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Autor Thema: NuSchool  (Gelesen 75189 mal)
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Kuddel


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« Antworten #100 am: 15. April 2013, 10:02:21 »

Hier gibt es noch ne lustige Bilderstrecke zu den Protesten:

http://derstandard.at/1363707792200/Chile-120000-demonstrieren-gegen-Studiengebuehren
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Kuddel


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« Antworten #101 am: 24. Oktober 2013, 12:09:51 »

Zitat
Spanien: landesweite Proteste von Studenten und Schülern

Studenten und Schüler protestieren in Madrid und 30 weiteren spanischen Städten. Sie sind mit der Reform des Bildungssystems unzufrieden, die eine Kürzung von Lehrergehältern und Stipendien sowie Erhöhung von Studiengebühren vorsieht.

Die Leitung der Studentengewerkschaften forderte den Rücktritt des Bildungsministers.

Am Donnerstag sollen an den Protesten auch die Eltern der Studenten und Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen teilnehmen.
http://german.ruvr.ru/news/2013_10_24/Studenten-und-Schuler-protestieren-in-Spanien-1137/
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Kuddel


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« Antworten #102 am: 23. August 2014, 14:00:01 »

Zitat
Demo gegen Bildungsreform in Chile
Zehntausende fordern Mitsprache

In Chile demostrieren Tausende gegen den Einfluss rechter Kreise auf die versprochene Bildungsreform. Sie befürchten intransparente Verhandlungen.




In Chile haben am Donnerstag Zehntausende Menschen für eine Mitsprache bei der geplanten Bildungsreform der Regierung der sozialistischen Präsidentin Michelle Bachelet demonstriert.

Allein in der Hauptstadt Santiago gingen laut der aufrufenden Studierendenverbände rund 80.000 Lernende und Lehrende auf die Straße. Die Regierung sprach von 25.000. Es war bereits die dritte Großdemo seit Bachelets Amtsantritt im März. Auch aus den anderen großen Städten des Landes wurden Proteste gemeldet.

Dass es am Rande wieder zu Rangeleien zwischen einigen vermummten Jugendlichen und der Polizei kam, sorgte für die üblichen Schlagzeilen und Ablenkung von den Forderungen. Die Studis sind vor allem mit dem Fortgang der von Bachelet auf den Weg gebrachten Bildungsreform unzufrieden. „Es darf nicht sein, dass die Regierung im stillen Kämmerlein mit der rechten Opposition die Reform auskungelt“, sagte Naschla Aburman, Vorsitzende der Studentenvereinigung der Katholischen Universität in Santiago.

Chile erlebt seit Jahren massive Proteste von SchülerInnen und StudentInnen, die ein kostenloses und staatliches Bildungssystem fordern. Unter der Pinochet-Diktatur (1973–1990) waren die Hochschulen weithin privatisiert worden. Studieren in Chile ist teuer. Die begehrten Plätze an staatlichen Universitäten sind extrem knapp. Gegen eine Reform formiert sich jedoch heftiger Widerstand. Vor allem Eigentümer privater Bildungsstätten und Finanzdienstleister, die Kredite für das Studium bereitstellen, fürchten um ihr Geschäft und um die privilegierte Elitenbildung ihrer Zöglinge.

„Wir brauchen eine klare Entscheidung dafür, dass die Bildung ein Grundrecht ist und nicht vom Markt geregelt wird“, sagte die Vorsitzende der chilenischen Studierendenvereinigung FECH, Melissa Sepúlveda.

Bachelet hatte versprochen, das staatliche und kostenlose Bildungsangebot wieder auszubauen, und sich so auch die Wahlstimmen von Teilen der Studierenden gesichert. An einer Veränderung im Bildungssystem dürfte auch die rechte Opposition im Parlament nicht vorbeikommen. Die Studierenden befürchten, dass die Reform von der Rechten verwässert wird. „Jetzt ist der Moment, in der die Regierung Position beziehen muss. Klar ist, was die Rechte will, klar ist auch die Haltung der Studierendenbewegung, was fehlt, ist, dass sich die Regierung erklärt“, sagte FECH-Vize Sebastián Aylwin.
http://www.taz.de/Demo-gegen-Bildungsreform-in-Chile/!144663/
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Kuddel


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« Antworten #103 am: 26. Februar 2017, 11:30:49 »

Zitat
Schüler blockieren Schulen mit brennenden Müllcontainern

Pariser Schüler blockieren in der französischen Hauptstadt insgesamt 16 Schulen mit brennenden Müllcontainern. Damit protestieren sie gegen Polizeigewalt




Jugendliche haben in der französischen Hauptstadt Paris aus Protest gegen Polizeigewalt 16 Schulen mit brennenden Müllcontainern blockiert. Eine Gruppe von Schülern sei zudem zum Platz der Nation im Osten von Paris marschiert, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die Jugendlichen protestierten gegen die mutmaßliche Vergewaltigung eines Schwarzen mit einem Schlagstock der Polizei und andere Arten von Polizeigewalt.

In Sozialen Netzwerken waren Fotos vom Protestmarsch zu sehen. Einige der Schüler trugen Banner mit der Aufschrift „Rache für Theo“ in Anspielung an das mutmaßliche Opfer des Vorfalls vom Januar. Andere Jugendliche trugen Fackeln, manche hatten sich Kapuzen aufgesetzt.
In den armen Vororten kommt es immer wieder Protesten

Neben den 16 blockierten Schulen sei der Betrieb in zwölf weiteren auf andere Weise unterbrochen worden, teilte ein Sprecher der zuständigen Schulverwaltung mit. Seinen Worten zufolge wurden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Berichte über Festnahmen gab es zunächst nicht.

Im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Vergewaltigung von Theo sind vier Polizeibeamte bereits belastet worden. Seit Bekanntwerden des Vorfalls kommt es immer wieder zu Protesten in armen Vororten von Paris.
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.proteste-in-paris-schueler-blockieren-schulen-mit-brennenden-muellcontainern.06c23f3c-29b5-4ce4-9222-7997f5bdbeb3.html
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Kuddel


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« Antworten #104 am: 17. Dezember 2017, 13:16:01 »

Demonstration in Kassel :
Schüler streiken und verlangen mehr Geld für Schulen



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Kuddel


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« Antworten #105 am: 22. Januar 2018, 17:16:07 »



Zitat
Jugendaktion Bildung statt Abschiebung

Die Jugendaktion Bildung statt Abschiebung ist entstanden aus den Protesten gegen die Abschiebung eines Mitschülers an der B11 am 31.Mai 2017. Wir sind ein junges Bündnis aus Schüler*innen, Studis und Unterstützer*innen und Du bist eingeladen bei uns mitzuwirken und mitzugestalten.
An Deiner Schule, auf der Straße, im Bündnis. Schreib uns einfach und/oder komm zu unserem nächsten Treffen!

Unsere Kernforderungen:


    Keine Abschiebungen aus Schulen
    Beendigung der Mitwirkungspflicht von Lehrkräften und Sozialarbeiter*innen bei Abschiebungen
    Vollen Zugang zu Bildung für Alle
    Abschaffungen der Abschiebeknäste
    Bleiberecht für alle
https://jabaaktion.wordpress.com/
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Kuddel


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« Antworten #106 am: 24. März 2018, 11:30:58 »

Zitat
Proteste gegen Abschiebung von Schülern

In der Nacht vom 13. auf den 14. März wurden zwei Schülerinnen der Falkschule im Frankfurter Stadtteil Bockenheim in den Kosovo abgeschoben. Ihre Mitschüler protestieren
.



Lautstark machten Schüler und Lehrer der Falkschule am Donnerstagmittag vor dem Ordnungsamt in der Kleyerstraße auf sich aufmerksam. Die Jugendlichen der siebten bis zehnten Klassen hielten Plakate in die Luft, pfiffen und riefen in Chören: „Wir sind wütend, wir sind laut, weil man uns die Freunde klaut.“

Der Grund für ihre Wut ist die Abschiebung ihrer Mitschülerinnen Elda und Ema Krasniqi. Die Familie der Mädchen, die in die zehnte und siebte Klasse gingen, wurde in der Nacht vom 13. auf den 14. März von der Polizei in den Kosovo abgeschoben.

Etwa drei Jahre gingen Elda und Ema zur Falkschule, waren laut Schulleiterin Andrea Pohl voll integriert, zeigten ein vorbildliches Sozialverhalten. Dass Elda in der Schule nun nicht mehr neben ihnen sitzen kann, teilte sie ihren Freundinnen Amina Sadikovic und Layla Ujkanovic via Smartphone mit. „Wir stehen kurz vor dem Realschulabschluss, jetzt kann Elda ihren vielleicht nicht mehr machen“, so Sadikovic. „Wir sind geschockt und traurig“, berichtete die 16-Jährige.

Die ganze Schulgemeinde sei entsetzt über die Abschiebung. Zudem habe es dazu keine offizielle Benachrichtigung gegeben. „Wir haben das nur durch die Mitschülerinnen erfahren“, sagt die Leiterin. In einer E-Mail, die der FR vorliegt, berichtet Elda Krasniqi, ihre Familie sei im Januar 2015 auf der Suche nach Arbeit nach Deutschland gekommen. Ihr Vater Shefki Krasniqi habe in Deutschland einen Job gefunden, jedoch keine Arbeitserlaubnis erhalten.

Pohl und Lehrer der Falkschule hatten sich mit einem Schreiben an Bildungsdezernentin Sylvia Weber gewandt. Darin baten    sie um Unterstützung, dass die Krasniqis nach Deutschland zurückkehren und die Mädchen ihre Schullaufbahn in Frankfurt beenden können.

Doch das Gesetz definiert den Kosovo als sicheres Herkunftsland. Jan Pasternack, Referent des Dezernats für Integration und Bildung, erklärte: „Wir wurden erst am Mittwoch durch die Schulgemeinde auf diesen Fall aufmerksam gemacht, können daher noch keine konkreten Aussagen machen.“ Stadträtin Weber wolle aber in naher Zukunft einen Termin mit den Beteiligten der Schule wahrnehmen. „Wir müssen die Situation zunächst prüfen, können erst dann über Möglichkeiten sprechen“, sagt Pasternack.

Elda Krasniqi bedankte sich im Namen ihrer Familie per E-Mail bei Schülern und Lehrern der Falkschule. Es sei „ein großes Glück, eine solche Unterstützung zu bekommen“. Sie, ihre Schwester und ihre Eltern hofften, bald zurückkehren zu können.

Eine Schülerin, die am Donnerstag vor den Protestierenden sprach, sagte: „Viele haben mich gefragt, ob das hier eigentlich was bringt. Aber wenn man nicht kämpft, dann hat man schon verloren.“
http://www.fr.de/frankfurt/stadtteile/frankfurt-west/migranten-in-frankfurt-proteste-gegen-abschiebung-von-schuelern-a-1472659
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Kuddel


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« Antworten #107 am: 08. April 2018, 11:56:26 »

Nicht so geschichtslos sein.

Ich habe interessante Geschichten in einem politischen Online-Archiv gefunden über das bremer Gymnasium Huckelriede in den frühen 70ern:
Zitat
Beim stadtweiten Berufsverbotestreik scheint das Gymnasium Huckelriede das größte Kontingent an Demonstrierenden zu stellen. Zu den jungen Freunden der CDU und dem an der DKP orientierten Sozialistischen Schülerbund (SSB) gesellt sich bald der Kommunistische Oberschülerbund (KOB), vermag aber beim Streik gegen die Schulverweise zunächst offenbar nur wenige zu mobilisieren, was aber dann doch wieder deutlich anders wird, so dass das Gymnasium Huckelriede vermutlich als eines der Zentren der Bremer Schülerbewegung betrachtet werden kann, so dass auch bei der vom SSB organisierten Urabstimmung beide Fragen bejaht werden.

Vom KOB am Gymnasium Huckelriede wird die breite Palette politischer Schülerorganisationen beleuchtet, die sich auch in teils gemeinsamen Flugblättern äußert.

Beeindruckend ist die ausgefeilte Binnenstruktur des KOB-Schulkollektivs, welches der Disziplinierung trotzt und sich auch immer wieder um die stadtweite Gesamtschülervertretung (GSV) bemüht sowie als Rote Liste zur schulischen Schülervertretung antritt bzw. zu deren Struktur Stellung nimmt und seine Zellenzeitung herausgibt.

Zum Konflikt kommt es anlässlich der Vorbereitung einer Veranstaltung zur Bundeswehr, da die Lehrerin Karin Maier, die bereits bei den Schülerstreiks 1972/73 die Meldung streikender Schüler verweigerte, wozu die Aktionsgruppe Demokratischer Lehrer (ADL) aufgerufen hatte, nun offenbar für die Volksbewaffnung eintritt, was zu ihrem Berufsverbot führt, wogegen der KOB nicht nur am Gymnasium Huckelriede selbst, sondern auch sowohl stadtweit protestiert als auch an den einzelnen anderen Schulen, wie hier vom Alten Gymnasium belegt wird.
https://www.mao-projekt.de/BRD/NS/BRE/Bremen_Gymnasium_Huckelriede.shtml

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Kuddel


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« Antworten #108 am: 19. April 2018, 16:33:44 »

Zitat
„Generation Columbine“
US-Schüler streiken in Gedenken an High-School-Massaker


Am Freitag jährt sich der Amoklauf an der Columbine High School zum 19. Mal. Landesweit wollen Schüler ein Zeichen im Kampf für schärfere Waffengesetze setzen.

An mehr als 2000 US-Schulen organisieren sich Schüler am Freitag zu einem Streik. In Gedenken an die 13 Opfer, die am 20. April 1999 an der Columbine High School in Colorado bei einem Amoklauf ihr Leben verloren, wollen junge Menschen auf die Straßen gehen und damit zugleich für eine Verschärfung der Waffengesetze protestieren.
https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/1194530/streik-schueler-gedenken-columbine-high-school-massaker
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« Antworten #109 am: 09. Mai 2018, 15:39:08 »

Zitat
Über die sogenannte digitale Bildung – und den lernenden Menschen

Vortrag Prof. Dr. phil. Ralf Lankau: "Über die sogenannte digitale Bildung - und den lernenden Menschen"




Via NDS

Ganz allgemein, es findet eine grundlegende Umerziehung statt die sich durch das ganze Leben zieht, ob jung oder alt ist egal, je jünger desto zugänglicher, unzugängliche Alte werden diskreditiert.
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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« Antworten #110 am: 26. Oktober 2018, 16:53:24 »

Zitat
Video mit dem 30. Pleisweiler Gespräch. Thema: „Verbaut die digitale Revolution unseren Kindern die Zukunft? – Erkenntnisse aus der Evolutions- und Hirnforschung“

https://youtu.be/fpA5ET0Y0Lc

Diskussion
https://youtu.be/5CChRKUIewU

Quelle: NDS
Der eigentliche Vortrag ist sehr interessant und beängstigend, es lässt den Kindern für die Zukunft keine Chance.

Das gesamte drumherum um den Vortrag ist naja, muß eigentlich so nicht sein.
Aber allein in den Vortragsraum geschaut, überwiegend ältere Semester, d.h. Alte kritisieren die Moderne, damit schon verloren weil nicht ernst genommen.
Aus der Disskussion noch interessant, https://youtu.be/5CChRKUIewU?t=662 , ich hab irgend wann viel übersprungen.


Nachtrag: Also, das Thema finde ich immer noch interessant, nach erneutem anhören des Vortrages ist er für das Sensibilisieren des Themas eigentlich denkbar schlecht, die Reaktionen in der "Disskussion" auf Zuhörerbeiträge -fragen sind unterirdisch, arrogant und ignorant.
« Letzte Änderung: 11. November 2018, 12:40:05 von Troll » Gespeichert

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« Antworten #111 am: 11. November 2018, 12:27:34 »

Zitat
Where to Invade Next

In bester Michael-Moore-Tradition political incorrect und parteiisch: Geheime Mission des Filmemachers nach Europa und Nordafrika für das Pentagon, um von dort Ideen und Werte zu entwenden, die die marode Situation in den USA entscheidend verbessern könnten. Er stößt auf Errungenschaften wie Mutterschutz oder Mutter-Kind-Kuren. Dinge, die in den USA weithin unbekannt sind.

Michael Moore ist in geheimer Mission für das Pentagon unterwegs. Er soll Länder in Europa und Nordafrika „besetzen“, um von dort Ideen und Werte zu entwenden, die die marode Situation in den USA entscheidend verbessern könnten. Und er wird überall fündig. In Italien trifft er ein frischverheiratetes Polizistenpaar, das eine derartige Anzahl bezahlter Urlaubstage, ein 13. Monatsgehalt und viele weitere Möglichkeiten für ein Dolcefarniente hat, so dass Moore sich nicht mehr darüber wundert, dass in Italien alle Menschen so aussehen, als hätten sie gerade guten Sex gehabt. In Frankreich bringt er Schulkinder, die in ihrer Kantine ihr tägliches Drei-Gänge-Menü genießen, zum Würgen, als er ihnen Fotos von amerikanischem Schulfraß zeigt. Die finnische Kultusministerin sagt ihm, wie wichtig Spielen und Freizeit für Schulkinder ist, und im slowenischen Ljubljana trifft er amerikanische Studenten, die dort ein kostenfreies Studium in englischer Sprache angeboten bekommen. In Deutschland stellt er erstaunt fest, dass die Menschen auf Schritt und Tritt durch die Stolpersteine an die antisemitischen Gewalttaten ihres Landes erinnert werden, während in den USA fast nichts an die Vernichtung indigener Völker und die Gewalt gegen Sklaven erinnert. Andere Errungenschaften findet er in Norwegen, Island, Portugal – und selbst in Tunesien stößt er auf Dinge in der Familienplanung und Frauengleichstellung, an der die USA sich ein Beispiel nehmen könnten.

HTML5: https://arteptweb-a.akamaihd.net/am/ptweb/069000/069800/069857-000-A_EQ_0_VA-STA_03947471_MP4-1500_AMM-PTWEB_134WF1D3Tvw.mp4
Quelle: Arte
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« Antworten #112 am: 07. Dezember 2018, 09:32:59 »

Zitat
Schülerproteste in Frankreich
Mehr als 700 Festnahmen

Frankreichs Regierung bekommt die Proteste nicht unter Kontrolle. Auch an Schulen eskaliert die Lage. Doch die größten Krawalle könnten erst bevorstehen.




Die Proteste gegen die französische Regierung haben auch die Schulen erreicht. Am Donnerstag beteiligten sich landesweit Tausende Gymnasiasten und Mittelschüler an Protestaktionen gegen künftig härtere Auswahlkriterien für die Aufnahme an einer Hochschule oder gegen Kürzungen beim Lehrpersonal.

Dabei wurden laut französischem Innenministerium 700 Schüler vorübergehend festgenommen. An 280 Schulen im ganzen Land sei der Betrieb durch den Protest gestört worden, an 45 Institutionen sei er gar nicht mehr möglich gewesen.

Blockaden seit Montag


Seit Montag blockieren nun auch Schüler und Studenten Bildungseinrichtungen. Wenn der Bildungsminister nicht bald eine starke Antwort gebe, werde es Todesfälle geben, sagte der Präsident der Nationalen Schülerunion, Louis Boyard, dem Sender BFMTV. Er befürchte bei den Protesten Gewalt - und rief gleichzeitig zur Ruhe auf.

Nach Angaben des Senders waren im Großraum Paris rund 100 Bildungseinrichtungen von den Aktionen betroffen. Auch an Hochschulen gab es Proteste. Einige Bereiche der Pariser Universität Sorbonne blieben geschlossen. Medienberichten zufolge hatten zuvor mehrere Menschen versucht, Teile der Universität zu besetzen.

In Städten wie Marseille und Bordeaux zündeten Demonstranten Mülltonnen und Autos an und lieferten sich Zusammenstöße mit der Polizei.

Macrons Ankündigung beruhigt nicht


Die Ankündigung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die geplanten Steuererhöhungen für Benzin und Diesel für das Jahr 2019 außer Kraft zu setzen, kann die "Gelbwesten" offenbar nicht beruhigen. Dabei hatte sich an diesen Erhöhungen der Protest entzündet.

Frankreich wappnet sich so für weitere Krawalle am kommenden Wochenende. Mehrere 1000 Gewalttäter würden sich gezielt für Krawalle in Paris rüsten, hieß es in einem Kommuniqué aus dem Élysée-Palast, dem Amtssitz des Präsidenten. Auch Premierminister Édouard Philippe warnte in einem Interview mit dem Fernsehsender TF1: "Wir haben es mit Leuten zu tun, die nicht kommen, um zu protestieren, sondern um zu zerstören." Er kündigte an, im ganzen Land sollten am Samstag rund 89.000 Polizisten eingesetzt werden, allein 8000 davon in Paris, ausgerüstet mit einem Dutzend gepanzerter Fahrzeuge.

Aufgrund der erwarteten Proteste soll der Eiffelturm am Samstag für Besucher geschlossen bleiben, wie die Betreiber auf der Internetseite des Wahrzeichens mitteilen. Weitere Museen und Sehenswürdigkeiten, vor allem rund um den Boulevard Champs-Élysées, wollen ihren betrieb ebenfalls aussetzen.

Auch die Französische Fußball-Liga zieht Konsequenzen: Am Wochenende wurden fünf Spiele abgesagt, darunter auch die Top-Partie zwischen Paris Saint-Germain und HSC Montpellier. Laut der Nachrichtenagentur AFP sollen die Polizeikräfte, die in den Stadien eingeplant gewesen waren, nun eingesetzt werden, um bei den Protesten für Sicherheit zu sorgen.

Premierminister Edouard Philippe rief die Franzosen auf, sich nicht an den von den "Gelbwesten" angekündigten Demonstrationen zu beteiligen. "Um nicht das Spiel derjenigen zu betreiben, die sich bereits darauf vorbereiten, Unruhe und Chaos zu verbreiten", sagte er.

Polizeigewerkschaft vigi solidarisch mit "Gelbwesten"

Verstärkt wird die Unruhe in Frankreich durch die Ankündigung der Polizeigewerkschaft vigi, am Samstag in einen zeitlich unbegrenzten Streik zu treten. In einer Pressemitteilung heißt es, es sei "an der Zeit", sich solidarisch mit den "Gelbwesten" zu zeigen.

Der Server der Gewerkschaft brach nach der Ankündigung zusammen. In vigi sind Mitarbeiter der Polizeibehörde und des französischen Innenministeriums organisiert, etwa Handwerker, die die Polizeifahrzeuge warten oder Caterer, die die Polizei während ihrer Einsätze mit Essen versorgen. Vigi ist eine relativ kleine Gewerkschaft. Ihre Ankündigung, sich am Samstag durch einen Streik an den Protesten der "Gelbwesten" zu beteiligen, löste in den französischen Medien dennoch ein verstörtes Echo aus.

Akt Nummer vier

Schon die vergangenen drei Samstage hatten Sprecher der Protestbewegung zu Demonstrationen in Paris aufgerufen. Vergangenen Samstag war es dabei zu den schwersten Ausschreitungen seit Jahrzehnten gekommen.

Nun riefen die "Gelbwesten" zum Akt Nummer vier auf, wie es in den einschlägigen Facebook-Gruppen heißt.

Diesmal wollen sie direkt ins Zentrum der Macht vorstoßen, wie einer ihrer Sprecher, Éric Drouet, in einer Diskussionssendung im französischen Fernsehen in aller Ruhe verkündete. Als Ziel der Demonstrationen gab er den Élysée-Palast vor.

Was sie dort denn tun wollen, wurde er vom ziemlich perplexen Moderator gefragt. "Wir gehen rein. Das ist das Symbol der Republik", antwortete Drouet. "Die Leute wollen da rein gehen, das ist alles." Die Behörden wollen alles an Sicherheitskräften aufbieten, was zur Verfügung steht.
https://www.tagesschau.de/ausland/frankreich-proteste-137.html
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