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42891596.html) verkünden im medialen Gleichklang im euphorischem Jubel, in triumphierender Einheit mit Politik und Wissenschaft. Die Mär vom robusten Arbeitsmarkt und eine Fortsetzung der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt.

Auch der Blick auf die demografische Entwicklung klärt auf.
Die Zahl der Personen zwischen 15 und 65  verringerte sich zwischen 2005 und 2009 um 1.040.300 Personen. Bis 2011 hochgerechnet ist das eine Zahl von rund 1, 4 Millionen Personen die aus dem Erwerbsleben 15 – 65 Jahre ausgeschieden sind-

Demografischer Wandel - Die Bevölkerungsgruppe 15 – 65 Jahre

2005 waren 66.567.900 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Content75/AltersgruppenFamilienstand,templateId=renderPrint.psml)Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.649.800 Personen und 15 – 65 Jahre 54.918.100 Personen

Letzte Zahlen 2009 waren 64.900.400 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Content75/AltersgruppenFamilienstand,templateId=renderPrint.psml) Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.022.600  Personen und 15 – 65 Jahre 53.877.800 Personen

Die Definition von Arbeitslosigkeit von 1992 ist mit der Definition von Arbeitslosigkeit in 2011 keinesfalls vergleichbar und die hohe Zahl der offenen Stellen erklärt sich vor allem auf Mehrfachnennungen vieler Stellenangebote. Die Zahl der Leistungsempfänger ALG I, ALG II. Sozialgeld verharrt bei  sieben Millionen Personen. Darin sind Personen die Kinderzuschlag, Sozialhilfe SGB XII oder Altersgrundsicherung erhalten nicht enthalten.

Die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit werden in den Medien verkürzt wiedergegeben und von der Politik einseitig tendenziös interpretiert. Wir brauchen Glasnost (russ.) Offenheit, Transparenz, Informationsfreiheit

So ist nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind, obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!

Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen nicht durch zählen sondern durch eine Schätzung ermittelt. 

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung  stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR,templateId=renderPrint.psml)


Die Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können wir guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.

     
  Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs 
   
  Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs | Zeitfragen | Deutschlandradio Kultur (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/)
   
     Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument Deutschland Radio Berlin Zeitfragen – Das Politische Feature Redaktion: Constanze Lehmann 2. Juni 2011 Auf Sand gebaut ? Die Schattenseiten des Aufschwungs Von Ruth Jung (http://www.dradio.de/download/137715/)
   
  Audio zum Nachhören (http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348697&datum=20110502&playtime=1304357400&fileid=e2babbdf&sendung=348697&beitrag=1448136&/)
   
  Lügen mit Zahlen
   
  Lügen mit Zahlen - Die scheinbare Objektivität von Statistik | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/)
     Lügen mit Zahlen - Audio mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/03/03/dlf_20110303_2010_afe25bec.mp3)
   
  Gewerkschaften beklagen die Ausweitung des Niedriglohnsektors
   
  TARIF: Regale füllen für 1,86 Euro die Stunde. (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12072446/485072/Die-Gewerkschaften-beklagen-die-Ausweitung-des-Niedriglohnsektors-Regale.html)
   
  Woran erkennt man moderne Sklaverei?
   
  Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Berliner Tagung Arbeitsausbeutung und | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431107/)
   
     Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Audio mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/04/07/dlf_20110407_2035_da958a32.mp3)
  Studie Armut trotz Arbeit nimmt zu - In Deutschland fallen immer mehr Arbeitnehmer unter die Armutsgrenze. (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758258,00.html)
   
  Prekäre Beschäftigung ansteigende Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglohnarbeitsplatze immer mehr Arbeitnehmer die jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit gehen leben in Armut oder sind armutsgefährdet.
   
  Ärger im Land der Minijobber. (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kritik-von-forschern-und-gewerkschaften-aerger-im-land-der-minijobber-1.1088925)
   
  Erstellt von Sybilla am 02.11.11  11 Uhr 00 – Teil 1 Die Analyse
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden



Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 02. November 2011, 17:02:30
Sybillas Kommentar

Das Problem der Arbeitslosigkeit war augenscheinlich immer ein Problem der statistischen Erfassung und der Definition von Arbeitslosigkeit.. Nach der Umstellung der statistischen Erfassung der Arbeitslosigkeit 2005  weist die BA Statistik seit Monaten die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren aus. Allerdings sind nach wie vor rund 4 Millionen Personen von Arbeitslosigkeit /Unterbeschäftigung betroffen.
   
 Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine Selbstbestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV ALG II Leistungen) gestalten möchte/können muss, bleibt auch im „Aufschwung der Mini und Billigjobs“ am deutschen Arbeitsmarkt ein unerfülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesellschaft augenscheinlich aufgegeben. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber es ist zu vermuten das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar, die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen potemkinschen Dorf, sie wird durch das verstecken vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) mit 7,8 Millionen Personen in prekären Arbeitsverhältnissen fein herausgeputzt, um den tatsächlichen Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

Sozialausgaben steigen weiter - 2010 mussten die Kommunen 5,4 Milliarden Euro aufbringen  (http://"http://www.sueddeutsche.de/e5O38y/158439/Sozialausgaben-steigen-weite.html") 

Die Lage älterer Arbeitsloser in Deutschland ist weitaus schlechter, als von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bislang dargestellt. Das zeigen Recherchen der Redaktion “Report Mainz” für das ARD-exclusiv “Alt, arm, arbeitslos – immer mehr Ältere rutschen ab”,…. So geht aus zwei bislang unveröffentlichten Studien hervor, dass sich die Job-Chancen älterer Arbeitsloser in den vergangenen Jahren nicht verbessert haben.

 (http://"http://newsburger.de/studie-lage-aelterer-arbeitsloser-unveraendert-schlecht-26507.html") Was haben ergänzendes Hartz IV/ALG II und Kobraschwänze gemein Viele dachten und manche „Experten“ forderten ein Kombilohnmodel (ergänzendes ALG II/Hartz IV) zur Reduzierung die Arbeitslosigkeit in D. Als in den 1930ern Indien von einer Kobrainvasion heimgesucht wurde, setzten die Behören eine Fangprämie auf Kobraschwänze aus, was dazu führte das Kobraschlange gezüchtet wurden, aber deren Reduzierung nicht förderte.Den gleichen Effekt ist nun am Arbeitsmarkt zu beobachten, mit ergänzenden ALG II Leistungen züchtet der Arbeitsmarkt Kombilohnarbeitsplätze, aber die Zahl der Leistungsempfänger wird dadurch kaum reduziert, die Belastung der Kommunen und die Belastung der Solidargemeinschaft der Steuerzahler steigt weiter an. Die Sozialkassen verlieren Einnahmen.

Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen (http://"http://www.finanzzeug.de/renteversicherung-altersarmut-sinkende-beitraege-mini-rentenerhoehungen-28280")  Das Fazit ergänzende Hartz IV/ALG Leistungen setzen die falschen Anreize, besser wäre es die Arbeitgeber zur Schaffung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit zu motivieren, somit würden die Kommunen und die Solidargemeinschaft der Steuerzahler entlastet, auch die Sozialkassen profitieren mehr von sozialversicherungspflichtiger Arbeit als von Niedriglöhnen.  Die Krux ist, das trotz des „Erfolgs der Minijobs und Niedrigjobs“ am Arbeitsmarkt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sprechen eine deutliche Sprache, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte wurde trotz des „Erfolgs“ nicht nur nicht erreicht sondern das die  Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung – sind ebenso wie die Minijobs und Billigjobs explodiert.  In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004) Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...)  und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen von ca. 1,4 Millionen Personen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...) 


14.2.2011 - Städte so hoch verschuldet wie nie  Erpressung am Arbeitsplatz - Wie Leiharbeiter ausgenutzt werden (http://"http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8144142,00.html") den Ein Euro Jobs (Städte missbrauchen Ein-Euro-Jobs (http://"http://www.derwesten.de/nachrichten/Staedte-missbrauchen-Ein-Euro-Jobs-id3995710.html"))  und in der so genannten Bürgerarbeit diese Art der Beschäftigung ist und bleibt  meines Erachtens Blendwerk und Menschenunwürdig. Wem außer der Politik der BA Zahlenstatistik oder den chronisch klammen Kommunen, ist diese Art der Beschäftigung hilfreich? Den/Der Arbeitslosen?  Den/Der Steuerzahler/in George Fitzhugh (http://"http://docsouth.unc.edu/southlit/fitzhughcan/bio.html") publizierte um 1854 ein Buch, in dem er sagte: „Einige Menschen sind mit einem Sattel auf dem Rücken geboren, und andere sind gestiefelt und gespornt, um diese zu reiten. Und es tut ihnen gut!“

Wieder einmal eine Initiative der INSM der Niedriglohnsektor ist in Wirklichkeit eine gute Sache, zumindest aus der Sicht der Arbeitgeber.
 
 Niedriglohn-Jobs Einstieg oder Sackgasse?
   
  Arbeitgeber finden, Niedriglöhne sind eine Chance für höhere Bezahlung und legen eine neue Studie des arbeitgebernahen INSM vor. Doch die Gewerkschaften protestieren.Der wachsende Niedriglohnsektor in Deutschland ist ein Problem – so lautet bisher die vorherrschende Meinung. Jetzt haben die Arbeitgeber eine Studie in Auftrag gegeben, die zeigen soll, dass der Niedriglohnsektor in Wirklichkeit eine gute Sache ist. Auftraggeber des Gutachtens ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird… (http://"http://www.fr-online.de/wirtschaft/einstieg-oder-sackgasse-/-/1472780/9901290/-/")


  Fazit der Zahlen
   
Der Vergleich der Leistungsempfänger Personen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leistungsempfänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Personen beziffert + 1.200.000 Personen in Sozialhilfe) Im Oktober 2011 waren laut offizieller BA Zahl 6.921.968  Personen alleine im Rechtkreis SGB II/SGB III Personen als Leistungsempfänger im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld) Das ist ein Plus von ca. 2,65 Millionen Personen oder ca. 62 % (  ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII diese rund 1 Million Leistungsempfänger erhalten…)

Nun wird oft behauptet das vor 2005 die Zahl der Sozialhilfeempfänger getrennt erfasst wurde und somit die Zahl der Leistungsempfänger verzerrt dargestellt wird. Das ist so nicht zutreffend denn auch nach 2005 gibt es viele Leistungsempfänger in der Sozialhilfe.

Zahl der Empfänger von Grundsicherung 2010 um 4,3 % gestiegen

Am Jahresende 2010 erhielten in Deutschland rund 797 000 Personen ab 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stieg die Zahl der Hilfebezieher im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 % (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/10/PD11__393__221,templateId=renderPrint.psml).

Sozialhilfeausgaben in 2010 um 3,9 % gestiegen

Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 21,7 Milliarden Euro netto für Sozialhilfeleistungen nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“) ausgegeben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) entsprach dies einer Steigerung von 3,9 % gegenüber dem Vorjahr. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/10/PD11__391__221,templateId=renderPrint.psml)

Zahl der Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt 2010 um 1,7 % gestiegen

Pressemitteilung Nr.401 vom 28.10.2011  - Zahl der Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt 2010 um 1,7 % gestiegen .  WIESBADEN – Am Jahresende 2010 erhielten in Deutschland rund 319 000 Personen Hilfe zum Lebensunterhalt (nach dem 3. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch – SGB XII „Sozialhilfe“). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stieg die Zahl der Hilfebezieher im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 %. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/10/PD11__401__221,templateId=renderPrint.psml)

Die Zahl der Leistungsempfänger steigt inklusive der Leistungsempfänger von Sozialhilfe auf über 8 Millionen Personen an.

Fußnoten
   
   5. Statistische Hinweise zur Arbeitsmarktpolitik - Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik und Unterbeschäftigung  - BA  Bericht  Oktober 2011
   
  Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:
   
   
  - Beschäftigtenäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
  - Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss, Beschäftigungsphase Bürgerarbeit
  - berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
  - Fremdförderung, das sind arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die nicht von den Arbeitsagenturen oder Jobcentern durchgeführt werden (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration- und Flüchtlinge)
  - Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III ggf. i.V.m. § 65 Abs. 4 SGB II und § 252 Abs. 8 SGB VI (Restabwicklung), Personen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II  - Förderung der Selbständigkeit: Gründungszuschuss, Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit.
Außerdem werden Personen, die kurzfristig arbeitsunfähig sind, zur Unterbeschäftigung gezählt.
  ….
             
Erstellt von Sybilla am 02.11.11  14 Uhr 00 Teil 2 Das Fazit
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Rudolf Rocker am 02. November 2011, 18:13:33
 Ganz lieben Dank, Sybilla!!! ;) ;)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Helmy am 02. November 2011, 19:39:29
Ja Prima kann mich RR nur anschließen .Habs gleich kopiert und verteils weiter >:D >:D >:D


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Auferstanden am 02. November 2011, 20:20:19
die erkenntnisreichen, bzw. erhellenden Fleissarbeiten von Sybilla
bedürfen aber eines, eine mediale Zuschauustellung auf breiter Front um dem aktuellen Propagandalügengebilde
des jetzigen Regimes Fakten gegenüberzustellen. 




Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 02. November 2011, 23:02:59
Zumindest das Niedriglohn-Problem sickert langsam in den Mainstream. Ganz langsam.  :(


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Rudolf Rocker am 03. November 2011, 09:15:49
Ja den Leuten dieses Problem aufzudröseln, ist mindestens so schwer, wie einem Inuit einen Kühlschrank zu verkaufen!!
Aber stetes Tropfen höhlt den Stein!!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 03. November 2011, 12:12:30
Zitat
Aber stetes Tropfen höhlt den Stein!!
Da stellt sich mir nur eine Frage:
Tropft es zu spät oder ist der Stein so hart ?  :o
Ich meine, nach bald 7 Jahren Hartz IV gibts doch noch eine Menge Ignoranz und Unwissen.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sir Vival am 03. November 2011, 21:01:47
Ignoranz ist die Art und Weise, wie (nicht nur) wir Deutsche uns dem Problem und dem Stigmata der Arbeitslosigkeit stellen.

Zitat
"Damit wollen wir aber nix zu tun haben und solche Leute kennen wir auch gar nicht, denn unser Bekanntenkreis ist schon fleißig."
"Wer arbeitslos geworden ist, ist eh selbst schuld....."

Die Propaganda tut natürlich ihr Übriges:
Zitat
- "Keine Leistungen für Faulenzer."
- "Es muss nicht nur gefördert, sondern auch härter gefordert werden."
- der bekannteste Spruch, den aber langsam auch die letzten Idioten nicht mehr so glauben: "Wer arbeiten will, der findet auch Arbeit."
- und noch ein bekannter Spruch, der über spätrömische Dekadenz erzählt.

Das sind keine Zitate von Usern hier. Ich wollte es nur hervorheben.

Das sind nur die offensichtlichsten Propagandasprüche, die leider von Leuten kommen und kamen, die sehr, sehr viel Verantwortung für ihr Volk haben.
Sehr viele Idioten in D plappern das nach und schwupps........ist es eben Fakt im Volk! So werden Meinungen gemacht.
So oder so ähnlich war´s womöglich auch vor 80 Jahren mit einer Volksgruppe in D.

Zu der Ignoranz kommt natürlich das Unwissen, denn die Ignoranten haben ja alles Wissen darüber (meinen sie jedenfalls).
Und sich über so ein komplexes Thema Gedanken zu machen, dafür hat der deutsche Michel gar keine Zeit und keine Lust.
Naja, die meisten sind eh zu doof dafür ;)  Genau für diejenigen, die so schön doof nachplappern können.  ;D

Ich wurde selbst ausgesondert, als ich ALG1 war. Klar, mal zur Konfirmation der Tochter meines besten Kumpels nicht eingeladen worden, zu dem oder zu dem Geburtstag nicht eingeladen, oder eben teils gemieden worden, da ich womöglich eh nur über meine Situation geschimpft habe.

Für viele ist z.B. das, was Sybilla in den posts schrieb und verlinkte, nur Buchstaben- und Zahlenwirrwarr. Und wenn sie´s kapieren? Was soll´s? Ist denen doch egal, denn "zum Glück" betrifft es sie nicht.....bis.......ja, bis sie selber dran sind und sich damit befassen müssen.
Davon gibt es immer mehr. Von Tag zu Tag.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 03. November 2011, 21:47:43
Es gibt keine Arbeitslosen mehr!

Aufgrund der gar nicht hoch genug einzuschätzenden Arbeit von Sybilla und dem Helmy-Tipp das zu kopieren und zu verteilen, hatte ich heute die Ambition den Text farblich noch etwas eingängiger zu gestalten und auf den 3 Etagen unseres Jobcenters jeweils 2mal in die Aufsteller zu schmuggeln, wo für Maßnahmen geworben wird und der Nachfolgeantrag ausliegt.

Allein: Weder im Hauptwarteraum, noch auf den Fluren waren ALGII-Bezieher! Ich war allein, allein...

Ist ja auch klar: (VOLKSSTIMME, Sachsen-Anhalt, heute)

>>"Arbeitslosigkeit sinkt auf Rekordtief - Unternehmen haben gut gefüllte Auftragsbücher"

Nürnberg (dpa) ● Deutschlands Arbeitsmarkt zeigt sich immun gegenüber Euro-Schuldenkrise und Rezensionsängsten. Er profitiert von der guten Auftragslage der Unternehmen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Männer und Frauen im Oktober mit 2,737 Millionen auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Eine Wende zum Schlechteren erwartet BA-Chef Weise auch für die nächsten zwei bis drei Monate nicht. Im Vergleich zum September verringerte sich die Zahl der Erwerbslosen um 59 000, im Vergleich zum Vorjahres-Oktober um 204 000. Die Arbeitslosenquote ging im Oktober um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent zurück, vor einem Jahr hatte sie bei 7,0 Prozent gelegen.<<

und dann ein paar Seiten weiter:

>>Kommentare, Bettina Koch - Zur Benachteiligung Älterer auf dem Arbeitsmarkt. Schlosser, Maler, Kraftfahrer – händeringend gesucht. Die Chancen, den Job zu wechseln oder aus Arbeitslosigkeit wieder in Lohn und Brot zu kommen, sind günstig. Aber nicht für jeden. Für Ältere zum Beispiel: Der eine oder andere ist vielleicht nicht mehr ganz so belastbar wie die jungen Kollegen. Aber er kann das Unternehmen mit seinem Erfahrungsschatz bereichern. Oder die junge Mutter: Sie könnte ausfallen, denn kleine Kinder werden auch mal krank. Doch sie ist ein Multi- und Organisationstalent bei all den Aufgaben, die sie bewältigen muss. Das kann auch der Firma zugute kommen. Mit flexibleren Arbeitszeiten und Anforderungen könnten Firmen die Potenziale dieser Menschen nutzen. Der Druck des Fachkräftemangels und der demografische Wandel werden das Umdenken in diese Richtung hoffentlich beflügeln.<<

um dann auf einer Regionalseite den Vogel abzuschießen:

>>Aufschwung geht an den Älteren vorbei - Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt sinkt, gleichzeitig sind mehr über 55-Jährige ohne Job

In Sachsen-Anhalt ist die Arbeitslosigkeit im Oktober weiter gesunken. Allerdings lässt die Dynamik nach. Vor allem ältere Stellenbewerber profitieren kaum vom Aufschwung. - Von Bettina Koch

Halle/Magdeburg ● Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter stabil. Das dürfe jedoch nicht über strukturelle Probleme hinwegtäuschen, betonte gestern Kay Senius, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit. Insbesondere an den 55- bis 65-Jährigen sei der Aufschwung vorbeigezogen. Deren Arbeitslosigkeit ist imvergleich zum Oktober 2010 um 4,7 Prozent gestiegen, während die Arbeitslosigkeit insgesamt um 5,2 Prozent zurückgegangen ist. Der Anteil der über 55-Jährigen an allen Arbeitslosen in Sachsen-Anhalt liegt damit gegenwärtig bei fast 21 Prozent. Kurzzeitarbeitslose nutzen Drehtüreffekt Auch im Agenturbezirk Magdeburg (Landeshauptstadt, Bördekreis, Jerichower Land und Schönebeck) ist die Zahl der älteren Arbeitslosen gestiegen, informierte Lutz Bartel, Geschäftsführer Operativ, gestern in Magdeburg. Mehr Ältere wurden entlassen. Doch während viele Kurzzeitarbeitslose vom Drehtüreffekt profitieren und zügig einen neuen Arbeitgeber finden, sitzen viele ältere Langzeitarbeitslose im Bereich der Grundsicherung fest. Einen Grund sieht Bartel darin, dass die Zahl der Maßnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt zurückgefahren wurde. Im Agenturbezirk Magdeburg waren im Oktober 5727 über 55-Jährige ohne Arbeit, das waren 2,9 Prozent mehr als vor einem Jahr, während auch hier die Gesamtarbeitslosigkeit binnen Jahresfrist um 5,2 Prozent gesunken ist. Positive Entwicklungen gab es bei der Vermittlung junger Leute, und auch die Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter ging im Oktober zurück.

„Viele junge Sachsen-Anhalter haben im Herbst eine Ausbildung begonnen“, so Senius. Mehr als 1400 wurden in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Mit 11 600 jungen Erwachsenen waren im Bundesland 1100 weniger (9 Prozent) als im September und 900 weniger als im Vorjahr (6,9 Prozent) ohne Job. Schlosser und Mechaniker werden gesucht Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen ist in Sachsen-Anhalt binnen Jahresfrist um 7 Prozent gesunken. Sowohl behinderte als auch ältere Menschen müssten die Chance bekommen, aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen, betonte Senius. „Wir brauchen ihre individuellen Stärken und Erfahrungen, um unseren Fachkräftebedarf in Sachsen-Anhalt zu decken.“ Bartel sagte: „Die Stellenangebote sind da, es funktioniert aber nur noch mit individueller Betreuung und intensiven Kontakten zu den Arbeitgebern, um Leute in Arbeit zu bringen, die zunächst nicht ganz zu der Stelle passen.“ Händeringend gesucht werden laut Bartel derzeit vor allem Schlosser, Mechaniker, Elektriker, Maler und Maurer, aber auch Warenprüfer, Kraftfahrer, Kaufleute sowie Alten- und Krankenpfleger.<<

und zum Abschluss noch aus dem naheliegendem Großkreis:

>>Arbeitslosenquote in *** sinkt auch im Oktober weiter- Probleme: Immer weniger Fachkräfte und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen

Von K.S. - *** ● Weniger Arbeitslose und mehr freie Stellen. Die Grundaussagen des Berichtes über die Entwicklung des Arbeitsmarktes in und um *** klingen positiv. Aber auch über Probleme sprach B., Chef der Arbeitsagentur ***** , als er gestern die arbeitsmarktrelevanten Zahlen für den Monat Oktober vorstellte. Schwierigkeiten sieht er bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen und in der Deckung der Ersatzbedarfe. „Wenn zwei ältere Arbeitnehmer aus einem Betrieb ausscheiden, kommt momentan nur einer nach“, erläutert Behrens. „In Zukunft muss es in unserer Arbeit stark um die Frage gehen, wie wir diese Differenz decken.“ Dennoch zieht er auch für den Oktober eine positive Bilanz. Besonders erfreulich für den Chef der Agentur für Arbeit ***** : Es gibt weniger Arbeitslose als im Vormonat. Im Agenturbezirk ***** lag die Arbeitslosenquote bei 10,6 Prozent. „Damit liegen wir auf dem Niveau Sachsen-Anhalts.“ Eine erfreuliche Entwicklung, wenn man bedenkt, dass ***** in den vergangenen Jahren immer über dem Bundesland-Durchschnitt lag.

Auch die Jugendarbeitslosigkeit sank. Sie liegt bei 8,5 Prozent. (Wer schlau ist geht ja auch weg. Anm. Str.) Zum Vergleich: Im Vormonat waren 9,6 Prozent der Jugendlichen ohne Arbeit. „Es gelingt uns mittlerweile gut, kurzfristig Arbeitslose wieder in eine Beschäftigung zu vermitteln“, so B.. (Vornehmlich in fragwürdige, räudig bezahlte ZAF oder Ähnliches. Anm. Str.) Problematisch ist weiterhin die strukturelle Arbeitslosigkeit. „Hierbei geht es um ältere Arbeitslose und Menschen, die verhältnismäßig lange ohne eine Beschäftigung sind.“ Sie seien teilweise „so weit weg vom Arbeitsmarkt, dass Instrumente nötig werden, um sie wieder fit für den Job zu machen.“ (Nicht nur die sind weit weg. Auch Jugendliche, die noch nie richtig arbeiten durften! Anm. Str.) Dennoch konnte B. auch bei der Unterbeschäftigungsquote über erfreuliche Zahlen sprechen.

Diese Ziffer erfasst die Arbeitslosen sowie alle Arbeitnehmer, die in Maßnahmen der Agentur für Arbeit beschäftigt sind. Im Oktober lag die Quote bei 15,7 Prozent. Im Vorjahr waren es 17,4 Prozent. Die erfreulichen Zahlen führte B. auf die stabile wirtschaftliche Lage zurück. Aber auch auf eine eigentlich nicht wirklich erfreuliche Entwicklung. „Natürlich ist der demografische Wandel für die positive Gesamtentwicklung mitverantwortlich. Das heißt, die Menschen werden älter, als nochvor 50 Jahren und es werden deutlich weniger Kinder geboren. Weniger Menschen, heißt also auch weniger Arbeitslose. Aber auch weniger Fachkräfte. Wir können es uns in Zukunft nicht mehr leisten, Arbeitskräftepotenzial ungenutzt zu lassen. Hier müssen unsere Instrumente verstärkt ansetzen.“<<

Scheinbar doch: Denn Strombolli wurde heute trotz technischem Studium (zugegeben vor 28 Jahren!) und umfangreichen, komplexen Know-How wieder mal wegen "fehlender Paßgenauigkeit", also nach der Einstellung gleich alles wissen und jede Maschine TOP bedienen können, wieder nach hause geschickt. Und für eine "Paßgenauigkeit" erzeugende Ausbildung fehlt der Geldgeber. Wenn sie dann erreicht ist, kommt die nächste Konjunkturdelle.

Wisst ihr, verabscheute Journalisten und Politiker, lasst uns einfach in Ruhe. Gesteht endlich euer Scheitern ein, haltet eure populistischen Fr... Münder und überlegt, wie ihr die Kurve kriegt, sonst kriegen wir sie für euch!





Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. November 2011, 11:58:22
Die Zahlen vom Arbeitsmarkt
 
Deutschland: Arbeitsmarkt November 2011:

Offizieller BA - Zahlenbericht für  November 2011 Seite 50
   
Die Zahl der offiziell statistisch erfassten Arbeitslosen in Deutschland ist laut BA auf 2.713.054 Personen abgesunken  zusätzlich waren nach vorläufigen Berechnungen 1.182.950  Personen in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik beschäftigt.
Für das Monat Oktober 2011 wurde diese Zahl von 1.154.293 auf 1.171.060  nach oben korrigiert. Allerdings ist hierbei von einer erheblichen Untererfassung auszugehen   
(BA – Bericht November 2011 Seite 82 Fußnote  3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für Januar - Juni 2011, Datenstand September 2011, nur ca. 69 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.

Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)
   
 Die offizielle BA Zahl der Unterbeschäftigung für November 2011:
 wird mit 3.859.388   Personen beziffert das entspricht einer Unterbeschäftigungsquote von 9,1 %

   
  Im Rechtkreis SGB II/SGB III werden 6.855.766 Leistungsempfänger aufgelistet:
   
  darunter:
  Arbeitslosengeld  716.995  Personen
  erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.436.897    Personen
  nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.701.874 Personen
  ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)

23.09.2011 | 13:58 Uhr Steigende Soziallasten bleiben ein Hauptproblem der finanziellen Schieflage bei den Kommunen. Von 1999 bis 2009 stiegen sie bundesweit von 29 auf über 40 Milliarden Euro an. Ein Ende dieser bedrohlichen Entwicklung ist nicht absehbar. Der Bund muss sich seiner Verantwortung stellen, forderte Kommunalminister Ralf Jäger heute (23. September) im Bundesrat in Berlin. Die zugesagte Übernahme der Kosten für die Grundsicherung und bei Erwerbsminderung ab dem Jahr 2014 reiche nicht aus. Hiermit darf die Verantwortung des Bundes nicht enden. Er muss sich zur Hälfte an den sozialen Lasten beteiligen, mahnte Jäger.
Allein in NRW sind die Soziallasten der Kommunen in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent auf fast 13 Milliarden Euro angestiegen…. (http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/56636/2117902/innenministerium-bund-traegt-mitverantwortung-fuer-kommunale-finanzmisere)
   
   
  Pressemitteilung Nr.270 vom 19.07.2011  - Beschäftigungszuwachs 2010 zu großen Teilen von Zeitarbeit getragen (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/07/PD11__270__132,templateId=renderPrint.psml)
   
  2010 Abhängig Beschäftigte 30.904.000 Personen
  2010 Normalerwerbstätige 23.069.000 Personen
  2010  Atypisch Beschäftigte 7.835.000 Personen
  Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten ist nach Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Juli auf  4,93 Mio, angestiegen.

Entwicklung:   ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG (http://www.boeckler.de/impuls_2011_14_1.pdf)

Der Jobmotor brummt weiter, in den letzten Jahren wurde de Wert der Arbeit in Deutschland massiv entwertet. In 2011 ist die Zahl atypische Beschäftigungsverhältnisse, in Teilzeitstellen, , in Leih- und Zeitarbeit und in Minijobs weiter exorbitant angestiegen.

ILO warnt vor Beschäftigungskrise und sozialen Unruhen (http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=7785:ilo-warnt-vor-beschaeftigungskrise-und-sozialen-unruhen&catid=46&Itemid=115)
   
  Geringverdiener: Aus wenig wird weniger - Sie verdienen ohnehin nicht viel - und selbst das wird weniger. Geringverdiener müssen seit dem Jahr 2000 drastische Loheinbußen einstecken. Obwohl die Wirtschaft wächst. Teilweise haben sie bis zu 22 Prozent weniger in der Tasche, offenbart jetzt eine Studie. … Seit dem Jahr 2000 betrugen die Lohneinbußen zwischen 15,6 und 21,9 Prozent. Die Nettoeinkommen aller Beschäftigten gingen hingegen nur um 2,5 Prozent zurück. (http://www.sueddeutsche.de/karriere/lohnentwicklung-geringverdiener-aus-wenig-wird-weniger-1.1122132)
   
   
  (BA BerichtNovember  2011 Seite 10/11 )

Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im November auf 492.000 ( Oktober  500.000).
Arbeitsstellen,…
Nach Wirtschaftszweigen differenziert beruht das Plus in der gleitenden Jahressumme zu mehr als der Hälfte auf Meldungen aus der Arbeitnehmerüberlassung (+132.000 oder +20 Prozent)
.   
 (BA Bericht November 2011 Seite 19)
   
Außer den Leistungsempfängern gab es im Juli noch 316.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.   
 
BA Bericht November 2011 Seite 21
   
3.2 Erwerbstätige Leistungsberechtigte

Im Juli 2011 bezogen 30 Prozent (1,37 Mio) der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten Einkommen aus Erwerbstätigkeit…..
   
 Bedarfe / Leistungen / Einkommen - statistik.arbeitsagentur.de (http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html)
   
Wer das komplette Zahlenwerk der BA detailliert betrachtet, ist dann doch sehr ernüchtert.
Entgegen der politischen und medialen Lobgesänge ist die Lage am Arbeitsmarkt im besonderem im Niedrigstlohnbereich bei weiten schlechter als von Politik und Massenmedien den Massen und den Bürgern suggeriert wird,
 
Quelle der Zahlen:
http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201111.pdf (http://[url=http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201111.pdf)]BA – Monatsbericht November 2011[/url]

 Erstellt von Sybilla am 30.11.11  11 Uhr 00 – Teil 1 Die Zahlen
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


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Die Analyse:
   
  Arbeitsministerin Ursula von der Leyen meint gebetmühlenartig:
  Der deutsche Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig wie ein Schwamm

   
Dieser Arbeitsmarkt, ist der Arbeitsmarkt der wachsenden prekären Beschäftigungsverhältnisse  im Niedriglohnsektor wie Leiharbeit oder Minijobs dieser Arbeitsmarkt ist aufgrund der geringen Arbeitskosten immer aufnahmefähig wie ein Schwamm. Allerdings führt diese Art der Beschäftigung (Stundenlöhne unterhalb von 10 €) auf direkten Weg in die Altersarmut, Familienarmut und Kinderarmut. Die Reformen der Agenda 2010 waren eine gigantische Umverteilung von unten nach oben.
   
 http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif (http://www.boeckler.de/img_struktur/home_imp_2011_02.gif)

   Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)
   
 Diese Gruppen werden nach wie vor in der BA Statistik versteckt. Deshalb sind die offiziellen Arbeitsmarkt Zahlen der BA die niedrigsten Zahlen seit xy  Jahren.
 Allerdings ist ein Vergleich der Zahlen von 199x mit 2011 unsinnig und propagandistisch.

Rund 1, 5 Millionen Arbeitslose werden in der Statistik versteckt. Viele Medien - Franz Josef Strauß nannte diese einmal:jubelnd-jaulende Hofhunde (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42891596.html) verkünden im medialen Gleichklang im euphorischem Jubel, in triumphierender Einheit mit Politik und Wissenschaft. Die Mär vom robusten Arbeitsmarkt und eine Fortsetzung der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt.

Auch der Blick auf die demografische Entwicklung klärt auf.
Die Zahl der Personen zwischen 15 und 65  verringerte sich zwischen 2005 und 2009 um 1.040.300 Personen. Bis 2011 hochgerechnet ist das eine Zahl von rund 1, 4 Millionen Personen die aus dem Erwerbsleben 15 – 65 Jahre ausgeschieden sind-

Demografischer Wandel - Die Bevölkerungsgruppe 15 – 65 Jahre

2005 waren 66.567.900 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Content75/AltersgruppenFamilienstand,templateId=renderPrint.psml)Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.649.800 Personen und 15 – 65 Jahre 54.918.100 Personen

Letzte Zahlen 2009 waren 64.900.400 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Content75/AltersgruppenFamilienstand,templateId=renderPrint.psml) Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.022.600  Personen und 15 – 65 Jahre 53.877.800 Personen

Die Definition von Arbeitslosigkeit von 1992 ist mit der Definition von Arbeitslosigkeit in 2011 keinesfalls vergleichbar und die hohe Zahl der offenen Stellen erklärt sich vor allem auf Mehrfachnennungen vieler Stellenangebote. Die Zahl der Leistungsempfänger ALG I, ALG II. Sozialgeld verharrt bei  sieben Millionen Personen. Darin sind Personen die Kinderzuschlag, Sozialhilfe SGB XII oder Altersgrundsicherung erhalten nicht enthalten.

Die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit werden in den Medien verkürzt wiedergegeben und von der Politik einseitig tendenziös interpretiert. Wir brauchen Glasnost (russ.) Offenheit, Transparenz, Informationsfreiheit

So ist nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind, obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!

Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen nicht durch zählen sondern durch eine Schätzung ermittelt. 

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung  stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR,templateId=renderPrint.psml)


Die Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können wir guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.

     
  Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs 
   
  Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs | Zeitfragen | Deutschlandradio Kultur (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/)
   
     Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument Deutschland Radio Berlin Zeitfragen – Das Politische Feature Redaktion: Constanze Lehmann 2. Juni 2011 Auf Sand gebaut ? Die Schattenseiten des Aufschwungs Von Ruth Jung (http://www.dradio.de/download/137715/)
   
  Audio zum Nachhören (http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348697&datum=20110502&playtime=1304357400&fileid=e2babbdf&sendung=348697&beitrag=1448136&/)
   
  Lügen mit Zahlen
   
  Lügen mit Zahlen - Die scheinbare Objektivität von Statistik | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1402530/)
     Lügen mit Zahlen - Audio mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/03/03/dlf_20110303_2010_afe25bec.mp3)
   
  Gewerkschaften beklagen die Ausweitung des Niedriglohnsektors
   
  TARIF: Regale füllen für 1,86 Euro die Stunde. (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12072446/485072/Die-Gewerkschaften-beklagen-die-Ausweitung-des-Niedriglohnsektors-Regale.html)
   
  Woran erkennt man moderne Sklaverei?
   
  Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Berliner Tagung Arbeitsausbeutung und | Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften | Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431107/)
   
     Woran erkennt man moderne Sklaverei? - Audio mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/04/07/dlf_20110407_2035_da958a32.mp3)
  Studie Armut trotz Arbeit nimmt zu - In Deutschland fallen immer mehr Arbeitnehmer unter die Armutsgrenze. (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758258,00.html)
   
  Prekäre Beschäftigung ansteigende Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglohnarbeitsplatze immer mehr Arbeitnehmer die jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit gehen leben in Armut oder sind armutsgefährdet.
   
  Ärger im Land der Minijobber. (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kritik-von-forschern-und-gewerkschaften-aerger-im-land-der-minijobber-1.1088925)
   
  Erstellt von Sybilla am 30.11.11  11 Uhr 00 – Teil 2 Die Analyse
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. November 2011, 12:03:50
Auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung oder werden wie in der DDR  nur alle irgendwie beschäftigt sein ? Die demografische Entwicklung und der ausufernde Niedrigstlohnbereich senken die Zahl der Arbeitslosen ab.

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen"

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen" Professor für Statistik über den Zahlenschwindel der Bundesagentur für Arbeit. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1470832/)
(Die gewonnen Erkenntnisse des Interviews vom Mai 2011 sind auch im November 2011 zutreffend.)

Die Politik die Wirtschatinstitute und die Medien sprechen gerne von einem Jobboom obwohl ihnen bewusst sein sollte, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben können.  3 Euro 18 in der Stunde verdient eine Friseurin in Thüringen,
oder 4 Euro 58 in der Stunde für eine Floristin in Brandenburg. Mehr als 20 Prozent aller Erwerbstätigen sind im Niedriglohnbereich beschäftigt, Tendenz stark ansteigend. Einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz haben nur noch 60 % aller Erwerbstätigen. Der „Jobboom findet vor allem in der Leih und Zeitarbeit statt. Die BA Statistik versteckt viele Menschen in Ein-Euro-Jobs, Bürgerarbeit oder anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder in der Gruppe der über 58 jährigen die in der Regel aus der offiziellen BA Statistik ebenso wie andere Gruppen herausgerechnet werden. Andere haben sich nach dem auslaufen des Arbeitslosengeldes von den Jobcentern zurückgezogen, sie sind zwar auf der Suche nach Arbeit, aber sie sind nicht im Sinne des SGB II bedürftig. Dazu gehören Frauen/Männer die über „Vermögen“ verfügen oder deren Partner ein „Einkommen“ erzielen das über der Grundsicherung liegt.  Viele Arbeitslose werden mit prekären Jobangeboten im Niedrigstlohnsektor  überhäuft. Nach dem Motto: Kann die Arbeit von anderen noch billiger erledigt werden?

Deutschland auf dem Weg in eine Niedriglohn-Gesellschaft

In Deutschland dehnt sich der Niedriglohnsektor immer mehr aus. Die "Leipziger Volkszeitung" zitiert bisher unveröffentlichte Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, wonach der Anteil der Vollzeitbeschäftigten mit Niedriglöhnen im vergangenen Jahr auf knapp 23 Prozent gestiegen ist. (http://www.dw-world.de/dw/function/0,,83389_cid_15496877,00.html)

Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies 2010 eine Steigerung um 0,5 Prozent oder, in absoluten Zahlen, um 199.762 Arbeitnehmer. Die Niedriglohnschwelle liegt bei derzeit bei 1379 Euro für Ostdeutschland und bei 1890 Euro für Westdeutschland. (http://www.welt.de/wirtschaft/article13687270/Jeder-Fuenfte-verdient-nicht-einmal-den-Niedriglohn.html)

Eigentlich war es schon immer so, dass eine „Vollbeschäftigung“ durch das absenken der Arbeitslöhne erreichbar ist. Denn 0 € Arbeitsplätze sind unendlich vorhanden.
Je billiger eine Arbeitskraft einsetzbar ist, desto öfter wird diese nachgefragt.
Allerdings muss die Solidargemeinschaft der Steuerzahler die Grundsicherung dieser billigen Arbeitskräfte finanzieren und somit die Gewinne der Arbeitgeber subventionieren.

Im Übrigen die Mär der Wirtschaft/Wirtschaftsinstitute/Politik/Systemmedien vom Aufstieg oder dem „Sprungbrett Niedriglohn“ wird durch den exorbitant hohen Anstieg der prekären Beschäftigung in Vollzeitbeschäftigten mit Niedriglöhnen durch die BA – Statistik eindeutig widerlegt.


Deutschland: Wirtschaftsaussichten Dezember 2011:

Pressemitteilung Nr.357 vom 27.09.2011 - Zum Jahresende 2010 war der öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und gesetzliche Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) beim nicht-öffentlichen Bereich mit 2 035,9 Milliarden Euro verschuldet. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/09/PD11__357__713,templateId=renderPrint.psml)(+/- Rechenfehler)

 Inflationsrate bleibt hoch - Der Preisdruck in Deutschland hält noch immer an. Im November lag die jährliche Teuerungsrate nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bei 2,4 Prozent.  (http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wirtschaft/article13740461/Inflationsrate-bleibt-hoch.html)


 Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zu steuern, zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion. (http://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda)
   
 Neues vom Aufschwung xxl und vom imaginären Jobwunder

 Nach der Krise in 2009  und der Rekonvaleszenz (Aufschwung xxl) in 2010 befindet sich das bundesdeutsche BIP entgegen der politischen und medialen Jubelarien immer noch unter den Stand von 2008
 
Beginn der Übersicht 2007   
Bruttoinlandsprodukt Preisbereinigt, verkettet Ursprungswerte 2005 = 100 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/08/PD11__297__811,templateId=renderPrint.psml)
   
  2008
  3. Vierteljahr 110,45

Beginn der Übersicht 2009
Bruttoinlandsprodukt Preisbereinigt, verkettet Ursprungswerte 2005 = 100 (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/11/PD11__435__811,templateId=renderPrint.psml)

  2011
  3 . Vierteljahr 109,89

Das die Datenübersicht nun erst 2009 beginnt ist natürlich Zufall. Und soll keineswegs den Vergleich mit den Zahlen von 2008 erschweren.

Allerdings droht nicht nur eine neuerliche Rezession also ein "Double-Dip" sondern diese wird bereits von der OECD prognostiziert. Die (OECD) erwartet für 2012 nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,6 Prozent

OECD-Prognose Deutschlands Wachstum soll 2012 erheblich schrumpfen (http://www.focus.de/finanzen/finanz-news/oecd-prognose-deutschlands-wachstum-soll-2012-erheblich-schrumpfen_aid_688564.html)

   
ZEW-IndexKonjunkturerwartungen stürzen auf Drei-Jahrestief - ZEW-Index auf tiefstem Stand seit Oktober 2008

Die konjunkturelle Zuversicht deutscher Finanzexperten hat sich im November stärker eingetrübt als erwartet. Der ZEW-Index fiel um 6,9 Punkte auf minus 55,2 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. (http://www.n-tv.de/wirtschaft/ZEW-Index-deutet-nach-unten-article4773261.html)

In der Realität gibt es keinen Wirtschaftsaufschwung xxl nicht einmal eine vollständige Rekonvaleszenz denn die Wirtschaftsleistung liegt Saison- und kalenderbereinigt und preisbereinigt immer noch un der von 2008.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. November 2011, 14:17:12
Sybillas Kommentar


Das Problem der Arbeitslosigkeit war augenscheinlich immer ein Problem der statistischen Erfassung des Blickwinkel und der Definition von Arbeitslosigkeit.. Nach der Umstellung der statistischen Erfassung der Arbeitslosigkeit 2005 weist die BA Statistik seit Monaten die niedrigste Arbeitslosigkeit seit xy Jahren aus. Allerdings sind nach wie vor rund 4 Millionen Personen von Arbeitslosigkeit /Unterbeschäftigung betroffen. Bis zu den Arbeitsmarktreformen waren ausschließlich Personen ohne Arbeit von der Armut oder Armutsgefährdung betroffen. Bürger die jeden Tag früh aufstanden und zur Arbeit gingen hatten im Gegenzug die Garantie dass sie von ihrer Arbeitsleistung ihren Lebensunterhalt bezahlen konnten. Das hat sich nach den Arbeitsmarktreformen grundlegend geändert.
Heute stehen viele Menschen früh auf und gehen zur Arbeit können aber mit den erzielbaren Einkommen ihrer Arbeitsleistung ihren Lebensunterhalt nicht finanzieren. Viele hart arbeitende Menschen müssen bei den Jobcentern nach hochnotpeinlicher Bedürftigkeitsprüfung zusätzliche Sozialleistungen beziehen diese von der Solidargemeinschaft der Steuerzahler zusätzlich erwirtschaftet werden muss.

Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine Selbstbestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV ALG II Leistungen) gestalten möchte/können muss, bleibt auch im „Aufschwung der Mini und Billigjobs“ am deutschen Arbeitsmarkt ein unerfülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesellschaft augenscheinlich aufgegeben. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber es ist zu vermuten das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar, die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen potemkinschen Dorf, sie wird durch das verstecken vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) mit 7,8 Millionen Personen in prekären Arbeitsverhältnissen fein herausgeputzt, um den tatsächlichen Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

Sozialausgaben steigen weiter - 2010 mussten die Kommunen 5,4 Milliarden Euro aufbringen Die Lage älterer Arbeitsloser in Deutschland ist weitaus schlechter, als von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bislang dargestellt. Das zeigen Recherchen der Redaktion “Report Mainz” für das ARD-exclusiv “Alt, arm, arbeitslos – immer mehr Ältere rutschen ab”,…. So geht aus zwei bislang unveröffentlichten Studien hervor, dass sich die Job-Chancen älterer Arbeitsloser in den vergangenen Jahren nicht verbessert haben. Was haben ergänzendes Hartz IV/ALG II und Kobraschwänze gemein Viele dachten und manche „Experten“ forderten ein Kombilohnmodel (ergänzendes ALG II/Hartz IV) zur Reduzierung die Arbeitslosigkeit in D. Als in den 1930ern Indien von einer Kobrainvasion heimgesucht wurde, setzten die Behören eine Fangprämie auf Kobraschwänze aus, was dazu führte das Kobraschlange gezüchtet wurden, aber deren Reduzierung nicht förderte.Den gleichen Effekt ist nun am Arbeitsmarkt zu beobachten, mit ergänzenden ALG II Leistungen züchtet der Arbeitsmarkt Kombilohnarbeitsplätze, aber die Zahl der Leistungsempfänger wird dadurch kaum reduziert, die Belastung der Kommunen und die Belastung der Solidargemeinschaft der Steuerzahler steigt weiter an. Die Sozialkassen verlieren Einnahmen.

Renteversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen Das Fazit ergänzende Hartz IV/ALG Leistungen setzen die falschen Anreize, besser wäre es die Arbeitgeber zur Schaffung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit zu motivieren, somit würden die Kommunen und die Solidargemeinschaft der Steuerzahler entlastet, auch die Sozialkassen profitieren mehr von sozialversicherungspflichtiger Arbeit als von Niedriglöhnen. Die Krux ist, das trotz des „Erfolgs der Minijobs und Niedrigjobs“ am Arbeitsmarkt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sprechen eine deutliche Sprache, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte wurde trotz des „Erfolgs“ nicht nur nicht erreicht sondern das die Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung – sind ebenso wie die Minijobs und Billigjobs explodiert. In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004) Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...) und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen von ca. 1,4 Millionen Personen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 30. November 2011, 15:23:22
Sybillas Kommentar
....
Rentenversicherung: Altersarmut, sinkende Beiträge, Mini-Rentenerhöhungen Das Fazit ergänzende Hartz IV/ALG Leistungen setzen die falschen Anreize, besser wäre es die Arbeitgeber zur Schaffung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit zu motivieren, somit würden die Kommunen und die Solidargemeinschaft der Steuerzahler entlastet, auch die Sozialkassen profitieren mehr von sozialversicherungspflichtiger Arbeit als von Niedriglöhnen. Die Krux ist, das trotz des „Erfolgs der Minijobs und Niedrigjobs“ am Arbeitsmarkt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sprechen eine deutliche Sprache, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte wurde trotz des „Erfolgs“ nicht nur nicht erreicht sondern das die Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung – sind ebenso wie die Minijobs und Billigjobs explodiert. In einen Satz die Gemeinschaft der Steuerzahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004) Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...) und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen von ca. 1,4 Millionen Personen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung...)

Eben! - Und da dies ja eigentlich für alle Interessierte, also zuvorderst Politiker, sichtbar ist, frage ich mich, was für Beweggründe bestehen bei diesen Leuten, dieses kranke Arbeitsmarktsystem so zu betreiben? Es kann doch nur ideologische Verbohrtheit zum Zwecke des Vorteils ihrer Klientel sein, oder? (Es ist wieder die alte Strombolli-Frage: Sind die so blöd, oder tun die nur so?)

Danke Sybilla, ich wünschte Deine Analysen würden in den führenden Medien gleich neben dem Leitartikel hervorgehoben gedruckt!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 30. November 2011, 19:40:21
FULLACK Strombolli.
Da möchte ich noch ein Gedächtniszitat aus InfoRadio Berlin (http://www.inforadio.de) dranhängen.
Es ging dabei um die Umsatzerwartungen zum Jahresend-Konsumrausch mit Trauermucke
(Weihnachten kann und will ich das nicht nennen).
Hier wird eine positive Entwicklung erwartet, weil ja mehr Leute Arbeit haben und die Löhne gestiegen wären.

Ja welche denn ?


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sobutai am 03. Dezember 2011, 18:09:11
FULLACK Strombolli.
Da möchte ich noch ein Gedächtniszitat aus InfoRadio Berlin ([url]http://www.inforadio.de[/url]) dranhängen.
Es ging dabei um die Umsatzerwartungen zum Jahresend-Konsumrausch mit Trauermucke
(Weihnachten kann und will ich das nicht nennen).
Hier wird eine positive Entwicklung erwartet, weil ja mehr Leute Arbeit haben und die Löhne gestiegen wären.

Ja welche denn ?


Wir hatten hier in den letzten Tagen in NRW von der WAZ gehört, dass wir 241€ um Schnitt für Weihnachtsgeschenke ausgeben werden, also pro Kopf.
Ein befreundetes Ehepaar von mir (beide Ärtze) geben pro Kopf nur 100€ aus, weil sie höchst verschuldet sind.
Ein anderer befreundeter MDL des Landtags in NRW hat 500€ an unser Kinderdorf gespendet und geht mit seiner Frau Essen anstatt Geschenken.
Ich verschenke gar nichts, ausser dem Braten den ich zu Weihnachten kaufen werde zu total überteuerten Preisen.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 04. Dezember 2011, 23:26:29
Wer ist der gräßliche, freche Esel mit dem rosa Schlips?  ::)


Prof Christoph Butterwegge äußert sich engagiert über den neoliberalen Arbeitsmarkt (http://www.youtube.com/watch?v=SFRnOhNVPHg#ws)



Butterwegge nennt Brüderle einen Faschisten (http://www.youtube.com/watch?v=VssDu5bLJtU#ws)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: antonov am 05. Dezember 2011, 00:57:02
"...Prof. Hüther (Direktor Institut der Deutschen Wirtschaft) - wird immer und grundsätzlich von unseren Medien als neutraler Wissenschaftler dargestellt, aber er ist Kurator der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Aus dieser Initiative stammt all das Gerede und Gequaken unserer Politiker aus sämtlichen Parteien. Die INSM und Bertelsmann liefern die Studien, an denen sich die Politik ausrichtet. ..."

Quelle ---> Vollbeschäftigung 1: Der Think Tank unserer Bundeskanzlerin bezeichnet die Wahrheit als  (http://www.youtube.com/watch?v=2Tza4E26Z0c#ws)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: bodenlos am 05. Dezember 2011, 07:50:00
"...Prof. Hüther (Direktor Institut der Deutschen Wirtschaft) - wird immer und grundsätzlich von unseren Medien als neutraler Wissenschaftler dargestellt, aber er ist Kurator der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Aus dieser Initiative stammt all das Gerede und Gequaken unserer Politiker aus sämtlichen Parteien. Die INSM und Bertelsmann liefern die Studien, an denen sich die Politik ausrichtet. ..."

Quelle ---> Vollbeschäftigung 1: Der Think Tank unserer Bundeskanzlerin bezeichnet die Wahrheit als  ([url]http://www.youtube.com/watch?v=2Tza4E26Z0c#ws[/url])


Hüther sollte mal die Erkenntnisse seines eigenen Instituts auf sich wirken lassen.


(...) Trotz der verstärkten Lohnspreizung im unteren Bereich fällt es Geringquali­fizierten in Deutschland immer noch schwerer, eine Beschäftigung zu finden, als in den meisten anderen entwickelten Ländern. Ob allerdings eine weitere Spreizung der niedrigen Löhne – begleitet von einer Senkung der Sozialleistun­gen – tatsächlich das Problem der hohen Arbeitslosigkeit Geringqualifizierter beheben würde, ist sehr fraglich. Denn bei Personen mit mittlerer Qualifikation weist Deutschland innerhalb der EU ebenfalls eine überdurchschnittliche Erwerbslosenquote auf. Es besteht offenbar ein generelles Beschäftigungs­problem, das nur durch ein höheres gesamtwirtschaftliches Wachstum deut­lich gemildert werden kann. (..)


(...)Die Differenz in den Bruttolöhnen zwischen den 10 % der Arbeitnehmer, die die höchsten Löhne erhalten, und den 10 %, die die niedrigsten Löh­ne erhalten, hat von 1996 bis 2005 erheblich zu­genommen (Abbildung 4). Gewachsen sind auch die Abstände der Geringverdiener zum mittleren Lohn;13 dies verweist auf die Ausweitung des Nied­riglohnsektors.14 Kaum verändert hat sich dagegen der Abstand der am besten verdienenden 10 % der Arbeitnehmer zum mittleren Lohn. Die Zunahme der Lohnspreizung ist demnach darauf zurückzu­führen, dass sich die relative Position der Bezieher niedriger Löhne weiter verschlechtert hat. (…)
Die Spreizung in der unteren Hälfte der Lohnverteilung kam also durch eine Ausweitung des Niedriglohnsektors zu­stande (Abbildung 5). Zählten 1996 noch 14 % der Arbeitnehmer zu diesem Bereich, waren es 2005 schon 22 %.15 Schwer einzuschätzen ist, ob durch die Ausweitung des Niedriglohnsektors früher be­stehende Beschäftigung verdrängt wurde, ob es sich um neue Jobs handelt, oder ob die Entlohnung auf manchen Arbeitsplätzen gesenkt wurde. Wahr­scheinlich hat die Ausweitung der geringfügigen Beschäftigung auch in der Weise eine erhebliche Rolle gespielt, dass von ihr Druck auf die Löhne sozialversicherungspflichtig Beschäftigter ausge­gangen ist.
(...)
Unabhängig davon ist es sehr zweifelhaft, ob durch eine Senkung der Sozialleistungen tatsächlich das Problem der hohen Arbeitslosigkeit Geringqualifi­zierter behoben werden kann. Denn bei Personen mit mittlerer Qualifikation (Berufsausbildung, Abitur, Fachschulabschluss) weist Deutschland innerhalb der EU mit einer Erwerbslosenquote von 9,2 % ebenfalls einen überdurchschnittlichen Wert auf. Auch die Unterbeschäftigung der Per­sonen mit hoher Qualifikation ist im internationa­len Vergleich nicht gering. Es besteht offenbar ein generelles Beschäftigungsproblem, das aus einer vergleichsweise schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung resultiert. (...)



Ok, das war in 2007, aber an den meisten Aussagen hat sich nichts grundlegendes geändert. Er und sein Institut holen sich jetzt nur auf den aktuellen ALO-Zahlen einen runter. Seine sinngemäße Aussage: " Im Vergleich zu frühere Zeiten haben wir Vollbeschäftigung" ist natürlich super "wissenschaftlich". Idiotisch.

Wenn er von der INSM ist wundert es einen allerdings dann auch nicht, wenn man sowas liest:

(...) Mit sogenannten Workfare-Programmen wird auf das Prinzip von Leistung und Gegenleistung gesetzt. Zugleich ha­ben sie den Vorteil, dass Langzeitarbeitslose wie­der an das Arbeitsleben gewöhnt werden und dass von ihnen eine gemeinnützige Tätigkeit ausgeübt wird. Faktisch würde Workfare einen „Dritten Arbeitsmarkt“, der zu 100 % staatlich alimentiert wird, bilden. In Deutschland existiert Workfare in Form der Ein-Euro-Jobs. Hier stellt sich die Fra­ge, warum diese Tätigkeiten überhaupt entlohnt werden, da doch Arbeitslosengeld II – eine staat­liche Leistung – gezahlt wird. (...)

 :o X(



Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 05. Dezember 2011, 10:53:19
Zitat
(...) Mit sogenannten Workfare-Programmen wird auf das Prinzip von Leistung und Gegenleistung gesetzt. Zugleich ha­ben sie den Vorteil, dass Langzeitarbeitslose wie­der an das Arbeitsleben gewöhnt werden und dass von ihnen eine gemeinnützige Tätigkeit ausgeübt wird.
Früher mußte man auch niemanden an Arbeit gewöhnen. Das ist die Sprache Klein-Adolfs !
Zitat
Faktisch würde Workfare einen „Dritten Arbeitsmarkt“, der zu 100 % staatlich alimentiert wird, bilden.
In Deutschland existiert Workfare in Form der Ein-Euro-Jobs.
Nach meiner Beobachtung werden hier z.B. in der Grünflächenpflege die Beschäftigten
langsam sukzessive gegen 1€-Jobber ausgetauscht. So spart das Dörfli natürlich einen Haufen Geld.
Wo dieses aber bleibt, bleibt ein Rätsel.
Zitat
Hier stellt sich die Fra­ge, warum diese Tätigkeiten überhaupt entlohnt werden,
da doch Arbeitslosengeld II – eine staat­liche Leistung – gezahlt wird. (...)
Hmmm- Vielleicht, weil Arbeit einen Wert hat ?
Dieser wird in diesem 3. Arbeitsmarkt durchaus viel zu gering bewertet,
andererseits zeigt es auch recht deutlich, wohin der Weg für die mehr oder weniger
regulär Arbeitenden hingehen soll. Nämlich in Richtung 0€.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: bodenlos am 05. Dezember 2011, 18:36:45
...
Früher mußte man auch niemanden an Arbeit gewöhnen. Das ist die Sprache Klein-Adolfs !
...

So drastisch würde ich das in dem Fall jetzt nicht deuten: es fällt vielen schon schwer nach vielen Jahren wieder
einen 8 Stunden-Tag durchzustehen. Fände ich im Prinzip jetzt nicht verkehrt, Leute daran langsam ranzuführen.

Allerdings nicht zu solchen Konditionen.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 05. Dezember 2011, 19:34:39
Mensch könnte bei der Gelegenheit ja auch mal überlegen, ob es für unser aller Zukunft überhaupt noch sinnvoll ist, diese Art von harten, stressigen Arrrrbeitstagen mit min. 8 Std. auszuführen.

Wer überhaupt auf dies 8 Std. gekommen ist, ob die in Stein gemeißelt sind oder ob es der Gesundheit und der Lebenswertigkeit wegen nicht viel angebrachter ist, endlich etwas kürzer und menschen-arten-gerechter tätig zu sein?

Wer braucht denn z.B. all den Mist noch, den der Mensch so in seinen min. 40 Std./Woche produziert und durch die Welt schippert?

Oder mit anderen Worten, soll man sich an diesen überkommenen Unsinn eigentlich wirklich wieder gewöhnen?

 ;)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: bodenlos am 05. Dezember 2011, 20:06:48
Von mir aus kann man es sofort bei z.B. 6 Std belassen. Dann hat jeder was von der Arbeit .u einige Probleme erledigen sich von
 selbst.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 05. Dezember 2011, 20:09:54
Eivisskat, Du denkst. Das ist schon mal Fehler Nr. 1. Die Herrscher glauben an Wachstum und Aufschwung, Höher, schneller, weiter ... immer mehr.

Es würde reichen, soviel zu produzieren, das jeder Mensch ausreichend Essen, Gesundheit und Kleidung hat. Aber diese Idee ist dem Kapitalismus zuwider. Und solange diese Idee nicht umgesetzt wird, gehts bergab mit der Mehrheit. Schlagzeile heute: Deutschland wird amerikanischer! (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,801730,00.html) Hurra!  (SPON)


 


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Jester am 05. Dezember 2011, 20:10:25
Mensch könnte bei der Gelegenheit ja auch mal überlegen, ob es für unser aller Zukunft überhaupt noch sinnvoll ist, diese Art von harten, stressigen Arrrrbeitstagen mit min. 8 Std. auszuführen.

Z.B. 6 Stunden. Lässt sich auch prima durch 24 (Stunden) teilen.
Dann gibt es nicht mehr das klassische 3-Schicht-Modell (je 8 Std.), sondern es wird daraus ein 4-Schicht- Modell (je 6 Std.).
Vorteil:
Es wird ein Arbeitsplatz geschaffen.
Nachteil:
Wohl kaum finanzierbar, nach den heutigen "Denkmustern".
Das Ganze funktioniert natürlich nur mit vollem Lohnausgleich; und davon bewegen wir uns ja wohl eher weg, als d'rauf zu.  :(

EDIT: Oh, da war ich wohl um einiges zu langsam ;).
Schlagzeile heute: Deutschland wird amerikanischer! ([url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,801730,00.html[/url]) Hurra!  (SPON)

Erschreckend, oder?


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: bodenlos am 05. Dezember 2011, 20:17:47
Mensch könnte bei der Gelegenheit ja auch mal überlegen, ob es für unser aller Zukunft überhaupt noch sinnvoll ist, diese Art von harten, stressigen Arrrrbeitstagen mit min. 8 Std. auszuführen.
Z.B. 6 Stunden. Lässt sich auch prima durch 24 (Stunden) teilen.
Dann gibt es nicht mehr das klassische 3-Schicht-Modell (je 8 Std.), sondern es wird daraus ein 4-Schicht- Modell (je 6 Std.).
Vorteil:
Es wird ein Arbeitsplatz geschaffen.
Nachteil:
Wohl kaum finanzierbar, nach den heutigen "Denkmustern".
Das Ganze funktioniert natürlich nur mit vollem Lohnausgleich; und davon bewegen wir uns ja wohl eher weg, als d'rauf zu.  :(

...


Das mit dem Schichtmodell ist z.B ein großer Vorteil und ein gutes Bsp.. Ich könnte mir vorstellen, das eine Menge
Kosten gespart weden könnten: Krankheit, Ersatz, Früverrentungen, Kinderbetreuungskosten; Elterngeld, etc. etc..


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Troll am 17. Dezember 2011, 17:34:02
Zitat
Arbeitsmarkt: Zahl der Vollzeitstellen sank auf 66 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse

Eine Arbeitsmarktstudie analysiert die Beschäftigung im Lande genauer und zeigt die bittere Realität hinter der geschönten Arbeitslosenstatistik.

Demnach sank die Zahl unbefristeter sozialversicherungspflichtiger Vollzeitstellen in den Jahren 2002 bis 2010 um etwa 465.000, was deren Anteil an der Zahl aller Erwerbstätigen von 71 auf derzeit 66 Prozent reduziert habe.
Demnach ist jeder dritte Job in einem deutschen Beschäftigungsverhältnis kein regulärer Job mehr.

In der manipulierten Statistik der Bundesagentur für Arbeit sank offiziell die Arbeitslosigkeit auf 2,7 Millionen Ausgegrenzte und Deklassierte .Allerdings ging das Gesamt-Arbeitszeitvolumen in diesem Zeitraum jedoch deutlich zurück.

Eine Statistik-Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) belegt, dass viele Arbeitsplätze demnach nur entstanden, weil Vollzeitstellen durch andere Beschäftigungsformen wie zum Beispiel Mini-Jobs ersetzt wurden.

Demnach ist die Zahl der Erwerbstätigen zwischen 1992 und 2010 von 38,2 Millionen um 2,4 Millionen auf einen Rekordwert von fast 40,6 Millionen gestiegen. Legt man jedoch das Arbeitszeitvolumen zugrunde und rechnet es in so genannte Vollzeitjobs um, so ergibt sich für den gleichen Zeitraum ein Minus von 1,9 Millionen – von bislang 34,1 Millionen auf nur noch 32,2 Millionen Vollzeitstellen.

Quelle und vollständiger Artikel: Internetzeitung ([url]http://juergenmeyer.blogger.de/stories/1960278/[/url])


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 02. Januar 2012, 21:40:28
Zitat
Billiges Jobwunder - Zahl der Beschäftigten auf Rekordniveau - Niedriglohnsektor boomt

 2011 zählte das Statistische Bundesamt im Jahresdurchschnitt mehr als 41 Millionen Erwerbstätige mit Wohnort in Deutschland. Das ist neuer Rekord, verdankt sich aber auch der Tatsache, dass die Behörde Ein-Euro-Jobber oder Teilzeitbeschäftigte einbezieht.

Wie das Statistische Bundesamt am Montag meldete, waren im letzten Jahr so viele Menschen wie nie zuvor erwerbstätig. Den Angaben der Wiesbadener Behörde zufolge gingen 2011 im Jahresdurchschnitt 41,041 Millionen Menschen einer Arbeit nach. Das ist ein neuer Rekord und übertrifft damit selbst das bisherige Rekordjahr 2010 um 535 000 Arbeitnehmer bzw. 1,3 Prozent. Grund für den Boom sei die gute Konjunktur, hieß es aus der Statistik-Behörde.

Allerdings sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Denn Wiesbaden zählt alle mit - auch Ein-Euro-Jobber und Teilzeitbeschäftigte. Dabei verdienen die Betroffenen oftmals so wenig, dass sie weiterhin von staatlichen Leistungen abhängig sind. Lediglich 28,9 der 41 Millionen Erwerbstätigen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, betonte am Montag, dass »das angebliche Jobwunder« auf einem Boom bei den Billigjobs beruhe. In den vergangenen Jahren sei kaum mehr Arbeit geschaffen worden, kritisierte Zimmermann.

Die Abgeordnete verwies auf Angaben der Bundesregierung, wonach die Zahl der Erwerbstätigen von 2002 bis 2010 zwar um 1,3 Millionen auf 40,5 Millionen gestiegen sei. »Legt man jedoch das Arbeitszeitvolumen zugrunde und rechnet dieses in Vollzeitstellen - sogenannte ›Vollzeitäquivalente‹ - um, ergibt sich ein rechnerisches Minus von 79 000 Stellen«, so Zimmermann.

weiter: [url]http://www.neues-deutschland.de/artikel/214654.billiges-jobwunder.html[/url] ([url]http://www.neues-deutschland.de/artikel/214654.billiges-jobwunder.html[/url])




Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: unkraut am 03. Januar 2012, 09:19:02
Im Grunde genommen pfeiffen es doch die Spatzen von den Dächern .
Prekär , mini , midi , Leiharbeit
ABM 1€J  sog. Maßnahmen und wie die Kinder alle heißen
Fast 22 %  der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten bereits in diesem NLS . Tendent steigend .

Merkel und ihre Helfershelfer sehen es nach dem Motto ( Honnecker ) das nicht sein kann was nicht sein darf Deutschland ein Wintermärchen 


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 03. Januar 2012, 11:24:34
Nur noch Verachtung verbleibt mir, wenn ich ganz oben auf meinem Ticker lese: Arbeitslosenzahl sinkt auf Rekordtief (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitslosenzahlen210.html) (ARD-tagesschau ONLINE)

"Dank des anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs sind die Arbeitslosenzahlen 2011 auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gefallen. Im vergangenen Jahr seien durchschnittlich 2,976 Millionen Arbeitslose registriert gewesen, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Zuletzt war 1991 eine niedrigere Zahl gemeldet worden. Im Vergleich zum Jahr 2010 ging die Zahl der Arbeitslosen um 263.000 zurück. Die Arbeitslosenquote belief sich durchschnittlich auf 7,1 Prozent.

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt setzte sich auch zum Jahresende fort. Der für die Winterzeit übliche Anstieg fiel im Dezember geringer aus als in der Vorjahren. Die Zahl der Arbeitslosen stieg gegenüber November um 67.000 auf 2,78 Millionen. In den vergangenen drei Jahre war die Arbeitslosenzahl im Dezember durchschnittlich um 86.000 gestiegen. Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, betonte allerdings, dass im Dezember 2011 die Arbeitslosenzahl bei Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen um 22.000 gesunken sei. Noch weitaus positiver fiel der Vergleich mit dem Dezember 2010 aus. Dabei ergab sich ein Minus von 231.000.   .... "

Lügner, Schönredner, Statistiktrickser, Verbrecher... IHR MACHT MICH WÜTEND !


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 03. Januar 2012, 11:32:13
Arbeitsmarkt Dezember 2011 Faktencheck

Ist Deutschland tatsächlich auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung (Rekordbeschäftigung) oder ist das Ziel das wie in der DDR-Vollbeschäftigung  alle irgendwie beschäftigt sind? Die demografische Entwicklung die unfreiwillige Frühverrentung und der ausufernde Niedrigstlohnbereich senken die Zahl der Arbeitslosen ab. Hingegen auch die Vollzeitbeschäftigung immer weiter absinkt die Teilzeitbeschäftigung und Leiharbeit boomt. Der niedrigsten statistisch erfassten Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren stehen 6.937.586 Leistungsempfänger im Leistungsbezug  im Rechtkreis SGB II/SGB III als (ALG I, ALG II, Sozialgeld) gegenüber das sind rund 60,5 % mehr Leistungsempfänger als im Dezember 2004. (Ohne Sozialhilfe diese 2004 als auch 2011 rund 1 Million Personen erhalten haben)

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen"

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen" Professor für Statistik über den Zahlenschwindel der Bundesagentur für Arbeit. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1470832/)
(Die gewonnen Erkenntnisse des Interviews vom Mai 2011 sind auch im Januar 2012 zutreffend.)

Die Politik die Wirtschatinstitute und die Medien feiern euphorisch die „Rekordbeschäftigung“ aufgebläht durch 7,8 Millionen Mini und Midijobs obwohl ihnen bewusst sein sollte, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben können.  3 Euro 18 in der Stunde verdient eine Friseurin in Thüringen,  oder 4 Euro 58 in der Stunde für eine Floristin in Brandenburg. Mehr als 20 Prozent aller Erwerbstätigen sind im Niedriglohnbereich beschäftigt, Tendenz schnell ansteigend. Einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz haben nur noch 60 % aller Erwerbstätigen. Der „Jobboom findet vor allem in der Leih und Zeitarbeit statt. Die BA Statistik versteckt viele Menschen in Ein-Euro-Jobs, Bürgerarbeit oder anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder sie gliedert wie die Gruppe der über 58 jährigen einfach aus der offiziellen Statistik aus, diese Gruppe wird in der Regel neben vielen anderen Gruppen von Arbeitslosen aus der offiziellen BA Statistik herausgerechnet. Andere haben sich nach dem auslaufen des Arbeitslosengeldes von den Jobcentern zurückgezogen, sie sind zwar auf der Suche nach Arbeit, aber sie sind nicht im Sinne des SGB II bedürftig. Dazu gehören Frauen/Männer die über „Vermögen“ verfügen oder deren Partner ein „Einkommen“ erzielen das über der Grundsicherung liegt.  Viele Arbeitslose werden mit prekären Jobangeboten im Niedrigstlohnsektor  überhäuft. Nach dem Motto: Kann die Arbeit von anderen noch billiger erledigt werden? Auch die Zahl der Wohnungslosen nimmt aufgrund von Armut zu.


Deutschland auf dem Weg in eine Niedriglohn-Gesellschaft

In Deutschland dehnt sich der Niedriglohnsektor immer mehr aus. Die "Leipziger Volkszeitung" zitiert bisher unveröffentlichte Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, wonach der Anteil der Vollzeitbeschäftigten mit Niedriglöhnen im vergangenen Jahr auf knapp 23 Prozent gestiegen ist. (http://www.dw-world.de/dw/function/0,,83389_cid_15496877,00.html)

Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies 2010 eine Steigerung um 0,5 Prozent oder, in absoluten Zahlen, um 199.762 Arbeitnehmer. Die Niedriglohnschwelle liegt bei derzeit bei 1379 Euro für Ostdeutschland und bei 1890 Euro für Westdeutschland. (http://www.welt.de/wirtschaft/article13687270/Jeder-Fuenfte-verdient-nicht-einmal-den-Niedriglohn.html)

Eigentlich ist es schon seit unvordenklicher Zeit immer so, dass eine „Vollbeschäftigung“ durch das absenken der Arbeitslöhne erreichbar ist. Denn 0 € Arbeitsplätze sind seit der frühen Antike unendlich vorhanden.
Je billiger eine Arbeitskraft einsetzbar ist, desto öfter wird diese nachgefragt.
Allerdings muss die Solidargemeinschaft der Steuerzahler die Grundsicherung dieser billigen Arbeitskräfte finanzieren (in 2011 mit 13 Mrd. €) und somit die Gewinne der Arbeitgeber subventionieren.

Im Übrigen die Mär der Wirtschaft/Wirtschaftsinstitute/Politik/Systemmedien vom Aufstieg oder dem „Sprungbrett Niedriglohn“ wird durch den exorbitant hohen Anstieg der prekären Beschäftigung in Vollzeitbeschäftigten mit Niedriglöhnen durch die BA – Statistik eindeutig widerlegt.


Deutschland: Wirtschaftsaussichten Januar 2011:

Pressemitteilung Nr.357 vom 27.09.2011 - Zum Jahresende 2010 war der öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und gesetzliche Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) beim nicht-öffentlichen Bereich mit 2 035,9 Milliarden Euro verschuldet. (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/09/PD11__357__713,templateId=renderPrint.psml)(+/- Rechenfehler)

Inflationsrate bleibt hoch - Der Preisdruck in Deutschland hält noch immer an.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-12/inflationsrate-verbraucherpreise (http://[url=http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-12/inflationsrate-verbraucherpreise)] Die Verbraucherpreise in Deutschland sind in diesem Jahr um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mit. Im Jahr 2010 lag die Inflationsrate noch bei 1,1 Prozent.[/url]

Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zu steuern, zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion. (http://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda)
  
 Neues vom Aufschwung xxl und vom imaginären Jobwunder

 Der Leitindex DAX hat im „ gefühlten Wirtschaftsboomjahr 2011“ rund 14,7 % seines Wertes verloren.

Allerdings droht nicht nur eine neuerliche Rezession also ein "Double-Dip" sondern diese wird bereits von der OECD prognostiziert. Die Prognose zum Wirtschaftswachstum Deutschland 2012 sieht äußerst übel aus. So rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit einer Erhöhung des Volkseinkommens von nur +0,6 Prozent.

Das Wirtschaftswachstum Deutschland 2011 wird laut (OECD)  voraussichtlich zwischen +2,7 Prozent und +3,0 Prozent liegen. Und somit weit unter den Erwartungen von rund 4 %


Nach dem der ZEW-Index Konjunkturerwartungen im November 2008 auf ein Drei-Jahrestief abgestürzt war und den tiefstem Stand seit Oktober 2008 erreicht hatte. Stieg das ZEW-Barometer im Dezember leicht um 1,4 auf minus 53,8 Punkte an. Ob das eine Eintagsfliege oder eine Trendwende abbildet wird in den kommenden Monaten durch die Realität und nicht durch Stimmungsumfragen erwiesen
In der Realität gab es in 2011 in Deutschland keinen Wirtschaftsaufschwung xxl es gab nach dem Krisenjahren 2009/2010 nur eine Rekonvaleszenz der deutschen Wirtschaft, denn die Wirtschaftsleistung der deutschen Wirtschaft konnte Saison- und kalenderbereinigt und preisbereinigt nur das Niveau von 2008 erreichen.
  
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Die Zahlen vom Arbeitsmarkt
 
Deutschland: Arbeitsmarkt Dezember 2011:

Offizieller BA - Zahlenbericht für  Dezember 2011 Seite 78
  
Die Zahl der offiziell statistisch erfassten Arbeitslosen in Deutschland ist laut BA unerwartet deutlich auf  2.780.206* Personen angestiegen, zusätzlich waren nach vorläufigen Berechnungen 1.155.384 Personen in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik beschäftigt.
Für den Monat November 2011 wurde diese Zahl von 1.182.950  auf 1.200.932 Personen  nach oben korrigiert. Allerdings ist hierbei von einer erheblichen Untererfassung auszugehen  
(BA – Bericht Dezember 2011 Seite 110 Fußnote  3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für Januar - Juni 2011, Datenstand September 2011, nur ca. 69 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.

*Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)
  
 Die offizielle BA Zahl der Unterbeschäftigung für Dezember 2011:
 wird mit 3.898.075 Personen beziffert das entspricht einer Unterbeschäftigungsquote von 9,1 %

  
Im Rechtkreis SGB II/SGB III werden 6.937.586 Leistungsempfänger aufgelistet:

Der Vergleich der Leistungsempfänger Personen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leistungsempfänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Personen beziffert + 1.200.000 Personen in Sozialhilfe) Im Dezember 2011 waren laut offizieller BA Zahl 6.937.586 Personen nur im Rechtkreis SGB II/SGB III als Leistungsempfänger im Leistungsbezug (ALG I, ALG II, Sozialgeld) Das ist ein Plus von ca. 2,61 Millionen Personen oder ca. 60,5  % (  ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter)
Sowie Sozialhilfe SGB XII diese rund 1 Million Leistungsempfänger erhalten.
 
  
  darunter:
  Arbeitslosengeld   784.603 Personen
  erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.449.985    Personen
  nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.702.998 Personen
  ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)

23.09.2011 | 13:58 Uhr Steigende Soziallasten bleiben ein Hauptproblem der finanziellen Schieflage bei den Kommunen. Von 1999 bis 2009 stiegen sie bundesweit von 29 auf über 40 Milliarden Euro an. Ein Ende dieser bedrohlichen Entwicklung ist nicht absehbar. Der Bund muss sich seiner Verantwortung stellen, forderte Kommunalminister Ralf Jäger heute (23. September) im Bundesrat in Berlin. Die zugesagte Übernahme der Kosten für die Grundsicherung und bei Erwerbsminderung ab dem Jahr 2014 reiche nicht aus. Hiermit darf die Verantwortung des Bundes nicht enden. Er muss sich zur Hälfte an den sozialen Lasten beteiligen, mahnte Jäger.
Allein in NRW sind die Soziallasten der Kommunen in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent auf fast 13 Milliarden Euro angestiegen…. (http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/56636/2117902/innenministerium-bund-traegt-mitverantwortung-fuer-kommunale-finanzmisere)
  
  
  Pressemitteilung Nr.270 vom 19.07.2011  - Beschäftigungszuwachs 2010 zu großen Teilen von Zeitarbeit getragen (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/07/PD11__270__132,templateId=renderPrint.psml)
  
  2010 Abhängig Beschäftigte 30.904.000 Personen
  2010 Normalerwerbstätige 23.069.000 Personen
  2010  Atypisch Beschäftigte 7.835.000 Personen
  Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten ist nach Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Juli auf  4,93 Mio, angestiegen.

Entwicklung:  ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG (http://www.boeckler.de/impuls_2011_14_1.pdf)

Der Jobmotor brummt weiter, in den letzten Jahren wurde de Wert der Arbeit in Deutschland massiv entwertet. In 2011 ist die Zahl atypische Beschäftigungsverhältnisse, in Teilzeitstellen, , in Leih- und Zeitarbeit und in Minijobs weiter exorbitant angestiegen.

ILO warnt vor Beschäftigungskrise und sozialen Unruhen (http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=7785:ilo-warnt-vor-beschaeftigungskrise-und-sozialen-unruhen&catid=46&Itemid=115)
  
  Geringverdiener: Aus wenig wird weniger - Sie verdienen ohnehin nicht viel - und selbst das wird weniger. Geringverdiener müssen seit dem Jahr 2000 drastische Loheinbußen einstecken. Obwohl die Wirtschaft wächst. Teilweise haben sie bis zu 22 Prozent weniger in der Tasche, offenbart jetzt eine Studie. … Seit dem Jahr 2000 betrugen die Lohneinbußen zwischen 15,6 und 21,9 Prozent. Die Nettoeinkommen aller Beschäftigten gingen hingegen nur um 2,5 Prozent zurück. (http://www.sueddeutsche.de/karriere/lohnentwicklung-geringverdiener-aus-wenig-wird-weniger-1.1122132)
  
  
  BA Bericht Dezember  2011 Seite 11/12

Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im November auf 467.000 gemeldete Arbeitsstellen…. November 492.000; Oktober  500.000.
Nach Wirtschaftszweigen differenziert beruht das Plus in der gleitenden Jahressumme etwa zur Hälfte auf Meldungen aus der Arbeitnehmerüberlassung. (+111.000 oder +16 Prozent).  

BA Bericht Dezember 2011 Seite 22
  
Außer den Leistungsempfängern gab es im August noch 324.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.

BA Bericht Dezember 2011 Seite 25
  
3.2 Erwerbstätige Leistungsberechtigte

Im August 2011 bezogen 30 Prozent (1,37 Mio) der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten Einkommen aus Erwerbstätigkeit…..
  
Bedarfe / Leistungen / Einkommen - statistik.arbeitsagentur.de (http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html)
  
Wer das komplette Zahlenwerk der BA detailliert betrachtet, wird dann doch sehr ernüchtert.
Entgegen der politischen und medialen Lobgesänge ist die Lage am Arbeitsmarkt im besonderem im Niedrigstlohnbereich bei weiten schlechter als von Politik und Massenmedien den Massen und den Bürgern suggeriert wird,
 
Quelle der Zahlen:
http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201112.pdf (http://[url=http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201112.pdf)]BA – Monatsbericht Dezember 2011[/url]

 Erstellt von Sybilla am 03.01.12  11 Uhr 00 – Teil 1 Die Zahlen
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden

Lügen werden solange wiederholt bis diese von der Mehrheit der Masse als Wahrheit akzeptiert werden.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 03. Januar 2012, 12:30:11
Sämtliche Betriebe, Firmen und Läden in die ich die letzten Monate - zwecks Minijob-Suche - meine Nase gesteckt habe, werden NUR & ausschließlich von 400€-Jobbern gewuppt.

Unter großem, persönlichen Einsatz, Bemühungen und Kopfzerbrechen über Stundenzahlen, Wochenpläne usw., usw. der betroffenen Minijobber irgendwie mühsam am Laufen gehalten, während die Eigner zusehen und begeistert ihre Kontoauszüge bestaunen, bröckelt es überall und gehen die Betriebe & Qualität und die Mitarbeiter immer mehr vor die Hunde.

Leute, mit 400 €-Jobs kann man Firmen & soziale Einrichtungen, eine ganze Gesellschaft nicht führen, das geht einfach nicht!

Vielleicht wenn die Kunden & Patienten im Boykott endlich aufstehen würden gegen diesen Mißbrauch, könnte man das ganze Elend über die finanzielle Schiene endlich beenden?


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 03. Januar 2012, 12:33:47
Sybillas Kommentar


Das Problem der Arbeitslosigkeit war augenscheinlich immer ein Problem der statistischen Erfassung des Blickwinkel und der Definition von Arbeitslosigkeit.. Nach der Umstellung der statistischen Erfassung der Arbeitslosigkeit 2005  weist die BA Statistik seit Monaten die niedrigste Arbeitslosigkeit seit xy Jahren aus. Allerdings sind nach wie vor rund 4 Millionen Personen von Arbeitslosigkeit /Unterbeschäftigung betroffen. Rund 1, 5 Millionen Arbeitslose werden in der Statistik versteckt. Die Definition von Arbeitslosigkeit von 199x ist mit der Definition von Arbeitslosigkeit in 2011 keinesfalls vergleichbar und die erhöhte Zahl der offenen Stellen erklärt sich vor allem aus Mehrfachnennungen vieler Stellenangebote. Die Zahl der Leistungsempfänger ALG I, ALG II. Sozialgeld verharrt bei rund sieben Millionen Personen. Darin sind Personen die Kinderzuschlag, Sozialhilfe SGB XII oder Altersgrundsicherung erhalten nicht enthalten. Viele Medien - Franz Josef Strauß nannte diese einmal:jubelnd-jaulende Hofhunde (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42891596.html) verkünden im medialen Gleichklang im euphorischem Jubel, in triumphierender Einheit mit Politik und Wissenschaft, die Mär vom robusten Arbeitsmarkt und eine Fortsetzung der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Zahlen zur Erwerbstätigkeit Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job)  einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!! selbstverständlich wird die Zahl der Erwerbstätigen nicht durch zählen sondern durch eine Schätzung ermittelt..Die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und  Arbeitslosigkeit werden in den Medien verkürzt wiedergegeben und von der Politik einseitig tendenziös interpretiert. Wir brauchen Glasnost (russ.) Offenheit, Transparenz, Informationsfreiheit So ist nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmenteilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind, obwohl auch diese Personen arbeitslos bleiben. Bis zu den Arbeitsmarktreformen waren ausschließlich Personen ohne Arbeit von der Armut oder Armutsgefährdung betroffen. Bürger die jeden Tag früh aufstanden und zur Arbeit gingen hatten im Gegenzug die Garantie dass sie von ihrer Arbeitsleistung ihren Lebensunterhalt bezahlen konnten. Das hat sich nach den Arbeitsmarktreformen grundlegend geändert. Heute stehen viele Menschen früh auf und gehen zur Arbeit können aber mit den erzielbaren Einkommen ihrer Arbeitsleistung ihren Lebensunterhalt nicht finanzieren. Viele hart arbeitende Menschen müssen trotz Konjunkturbelebung bei den Jobcentern nach hochnotpeinlicher Bedürftigkeitsprüfung zusätzliche Sozialleistungen beziehen diese von der Solidargemeinschaft der Steuerzahler zusätzlich erwirtschaftet werden muss.
   
 Das Ziel der Vollbeschäftigung also dem ureigenen Bedürfnis eines Menschen, das ein Erwerbstätiger von seiner Hände Arbeit auch eine Selbstbestimmte Existenz für sich und seine Familie (ohne ergänzende Hartz IV ALG II Leistungen) gestalten möchte/können muss, bleibt auch im „Aufschwung der Mini und Billigjobs“ am deutschen Arbeitsmarkt ein unerfülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesellschaft augenscheinlich aufgegeben. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der veröffentlichten Zahlen übererfüllt. Aber es ist zu vermuten das die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und den Medien einseitig tendenziös interpretiert werden. Ich vermute gar, die Statistik des Arbeitsmarktes gleicht einen potemkinschen Dorf, sie wird durch das verstecken vieler Arbeitsloser (Ein Euro Jobber; Bürgerarbeiter, 0 Euro Praktikanten...) mit 7,8 Millionen Personen in prekären Arbeitsverhältnissen fein herausgeputzt, um den tatsächlichen Zustand des Arbeitsmarktes zu verbergen. Oberflächlich wirkt die Statistik durch die Zahl der Unterbeschäftigten ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihr aber wie vielen Jobs an Substanz.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: zak am 03. Januar 2012, 14:41:55
Sybillas Beitrage können nicht eindeutiger und besser verfasst werden.

Einer Ihrer Schlüsselhinweise trifft den Kern:

Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zu steuern, zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion.

Genau, das ist eine Haupterkenntnis dieser unverschämten, hemmungslosen (Statistik-) Manipulationen. Propaganda.

 Die Regierenden wissen, dass es schon 12 Uhr geschlagen hat. Eine gesellschaftliche Ordnung, worin alle „Kleinen“ leiden, tragt subjektiv wie objektiv ihr Ende. Der sogenannte Abgrund kann nicht angemessen genug beleuchtet werden. Nachdem die Unnützen nun arbeitslos sind, wenden wir uns den unnützen Zahlen zu, um sie auch arbeitslos zu machen, damit wenigstens sie uns nutzen. Ihr Sinnverhältnis muß entlassen, freigesetzt werden, schließlich wird nicht nur dem deutschen Volk gedient, sondern auch den deutschen Zahlen.

Schaut man sich das selbstsichere, selbstverliebte Grinsen von Ursula an, weiß man spätestens jetzt, wie eine Irre aussieht. Ihre kariösen Argumente werden ohne Komma als Maß aller Dinge vorgetragen, und im Grunde ahnt dann der aufrichtige Menschenkenner schon, dass auch studierte Menschen eine gutbezahlte Klatsche haben können.  



Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Nick N. am 03. Januar 2012, 17:50:25
1.) Meine volle Unterstützung für die beiden vorigen Beiträge

2.) Der Ausdruck "hochnotpeinlicher Bedürftigkeitsprüfung" hat bei mir gerade die Assoziation folgender Schlagzeile hervorgerufen: "Neue Verhörmethoden: Folter in Zukunft erlaubt bei Verdacht auf Erschleichen von Sozialleistungen!"

3.) Die ganze Perversion und der Irrsinn wird allerdings erst offenbar, wenn man auch mal die andere Seite des öffentlichen Geldbeutels betrachtet. Denn der Staat entlastet ja steuerlich immer mehr die Reichen und Vermögenden (was die Frage aufwirft, für was wir sie dann eigentlich noch so dringend im Land behalten wollen, ach ja, richtig, wegen der Bestechungsgelder...), und belastet zunehmend die kleinen Leute, das heisst, der Staat ist zunehmend auf Lohnsteuern und so angewiesen. Bloss: Minijobber zahlen keine Lohnsteuer!
Und das ist die andere Hälfte der Abwärtsspirale!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 03. Januar 2012, 18:06:09
Es gibt viele Leute die das, was ich grade dazu denke, besser und fundierter ausdrücken können.
Von daher empfehle ich mal die Lektüre dieses Artikels (http://www.meinpolitikblog.de/zwischen-schmerzgrenze-und-hemmschwelle-wann-stehen-die-deutschen-auf).


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: zak am 03. Januar 2012, 20:16:28
Zitat
Der Ausdruck "hochnotpeinlicher Bedürftigkeitsprüfung" hat bei mir gerade die Assoziation folgender Schlagzeile hervorgerufen: "Neue Verhörmethoden: Folter in Zukunft erlaubt bei Verdacht auf Erschleichen von Sozialleistungen!"

Mit Deinem Vergleich liegst Du völlig richtig. Ich habe Verhandlungen beim SG erlebt, in denen im Rahmen der Prüfung von Bedarfsgemeinschaften hochnotpeinliche Fragen gestellt wurden, die die Begriffe „Folter“ und „Entwürdigung“ exakt trafen. Wir leben eigentlich immer noch im Zeitalter der Hexenverfolgung und Ketzerverbrennung, nur die Bezeichnungen haben sich geändert. Ein Zeitalter, in dem Juristen Recht als nackten Ausdruck von Kapitalinteressen sprechen und ihre Unabhängigkeit ad absurdum führen.

Freisler lässt grüßen.



Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 03. Januar 2012, 21:10:18
Zitat

[...]

Was also ist sozial an einem Billigjob, den der Staat mit Steuergeldern »aufstocken« muß? Was ist sozial an vergleichsweise deutlich niedriger bezahlter Leiharbeit im Sinne des vielbeschworenen Gemeinwesens?

Wem hilft es, wenn aus 100 Vollzeitjobs 300 in Teilzeit werden? Den Betroffenen meist nicht – wenn man von dem psychologisch zweifellos wichtigen Effekt absieht, überhaupt bezahlte Arbeit zu haben.

Aber auch der ist stärker als je zuvor in der BRD-Nachkriegsgeschichte von der Gnade der »Investoren« und »Unternehmer« abhängig.

So toll die Zahlen der BA auch klingen mögen, unter dem Strich sind sie nichts als ein Armutszeugnis.



http://www.jungewelt.de/2012/01-04/052.php (http://www.jungewelt.de/2012/01-04/052.php)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Rudolf Rocker am 31. Januar 2012, 12:08:57
Da werden tausende Erwerbslose in sinnlose Maßnahmen gezwungen und dann kommt das hier:

Zitat
Im Januar weniger Arbeitslose als erwartet

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt426.html (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt426.html)


Es lohnt hier auch mal die Kommentare zu lesen!!

Das glaubt keiner mehr!!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 31. Januar 2012, 13:22:22
Die Kommentare sind teils wirklich lesenswert.  ;D
Nur stellt sich mir immer öfter die Frage, wie es mit der
schweigenden Mehrheit aussieht.









Beitrag #700  :D


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Rudolf Rocker am 31. Januar 2012, 13:57:11
Hallo tiefrot!

Herzlichen Glückwunsch zum 700. Beitrag! ;D

Grade die Kommentare bei tagesschau.de sind ja eher "bürgerliche Mitte".
Ist schon lustig!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. Januar 2012, 17:31:28
Arbeitsmarkt 4.113.346 Personen sind unterbeschäftigt

Arbeitsmarkt Januar 2012 – Faktencheck Jobboom


 
Deutschland: Arbeitsmarkt Januar 2012 offizieller BA - Zahlenbericht für Januar 2012 Seite 49

Leistungsempfänger 3) 7.092.183 Personen
Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit  937.194 Personen
- erwerbsfähige Leistungsberechtigte  4.456.870 Personen 
- nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte 1.698.119 Personen
  ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)

Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit  4.113.346 Personen das sind 9,6 %
Arbeitslosigkeit registriert nach § 16 SGB III  3.081.706 Personen

1.075.004  Teilnehmer an ausgewählten Maßnahmen  aktiver Arbeitsmarktpolitik 3)

3) Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hochgerechnet werden Im Deutschlandwert ist auch die Anzahl der Leistungsempfänger enthalten, die die Alg-Leistung im Ausland beziehen

Ist Deutschland tatsächlich auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung (Rekordbeschäftigung) oder ist das Ziel das wie in der DDR-Vollbeschäftigung  alle irgendwie beschäftigt sind? Die demografische Entwicklung die unfreiwillige Frühverrentung und der ausufernde Niedrigstlohnbereich senken die Zahl der Arbeitslosen ab. Hingegen auch die Vollzeitbeschäftigung immer weiter absinkt die Teilzeitbeschäftigung und Leiharbeit boomt. Der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit stehen 7.092.183 Leistungsempfänger im Leistungsbezug  im Rechtkreis SGB II/SGB III als (ALG I, ALG II, Sozialgeld) gegenüber das sind rund 64,3 % mehr Leistungsempfänger als im Dezember 2004. (Ohne Sozialhilfe diese 2004 als auch 2011 rund 1 Million Personen erhalten haben)

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen"

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen" Professor für Statistik über den Zahlenschwindel der Bundesagentur für Arbeit. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1470832/)
(Die gewonnen Erkenntnisse des Interviews vom Mai 2011 sind auch im Januar 2012 zutreffend.)

Die Politik die Wirtschatinstitute und die Medien feiern euphorisch die „Rekordbeschäftigung“ aufgebläht durch 7,8 Millionen Mini und Midijobs obwohl ihnen bewusst sein sollte, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben können.  3 Euro 18 in der Stunde verdient eine Friseurin in Thüringen,  oder 4 Euro 58 in der Stunde für eine Floristin in Brandenburg. Mehr als 20 Prozent aller Erwerbstätigen sind im Niedriglohnbereich beschäftigt, Tendenz schnell ansteigend. Einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz haben nur noch 60 % aller Erwerbstätigen. Der „Jobboom findet vor allem in der Leih und Zeitarbeit statt. Die BA Statistik versteckt viele Menschen in Ein-Euro-Jobs, Bürgerarbeit oder anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder sie gliedert wie die Gruppe der über 58 jährigen einfach aus der offiziellen Statistik aus, diese Gruppe wird in der Regel neben vielen anderen Gruppen von Arbeitslosen aus der offiziellen BA Statistik herausgerechnet. Andere haben sich nach dem auslaufen des Arbeitslosengeldes von den Jobcentern zurückgezogen, sie sind zwar auf der Suche nach Arbeit, aber sie sind nicht im Sinne des SGB II bedürftig. Dazu gehören Frauen/Männer die über „Vermögen“ verfügen oder deren Partner ein „Einkommen“ erzielen das über der Grundsicherung liegt.  Viele Arbeitslose werden mit prekären Jobangeboten im Niedrigstlohnsektor  überhäuft. Nach dem Motto: Kann die Arbeit von anderen noch billiger erledigt werden? Auch die Zahl der Wohnungslosen nimmt aufgrund von Armut zu.

Deutschland auf dem Weg in eine Niedriglohn-Gesellschaft

In Deutschland dehnt sich der Niedriglohnsektor immer mehr aus. Die "Leipziger Volkszeitung" zitiert bisher unveröffentlichte Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, wonach der Anteil der Vollzeitbeschäftigten mit Niedriglöhnen im vergangenen Jahr auf knapp 23 Prozent gestiegen ist. (http://www.dw-world.de/dw/function/0,,83389_cid_15496877,00.html)

Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies 2010 eine Steigerung um 0,5 Prozent oder, in absoluten Zahlen, um 199.762 Arbeitnehmer. Die Niedriglohnschwelle liegt bei derzeit bei 1379 Euro für Ostdeutschland und bei 1890 Euro für Westdeutschland. (http://www.welt.de/wirtschaft/article13687270/Jeder-Fuenfte-verdient-nicht-einmal-den-Niedriglohn.html)

Eigentlich ist es schon seit unvordenklicher Zeit immer so, dass eine „Vollbeschäftigung“ durch das absenken der Arbeitslöhne erreichbar ist. Denn 0 € Arbeitsplätze sind seit der frühen Antike unendlich vorhanden.
Je billiger eine Arbeitskraft einsetzbar ist, desto öfter wird diese nachgefragt.
Allerdings muss die Solidargemeinschaft der Steuerzahler die Grundsicherung dieser billigen Arbeitskräfte finanzieren (in 2011 mit 13 Mrd. €) und somit die Gewinne der Arbeitgeber subventionieren.

Im Übrigen die Mär der Wirtschaft/Wirtschaftsinstitute/Politik/Systemmedien vom Aufstieg oder dem „Sprungbrett Niedriglohn“ wird durch den exorbitant hohen Anstieg der prekären Beschäftigung in Vollzeitbeschäftigten mit Niedriglöhnen durch die BA – Statistik eindeutig widerlegt.

Neues vom Aufschwung xxl und vom imaginären Jobwunder

Der Leitindex DAX hat im „ gefühlten Wirtschaftsboomjahr 2011“ rund 14,7 % seines Wertes verloren.

Allerdings droht nicht nur eine neuerliche Rezession also ein "Double-Dip" sondern diese wird bereits von der OECD prognostiziert. Die Prognose zum Wirtschaftswachstum Deutschland 2012 sieht äußerst übel aus. So rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit einer Erhöhung des Volkseinkommens von nur +0,6 Prozent.

Das Wirtschaftswachstum Deutschland 2011 wird laut (OECD)  voraussichtlich zwischen +2,7 Prozent und +3,0 Prozent liegen. Und somit weit unter den Erwartungen von rund 4 %

Im 4. Quartal 2011 ist Wirtschaftsleistung um 0,25 % gesunken. 

Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (ARD-Morgenmagazin) (http://[url=http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)]Unter 3 Millionen Arbeitslose und so[/url]
 
23.09.2011 | 13:58 Uhr Steigende Soziallasten bleiben ein Hauptproblem der finanziellen Schieflage bei den Kommunen. Von 1999 bis 2009 stiegen sie bundesweit von 29 auf über 40 Milliarden Euro an. Ein Ende dieser bedrohlichen Entwicklung ist nicht absehbar. Der Bund muss sich seiner Verantwortung stellen, forderte Kommunalminister Ralf Jäger heute (23. September) im Bundesrat in Berlin. Die zugesagte Übernahme der Kosten für die Grundsicherung und bei Erwerbsminderung ab dem Jahr 2014 reiche nicht aus. Hiermit darf die Verantwortung des Bundes nicht enden. Er muss sich zur Hälfte an den sozialen Lasten beteiligen, mahnte Jäger.
Allein in NRW sind die Soziallasten der Kommunen in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent auf fast 13 Milliarden Euro angestiegen…. (http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/56636/2117902/innenministerium-bund-traegt-mitverantwortung-fuer-kommunale-finanzmisere)
  Pressemitteilung Nr.270 vom 19.07.2011  - Beschäftigungszuwachs 2010 zu großen Teilen von Zeitarbeit getragen (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/07/PD11__270__132,templateId=renderPrint.psml)
   
  2010 Abhängig Beschäftigte 30.904.000 Personen
  2010 Normalerwerbstätige 23.069.000 Personen
  2010  Atypisch Beschäftigte 7.835.000 Personen
  Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten ist nach Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Juli auf  4,93 Mio, angestiegen.

Entwicklung:   ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG (http://www.boeckler.de/impuls_2011_14_1.pdf)

Der Jobmotor brummt weiter, in den letzten Jahren wurde de Wert der Arbeit in Deutschland massiv entwertet. In 2011 ist die Zahl atypische Beschäftigungsverhältnisse, in Teilzeitstellen, , in Leih- und Zeitarbeit und in Minijobs weiter exorbitant angestiegen.

ILO warnt vor Beschäftigungskrise und sozialen Unruhen (http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=7785:ilo-warnt-vor-beschaeftigungskrise-und-sozialen-unruhen&catid=46&Itemid=115)
   
  Geringverdiener: Aus wenig wird weniger - Sie verdienen ohnehin nicht viel - und selbst das wird weniger. Geringverdiener müssen seit dem Jahr 2000 drastische Loheinbußen einstecken. Obwohl die Wirtschaft wächst. Teilweise haben sie bis zu 22 Prozent weniger in der Tasche, offenbart jetzt eine Studie. … Seit dem Jahr 2000 betrugen die Lohneinbußen zwischen 15,6 und 21,9 Prozent. Die Nettoeinkommen aller Beschäftigten gingen hingegen nur um 2,5 Prozent zurück. (http://www.sueddeutsche.de/karriere/lohnentwicklung-geringverdiener-aus-wenig-wird-weniger-1.1122132)
   
   
BA Bericht Januar  2012 Seite 9

Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im Januar auf 452.000 Arbeitsstellen.
im Dezember auf 467.000 …. November 492.000; Oktober  500.000.

Nach Wirtschaftszweigen differenziert beruht das Plus in der gleitenden Jahressumme etwa zur Hälfte auf Meldungen aus der Arbeitnehmerüberlassung.

BA Bericht Dezember 2011 Seite 19
   
Außer den Leistungsempfängern gab es im September noch 310.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.

BA Bericht Dezember 2011 Seite 25
   
3.2 Erwerbstätige Leistungsberechtigte

Im September 2011 bezogen 30 Prozent (1,36 Mio) der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten Einkommen aus Erwerbstätigkeit. …..
   
Bedarfe / Leistungen / Einkommen - statistik.arbeitsagentur.de (http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html)
   
Wer das komplette Zahlenwerk der BA detailliert betrachtet, wird dann doch sehr ernüchtert.
Entgegen der politischen und medialen Lobgesänge ist die Lage am Arbeitsmarkt im besonderem im Niedrigstlohnbereich bei weiten schlechter als von Politik und Massenmedien den Massen und den Bürgern suggeriert wird,
 
Quelle der Zahlen:
http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201201.pdf (http://[url=http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201201.pdf)]BA – Monatsbericht Januar 2012[/url]

 Erstellt von Sybilla am 31.01.12  16 Uhr 00 – Teil 1 Die Zahlen
 Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 03. Februar 2012, 19:24:05
Zitat
Arbeitsagentur belegt: Hartz IV ist gescheitert

Wie aus einer Sonderbroschüre der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, ist der Anteil von Langzeiterwerbslosen an den Erwerbslosen in Deutschland Europarekord. Vorgeblich wurde das Instrument Hartz IV geschaffen, um Langzeiterwerbslosigkeit zu verhindern bzw. zu reduzieren.

Die Zahlen im Europäischen Vergleich zeigen: In keinem anderen Land ist der Anteil der Langzeiterwerbslosen höher als in Deutschland. Da helfen selbst alle statistischen Tricks der Bundesregierung nicht mehr. Der genannte Anteil wäre, wie aus einer Antwort der Bundesregierung vom 18.01.2012 auf eine Anfrage der LINKEN zu Abgängen aus den Rechtskreisen SGB II und SGB III hervorgeht, sogar erheblich größer, wenn alle in Maßnahmen befindlichen, trotz Rentenkürzung in Vorruhestand gegangenen und weitere hinzuzurechnende Personengruppen mitgezählt würden.

Selbst nach eigener Definition (s 2.5) hat dieses Instrument versagt und damit letztlich nur das wahre Ziel erreicht: Druck auf das allgemeine Lohnniveau auszuüben.

Auszug aus der Broschüre:

2.5 Langzeiterwerbslosigkeit im europäischen Vergleich

Deutschland hatte im Juni 2011 mit 6,1 Prozent eine im europäischen Vergleich niedrige Erwerbslosenquote nach dem international vergleichbaren ILO-Konzept. Dieser auf Umfragen beruhenden Arbeitskräfteerhebung zufolge lag jedoch in Deutschland der Anteil derjenigen an den Erwerbslosen besonders hoch, die angaben bereits seit zwölf Monaten und länger erwerbslos zu sein (Abb.7)

So war im ersten Quartal 2011 fast die Hälfte der Erwerbslosen langzeiterwerbslos. In anderen Ländern gelingt es offensichtlich noch immer besser, strukturelle und verfestigte Arbeitslosigkeit zu vermeiden. So lag der Anteil der Langzeiterwerbslosen im Durchschnitt aller 27 Mitgliedstaaten der EU bei 42 Prozent. In Dänemark waren lediglich 23 Prozent und in Schweden sogar nur 19 Prozent der Erwerbslosen ein Jahr und länger erwerbslos.

Auszug aus der Antwort der Bundesregierung vom 18.01.2012 BT-Drucksache 17/8323:

Zu den Abgangsgründen können folgende Angaben gemacht werden: • In eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt gingen 207.781 Langzeitarbeitslose ab; das sind 14,9 Prozent aller Abgänge. • Zudem erfolgten im Jahr 2011 3,0 Prozent aller Abgänge aufgrund von Sonderregelungen, zu denen neben der Vorruhestandsähnlichen Regelung des § 53a SGB II auch die Beendigung der Arbeitslosigkeit wegen Minderung der Leistungsfähigkeit zählt (§125 SGB III). • 4,1 Prozent der Abgänge erfolgten aufgrund des Ausscheidens aus dem Erwerbsleben, • 35,0 Prozent der Abgänge erfolgten in Arbeitsunfähigkeit und • 11,1 Prozent beendeten ihre Arbeitslosigkeit aufgrund fehlender Verfügbarkeit oder Mitwirkung. • Der Anteil der Abgänge in eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme an allen Abgängen lag bei 23,0 Prozent. Die Summe der Abgänge in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen ist hierbei gesondert zu betrachten, da z.B. auch die Abgänge in eine Erwerbstätigkeit - abhängige Erwerbstätigkeit sowie Selbstständigkeit - mit einer Maßnahme verknüpft sein können.


Quelle: 02.02.2012 in scharf-links.de von Werner Schulten Berlin, 02.02.2012
Mitglied Parteivorstand DIE LINKE zuständig für Sozialpolitik Bundessprecher der BAG Hartz IV


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 03. Februar 2012, 20:40:43
Rudolf Rocker äußerte:
Zitat
Herzlichen Glückwunsch zum 700. Beitrag!
Etwas spät, sorry, aber Danke !  :D


Eivisskat schrob:
Zitat
Selbst nach eigener Definition (s 2.5) hat dieses Instrument versagt und damit letztlich nur das wahre Ziel erreicht:
Druck auf das allgemeine Lohnniveau auszuüben.
Oh ja, ich kann mich noch an die letzten Zeiten vor Einführung Hartz IV genau erinnern:
Die Geldsäcke haben ohrenbetäubend rumgeflennt, unsere Löhne wären zu hoch,
und haben sich ziemlich unverhohlen darüber beklagt, dies würde ihre Gewinne schmälern.  :-X
Jetzt haben wir chinesische Löhne und die heulen immer noch !

Mit fehlen zu solch einem Irrsinn einfach weitere Worte.  >:(


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 05. Februar 2012, 09:39:51
Zitat
Arbeitslose in Deutschland werden von Armut bedroht

70 Prozent unterhalb der Armutsgrenze

In Deutschland liegen 70 Prozent der Arbeitslosen mit ihrem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. In Italien sind es  43,9 % der arbeitslosen Frauen und Männer, in Dänemark 36,0 %, Frankreich 33,5 % und Niederlande 32,1 Prozent.

»Das einkommensabhängige Arbeitslosengeld wird in Deutschland nur relativ kurze Zeit gezahlt. Deshalb sind Arbeitslose hierzulande stärker von Armut bedroht als in anderen europäischen Staaten.«

In der Bundesrepublik Deutschland liegt das Einkommen von 70 Prozent der Werktätigen ohne Arbeit unterhalb der Armutsgrenze. Im “Durchschnitt“ der Europäischen Union beträgt die offizielle statistische Armutsquote für Arbeitslose dagegen lediglich 45 Prozent.

»Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens hat. In Deutschland verläuft diese [- nach unten manipulierte * -] Schwelle bei 940 Euro im Monat für einen Alleinstehenden.« *

Gründe für die hohe Armutsgefährdung: Viele Menschen können die Anspruchsvoraussetzungen für das einkommensbezogene Arbeitslosengeld I (ALG I) nicht erfüllen. ALG I erhält zumeist nur, wer zuvor mindestens zwölf Monate - innerhalb von zwei Jahren - sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. Vor allem Werktätige in sozial ungesicherten bzw. atypischen Beschäftigungsverhältnissen und mit unterbrochenen Erwerbsbiografien schaffen das oft nicht. Sie sind bereits bei Beginn ihrer Arbeitslosigkeit von der Versicherungsleistung ausgeschlossen.

Auch die Höhe des Arbeitslosengeld I  fällt »im internationalen Vergleich nicht übermäßig aus.« [Auch die Früchte der rechts-sozialdemokratischen und system-gewerkschaftlichen DGB-Sozialpartnerschaft zwischen Arbeit und Kapital.] -

Bei alleinstehenden Werktätigen ersetzt das Arbeitslosengeld in Deutschland nur etwa 60 Prozent des Nettolohns. OECD-Daten zufolge sind es bei Werktätigen mit niedrigen Arbeitseinkommen in Dänemark 83 Prozent, in der Schweiz 82 Prozent und in den Niederlanden 76 Prozent des Nettolohns.

»Den wichtigsten Grund sieht der Forscher aber in der vergleichsweise kurzen Anspruchsdauer auf ALG I. So erhält etwa ein 40-Jähriger, der seit seinem 18. Lebensjahr durchgängig gearbeitet hat, nur maximal 52 Wochen Arbeitslosengeld. In den Niederlanden sind es hingegen 96 Wochen, in Frankreich oder Norwegen 104 und in Dänemark 208 Wochen [- Arbeitslosengeld].« -

»Die Folge ist, dass nur etwa ein Drittel aller Arbeitslosen in Deutschland ALG I erhält. Nach der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe im Jahre 2004 sind somit viele Arbeitslose auf ALG II [- auf den offenen Hartz IV-Vollzug] angewiesen. Das reicht oftmals nicht, um das Haushaltseinkommen über der Armutsgrenze zu halten.«

Die Armutsquote unter den Arbeitslosen beträgt in: Deutschland 70,0 %, Belgien 31,0 %, Dänemark 36,0 %, Finnland 45,3 %, Frankreich 33,5 %, Griechenland 38,6 %, Island 26,3 %, Italien 43,9 %, Luxemburg 42,8 %, Niederlande 32,1 %, Norwegen 32,7 %, Österreich 40,2 %, Portugal 36,8 %, Schweden 37,0 %, Schweiz 33,2 %, Spanien 39,2 %, Großbritannien 47,7 Prozent. 

Quelle:
HBS: Böckler Impuls 2/2012, 1. Februar 2012.
Arbeitsmarkt: EU-Nachbarn sichern Arbeitslose besser. Von WSI-Sozialexperte Eric Seils.
[url]http://www.boeckler.de/impuls_2012_02_gesamt.pdf[/url] ([url]http://www.boeckler.de/impuls_2012_02_gesamt.pdf[/url])

* Vgl.: Der Armutsbericht der Bundesregierung ist ein Schwindel nach unten! *
[url]http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/allg/schramm.pdf[/url] ([url]http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/allg/schramm.pdf[/url])


Quelle: scharf-links.de vom 04.02.12


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sir Vival am 05. Februar 2012, 11:23:30
Wenn ich mir da den Vergleich zu den anderen Nachbarländern anschaue, muss man D ganz klar einen ganz schön assozialen Status anerkennen. Ich meine jetzt natürlich, wie das Land mit seinen Menschen umgeht und nicht die Menschen selbst.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: matten am 05. Februar 2012, 11:53:04
moin

@ Sir Vival,
aber nicht allen geht es so...
es gibt bei uns auch welche denen wirt richtig Zucker in den Arsch
geblasen oder sind es €`s... ;)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 05. Februar 2012, 12:53:02
HIER: DER PRESSECLUB (http://www.wdr.de/tv/presseclub/gaestebuch/gaestebuch.php5?seite=7&countr=10&sort=0&buch=1690) der ARD.
Diskutiert doch einfach ein bischen mit.

Besonders die, die ihn gesehen haben. 


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Rudolf Rocker am 05. Februar 2012, 13:36:43
HIER: DER PRESSECLUB ([url]http://www.wdr.de/tv/presseclub/gaestebuch/gaestebuch.php5?seite=7&countr=10&sort=0&buch=1690[/url]) der ARD.
Diskutiert doch einfach ein bischen mit.

Besonders die, die ihn gesehen haben. 


Wow, da kocht es ja richtig, in der Kommentarspalte!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: counselor am 05. Februar 2012, 18:57:58
"Entwarnung" am Arbeitsmarkt? Massenarbeitslosigkeit nimmt weltweit zu ...

05.02.12 - Mit Meldungen, dass die offizielle Arbeitslosigkeit in Deutschland trotz erneutem Anstieg über 3 Millionen so niedrig wie seit 21 Jahren nicht mehr sei, wird in den letzten Wochen davon abgelenkt, dass die Weltwirtschaftkrise sich weiter vertieft - mit dramatischen Folgen für die Massen. Die "Internationale Arbeitsorganisation" (ILO) in Genf - eine Institution der UNO - hat in ihrem am 23. Januar veröffentlichten "Jahresbericht über globale Beschäftigungstrends 2012" berichtet, dass weltweit 197 Millionen Menschen arbeitslos sind und 900 Millionen unterhalb der so genannten "Armutsschwelle" leben, also weniger als 2 Dollar pro Tag zum Leben haben ...

Quelle: RF News (http://www.rf-news.de/2012/kw05/entwarnung-am-arbeitsmarkt-massenarbeitslosigkeit-nimmt-weltweit-zu-..)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 06. Februar 2012, 00:53:39
@Rudolf Rocker: Hab die ganzen (bisher) 88 Seiten gelesen und mir die Konserve der Sendung durchgehört.
Das übliche Blabla, kann ich da nur sagen. Die Kommentarspalten allerdings sind wirklich lesenswert ! Danke dir.  ;)

Zitat
"Entwarnung" am Arbeitsmarkt? Massenarbeitslosigkeit nimmt weltweit zu ...
Das sind die Langzeitfolgen sich selbst vermehrenden Geldes.
Wir sehen interessanten Zeiten entgegen.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Rudolf Rocker am 06. Februar 2012, 08:48:30
Nee, Danke an Strombi!
Er hat es reingestellt! ;)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 06. Februar 2012, 12:45:58
*OOPS* Danke an Strombi denn.
Kommt davon, wenn man mitten in der Nacht noch Foren tapeziert.  ;D


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 06. Februar 2012, 12:54:49
Tiefrot, es ist doch vollkommen wurscht, wer hier was "entdeckt". Wichtig ist es, das wir uns gegenseitig informieren und aufmucken. Einer sieht was als Erster und postet es. Heute ich, morgen Du oder RR, oder sonstwer.

Wichtig ist, das solche Stimmungsbilder der Nation, wie in dem Gästebuch des presseclub allgemein zur Kenntnis genommen werden, auf das wir alle
uns so organisieren können, die vermutlich schlimme Zukunft für unser Land, ja Europa, das Merkel-Dominator-Imperium zu verhindern.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tante Maria am 06. Februar 2012, 13:26:27
@ Tiefrot .Ja ,ich stelle mir schon sehr lange die Frage wann die Deutschen endlich ,wie in den Politikblog beschrieben , aufstehen.?

Ich persönlich glaube , der deutsche Michel hat die Ernsthaftigkeit ,was das betrifft noch nciht begriffen ,wo es hinführen soll?

Ich hatte schon einige Streitgespräche mit Mitstreiter darüber.Viele Verdrängen .

Mit persönlich kotzt das nur an.
Jeder muß sich doch die Frage stellen ,wollen wir in so einen System alt werden? Wollen wir Zustände wie in Afrika haben ? Kein Gesundheitssystem mehr u.s.w

Man sieht ja schon in den Medien ,wie schlecht es der Bevölkerung in Griechenland geht. Es wird dort schon essen auf der Strasse verteilt , und Kleidung .Gersten erst bei spiegel TV gesehen.

Die meisten denken , ja nein das ist ganz weit weg .Deutschland geht ja noch gut.Drum wollen ja auch die jungen Griechen zu uns. ???


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 06. Februar 2012, 15:50:59
Tante Maria äußerte:
Zitat
Ich hatte schon einige Streitgespräche mit Mitstreiter darüber.Viele Verdrängen .
Kommt mir bekannt vor.
Live ist der Spruch "Red keinen Unsinn" noch der Positivste.
Die einzigen Leutz, die mal zuhören und mitdiskutieren, sind allesamt -na ja- virtuell.
Live hatte ich mit auch hierüber denkenden Menschen noch nicht das Vergnügen.  ::)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 29. März 2012, 11:02:20
Arbeitsmarkt März 2012

Die offiziellen Zahlen des Pressediensts der BA im Detail betrachtet
Offizieller BA - Zahlenbericht für  März 2012 Seite 49

5.435.649 Personen müssen im März 2012 ALG I oder ALG II Hilfeleistungen beziehen
4.066.027  Personen sind laut offiziellen BA – Bericht März 2012 unterbeschäftigt das sind 9,5 %

3.027.957 Personen werden nach § 16 SGB III als arbeitslos in der offizellen BA Statistik erfasst.
1.031.442 Personen sind Teilnehmer an ausgewählten Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik

Leistungsempfänger 4) *7.145.174 Personen

Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit *923.365 Personen     
- erwerbsfähige Leistungsberechtigte * 4.512.284 Personen 
- nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte *1.709.525 Personen 
  ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)
*4)Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hochgerechnet werden.

(Im BA-Bericht Dezember 2004 wurden im Bereich des Arbeitslosengeld und der Arbeitslosenhilfe nur 4.321.000 Leistungsempfänger gezählt.

Nachdem die Frühjahresbelebung am Arbeitsmarkt sehr marginal ausgefallen ist. Im März 2012 müssen 5.435.649 Personen ALG I oder ALG II beziehen
Alleine mehr als 4,5 Millionen erwerbsfähige Personen müssen Hartz IV Leistungen beziehen und die Unterbeschäftigung verharrt weiterhin bei über 4 Millionen Personen.  Ist die Frage, ist oder war Deutschland tatsächlich auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung (Rekordbeschäftigung) Die demografische Entwicklung die unfreiwillige Frühverrentung und der völlig ausufernde Niedrigstlohnbereich senken die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen ab. Hingegen auch die Vollzeitbeschäftigung immer weiter absinkt die Teilzeitbeschäftigung und Leiharbeit boomt. Der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit stehen 7.145.174 Leistungsempfänger im Leistungsbezug  im Rechtkreis SGB II/SGB III als (ALG I, ALG II, Sozialgeld) gegenüber das sind rund 65,36% mehr Leistungsempfänger als im Dezember 2004. (Ohne Sozialhilfe diese im Jahr 2004 als auch im Jahr 2011 rund 1 Million Personen erhalten haben)

http://www.bitte-keine-direkten-links.ioff.de/watch?v=v3Mi5FlrpoU (http://[url=http://www.bitte-keine-direkten-links.ioff.de/watch?v=v3Mi5FlrpoU)]Unter 3 Millionen Arbeitslose und so[/url]

Faktencheck „Jobboom“

Der „Beschäftigungsboom“ Atypisch Beschäftigte (in Mio.) nach Erwerbsformen in den Jahren 1999, 2008 bis 2010 Balkendiagramm (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/161608/umfrage/atypisch-beschaeftigte-in-deutschland-nach-erwerbsformen-seit-1999/)

 45 Jahre Arbeit = 140 Euro Rente  (http://www.fr-online.de/wirtschaft/altersarmut-bei-frauen-45-jahre-arbeit---140-euro-rente,1472780,12473098,view,.html)

Neue Zahlen zum deutschen Niedriglohnsektor kurbeln die Debatte um den Mindestlohn an. Knapp acht Millionen Beschäftigte müssen mit weniger als 9,15 Euro brutto pro Stunde auskommen,… (http://www.derwesten.de/nachrichten/niedriglohn-studie-gibt-befuerwortern-des-mindestlohns-aufwind-id6458994.html)

In den gleich gestimmten Systemmedien wird im Gleichklang vom Schlaraffen- und Jobboomland Deutschland berichtet. Über acht Millionen von prekären Beschäftigungen werden zum Jobboom. Die Regeneration der Wirtschaft nach dem tiefsten Absturz des BIP in der Bundesrepublik wird zum Aufschwung xxl. Aber Achtung im 4. Quartal 2011 gab es ein Minuswachstum des BIP von 0,2 %. Von Monat zu Monat wird den Verbrauchern gute Kauflaune suggeriert. Das Weihnachtsgeschäft das laut Medien so stark brummte wie seit Jahren nicht schloss dann doch mit einen deutlichen Umsatzminus im Einzelhandel ab. Reallohnerhöhungen werden nur rechnerisch durch die Einbeziehung der Kurzarbeit erreicht, die Preise für Heizöl und Autokraftstoff /Benzin) eilen von Rekordhoch zu Rekordhoch. Die Eurorettung kostet keinen Cent der Verlust des Schuldenschnitts Griechenlands der Hypo AA wird aber vom Steuerzahler bezahlt.

Die demografische Entwicklung wird bei Kinderarmut und Erwerbsfähigen einfach zum Reformerfolg umgedeutet.

 So weit die schön gemalte Welt der Mythen und Märchen jene in den Systemmedien verkündet werden.

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen"

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen" Professor für Statistik über den Zahlenschwindel der Bundesagentur für Arbeit. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1470832/)
(Die gewonnen Erkenntnisse des Interviews vom Mai 2011 sind auch im März 2012 zutreffend.)

Obdach- und Wohnungslosigkeit in Deutschland steigt auf Rekordhöhe.

Immer mehr Obdachlose im Land (http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=9232826/1vmheey/)
Immer mehr junge Menschen sind ohne Wohnung (http://www.wnoz.de/index.php?WNOZID=d991bf7a1cd7ebdfa2d867e7cf8f4431&kat=113&artikel=109974037&red=27&ausgabe=)
Immer mehr Obdachlose im Norden (http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/obdachlos197.html)
Sozialstaat Deutschland – Zweiter Wohnungsloser in Berlin erfroren (http://www.s-o-z.de/?p=63242)

Die Politik die Wirtschatinstitute und die Medien feiern euphorisch die „Rekordbeschäftigung“ aufgebläht durch mehr als Acht Millionen Mini und Midi und Teilzeitjobs obwohl ihnen bewusst sein sollte, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben können.  3 Euro 18 in der Stunde verdient eine Friseurin in Thüringen,  oder 4 Euro 58 in der Stunde für eine Floristin in Brandenburg. Mehr als 20 Prozent aller Erwerbstätigen sind im Niedriglohnbereich beschäftigt, Tendenz schnell ansteigend. Einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz haben nur noch 60 % aller Erwerbstätigen. Der „Jobboom findet vor allem in Minijobs und der Leih und Zeitarbeit statt. Die BA Statistik versteckt viele Menschen in Ein-Euro-Jobs, Bürgerarbeit oder anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder Beschäftigungsgesellschaften. Ebenso  werden diverse Gruppe von Arbeitslosen (über 58 jährigen und die unter 25 Jährigen) aus der Statistik aus.. Andere haben sich nach dem auslaufen des Arbeitslosengeldes I von den Jobcentern zurückgezogen, sie sind zwar auf der Suche nach Arbeit, aber sie sind nicht im Sinne des SGB II bedürftig. Dazu gehören Frauen/Männer die über „Vermögen“ verfügen oder deren Partner ein „Einkommen“ erzielen das über der Grundsicherung liegt.  Viele Arbeitslose werden mit prekären Jobangeboten im Niedrigstlohnsektor  überhäuft. Nach dem Motto: Kann die Arbeit von anderen noch billiger erledigt werden? Auch die Zahl der Wohnungslosen nimmt aufgrund von Armut zu.

Der BA Arbeitsmarktbericht März 2012 im Detail betrachtet

BA Bericht März 2012 Seite 9/10 --- 2.1 Gemeldete Arbeitsstellen

Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im März auf 490.000 Arbeitsstellen.
Nach Wirtschaftszweigen differenziert beruht das Plus in der gleitenden Jahressumme zu mehr als der Hälfte auf Mel-dungen aus der Arbeitnehmerüberlassung (+52.000 oder +7 Prozent).

BA Bericht März  2012 --- Überblick  Seite 17 [/b]
   
Außer den Leistungsempfängern gab es im November noch 298.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen

BA Bericht März 2012 Seite 21 --- 3.2 Erwerbstätige Leistungsberechtigte
   
Im November 2011 bezogen 30 Prozent (1,34 Mio) der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten Einkommen aus Erwerbstätigkeit.
   
Bedarfe / Leistungen / Einkommen - statistik.arbeitsagentur.de (http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Bedarfe-Leistungen-Einkommen/Bedarfe-Leistungen-Einkommen-Nav.html)
   
Wer das komplette Zahlenwerk der BA detailliert betrachtet, wird dann doch sehr ernüchtert.
Entgegen der politischen und medialen Lobgesänge ist die Lage am Arbeitsmarkt im besonderem im Niedrigstlohnbereich bei weiten schlechter als von Politik und Massenmedien den Massen und den Bürgern suggeriert wird,
 
Quelle der Zahlen:
http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201203.pdf (http://[url=http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201203.pdf)]BA – Monatsbericht März2012[/url]

Erstellt von Sybilla am 29.03.12 ---  11Uhr 30
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 29. März 2012, 11:29:20
Danke Sybilla! - Darf ich Deine Arbeit ggf. als weitergehende Begründung bei einem eventuellen Termin vorm Sozialgericht zitieren? Ich glaube zwar nicht, das sich das Großkotzhausener Jobcenter auf einen Rechtsstreit* mit mir einlässt, aber man hat ja schon Pferde vor der Apotheke kotzen gesehen.

* - wegen Widerspruch zum Verwaltungsakt einer Eingliederungsvereinbarung


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Pinnswin am 17. April 2012, 09:05:55
Bedarfsgemeinschaften werden als 1 Erwerbsloser
gezählt ~ angeblich.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 02. Mai 2012, 11:14:08
Arbeitsmarkt April 2012

Die offiziellen Zahlen des Pressediensts der BA im Detail betrachtet
Offizieller BA - Zahlenbericht für  April 2012 Seite 54

5.346.314 Personen müssen im April 2012 ALG I (825.909)
oder ALG II (4.520.405) Hilfeleistungen beziehen
3.953.803  Personen sind laut offiziellen BA – Bericht April 2012 unterbeschäftigt das sind 9,3 %

2.963.325 Personen werden nach § 16 SGB III als arbeitslos in der offiziellen BA Statistik erfasst.
Laut vorläufiger Schätzung/Hochrechnung der BA sind im April 997.039 Personen Teilnehmer an ausgewählten Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik

Leistungsempfänger 4) *7.057.496

Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit * 825.909 Personen (Minus)   
- erwerbsfähige Leistungsberechtigte * 4.520.405 Personen (Plus)
- nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte *1.711.182 Personen (Plus) 
  ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)
*4)Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hochgerechnet werden.

(Im BA-Bericht Dezember 2004 wurden im Bereich des Arbeitslosengeld und der Arbeitslosenhilfe nur 4.321.000 Leistungsempfänger gezählt.

Zahl der offenen Stellen - 499.000 Arbeitsstellen

BA Bericht April 2012 Seite 10/11 --- 2.1 Gemeldete Arbeitsstellen

Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im April auf 499.000 Arbeitsstellen.

In der Jobbörse (Sammlung diverser Jobbörsen) der BA sind 816.079 (Stand 02.05.12)  offene Arbeitsstellen bekannt.
(darin enthalten sind 499.000 offene Arbeitsstellen des BA- Berichts April 2012
zusätzlich gibt es noch 317079 offene Arbeitsstellen die nur in der BA Jobbörse erscheinen)
 

Zudem sind in der Jobbörse der BA 226.353 Ausbildungsplätze (Stand 02.05.12) bekannt.

Manche Medien fabulieren von mehr als 1,5 Millionen offenen Stellen diese Zahl ist nur durch einfältige und nicht zulässige Addition der BA Zahlen oder durch Datenredundanz (mehrfaches Zählen der gleichen Stellenangebote in verschiednen Jobbörsen) möglich.   

Nachdem die Frühjahresbelebung am Arbeitsmarkt weiterhin sehr marginal ausgefallen ist. Müssen im April 2012 fortwährend 5.346.314 Personen ALG I oder ALG II beziehen
Alleine mehr als 4,5 Millionen erwerbsfähige Personen müssen Hartz IV Leistungen beziehen. Die Unterbeschäftigung verharrt bei ca. 4 Millionen Personen.
Ist oder war Deutschland tatsächlich auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung (Rekordbeschäftigung) ist das ein Jobwunder? Herrscht tatsächlich ein Mangel an Fachkräften oder wird dieser nur suggeriert? Die demografische Entwicklung die unfreiwillige Frühverrentung und der völlig ausufernde Niedrigstlohnbereich senken die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen ab. Hingegen auch die Vollzeitbeschäftigung immer weiter absinkt die Teilzeitbeschäftigung und Leiharbeit boomt. Der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit stehen 7.057.496 Leistungsempfänger im Leistungsbezug  im Rechtkreis SGB II/SGB III als (ALG I, ALG II, Sozialgeld) gegenüber das sind rund 63,33% mehr Leistungsempfänger als im Dezember 2004. (Ohne Sozialhilfe diese im Jahr 2004 als auch im Jahr 2011 rund 1 Million Personen erhalten haben)


Faktencheck „Jobboom“

Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen"

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen" Professor für Statistik über den Zahlenschwindel der Bundesagentur für Arbeit. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1470832/)
(Die gewonnen Erkenntnisse des Interviews vom Mai 2011 sind auch im April2012 zutreffend.)

Der „Beschäftigungsboom“ Atypisch Beschäftigte (in Mio.) nach Erwerbsformen in den Jahren 1999, 2008 bis 2010 Balkendiagramm (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/161608/umfrage/atypisch-beschaeftigte-in-deutschland-nach-erwerbsformen-seit-1999/)

 45 Jahre Arbeit = 140 Euro Rente  (http://www.fr-online.de/wirtschaft/altersarmut-bei-frauen-45-jahre-arbeit---140-euro-rente,1472780,12473098,view,.html)

Neue Zahlen zum deutschen Niedriglohnsektor kurbeln die Debatte um den Mindestlohn an. Knapp acht Millionen Beschäftigte müssen mit weniger als 9,15 Euro brutto pro Stunde auskommen,… (http://www.derwesten.de/nachrichten/niedriglohn-studie-gibt-befuerwortern-des-mindestlohns-aufwind-id6458994.html)

In den gleich gestimmten Systemmedien wird im Gleichklang vom Schlaraffen- und Jobboomland Deutschland berichtet. Über acht Millionen von prekären Beschäftigungen werden zum Jobboom. Die Regeneration der Wirtschaft nach dem tiefsten Absturz des BIP in der Bundesrepublik wird zum Aufschwung xxl. Aber Achtung im 4. Quartal 2011 gab es ein Minuswachstum des BIP von 0,2 %. Auch im 1. Quartal 2012 wird anders als in vielen Medien gehorsam verkündet kein Wachstum des BIP erwartet. (Die deutsche Konjunktur hat im Winterhalbjahr an Schwung verloren. Die aktuellen Produktions- und Auftragszahlen lassen für das erste Quartal 2012 keinen realen Zuwachs des saison- und  kalenderbereinigten Bruttoinlandsproduktes erwarten, - BA Bericht April 2012 Seite 6 oben) Von Monat zu Monat wird den Verbrauchern gute Kauflaune attestiert. Diese Beeinflussung hat dass Ziel, die Konsumenten und Verbraucher zum gewünschten Verhalten zu veranlassen  Das Weihnachtsgeschäft das laut Medien so stark brummte wie seit Jahren nicht, schloss dann doch mit einen deutlichen Umsatzminus im Einzelhandel ab. Reallohnerhöhungen werden nur rechnerisch durch die Einbeziehung der Kurzarbeit erreicht, die Preise für Heizöl und Autokraftstoff /Benzin) eilen von Rekordhoch zu Rekordhoch. Der  „vorbildliche“ Tariflohnabschluss im ÖD wird den Beschäftigten im ÖD in 2012 weniger als 1 % an Reallohnzuwachs bescheren, abzüglich des exorbitant hohen Anstieg der Energiekosten bleibt von den  „vorbildlichen“ Tariflohnabschluss nichts übrig.

Die demografische Entwicklung wird bei Kinderarmut und Erwerbsfähigen einfach zum Reformerfolg umgedeutet.

 So weit die schön gemalte Welt der Mythen und Märchen jene in den Systemmedien verkündet werden.

Die Nomenklatur aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und die gleich gestimmten Medien feiern euphorisch die „Rekordbeschäftigung“ aufgebläht durch mehr als acht Millionen Mini und Midi und Teilzeitjobs obwohl ihnen bewusst sein sollte, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben können.  3 Euro 18 in der Stunde verdient eine Friseurin in Thüringen,  oder 4 Euro 58 in der Stunde für eine Floristin in Brandenburg. Mehr als 20 Prozent aller Erwerbstätigen sind im Niedriglohnbereich beschäftigt, Tendenz schnell ansteigend. Einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz haben nur noch 60 % aller Erwerbstätigen. Der „Jobboom findet vor allem in Minijobs und der Leih und Zeitarbeit statt. Die BA Statistik versteckt viele Menschen in Ein-Euro-Jobs, Bürgerarbeit oder anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder Beschäftigungsgesellschaften. Ebenso  werden diverse Gruppe von Arbeitslosen (über 58 jährigen und die unter 25 Jährigen) aus der Statistik aus.. Andere haben sich nach dem auslaufen des Arbeitslosengeldes I von den Jobcentern zurückgezogen, sie sind zwar auf der Suche nach Arbeit, aber sie sind nicht im Sinne des SGB II bedürftig. Dazu gehören Frauen/Männer die über „Vermögen“ verfügen oder deren Partner ein „Einkommen“ erzielen das über der Grundsicherung liegt.  Viele Arbeitslose werden mit prekären Jobangeboten im Niedrigstlohnsektor  überhäuft. Nach dem Motto: Kann die Arbeit von anderen noch billiger erledigt werden? Auch die Zahl der Wohnungslosen nimmt aufgrund von Armut zu.
   
Wer das komplette Zahlenwerk der BA detailliert betrachtet, wird dann doch sehr ernüchtert.
Entgegen der politischen und medialen Lobgesänge ist die Lage am Arbeitsmarkt im besonderem im Niedrigstlohnbereich bei weiten schlechter als von Politik und Massenmedien den Massen und den Bürgern suggeriert wird,
 
Quelle der Zahlen:
BA – Monatsbericht April 2012 (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201204.pdf)

Eines ist für mich kristallklar, das so genannte Jobwunder steht nur auf dem Papier des Pressedienstes der BA. Es ist einer kreativen Statistik und prekärer Beschäftigung in Mini und  Billigjobs entsprungen.

Erstellt von Sybilla am 02.05.12 ---  11Uhr 30
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Strombolli am 02. Mai 2012, 11:46:12
Komme gerade vom "Amt" (Jobcenter) weil ich meine Kontoauszüge (mit den Millioneneinnahmen nebenher) einreichen musste, weil das Krankengeld unterschiedlich in Termin und Höhe eintrifft und das Jobcenter mit den bloßen Eingangszahlen nicht zufriedenzustellen war, da sehe ich doch und vor allem höre ich einen Lautsprecherwagen, wie nach Arbeitskräften gesucht wird. Mit dem Lied: "Auf, auf, freier deutscher Hartzer, pack an!" unterbrochen, verkündete eine sexy Stimme a la "Herzblatt": "Willst nicht auch Du teilhaben an dem sensationellen Jobboom, dem grandiosen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland? Dann schreibe Dich ein bei "Jobwunder 2012" und schon morgen wartet auf Dich ein toller Arbeitsplatz jenseits jeglichen Mindestlohns. Wir brauchen Dich!" Dann kam wieder die Musik...  :evil:

Das werden wohl die Nachwirkungen der Antidepressiva sein, die ich immer nehmen muss, wenn ich aufs Amt gehe.
Zum Tanz in den Mai habe ich erstmal allen verkündet, die mich nach meinem Befinden fragten, dass ich meinen Weihnachtsmannbart so lange trage, bis ich wieder in Arbeit bin. Mal sehen wie lang er wird. Zwei Jahre wächst er schon. Und ich weiss auch gar nicht ob Rasierklingen mit im Regelsatz sind oder das Geld für Strafen, wenn man mal ein Bußgeld wegen renitenten Verhaltens zahlen muss...

Tschuldigung, aber als ich das:

Italien: Arbeitslosigkeit steigt auf höchsten Stand seit 2004
Deutschland: Beschäftigungsboom - Zahl der Arbeitslosen fällt unter drei Millionen
Der Frühling kommt, die Konjunktur zieht an


eben im SPON (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,830830,00.html) und ne neue Analyse von Sybilla las, überkam es mich einfach.  ;)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Vagabund am 02. Mai 2012, 12:23:24
Warum genau zu den Mai Feiertagen, kommt solch eine Scheiße vom Staat, dass ist das reine provokation gegenüber die linken.
Da sitzt man nach einer sehr ernüchternen Demo auf dem Heimweg im Zug und guckt sich die Feiernden Menschen an und muss Feststellen, wieso riskiere ich für solche Menschen meine Gesundheit/Leben. Menschen die mich für meine Aussagen hassen und mit Nazis gleichsetzen, Menschen die meinen es gehe uns gut.
Am nächsten Tag wache ich auf und lese "unter 3 Million" und es kocht immer weiter in mir. Wann hat das endlich ein Ende.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 02. Mai 2012, 14:43:10
Zitat
Arbeitskräfte werden weniger nachgefragt

Laut Arbeitsagentur ist die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern in Deutschland im April erneut gesunken. Das Stellenbarometer fiel demnach um fünf Punkte auf 171 Punkte. Mit Prognosen ist die Arbeitsagentur vorsichtig.

Berlin. Die Nachfrage nach Arbeitskräften verliert in Deutschland auf hohem Niveau an Schwung. Zum zweiten Mal in diesem Jahr fiel das Stellenbarometer der Bundesagentur für Arbeit (BA) im April deutlich, und zwar um fünf Punkte auf 171 Punkte.

Der Zeitpunkt der Messung inmitten der Osterferien habe zwar zum Minus beigetragen, erklärte die Behörde am Montag in Nürnberg. „Unabhängig davon scheint der Höhepunkt der Nachfrage überschritten zu sein“, fügte die Behörde aber hinzu.

Es bleibe nun abzuwarten, ob sie in den kommenden Monaten weiter sinke oder sich auf einem niedrigeren Plateau einpendle. Den größten Bedarf meldet weiterhin die Zeitarbeit; etwa jede dritte ausgeschrieben Stelle sei ein Leiharbeitsplatz.


[url]http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/stellenbarometer-arbeitskraefte-werden-weniger-nachgefragt/6573222.html[/url] ([url]http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/stellenbarometer-arbeitskraefte-werden-weniger-nachgefragt/6573222.html[/url])



Zitat
Schwächelnde Konjunktur sorgt für Dämpfer auf dem Arbeitsmarkt

Nürnberg - Die schwächelnde Konjunktur hat dem jahrelang boomenden Arbeitsmarkt zum Frühjahrsbeginn einen Dämpfer versetzt. Die Zahl der Jobsucher sank im April ungewöhnlich schwach: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren etwa 2,9 Millionen Männer und Frauen als arbeitslos registriert. Die Zahl der Erwerbslosen rutschte damit zwar erstmals seit Dezember wieder unter die Drei-Millionen-Marke - in den vergangenen drei Jahren war die Arbeitslosigkeit im Schnitt aber sehr viel stärker gesunken.


[url]http://www.nwzonline.de/Aktuelles/Wirtschaft/Artikel/618761/Schw%E4chelnde-Konjunktur-sorgt-f%FCr-D%E4mpfer-auf-dem-Arbeitsmarkt.html?id=618761&offset=[/url] ([url]http://www.nwzonline.de/Aktuelles/Wirtschaft/Artikel/618761/Schw%E4chelnde-Konjunktur-sorgt-f%FCr-D%E4mpfer-auf-dem-Arbeitsmarkt.html?id=618761&offset=[/url])



 ::)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. Mai 2012, 10:20:52
Arbeitsmarkt Mai 2012

Was ist Wahrheit? (Pontius Pilatus)

Wir können nicht entscheiden, ob das, was uns Medien und der Pressedienst der BA als Wahrheit suggerieren, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob uns das nur als ersehnte politisch erwünschte Wahrheit in unsere Köpfe gehämmert wird.

„Was ist Wahrheit?“, Das ist die Frage, die ich an die Autoren in den Medien richte:
Medienverantwortliche fragen das nicht, weil sie anfangen, sich für die Wahrheit zu interessieren, sondern weil  sie damit schon längst aufgehört haben. Was ist Wahrheit?  Diese Frage wird oft abfällig, spöttisch, zynisch beantwortet: „Was soll das schon sein, die Wahrheit? Wo kann man denn schon Wahrheit finden? Wenn man ihr begegnet, dann ist sie doch so sehr mit Irrtum und Lüge vermischt, dass niemand sie wirklich erkennen kann!“

Die offiziellen Zahlen des Pressediensts der BA im Detail betrachtet
Offizieller BA - Zahlenbericht für  Mai 2012 Seite 54
(Ich gehe davon aus, dass im offiziellen BA Bericht in Schätzungen und Hochrechnungen nicht alle arbeitslosen Personen innerhalb Deutschland erfasst und gezählt werden.)

Im Mai 2012 müssen nach offiziellen Schätzungen und Hochrechnungen 5.284.083 Personen  ALG I (795.955) oder ALG II (4.488.128) nach offiziellen Schätzungen und Hochrechnungen Hilfeleistungen beziehen. 
3.862.740  Personen sind laut offiziellen BA – Bericht Mai 2012 unterbeschäftigt das sind 8,9 %

2.855.279 Personen werden nach § 16 SGB III als arbeitslos in der offiziellen BA Statistik erfasst.
Laut vorläufiger Schätzung/Hochrechnung der BA sind im Mai 973.140  Personen Teilnehmer an ausgewählten Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik.
BA Bericht Mai 2012 Seite 88 Fußnote 3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für Januar - Dezember 2011 (Datenstand März 2012) nur ca. 68 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen erfasst.

Leistungsempfänger SGB II 4) * 6.991.243 Personen

Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit * 795.955 Personen   
- erwerbsfähige Leistungsberechtigte * 4.488.128 Personen
- nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte *1.707.160 Personen 
 ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)
*4)Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hochgerechnet werden.

(Im BA-Bericht Dezember 2004 wurden im Bereich des Arbeitslosengeld und der Arbeitslosenhilfe nur 4.321.000 Leistungsempfänger gezählt.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html (http://[url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html)]Unicef beklagt hohe Kinderarmut in Deutschland[/url]

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html (http://[url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html)]In Deutschland fehlt es den Kindern demnach am ehesten an Freizeitaktivitäten (6,7 Prozent). Nahezu 1 von 20 Kindern müsse auf eine tägliche warme Mahlzeit verzichten (4,9 Prozent). 4,4 Prozent hätten keinen Platz, an dem sie ihre Hausaufgaben machen könnten. 3,7 Prozent besäßen höchstens ein Paar Schuhe. 3,1 Prozent der unter 16-Jährigen erhielten nie neue Kleidung, sondern zum Beispiel getragene von älteren Geschwistern. …..Besonders häufig entbehrten Kinder in Deutschland wichtige Dinge, wenn die Eltern arbeitslos seien oder einen niedrigen Bildungsabschluss hätten.[/url]

Zahl der offenen Stellen -  bleibt im Mai bei 499.000 Arbeitsstellen

BA Bericht Mai 2012 Seite 10 --- 2.1 Gemeldete Arbeitsstellen

Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im April und im Mai vermutlich rein zufäälig auf 499.000 Arbeitsstellen.

In der Jobbörse (Sammlung diverser Jobbörsen) der BA sind 846.149 (Stand 31.05.12; 10 Uhr)  offene Arbeitsstellen bekannt.
(darin enthalten sind 499.000 offene Arbeitsstellen des BA- Berichts Mai 2012 zusätzlich gibt es noch 347.149 offene Arbeitsstellen die nur in der BA Jobbörse erscheinen) 

Zudem sind in der Jobbörse der BA 218.398 Ausbildungsplätze (Stand 31.05.12) bekannt.

Manche Medien fabulieren von mehr als 1,5 Millionen offenen Stellen diese Zahl ist nur durch einfältige und nicht zulässige Addition der BA Zahlen oder durch Datenredundanz (mehrfaches Zählen der gleichen Stellenangebote in verschiednen Jobbörsen) möglich.

Quelle der Zahlen:
http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201205.pdf (http://[url=http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201205.pdf)]BA – Monatsbericht Mai 2012[/url]
   
Nachdem die Frühjahresbelebung am Arbeitsmarkt im Frühjahr 2012 sehr marginal ausgefallen ist. Müssen nach offiziellen Angaben im Mai 2012 fortwährend 5.284.083 Personen ALG I oder ALG II beziehen Rund 4,5 Millionen erwerbsfähige Personen müssen Hartz IV Leistungen beziehen. Die Unterbeschäftigung verharrt bei ca. 4 Millionen Personen.
Ist oder war Deutschland tatsächlich auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung (Rekordbeschäftigung) ist das ein Jobwunder? Herrscht tatsächlich ein Mangel an Fachkräften oder wird dieser nur suggeriert? Die demografische Entwicklung die unfreiwillige Frühverrentung und der völlig ausufernde Niedrigstlohnbereich senken die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen ab. Hingegen auch die Vollzeitbeschäftigung immer weiter absinkt die Teilzeitbeschäftigung und Leiharbeit boomt. Der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit stehen 7.057.496 Leistungsempfänger im Leistungsbezug  im Rechtkreis SGB II/SGB III als (ALG I, ALG II, Sozialgeld) gegenüber das sind rund 61,79 % mehr Leistungsempfänger als im Dezember 2004. (Ohne Sozialhilfe diese im Jahr 2004 als auch im Jahr 2011 rund 1 Million Personen erhalten haben)

Faktencheck „Jobboom“

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen"

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen" Professor für Statistik über den Zahlenschwindel der Bundesagentur für Arbeit. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1470832/)
(Die gewonnen Erkenntnisse des Interviews vom Mai 2011 sind auch im  Mai 2012 zutreffend.)

Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (ARD-Morgenmagazin) (http://[url=http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)]Unter 3 Millionen Arbeitslose und so[/url]

Der „Beschäftigungsboom“ Atypisch Beschäftigte (in Mio.) nach Erwerbsformen in den Jahren 1999, 2008 bis 2010 Balkendiagramm (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/161608/umfrage/atypisch-beschaeftigte-in-deutschland-nach-erwerbsformen-seit-1999/)

 45 Jahre Arbeit = 140 Euro Rente  (http://www.fr-online.de/wirtschaft/altersarmut-bei-frauen-45-jahre-arbeit---140-euro-rente,1472780,12473098,view,.html)

Neue Zahlen zum deutschen Niedriglohnsektor kurbeln die Debatte um den Mindestlohn an. Knapp acht Millionen Beschäftigte müssen mit weniger als 9,15 Euro brutto pro Stunde auskommen,… (http://www.derwesten.de/nachrichten/niedriglohn-studie-gibt-befuerwortern-des-mindestlohns-aufwind-id6458994.html)

Sybillas Kommentar:

In den gleich gestimmten Systemmedien wird im Gleichklang vom Schlaraffen- und Jobboomland Deutschland berichtet. Über acht Millionen von prekären Beschäftigungen werden zum Jobboom oder gar zum Jobwunder mystifiziert. Die Nomenklatur aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und die gleich gestimmten Medien feiern euphorisch die „Rekordbeschäftigung“ aufgebläht durch mehr als acht Millionen Mini und Midi und Teilzeitjobs obwohl ihnen bewusst sein sollte, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben können.  3 Euro 18 in der Stunde verdient eine Friseurin in Thüringen,  oder 4 Euro 58 in der Stunde für eine Floristin in Brandenburg. Mehr als 20 Prozent aller Erwerbstätigen sind im Niedriglohnbereich beschäftigt, Tendenz schnell ansteigend. Einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz haben nur noch 60 % aller Erwerbstätigen. Der „Jobboom findet vor allem in Minijobs und der Leih und Zeitarbeit statt. Die BA Statistik versteckt viele Menschen in Ein-Euro-Jobs, Bürgerarbeit oder anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder Beschäftigungsgesellschaften. Ebenso  werden diverse Gruppe von Arbeitslosen (über 58 jährigen und die unter 25 Jährigen) aus der Statistik aus.. Andere haben sich nach dem auslaufen des Arbeitslosengeldes I von den Jobcentern zurückgezogen, sie sind zwar auf der Suche nach Arbeit, aber sie sind nicht im Sinne des SGB II bedürftig. Dazu gehören Frauen/Männer die über „Vermögen“ verfügen oder deren Partner ein „Einkommen“ erzielen das über der Grundsicherung liegt.  Viele Arbeitslose werden mit prekären Jobangeboten im Niedrigstlohnsektor  überhäuft. Nach dem Motto: Kann die Arbeit von anderen noch billiger erledigt werden? Auch die Zahl der Wohnungslosen nimmt aufgrund von Armut zu.
   
Wer das komplette Zahlenwerk der BA detailliert betrachtet, wird dann doch sehr ernüchtert.
Entgegen der politischen und medialen Lobgesänge ist die Lage am Arbeitsmarkt im besonderem im Niedrigstlohnbereich bei weiten schlechter als von Politik und Massenmedien den Massen und den Bürgern suggeriert wird,

So weit die schön gemalte Welt der Mythen und Märchen jene in den Systemmedien verkündet werden. Eines ist für mich kristallklar das Jobwunder steht nur auf dem BA -Papier! Es ist der kreativen BA-Statistik entsprungen.

Erstellt von Sybilla am 31.05.12 ---  10 Uhr 30
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 31. Mai 2012, 10:54:22
Lieben Dank, Sybilla.

Hierüber bin ich eben noch mal gestolpert:
Zitat
Neue Zahlen zum deutschen Niedriglohnsektor kurbeln die Debatte um den Mindestlohn an.
Knapp acht Millionen Beschäftigte müssen mit weniger als 9,15 Euro brutto pro Stunde auskommen,…
Um dieses Thema ist es ja auch von allen Seiten still geworden.
Wird es in absehbarer Zeit mal was mit existenzsicherndem Mindestlohn ?
Glauben tu' ich nicht mehr dran...  kotz


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Trollvottel am 31. Mai 2012, 11:13:10

Knapp acht Millionen Beschäftigte müssen mit weniger als 9,15 Euro brutto pro Stunde auskommen,…
Um dieses Thema ist es ja auch von allen Seiten still geworden.
Wird es in absehbarer Zeit mal was mit existenzsicherndem Mindestlohn ?
Glauben tu' ich nicht mehr dran...  kotz
[/quote]
Wärst Du auch schön naiv. Der Niedriglohnsektor ist genau das was mit der Agenda 2010 erreicht werden sollte.
CDUFDPSPDGRÜNE sind stolz auf dieses Ergebnis. Sie sind stolz darauf das 10 Millionen Menschen kaum was zu fressen haben.
Auch wenn sie das natürlich nicht sagen würden.
Schröder wurde von den Industriemagnaten explizit für den Niedriglohnsektor bejubelt und gelobt.

"Sozial ist was Arbeit schafft". Der Slogan ist nicht minder zynisch wie "Arbeit macht frei" oder "Jedem das Seine"
Ihr könnt arbeiten gehen, aber seid nicht so unverschämt das ihr denkt dafür mehr Geld zu bekommen als ohne Arbeit.

Es gibt glaube ich immernoch viele SPD Wähler die glauben, das sei alles etwas aus dem Ruder gelaufen mit dem unsozialen Niedriglohnsektor.
Ist es nicht! Es war genauso geplant.


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 31. Mai 2012, 11:29:39
Zitat
Es gibt glaube ich immernoch viele SPD Wähler die glauben,
das sei alles etwas aus dem Ruder gelaufen mit dem unsozialen Niedriglohnsektor.
Ist es nicht! Es war genauso geplant.
Danke für die Bestätigung.
Hab grade aus dem Stand keine Ahnung, ob so aus der Zeit zwischen 1993 und 1996
noch was vom Geldsackgeheul verfügbar ist, aber schon da waren zunächst der ehem. Ostblock und
danach China das Traumland des Billiglohns. Damit ist es vorbei, wer schuftet, will natürlich
was vom Kuchen abhaben. Die Billiglohnländer werden anscheinend knapp...  ;D
Das einzige, was den Kapitalismus noch für eine Zeit am Leben halten wird,
ist die Spekulationswirtschaft. Wie lange das noch "gut geht", werden wir sehen.  ::)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 09. Juni 2012, 00:00:05
Im Mai 2012 müssen nach offiziellen Schätzungen und Hochrechnungen  5.284.083 Personen  ALG I (795.955) oder ALG II (4.488.128) Hilfeleistungen beziehen. 
3.862.740  Personen sind laut offiziellen BA – Bericht Mai 2012 unterbeschäftigt das sind 8,9 %

- nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte *1.707.160 Personen Beziehen Sozialgeld
797 000 Personen ab  18 Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei  Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches  Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“).
Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 393 vom 21.10.2011 (http://"https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2011/10/PD11_393_221.html")
319 000 Personen Hilfe  zum Lebensunterhalt (nach dem 3. Kapitel des Zwölften Buches  Sozialgesetzbuch – SGB XII „Sozialhilfe“)
Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 401 vom 28.10.2011 (http://"https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2011/10/PD11_401_221.html")

Sozialhilfe (2010)/Sozialgeld(Mai2012) = Gesamt 2.823.160 Personen

Leistungsempfänger Mai 2012 (Zahlen der Sozialhilfe von 2010) ==  8.107.243 Personen und rund 8 Millionen Personen arbeiten in prekärer Beschäftigung.

Somit sind in D rund 16 Millionen Bürger akut von Armut bedroht.


Das heißt die Empfänger von ALG und Arbeitslosenhilfe ist von Dezember 2004 von 4.321.000 um rund 1 Million Personen auf 5.284.083 Personen in  ALG I und ALG II trotz "Jobwunder" angestiegen.

Hingegen die Zahl der nicht erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (2.823.160 Personen) erhalten Sozialgeld/Sozialhilfe 3.Kapitel und 4. Kapitel SGB XII „Sozialhilfe“ mit der Zahl der Sozialhilfeempfänger/-innen  Dezember 2004 2 910 000  nahezu identisch ist.
Mithin ist auch die Frage, nach der Notwendigkeit der 1000 Tafeln in D die Lebensmittel an Bedürftige verteilen müssen, geklärt.

Also wirft das nun die Frage auf, warum die gleich gestimmte und gleich klingende Systempresse den Bürgerinnen und Bürger nicht  in Wahrhaftigkeit die Wahrheit berichtet, sondern das Märchen der neoliberalen Nomenklatur vom "Arbeitsmarktwunder - Jobboom - Vollbeschäftigung" im 15 Minuten-Takt in die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger eingehämmert?!?

Die Aussichten:

Die Gesamtproduktion und der Export sinken, entgegen der Prognosen und Erwartungen wie diese in vielen neoliberal gepräkten System-Medien kolportiert wurden, stark ab
Gesamtproduktion fällt im April deutlich stärker als erwartet

Deutschland: Gesamtproduktion fällt im April deutlich stärker als erwartet - :  weiter lesen auf FOCUS Online
 (http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/deutschland-gesamtproduktion-faellt-im-april-deutlich-staerker-als-erwartet_aid_763279.html)
Der Export gilt als Wirtschaftsmotor für Deutschland. Doch im April verkauften die deutschen Unternehmen 1,7 Prozent weniger ins Ausland als noch im März. ... weiter lesen auf Deutsche Mittelstands Nachrichten (http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/06/43497/)

IhrPlatz und Schlecker XLVerkauf von Schlecker-Tochterfirmen geplatzt
... weiter lesen auf FOCUS Online (http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/schlecker-tochter-verhandlungen-zu-ihrplatz-gescheitert-_aid_764525.html)

Der Arbeitsplatz von 5000 Mitarbeiter der Unternehmen ist in großer Gefahr! - von einen Arbeitsplatzwunder ist weit und breit nichts zusehen !


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 12. Juni 2012, 12:16:03
Jugendarbeitslosigkeit in D im Faktencheck

Das Argument:

In Frankreich gibt es eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, ja in Frankreich ist eine andere demografische Entwicklung als in Deutschland zu beobachten. Frankreich ist Fruchtbarkeitseuropameister In keinem europäischen Land ist die Geburtenrate so hoch wie in Frankreich: Statistisch gesehen bringt jede Frau 2,02 Kinder zur Welt….. In Deutschland liegt die "zusammengefasste Geburtenziffer" seit 30 Jahren relativ konstant bei unter 1,4.  (http://www.welt.de/politik/article3025853/Frankreich-ist-Fruchtbarkeitseuropameister.html) Kinder pro Frau.

Ob die demografische Entwicklung als in Deutschland und die daraus resultierende positive Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit ein Grund für euphorischen Jubel ist wage ich zu bezweifeln. Ja Personen die nie geboren wurden können auch nicht arbeitslos werden. Aber langfristig ist das Problem der schrumpfenden Bevölkerung in Deutschland folgenschwerer als die erhöhte Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich.

Die Analyse

Sind in D alle Jugendlichen in Arbeit oder nur in einer Beschäftigung/Beschäftigungsmaßnahme ?
Das SGB II fordert Jugendliche sollen sofort in Beschäftigungsmaßnahmen vermittelt werden.
Bis zu 350.000 Jugendliche finden in der gesamten Bundesrepublik jedes Jahr keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz und werden in Beschäftigungsmaßnahmen öffentlicher Träger verschoben.Der Bildungsexperte Professor Dieter Münk von der Universität Duisburg-Essen hat herausgefunden, dass rund 60 Prozent der betroffenen Jugendlichen auch nach 30 Monaten Verweildauer in Beschäftigungsmaßnahmen keinen regulären Arbeitsplatz haben. (http://www.wsws.org/de/2011/nov2011/alos-n11.shtml)

Wer sich als Jugendlicher unter 25 Jahre nicht dem Diktat der Niedrigstlohnbeschäftigung oder der Beschäftigung in Beschäftigungsmaßnahme beugt, dem drohen  drastische und einschneidend Sanktionen (Strafen)

Die Folgen

 248.000 Wohnungslose - davon leben 22.000 Menschen dauerhaft auf der Straße Gleichzeitig sei die große Zahl der Langzeitarbeitslosen konstant geblieben, der Anteil von Beschäftigten im Niedriglohnsektor, die von ihrem Geld allein keine Wohnung bezahlen könnten, sogar stark angewachsen…. (http://nordelbien.de/nachrichten/newsnek/one.news/index.html?entry=page.newsne.201112.18)


Hartz-IV und Jugendobdachlosigkeit (http://mantovan9.wordpress.com/2012/01/28/hartz-iv-und-jugendobdachlosigkeit/)

Dass die Zahl der jüngeren Obdachlosen seit einigen Jahren steigt, dafür haben die Experten vor allem eine Erklärung: "Als einen wichtigen Grund sehen wir die Einführung des Sozialgesetzbuchs (SGB) II im Jahr 2005", erklärt Werena Rosenke von der BAG Wohnungslosenhilfe. … (http://eltern.t-online.de/obdachlose-jugendliche-zahlen-steigen-alarmierend/id_21754508/index)

Im SGB II (Hartz IV) werden Personen unter 25 Jahren mit drakonischen Sanktionen (harte, willkürliche und oft ausufernden Strafen) belegt, Bei der ersten „Pflichtverletzung“ - wenn etwa ein Termin beim Jobcenter nicht eingehalten wird – kann - die Regelleistung vollständig gestrichen werden. Bei wiederholter Pflichtverletzung – wenn etwa die Annahme eines 1 € Job  abgelehnt wird -  kann auch die Kostenübernahme für Unterkunft und Heizung für drei Monate abgelehnt werden. Die betroffenen Personen sind dann zusätzlich auch ohne Krankenversicherung..

Zum ersten sind die betroffenen Personen nach drei Monaten ohne Mietzahlung unter schlechten Umständen obdachlos zum zweiten fallen obdachlose aus der Statistik der Arbeitslosen, weil sie ohne Briefkasten nicht jederzeit für eventuelle Arbeitgeber erreichbar sind.

Diese „Lösung“ des Problems der Jungendarbeitslosigkeit in D und die wachsende Bedrängnis arbeitsloser Menschen sehe ich mit brennender Sorge und steigendem Befremden.

Mein Fazit

Die im Verhältnis zu anderen europäischen Ländern geringe Jungendarbeitslosigkeit in Deutschland gründet vor allem im demografischen Faktor und der Beschäftigung Jugendlicher in Beschäftigungsmaßnahmen und Niedrigstlohnjobs. Bei detaillierter Betrachtung im Faktencheck  entpuppt sich diese gefühlt positive Entwicklung leider als potemkinsches Dorf.. Die Situation junger Menschen in D weicht nicht signifikant von der Situation der Jugendlichen in Frankreich oder vergleichbaren europäischen Ländern ab. Die Statistik der  Jungendarbeitslosigkeit in Deutschland spiegelt nur das Bild wieder das gerne von der neoliberalen Nomenklatur gesehen wird, die Tatsachen und Fakten sind wie oben aufgezeigt ganz andere.  Unsere Jugend in D wird sich eher früher als später „die Freiheit“ die sie durch die neoliberalen Ideologen und deren Reformen verloren hat zurückerobern..

Nach Club-of-Rome-Bericht: Forscher erwartet Jugendrevolte (http://aktuell.evangelisch.de/artikel/1857/nach-club-rome-bericht-forscher-erwartet-jugendrevolte?destination=node/1857)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Rudolf Rocker am 12. Juni 2012, 13:22:23
Danke Sybilla!


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 28. Juni 2012, 11:05:28
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland

Teil 1 - Arbeitsmarkt Juni 2012

In kürze folgt Teil 2
-Wirtschaft (ZEW – IFO Index) sinken entgegen aller rapide Erwartungen ab.
- Schulden in D steigen um 42 Mrd. Euro in 2012 auf über 2 Billionen Euro

Was ist Wahrheit? (Pontius Pilatus)

Wir können nicht entscheiden, ob das, was uns Medien und der Pressedienst der BA als Wahrheit suggerieren, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob uns das nur als ersehnte politisch erwünschte Wahrheit in unsere Köpfe gehämmert wird.

„Was ist Wahrheit?“, Das ist die Frage, die ich an die Autoren in den Medien richte:
Medienverantwortliche fragen das nicht, weil sie anfangen, sich für die Wahrheit zu interessieren, sondern weil  sie damit schon längst aufgehört haben. Was ist Wahrheit?  Diese Frage wird oft abfällig, spöttisch, zynisch beantwortet: „Was soll das schon sein, die Wahrheit? Wo kann man denn schon Wahrheit finden? Wenn man ihr begegnet, dann ist sie doch so sehr mit Irrtum und Lüge vermischt, dass niemand sie wirklich erkennen kann!“

Das Sozialgericht (SG) Berlin hält die Hartz IV-Regelsätze für verfassungswidrig und hat diese Frage dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt.  Sozialgericht Berlin S 55 AS 9238/12 (http://www.berlin.de/sen/justiz/gerichte/sg/s_55_as_9238.12.html)

Die offiziellen Zahlen des Pressediensts der BA im Detail betrachtet
Offizieller BA - Zahlenbericht für  Juni 2012 Seite 53
(Ich gehe davon aus, dass im offiziellen BA Bericht in Schätzungen und Hochrechnungen nicht alle arbeitslosen Personen innerhalb Deutschland erfasst und gezählt werden.)

Im Juni 2012 müssen nach offiziellen BA Schätzungen und Hochrechnungen 5.241.407 Personen  ALG I (767.982) oder ALG II ( 4.473.425 )  nach offiziellen Schätzungen und Hochrechnungen Hilfeleistungen beziehen. Die Hilfequote erwerbsfähige Leistungsberechtigte verharrt weiterhin bei 8,3 %
 3.813.712  Personen sind laut offiziellen BA – Bericht Juni 2012 unterbeschäftigt das sind 8,8 %

2.809.105 Personen werden nach § 16 SGB III als arbeitslos in der offiziellen BA Statistik erfasst. Allerdings ist die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit ist in den letzten Monaten gestiegen. (BA – Bericht Juni 2012 Seite 12f -3.1)

Instrumente der Arbeitsmarktpolitik in der Systematik ab 04/2012

Die Hochrechnung am aktuellen Rand ist derzeit aufgrund fehlender Erfahrungswerte oder technisch nicht realisierbar, darum ist der Vergleich mit Vorjahresergebnissen nur eingeschränkt möglich.

Laut vorläufiger Schätzung/Hochrechnung der BA sind im Juni 2012 962.623 Personen Teilnehmer an ausgewählten Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik.

Bitte beachten Sie die Fußnoten im BA Bericht Juni 2012 Seite 85

1) Die Hochrechnung am aktuellen Rand ist derzeit aufgrund fehlender Erfahrungswerte oder technisch nicht realisierbar, darum ist der Vergleich mit Vorjahresergebnissen nur eingeschränkt möglich.
2) Die Einmalleistungen umfassen: Vermittl.gutschein, Vermittl. in sv-pfl. Beschäftigung, Förd. aus dem Vermittl.-budget, Beschaffung von Sachgütern im Rahmen von Leistungen zur Eingl. von Selbständigen sowie Einmalleist. zur Freien Förderung SGB II.
3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für Januar - Dezember 2011 (Datenstand März 2012) nur ca. 68 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen erfasst.
4) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, da nur statistische Daten der zugelassenen kommunalen Träger vorliegen.
5) Aus technischen Gründen werden nicht alle Teilnahmen erfasst. Es ist von einer Untererfassung der Teilnahmen auszugehen

6) Zum gesamten Umfang der Förderung der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben sind Erläuterungen in den methodischen Hinweisen enthalten.
7) Ohne Ergebnisse zu Teilnahmen an Berufsorientierungsmaßnahmen nach § 48 SGB III, da dazu ab April 2012 statistische Daten nicht mehr vorliegen.
8) ---fehlt im Bericht---
Aufgrund der Datenlieferung zum Juni 2012 konnten die Förderdaten von 1 zkT für die Berichtsmonate Januar bis Juni nicht als plausibel eingeschätzt werden.
Dies führt bundesweit und rechtskreisübergreifend zu einem unvollständigen Nachweis des Bestandes an Teilnehmern i.H.v. 1408 für Berichtsmonat März 2012 und 759 für Berichtsmonat Juni 2012 (vorläufiger Wert). 


Niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ?

Personen unter 25 Jahren werden in die Bedarfsgemeinschaft mit ihren Eltern eingerechnet. Sie haben damit keinen eigenständigen Anspruch auf Arbeitslosengeld II.

Leistungsempfänger SGB II 4) * 6.945.767 Personen

Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit * 767.982 Personen   
- erwerbsfähige Leistungsberechtigte * 4.473.425 Personen
- nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte * 1.704.360  Personen 
 ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)
*4)Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hochgerechnet werden.

(Im BA-Bericht Dezember 2004 wurden im Bereich des Arbeitslosengeld und der Arbeitslosenhilfe nur 4.321.000 Leistungsempfänger gezählt.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html (http://[url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html)]Unicef beklagt hohe Kinderarmut in Deutschland[/url]

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html (http://[url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html)]In Deutschland fehlt es den Kindern demnach am ehesten an Freizeitaktivitäten (6,7 Prozent). Nahezu 1 von 20 Kindern müsse auf eine tägliche warme Mahlzeit verzichten (4,9 Prozent). 4,4 Prozent hätten keinen Platz, an dem sie ihre Hausaufgaben machen könnten. 3,7 Prozent besäßen höchstens ein Paar Schuhe. 3,1 Prozent der unter 16-Jährigen erhielten nie neue Kleidung, sondern zum Beispiel getragene von älteren Geschwistern. …..Besonders häufig entbehrten Kinder in Deutschland wichtige Dinge, wenn die Eltern arbeitslos seien oder einen niedrigen Bildungsabschluss hätten.[/url]

Zahl der offenen Stellen -  wird seit April konstant mit 499.000 Arbeitsstellen beziffert

BA Bericht Juni 2012 Seite 11 --- 2.1 Gemeldete Arbeitsstellen

Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im April und im Mai, Juni vermutlich rein zufällig auf 499.000 Arbeitsstellen.

In der Jobbörse (Sammlung diverser Jobbörsen) der BA sind 868.082 (Stand 28.06.12; 10 Uhr)  offene Arbeitsstellen bekannt.
(darin enthalten sind 499.000 offene Arbeitsstellen des BA- Berichts Juni 2012 zusätzlich gibt es noch  369.082 offene Arbeitsstellen die nur in der BA Jobbörse erscheinen) 

Zudem sind in der Jobbörse der BA 216.505 Ausbildungsplätze (Stand 28.06.12) bekannt.

Manche Medien fabulieren von mehr als 1,5 Millionen offenen Stellen diese Zahl ist nur durch einfältige und nicht zulässige Addition der BA Zahlen oder durch Datenredundanz (mehrfaches Zählen der gleichen Stellenangebote in verschiednen Jobbörsen) möglich.

Quelle der Zahlen:
http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201206.pdf (http://[url=http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201206.pdf)]BA – Monatsbericht Juni 2012[/url]
   
Nachdem die Frühjahres- und Sommerbelebung 2012 am Arbeitsmarkt sehr marginal ausgefallen ist. Müssen nach offiziellen Angaben im Juni 2012 trotz politisch und medial suggerierter Vollbeschäftigung 5.241.407 Personen ALG I oder ALG II beziehen Rund 4,5 Millionen erwerbsfähige Personen müssen Hartz IV Leistungen beziehen.
Ist oder war Deutschland tatsächlich auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung (Rekordbeschäftigung) ist das ein Jobwunder? Herrscht tatsächlich ein Mangel an Fachkräften oder wird dieser nur suggeriert? Die demografische Entwicklung die unfreiwillige Frühverrentung und der völlig ausufernde Niedrigstlohnbereich senken die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen ab. Hingegen auch die Vollzeitbeschäftigung immer weiter absinkt die Teilzeitbeschäftigung und Leiharbeit boomt. Der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit stehen 6.945.767 Leistungsempfänger im Leistungsbezug  im Rechtkreis SGB II/SGB III als (ALG I, ALG II, Sozialgeld) gegenüber das sind rund 60,74 % mehr Leistungsempfänger als im Dezember 2004. (Ohne Sozialhilfe diese im Jahr 2004 als auch im Jahr 2011 rund 1 Million Personen erhalten haben)

Faktencheck „Jobboom“

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen"

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen" Professor für Statistik über den Zahlenschwindel der Bundesagentur für Arbeit. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1470832/)
(Die gewonnen Erkenntnisse des Interviews vom Mai 2011 sind auch im  Juni 2012 zutreffend.)

Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (ARD-Morgenmagazin) (http://[url=http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)]Unter 3 Millionen Arbeitslose und so[/url]

Der „Beschäftigungsboom“ Atypisch Beschäftigte (in Mio.) nach Erwerbsformen in den Jahren 1999, 2008 bis 2010 Balkendiagramm (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/161608/umfrage/atypisch-beschaeftigte-in-deutschland-nach-erwerbsformen-seit-1999/)

 45 Jahre Arbeit = 140 Euro Rente  (http://www.fr-online.de/wirtschaft/altersarmut-bei-frauen-45-jahre-arbeit---140-euro-rente,1472780,12473098,view,.html)

Neue Zahlen zum deutschen Niedriglohnsektor kurbeln die Debatte um den Mindestlohn an. Knapp acht Millionen Beschäftigte müssen mit weniger als 9,15 Euro brutto pro Stunde auskommen,… (http://www.derwesten.de/nachrichten/niedriglohn-studie-gibt-befuerwortern-des-mindestlohns-aufwind-id6458994.html)

Sybillas Kommentar:

In den gleich gestimmten Systemmedien Spiegel TV (RTL)-Mitarbeiter kündigt und packt aus (http://www.youtube.com/watch?v=ojlnDsZ-gxM#)
wird im Gleichklang vom Schlaraffen- und Jobboomland Deutschland berichtet. Über acht Millionen von prekären Beschäftigungen werden zum Jobboom oder gar zum Jobwunder mystifiziert. Die Nomenklatur aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und die gleich gestimmten Medien feiern euphorisch die „Rekordbeschäftigung“ aufgebläht durch mehr als acht Millionen Mini und Midi und Teilzeitjobs obwohl ihnen bewusst sein sollte, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben können.  3 Euro 18 in der Stunde verdient eine Friseurin in Thüringen,  oder 4 Euro 58 in der Stunde für eine Floristin in Brandenburg. Mehr als 20 Prozent aller Erwerbstätigen sind im Niedriglohnbereich beschäftigt, Tendenz schnell ansteigend. Einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz haben nur noch 60 % aller Erwerbstätigen. Der „Jobboom findet vor allem in Minijobs und der Leih und Zeitarbeit statt. Die BA Statistik versteckt viele Menschen in Ein-Euro-Jobs, Bürgerarbeit oder anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder Beschäftigungsgesellschaften. Ebenso  werden diverse Gruppe von Arbeitslosen (über 58 jährigen und die unter 25 Jährigen) aus der Statistik aus.. Andere haben sich nach dem auslaufen des Arbeitslosengeldes I von den Jobcentern zurückgezogen, sie sind zwar auf der Suche nach Arbeit, aber sie sind nicht im Sinne des SGB II bedürftig. Dazu gehören Frauen/Männer die über „Vermögen“ verfügen oder deren Partner ein „Einkommen“ erzielen das über der Grundsicherung liegt.  Viele Arbeitslose werden mit prekären Jobangeboten im Niedrigstlohnsektor  überhäuft. Nach dem Motto: Kann die Arbeit von anderen noch billiger erledigt werden? Auch die Zahl der Wohnungslosen nimmt aufgrund von Armut zu.
   
Wer das komplette Zahlenwerk der BA detailliert betrachtet, wird dann doch sehr ernüchtert.
Entgegen der politischen und medialen Lobgesänge ist die Lage am Arbeitsmarkt im besonderem im Niedrigstlohnbereich bei weiten schlechter als von Politik und Massenmedien den Massen und den Bürgern suggeriert wird,

So weit die schön gemalte Welt der Mythen und Märchen jene in den Systemmedien verkündet werden. Eines ist für mich kristallklar das Jobwunder steht nur auf dem BA -Papier! Es ist der kreativen BA-Statistik entsprungen.

Erstellt von Sybilla am 28.06.12 ---  11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 31. Juli 2012, 12:37:03
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland

Arbeitsmarkt Juli 2012

Was ist Wahrheit? (Pontius Pilatus)

Wir können nicht entscheiden, ob das, was uns Medien und der Pressedienst der BA als Wahrheit suggerieren, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob uns das nur als ersehnte politisch erwünschte Wahrheit in unsere Köpfe gehämmert wird.

„Was ist Wahrheit?“, Das ist die Frage, die ich an die Autoren in den Medien richte:
Medienverantwortliche fragen das nicht, weil sie anfangen, sich für die Wahrheit zu interessieren, sondern weil  sie damit schon längst aufgehört haben. Was ist Wahrheit?  Diese Frage wird oft abfällig, spöttisch, zynisch beantwortet: „Was soll das schon sein, die Wahrheit? Wo kann man denn schon Wahrheit finden? Wenn man ihr begegnet, dann ist sie doch so sehr mit Irrtum und Lüge vermischt, dass niemand sie wirklich erkennen kann!“

Das Sozialgericht (SG) Berlin hält die Hartz IV-Regelsätze für verfassungswidrig und hat diese Frage dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt.  Sozialgericht Berlin S 55 AS 9238/12 (http://www.berlin.de/sen/justiz/gerichte/sg/s_55_as_9238.12.html)

Der Journalist schreibt, dass was ist! Oder schreibt er doch nur das was der BA – Pressedienst verlautbart?

Die offiziellen Zahlen des Pressediensts der BA im Detail betrachtet
Offizieller BA - Zahlenbericht für  Juli 2012 Seite 51
(Ich gehe davon aus, dass im offiziellen BA Bericht in Schätzungen und Hochrechnungen nicht alle arbeitslosen Personen innerhalb Deutschland erfasst und gezählt werden.)

Im Juli 2012 müssen nach offiziellen BA Schätzungen und Hochrechnungen 5.268.462 Personen  ALG I (820.942) oder ALG II ( 4.447.520 )  Hilfeleistungen beziehen.
Die Hilfequote erwerbsfähige Leistungsberechtigte beträgt 8,2 %
3.847.293 Personen sind laut offiziellen BA – Bericht Juli 2012 unterbeschäftigt somit steigt die Quote auf 8,9 %

2.875.971 Personen werden nach § 16 SGB III als arbeitslos in der offiziellen BA Statistik erfasst. Saisonbereinigt errechnet sich für die Arbeitslosigkeit ein leichter Anstieg (BA – Bericht Juli 2012 Seite 12f -3.1)

Instrumente der Arbeitsmarktpolitik in der Systematik ab 04/2012

Die Hochrechnung am aktuellen Rand ist derzeit aufgrund fehlender Erfahrungswerte oder technisch nicht realisierbar, darum ist der Vergleich mit Vorjahresergebnissen nur eingeschränkt möglich.

Laut vorläufiger Schätzung/Hochrechnung der BA sind im Juli 2012 900.881 Personen Teilnehmer an ausgewählten Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik.

Bitte beachten Sie die Fußnoten im BA Bericht Juli 2012 Seite 83

*) Aus Datenschutzgründen und Gründen der statistischen Geheimhaltung werden Zahlenwerte von 1 oder 2 und Daten, aus denen rechnerisch auf einen solchen Zahlenwert geschlossen werden kann, anonymisiert
Am aktuellen Rand werden die Daten aufgrund von unterschiedlicher Untererfassung mit Erfahrungswerten hochgerechnet. Dies gilt jedoch noch nicht für Daten der zkT, was den Vorjahresvergleich einschränkt. Endgültige statistische Ergebnisse zum Einsatz arbeitsmarktpol. Instrumente stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

1) Die Hochrechnung am aktuellen Rand ist derzeit aufgrund fehlender Erfahrungswerte oder technisch nicht realisierbar, darum ist der Vergleich mit Vorjahresergebnissen nur eingeschränkt möglich.
2) […]
3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für Januar - März 2012 (Datenstand Juni 2012) nur ca. 59 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen erfasst.
4) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, da nur statistische Daten der zugelassenen kommunalen Träger vorliegen.
5) Aus technischen Gründen werden nicht alle Teilnahmen erfasst. Es ist von einer Untererfassung der Teilnahmen auszugehen.
6) Zum gesamten Umfang der Förderung der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben sind Erläuterungen in den methodischen Hinweisen enthalten
7) Ohne Ergebnisse zu Teilnahmen an Berufsorientierungsmaßnahmen nach § 48 SGB III, da dazu ab April 2012 statistische Daten nicht mehr vorliegen

Oder, wir malen eine Welt, so wie sie uns gefällt

Viele Systemmedien berichten im gleich gestimmten Gleichklang von einem Beschäftigungsrekord. Hamburger Billig-Löhner: So werden wir ausgebeutet… Taxifahrerin: 3,50 Euro/Stunde … Wachmann: 4,15 Euro/Stunde …DHL-Kurierfahrer: 5,30 Euro/Stunde … (http://www.mopo.de/nachrichten/debatte-um-mindestlohn-hamburger-billig-loehner--so-werden-wir-ausgebeutet,5067140,16737104.html)

Zuerst war ich etwas verwirrt als der Nachrichtensprecher mit der inzwischen üblichen hysterisch-euphorischen Stimme verkündete das immer mehr Personen in einer lebenslangen Vollzeitarbeitsstelle beschäftigt sind. Aber bei detaillierter Betrachtung wurde sehr schnell kristallklar, das diese Personen weder eine ausreichende Altersrente der GRV erwarten dürfen, noch dass das erzielbare Einkommen für eine private Altersvorsorge ausreichend ist. Tatsächlich, Personen die heute zu Niedrigstlöhnen beschäftigt sind werden lebenslang auch im hohen Alter arbeiten müssen. Die Früchte ihrer Arbeit ernten in Form von steigenden Profiten andere.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html (http://[url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html)]Unicef beklagt hohe Kinderarmut in Deutschland[/url]

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html (http://[url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html)]In Deutschland fehlt es den Kindern demnach am ehesten an Freizeitaktivitäten (6,7 Prozent). Nahezu 1 von 20 Kindern müsse auf eine tägliche warme Mahlzeit verzichten (4,9 Prozent). 4,4 Prozent hätten keinen Platz, an dem sie ihre Hausaufgaben machen könnten. 3,7 Prozent besäßen höchstens ein Paar Schuhe. 3,1 Prozent der unter 16-Jährigen erhielten nie neue Kleidung, sondern zum Beispiel getragene von älteren Geschwistern. …..Besonders häufig entbehrten Kinder in Deutschland wichtige Dinge, wenn die Eltern arbeitslos seien oder einen niedrigen Bildungsabschluss hätten.[/url]


Niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ?

Personen unter 25 Jahren werden in die Bedarfsgemeinschaft mit ihren Eltern eingerechnet. Sie haben damit keinen eigenständigen Anspruch auf Arbeitslosengeld II.

Leistungsempfänger SGB II 4) * 6.966.919 Personen

Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit * 820.942 Personen   
- erwerbsfähige Leistungsberechtigte * 4.447.520 Personen
- nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte * 1.698.457 Personen 
 ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)
*4)Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hochgerechnet werden.

(Im BA-Bericht Dezember 2004 wurden im Bereich des Arbeitslosengeld und der Arbeitslosenhilfe nur 4.321.000 Leistungsempfänger gezählt.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html (http://[url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html)]Unicef beklagt hohe Kinderarmut in Deutschland[/url]

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html (http://[url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html)]In Deutschland fehlt es den Kindern demnach am ehesten an Freizeitaktivitäten (6,7 Prozent). Nahezu 1 von 20 Kindern müsse auf eine tägliche warme Mahlzeit verzichten (4,9 Prozent). 4,4 Prozent hätten keinen Platz, an dem sie ihre Hausaufgaben machen könnten. 3,7 Prozent besäßen höchstens ein Paar Schuhe. 3,1 Prozent der unter 16-Jährigen erhielten nie neue Kleidung, sondern zum Beispiel getragene von älteren Geschwistern. …..Besonders häufig entbehrten Kinder in Deutschland wichtige Dinge, wenn die Eltern arbeitslos seien oder einen niedrigen Bildungsabschluss hätten.[/url]

Zahl der offenen Stellen -  wird seit April konstant mit 499.000 Arbeitsstellen beziffert
Im Juli mit 499.847  BA Bericht Juli 2012 Seite 51

Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im April und im Mai, Juni, Juli vermutlich rein zufällig auf 499.000 Arbeitsstellen.

Quelle der Zahlen:
http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201207.pdf (http://[url=http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201207.pdf)]BA – Monatsbericht Juli 2012[/url]
   
Nachdem die Frühjahres- und Sommerbelebung 2012 am Arbeitsmarkt sehr marginal ausgefallen ist. Müssen nach offiziellen Angaben im Juli 2012 trotz politisch und medial suggerierter Vollbeschäftigung 5.268.462 Personen ALG I oder ALG II beziehen Rund 4,5 Millionen erwerbsfähige Personen müssen Hartz IV Leistungen beziehen.
Ist oder war Deutschland tatsächlich auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung (Rekordbeschäftigung) ist das ein Jobwunder? Herrscht tatsächlich ein Mangel an Fachkräften oder wird dieser nur suggeriert? Die demografische Entwicklung die unfreiwillige Frühverrentung und der völlig ausufernde Niedrigstlohnbereich senken die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen ab. Hingegen auch die Vollzeitbeschäftigung immer weiter absinkt die Teilzeitbeschäftigung und Leiharbeit boomt. Der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit stehen 6.966.919  Leistungsempfänger im Leistungsbezug  im Rechtkreis SGB II/SGB III als (ALG I, ALG II, Sozialgeld) gegenüber das sind rund 61,23 % mehr Leistungsempfänger als im Dezember 2004. (Ohne Sozialhilfe diese im Jahr 2004 als auch im Jahr 2011 rund 1 Million Personen erhalten haben)

Faktencheck „Jobboom“

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen"

"Es wird einfach wegdefiniert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen" Professor für Statistik über den Zahlenschwindel der Bundesagentur für Arbeit. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1470832/)
(Die gewonnen Erkenntnisse des Interviews vom Mai 2011 sind auch im  Juli 2012 zutreffend.)

Unter 3 Millionen Arbeitslose und so (ARD-Morgenmagazin) (http://[url=http://www.youtube.com/watch?v=v3Mi5FlrpoU#ws)]Unter 3 Millionen Arbeitslose und so[/url]

Der „Beschäftigungsboom“ Atypisch Beschäftigte (in Mio.) nach Erwerbsformen in den Jahren 1999, 2008 bis 2010 Balkendiagramm (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/161608/umfrage/atypisch-beschaeftigte-in-deutschland-nach-erwerbsformen-seit-1999/)

 45 Jahre Arbeit = 140 Euro Rente  (http://www.fr-online.de/wirtschaft/altersarmut-bei-frauen-45-jahre-arbeit---140-euro-rente,1472780,12473098,view,.html)

Neue Zahlen zum deutschen Niedriglohnsektor kurbeln die Debatte um den Mindestlohn an. Knapp acht Millionen Beschäftigte müssen mit weniger als 9,15 Euro brutto pro Stunde auskommen,… (http://www.derwesten.de/nachrichten/niedriglohn-studie-gibt-befuerwortern-des-mindestlohns-aufwind-id6458994.html)

Sybillas Kommentar:

In den gleich gestimmten Systemmedien Spiegel TV (RTL)-Mitarbeiter kündigt und packt aus (http://www.youtube.com/watch?v=ojlnDsZ-gxM#)
wird im Gleichklang vom Schlaraffen- und Jobboomland Deutschland berichtet. Über acht Millionen von prekären Beschäftigungen werden zum Jobboom oder gar zum Jobwunder mystifiziert. Die Nomenklatur aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und die gleich gestimmten Medien feiern euphorisch die „Rekordbeschäftigung“ aufgebläht durch mehr als acht Millionen Mini und Midi und Teilzeitjobs obwohl ihnen bewusst sein sollte, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben können.  3 Euro 18 in der Stunde verdient eine Friseurin in Thüringen,  oder 4 Euro 58 in der Stunde für eine Floristin in Brandenburg. Mehr als 20 Prozent aller Erwerbstätigen sind im Niedriglohnbereich beschäftigt, Tendenz schnell ansteigend. Einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz haben nur noch 60 % aller Erwerbstätigen. Der „Jobboom findet vor allem in Minijobs und der Leih und Zeitarbeit statt. Die BA Statistik versteckt viele Menschen in Ein-Euro-Jobs, Bürgerarbeit oder anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder Beschäftigungsgesellschaften. Ebenso  werden diverse Gruppe von Arbeitslosen (über 58 jährigen und die unter 25 Jährigen) aus der Statistik aus.. Andere haben sich nach dem auslaufen des Arbeitslosengeldes I von den Jobcentern zurückgezogen, sie sind zwar auf der Suche nach Arbeit, aber sie sind nicht im Sinne des SGB II bedürftig. Dazu gehören Frauen/Männer die über „Vermögen“ verfügen oder deren Partner ein „Einkommen“ erzielen das über der Grundsicherung liegt.  Viele Arbeitslose werden mit prekären Jobangeboten im Niedrigstlohnsektor  überhäuft. Nach dem Motto: Kann die Arbeit von anderen noch billiger erledigt werden? Auch die Zahl der Wohnungslosen nimmt aufgrund von Armut zu.
   
Wer das komplette Zahlenwerk der BA detailliert betrachtet, wird dann doch sehr ernüchtert.
Entgegen der politischen und medialen Lobgesänge ist die Lage am Arbeitsmarkt im besonderem im Niedrigstlohnbereich bei weiten schlechter als von Politik und Massenmedien den Massen und den Bürgern suggeriert wird,

So weit die schön gemalte Welt der Mythen und Märchen jene in den Systemmedien verkündet werden. Eines ist für mich kristallklar das Jobwunder steht nur auf dem BA -Papier! Es ist der kreativen BA-Statistik entsprungen.

Die Aussichten:

ZEW-Index: Dritter Rückgang in Folge (http://www.n-tv.de/wirtschaft/Hoffnung-auf-bessere-Stimmung-article6749996.html)

 ifo-Index -Stimmung in der deutschen Wirtschaft stark eingetrübt (http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article108378326/Stimmung-in-der-deutschen-Wirtschaft-stark-eingetruebt.html)

Die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland setzten nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juni 2012 nominal 5,4 % und real 2,9 % mehr um als im Juni 2011. Allerdings hatte der Juni 2012 mit 26 Verkaufstagen zwei Verkaufstage mehr als der Juni 2011. (https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2012/07/PD12_265_45212.html)

Die Schulden in D steigen um 42 Mrd. Euro in 2012 auf über 2 Billionen Euro an

Nur der imaginäre Konsumklimaindex der GfK bleibt positiv

http://www.stern.de/wirtschaft/news/gfk-konsumklimaindex-deutsche-lassen-sich-kauflaune-nicht-verderben-1865145.html (http://[url=http://www.stern.de/wirtschaft/news/gfk-konsumklimaindex-deutsche-lassen-sich-kauflaune-nicht-verderben-1865145.html) ]Der Konsumklimaindex stieg für August um 0,1 Punkte auf 5,9.[/url]

PS: Frau von der Leyen hat in einem Interview das MoMa bekräftigt dass sie bei den Frühindikatoren Zeitarbeit und Kurzarbeit keinen Hinweis auf eine wachsende Arbeitslosigkeit erkennen kann. Zudem betonte Frau von der Leyen das in D die niedrigste statistisch erfasste Arbeitslosigkeit seit Jahren gibt.

Im Wortlaut:

… Die Dynamik des Sinkens der Arbeitslosigkeit hat etwas abgenommen, aber wir sind auf einem langjährigen Tiefstand der Arbeitslosigkeit." Es gebe immer noch viele offenen Stellen. "Die Unternehmen suchen eher Fachkräfte, als dass sie zu viele Arbeitskräfte haben. Und auch die Frühindikatoren, also Zeit- und Kurzarbeit, die auf eine Krise hinweisen, sind vollständig unaufgeregt…. (http://www.ardmediathek.de/das-erste/morgenmagazin/von-der-leyen-sieht-deutschen-arbeitsmarkt-durch-eurokrise?documentId=11282828)

b]Obdach- und Wohnungslosigkeit in Deutschland steigt auf Rekordhöhe.[/b]

Immer mehr Obdachlose im Land (http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=9232826/1vmheey/)
Immer mehr junge Menschen sind ohne Wohnung (http://www.wnoz.de/index.php?WNOZID=d991bf7a1cd7ebdfa2d867e7cf8f4431&kat=113&artikel=109974037&red=27&ausgabe=)
Immer mehr Obdachlose im Norden (http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/obdachlos197.html)
Sozialstaat Deutschland – Zweiter Wohnungsloser in Berlin erfroren (http://www.s-o-z.de/?p=63242)


Erstellt von Sybilla am 31.07.12 ---  11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Tiefrot am 31. Juli 2012, 21:39:35
Verdammte Hacke, 7 Millionen Hilfebezieher !
Und dann noch welche, die arbeiten...
Das will mir irgendwie nicht ins Gehirn.  kotz






Beitrag #1200 :D


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: unkraut am 01. August 2012, 05:23:38
Hallo Sybilla , ich möchte einfach mal Danke sagen . Immer super auseinander geklüselt und verständlich aufbereitet .MfG Unkraut


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Eivisskat am 04. August 2012, 17:59:18
Zitat
Frisierte Arbeitsmarktzahlen für Erfolgsmeldungen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden sei die Zahl der Beschäftigten in einem „Normalarbeitsverhältnis“ von 2010 auf 2011 um rund 610.000 Personen angestiegen. Allerdings bedienten sich die Statistiker einiger Tricks, um offenbar die Zahlen zu frisieren. Neu ist nämlich, dass zum Beispiel auch Schüler, Auszubildende und Rentner in der Statistik als „Vollzeitbeschäftigte“ geführt werden.

Dennoch wird die Meldung in der Medienlandschaft als „Erfolg“ gewertet. „Bis 2005 war die Zahl der Personen in Normalarbeitsverhältnissen stetig gesunken. Seit dem Jahr 2006 ist wieder ein Anstieg zu verzeichnen, der 2011 besonders deutlich ausfiel“, heißt es beispielsweise in der Tagespresse.

Einige Tricks um Statistik zu frisieren
Doch um gute Ergebnisse im Sinne der schwarz-gelben Regierungspolitik vorlegen zu können, wurde die Statistik offenbar mit einigen Tricks ausgestattet. So gelten zum Beispiel als „Normalbeschäftigte“ alle Erwerbstätigen mit einer Wochenarbeitszeit ab 21 Stunden. Das ist etwas mehr als die Hälfte der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 38,07 Stunden (2011). Zwar ist unklar, wie viele Arbeitnehmer tatsächlich weniger als 38,07 Stunden arbeiten, allerdings dürfte ein recht hoher Anteil der Arbeitnehmer zu „Vollzeit-Beschäftigten“ umgedeutet worden sein, obwohl sie die durchschnittliche Wochenarbeitszeit eines Vollzeit-Beschäftigten kaum erreichen. Daher spricht man aber seitens des Bundesamtes für Statistik auch nicht von „Vollzeitbeschäftigten“ sondern von sogenannten „Normalarbeitsverhältnissen“.

Die Niedriglohnschwelle in Deutschland lag im Jahre 2010 bei 9,15 Euro pro Stunde (Westdeutschland 9,54E/h, Ostdeutschland 7,04E/h). Die Zahl der Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor lag bei deutschlandweit rund 8 Millionen (23,1 Prozent). Bezogen auf die bundeseinheitliche Niedriglohnschwelle arbeiteten im Westen Deutschlands 19,9 Prozent und in Ostdeutschland 39,1 Prozent der Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor. Der gesamtdeutsche Niedriglohnanteil betrug 22,9 Prozent (im Vergleich zu 22,3 Prozent im Jahr 2008 und 22,8 Prozent im Jahr 2009). Die Zahl der „Niedriglohn-Beschäftigten“ ist vor allem im Westen erheblich gestiegen.

Die meisten Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor „qualifiziert“
In den Medien wird immer wieder behauptet, viele Menschen in den prekären Arbeitsverhältnissen wäre nicht „qualifiziert genug“. Aber auch das Statistische Bundesamt musste einräumen, dass die große Mehrheit der Betroffenen im Niedriglohnsektor über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen akademischem Abschluss verfügt. Laut der Auswertung lag der Anteil der Personen mit Berufsausbildung bei 70,3 Prozent und der Personen mit akademischem Abschluss bei 9,3 Prozent; der Anteil ohne Berufsausbildung oder Studium nur bei 20,3 Prozent. Die Anteile der Teilzeitbeschäftigten (24,5%) und Minijobber/innen (30,7%) waren mit gut 55,2% zusammen höher, als der Anteil der Vollzeitbeschäftigten 44,8%. Besondere Risikogruppen sind beispielsweise Mini-Jobber, Unter 25jährige, Migranten, befristet Beschäftigte und Personen ohne Ausbildung.

Immer mehr Arbeitnehmer von atypischer Beschäftigung betroffen
Immer mehr Menschen sind von atypischer Beschäftigung betroffen. Als atypische Beschäftigung werden alle abhängigen Beschäftigungsverhältnisse verstanden, die eines oder mehrere der folgenden Merkmale aufweisen: eine Befristung des Vertrages (Zeitvertrag), Teilzeitbeschäftigung mit weniger als 20 Stunden, Arbeitsverhältnisse in der Leiharbeit sowie geringfügig Beschäftigte. Nach Angaben der Bundes-Statistiker sind rund 7,92 Millionen Menschen von der atypischen Beschäftigung betroffen. Das ist ein neuer Rekordwert. Der Anteil an sämtlichen Arbeitnehmern betrug rund 22,1 Prozent. Vor allem Frauen (5,6 Millionen) arbeiten in Teilzeit, befristet oder in Leiharbeitsstellen.

Die durchschnittlichen Stundenlöhne im Bereich des Niedriglohnsektors lagen in Westdeutschland bei 6,68 Euro und im Osten bei 6,52 Euro. Etwa 2,5 Millionen Angestellte arbeitenen für weniger als sechs Euro in der Stunde brutto. Ganz besonders betroffenen sind Frauen und Bürger in Ostdeutschland. Rund 50 Prozent der Mini-Jobber bekommen weniger als sieben Euro in der Stunde.

Neu am Report ist, dass nunmehr rund 500.000 Schüler, Studierende und Rentner mit einbezogen werden und den Vergleich zu vorangegangene Statistiken verwässern. (sb)


[url]http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/frisierte-arbeitsmarktzahlen-fuer-erfolgsmeldungen-9001067.php[/url] ([url]http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/frisierte-arbeitsmarktzahlen-fuer-erfolgsmeldungen-9001067.php[/url])


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 05. August 2012, 12:37:21
Die Lösung des Niedriglohn-Problems und daraus resultierende Kinder/Familien und Altersarmut sind im Prinzip sehr einfach aber in der Wirtschaft äußerst unpopulär.

Ein gesetzlicher Mindestlohn auf den westeuropäischen Niveau würde ohne jeden Zweifel die Armut und die Armutsgefährdung vieler Arbeitnehmer/Innen die jeden Tag früh aufstehen und Tag für Tag 8,9 oder 10 Stunden schwer arbeiten verhindern zusätzlich könnte der betroffene Personenkreis eine Rentenanwartschaft in der GRV erzielen die über Grundrentensicherung hinausreicht. Eventuell wäre mit einen gesetzlicher Mindestlohn auf dem westeuropäischen Niveau auch eine minimale Absicherung durch private Altersvorsorge möglich.

Dagegen spricht natürlich, dass ein gesetzlicher Mindestlohn auf westeuropäischem Niveau zulasten der exorbitant hohen Gewinne von den Arbeitgebern geleistet werden müsste.

Ich erinnere im Zusammenhang das die Kaufkraft der Arbeitnehmer/innen Einkommen die jeden Tag früh aufstehen und Tag für Tag 8,9 oder 10 Stunden schwer arbeiten aktuell auf das Niveau von 1990 abgesunken ist. Hingegen sich die Kaufkraft der Unternehmensgewinne seit 1990 im Durchschnitt um 300 % exorbitant hoch angestiegen sind also sich verdreifacht haben.

Natürlich stimme auch ich der These zu, dass Vollbeschäftigung nur erreichbar ist, wenn Arbeit nur sehr wenig oder gar nichts kostet. So war das Problem der Arbeitslosigkeit im Feudalismus zu Zeiten der Frondienste oder gar der Sklaverei völlig unbekannt. Wenn die neoliberale Politik dafür sorgt das sich lediglich Existenz erhaltende Löhne von 0 - 4 €/Std. fortlaufend etablieren ist Vollbeschäftigung wie in früheren Zeiten wieder erreichbar.

„Jobboom und Arbeitsmarkwunder“

Sittenwidrige Löhne beginnen bei 2,04 Euro ...

Sittenwidrige Löhne beginnen bei 2,04 Euro ... Das Anstandsgefühl und der Markt…Einladung zum Lohndumping….Die viel zitierten Friseure im Osten Deutschlands, hier namentlich in Sachsen, hätten erst eine rechtliche Handhabe gegen ihre Arbeitgeber, wenn ihr Stundenlohn 2,04 Euro unterschreitet. ….Kommune und Kreis werben mit Dumpinglöhnen (http://www.heise.de/tp/artikel/31/31394/1.html)

Miese Arbeitsbedingungen bei Billigfrisören

4. Juli 2012, 22:15 Uhr In der Kritik  Miese Arbeitsbedingungen bei Billigfrisören (http://www.stern.de/tv/sterntv/in-der-kritik-miese-arbeitsbedingungen-bei-billigfrisoeren-1849925.html)

24.05.2012 EU-Vergleich des WSI- Armut unter Beschäftigten und Arbeitslosen in Deutschland besonders stark gestiegen

weiterlesen (http://www.boeckler.de/38687_39935.htm)

Ist ein Stundenlohn von 2 Euro sittenwidrig?

Zitat
Löhne gelten als sittenwidrig, wenn sie ein Drittel oder noch weiter unter dem Branchendurchschnitt oder gültigen Tariflohn liegen.... So zeigt der WSI-Experte für Tarifpolitik Reinhard Bispinck auf, dass beispielsweise im sächsischen Friseurhandwerk ein Bruttostundenlohn von 2,04 Euro - zwei Drittel der untersten Tarifvergütung – noch nicht als sittenwidrig anzusehen ist. ([url]http://www.experto.de/b2c/bildung-karriere/arbeit-beruf/ist-ein-stundenlohn-von-2-euro-sittenwidrig.html[/url])


Geschichtsbuch der Finanzen

Dass Geld die Welt regiert, ist eine triviale Wahrheit. Wie das Geld-Regime jedoch entstand und wie es sich an der Macht hält, ist eine komplexe und umstrittene Geschichte. Für Christina von Braun ist Geld ein äußerst abstraktes Zeichensystem und anders als oft unterstellt gerade kein Symbol für den vereinfachten Tausch materieller Güter. (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1822590/)


Titel: Re:Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität
Beitrag von: Sybilla am 30. August 2012, 12:04:01
Renten

http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article108866692/Regierung-senkt-Rentenbeitrag.html (http://[url=http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article108866692/Regierung-senkt-Rentenbeitrag.html)]Regierung senkt Rentenbeitrag - Ab Anfang nächsten Jahres soll der Satz 19,0 Prozent betragen. …Gesetzesvorlage droht im Bundesrat zu scheitern – auch am Widerstand einiger Unionsgeführter Länder.[/url]

Ein 2,7 Milliarden Euro Wahlgeschenk an die Arbeitgeber.
Meine Frage in die Runde, sollen die Rentenbeiträge (um -0,6 Prozentpunkte = pro 1000 € Einkommen um 3 €  für den Arbeitnehmer abgesenkt oder die Altersrenten von Rentnern in Altersarmut erhöht werden?

Die Altersrenten betrugen im Jahr 2000 im Mittelwert 1021 € sind aber bis ins Jahr 2011 im Mittelwert auf 953 € abgesunken.

Unicef beklagt hohe Kinderarmut in Deutschland (http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html)

In Deutschland fehlt es den Kindern demnach am ehesten an Freizeitaktivitäten (6,7 Prozent). Nahezu 1 von 20 Kindern müsse auf eine tägliche warme Mahlzeit verzichten (4,9 Prozent). 4,4 Prozent hätten keinen Platz, an dem sie ihre Hausaufgaben machen könnten. 3,7 Prozent besäßen höchstens ein Paar Schuhe. 3,1 Prozent der unter 16-Jährigen erhielten nie neue Kleidung, sondern zum Beispiel getragene von älteren Geschwistern. …..Besonders häufig entbehrten Kinder in Deutschland wichtige Dinge, wenn die Eltern arbeitslos seien oder einen niedrigen Bildungsabschluss hätten. (http://www.welt.de/politik/deutschland/article106386567/Unicef-beklagt-hohe-Kinderarmut-in-Deutschland.html)


Niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ?

Personen unter 25 Jahren werden in die Bedarfsgemeinschaft mit ihren Eltern eingerechnet. Sie haben damit keinen eigenständigen Anspruch auf Arbeitslosengeld II.

Drei Viertel der unter 26-Jährigen wohnen noch bei ihren Eltern (http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Drei-Viertel-der-unter-26-Jaehrigen-wohnen-noch-bei-ihren-Eltern-id21436061.html)

Leistungsempfänger SGB II 4) * 6.948.673 Personen

Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit * 837.093  Personen   
- erwerbsfähige Leistungsberechtigte * 4.420.094 Personen
- nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte * 1.691.486 Personen 
 ( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)
*4)Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hochgerechnet werden.

(Im BA-Bericht Dezember 2004 wurden im Bereich des Arbeitslosengeld und der Arbeitslosenhilfe nur 4.321.000 Leistungsempfänger gezählt.

Zahl der offenen Stellen -  wurde seit April konstant mit 499.000 Arbeitsstellen beziffert Sie ist im August von (Juli 499.847) auf 493.380 offene Stellen abgesunken  BA Bericht August 2012 Seite 51. Der Stellenindex der BA (BA-X) stieg entgegen diesen Trend von 163 auf 164 an.

2.1 Gemeldete Arbeitsstellen  - BA Bericht August Seite 11  Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen hat sich im August saisonbereinigt um 4.000 verringert, nach -7.000 im Juli. Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im August auf 493.000 Arbeitsstellen. (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201208.pdf)

Quelle der Zahlen:
BA – Monatsbericht August 2012 (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201208.pdf)
   
Nachdem die Frühjahres- und Sommerbelebung 2012 am Arbeitsmarkt sehr marginal ausgefallen ist. Beginnt nun die Herbstflaute. Somit müssen nach offiziellen Angaben im August 2012 trotz politisch und medial suggerierter Vollbeschäftigung  5.257.187 Personen ALG I oder ALG II beziehen Rund 4,5 Millionen erwerbsfähige Personen müssen Hartz IV Leistungen beziehen.
Ist oder war Deutschland tatsächlich auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung (Rekordbeschäftigung) ist das ein Jobwunder? Herrscht tatsächlich ein Mangel an Fachkräften oder wird dieser nur suggeriert? Die demografische Entwicklung die unfreiwillige Frühverrentung und der völlig ausufernde Niedrigstlohnbereich senken die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen ab. Hingegen auch die Vollzeitbeschäftigung immer weiter absinkt die Teilzeitbeschäftigung und Leiharbeit boomt. Der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit stehen 6.948.673 Leistungsempfänger im Leistungsbezug  im Rechtkreis SGB II/SGB III als (ALG I, ALG II, Sozialgeld) gegenüber das sind rund 60,81 % mehr Leistungsempfänger als im Dezember 2004. (Ohne Sozialhilfe diese im Jahr 2004 als auch im Jahr 2011 rund 1 Million Personen erhalten haben)

+++Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer+++

Der Lösungsansatz ist klar und deutlich erläutert.   
Für einen solidarischen und verteilungsgerechten Sozialstaat Kernforderungen des SoVD (http://www.sovd.de/fileadmin/downloads/pdf/sonstiges/2012-08-23-Fuer_einen_solidarischen_u_verteilungsgerechten_Sozialstaat_web.pdf)
   
  Zum Beispiel:
   
  - Niedriglohnsektor bekämpfen - Mindestlöhne einführen
  - Minijobs abschaffen - sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen
  - Befristete Beschäftigung, Leiharbeit und Werkverträge eingrenzen
  - Soziale Sicherheit bei Arbeitslosigkeit wiederherstellen
  - Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Renten- Kranken- und Pflegeversicherung sichern

Nominale und reale Entwicklung von Volkseinkommen, Unternehmens- und Vermögenseinkommen sowie Arbeitnehmerentgelten in Deutschland seit 1991 (Basisjahr = 2000)
   
Seite 32 Abbildung 4.1: Nominale und reale