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Autor Thema: Heimkinder....  (Gelesen 971873 mal)
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counselor


Beiträge: 3315



« Antworten #1325 am: 28. September 2018, 06:00:39 »

Zitat
"Colonia Dignidad" -  Gerichtsbeschluss "schallende Ohrfeige"

Überlebende Opfer der "Colonia Dignidad" in Chile können den Gerichtsbeschluss kaum fassen: Hartmut Hopp, der ehemalige Arzt der berüchtigten Sektensiedlung, bleibt auf freiem Fuß.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/colonia-dignidad-123.html
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Martin Mitchell


Beiträge: 1473


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« Antworten #1326 am: 09. Oktober 2018, 12:36:43 »

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Schwäbische ZeitungSchwäbischer Verlag GmbH & Co. KG, Ravensburg (Ravensburg ist eine große Kreisstadt im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg) :

Zitat
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schwäbische – WILHELMSDORF

[ QUELLE: https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-ravensburg/wilhelmsdorf_artikel,-missbrauchsskandal-br%C3%BCdergemeinde-will-erinnerungskultur-_arid,10932732.html ]

WILHELMSDORF [ Wilhelmsdorf ist eine Gemeinde im westlichen Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg ]


Missbrauchsskandal: Brüdergemeinde will „Erinnerungskultur“

[ FOTO: zeigt ein Exemplar "Zusammenfassung GEWALT IN HEIMEN DER EVANGELISCHEN BRUDERGEMEINDE KORNTAL IN DEN 1950ER BIS 1980ER JAHREN --- AUFKLÄRUNGSBERICHT" – „Der Abschlussbericht des Aufklärungsprozesses im Missbrauchsskandal in den Heimen der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal sorgt noch immer für Diskussionen. (Foto: Marijan Murat/Dpa)“ ]

14. September 2018
PHILIPP RICHTER
Redakteur
[ Siehe sein Profil @ https://www.schwaebische.de/autor_name,Philipp+Richter.html ]

Drei Monate nach der Veröffentlichung des 400 Seiten starken Aufklärungsberichts im Missbrauchsskandal in den Heimen der Evangelischen Brüdergemeinde in Korntal und Wilhelmsdorf will die Gemeinde eine „würdige Erinnerungskultur“. Die passenden Ausdrucksformen müssten allerdings noch erarbeitet werden. Außerdem prüfe man derzeit die Umsetzung eines Projekts, das den Aufklärungsprozess evaluieren soll. Das schreibt die Evangelische Brüdergemeinde in einer Stellungnahme.

Der im Juni bei einer Pressekonferenz in Stuttgart vorgestellten Aufklärungsbericht „Uns wurde die Würde genommen“ bestätigte, was viele ehemaligen Heimkinder in den Heimen in Korntal und Wilhelmsdorf erlebt haben: In den 1950er- bis 1980er-Jahren sind dort Kinder körperlich, psychisch und sexuell missbraucht worden oder mussten Zwangsarbeit leisten. Einer der Tatorte war das Ferienlager am Lengenweiler See in Wilhelmsdorf, wo die Korntaler Kinder ihre Sommer mit den Tätern verbracht haben.

„Das große Ausmaß an Gewalt in seinen unterschiedlichen Formen hätten wir so nicht erwartet. Darüber sowie über die hohe Anzahl an Täterinnen und Tätern, die durch den Aufklärungsbericht aufgedeckt wurden, sind wir tief erschüttert“, heißt es in der Stellungnahme, die von Klaus Andersen (weltlicher Vorsteher), Jochen Hägele (geistlicher Vorsteher) und Veit-Michael Glatzle (Diakonie-Geschäftsführer) unterzeichnet ist. Allerdings weisen sie auch darauf hin, dass es viel positive Resonanz auf die Aufklärungsarbeit gegeben habe und dass viele ehemalige Heimkinder eine gute Zeit in den Heimen in Erinnerung haben. Das sei ihnen in der Debatte zu kurz gekommen. Die Brüdergemeinde wolle alles dafür tun, „dass Ähnliches nicht noch einmal unter uns geschieht“. Man habe auch das bestehende Prävention- und Schutzkonzept mit überarbeitet und erweitert.

Kurz nach der veröffentlichten Stellungnahme kritisierte das ehemalige Heimkind Detlev Zander die Stellungnahme. [ INDEX zu vielen weiteren Artikeln zu Detlev Zander und diesem Thema @ https://www.schwaebische.de/suchergebnisse_suchbegriff,Detlev+Zander.html ] Er hatte den Skandal 2014 öffentlich gemacht, als er über seine eigene Geschichte gesprochen hat. Er sagt, dass die Entschuldigung der Brüdergemeinde so lange unglaubwürdig seien, „bis sie sich zu einer umfassende Aufklärung und Aufarbeitung und damit verbunden der Zahlung angemessenen Entschädigung für das Versagen ihrer Institution bereiterklärt“. Auch habe die Gemeinde Täter gedeckt.

Zander fordert jetzt eine Kommission, die den Aufklärungsprozess untersuchen soll. In seiner Stellungnahme spricht Zander auch davon, dass einige Opfer während des Aufklärungsprozesses retraumatisiert wurden und sich jetzt in psychotherapeutischer Behandlung befinden.


Die Evangelische Brüdergemeinde ruft alle betroffenen ehemaligen Heimkinder, die sich noch nicht gemeldet haben, auf, sich bis zum 30. Juni 2020 bei Aufklärerin Brigitte Baums-Stammberger unter Telefon 0174/7121108 oder unter aufklaerung.korntal@gmx.de zu melden. Ein nicht öffentliches Treffen ehemaliger Heimkinder im Raum Stuttgart findet am Sonntag, 30. September [2018], statt. Dabei soll auch die Erinnerungskultur ein Thema sein.

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Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.
Martin Mitchell


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« Antworten #1327 am: 10. Oktober 2018, 05:21:28 »

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QUELLE: https://www.facebook.com/VEHeV/posts/1502115359888947?__tn__=K-R :

Zitat
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Verein ehemaliger Heimkinder e.V.

2 October 2018, um 04:49 Uhr

Pressemitteilung - Korntal! - G. Dirk F.

Pressemitteilung vom 2. Oktober 2018

Brüdergemeinde Korntal fordert durch die Politik eine unabhängige Aufarbeitung sowie angemessene Entschädigung.

Korntal/Plattling den 02.Oktober 2018: Da die Evangelische Brüdergemeinde Korntal nach ihren kurzem Scham- und Entschuldigungsbekundungen keinerlei konkrete Schritte vorlegt, welche Konsequenzen sie aus ihrem Missbrauchsskandal zieht, und sie ihren Aufklärungsprozess aus ihrer Sicht beendet hat, fordern wir die Offenlegung ihrer Archive und eine angemessene Entschädigung angesichts der vielen Betroffenen sexuellen Missbrauch durch Mitarbeiter und Gemeindemitglieder der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal.

1. Politik und Strafverfolgungsbehörden müssen den Schutz der Betroffenen gewährleisten und tätig werden.

Wir fordern die Politik auf, den Schutz der Betroffenen zu gewährleisten und sie nicht der Willkür der evangelischen Brüdergemeinde Korntal zu überlassen. Der Staat kann nicht länger zulassen, dass die Verbrechen durch die Evangelische Brüdergemeinde Korntal von ihr selbst intern geregelt und vertuscht werden können. Angesichts des institutionellen Versagens der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal bedeutet ein Gewährenlassen gleichzeitig auch ein Staatsversagen.

Wir fordern daher die Strafverfolgungsbehörden in Deutschland auf, tätig zu werden. Bei Straftaten wie dem sexuellen Missbrauch von Kindern in der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal muss die Staatsanwaltschaft tätig werden. Da die Evangelische Brüdergemeinde Korntal weiterhin keine konkrete Bereitschaft zeigt, Täter und Tatorte zu benennen, fordern wir die Politik, die Evangelische Landeskirche Württemberg, das Diakonische Werk in Stuttgart und Deutschland auf, jetzt entschlossen zu handeln, und zu ermitteln.

Der Abschlussbericht der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist nur die Spitze des Eisberges, er ist unvollständig, da nur bis in die 1980iger Jahre versucht wurde aufzuklären.

Welche Täter leben noch, welche sind weiterhin aktiv, wie heißen die Täter, wo fand der Missbrauch statt, welche Fälle sind noch nicht verjährt. Dies alles wissen wir nicht, weil es die Evangelische Brüdergemeinde Korntal nicht wissen will, oder versucht zu vertuschen. Die Staatsanwaltschaften die in den vergangenen acht Jahren, nach Bekanntwerden der bundesweiten Missbrauchssfällen untätig geblieben sind, müssen daher jetzt endlich handeln, damit Kinder heute nicht länger einem Risiko ausgesetzt sind.

Fälle die nach dem Dafürhalten der Staatsanwaltschaften offensichtlich verjährt sind, müssen künftig durch eine von der Regierung oder Landesregierung einzurichtende unabhängige Untersuchungskommission aufgeklärt werden.

Betroffenen muss ein Einsichtsrecht in die in ihrem Fall betreffende Unterlagen bei der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal gewährt werden. Die Opfer haben ein Recht darauf, etwas über die Tatumstände und das Handeln der verantwortlichen Vorgesetzten zu erfahren. Auch die Gesellschaft sollte wissen, was aus den Tätern wurde.

2. Wir fordern zu Entschädigungszahlungen auf, die der Schwere des Schadens gerecht werden. Die Menschen, die in ihrer Kindheit von Mitarbeitern der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal missbraucht worden sind, sind häufig massiv geschädigt. Sie müssen lebenslang mit den zerstörerischen Auswirkungen des Missbrauchs weiterleben. Viele Lebensbereiche können von weitreichenden Beeinträchtigungen betroffen sein:
1. Viele Betroffene haben in ihrem weiteren Leben erhebliche Probleme bei zwischenmenschlichen Beziehungen, Bindungen und Partnerschaften.
2. Oft wurde die Beziehung zum eigenen Körper beschädigt, Intimität und Sexualität sind daher für viele Betroffene problembelastet.
3. Viele Betroffene konnten und können sich nicht beruflich und erwerbsmäßig entfalten.
4. Viele Betroffene leiden über die gesamte Lebensspanne verschiedenen psychischen Problemen wie Depressionen, andere psychisch Erkrankungen.
5. Manche Betroffenen, die nicht die Kraft hatten, mit dem Erlittenen weiterzuleben haben ihr Leben beendet.

Eine Wiedergutmachung dieser Schäden ist nicht möglich. Die Taten und die Schäden können nicht rückgängig gemacht werden. Eine Entschädigung kann aber dazu beitragen, dass betroffene Menschen besser mit dem Leben klarkommen und mit den Beeinträchtigungen weiterleben können.

Wenn die Kirchen und die Evangelischen Brüdergemeinde Korntal die bisher in der Regel angebotenen „Anerkennungsleistung“ von bis zu 5.000 Euro mit dem Faktor 100 multipliziert, dann wäre dies ein Betrag, der sich für Betroffene tatsächlich wie der Versuch einer Entschädigung anfühlen und damit dem Ausmaß des persönlichen Schadens ansatzweise gerecht werden würde.

Detlev Zander / Sprecher 'Missbrauch in der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal'
Pressekontakt: detlev.zander[a]gmail.com
0991 / 958 9802 0175 / 489 2430

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