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Autor Thema: Heimkinder....  (Gelesen 427652 mal)
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Martin Mitchell


Beiträge: 1074


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« Antworten #750 am: 05. Juni 2014, 04:05:56 »

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Der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. lässt wissen:

Zitat
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Heimkinderkonferenz am 14.06.2014 in Münster/Westf.

Ehemalige Heimkinder -
Gewalt und Zwangsarbeit
Wann kommt die Entschädigung


Öffentliche Veranstaltung –
Samstag, 14. Juni 2014 um 10:30 Uhr bis 18:00 Uhr

.

Das Ganze ist schon in Plannung seit Ende März 2014 ( im April war der vorgeschlagene „Veranstaltungsort“ noch das „LANDESHAUS“ in „Münster“ in „NRW“ )

Der jetzt und endgültig gewählte „Veranstaltungsort“ für diese Öffentliche Veranstaltung ist nun definitiv:

Zitat
.
[ Zusammenkunft: ] Cafe "Die Weltbühne",
[ Gebäude: ] Kommunikationszentrum im ESG-Haus,
[ Bezeichnung: ] Breul 43,
[ Ort: ] Münster, NRW,
[ Termin: ] Samstag, 14. Juni 2014 um 10:30 Uhr bis 18:00 Uhr

.

Das Veranstaltungsprogramm und die vom Verein verfolgten Ziele sind auf der Vereinswebseite des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. für jeden anschaubar:

http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/uncategorized/heimkinderkonferenz-am-14-06-2014-in-muensterwestf/
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Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.
Martin Mitchell


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« Antworten #751 am: 07. Juni 2014, 07:03:13 »

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Hier zitiert und jetzt noch einmal hochgeholt wird von mir ein meinerseitiger Beitrag aus dem Jahre 2011: Beitrag 39 vom Donnerstag, 10. März 2011, um 04:32 Uhr im Thread »GERMANY. - Wer soll für den Schaden der Heimopfer und Missbrauchsopfer haften?« im HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/12566-germany-wer-soll-für-den-schaden-der-heimopfer-und-missbrauchsopfer-haften/index2.html#post237517

Zitat
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Eingeständnis. - Die Beweise der nachkriegsdeutschen Zwangsarbeit befinden sich in den Kirchen-Archiven !

Concession / confession: Evidence of post-war forced labour within Germany can be found in the church archives !

In der Bundesrepublik Deutschland weigern sich alle Medien diese Fakten zu veröffentlichen --- sie sagen es zwar nicht eindeutig, dass sie sich weigern, aber sie veröffentlichen es einfach nicht ( Selbstzensur pur !!! ).

The media ( all relevant Media ! ) in the Federal Republic of Germany refuse to publish these facts. It is not that they say that they refuse to publish these facts, but they simply don’t publish it ( uncompromising self-censorship !!! ).

In GERMANY war Zwangsarbeit sofort nach dem Zweiten Weltkrieg wieder akzeptabel und wurde weitgehend angewendet ( um die Betriebe aufrechtzuerhalten und die Wirtschaft anzukurbeln und in Schwung zu halten – denn es herrschte besonders in West-Deutschland über lange Jahre hinweg Arbeitermangel [ besonders auch Mangel an Arbeitern und Arbeiterinnen, die bereit gewesen wären für einen Hungerlohn oder sogar völlig umsonst zu arbeiten ! ] ) !!!

Nutznießer von nachkriegsdeutscher Zwangsarbeit scheffelten dabei über Jahrzehnte hinweg Milliarden-Gewinne in ihre Geldbeutel, vielfach auch noch ohne jegliche Steuern dafür zu bezahlen.

Germany arrogantly continues to deny and ignore its breach of international law pertaining to the continued use of "forced labour" in its child welfare institutions immediately after cessation of hostilities in 1945 --- and continuing in West-Germany for many decades after the war – with the churches in the forefront of this ongoing despicable practice raking in billions in profits therefrom ( between ca 1945-1985 ) !!! – and not willing even today, in 2011 [ or even in 2014 ], to make amends for these atrocious transgressions and human rights violations back then.

Führende evangelische Kirchenmitarbeiterin / „Erzieherin“, Dr. Rosemarie Kamp, unbeabsichtigt gesteht nachkriegsdeutsche „Heimkinder-Zwangsarbeit“ ein und sieht nichts verwerfliches darin.

Ich erwähne dies immer mal wieder schon über die letzten acht Jahre hinweg.
Ich weiß nicht wie oft ich noch darauf hinweisen muß bevor jemand DAVON Kenntnis nimmt – oder auch nur die deutschen Medien DAVON Kenntnis nehmen:

Schon in 1947/1948/1949 protestierte ein führender britischer Offizier offiziell gegen die Fortführung in West-Deutschland von „Heimkinder-Zwangsarbeit“ ( besonders in seinem Areal im nordöstlichen Niedersachsen ! ) in einem evangelisch-lutherischen „Mädchenerziehungsheim“ in Braunschweig [ Marienstift genannt – steht nur als ein Beispiel von vielen in West-Deutschland ! ] --- und die gesamte Evangelische Kirche in Deutschland und die gesamte Innere Mission / Diakonie lehnte sich gegen seinen offiziellen Protest auf, und hielt ihren Aufstand gegen den Protest dieses führenden Offiziers der britischen Besaztungsmacht schriftlich fest ( weil diese „Heimkinder-Zwangsarbeitin Deutschland einfach so „Gang und Gäbe“ sei und das „immer schon so gewesen“ sei ! – d.h. „Heimkinder in Deutschland waren schon immer gezwangsarbeitet worden“ und das würde auch „weiterhin so fortgeführt“ werden“ ! ).

Woher weiß ich, der Australier Martin Mitchell, das ? – Weil ich selbst solch ein Zwangsarbeiter in einer anderen evangelisch-lutherischenEinrichtung in West-Deutschland, in einem Moor in Niedersachen in den frühen 1960er Jahren war.

und

Weil im Jahre 2000, anhand von umfangreichem kirchlichen Archivmaterial, öffentlich und ganz freiwillig und lobpraisend eingehend von diesem reputablen führenden Mitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland – sowohl wie ein führendes Mitglied dieserArbeitsausbeutungseinrichtungen“ – Dr. Rosemarie Kamp, persönlich, in dem Kirchen-Magazin Doppelpunkt DARÜBER berichtet wurde:

http://www.heimkinder-ueberlebende.org/70_Jahre_evangelische_und_katholische_Maedchenerziehungsheime_in_Deutschland_No01.html ( Das Original dieses umfangreichen und detailierten Artikels von Dr. Rosemarie Kamp, in dem Kirchen-Magazin Doppelpunkt aus dem Jahre 2000, war zuvor hier aufrufbar @ http://www.marienstift-braunschweig.de/fileadmin/downloads/doppelpunkte/archiv/2003/2003_2.pdf, ist aber jetzt, stattdessen, hier aufrufbar @ http://www.marienstift-braunschweig.de/fileadmin/daten/doppelpunkte/archiv/2003/2003_2.pdf ( 955.56 KB ) ) [ aber im Jahre 2014 auch dort jetzt nicht mehr auffindbar ! Die Evangelische Kirche in Deutschland hat diesen diesbezüglichen Text jetzt völlig aus dem Internet verschwinden lassen ! ]

.

Ich selbst aber habe, als Einziger, diesen Text gut aufbewahrt und er ist wie zuvor auch weiterhin hier aufrufbar @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/70_Jahre_evangelische_und_katholische_Maedchenerziehungsheime_in_Deutschland_No01.html
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« Letzte Änderung: 07. Juni 2014, 07:06:28 von Martin Mitchell » Gespeichert

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« Antworten #752 am: 10. Juni 2014, 02:52:58 »

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Auszüge besonders wichtiger diesbezüglicher Texpassagen aus einem Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kappeler vom 27.05.2014

Zitat
.[ Seite 1 ]

Prof. Dr. Manfred Kappeler

Vortrag im Rahmen der Ethik-Vorlesung an der Hochschule Esslingen (Fakultät Soziale Arbeit) am 27.5.2014

Anvertraut und ausgeliefert

Statt Hilfe und Unterstützung erfuhren sie Unrecht und Leid – Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung der Vierziger-Siebzigerjahre.

[ ……… ]

Mit der Gründung der Bundesrepublik im Jahr 1949 wurde auch die Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe und Jugendpflege (AGJJ – heute AGJ) als Dachverband der Jugendhilfe gegründet. Gründungsmitglieder waren alle großen öffentlichen und freien Träger der Jugendhilfe. In der von Franz Josef Strauß, dem damaligen Leiter des Referats Jugendhilfe im Bayrischen Innenministerium, unterschriebenen Gründungsurkunde heißt es: „Durch die Arbeitsgemeinschaft soll die Tätigkeit der Behörden, der Verbände und Vereinigungen zusammengefasst und für die Jugendwohlfahrt fruchtbar gemacht werden. Es sollen damit alle Kräfte, die in echter Verantwortung dem Wohl und der Förderung unserer Jugend dienen, nach den Grundrechten, die im Grundgesetz der Bundesrepublik verankert sind, sich in wirksamer Weise für dieses Ziel frei entfalten können“. Aber trotz der Bindung an das GG und obwohl der Schutz der Menschenwürde und der Persönlichkeitsrechte durch die Grundrechte in der Verfassung seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland ohne Einschränkungen auch für die Säuglinge, Kleinkinder, Schulkinder und Jugendlichen galt die in Heimen leben mussten. Für den Schutz diese Kinder und Jugendlichen, die die Fürsorge und Geborgenheit einer Familie entbehren mussten, hatte der Staat eine besondere Verpflichtung:: das staatliche Wächteramt nach Art. 6 GG, dessen Ausübung die wichtigste Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe hätte sein müssen. Dennoch wurden sie in den Heimen der Jugendhilfe (damals Jugendfürsorge) wie bis 1945 weiterhin zu Ausgelieferten, die keine Chance hatten, sich gegen die ihnen zugefügte Erniedrigung, Unterdrückung und Ausbeutung zu wehren. Es gab keine Instanz, keine Person die ihnen zugehört oder gar geglaubt hätte.

[ Seite 2 ]

Nicht erst aus dem historischen Abstand von heute aus gesehen ist klar, dass die Jugendhilfe ihre Verpflichtung und Selbstverpflichtung auf die Grundrechte der Verfassung, auf Menschenwürde und Menschenrechte, wie sie in dem Gründungsdokument der AGJJ aus dem Jahr 1949 formuliert wurde, in der Alltagspraxis der Heimerziehung während der ersten drei Jahrzehnte der Bundesrepublik nicht eingelöst hat.

Die mit den zentralen Grundlagen eines demokratischen und sozialen Rechtsstaates in krassem Widerspruch stehenden Zustände in der Heimerziehung waren der Fachöffentlichkeit und der Kinder- und Jugendpolitik zu jedem Zeitpunkt der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte bekannt. Es gab auch zu jedem Zeitpunkt einzelne Einrichtungen und Modellprojekte, die zeigen konnten, dass eine die Würde und die Rechte von Kindern/Jugendlichen achtende, ihre individuelle Entwicklung fördernde Erziehungspraxis in Heimen möglich war. Aber die unselige „Tradition“ der Fürsorgeerziehung als Zwangserziehung, die durch die NS-Jugendfürsorge noch eine Zuspitzung erfahren hatte, weltanschaulich-ideologische Barrieren und fehlender politischer Wille verhinderten über dreißig Jahre die flächendeckende Umsetzung von Alternativen und führten dazu, dass ca. 800 000 Mädchen und Jungen, ein erheblicher Teil von ihnen auch in Baden-Württemberg, in Heimen leben mussten, die zum Typus der Totalen Institutionen (Goffman 1967) gehörten.

Erziehungsheime für Jugendliche

Lange bevor diese soziologische Kategorie für auf Zwang beruhende und ihre „Regeln“ mit Gewalt gegen die in ihr „untergebrachten“ Menschen durchsetzende Systeme entwickelt wurde und zu einem festen Begriff in den Gesellschaftswissenschaften werden konnte, hatten Kritiker der Heimerziehung im Nachkriegsdeutschland genau beschrieben, was eine Totale Institution ist und was sie den ihr Ausgelieferten antut.

Elisabeth Bamberger, die in den ersten Jahren nach Krieg und Faschismus das Jugendamt in München leitete, forderte schon 1948 die Abschaffung der Fürsorgeerziehung und die Streichung des unbestimmten Rechtsbegriffs Verwahrlosung aus dem Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG). Die Praxis der Fürsorgeerziehung hielt sie für pädagogisch kontraproduktiv und politisch mit einer demokratischen Gesellschaftsordnung nicht vereinbar. Sie kritisierte auch die bürokratische „seelenlose Aktenführung“ und Berichterstattung über Kinder, Jugendliche und ihre Familien in Jugendämtern und Heimen.. In dem Standardwerk „Handbuch der Heimerziehung“ wurde 1955 der „Zwangscharakter“ der Fürsorgeerziehung scharf kritisiert: „Sie erfordert eine rationale Durchgestaltung der Erziehung. Die Methode herrscht. Die Ordnung des Zusammenlebens erstrebt die erhöhte Brauchbarkeit des Zöglings. Das Erzieher-Zöglings-Verhältnis ist autoritär. Lehrer, Meister und Erzieher fordern als Vertreter objektiver Ansprüche Gehorsam. Deshalb gilt die gehorsame Unterordnung unter den Anspruch der Ordnung als Erziehungserfolg. Die menschliche Zuordnung dient den Ordnungs-, Lehr- und Arbeitsansprüchen. Unerbittlich hart werden Ordnungs- und Arbeitsgewöhnung organisiert. Die Dressur überwiegt das Bedürfnis, Einsicht zu wecken. Die Entschlossenheit der Macht, die das Ordnungssystem schützt, lässt überall den Strafcharakter noch durchschimmern. Die eindeutige Ausrichtung auf ein arbeitshartes Leben macht die Anstalt klar, einfach und durchsichtig. Der Apparat garantiert die Ordnung, die Leitung ordnet die Arbeit an, überwacht sie und bricht den Widerstand mit Gewalt. Drill, blinder Gehorsam und die Entpersönlichung des Verkehrs werden auf die Spitze getrieben. Der Anstaltsapparat mit seinem pädagogisch unvorgebildeten Aufseherstab bildet den äußeren Rahmen des versachlichten Lebens. Es wird unentwegt gearbeitet, um die Kraft der anderen Triebe zu schwächen. Die Arbeit richtet sich gegen körperliche Verweichlichung. Schwere körperliche Arbeit wird bevorzugt. Die Ausbildung in spezialisierter Arbeit von Lehr- und Anlernberufen wird als seltene Vergünstigung und als Arbeitsantrieb benutzt.“

[ Seite 3 ]

Entgegen der Forderung der ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch Heimerziehung (RTH) wurde diese „Arbeit“ von der Mehrheit der Institutionenvertreter am RTH nicht als nach dem Grundgesetz verbotene Zwangsarbeit anerkannt, obwohl die im Abschlussbericht des Gremiums dargestellten Fakten und alle bekannten Forschungsergebnisse die Bewertung als Zwangsarbeit rechtfertigen würden.. Diese Nichtanerkennung ist einer der Gründe für die Verweigerung einer angemessenen finanziellen Entschädigung und eine der Hauptursachen für die große Unzufriedenheit vieler ehemaliger Heimkinder mit den „Empfehlungen“ des RTH, die auf der Basis des Bundestagsbeschlusses vom Juli 2011 gegenwärtig durch den Fonds Heimerziehung und die Anlauf- und Beratungsstellen der Bundesländer umgesetzt werden.

Der Reformpädagoge und Mitbegründer der Gilde Soziale Arbeit Professor Hanns Eyferth charakterisierte schon 1950 die Verhältnisse in den Erziehungsheimen für Jugendliche folgendermaßen: „Sie richten sich auf eine Erziehung des durch Gehorsam erzwungenen vorschriftsmäßigen Verhaltens. Hier wirken sowohl ältere traditionelle Erziehungsauffassungen von der selbstverständlichen Gehorsamspflicht, wie konfessionelle Vorstellungen und schließlich militärische Vorbilder. Dabei haben wir aber nicht Aufseher, sondern Erzieher vor uns“.

1970 veröffentlichte der in Sachen Erziehung renommierte Klett-Verlag (Stuttgart) eine empirische Studie zu drei Fürsorgeerziehungsheimen für männliche Jugendliche in Baden-Württemberg: einem staatlichen, einem katholischen und einem evangelischen. Die Befunde seiner Untersuchung, so der Autor Herrman Wenzel, seien lediglich eine Bestätigung seit langem bekannter Tatbestände. Je mehr Untersuchungen gleiche Missstände und Mängel aufzeigten, desto gültiger und dringender werde das Postulat, in der Erziehungshilfe neue Wege zu gehen. Der Misserfolg der Heimerziehung liege weitgehend im Versagen der Heime und Behörden begründet, das nicht mit fehlenden finanziellen Mitteln in den öffentlichen Haushalten entschuldigt werden könne. Wenzel zitiert die scharfe Kritik einer Delegation der britischen Regierung an der Praxis der Heimerziehung in Deutschland aus dem Jahre 1947 und vergleicht diese Kritik mit seinen Untersuchungsergebnissen. Sein Resümee: „Inzwischen sind mehr als zwei Jahrzehnte verflossen; die Kritik der britischen Delegation hat aber nichts an ihrer Aktualität eingebüßt“.

[ ……… ]

[ Seite 4 ]

Gefährdung ihrer schulischen Bildung. Sie ließ den Kindern auch keine Zeit für selbstbestimmtes Spielen, dessen große Bedeutung für die emotionale und intellektuelle Entwicklung von Kindern auch schon 1950 zu den gesicherten Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie und der Erziehungswissenschaft gehörte.

Es kann heute nicht mehr bestritten werden, dass die Kinder mit der ihnen abgezwungenen Arbeit die Binnenstrukturen der Heime aufrechterhalten mussten, in die sie durch die Jugendämter eingewiesen wurden. Staatliche und kirchliche Träger der Jugendhilfe betrieben also in großem Umfang verbotene Kinderarbeit. Diese gesetzwidrige Ausbeutung der Kinder ist eine der Hauptursachen für die den Heimkindern vorenthaltene schulische und berufliche Bildung. Ein erheblicher Teil von ihnen wurde ohne Volksschul- bzw. Hauptschulabschluss aus der Heimerziehung entlassen. Nach einer Untersuchung des Heimreformers Martin Bonhoeffer besuchten 1973 nur 1% der in Heimen lebenden Kinder und Jugendlichen eine weiterführende Schule. Dass sehr viele ehemalige Heimkinder heute in Altersarmut leben müssen und auf Grundsicherung bzw. ALG II angewiesen sind, ist darauf zurückzuführen. Wie die Zwangsarbeit von Jugendlichen ist auch die verbotene Kinderarbeit einer der Gründe für die Forderung der ehemaligen Heimkinder am RTH nach einer finanziellen Entschädigung in Höhe von anrechnungsfreien 300 Euro mtl. gewesen, die bekanntlich von der Mehrheit der Institutionenvertreter am RTH (Bund, Länder, Kirchen) abgelehnt wurde.

Die einzige finanzielle Leistung aus dem Fonds Heimerziehung mit Bezug auf die während der Unterbringung in Heimen geleisteten Arbeit, ist die sog. Rentenersatz- bzw. Rentenausgleichszahlung in Höhe von 300 Euro für jeden Monat, für den vom Heimträger keine Beiträge an die Rentenversicherung abgeführt wurden. Das gilt aber nur für Jugendliche ab dem 14. Geburtstag, die nicht mehr dem Verbot der Kinderarbeit unterlagen. Für die den Kindern abgezwungene Arbeit gibt es keinen Cent. Ein Beispiel: In einer großen diakonischen Einrichtung mussten die Kinder ab dem 10. Lebensjahr, nach dem Besuch der Heimschule am Vormittag, nachmittags an jedem Werktag vier Stunden in der Landwirtschaft der Anstalt arbeiten. Die selbe Arbeit mussten sie auch nach dem 14. Geburtstag als Jugendliche verrichten. Ein mir bekannter Ehemaliger, der mit siebzehn aus dieser Anstalt entlassen wurde, kann für die drei Jahre, die er als Jugendlicher in diesem Heim zur Arbeit gezwungen wurde, Geld aus dem Fonds bekommen. Für die vier Jahre verbotener Kinderarbeit in diesem Heim bekommt er nichts. Ein anderer Ehemaliger, der schon als Sechsjähriger in der heimeigenen Landwirtschaft eines kirchlichen Heimes arbeiten musste, dann als Vierzehnjähriger in eine Handwerkslehre „mit Kost und Logis“ entlassen wurde, bekommt für die acht Jahre verbotener Kinderarbeit keinen Cent aus dem Fonds. Obwohl er ein begabtes Kind war, durfte er nur die „Hilfsschule“ besuchen, aber auch nur dann, wenn es die jahreszeitlich schwankenden „Bedürfnisse“ der Landwirtschaft des Heimes zuließen.

Diese vollständige Nichtanerkennung der erzwungenen Kinderarbeit in den Heimen durch den RTH, den Bundestag und die Bund-Länder-Kirchen-Vereinbarung zur Errichtung des Fonds Heimerziehung hat neues schweres Unrecht gegenüber ehemaligen Heimkindern geschaffen, das eine Quelle großer Enttäuschung und Unzufriedenheit ist.

Die Entschädigungsfrage

In den 40er bis 70er Jahren haben Hunderttausende Kinder und Jugendliche durch die ihnen in den Heimen der Jugendhilfe der damaligen Bundesrepublik abgezwungene Arbeit in der Haus- und Landwirtschaft der Heime selbst, in Eigenbetrieben der Heimträger und als an Fremdfirmen Ausgeliehene mehrstellige Milliardenbeträge erwirtschaftet. Mit diesem Geld wurden Jahr für Jahr die Budgets der Jugendhilfe entlastet und damit zuletzt der Steuerzahler. Der RTH hätte diesen Sachverhalt mit einer wirtschaftswisssenschaftlichen Expertise aufklären können und damit eine Grundlage für eine politisch zu vertretene und der Öffentlichkeit zu vermittelnde angemessene finanzielle Entschädigung ehemaliger

[ Seite 5 ]

Heimkinder bekommen. Aber obwohl von den ehemaligen Heimkindern am RTH die Anerkennung der verbotenen Kinderarbeit und der Zwangsarbeit von Jugendlichen vom ersten bis zum letzten Tag der Arbeit des RTH eingefordert wurde, obwohl die wirtschaftliche Bedeutung dieser Arbeit von ihnen immer wieder betont wurde und obwohl sie den direkten Zusammenhang zwischen der erzwungenen Arbeit und der ihnen vorenthaltenen Bildung immer wieder dargelegt haben, wurde diese Expertise von der Leitung des RTH nicht in Auftrag gegeben und dem Bundestag empfohlen, die diesbezüglichen Forderungen der ehemaligen Heimkinder zurückzuweisen. Der Versuch von mir und anderen Sachverständigen, in der die Plenumsentscheidung vorbereitenden Sitzung des Familienausschusses diese folgenreiche Fehlentscheidung zu korrigieren, scheiterte an der Weigerung der Mehrheit der Abgeordneten des Bundestages, die „Empfehlungen“ des RTH noch einmal daraufhin zu überprüfen, ob sie, wie es den ehemaligen Heimkindern am Beginn dieses Prozesses in Aussicht gestellt worden ist, wirklich einen angemessenen Beitrag zu ihrer Rehabilitation und Entschädigung leisten und für den sozialen Frieden in dieser Gesellschaft förderlich sind.

[ ……… ]

.

QUELLE: Vereinswebseite des VEREINs EHEMALIGER HEIMKINDER E.V. @ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html

Weitest mögliche Weiterverbreitung des Ganzen erlaubt und ausdrücklich erwünscht.
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« Letzte Änderung: 10. Juni 2014, 10:09:42 von Martin Mitchell » Gespeichert

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Martin Mitchell


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« Antworten #753 am: 10. Juni 2014, 10:23:45 »

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(Weiteres) Schreiben seitens des Ehemaligen Heimkindes Martin Mitchell in Australien an Prof. Dr. Manfred Kappeler in Berlin. Schreiben vom Dienstag, 10. Juni 2014.

Zitat
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Sehr geehrter Herr Kappeler,

ihr öffentlicher Vortrag vom 27.05.2014 an der Hochschule in Esslingen, Baden-Württhemberg, Bundesrepublik Deutschland

»Anvertraut und ausgeliefert« ---
»Statt Hilfe und Unterstützung erfuhren sie Unrecht und Leid – Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung der Vierziger-Siebzigerjahre«


wurde bisher wie folgt weiterverbreitet:

d.h. den Betroffenen und der allgemeinen Öffentlichkeit im Internet zur Verfügung gestellt[/b]

in dem schon am Sonntag, 25. Mai 2014, um 01:30 Uhr von »martini« /dem Australier Martin MITCHELL eröffneten Thread »Öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kappeler - kostenlos ! - Di. 27.05.2014« in Beitrag 4 im HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v3/index.php?page=Attachment&attachmentID=20852&h=fe69853660a6cf344ff146593194a2f32037de06&s=49e2da9620e06094611aec0723004ec6d046ef84
( online gestellt von H...... K...... Sonntag, 8. Juni 2014, um 11:16 Uhr – d.h. dort nur registrierten und angemeldeten Forumsmitgliedern zur Verfügung gestellt )

@ http://www.veh-ev.eu/Downloadbereich/Prof._Dr._Manfred_Kappeler_27052014.pdf
( online gestellt vom Verein ehemaliger Heimkinder  e.V. am Mo. 09.06.2014 )
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html
( online gestellt vom Verein ehemaliger Heimkinder  e.V. am Mo. 09.06.2014 )
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

Am Sonntag, 8. Juni 2014 hat der Australier Martin MITCHELL ungefähr insgesamt zwei tausend individuelle Adressateneinschließlich vieler Medienorganisationenpersönlich angeschrieben und sie auf die Existenz online dieses Vortrags aufmerksam gemacht.

@ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=615#p615
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am Mo. 09.06.2014, um 00:39 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ http://www.erzieherin-online.de/diskussion/brett/viewtopic.php?p=8545#p8545
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am Mo. 09.06.2014, um 02:21 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ http://www.kigasite.de/phpBB3/viewtopic.php?p=646575#p646575
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am Mo. 09.06.2014, um 02:03 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ http://www.politik-forum.at/post685277.html#p685277
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am Mo. 09.06.2014, um 23:03 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=1926536#1926536
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am Di. 10.06.2014, um 01:00 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ http://www.troll-forum.de/Forum03/viewtopic.php?p=27598#27598
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am So. 09.06.2014, um 23:31 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ http://www.carookee.com/forum/Staatsterror/6/21190935.0.30115.html?p=23
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am So. 09.06.2014, um 23:48 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ ]http://www.chefduzen.de/index.php?topic=10331.msg294773#msg294773[/url]
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am Di. 10.06.2014, um 02:52 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ http://www.wir-heimkinder.at/index.php?page=Thread&postID=61657#post61657
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am Di. 10.06.2014, um 02:24 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ http://humanistenteam.info/forum/viewtopic.php?p=83801#p83801
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am Di. 10.06.2014, um 00:36 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=23&p=2591633&sid=d09083a205562866038e52f1f0499193#p2591633
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am Di. 10.06.2014, um 00:26 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ http://dierkschaefer.wordpress.com/2014/06/07/heimkinderfonds-eine-politische-farce/#comment-5364
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am Mo. 09.06.2014, um 22:20 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

@ http://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/13370-albtraum-erziehungsheim.html#post1674247
( online gestellt von dem Australier Martin MITCHELL am Di. 10.06.2014, um 00:14 Uhr
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

Ich hoffe Ihnen persönlich sowohl wie auch allen Ehemaligen Heimkindern und ihren Freunden und Unterstützern hiermit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Martin MITCHELL



PS. Ein ähnlicher Vortrag wurde anscheinend schon einmal am 12.06.2012 von Ihnen im Bayrischen Landtag gegeben; und dieser ist nur hier im Internet festgehalten ( die meisten Ehemaligen Heimkinder haben und eine breite Öffentlichkeit hat aber nie etwas davon erfahren ) @ http://www.maximilianeum-online.de/dateien/Vortrag_von_Prof__Kappeler_im_Bayrischer_Landtag_12_06_2012.pdf ( online gestellt von ………………… am ……………… )
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Martin Mitchell


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« Antworten #754 am: 11. Juni 2014, 11:50:56 »

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(Weiteres) Schreiben seitens des Ehemaligen Heimkindes Martin Mitchell in Australien an Prof. Dr. Manfred Kappeler in Berlin. Schreiben vom Mittwoch, 11. Juni 2014.

Zitat
.
Sehr geehrter Herr Kappeler,

Die Verbreitung – meinerseits – Ihres Vortrags

»Anvertraut und ausgeliefert« ---
»Statt Hilfe und Unterstützung erfuhren sie Unrecht und Leid – Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung der Vierziger-Siebzigerjahre«


geht weiter, u.a., jetzt auch an folgenden Stellen im Internet:

@ http://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/politik/detailansicht-politik/artikel/gepruegelt-und-gedemuetigt.html
( Di. 10.06.2014, um 12:41 Uhr )
( einfach nur ein Linkhinweis zum Kappeler-Vortrag vom 27.05.2014 )

@ http://www.gegensexuellegewalt.at/2014/06/10/heimerziehung-von-1940-bis-in-die-70iger-jahre/
( Di. 10.06.2014, um 10:43 )
( einfach nur ein Linkhinweis zum Kappeler-Vortrag vom 27.05.2014 )

Gästebuch von www.traumapaedagogik.de @ http://gb.webmart.de/gb.cfm?id=558335
( Mi. 11.06.2014, um 01:37 Uhr )
( einfach nur ein Linkhinweis zum Kappeler-Vortrag vom 27.05.2014 )

@ http://katja-doerner.de/2014/01/20/erinnerung-an-das-leid-der-ehemaligen-heimkinder/comment-page-1/#comment-238876
( Mi. 11.06.2014, um 01:56 Uhr )
( einfach nur ein Linkhinweis zum Kappeler-Vortrag vom 27.05.2014 )

@ http://www.gruene-linke.de/2013/09/08/zur-situation-der-heimkinder-in-deutschland/
( Mi. 11.06.2014, um 03:08 Uhr )
( einfach nur ein Linkhinweis zum Kappeler-Vortrag vom 27.05.2014 )

@ http://gruen-links-denken.de/2013/heimkinder-verlassen-und-vergessen/#comment-10610
( Mi. 11.06.2014, um 03:22 Uhr )
( einfach nur ein Linkhinweis zum Kappeler-Vortrag vom 27.05.2014 )

@ http://heimkinderopfer2.blogspot.com.au/2014/06/anvertraut-und-ausgeliefert-statt-hilfe.html
( Di. 10.06.2014, 20:17 Uhr [California, USA] )
( uneingeschränkt lesbar und nutzbar dort )

All dies kann doch nur zum Benefit unser aller dienen – meine ich.

Meinen Sie nicht auch ??

Herzliche Grüße aus Australien

Martin MITCHELL

PS. Was Herr Klotzbücher bezüglich der Weiterverbreitung Ihres Vortrags macht und wie und wo und an wen er diesen verbreitet weiß ich nicht.

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Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
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« Antworten #755 am: 13. Juni 2014, 00:49:49 »

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Weitest mögliche Weiterverbreitung des Ganzen erlaubt und ausdrücklich erwünscht.

Übrigens schrieb mir Prof. Dr. Manfred Kappler diesbezüglich auch schon am Freitag 8. Mai 2009 / Samstag 9. Mai 2009 ( unter seiner seinerzeitigen Email-Adresse prof.dr.manfredkappeler@web.de ) :

Zitat
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Hallo Herr Mitchell - selbstverständlich können Sie meine Vorträge ins Netz stellen. Je mehr Menschen diese Texte lesen um so besser.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Kappeler

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Und, da bin ich mir ganz sicher, dies wird sich auch im Jahre 2014 in Bezug auf seitherige Vorträge von Prof. Dr. Manfred Kappeler nicht geändert haben.
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« Antworten #756 am: 14. Juni 2014, 13:50:52 »

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Entschädigung Ehemaliger Heimkinder.Was wäre „eine angemessene Entschädigung“ für das von ihnen erlittene Martyrium?

25 Milliarden Euro für potenzielle 800000 Opfer. --- Zuviel?

Dierk Schäfer in seinem Blog, dem Dierk Schaefers Blog, nimmt Bezug auf einen wichtigen Medienbericht in der Schweiz, der sich eingehend mit der »Entschädigung Ehemaliger Heimkinder« befasst.

Der Artikel auf den hier Bezug genommen wird erschien am Mittwoch, 11. Juni 2014, um 08:27 Uhr im schweizer TAGES-ANZEIGER.

Der Begriff „begünstigt“ wird in diesem Artikel aus der Schweiz als Synonym für „entschädigt“ verwendet.


Zitat
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Das kann ja noch werden.

»Begünstigt würden ehemalige Verding- und Heimkinder, Zwangssterilisierte, Opfer von Medikamentenversuchen und administrativ verwahrte Personen«[1].

Weitere Auszüge:

Zitat
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Das Gutachten zeichnet detailliert die Aufarbeitung in sechs verschiedenen Ländern nach. Es geht um Fremdplatzierungen und Missstände in Heimen (Deutschland, Irland und Norwegen ), Zwangssterilisierte (Schweden und der US-Gliedstaat North Carolina) sowie zwangsweise Adoptionen (Australien). Das Schicksal der Betroffenen gleicht sich in einem Punkt: Ihre Epoche war blind gegenüber den Zumutungen, denen die Opfer der Zwangsmassnahmen ausgesetzt wurden.«

Das Gutachten, das dem «Tages-Anzeiger» vorliegt, spielt der Justizministerin in die Hände. Denn die Botschaft zwischen den Zeilen lässt sich nicht übersehen: Das Ausland hat etwas für die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen gemacht. Die Schweiz dagegen hat es bislang weitgehend bei schönen Worten belassen. Das ist auch die Lesart der Initianten der Wiedergutmachungsinitiative. «… Die Initiative sieht Entschädigungszahlen von insgesamt 500 Millionen Franken vor. Begünstigt würden ehemalige Verding- und Heimkinder, Zwangssterilisierte, Opfer von Medikamentenversuchen und administrativ verwahrte Personen.»

Die Höhe der Entschädigungszahlungen geht dabei weit auseinander. Deutschland hat ehemalige Heimkinder im Durchschnitt mit umgerechnet 6700 Franken entschädigt, wobei der Maximalbetrag 12’200 Franken betrug. Irland hat Heimkindern durchschnittlich umgerechnet 75’000 Franken ausbezahlt. Die höchste Summe, die bislang einem Opfer zugesprochen wurde, liegt bei 365’000 Franken. Die gesamten irischen Entschädigungszahlungen belaufen sich auf rund 1,2 Milliarden Franken [ = z.Zt. 984574991,80 Euro, d.h. also ungefähr neunhundertvierundachtzig-und-ein-halb-Millionen Euro ]. In Norwegen beträgt die durchschnittliche Wiedergutmachung 74’000 Franken. Schweden wiederum hat den Opfern von Zwangssterilisationen einen einheitlichen Betrag von umgerechnet rund 30’000 Franken bezahlt. North Carolina schliesslich stellt eine Summe von umgerechnet knapp 9 Millionen Franken zur Verfügung. Bekannt sind 200 Anspruchsberechtigte. Zum Vergleich: Die Initianten der Wiedergutmachungsinitiative gehen von einer durchschnittlichen Entschädigung von 25’000 Franken aus.

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Wie gesagt: Das kann ja noch was werden – solange sich die Schweiz nicht am deutschen Modell orientiert, was sie eigentlich nicht gerne tut. Doch wenn es sich um Heimkinder handelt, fallen oft alle Schamgrenzen. Wir drücken die Daumen.

[1] Alle Zitate aus: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Vorbilder-fuer-Solidaritaetsfonds/story/13859607

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QUELLE: Dierk Schaefers Blog @ http://dierkschaefer.wordpress.com/2014/06/11/das-kann-ja-noch-was-werden/


ZUSAMMENFASSUNG:

In der Schweiz soll angeblich momentan für alle schweizer Opfer eine Entschädigungssumme von insgesamt z.Zt. 410239579,91 Euro zur Verfügung gestellt werden; zumindest ist das die Summe die dort gefordert wird und von der dort die Rede ist.

Durchschnittliche Entschädigungszahlungen in Deutschland: z.Zt. 5497,21 Euro.
Der bisher maximale in Deutschland gezahlte Entschädigungsbetrag: z.Zt. 10009,85 Euro.

Durchschnittliche Entschädigungszahlungen in Irland: z.Zt. 61535,94 Euro.
Die höchste Summe, die bislang einem irischen Opfer zugesprochen wurde, liegt bei: z.Zt. 299474,89 Euro.

Durchschnittliche Entschädigungszahlungen in Norwegen: z.Zt. 60715,46 Euro.

Durchschnittliche Entschädigungszahlungen in Schweden: z.Zt. 24614,37 Euro.

In North Carolina beträgt die zur Verfügung stehende Gesamtenschädigungssumme für insgesamt 200 Anspruchsberechtigte: z.Zt. 7384312,44 Euro.


( Ausgearbeitet von Martin MITCHELL unter Nutzung und mit Hilfe des WÄHRUNGSRECHNERs @ http://www.umrechner-euro.de/umrechnung-schweizer-franken )
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« Letzte Änderung: 16. Juni 2014, 08:35:54 von Martin Mitchell » Gespeichert

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« Antworten #757 am: 16. Juni 2014, 08:34:39 »

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"Tatort Kinderheim" - Erziehungsheime waren "Zentren der Gewalt" gleichermaßen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz !

Vor kurzem von Dr. Horst Schreiber zur Situation der HEIMKINDERPROBLEMATIK IN ÖSTERREICH abgegebene Stellungnahme.

@ http://www.heimerziehung.at/images/Gelebte_Heuchelei.pdf


Zitat
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Gelebte Heuchelei

Niederprügeln, demütigen, sexuell ausbeuten, schuften statt lernen. So sah die Heimerziehung für die Mehrzahl hilfsbedürftiger Kinder aus, die ärmsten Verhältnissen entstammten. Von 1945 bis Anfang der 1980er Jahre. LR Christine Baur lehnt den Kompromissvorschlag von LA Andreas Brugger ab, durch den Heimopfer die Möglichkeit bekommen, die an ihnen begangenen systematischen Menschenrechtsverletzungen vor Gericht zu bringen.

Innerhalb der Verjährungsfristen konnten die Opfer in der Vergangenheit in eigener Sache nicht tätig werden. Politik, Ämter, Gerichte, Psychiatrie und Exekutive schauten weg, schüchterten ein, vertuschten und vernichteten Beweismittel. Eine unabhängige Beschwerdestelle gab es nicht, kaum jemand schenkte den Betroffenen Glauben. Jahrzehntelang wurde das Recht gebeugt, nun beruft sich LR Baur auf die Rechtsstaatlichkeit – zum Schutz des Landes Tirol.

2010 hat die Steuerungsgruppe Opferschutz des Landes Tirol einen Bericht vorgelegt, zu dessen Umsetzung sich das Land bekannt hat. Darin heißt es, „dass ein sehr hoher Teil der Fälle bereits verjährt ist und daher selbst bei bester Beweislage nicht mehr in einem gerichtlichen Verfahren verfolgt werden kann. Wie die Tiroler Fälle zeigen, sollten wenigstens die Verjährungsfristen für schwere Amtshaftungsfälle verlängert oder noch besser für schwere Fälle aufgehoben werden.“

Univ.­- Doz. Dr. Horst Schreiber

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„LR“ steht für Landesrätin
Zu der Landesrätin Christine Baur siehe WIKIPEDIA @ http://de.wikipedia.org/wiki/Christine_Baur sowohl wie auch @ https://www.tirol.gv.at/regierung/christine-baur/ sowohl wie auch @ http://tirol.gruene.at/partei/abgeordnete/baur
„LA“ steht für „Landtagsabgeordneter“
Zu dem Landtagsabgeordneten Anreas Brugger siehe WIKIPEDIA @ http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Brugger_(Politiker) sowohl wie auch @ http://fakten-uber.de/andreas_brugger_(politiker)
Zu Univ.-­ Doz. Dr. Horst Schreiber siehe @ http://www.horstschreiber.at/



Siehe auch noch einmal den diesbezüglichen Bericht dazu in der Tiroler Tageszeitung ONLINE ( vom 14.06.2014 ) »Heimopfer: Verjährung wackelt« @ http://www.tt.com/politik/landespolitik/8511976-91/heimopfer-verj%C3%A4hrung-wackelt.csp
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« Letzte Änderung: 16. Juni 2014, 10:08:15 von Martin Mitchell » Gespeichert

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« Antworten #758 am: 17. Juni 2014, 14:59:24 »

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Wie bitte, „von Ehemaligen Heimkindern weiß man nichtsundhabemannichts gewusst??Fürso etwas“ „habeman wederZeit“, „GeldnochInteresse??

Beitrag von Helmut Jacob --- massiv informativ und augenöffnend !!

Direkt aus dem Helmut Jacob Blog zitiert. --- hier zitiert von Martin MITCHELL in Australien.

( QUELLE @ http://www.helmutjacob.over-blog.de/article-brief-vom-superintendenten-in-sachen-kirchenaustritt-123918001.html )

Weiterverbreitung, auch im Volltext, erlaubt und ausdrücklich erwünscht !!


Zitat
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Brief vom Superintendenten in Sachen Kirchenaustritt [ d.h. bezüglich dem Kirchenaustritt von Helmut Jacob ] --- [ Postbrief vom10.06.2014von Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten, Herrn Ingo Neserke (wie abgebildet im Original) ]

Zitat
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Sehr geehrter Herr Jacob,

Ihren Brief, in dem Sie Ihren Austritt aus der Evangelischen Kirche mitteilen, habe ich mit Betroffenheit gelesen. Ihre Entscheidung kann ich in Anbetracht der leidvollen Erfahrungen, die Sie mit Mitarbeitenden der Diakonie und der Ev. Kirche gemacht haben, sehr gut nachvollziehen.

Leider hatte ich bisher keine Kenntnis von Ihrer Geschichte und der des Jo- hanna-Helenen-Heims. Wahrscheinlich haben Sie sich in der Vergangenheit richtigerweise an den Ev. Kirchenkreis Hagen gewandt, zu dem die Stiftung Volmarstein und das Johanna-Helenen-Heim kirchlicherseits gehören. Daher erlaube ich mir, Ihren Brief informationshalber an die neue Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Hagen, Pfarrerin Verena Schmidt, weiterzuleiten.

Selbstverständlich bedaure ich sehr, dass wir Sie als Gemeindeglied unserer Kirchengemeinde in Wengern verlieren.

Für Ihren weiteren Lebensweg wünsche ich Ihnen, dass Sie trotz der schmerzlichen Erfahrungen Gottes liebevolle Zuwendung erleben. So wünsche ich Ihnen Gottes Begleitung und seinen Segen.

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Stellungnahme [ von Helmut Jacob zu diesem Postbrief von Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten, Herrn Ingo Neserke vom10.06.2014 ]

Zitat
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16. Juni 2014

Herrn Superintendent

Ingo Neserke

Wideystraße 24

58452 Witten

Fax: 02302/589198

Email: superintendentur@kirche-hawi.de

Mein Austritt aus der Evangelischen Kirche – Ihr Schreiben vom 10. Juni 2014

Sehr geehrter Herr Neserke,

zunächst danke ich Ihnen sehr herzlich für Ihre umgehende Antwort! In der Regel wartet man einige Monate und muß dann sogar Antworten anmahnen, wenn es um das Thema „Verbrechen an Heimkindern“ geht. Diesbezüglich bleiben die Verantwortlichen gern in Deckung.

Mein Schreiben ging mit gleichem Inhalt auch an den Ratsvorsitzenden der EKD, das Diakonische Werk, Frau Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, die Evangelische Stiftung Volmarstein und unseren Gemeindepfarrer Uli Mörchen. Mir liegt viel daran, auch Ihnen zu verdeutlichen, daß meine persönlichen Erfahrungen in einem Heim für behinderte Kinder keine Rolle spielen und ich auch keine Anträge auf irgendwelche Entschädigungsleistungen stellen werde. Ich vertrete die Interessen behinderter ehemaliger Heimkinder der damaligen Orthopädischen Anstalten Volmarstein. Unsere Arbeitsgruppe bietet allerdings auch behinderten Opfern anderer Einrichtungen an, ihr Sprachrohr zu sein. Daher auch mein Erwiderungsschreiben unter unserem Gruppennamen.

Es ist erschütternd, daß offenbar bis zu den Superintendenten noch nicht durchgedrungen ist, daß in den Nachkriegsjahrzehnten bis Anfang der 80er Jahre fast 1.000.000 junge Menschen in Einrichtungen der Erziehungshilfe und Behindertenhilfe, sowie in die Psychiatrie Zwangseingewiesene Opfer zahlreicher Verbrechen wurden. Es gibt wohl kein Verbrechen, das überhaupt nicht begangen wurde. Diese Kinder und Jugendlichen wurden überwiegend physisch und psychisch mißhandelt, mußten teilweise auch sexuelle Gewalt erdulden. Die meisten Opfer gehen auf die Konten der großen Kirchen. Der „Runde Tisch Heimerziehung“ hat etwa 70% der Geschädigten ermittelt. Darum haben diese beiden Kirchen, so also auch Ihre, unermeßliche Schuld auf sich geladen. Dennoch weigern sie sich, ihren Opfern eine echte Wiedergutmachung zu bieten.

Der Deutsche Bundestag hat den „Runden Tisch Heimerziehung“ im Jahre 2006 installiert. Tischvorsitzende war Ihre Kollegin, die Theologin Antje Vollmer, ehemalige Vizepräsidentin des Bundestages und Mitglied der Grünen. Frau Vollmer hat alles unternommen, um Schadensbegrenzung zu erreichen. Der Begriff „Zwangsarbeit“ im Zusammenhang mit der Zwangsarbeit vieler hunderttausender Heimkinder wurde schlichtweg umdefiniert und sie predigte von vornherein, daß eventuelle Entschädigungsleistungen nicht höher liegen dürften, als die an jüdische Zwangsarbeiter geleisteten. Selbst dabei hat sie noch Fakten eines Rechtsanwaltes unter den Tisch fallen lassen, der sehr wohl Entschädigungen im zweistelligen Tausenderbereich und monatliche Rentenleistungen erstritten hatte. Prof. Manfred Kappeler geht in einem Vortrag auf den Gesamtkomplex ein:

http://www.helmutjacob.over-blog.de/article-prof-dr-manfred-kappeler-anvertraut-und-ausgeliefert-kinder-und-jugendliche-in-der-heimerziehung-123877645.html

Diese Offerte der Frau Vollmer griffen die Vertreter Ihrer und der Katholischen Kirche dankbar auf. Aber, ich will Ihnen hier nicht die ganze Tragödie des „Runden Tisches Heimerziehung“ auftischen. Unten angefügt einige Links dazu.

Erschütternd ist auch das Verhalten vieler tausender evangelischer und katholischer Pfarrer. Unser Gemeindepfarrer beispielsweise, den ich aufforderte, die Interessen der Opfer seiner Nachbargemeinde in Volmarstein zu vertreten, hat mich mit einem Brief abgewimmelt, der ein Beispiel für die Feigheit mancher Pfarrer ist. Zitatauswahl: „In der Diskussion um die ‚Heimkinder’ ... bin ich nicht sehr informiert. / Dazu gibt es überregionale Beauftragte, ... / Dass die Gemeinden in Wetter sich bei diesem Thema nicht engagieren, mögen Sie verzeihen, aber wir sind alle kleine Gemeinden, die kaum ihre eigenen Sachen geregelt kriegen.“ Bei letztzitierter Formulierung möchte man vor Rührung und Mitleid weinen. Aber es geht weiter: „Eine Kampagne, wie Sie sie beschreiben, als Pfarrerschaft Protest zu formulieren, halte ich für schwierig. Dazu fehlt uns zuviel: Information, Zeit, persönliche Betroffenheit, Einigkeit.“ Die beiden letzten Begriffe (persönliche Betroffenheit, fehlende Einigkeit), sehr geehrter Herr Superintendent, müssten auch Sie nachdenklich stimmen.

Und weil man nichts weiß, braucht man auch nichts zu unternehmen.

Drei theologische Felsen in der Brandung sind mir aus acht Jahren Aufarbeitung bekannt: Zwei Diakone, die damals als Praktikanten in Volmarstein arbeiteten und heute zu unserer Arbeitsgruppe gehören, und Ihr Kollege Dipl.-Theologe Dierk Schäfer aus Bad Boll. Dies sind offensichtlich die einzigen Kirchenvertreter, die sich nicht verstecken. Im Gegenteil: Dierk Schäfer betreibt inzwischen einen großen Blog mit Info’s zum Thema „Heimkinder“ und berät diese auch von Fall zu Fall. Er fordert das, was die Heimopfer auch erwarten und was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Eine wirkliche Entschädigung.

Ihre Kirche hat Spuren der Verwüstung an Kinderseelen und Kinderkörpern hinterlassen. Sie hat komplette Leben zerstört, metaphorisch ausgedrückt: zu Schrott gefahren. Statt diesen Schrott zu reparieren, bietet sie lediglich Geld für einen neuen Seitenspiegel an.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Helmut Jacob

Weitere Info’s:

http://www.helmutjacob.over-blog.de/article-nix-horen-nix-sehen-nix-mutig-schreiben-die-antwort-des-pastors-91066287.html

http://www.helmutjacob.over-blog.de

http://www.dierkschaefer.wordpress.com

http://www.gewalt-im-jhh.de

http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/index.html

Bezug auf meine Begründung zum Austritt:

http://www.helmutjacob.over-blog.de/article-die-kirche-die-sie-reprasentieren-hat-hilflose-geschopfe-gottes-zu-opfern-gemacht-austrittsbe-123811981.html

Dazu auch:

[ Abbildung der drei Affen --- hier, diesmal, die drei Affen mit Klerikerkollar ]

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« Letzte Änderung: 17. Juni 2014, 15:44:08 von Martin Mitchell » Gespeichert

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« Antworten #759 am: 18. Juni 2014, 03:57:25 »

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● BESCHLUSS DES BUNDESGERICHTSHOFES ●
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 22. Mai 2014 – IX ZB 72/12


@ http://www.rechtslupe.de/zivilrecht/zahlungen-der-deutschen-bistuemer-in-der-insolvenz-des-missbrauchopfers-377443#sthash.gbacuSzK.dpuf [ hiesige Urteilsveröffentlichung vom 04.06.2014 ]


Zitat
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Der Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz vom 2. März 2011 über “Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde”, bildet eine vom materiellen staatlichen Recht gelöste eigenständige neue Grundlage für hiernach erbrachte Leistungen.

Zahlungen kirchlicher Körperschaften auf der Grundlage des Beschlusses der Deutschen Bischofskonferenz vom 2. März 2011 über “Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde”, sind nicht pfändbar und fallen im Falle des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Leistungsempfängers nicht in die Masse.

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WEITERLESEN @ http://www.rechtslupe.de/zivilrecht/zahlungen-der-deutschen-bistuemer-in-der-insolvenz-des-missbrauchopfers-377443#sthash.gbacuSzK.dpuf [ hiesige Urteilsveröffentlichung vom 04.06.2014 ]


Dierk Schäfer in seinem Blog, dem Dierk Schaefers Blog, macht darauf aufmerksam und schreibt folgendes dazu:

Zitat
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Der Beschluß des Bundesgerichtshofs vom 22. Mai 2014[1] ist in zweierlei Hinsicht interessant.

Es geht um die Pfändbarkeit von Geldern, die – in diesem Fall von der katholischen Kirche – an Mißbrauchsopfer gezahlt werden. Sinngemäß dürfte es auch auf die Zahlungen an ehemalige Heimkinder zutreffen. Der Beschluß ist in zweierlei Hinsicht interessant.

1. Festgestellt wird, daß es sich um freiwillige Zahlungen handelt. Der Betroffene hätte also auch nicht erfolgreich gezwungen werden können, zwecks Aufbesserung der Konkursmasse die Gelder einzuklagen. Zudem handele es sich um einen Neuerwerb des Schuldners nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens, der falle nicht mehr in die Masse.

2. Unabhängig davon sei die Zahlung aufgrund einer sehr persönlichen Beeinträchtigung des Mißbrauchsopfers erfolgt, stelle also eine ausschließlich persönliche Zahlung dar. Es sei zudem ausdrücklicher Wille der Kirche, daß das Opfer das Geld persönlich erhalte. Eine Zahlung in die Konkursmasse widerspreche diesem Zahlungszweck. Dem würde die Kirche nicht zustimmen.

Das Gericht hat die Verjährung des Mißbrauchs als gegeben hingenommen. Wie sollte es auch anders. Es hat sich auch jedes diesbezüglichen Kommentars dazu enthalten und nicht dazu Stellung genommen, daß die Verjährungseinrede eine freie Entscheidung der Kirche ist – und moralisch ist es durchaus verwerflich, daß ausgerechnet eine Kirche ihren Opfern sozusagen eine Nase dreht: Ätsch, tut mir zwar leid für dich, aber du hast Pech gehabt. Das Gericht hat auch nicht auf die Unlogik innerhalb des kirchlichen Gedankengebäudes hingewiesen, daß eine Institution, die mit Ewigkeitswerten handelt – und daran gut verdient – selber auf irdische Verjährung pocht. Ein Moralurteil war nicht zu erwarten und wäre dem Gericht nicht angemessen. Es hat auch nichts zu der schäbigen Unterstützungssumme gesagt. Für einfachen Mißbrauch fünftausend Euro (was ist einfacher Mißbrauch?) und für schweren Mißbrauch dreitausend Zuschlag. Was schwerer Mißbrauch sein könnte – über dieses Spektrum sexueller Möglichkeiten will ich hier nicht spekulieren.


Immerhin: Der rechtliche Rahmen der freiwilligen Leistung aufgrund der besonderen Beziehung zwischen Opfer und Täterorganisation schützt das Opfer vor dem Zugriff des Insolvenzverwalters. Zahlungen ergehen ausschließlich an das Opfer.

Das heißt aber andererseits, daß der Anlaß der Zahlungen mit dem Tod des Opfers erlischt. Das in der Mißbrauchstat begründete Zahlungsbegehren des Opfers ist nicht vererbbar. Also erleichtert der Tod eines Opfers das Budget der Täternachfolger. Für diese zahlt es sich aus, die Verfahren möglichst lange hinzuziehen. Vielleicht hat man ja Glück und Freund Hein löst den Fall.

Das könnte die langen Verfahren und die Wartelisten der verschiedenen Anlaufstellen erklären. Cui bono? Wem nützt es? Eine rein rhetorische Frage.

[1] IX ZB 72/12, QUELLE: http://www.rechtslupe.de/zivilrecht/zahlungen-der-deutschen-bistuemer-in-der-insolvenz-des-missbrauchopfers-377443#sthash.gbacuSzK.dpuf [ hiesige Urteilsveröffentlichung vom 04.06.2014 ]

Tagged with: Insolvenzrecht, Kirche, Missbrauch, Pfändbarkeit, Verjährung,

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Dies ist Dierk Schäfers Kommentar vom 17. Juni 2014, um 18:39 Uhr.

Weiterverbreitung, auch im Volltext, erlaubt und ausdrücklich erwünscht !!
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« Letzte Änderung: 18. Juni 2014, 04:58:02 von Martin Mitchell » Gespeichert

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« Antworten #760 am: 19. Juni 2014, 05:41:48 »

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„In der DDR wurde sowohl aus rechtlicher Sicht als auch in der Praxis eine verbotene Form der Zwangsarbeit betrieben.“ berichtet DER TAGESSPIEGEL vom 16.06.2014 17:50 Uhr über die diesbezüglichen Forschungsergebnisse einer Studie des Historikers Christian Sachse und zu der seinerseitigen Aussage dazu.

Dierk Schäfer daraufhin greift dieses Thema auch sofort wieder in seinem Blog, dem Dierk Schaefers Blog, auf und vergleicht es, d.h. vergleicht die Zwangsarbeit in der DDR, völlig berechtigt, mit der ebenso damals in Westdeutschland betriebenen Zwangsarbeit.

Zitat
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Zwangsarbeit in Ost und West, was sind die Unterschiede?

„In der DDR wurde sowohl aus rechtlicher Sicht als auch in der Praxis eine verbotene Form der Zwangsarbeit betrieben,“[1] faßt der Historikers Christian Sachse seine Studie zusammen. Die DDR »setzte Zwangsarbeit als „Mittel politischen Zwanges oder politischer Erziehung“ ein, sie benutzte die Häftlinge „für Zwecke der wirtschaftlichen Entwicklung“ und sie wendete Zwangsarbeit als Maßnahme der Arbeitsdisziplin an«.

Werfen wir einen Blick auf westdeutsche Zwangsarbeit.

In Übereinstimmung mit »internationalen Konventionen haben Strafgefangene keinen Anspruch auf Auszahlung des vollständigen Lohnes«. Nach Sachse wird das auch vom Grundgesetz toleriert. Über den vollständigen Lohn mag man streiten, nicht jedoch darüber, daß für die Zwangsarbeit deutscher Strafgefangener keine Sozialabgaben bezahlt werden, denn diese Strafe wirkt über die Zeit des Strafvollzugs hinaus[2]. Doch das scheint niemanden zu kümmern, auch ehemalige Heimkinder denken nicht daran. Dabei kennen viele/die meisten von ihnen Zwangsarbeit aus eigener Erfahrung. Ihre Zwangsarbeit war als Arbeitstherapie getarnt. Den Lohn kassierten die Heime, Sozialabgaben wurden in der Regel nicht abgeführt, schließlich ging es um Therapie. Im Moor bei Bodelschwingh/Bethel bekamen die Jugendlichen Zigaretten als Anreiz. Und wie in der DDR finden wir auch auf westdeutscher Seite die Profiteure der Zwangsarbeit: die Einrichtungen selber, dann bäuerliche Betriebe und Industriebetriebe, die es heute noch gibt und Wiedergutmachung leisten könnten, wenn nicht …

Ja, wenn nicht … Auch in Sachen Zwangsarbeit/DDR melden sich sofort die politischen Bedenkenträger: Zwar hat auch »die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Iris Gleicke (SPD), … eine weiterführende Studie zum Thema Zwangsarbeit in Auftrag gegeben«. Sie sieht aber »noch ein anderes Problem: Weil der Begriff Zwangsarbeit untrennbar mit der Nazi-Diktatur verbunden sei, müsse man sich vor Gleichsetzungen hüten«. Man darf also nicht vom Zwangsarbeiter her denken, sondern muß den größeren Zusammenhang sehen.

Das Spiel auf Zeit und Kostenreduktion ist sattsam bekannt. Auch der Runde Tisch/Heimkinder brachte viel Zeit mit Auftrags-Expertisen zu, die den staatlichen wie kirchlichen Interessenvertretern glatt wo vorbeigingen. Ausschlaggebend war schließlich die wahrscheinlich selbst-geglaubte political correctness der unsäglichenModeratorindes Runden Tisches[Heimerziehung], die den Begriff Zwangsarbeit nur für Nazi-Zwangsarbeit verwendet sehen wollte. Sie sah darüber hinweg, daß die „Arbeitstherapeuten“ in den Heimen vielfach ehemalige SA-Leute und die Gutachter einschlägig belastet waren. In den Heimen – kirchlich wie staatlich – hatten wir die Fortsetzung des Nazi-Systems. Frau Vollmer in ihrer grün-christlichen Bigotterie hat das nicht bekümmert. Sie sprach zwar von erzwungener Arbeit, bat jedoch die Profiteure nicht zur Kasse und sah völlig darüber hinweg, daß es Zwangsarbeit nicht nur für Jugendliche gab, sondern auch für Kinder.

Na ja, wenn wir einen Blick auf die „Entschädigungen“ der Nazi-Zwangsarbeiter werfen, dann sind die ja auch nicht gerade angemessen, geschweige denn üppig ausgefallen, und die heute noch gutverdienenden Firmen, die von der Zwangsarbeit profitiert haben, sie haben sich nicht zur Kasse gedrängelt, und die, die zahlten, konnten das noch von der Steuer absetzen.

Warum also geniert man sich beim Begriff Zwangsarbeit?


Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich‘s gänzlich ungeniert.

Das haben sie uns vorgeführt,

Staat und Kirchen Hand in Hand,


am Runden Tisch [Heimerziehung].

Machthaber.


[1] Alle Zitate aus dem TAGESSPIEGEL: http://www.tagesspiegel.de/politik/zwangsarbeit-in-ddr-gefaengnissen-ausbeutung-mit-system/10053204.html


[2] … und betrifft übrigens die Allgemeinheit, die dann die Sozialhilfe zahlen muß für ehemalige Strafgefangene, deren Rente nicht ausreicht.
Tagged with: BRD, DDR, Kinderheime, Machthaber, Zwangsarbeit,

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Iris Gleicke, SPD, [ seit Dezember 2013 ] Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie; Bauingenieurin.
Siehe @ http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete18/biografien/G/gleicke_iris/258376

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« Antworten #761 am: 31. August 2014, 00:33:41 »

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Weiterer Spielfilm bezüglich "HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT" in der BRD, d.h. in „Westdeutschland“, dem „unmenschlichen System“ der nachkriegsdeutschen »Fürsorgeerziehung«.

Zitat
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„Von jetzt an kein Zurück“ eröffnet das 21. Internationale Filmfest Oldenburg

26.08.2014

Regisseur Christian Frosch feiert mit „Von jetzt an kein Zurück“ in Oldenburg seine Weltpremiere.

Mit einem Ausflug in die 60er und 70er, in dem eben nicht der Aufbruch von Flower Power, Rock’n‘Roll und Protesten, sondern der Missbrauch von Recht und Ordnung im Mittelpunkt stehen, eröffnet „Von jetzt an kein Zurück“ das 21. Filmfest Oldenburg. Der neue Film des österreichischen Regisseurs Christian Frosch („Weiße Lilien“) erzählt mit der tragischen Liebesgeschichte zweier Teenager von einem erschreckenden aber kaum beachteten Kapitel unserer Geschichte.

Die beiden Schüler Martin und Ruby lassen sich vom Schwung ihrer Zeit mitreißen - sie lieben und berauschen sich, doch ihr jugendliches Aufbegehren wird mit aller Härte zunächst von ihren Eltern, insbesondere von Ben Becker als unbarmherzigem Patriarchen, und von der bundesrepublikanischen Jugendwohlfahrt brutal gestoppt, indem sie in eine Klosterschule und er in ein Erziehungsheim zwangseingewiesen werden.

„Erst als ich auf eine Geschichte eines jugendlichen Paares stieß, das kein anderes Vergehen beging, als sich zu lieben und noch nicht volljährig zu sein, war bei mir der Groschen gefallen: Ich wollte einen Film über Liebende drehen. Über jene erste große Liebe, die antritt, die Welt aus den Angeln zu heben.“ - Christian Frosch

Die Schauspielentdeckungen Victoria Schulz als Ruby und Anton Spieker als Martin sowie Star-Unikat Ben Becker als Rubys Vater führen das eindrucksvolle Ensemble an, das Frosch für seinen Film versammelt hat - ein pulsierendes Liebesdrama und ein Stück erschreckender Zeitgeschichte, das unter anderem auch in Oldenburg an verschiedenen Orten wie der Dreifaltigkeitskirche, der Kaserne Donnerschwee und dem Fliegerhorst filmisch realisiert wurde. Ein leidenschaftliches Feature, das mit einer berührenden „Romeo-und-Julia“-Geschichte zeigt, mit welcher Wucht die Generationen Ende der 60er Jahre aufeinanderprallten und welche Narben dieser Zusammenstoß hinterließ.

Am Mittwoch, den 10. September, [2014] eröffnet „Von jetzt an kein Zurück“ ab 19.00 Uhr das 21. Internationale Filmfest Oldenburg mit einer feierlichen Galapremiere in Anwesenheit von Regisseur und Hauptdarstellern.

Karten für die Opening-Gala in der kleinen EWE-Arena gibt es jetzt bereits auf unserer Homepage unter http://www.filmfest-oldenburg.de/service/tickets/ und an allen ADTicket-VVK-Stellen.

Für alle weiteren Events beginnt der Kartenvorverkauf ab dem 31. August auf unserer Homepage und ab dem 1. September bei den offiziellen VVK-Stellen bei der Oldenburg Tourist-Information ( Schloßplatz 16; Tel: 0441-36161366 ) und im Staublau ( Staugraben 9 bei Tante Käthe’s Kaffee Bar; Tel: 01573 7943448 ), in der es zudem Karten für Sondervorstellungen und Parties gibt.

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QUELLE: Oldenburg FILMFESTIVAL @ http://www.filmfest-oldenburg.de/news/newssingle/datum/2014/08/26/von-jetzt-an-kein-zurueck-eroeffnet-das-21-internationale-filmfest-oldenburg/
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« Antworten #762 am: 01. September 2014, 02:06:55 »

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Weiterer Spielfilm bezüglich "HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT" in der BRD, d.h. in „Westdeutschland“, dem „unmenschlichen System“ der nachkriegsdeutschen »Fürsorgeerziehung«.

KURZNACHRICHT

Zitat
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Termine für Oldenburg/VON JETZT AN KEIN ZURÜCK

27.08.2014

Nun stehen die genauen Daten fest: Christian Froschs neuer SpielfilmVon jetzt an kein Zurück“, gefördert vom BKM, DFFF, der Nordmedia, der Filmförderung Hamburg/SWH, der Niederösterreichischen Filmförderung, sowie des ÖFI - in Coproduktion mit PRISMA Film, Wien und Cine+, wird im Rahmen des diesjährigen 21. Internationalen Filmfest Oldenburg - unter anderem als Eröffungsfilmpremeire - zu folgenden Spielzeiten zu sehen sein: am Mittwoch, 10.09.2014 um 19:00 Uhr Eröffnungsgala in der EWE-Arena und am Samstag, 13.09.2014 um 14:30 Uhr in der JVA Oldenburg.

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QUELLE: JOST HERING FILME @ http://www.josthering.de/jhf/news
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« Antworten #763 am: 01. September 2014, 16:10:22 »

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Weiterer Spielfilm bezüglich "HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT" in der BRD, d.h. in „Westdeutschland“, dem „unmenschlichen System“ der nachkriegsdeutschen »Fürsorgeerziehung«.

Zitat
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AKTUELLES

Filme im Kino

Auftakt 28.08.2014

Text | Horst E. Wegener

Mehr noch: Mit „Von jetzt an kein Zurück“ hat sich das Festival einen Coup zum Auftakt gesichert, der am Mittwochabend des 10. Septembers 2014 in Anwesenheit von Regisseur, Produktionsteam und Darstellern in der EWE-Arena [Oldenburg] sogar als Welturaufführung über die Bühne gehen darf; Glückwunsch!

Wer über die von „Von jetzt an kein Zurück“ beschworenen 1960er Jahre nachdenkt, dem wird schnell klar, dass damals die Atmosphäre hierzulande keineswegs nur von sexy Rock’n’Roll-Musik, der flowerpower-flippigen Hippie-Bewegung oder politisch fundierten Jugendprotesten gegen die Allmacht der Elterngeneration durchdrungen war. Der Mief der frühen Nachkriegsjahre ließ sich mit Händen greifen, wer aus der Art schlug, wurde  zurechtgebogen – koste es, was es wolle… Dass sein Fräulein Tochter 1967 Hottentottenmusik à la Jefferson Airplane hört, geht Rosemaries Vater total gegen den Strich. Den katholisch geprägten Alt-Nazi haben traumatisierende Kriegserlebnisse und die beinharten Wiederaufbaudekaden zum Sturkopf geformt. Ein Tunichtgut wie Martin verkörpert in den Augen des Alten alles, wovon er seine Kleine fernhalten will. Dieser nichtsnutzige Freund des Töchterleins äußert rebellische Ansichten, hat lange Haare, liebäugelt damit, ein Schriftsteller zu werden. Kein Wunder, dass Rosemarie, die sich selbst Ruby nennt, es lange nicht wagt, offen zu ihrer Liebe zu Martin zu stehen. Doch irgendwann reicht’s unseren Jugendlichen, wird aufgemuckt. Der Preis, den das Liebespaar dafür bezahlen muss, ist hoch: Schulverweis, elterliche Gewalt. Indem sich die Zwei absetzen, wird alles nur noch schlimmer: Ruby landet in einem geschlossenen katholischen Heim bei denBarmherzigen Schwestern[dem Dortmunder Vincenzheim mit angeschlossenem industriellem Großwäschereibetrieb] und Martin sperrt man im berüchtigten Erziehungsheim der Diakonie in Freistatt [im Wietingsmoor / Bethel-eigenes Torfgewinnungsunternehmen] weg. Gut zehn Jahre später blickt Ruby zurück auf jene erbarmungslose Umerziehungszeit, fällt ihre Bilanz bitter aus.

Von jetzt an kein Zurück“ greift jene Vorfälle auf, die vor ein paar Jahren erst ans Licht der Öffentlichkeit kamen, nachdem sich immer mehr ehemalige Heimkinder zu Wort meldeten, von Misshandlungen in kirchlichen Einrichtungen berichteten und auf eine Entschuldigung seitens der Kirche sowie auf Entschädigung nebst Resozialisierung pochten. Das Fernsehdrama „Und alle haben geschwiegen“ – nach der gleichnamigen Buchvorlage des Spiegel-Journalist Peter Wensierski – thematisierte zunächst jenes Unrecht, das Kindern und Jugendlichen seinerzeit in solchen Umerziehungseinrichtungen widerfuhr. Und Filmemacher Christian Frosch, anno ‘66 im österreichischen Waidhofen geboren, war nachdem er den Film gesehen hatte, der Meinung, dies Thema sollte mehr als einen Film wert sein. Je tiefer der ausgebildete Kinoprofi, Absolvent der Wiener und der Berliner Filmhochschule, in die Materie der „geschlossenen Heimerziehung“ eintauchen mochte, desto wütender und trauriger wurde er. „Trauer über die geraubten Jahre! Trauer über so viele zerstörte Leben!“, bekundete der Wahl-Berliner im Vorfeld der „Von jetzt an…“-Dreharbeiten, hätten ihn nimmermüd nach engagierten Mitstreitern suchen lassen.

Das Ergebnis? Eine beeindruckende Darstellerriege – allen vorweg Ben Becker in der Rolle von Rubys tyrannischem Vater, umrahmt von Thorsten Merten, Ernie Mangold und den Jungmimen Victoria Schulz (alias Ruby) nebst Anton Spieker (alias Martin); mit Jost Herings Berliner rühriger Produktionsfirma im Hintergrund, einem Etat von rund 1,5 Millionen Euro, Drehorten unter anderem in Oldenburg, Hamburg, Wien, darf man dieser bundesdeutschen Romeo und Julia-Variante vor stimmigen 1960er-Kulissen gespannt entgegensehen. Und wer weiß, möglicherweise geht den jüngeren Kinogängern gar ein Licht auf, mit welcher Wucht die Generationen in den Sixties aufeinanderprallten und welche Narben dies bei manchem Alt-68er hinterließ. Am 10. September sind wir klüger.

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QUELLE: Verlag: MoX Verlag Schön & Reichert GbR / MOX DIABOLO @ http://www.diabolo-mox.de/?id=74--x---5663
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« Antworten #764 am: 06. September 2014, 12:47:24 »

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Und noch ein anderer weiterer Spielfilm bezüglich "HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT" in der BRD, d.h. in „Westdeutschland“, dem „unmenschlichen System“ der nachkriegsdeutschen »Fürsorgeerziehung«.
 
Ein Artikel über die Drehbuchautorin Nicole Armbruster, die Drehbuchautorin des in Kürze ebenso im Kino erscheinenden Spielfilms »FREISTATT[ Christlich und Brutal ]«
in Baden online Nachrichten de @ http://m.bo.de/kultur/kultur-regional/es-war-die-neugier-auf-das-handwerk?desktop=true ( die Autorin dieses Artikels vom 14.06.2014 ist Jutta Hagedorn )


Der Artikel wird eingeleitet mit dem bekannten 1963er FREISTATT-Foto worin ich im Vordergrund ganz links unten im Bild als Jugendlicher bei der Zwangsarbeit im Moorim Bethel-eigenen FREISTATT im Wietingsmoor – abgebildet bin.

Zitat
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Hausacher LeseLenz 2014: Drehbuchautorin Nicole Armbruster

»Es war die Neugier auf das Handwerk«

Hausacher LeseLenz 2014: Nicole Armbruster über das Handwerk des Drehbuchschreibens und ihren Film »FREISTATT«

Unter dem Motto »dreh:buch« stellt der Hausacher LeseLenz am 14. Juli die Drehbuchautorin Nicole Armbruster vor. Die gebürtige Gutacherein hat 2013 den Deutschen Drehbuchpreis gewonnen für den Film »FREISTATT«.

11. Juni 2014

Hausach [ eine Kleinstadt im Kinzigtal im Schwarzwald im Ortenaukreis in Baden-Württemberg ]. »bewegt:bilder« ist in diesem Jahr das Motto des Hausacher LeseLenz. Und da liegt es nahe, mal einen Blick auf diejenigen zu werfen, die für diese bewegten Bilder zuständig sind: Autoren, Produzenten und Regisseure. Eine ist die Drehbuchautorin Nicole Armbruster aus Gutach, ein anderer der Filmemacher Jonas Niewianda aus Hausach.

Nicole Armbruster lebt heute in Berlin, im vergangenen Jahr erhielt sie den Deutschen Drehbuchpreis für den Film »FREISTATT«. Wie wurde sie Drehbuchautorin? Abgesehen vom Studium – ist es Liebe zur Schriftstellerei, Hang zum Journalistischen oder ganz banale Neugier? Der Weg in die Universität ist lang und steinig, und man müsse schon etwas vorweisen: Exposés, Filmanalysen, Teile eines Romans... Armbruster gibt lachend zu, dass sie drei Anläufe brauchte. Aber »je mehr ich geschrieben habe, desto besser wurde ich ja auch«. Ihre Ausdauer hat sich gelohnt, denn inzwischen ist sie schon mehrmals ausgezeichnet worden.

Warum sie Drehbuchautorin werden wollte? »Das frage ich mich auch«, sagt Armbruster lachend. Es sei ihr zumindest nicht in die Wiege gelegt. »Es war Neugier auf das Handwerkliche – wie erzeugt man Emotionen, wie kann man Konflikte gut darstellen... Ich wollte es einfach können.«

Ein Drehbuch entsteht in der Regel, weil eine Produktionsfirma oder ein Regisseur den Auftrag gibt. Die Aufgabe des Autors liege dann darin, »die Stelle im Thema zu finden, wo man andocken« kann.  »Man muss eine gute Struktur finden. Soll man die Geschichte aus vielen Blickwinkeln erzählen? Durch wessen Augen? Wie viele gleichwertige Protagonisten soll es geben? Man tastet sich so voran«, sagt Armbruster.

Geschrieben hat sie Kurzfilme genauso wie Dokus oder Kinofilme. Letztendlich sei es aber das Produkt eines Teams – in der Regel aus Regisseur, Redaktion, Produktion und Autor. »Die größte Hürde ist es, einen Regisseur zu finden« – vor allem einen, der eine ähnliche Sicht hat wie der Autor. »Da gibt es viel Reiberei, man muss sich sehr einig sein. Es ist wichtig, dass man ein Team findet, mit dem man gut kann. Man braucht Leute, die gleich ticken.« Es könne nämlich durchaus passieren, dass der Regisseur eine ganz andere Geschichte aus dem Drehbuch macht als der Autor sie im Kopf hatte.

Ist das Buch an die Produktionsfirma verkauft, gibt man die Rechte ab, sagt Armbruster – und hat nur noch wenig zu sagen.  »Wenn man sich aber gut mit dem Produzenten versteht, kann man noch Einfluss nehmen.« Sie suche sich daher immer jemanden, »der mir zuhört«.

Auch wenn sie persönlich Kurzfilme sehr mag, mache sie die nur noch, wenn sie Lust darauf habe oder »einem Freund helfen will.« Denn: »Kurzfilme rentieren sich nicht.« Auch wenn sie leichter zu machen seien, »weil sie nicht so große Bögen haben«.

Stellung der Autoren

Der Deutsche Drehbuchpreis ist wie gesagt nicht die erste Auszeichnung für Armbruster. Doch was wird von den Jurys als preiswürdig empfunden? »Gute Frage!«, sagt Armbruster lachend. »Ich war selber mal in einer Jury und war überrascht, wie subjektiv das ist.« Entscheidend möge sein, was am meisten bewegt, vermutet Armbruster.

Oder welches Thema gerade im Trend liegt, oder Vorlieben der Juroren. »Man kann das nicht nüchtern betrachten. Außer vielleicht die handwerkliche Seite. Über Strukturen kann man besser reden.« Preise wie der Deutsche Drehbuchpreis sind aber wichtig, weil Autoren in der Regel »in zweiter Reihe« stehen; bekannt werden die Regisseure. »In Deutschland finden Autoren nicht so die Beachtung, das schlägt sich überall nieder.« In Amerika sei die Arbeitsteilung klarer, in Deutschland werde der Autorenfilm favorisiert. »Das ist so gewachsen.«

Daher auch das verschobene Machtverhältnis zwischen Autor und Regisseur. »Ich finde das schwierig.« Sie verstehe nicht, warum die Arbeit der Autoren als weniger wichtig eingestuft werde, sagt Armbruster. »Im Debütbereich sucht man auch nach Regietalenten« – nicht nach Schreibtalenten. Reich und berühmt kann man mit Drehbüchern also nicht unbedingt werden? »Reich ist schwierig«, sagt Armbruster und lacht. Vielleicht als Serien- oder Kinoautoren. »Aber es ist schwierig, richtig reinzukommen. Anfänger kämpfen, von zehn Leuten an der Uni schreibt kaum mehr jemand.« Die Hürde sei der erste Langfilm. »Es ist ein harter Markt.«

Der Auftrag hänge davon ab, ob jemand ein bestimmtes Thema sucht, oder von »Konkurrenzprojekten, die die Förderung bei ähnlichen Themen bereits abgegriffen« haben.

Im Film »FREISTATT« geht es um ehemalige Zöglinge der Bodelschwinghschen Einrichtung »FREISTATT« [ jetzt »BETHEL IM NORDEN« genannt ]. Bei diesem Filmprojekt habe sie »eine sehr gute Erfahrung gemacht«, denn »das Team hat gut zusammengepasst«.

Wie geht man nun an ein derartig sensibles Thema heran ohne ungerecht zu werden? Die Erziehungsmethoden in Heimen waren insgesamt bis in die 1970er Jahre problematisch – nicht nur in FREISTATT. »Gewalt gab es auch in den Familien, wenn man das aber als Anstalt macht, ist das noch was anderes. Die Zöglinge konnten ja nicht einfach gehen. Hier geht es um Entschädigungen oder Renten für diese Zöglinge.«

Die erzählte Geschichte basiert auf den Lebenserinnerungen eines Ehemaligen, Wolfgang Rosenkötter. »Deshalb konnten wir sehr genau recherchieren. Der hat bis heute damit zu tun, dieser Ort lässt ihn nicht los.« Außerdem gibt es ein Buch von der Diakonie. »Wir hatten super Material. Und die Diakonie hat uns vor Ort sehr unterstützt. Das fand ich toll.«

Über die Einladung von Jose F. A. Oliver, beim LeseLenz ihren Film vorzustellen, freut sie sich nach anfänglichem Zögern sehr.


Zur Person:

Nicole Armbruster
Die gelernte Übersetzerin Nicole Armbruster ist diplomierte Drehbuchautorin (Babelsberg [ /Potsdam/bei Berlin ]) und hat diverse Auszeichnungen erhalten; neben dem Deutschen Drehbuchpreis 2013 für »FREISTATT« unter anderem den new berlin film award, den Emder Drehbuchpreis, den Thomas-Strittmatter-Drehbuchpreis und den Preis der Jugendjury beim Max Ophüls Festival. Die gebürtige Gutacherin lebt und arbeitet in Berlin. Von ihr stammt das Drehbuch für den Kinofilm »Festung« oder für die Dokumentation »Hoyerswerda«.

Autor: Jutta Hagedorn

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« Letzte Änderung: 06. September 2014, 12:51:25 von Martin Mitchell » Gespeichert

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« Antworten #765 am: 06. September 2014, 13:06:40 »

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Und noch ein anderer weiterer Spielfilm bezüglich "HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT" in der BRD, d.h. in „Westdeutschland“, dem „unmenschlichen System“ der nachkriegsdeutschen »Fürsorgeerziehung«.
 
Zitat
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Hausach

Erfolgsgeschichte aus Hausach

Schwarzwälder-Bote, 15.07.2014 19:20 Uhr

Von Miriam Kumpf

Hausach [ eine Kleinstadt im Kinzigtal im Schwarzwald im Ortenaukreis in Baden-Württemberg ]. Am Leitmotiv "bewegt:bilder" des diesjährigen Leselenz ist Nicole Armbruster nicht ganz unbeteiligt. Die Drehbuchautorin aus Berlin – und gebürtige Hausacherin – erhielt 2013 den Deutschen Drehbuchpreis für "FREISTATT".

Bisher war die Buchhandlung Streit Gastgeber der Leselenz-Veranstaltung am Montagabend – in diesem Jahr hatte man aus Platzgründen die Stadthalle ausgewählt, was sich als vorausschauende Entscheidung erwies: Zahlreiche Besucher erlebten an diesem Abend Armbrusters Heimatbegegnung, die von Andreas Öhler moderiert wurde: "Einer der letzten universalgebildeten Kulturredakteure", wie José F.A. Olivier ihn ankündigte.

Drei Anläufe brauchte Armbruster, bis sie an der Filmhochschule aufgenommen wurde und dort das Drehbuchschreiben studieren konnte. Seit sie in einer Buchhandlung über eine Lektüre zum Thema gestolpert ist, war sie fasziniert, vor allem davon, "wie Emotionen entstehen können".

Ihr Drehbuch "FREISTATT", das mit der wichtigsten und höchstdotierten nationalen Auszeichnung für Drehbuchautoren ausgezeichnet wurde, spielt in einem Fürsorgeheim Ende der 60er-Jahre. Der 14-jährige Wolfgang wird von seinem Stiefvater in das Heim abgeschoben. Der Junge wird gewalttätig, um in dem perfiden System überleben zu können – und funktioniert später außerhalb des Heims in der Gesellschaft nicht mehr. "Der Heimleiter ist zwar eine Vaterfigur, möchte den Jungen aber auch brechen und dadurch erziehen", erklärte Armbruster das Duell, von dem die Geschichte handelt.

Armbrusters Drehbuch wurde mittlerweile filmisch umgesetzt und ist bald in den Kinos zu sehen – darüber ist sie selbst am meisten überrascht: "Als Drehbuchautorin arbeite ich immer an mehreren Projekten und nicht alle werden am Ende umgesetzt."

Wie genau ihr Material filmisch umgesetzt wird, darauf hat Nicole Armbruster als Drehbuchautorin nur begrenzt Einfluss: "Für mich ist es immer eine Überraschung, was der Regisseur letzten Endes daraus macht", erklärte sie die Hackordnung im Filmgeschäft, in der der Autor ziemlich weit unten steht.

Die [ bevorstehende ] Filmpremiere ist daher auch für Nicole Armbruster eine echte Premiere. Einen kleinen Vorgeschmack darauf gab es am Montag [ 14. Juli 20114 ]: Noch vor der offiziellen Premiere sahen die Hausacher einen kleinen Ausschnitt aus dem Werk "FREISTATT".

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QUELLE: LAHRER ZEITUNG ( Dienstag 15.07.2014 ) @ http://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.hausach-erfolgsgeschichte-aus-hausach.0ad84c13-87eb-4a41-b9db-2cc9560c6e32.html
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« Antworten #766 am: 06. September 2014, 13:13:23 »

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Dieser und der nächstfolgende Beitrag gehören zusammen.

Anfang März 2013 hatten wir im ZDF-Fernsehen den Spielfilm »UND ALLE HABEN GESCHWIEGEN« laufen. Und viele haben sich diesen Spielfilm im Fernsehen angesehen. Aber schon kurze Zeit später war DIESER SPIELFILM UND ALLES UM WAS ES DARIN GING wieder vergessen.

Weiterer Spielfilm bezüglich "HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT" in der BRD, d.h. in „Westdeutschland“, dem „unmenschlichen System“ der nachkriegsdeutschen »Fürsorgeerziehung«.

Der Spielfilm „»Von jetzt an kein zurück« soll Ende 2014 in die Kinos kommen.

( 26.08.2014 ) http://www.nwzonline.de/kultur/filmfest-eroeffnet-mit-ben-becker-oldenburger-filmfest-eroeffnet-mit-ben-becker_a_17,0,1995078767.html

( 26.08.2014 ) http://www.nwzonline.de/oldenburg/kultur/zum-auftakt-ein-film-aus-oldenburg_a_18,0,213001841.html
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« Antworten #767 am: 06. September 2014, 13:24:50 »

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Dieser und der unmittelbar vorhergehende Beitrag gehören zusammen.

Anfang März 2013 hatten wir im ZDF-Fernsehen den Spielfilm »UND ALLE HABEN GESCHWIEGEN« laufen. Und viele haben sich diesen Spielfilm im Fernsehen angesehen. Aber schon kurze Zeit später war DIESER SPIELFILM UND ALLES UM WAS ES DARIN GING wieder vergessen.

Und noch ein anderer weiterer Spielfilm bezüglich "HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT" in der BRD, d.h. in „Westdeutschland“, dem „unmenschlichen System“ der nachkriegsdeutschen »Fürsorgeerziehung«.

Der Spielfilm »FREISTATT« [ Christlich und Brutal ]

Für das Frühjahr 2015 ist die Premiere geplant.
( 26.07.2013 ) http://www.weser-kurier.de/region/diepholz_artikel,-Die-Filmzeitreise-von-Freistatt-_arid,623022.html

Bevor dieser nämlich in die Kinos kommt, soll er seine Premiere bei einem Festival erleben.
( 16.07.2014 ) http://www.bo.de/lokales/kinzigtal/grosse-tochter-beim-heimspiel
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« Antworten #768 am: 09. September 2014, 00:20:22 »

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Vortrag von Heidrun Dittrich am 14.06.2014 in Münster

auf einer Veranstaltung von VEH e.V. und DIE LINKE. unter dem Motto "WIR PROTESTIEREN NICHT MEHR, WIR HANDELN! - EIN UNTERSUCHUNGSAUSSCHUSS MUSS KOMMEN!"

Zitat
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Ehemalige Heimkinder – Gewalt und Zwangsarbeit – Wann kommt die Entschädigung?

Vortrag von Heidrun Dittrich auf einer Veranstaltung von VEH e.V und DIE LINKE.

ehemalige Bundestagsabgeordnete DIE LINKE. (2009-20013, 17. Wahlperiode) aus Hannover und Seniorenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE. und in der Bundestagsfraktion zuständig für die ehemaligen Heimkinder, vgl. Antrag im Deutschen Bundestag im Plenum am 09.06.2011 mit der Drucksache Nr: 17/ 6093.

Liebe ehemaligen Heimkinder, liebe Genossinnen und Genossen der Linken, sehr geehrte Damen und Herren,

es freut mich, auch in diesem Jahr wieder auf der Tagung der ehemaligen Heimkinder zu sprechen, ich bedanke mich herzlich für die Einladung.

Ganz aktuell haben wir die skandalösen Ereignisse in dem geschlossenen Kinderheim Haasenburg in Brandenburg gehört. Dieses Heim wurde in privater Trägerschaft, gewinnorientiert geführt. Im Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung West wurde geschrieben, dass es nie wieder vorkommen solle, dass Kinder so rechtlos gesetzt werden und doch ist es wieder passiert. Am 14.06.2013 berichtete die taz ausführlich über die geschlossene Unterbringung der Kinder und Jugendlichen in der Haasenburg und die Verletzungen der Menschenrechte der Eingesperrten.

Eine geschlossene Unterbringung ist keine Hilfe zur Erziehung für Kinder- und Jugendliche.

Es ist für niemanden eine Hilfe, auch nicht für die Weggesperrten in der Gerontopsychiatrie oder in den Altenheimen oder den Kinder- und Jugendpsychiatrien oder in den Heimen der Behindertenhilfe. In geschlossenen Einrichtungen findet immer Rechtsmissbrauch statt:

Es darf sie gar nicht geben!

Deshalb sorgen wir dafür, dass geschlossene Heime in der Jugendhilfe und in anderen Bereichen abgeschafft werden.

Der Landtagsabgeordnete der Partei DIE LINKE. Torsten Krause sprach nicht als Mitglied der Opposition, sondern als Mitglied der Landesregierung in Brandenburg. Das Kinderheim Haasenburg wurde zum 19.12.2013 geschlossen, aber der Skandal war den Abgeordneten vor der Veröffentlichung in der taz im Juni 2013 bekannt. Was hat es den Kindern genützt, dass die LINKE in der Landesregierung war? Es konnte über Verhandlungen mit dem zuständigen SPD-Ministerium für Bildung nicht erreicht werden, dass die betroffenen Kinder- und Jugendliche sofort in Obhut und raus aus der Haasenburg genommen wurden. Eine kräftige außerparlamentarische Oppostion wäre nötig gewesen. Dies kann eine LINKE. an der Regierung nicht umsetzen. Die Interessen der Betroffenen können nicht vehement vertreten werden.

Mit der heute vorgelegten Resolution des Vereins ehemaliger Heimkinder wird ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss gefordert. Und dies ist richtig. Denn der Runde Tisch Heimerziehung wurde am Parlament vorbei entworfen und erst die Ergebnisse wurden wieder im Parlament debattiert.

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss ist dem geschehenen Unrecht angemessen. Ein Opferentschädigungsgesetz wie es die ehemaligen Heimkinder fordern und wie wir es als DIE LINKE. in den Bundestag einbrachten, schafft Rechtsansprüche und nur ein Gesetz eröffnet den Rechtsweg. Die Maßnahmen zur Fondslösung stellen ein Almosen dar und schaffen keinen Rechtsanspruch. Es ist zu wenig. Zu wenig bekannt und zeitlich begrenzt. Der Fonds muss zumindest zeitlich und finanziell entgrenzt und aufgestockt werden.

Am Runden Tisch Heimerziehung, als die HeimkinderverterInnen sich einer Überzahl der Vertreter der Kirchen und Landesjugendämter gegenüber sahen, wurden die Heimkinder überstimmt und erpresst und durch die Fondslösung rechtlos gesetzt.

Aber das lassen sie sich schon lange nicht mehr gefallen. Die Persönlichkeiten der ehemaligen Heimkinder haben sich im Widerstand entwickelt. Jetzt wird gelebt und gekämpft. Ehemalige Heimkinder sind Bundestagsabgeordnete und Richter und sie sind überall, denn es sind viele.

800 000 im Westen als offizielle Zahl – es waren viel mehr, die Kinderarbeit und Zwangsarbeit leisten und die ihre Peiniger auch noch ernähren mussten. Die Bauern und Industriebetriebe, für die sie billige Arbeitskräfte waren, werden in der Fondslösung nicht herangezogen. Doch die Industriebetriebe haben Rechtsnachfolger und können belangt werden und das sollten wir gemeinsam versuchen.

Der Antrag der LINKEN, den ich im Bundestag am 09.06.2011 vorstellte wurde von allen anderen Fraktionen zugunsten der Fondslösung abgelehnt. Doch die Forderungen in dem gemeinsam mit Ihnen entwickelten Antrag sind weiterhin uneingelöst und richtig:

Die Heranziehung der Betriebe bei einer Entschädigung ist unabdingbar! Das Wirtschaftswunder im Westen hätte sonst vielleicht nicht so schnell stattgefunden. Die Heimkinder arbeiteten schon umsonst bevor die ersten sogenannten „Gastarbeiter“ ab 1957 angeworben wurden.

Wichtig bleibt auch, dass die Entschädigung an dem zugefügten Unrecht anknüpft und nicht an Folgeschäden. Es soll eine Art Schmerzensgeld sein, wie für zu Unrecht Inhaftierte. Eine finanzielle Wiedergutmachung, die die Kindheit nicht zurück bringt oder Leid und Unrecht ungeschehen machen kann, aber eine Anerkennung der Leiden bedeutet.

Lasst uns gemeinsam die nächste Aktion planen – weiter auf dem Weg zu einem Opferentschädigungsgesetz.

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QUELLE: abgedruckt und veröffentlicht von DIE LINKE. @ http://www.sozialismus.info/2014/07/ehemalige-heimkinder-gewalt-und-zwangsarbeit-wann-kommt-die-entschaedigung/ [ Juni 2014 ]
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« Antworten #769 am: 14. September 2014, 13:16:46 »

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Weitere Nutznießer von nachkriegsdeutscher HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT ausfindig gemacht.

SOLID Rudolf Meutgens GmbH, Köln, Schreibgeräte, (für „maximal 2,50 DM die Woche“), ließ Kugelschreiber von Heimkindern herstellen.

SOLID Rudolf Meutgens GmbH, Köln, Schreibgeräte, Corneliusstraße 2, 50678 Köln.

SOLID Rudolf Meutgens GmbH, Köln, Schreibgeräte, Annostraße 27-33. 50678 Köln.

SOLID Rudolf Meutgens GmbH, Köln, Kugelschreiber, Schreibgeräte für Werbezwecke, Kugelschreiberminen, Schreibwaren, Werbekugelschreiber Schreibtisch-Garnituren, Füllhalter, Bürobedarf, Bürobedarfhersteller.

SOLID Rudolf Meutgens GmbH, Köln, Miscellaneous Products: Ballpoint pens.

SOLID Rudolf Meutgens GmbH, Köln; der Schreibgerätespezialist aus Köln ist einer der großen Kugelschreiberhersteller in Deutschland; Hersteller feiner Schreibgeräte; der Schreibgerätespezialist aus Köln ist einer der großen Kugelschreiberhersteller in Deutschland, der seine Produkte weltweit vertreibt.

Ein ehemaliges Heimkind, das zusammen mit anderen Heiminsassen im Heim (damals, in den 1960er Jahren) für die Firma SOLID Rudolf Meutgens GmbH hat Zwangsarbeit leisten müssen („Kugelschreiber zusammenstellen“), ist der in Holland geborene Paul Woods; er kann sich noch sehr gut daran erinnern.

SOLID Rudolf Meutgens GmbH (Firmengründung: 16.03.1966)
Annostraße 27-33
50678 Köln
Nordrhein-Westfalen
Telefon: (0221) 93 12 03 - 0
Telefon: +49 (221) 9312 03 - 0
Fax: (0221) 93 12 03 - 50
Fax: +49 (221) 93 12 03 - 50

Webseite: http://www.solid-meutgens.de ( nicht mehr aktiv ! )
E-mail:
info@solid-meutgens.de ( nicht mehr aktiv ! )

SOLID Rudolf Meutgens GmbH, Köln; die aktuellste Information zu dieser Firma ist hier zu finden:
@
http://www.plus-office.de/buerobedarf-solid-rudolf-meutgens-gmbh-in-koeln-2224

SOLID Rudolf Meutgens GmbH, Köln belongs to the key companies in Germany (Deutschland). The main office is located in Cologne (Köln).

Ich habe bisher noch nicht zuverlässig feststellen können ob diese Firma, SOLID Rudolf Meutgens GmbH, Köln, noch existiert. Anscheinend befindet sich die Firm seit August 2013 in der Insolvenz. Anweisungen wie man das vielleicht mit Sicherheit feststellen könnte werden hier gegeben:
http://www.unternehmen24.info/Firmeninformationen/DE/997366

Übrigens haben Mädchen in der Erziehungsanstalt Birkenhof, in Hannover, in den 50er, 60er und 70er Jahren u.a. auch für NIVEA arbeiten müssen.

Wer mehr weiß zu all diesen hier aufgeführten damaligen Begebenheiten melde sich bitte.

Kürzlich ( in einem Interview am 1. Mai 2014 ! ) ließ Ralf Kleindiek, Staatssekretär im zuständigen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verlauten ( was sich wohl, es ist anzunehmen, auf HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT [Arbeit im Alter von 14-21 Jahren] sowohl wie VERBOTENE KINDERARBEIT [Arbeit im Alter von 8-14 Jahren] bezieht ):

"Wenn der Bundestag sich des Themas annehmen würde und es dann zu einer Verständigung käme, dass dann die Firmen, die damals diese Kinder beschäftigt haben, dann auch sich an Geldzahlungen beteiligen, dann sind wir natürlich die letzten, die was dagegen hätten, ganz im Gegenteil, wir würden das sehr befürworten."
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« Letzte Änderung: 29. Dezember 2014, 03:10:26 von Martin Mitchell » Gespeichert

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Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
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Martin Mitchell


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« Antworten #770 am: 16. September 2014, 01:43:53 »

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Staatssekretär des BMFSFJ, Dr. Ralf Kleindiek, befürwortet Beteiligung seitens HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT-FIRMEN an Entschädigungszahlungen und auch gesellschaftliches Engagement bezüglich einer Resolution auch all dieser Angelegenheiten.


[ … wie aus folgenden Berichten hervorgeht … ]

[ Hier, wegen der Länge, präsentiert in zwei Teilen ]

Zitat
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Deutschlandfunk [ ERSTE TEIL VON ZWEI TEILEN ]

HINTERGRUND [ http://www.deutschlandfunk.de/hintergrund.723.de.html ] / Beitrag vom 03.07.2014

FONDS FÜR EHEMALIGE HEIMKINDER

Guter Wille und leere Kassen

Von Otto Langel

[ Anfang ]

Sowohl in der jungen Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg als auch in der DDR wurden Kinder in Heimen gedemütigt, verprügelt und misshandelt. Die Opfer leiden bis heute. Die Politik will mit Geld helfen – doch die Betroffenen brauchen etwas anderes.  
"Ich bin 14 Jahre im Heim gewesen, also vom Baby an, es war überall das gleiche Unrechtsystem, Bestrafung, körperliche Züchtigung, bis aufs Blut Exzesse. Wir waren ständig eingesperrt, um das ganze Gelände herum war ein zwei Meter hoher Stacheldrahtzaun mit oben Bewehrung, damit auch niemand aus dem Heim abhaut."

Was Dirk Friedrich in seiner Kindheit erlebte, mussten unzählige Heimkinder in den frühen Jahren der Bundesrepublik ertragen. Sie wurden gedemütigt, erniedrigt, geprügelt, misshandelt, ausgebeutet und missbraucht, in kirchlichen wie in öffentlichen Einrichtungen.

Doch nicht nur im Westen, auch in der DDR sperrte ein rigides Erziehungssystem Kinder und Jugendliche weg, beeinträchtigte massiv ihre Entwicklung und zwang sie zur Arbeit, zum Beispiel Oliver Perner.

"Ich war sieben Jahre im Heim, erst im normalen Heim, öfter im Durchgangsheim, weil ich ständig abgehauen bin, weil es nicht auszuhalten war im Heim. Danach bin ich nach Torgau gekommen, das war vergittert, verschlossen, das war die schlimmste Einrichtung, die es für Jugendliche in DDR-Zeiten gab. Das war dann die Hölle da."

Erst vor rund einem Jahrzehnt wurden die schwierigen und zum Teil menschenunwürdigen Lebensbedingungen vieler Heimkinder öffentlich bekannt. Im Februar 2009 konstituierte sich auf Empfehlung des Deutschen Bundestags der "Runde Tisch Heimerziehung", an dem Vertreter der Politik, der Kirchen, der öffentlichen Träger und der ehemaligen Heimkinder Platz nahmen. Knapp zwei Jahre lang berieten sie unter dem Vorsitz der früheren Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer über Hilfen für Betroffene. Im Januar 2011 stellte Vollmer den Abschlussbericht vor.

"Für die individuell Geschädigten schlagen wir einen Fonds vor. Dieser Fonds heißt jetzt Fonds für ehemalige Heimkinder. Der soll ausgestattet werden mit 120 Millionen Euro."

Der Fonds "Heimerziehung West" richtete sich an rund 800.000 Kinder und Jugendliche in der Bundesrepublik aus der Zeit von 1949 bis 1975. Finanziell beteiligten sich der Bund, die westdeutschen Länder sowie die Evangelische und Katholische Kirche gemeinsam zu je einem Drittel. Ein Jahr später beschlossen der Bundestag und die Jugendministerien der Länder einen Fonds "Heimerziehung in der DDR" in Höhe von 40 Millionen Euro mit gleichwertigen Hilfen für die 500.000 ostdeutschen Betroffenen zwischen 1949 und 1990. Sie können für Folgeschäden aus der Heimerziehung in sogenannten Anlauf- und Beratungsstellen bis zu 10.000 Euro pro Person in Form von Sachleistungen beantragen, etwa für Elektro- und Küchengeräte, Reisen und therapeutische Maßnahmen; außerdem zusätzlich eine einmalige Zahlung, wenn sie als Jugendliche arbeiten mussten, aber keine Beiträge zur Sozialversicherung abgeführt wurden. Pro Monat erhalten sie 300 Euro.

Kaum Verständnis für den Fonds bei den Betroffenen

Unter den Betroffenen stößt der Fonds jedoch auf massive Kritik. Dirk Friedrich und Heidi Dettinger, Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder:

"Ich will eine Entschädigung haben, und zwar eine Entschädigung, die im wahrsten Sinne des Wortes eine Entschädigung ist. Und nicht diese Almosen, die da verteilt werden, dafür kämpfe ich mit anderen Heimkindern. Dieses Geld, was da als Hilfsfonds angeboten wird, nein, nicht für mich."

Der Fonds, der ist eine Demütigung, der ist ein Schlag ins Gesicht für alle ehemaligen Heimkinder. Das sehe ich auch für mich persönlich so. Das sind noch nicht mal zwei Prozent der ehemaligen Heimkinder, die den Fonds in Anspruch genommen haben bislang. Nicht mal zwei Prozent, das ist eine beschämende Zahl."

Das zuständige Bundesfamilienministerium geht dagegen von vier Prozent aus, aber auch dies ist eine vergleichsweise geringe Zahl. Manche früheren Heimkinder wissen nicht einmal von der Existenz des Fonds, viele scheuen den bürokratischen Aufwand des Verfahrens, und nicht alle haben in den Einrichtungen negative Erfahrungen gemacht. Gleichwohl sind die 40 Millionen Euro des Fonds "Heimerziehung in der DDR" längst ausgeschöpft.

Ralf Kleindiek, Staatssekretär im zuständigen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

"Was den Fonds für die Heimkinder in Ostdeutschland anbelangt, hat sich schon im vergangenen Jahr herausgestellt, dass die vorgesehenen 40 Millionen Euro nicht ausreichen. Deswegen haben sich Bund und Länder im Februar schon darauf verständigt, dass der Fonds deutlich aufgestockt wird. Wenn es erforderlich ist, um 200 Millionen Euro."

In der kommenden Woche will das Bundeskabinett die Erhöhung des Ost-Fonds um zunächst einmal 25 Millionen Euro beschließen. Doch auch die 120 Millionen Euro für die 800.000 westdeutschen Heimkinder sind zu knapp kalkuliert.

Herbert Scherer, früherer Leiter der Anlauf- und Beratungsstelle Berlin:

"Wir reden von 120 Millionen West und 40 Millionen Ost. Die Prognosen sind, dass es im Osten fünf Mal so viel braucht und im Westen ungefähr doppelt so viel braucht."

Die Bundesregierung will auf diese Prognosen reagieren und, so Staatssekretär Ralf Kleindiek, auch für den West-Fonds eine großzügige Lösung finden.

Harte Kritik an den Fristen für Entschädigungszahlungen

Vor allem die Länderfinanzminister haben sich jedoch gegen eine Erhöhung der Fonds gewehrt. Um die Zahl der Antragsteller zu reduzieren und damit die Ausgaben zu senken, drängten sie auf kurze Antragsfristen. Tausende ehemalige Heimkinder wären wohl zu spät gekommen. Die Politikerrunde einigte sich schließlich auf den 30. September bzw. 31. Dezember als Anmeldeschluss für die Fonds Ost und West. Ob diese Fristen reichen, ist jedoch fraglich.

"Der Termin 30.9. ist eine extreme Härte, weil bis dahin man davon ausgehen konnte, dass es bis 30.6.2016 irgendwie läuft im Fonds Ost. Das Fass ohne Boden, das waren die Befürchtungen, und deswegen hat man gesagt vonseiten der Politik der Länder und des Bundes, wir müssen mit der Aufstockung verbinden gleichzeitig irgendeine Art von Mauer, dass dann Schluss ist."

Man wolle keine Mauer errichten, betont hingegen Ralf Kleindiek. Niemand müsse befürchten, ausgeschlossen zu werden, wenn er die Frist versäume. Voraussetzung sei jedoch eine plausible Erklärung.

"Wenn jemand einen guten Grund hatte, das nicht rechtzeitig anzumelden, dann werden wir auch dafür eine Lösung finden."

Einen Rechtsanspruch aber haben die ehemaligen Heimkinder nicht. Gegen die verkürzten Anmeldefristen können sie nicht juristisch vorgehen, und ebenso wenig können sie klagen, wenn die Beratungsstellen Sachleistungen wie eine Reise, einen Kühlschrank oder einen Fernseher ablehnen. Herbert Scherer spricht von einer schwierigen Konstruktion der Fonds.

"Die Grundidee ist ja, dass man nicht eine klassische Entschädigungsleistung gewählt hat, wo man dann das Maß des Schadens feststellen müsste, der damals entstanden ist, sondern dass man das auf die Ebene einer Hilfeleistung gebracht hat, wo es darum geht, was kann dem Menschen heute in seiner Situation wenigstens ein bisschen helfen. Den Schaden, der damals angerichtet worden ist und der nachwirkt, kann man nicht wieder gutmachen, sondern eigentlich kann man nur eine Geste über diese Hilfe geben."

Diese Gesten stoßen bei den ehemaligen Heimkindern auf ein geteiltes Echo. Die einen lehnen sie als beschämendes Almosen ab, die anderen sind dankbar für jede finanzielle Unterstützung. Ulrike Poppe, Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und zuständig für die Potsdamer Beratungsstelle:

"Wir haben eine Umfrage gemacht bei denen, die bereits etwas von dem Fonds bekommen konnten, und da ist eine hohe Zufriedenheit zu verzeichnen. Das sind ja immerhin unerwartete Leistungen, und es trifft ja im Allgemeinen auch Menschen, die eher geringe Einkommen haben."

Als späte Anerkennung des im Heim erlittenen Leids versteht zum Beispiel Martina Blankenfeld den Fonds. Sie war von 1978 bis 1981 in einem Jugendwerkhof, in dem sogenannte schwer erziehbare Jugendliche körperlich hart arbeiten mussten.

"Ich hatte hier ein ganz tolles, also ein sehr angenehmes Gespräch. Und kurz darauf gab es eine überindividuelle Leistung, und darüber hinaus kann ich jetzt mit ehemaligen Betroffenen ein Theaterprojekt initiieren. Die Anerkennung ist für mich eine klare Rückenstärkung."

Andere Heimkinder hingegen empfinden aufgrund ihrer früheren traumatischen Erfahrungen jeden heutigen Umgang mit Ämtern und Behörden als Zumutung.

Der Runde Tisch Heimerziehung und seine Probleme

Wenn die damaligen Heimkinder von ihrem Martyrium erzählen, haben sie anschließend Albträume, berichtet Ulrike Poppe:

"Die Geschichten, die wir hören von den Betroffenen, sind zum Teil wirklich erschreckend. Und es ist so, dass viele davon so geprägt sind, dass sie ihr Leben lang mit diesen Ängsten und Schlafstörungen und mit diesem Misstrauen gegenüber eigentlich allen anderen Menschen durchs Leben laufen. Das ist wahrscheinlich das Auffälligste, dass viele von ihnen sich nicht in die Gesellschaft haben integrieren können, arbeitslos sind oder auch gesundheitliche Schäden haben, die sie nicht in die Lage versetzen, erwerbstätig zu sein."

In einem Waisenhaus in der Eifel begann für die damals achtjährige Giana Jadegary eine zehnjährige Heim-Odyssee, eine Zeit, in der sie nichts lernen durfte und immer unselbstständiger wurde. Sie kritisiert die Fonds-Praxis.

"Ich würde das Geld gerne für eine Reise verwenden, die ich noch nie mir leisten konnte. Und ich darf das wieder nicht, das heißt, ich bin wieder in eine Unmündigkeit geschubst und ich werde wieder bevormundet. Und das kann's nicht sein. So kann auch keine Wiedergutmachung sein."

Der Runde Tisch Heimerziehung wollte Lehren aus der Vergangenheit ziehen. Aufwändige, langwierige, ausgrenzende und erniedrigende Verfahren wie bei der Entschädigung von NS-Opfern oder Zwangsarbeitern wollte man vermeiden. Doch eine Fonds-Lösung, die alle ehemaligen Heimkinder zufriedenstellt, ist kaum möglich. Immerhin geht es um rund 1,3 Millionen potenziell Betroffene mit unterschiedlichen Schicksalen. Bürokratische Abläufe, Härtefälle und Ungerechtigkeiten lassen sich nicht ausschließen, aber, so Herbert Scherer:

"Wir können uns jetzt relativ gut auf die Menschen hier einlassen, ohne dass wir wer weiß wie Überprüfungshürden hier einbauen. Hier muss kein Psychologe und kein Therapeut und kein Arzt und kein sonst was einen Schaden feststellen, und auch kein Sachverständiger vom TÜV. Und wir als Berater dürfen auch auf Dokumente teilweise verzichten, wenn das, was uns berichtet wird, glaubhaft ist. Für das, was einige ganz besonders erlitten haben, müsste es auch noch andere Entschädigungsleistungen geben."

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Staatssekretär des BMFSFJ, Dr. Ralf Kleindiek, befürwortet Beteiligung seitens HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT-FIRMEN an Entschädigungszahlungen und auch gesellschaftliches Engagement bezüglich einer Resolution auch all dieser Angelegenheiten.
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« Letzte Änderung: 16. September 2014, 02:55:59 von Martin Mitchell » Gespeichert

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« Antworten #771 am: 16. September 2014, 01:48:47 »

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Staatssekretär des BMFSFJ, Dr. Ralf Kleindiek, befürwortet Beteiligung seitens HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT-FIRMEN an Entschädigungszahlungen und auch gesellschaftliches Engagement bezüglich einer Resolution auch all dieser Angelegenheiten.


[ … wie aus folgenden Berichten hervorgeht … ]

[ Hier, wegen der Länge, präsentiert in zwei Teilen ]

Zitat
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Deutschlandfunk [ ZWEITE TEIL VON ZWEI TEILEN ]

HINTERGRUND [ http://www.deutschlandfunk.de/hintergrund.723.de.html ] / Beitrag vom 03.07.2014

FONDS FÜR EHEMALIGE HEIMKINDER

Guter Wille und leere Kassen

Von Otto Langel

[ Fortsetzung ]

Viele Opfer gehen leer aus

Dies betrifft zum Beispiel die Opfer von sexuellem Missbrauch. Wer einen Antrag beim Fonds sexueller Missbrauch gestellt hat, erhält keine Zahlungen aus dem Fonds Heimerziehung. Wer zum Beispiel in der Familie missbraucht wurde, deswegen in ein Heim kam und dort erneut missbraucht wurde, kann keine weiteren Ansprüche geltend machen.

Leer gehen auch diejenigen aus, die Kinderarbeit verrichten mussten. Die meisten Heimkinder mussten ab dem 14. Lebensjahr arbeiten, ohne angemessen entlohnt zu werden und Rentenansprüche zu erwerben. Dafür können sie aus dem Fonds eine einmalige Zahlung beantragen. Doch viele wurden bereits als 10- oder 12-Jährige zu schweren Tätigkeiten herangezogen, wie etwa Paul Woods. Er war von 1957 bis 1965 in verschiedenen Heimen.

"Als ich noch in der Schule war, wurden wir im Heim ausgeliehen zu Bauern, um Rüben zu vereinzeln. Danach war ich in Köln. Dort wurden Kugelschreiber für die Firma Rudolf Meutgens zusammengestellt. Davon gab es ein Entgelt von maximal 2,50 die Woche. Das stand auf der einen Seite der Karte, auf der anderen Seite der Karte stand: ohne Fleiß kein Preis.

"Die Arbeitszeiten vor dem 14. Lebensjahr werden beim Fonds Heimerziehung nicht berücksichtigt, da es sich, so die kaum nachvollziehbare Begründung, um Kinderarbeit handelte, und Kinderarbeit bereits in den 1950er Jahren verboten gewesen sei."

Heidi Dettinger, Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder:

"Man kann nicht damit argumentieren, dass Kinderarbeit schon damals illegal war, und für illegale Arbeit wurden selbstverständlich keine Renten abgeführt, also können sie auch heute keine Rentenersatzleistungen dafür bekommen. Also das ist derart zynisch, dass ich damit nicht leben kann."

Der Verein ehemaliger Heimkinder betrachtet solche Einschränkungen als diskriminierend und stellt den gesamten Rentenersatzfonds infrage. Heidi Dettinger fordert stattdessen eine adäquate Entschädigung.

"Wenn ich mir überlege, welches Geld ich für das Heim, für die Diakonie erwirtschaftet habe in der Zeit, in der ich dort war, und mir überlege, dass dieser Lohn mir geklaut worden ist, einfach nichts dafür bekommen habe, dann sind das, wenn ich das auf Zinsen und Zinseszinsen berechne über die vielen Jahre, sind das 90.000 Euro. Ich finde, Heimkinder haben es verdient, dass sie das Geld zumindest zum Teil auch zurückbekommen, was sie erwirtschaftet haben."


Diskussion um Zwangsarbeit und Ausbeutung von Heimkindern

Rechnet man diese Beträge hoch, so erzielten die westdeutsche Privatwirtschaft, die Heimträger und der SED-Staat Milliardengewinne auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen.

Vertreter der Heimkinder sprechen von Zwangsarbeit, ein problematischer Begriff, da Zwangsarbeit in Deutschland mit dem System von Ausbeutung und Sklavenarbeit im NS-Regime assoziiert wird. Die Heimkinder mussten zwar unter schwierigen, zwangsähnlichen Bedingungen arbeiten, aber die Zustände sind nicht vergleichbar mit dem Naziterror.

Dennoch orientieren sich die organisierten Heimkinder mit ihren Forderungen an den Entschädigungen für NS-Zwangsarbeiter. Ein Blick auf deren Geschichte zeigt aber auch, dass ein langer Atem, öffentlichkeitswirksame Kampagnen und massiver politischer Druck vor allem aus dem Ausland nötig waren, um Wirtschaft und Regierung zu einer finanziellen Regelung zu drängen. Ob dagegen die politisch relativ unerfahrenen früheren Heimkinder die notwendige gesellschaftliche Aufmerksamkeit erzeugen können, ist fraglich, zumal sie keine nennenswerte Lobby haben.


Immerhin äußert Staatssekretär Ralf Kleindiek Verständnis beim Thema Kinderarbeit.

"Wenn der Bundestag sich des Themas annehmen würde und es dann zu einer Verständigung käme, dass dann die Firmen, die damals diese Kinder beschäftigt haben, dann auch sich an Geldzahlungen beteiligen, dann sind wir natürlich die letzten, die was dagegen hätten, ganz im Gegenteil, wir würden das sehr befürworten."

Doch nicht nur, wer illegale Kinderarbeit verrichten musste, ist von den Ausgleichszahlungen der Fonds ausgeschlossen, auch die ehemaligen Insassen von Behinderten- und psychiatrischen Einrichtungen können keine Ansprüche stellen.

Conni Malcherek wurde in einem Säuglingsheim geboren, anschließend kam sie in ein Waisenhaus und schließlich in ein psychiatrisches Heim.

"Das war ein Kinderheim für geistig Behinderte, warum ich da drin war, weiß ich nicht. Na ja, und dann Medikamente bekommen. Da kriegte ich eine Zwangsjacke, da kann ich mich noch dran erinnern, an so eine Zwangsjacke, eine weiße, so mit Schnalle dran. Ich habe sehr viele Depotspritzen gekriegt, und dann halt viel so KO-Dinger. Ich habe immer geschlafen bei den Nonnen, ich kriegte morgens Valium 10, mittags Valium 10, abends.

Conni Malcherek verbrachte 22 Jahre in zehn verschiedenen Heimen, es folgten Suchtklinik und therapeutische Wohngemeinschaften, seit 20 Jahren ist sie erwerbsunfähig.

Warum gesunde Kinder in psychiatrische Einrichtungen eingewiesen wurden, ist ein dunkles, noch weitgehend unerforschtes Kapitel der Heimerziehung. Ehemalige Insassen berichten von überfüllten Häusern.

"Dann waren eben auch Kinder, die ganz normal waren und wo der Heimplatz überbelegt war, die sind dann natürlich in die Behinderteneinrichtung gekommen, ganz normale Leute, die hatten einfach das Schicksal gehabt."

Erzählt ein früherer Insasse eines westdeutschen Heims. Er möchte anonym bleiben, weil er immer noch eine Stigmatisierung als ehemaliges Heimkind befürchtet.

Gesunde Menschen in psychiatrischen Einrichtungen

"Also ich kenn' noch Leute, die sind jetzt behindert durch die Medikamente, alle, die waren ganz normal dahin gekommen, und weil überbelegt war, sind sie in eine Behinderteneinrichtung in dieser Anstalt reingekommen."

Offensichtlich entschieden nicht allein das psychische oder soziale Befinden eines Kindes über die Einweisung in eine Einrichtung, sondern auch wirtschaftliche Erwägungen des Heimträgers. Eine unrühmliche Rolle spielten dabei in der Nachkriegszeit Gutachter, die bereits vor 1945 tätig gewesen waren. Der Neurowissenschaftler Burkhard Wiebel forscht an der Ruhr-Universität Bochum zu diesem Thema.

"Die Heime für behinderte und auch für psychiatrische Patienten waren 1945 leer, weil nämlich die Kinder alle getötet worden sind. Jetzt standen die Heime leer und diejenigen, die diese Immobilien hatten, wollten nun, dass die auch wieder gefüllt werden, und deswegen wurden reihenweise, zu Tausenden, gefälschte Intelligenzquotienten produziert. Und wir wissen auch genau, was da gemacht worden ist, wer da verantwortlich war."

Die Forschungen zu diesem Thema befinden sich, wie gesagt, in den Anfängen. So ist zum Beispiel noch unklar, ob Ärzte und Pharmakonzerne die psychiatrischen Heime nutzten, um heimlich Medikamente zu erproben.

Man habe inzwischen erkannt, dass es untragbar sei, diesen Personenkreis von Ausgleichszahlungen auszuschließen, erklärt Staatssekretär Ralf Kleindiek:

"Ich weiß, dass die Bundesregierung, die Länder, die Einrichtungsträger und die Betroffenen darüber im Gespräch sind, um da eine Lösung zu finden."

Während die früheren Insassen psychiatrischer Einrichtungen auf eine Lösung hoffen, bleibt den Kindern und Jugendlichen der sogenannten normalen Heimerziehung nur noch eine kurze Frist, um ihre Ansprüche anzumelden: bis zum 30. September für den Fonds "Heimerziehung in der DDR" und bis zum 31. Dezember für den Fonds "Heimerziehung West".


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WEITERFÜHRENDE INFORMATION

Besser spät geholfen als nie [ http://www.deutschlandfunk.de/besser-spaet-geholfen-als-nie.862.de.html?dram:article_id=251891 ] (Deutschlandfunk, Deutschland heute, 04.07.2013)

Demütigung nach Plan [ http://www.deutschlandfunk.de/demuetigung-nach-plan.724.de.html?dram:article_id=216870 ] (Deutschlandfunk, Hintergrund, 06.08.2012)
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QUELLE: Deutschlandfunk ( 03.07.2014 ) http://www.deutschlandfunk.de/fonds-fuer-ehemalige-heimkinder-guter-wille-und-leere-kassen.724.de.html?dram:article_id=290836


WIKIPEDIA @ http://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Kleindiek
Ralf Kleindiek (* 26. August 1965 in Hameln) ist ein deutscher Politiker (SPD). Unter Manuela Schwesig ist er seit Januar 2014 Beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
WEITERLESEN @ http://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Kleindiek ( Es ist durchaus wichtig dass man dort weiterliest um genau darüber informiert zu sein wer Ralf Kleindiek ist und was seine Fachgebiete sind. )


Ralf Kleindiek lobt und unterstüzt "bürgerschaftliches Engangement".
Siehe @ http://www.presseportal.de/pm/63504/2829610/staatssekretaer-im-bundesministerium-fuer-familie-senioren-frauen-und-jugend-dr-ralf-kleindiek

Zitat
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12.09.2014 | 14:29

Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Ralf Kleindiek eröffnet 10. Woche des bürgerschaftlichen Engagements

Berlin (ots) - Die 10. bundesweite Aktionswoche des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) ist heute mit einer zentralen Auftaktveranstaltung in Berlin eröffnet worden. Die Aktionswoche, die bis zum 21. September 2014 läuft, steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Bundesweit engagieren sich rund 23 Millionen Bürgerinnen und Bürger freiwillig und ehrenamtlich. Mit der jährlichen Aktionswoche wird ihr Engagement präsentiert und geehrt.

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Ralf Kleindiek sagte in seiner Eröffnungsrede:

"Bürgerschaftliches Engagement bedeutet Mitverantwortung. Erst eine Gesellschaft, in der sich Menschen für andere einsetzen, ist lebendig und stabil. Der Staat kann niemals alle gesellschaftlichen Herausforderungen alleine lösen. Wir brauchen beides: einen zukunftsfähigen Sozialstaat und eine aktive Zivilgesellschaft. Menschen, die sich freiwillig engagieren, verdienen unsere besondere Wertschätzung und Unterstützung."

[ ………]

Seit 2004 würdigt das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) mit der bundesweiten Aktionswoche die Arbeit von mehr als 23 Millionen freiwillig Engagierten. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.


Das ZDF ist Medienpartner. Weitere starke Partner 2014 sind Aktion Mensch, die Initiative Volkswagen pro Ehrenamt und der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter.

Das BBE ist ein Zusammenschluss von Akteuren aus Bürgergesellschaft, Staat und Wirtschaft. Das Ziel der 250 Mitgliedsorganisationen ist die nachhaltige Förderung von Bürgergesellschaft und bürgerschaftlichem Engagement in allen Gesellschafts- und Politikbereichen.

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Staatssekretär des BMFSFJ, Dr. Ralf Kleindiek, befürwortet Beteiligung seitens HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT-FIRMEN an Entschädigungszahlungen und auch gesellschaftliches Engagement bezüglich einer Resolution auch all dieser Angelegenheiten.
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« Letzte Änderung: 29. Dezember 2014, 03:21:23 von Martin Mitchell » Gespeichert

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« Antworten #772 am: 18. September 2014, 06:54:09 »

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Das ECHO im Interview mit Staatssekretär des BMFSFJ, Dr. Ralf Kleindiek, bezüglich dem Fonds Heimerziehung Ost im Vergleich zu dem Fonds Heimerziehung West und den diesbezüglichen jetzt bestehenden Antragsfristen.

Interview mit Dr. Ralf Kleindiek ( 1. Mai 2014 ) @ http://www.echo-online.de/nachrichten/hintergruende/Es-ist-mehr-als-ein-Tropfen-auf-dem-heissen-Stein;art2638,5001606

Zitat
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„Es ist mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein“

Interview – Ralf Kleindiek vom Familienministerium über finanzielle Hilfen für ehemalige DDR-Heimkinder – Die Aufarbeitung der brutalen Vergangenheit ist schwierig.


Demütigungen, Zwangsarbeit, Misshandlungen: Das ECHO hat über Schicksale ehemaliger DDR-Heimkinder berichtet, die bis heute unter dem Psychoterror in den Erziehungsanstalten leiden. Ein Fonds von Bund und Ländern soll zumindest den finanziellen Schaden ausgleichen. Doch seit Januar zahlt der Fonds nicht mehr aus. Warum? Dazu haben wir Staatssekretär Ralf Kleindiek befragt.

DARMSTADT. ECHO: Herr Staatssekretär, sprechen wir über den sogenannten Entschädigungsfonds. Kann man für Folter und Misshandlungen überhaupt entschädigen?

Kleindiek: Nein, man kann für das Leid und das Unrecht, das die Kinder in den Heimen der DDR erlitten haben, niemanden entschädigen. Aber man kann die Folgen lindern – und das ist das Ziel des Fonds für die Heimkinder Ost.

ECHO: Der Fonds hat, nachdem sich mehr als zehntausend ehemalige Heimkinder gemeldet haben, seine Zahlungen im Januar eingestellt. Er sei wegen der „unerwartet hohen Nachfrage vorzeitig erschöpft“, hieß es. Hat man die Dimension des erlittenen Unrechts unterschätzt?

Kleindiek: Der Fonds ist im Juli 2012 eingesetzt worden mit einem Gesamtvolumen von 40 Millionen Euro. Für die Heimkinder in Westdeutschland existierte bereits seit Januar 2012 ein vergleichbarer Fonds über 120 Millionen Euro. Daran hatte man sich orientiert und das Fondsvolumen aus dem Verhältnis zu den Bevölkerungszahlen zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland hergeleitet. Andere Anhaltspunkte hatte man damals nicht. Wir müssen aber in der Tat feststellen, dass die Zahl der Antragsteller größer ist als gedacht. Deshalb bin ich sehr froh, dass sich Bund und ostdeutsche Länder darauf geeinigt haben, dass der Fonds finanziell deutlich aufgestockt wird: Für jeden berechtigten Antrag wird genug Geld da sein. Leistungen werden nicht gekürzt. Das ist ein großartiger Erfolg für die Betroffenen.

ECHO: Die Antragsfrist wurde um zwei Jahre auf den 30. September 2014 verkürzt? Weshalb?

Kleindiek: Wir haben eine Anmeldefrist eingeführt, keine Antragsfrist. Die Fondslaufzeit bleibt bestehen. Die Bundesregierung und die ostdeutschen Länder haben sich darauf verständigt, dass wir alle Betroffenen bitten, sich bis zum 30. September bei den Anlaufstellen des Fonds zu melden. Das kann ganz formlos zum Beispiel per Postkarte erfolgen. Es geht nur darum, dass man sich gemeldet hat. Konkrete Vereinbarungen, um ihren Hilfebedarf geltend zu machen, werden später geschlossen bis Ende der Fondslaufzeit. Aber dann kennen wir zumindest eine Größenordnung, in die der Fonds sich weiterentwickelt – und vor allem die Länder hätten Planungssicherheit. Wir reden hier ja immerhin von einer Aufstockung um circa 200 Millionen Euro.

ECHO: Was geschieht mit Betroffenen, die sich erst nach dem 30. September melden?


Kleindiek: Wer sich nach dem 30. September meldet, kann in der Regel leider nicht mehr berücksichtigt werden. Deshalb werben wir sehr dafür, dass sich Betroffene rechtzeitig melden, und werden über die Anmeldefrist auch noch weiter informieren. Ausnahmsweise kann eine spätere Anmeldung mit einem guten Grund wie sonst auch im Verwaltungsverfahren aber auch später berücksichtigt werden.

ECHO: Mit wie vielen Betroffenen rechnen Sie?

Kleindiek: Es gab insgesamt rund 500.000 Heimkinder in der DDR. Allerdings wird vor Ort in den Anlauf- und Beratungsstellen aufgrund des jetzigen Anmeldeverhaltens davon ausgegangen, dass sich etwa 20.000 Personen an den Fonds wenden werden.

ECHO: Was, wenn es deutlich mehr werden?

Kleindiek: Nach Ablauf der Anmeldefrist wissen wir, mit wie vielen Betroffenen wir rechnen müssen. Dann haben wir Klarheit und können finanziell vorsorgen.

ECHO: Am Hilfsfonds sind bislang nur der Bund und die ostdeutschen Länder je zur Hälfte beteiligt. In der DDR gab es jedoch auch kirchliche Kinderheime. Warum steuern die Kirchen kein Geld zu dem Fonds bei?

Kleindiek: Die Frage kann man stellen, zumal am Fonds für die Heimerziehung in Westdeutschland die Kirchen zu einem Drittel beteiligt sind. Allerdings war die Zahl der Kinderheime in kirchlicher Trägerschaft im Osten wesentlich geringer als im Westen.

ECHO: Pro Antragssteller zahlt der Fonds maximal 10.000 Euro. Ist das nicht bloß ein Tropfen auf dem heißen Stein?

Kleindiek: Nein. Es ist natürlich mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es ist eine Unterstützung, die wirkt und hilft – viele Betroffene sind darauf angewiesen, da sie nie eine vernünftige Ausbildung erhalten haben und dadurch nur wenig verdient haben und oft arbeitslos waren oder noch sind. Zwei Drittel der Antragsteller sind Hartz-IV-Empfänger.

ECHO: Antragssteller berichten von einem entwürdigenden Szenario: Sie müssen den Mitarbeitern des Fonds – wildfremden Menschen also – ihre Leidensgeschichte erneut erzählen und für jede Ausgabe Belege vorlegen. Drohen hier nicht erneut Traumatisierungen?

Kleindiek: Die Mitarbeiter des Fonds gehen mit dem Thema so sensibel um wie möglich. Wir haben diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zudem extra dafür geschult; zum Teil sind diese zudem ausgewiesene Fachkräfte mit Berufserfahrung in dem Bereich.

ECHO: Eine Antragstellerin hat uns erzählt, dass sie seit Monaten auf den versprochenen Rückruf eines Beraters des Fonds wartet. Das klingt nicht sehr vertrauenerweckend.

Kleindiek: Wir wissen, dass es in Einzelfällen zu Verzögerungen kommt. Das liegt an der unerwartet großen Nachfrage. Das Personal in den Beratungsstellen und der Fondsverwaltung ist deshalb auch schon aufgestockt worden.

ECHO: Weshalb hat sich die Politik des Themas Wiedergutmachung erst so spät angenommen? Die DDR ist schließlich schon vor mehr als zwei Jahrzehnten untergegangen.

Kleindiek: Die Initialzündung kam durch die ehemaligen Heimkinder. Auch in den alten Bundesländern ist erst sehr spät damit begonnen worden, die Folgen von Heimaufenthalten aufzuarbeiten. Über die Hintergründe kann ich allerdings selbst nur spekulieren.

ECHO: Die Behörden müssen heute staatliche Willkür und Unrecht eines längst untergegangenen Staates aufarbeiten. Viele Unterlagen sind verschwunden, nicht überall ist der Wille zur Aufklärung groß.

Kleindiek: Gerade weil es oft keine Unterlagen mehr gibt, genügt es, wenn uns ein ehemaliges Heimkind glaubhaft die Erlebnisse im Heim schildert. Nachweise sind nicht zwingend erforderlich. Stattdessen gibt es Leistungsleitlinien, anhand derer die Anlauf- und Beratungsstellen und die Geschäftsstelle prüfen, ob die Voraussetzungen für die Gewährung von Leistungen aus dem Fonds vorliegen.

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QUELLE: ECHO , (Echo Zeitungen GmbH, Holzhofallee 25-31, 64295 Darmstadt, Hessen, Germany) @ http://www.echo-online.de/nachrichten/hintergruende/Es-ist-mehr-als-ein-Tropfen-auf-dem-heissen-Stein;art2638,5001606 ( Interview mit dem Staatssekretär des Familienministeriums des Bundes vom 1. Mai 2014 )

Tags: Wiedergutmachung, Heimerziehung, Leidensgeschichte, Traumatisierungen, ZWANGSARBEIT, HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT, Familienministerium, Heimaufenthalten, Erziehungsanstalten, Willkür, Unrecht, Folter, Demütigungen, Misshandlungen, Psychoterror, Ehemalige Heimkinder, Heimkinder, BMFSFJ, Ralf Kleindiek, Entschädigungsfonds, Fonds Heimerziehung Ost, Fonds Heimerziehung West, Fondslaufzeit, Antragsfristen, Beratungsstellen, Voraussetzungen, Leistungsleitlinien, Hilfsbedarf, Kleindiek, Zahlungen, Ostdeutschland, Westdeutschland
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Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.
Martin Mitchell


Beiträge: 1074


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« Antworten #773 am: 19. September 2014, 10:50:39 »

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Staatsekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ( BMFSFJ), Dr. Ralf Kleindiek ( SPD ).
BMFSFJ Büro: Glinkastraße 24, 10117 Berlin.
Fon: 030 18 555-1500.
Fax: 030 18 555-4150

E-mail: ralf.kleindiek@bmfsfj.bund.de
Dr. Ralf Kleindieks Zweitwohnsitz: Berlin-Brandenburg.

Zusammensetzung der jetzigen Bundesregierung und des dazugehörigen jetzigen Beamtentums: http://www.aok-bv.de/imperia/md/aokbv/politik/wersitztwo/wer_sitzt_wo_2014.pdf ( insgesamt 24 Seiten )

Und siehe auch, insbesondere, das Organigramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) https://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Ministerium/organigramm-neu.html
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« Letzte Änderung: 19. September 2014, 10:57:37 von Martin Mitchell » Gespeichert

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Martin Mitchell


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« Antworten #774 am: 20. September 2014, 00:55:44 »

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»Kompensation« steht für »Entschädigung« -
eine wirkliche »Entschädigung« !!


Kompensation für den Verlust der Kindheit

Zusammenfassung eines Zeitungsartikels der Mitte letzten Jahres (2013) in der englischsprachigen jüdischen Zeitung THE JERUSALEM POST erschien:

JEWISH NEWS - Child Holocaust survivors to be compensated - Survivors who were children during the war will be compensated for their “lost childhood.” ( By DANIELLE ZIRI \ 05/27/2013 18:04 ) @ http://www.jpost.com/Jewish-World/Jewish-News/Holocaust-survivors-to-be-compensated-for-lost-childhood-314516

meinerseitige Zusammenfassung in Deutsch: »Deutschland will jüdische Überlebende des Holocaust die zur Nazizeit Kinder in Ghettos und Konzentrationslagern waren und dadurch ihrer Kindheit beraubt wurden entschädigen um ihnen zumindest jetzt noch einen angenehmen Lebensabend zu ermöglichen.«

Der evangelische Pfarrer i.R. Dierk Schäfer, in seinem Blog dem Dierk Schaefers Blog schrieb vorgestern, 18.09.2014, folgendes dazu:

@ http://dierkschaefer.wordpress.com/2014/09/18/kompensation-fur-den-verlust-der-kindheit/


Zitat
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Kompensation für den Verlust der Kindheit

»Survivors who were children during the war will be compensated for their “lost childhood.”«[1]

Ihre Kindheit verloren haben auch zahlreiche Kinder in staatlichen und vornehmlich kirchlichen Erziehungseinrichtungen.

»„I hope that the German government will do historical justice on this issue and will work to develop a rapid and adequate compensation to those children, who today are grandparents, and ensure that they will receive what they deserve in order to live the rest of their lives in dignity.”«

Es gibt – so unangemessen es ist – Opferhierarchien. Opfer, für die internationaler Druck aufgebaut werden kann, sind in all ihrem Unglück doch etwas besser dran, als die anderen. So können die ehemaligen Heimkinder aus Deutschland von solcher prominenten Schützenhilfe nur träumen – und wachen mit dem Alptraum an Antje Vollmer auf.

Aber die Begründung trifft auch auf sie zu: They »„were deprived of a particularly important period of their lives in which they build their lives in which they build their personalities and must be loved, protected and feel safe in their immediate environment.” … „lifelong irreparable damage on the psychological and social level” was made to these survivors, who were also hurt in the field of education and culture and were exposed to severe trauma leading to disorders such as anxiety, insomnia or mental instability«.[1] http://www.jpost.com/Jewish-World/Jewish-News/Holocaust-survivors-to-be-compensated-for-lost-childhood-314516
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« Letzte Änderung: 24. September 2014, 15:19:40 von Martin Mitchell » Gespeichert

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