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Autor Thema: Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung  (Gelesen 33077 mal)
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BakuRock


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« Antworten #25 am: 01. Oktober 2007, 12:49:11 »

Presseerklaerung Nr. 3 von Heute:

Aus Freude und Genugtuung poste ich es mal ausnahmsweise in ganzer Laenge

  :laola>

Zitat
Strike-Bike wird produziert

Dank der Solidarität und des Engagements tausender Menschen weltweit wurde die
Strike-Bike-Kampagne ein sensationeller Erfolg. In einer in der deutschen
Nachkriegsgeschichte einmaligen Aktion werden die KollegInnen der besetzten
Fahrradfabrik in Nordhausen im Oktober Fahrräder selbstverwaltet produzieren.
Schon jetzt wurden so viele Fahrräder bestellt, wie für die Aufnahme der
Produktion nötig sind.


Kampagnenseite: http://www.strike-bike.de

Beteiligte Gruppen: Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU-IAA)
<http://www.fau.org> | Radspannerei Kreuzberg <http://www.rad-spannerei.de> |
Café Libertad Kollektiv <http://www.cafe-libertad.de>

Hintergrundinformationen:
http://www.strike-bike.de/1/index.php?page=hintergrund&hl=de_DE
<http://www.strike-bike.de/1/index.php?page=hintergrund&hl=de_DE>
Zur Geschichte der Besetzung:
http://www.labournet.de/branchen/sonstige/fahrzeug/bikesystems.html
Pressespiegel: http://www.strike-bike.de/1/index.php?page=pressespiegel&hl=de_DE
<http://www.strike-bike.de/1/index.php?page=pressespiegel&hl=de_DE>


Die Vorgeschichte: Der texanische Hedgefonds Lone Star kauft im November 2005
die Vermögenswerte der /Biria AG/ - und damit die Fahrradwerke in Neukirch und
Nordhausen. Das Werk in Neukirch wurde kurze Zeit später, Ende 2006, ohne jeden
Widerstand der Belegschaft dichtgemacht. Das Werk in Nordausen sollte 2007
ebenfalls geschlossen werden. Welche Interessen stehen hinter diesen Vorgängen?

Die MIFA (Mitteldeutsche Fahrradwerke AG, Sangerhausen) hat ein Interesse daran,
ihre Marktführerschaft auf dem Fahrradmarkt auszubauen. Durch eine
„Marktbereinigung“ will sich die MIFA den Konkurrenten, die Biria-Gruppe,
einverleiben.

Lone Star fungiert dabei in erster Linie als Kapitalgeber und gründet Ende 2006
die /gatus 233. GmbH/ – um Kundenverträge und Bestände der Biria GmbH und der
Bike Systems GmbH (Fahrradwerk Nordhausen) aufzukaufen. Schon einen Monat später
kauft MIFA die gatus 233. GmbH und Lone Star wird im Gegenzug mit 25% an der
MIFA beteiligt. Für beide Seiten ein gutes Geschäft. MIFA kann die
Marktführerschaft ausbauen und Lone Star erzielt durch die Beteiligung
langfristig Gewinne.

Es ist nicht einfach, die Zusammenhäge zwischen Lone Star (Hedgefonds, Bermuda),
Mifa (Mitteldeutsche Fahrradwerke AG, Sangerhausen) und Bike Systems'
vorläufigem Insolvenzverwalter Wutzke zu durchschauen. Deren gegenseitige
Schuldzuweisungen sind wohl die notgedrungene Reaktion auf das Ausmaß an
Öffentlichkeit, das die Nordhäuser Belegschaft sich mit ihrem kreativen
Widerstand verschafft hat: Werk besetzen, Eigenproduktion aufnehmen – das geht
weit über den üblichen Protest hinaus und ist in der Bundesrepublik einzigartig!

Nachdem das Fahrradwerk Nordhausen durch eine Kooperation des Konkurrenzwerkes
der MIFA in Sangerhausen mit dem Hedge-Fonds Lonestar geschlossen wurde,
entschieden sich die KollegInnen vor 3 Monaten spontan, das Werk zu besetzen. In
Zusammenarbeit mit der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft Freie
Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU-IAA), des Berliner Fahrradladenkollektivs
Radspannerei Kreuzberg und des Café Libertad Kollektivs in Hamburg wurde die
Idee einer Produktion in Selbstverwaltung entwickelt. Nach der Ausarbeitung des
Konzepts wurde am 19. September die Kampagne zum Vertrieb der zum Start der
Produktion mindestens benötigten 1800 Fahrräder gestartet.

Daraufhin kam es dank der weltweiten Solidarität zu einer sensationellen
Dynamik. Überall haben sich Menschen für die Kampagne engagiert. Sie machten
Veranstaltungen, besuchten lokale FahrradhändlerInnen, verteilten Flyer, klebten
Plakate, verbreiteten die Information auf allen möglichen Wegen und erzählten
ihren FreundInnen und KollegInnen von der Sache. Weltweit wird auf tausenden von
Internetseiten euphorisch über die Kampagne geschrieben. Basis-Solidarität,
Bestellungen und Aktionen verschiedenster Art gab es z.B. aus Israel, Südafrika,
den USA, Kanada, Australien, Ägypten sowie nahezu allen europäischen Ländern.
Meist handelt es sich um Sammelbestellungen von sozialen Kollektiven oder Gruppen.

Zuletzt erkannten dann sogar Medien wie der Spiegel oder die Tagesthemen die
Besonderheit der Kampagne und „informierten“ ausführlich. Und auch der IG Metall
wurde es – wahrscheinlich aufgrund des Drucks ihrer Mitglieder – unmöglich, die
Kampagne länger zu ignorieren. Sie sprang mit auf den Zug auf, der ihr wie
gewohnt davonzufahren drohte.

Die Kolleginnen und Kollegen vom Fahrradwerk sind von der Welle der Solidarität
sichtlich beeindruckt. Sie sind zurecht stolz auf die öffentlichen Reaktionen
und auf die gemeinsame Aktion – die Produktion des „Strike-Bike“ in eigener
Regie. Ständig bekommen sie Anrufe und Briefe in denen ihnen gesagt wird, dass
ihre Aktion Mut macht und was für einen Vorbildcharakter die Aktion zukünftig
für Leute in ähnlichen Situationen haben wird. All dies sorgt dafür, dass alle
Beteiligten trotz der anstrengenden Kampagne mit großem Spaß und gutem Gefühl
dabei sind. Für alle ist es wunderbar, so viel praktische Solidarität auszuüben
und zu erhalten.

Inzwischen ist es sicher, dass die 1800 Räder ohne weiteres verkauft werden.
Schon mehr als 1400 Bestellungen aus aller Welt liegen vor, täglich kommen
hunderte dazu. Wer nun noch eines abbekommen möchte, muss sich also beeilen!



Infos zum Rad und Bestellformulare gibt es auf: http://www.strike-bike.de

Hintergrundinformationen:
http://www.strike-bike.de/1/index.php?page=hintergrund&hl=de_DE
<http://www.strike-bike.de/1/index.php?page=hintergrund&hl=de_DE>

Zur Geschichte der Besetzung:
http://www.labournet.de/branchen/sonstige/fahrzeug/bikesystems.html



Am Dienstag, den 2. Oktober wird im besetzten Werk in Nordhausen um 15 Uhr eine
Pressekonferenz stattfinden, um den Erfolg der Kampagne bekanntzugeben.

Bike-Systems GmbH
Freiherr vom Stein Straße 31
99734 Nordhausen
Telefon: 03631 - 622 131 - Fax: 03631 622 146
fahrradwerk (ät) gmx.de
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Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, gibt es f�r sie keine Hoffnung. .... A. Einstein

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« Antworten #26 am: 01. Oktober 2007, 16:00:52 »

Echt gut!

Knappes Spekulationsgut? Nicht, dass die Bikes noch bei ebay zu 500 Euronen unter den Hammer kommen!  Wink
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« Antworten #27 am: 01. Oktober 2007, 16:18:01 »

Zitat
Original von BakuRock
Inzwischen ist es sicher, dass die 1800 Räder ohne weiteres verkauft werden. Schon mehr als 1400 Bestellungen aus aller Welt liegen vor, täglich kommen hunderte dazu. Wer nun noch eines abbekommen möchte, muss sich also beeilen!

 :cheer: :laola> :cheer:
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BakuRock


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« Antworten #28 am: 01. Oktober 2007, 16:34:28 »

Zitat
Original von alfred
Echt gut!

Knappes Spekulationsgut? Nicht, dass die Bikes noch bei ebay zu 500 Euronen unter den Hammer kommen!  Wink

Das wuerde sogar Sinn machen, wenn die Differenz zum echten Kaufpreis auf das Konto der Nordhaeuser Kolleginnen und Kollegen gebucht wuerde.....  Wink
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« Antworten #29 am: 01. Oktober 2007, 16:37:14 »

"Gewonnen!!!" ist auch falsch, weil die Abwicklung/Insolvenz nicht aufzuhalten ist. ABER die Geste zählt - da wehren sich ein paar unscheinbare Gestalten, die eben doch gern für höchstens 8 Euro malochen gehen wollen/müssen! Die Geste zählt deshalb, weil sich nun vielleicht die nächste Heuschrecke überlegen wird, wie die Reaktion der Arbeiter in einer vielleicht 1000 mitarbeiter starken Firma erst aussehen wird, wenn der Investor aus Übersee mal eben so nebenbei eine deutsche Firma "kaufen" will...
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« Antworten #30 am: 01. Oktober 2007, 16:42:32 »

Zitat
Original von BakuRock
Zitat
Original von alfred
Echt gut!

Knappes Spekulationsgut? Nicht, dass die Bikes noch bei ebay zu 500 Euronen unter den Hammer kommen!  Wink

Das wuerde sogar Sinn machen, wenn die Differenz zum echten Kaufpreis auf das Konto der Nordhaeuser Kolleginnen und Kollegen gebucht wuerde.....  Wink

Was eine Extra-(Medien-)Aktion ergeben würde! Stellt doch das letzte "Strike-Bike" medienwirksam bei ebay (oder von mir aus bei der verdammten BILD!  angry) zur Versteigerung rein...
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« Antworten #31 am: 01. Oktober 2007, 16:57:39 »

jetzt versucht sogar die NPD auf das Strike-Bike draufzuspringen:

Zitat
Hilfe kommt dagegen von einer Seite, von der sich Bike-Systems keine Unterstützung wünscht: Die NPD wirbt auf einer Internetseite für die Aktion der Firmenbesetzer. "Die NPD fordert alle auf, jetzt nationale Solidarität zu zeigen und sich jetzt ein 'Strike-Bike' zu bestellen, um den Untergang der Bike Systems GmbH zu stoppen und den Heuschrecken zu zeigen, dass sie nicht jeden Betrieb kaputtwirtschaften können", heißt es da.

"Wir haben bei der NPD angerufen und die gebeten, den Aufruf von ihrer Seite zu nehmen", sagt Kegel. "Aber die zeigten sich da sehr engstirnig und verstanden nicht, dass wir ihre Hilfe nicht wollen. Da haben wir gesagt: Dann sollen sie halt für uns werben." Mit den politischen Aussagen der NPD, betont Kegel, hätten die Bike-Systems-Mitarbeiter ohnehin nichts im Sinn.


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,508873,00.html
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flipper


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« Antworten #32 am: 01. Oktober 2007, 19:26:23 »

oje.

na dass die rechten die linken kopieren is ja immer so. dass NPD'ler mal n betrieb besetzen das wäre allerdings novum.

was die texanische "white power"- und U.S. neonazi-allianzen davon halten, das deutsche "proleten" texaner mit unterstützung der NPD in bolschewistischer weise "enteignen", würde mich interessieren. ich glaub denen geb ich maln tip Cheesy
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BakuRock


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« Antworten #33 am: 01. Oktober 2007, 23:28:16 »

Zitat
Original von alfred
"Gewonnen!!!" ist auch falsch, weil die Abwicklung/Insolvenz nicht aufzuhalten ist. ABER die Geste zählt - da wehren sich ein paar unscheinbare Gestalten, die eben doch gern für höchstens 8 Euro malochen gehen wollen/müssen! Die Geste zählt deshalb, weil sich nun vielleicht die nächste Heuschrecke überlegen wird, wie die Reaktion der Arbeiter in einer vielleicht 1000 mitarbeiter starken Firma erst aussehen wird, wenn der Investor aus Übersee mal eben so nebenbei eine deutsche Firma "kaufen" will...

Unsere Erklaerungen und Hintergruende bis zum Ende lesen lohnt sich - da wird naemlich so gut wie jedermensch klar, dass die Lone Star als Instrument zur Firmen- und Geldverschiebung benutzt worden ist - vom ehem. Chef der DDR-Robotron und Kumpanen.

Der Auszug:

Zitat
Was haben Lone Star und Wicht, Lehmann und Brüning vor?

Wir klagen öffentlich an, dass diese offensichtlichen Zusammenhänge verschwiegen wurden, vielmehr wurde die global operierende multinationale Lone Star auserkoren, damit das Geheul von den Arbeitsplatz fressenden ausländischen „Heuschrecken“ ertönen konnte. Das profitgierige Konsortium besteht aber neben der Lone Star auch aus einheimischen Kapitalisten wie Peter Wicht, der Hyrican aus Kindelbrück, der auf einen Streich 355 Arbeitsplätze seiner Konkurrenz vernichtet hat, um seinen Profitrate zu steigern. Will er nun zusammen mit der Lone Star seine beiden Firmen für fertigproduzierte Computer und Fahrräder aus Korea (Samsung ist der Hauptlieferant) sturmreif schießen? Diesem abgekarteten Spiel kann nur durch internationale Solidarität begegnet werden, die FAU wird ihre internationalen Schwester-Gewerkschaften in der IAA um Solidarität bitten, um dem Arbeitsplatz fressenden Durchmarsch der Wicht-Lehmann-Gruppe und der Lone Star auf dem europäischen Computer- und Fahrrad-Markt Widerstand entgegen zu setzen.

Nun, wieviel "Nationale Solidaritaet" tatsaechlich im Spiel war, wird die weitere (Nach) Forschung zeigen!
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« Antworten #34 am: 02. Oktober 2007, 00:01:30 »

Apropos Hintergrundinfos - dabei wird auch klar, daß die ganze "US-Heuschrecken"-Nummer auch n´Ablenkungsmanöver von eben hiesigen "Interessenverwaltern" bedeutet hat. Is der IG Metall die ganze Zeit nich aufgefallen? Oder? Jedenfalls bleibt´s spannend!
Und gegen das Unkengerufe selbst in diesem Forum steht diese Nachricht wie ne eins:

Zitat: Strike-Bike wird produziert!!

Dank der Solidarität und des Engagements tausender Menschen weltweit wurde die Strike-Bike-Kampagne ein sensationeller Erfolg. In einer in der deutschen Nachkriegsgeschichte einmaligen Aktion werden die KollegInnen der besetzten Fahrradfabrik in Nordhausen im Oktober Fahrräder selbstverwaltet produzieren. Schon jetzt wurden so viele Fahrräder bestellt, wie für die Aufnahme der Produktion nötig sind.

Kampagnenseite:
http://www.strike-bike.de

und wir kriegen unsere schönen roten Tretomobile!


Die Nummer mit der Nazianbiederei is mir allerdings Grund genug, den nächsten ThorSteinar Laden zum Tag der doofen Einheit platt zu machen, mann hab ich ne Wut...
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« Antworten #35 am: 02. Oktober 2007, 06:45:47 »

BakuRock

wie kommst Du auf die Luftnummer, daß der ehemalige Generaldirektor des Robotron-Kombinates ein gewendeter Kapitalist ist, der mit Heuschreckenunternehmen einträgliche Geschäfte zum privaten Vorteil machte?

Hast Du dafür stichhaltige Beweise?

Ich kenne keinen GD oder Betriebsdirektor mit den Namen Wicht, Lehmann und Brüning, obwohl ich jahrzehntelang bei Robotron gearbeitet hatte. Die letzten beiden jahrelangen GDs waren in Wirklichkeit Dr. Friedrich „Fritz“ Wokurka und sein Vorgänger Wolfgang Sieber.

Welche Funktion übten denn Wicht, Lehmann und Brüning im Robotron-Kombinat aus?

Vielleicht mit der westdeutscher Berufsbezeichnung eines "Einlaßmanagers" - viel Schein als Sein und heiße Luft in der Berufsbezeichnung - am Ende waren die in Wahrheit nur popelige, schlicht zu bezeichnende Pförtner von einer Betriebswache, die von einem westdeutschen Tschakka-Schnellballsystem angeheuert wurden?
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alfred


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« Antworten #36 am: 02. Oktober 2007, 09:42:15 »

BakuRock, Deine ständige (arrogante?) Allwissenheit und Zurechtweiserei nervt. Ich habe das mit Lonestar genau so gemeint, wie ich es geschrieben habe.

"Eure Erklärungen und Hintergründe" zu zerpflücken habe ich keine Lust. Wenn ich schon diesen polemischen Quatsch lese:

Zitat
Und auch der IG Metall wurde es – wahrscheinlich aufgrund des Drucks ihrer Mitglieder – unmöglich, die Kampagne länger zu ignorieren. Sie sprang mit auf den Zug auf, der ihr wie gewohnt davonzufahren drohte.

Dann möchte ich gar nicht die Stichhaltigkeit der anderen Behauptungen hinterfragen. Die IG Metall war vom Tag eins an bei Bike Systems vertreten. Auf welchen Zug ist sie dann wann aufgesprungen? Welcher Druck von welchen Mitgliedern? Außer dem Betriebsrat sind kaum Leute von bike Systems in einer Gewerkschaft.

Und vergesse auch nicht die Menschen in der Firma - es ist zu allererst ihr "Erfolg", dass sie seit drei Monaten durchhalten. Natürlich ist das Engagement der FAU und anderer linker Gruppen sehr lobenswert. Bei allem Stolz, ein wenig Bescheidenheit würde Dir, BakuRock, wirklich gut tun...
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« Antworten #37 am: 02. Oktober 2007, 09:54:47 »

Zitat
Original von alfred
BakuRock, Deine ständige (arrogante?) Allwissenheit und Zurechtweiserei nervt. Ich habe das mit Lonestar genau so gemeint, wie ich es geschrieben habe.

"Eure Erklärungen und Hintergründe" zu zerpflücken habe ich keine Lust. Wenn ich schon diesen polemischen Quatsch lese:

Die IG Metall war vom Tag eins an bei Bike Systems vertreten.

Und vergesse auch nicht die Menschen in der Firma - es ist zu allererst ihr "Erfolg", dass sie seit drei Monaten durchhalten. Natürlich ist das Engagement der FAU und anderer linker Gruppen sehr lobenswert. Bei allem Stolz, ein wenig Bescheidenheit würde Dir, BakuRock, wirklich gut tun...

das meine ich auch. wie er versucht, den erfolg allein der FAU zuzubuchen mutet doch ziemlich nach bürgerlichem wettbewerbsgehabe an, folgt dem was er den sozialisten immer vorwirft, und widerspricht seiner angeblichen anarchosyndikalistischen grundhaltung, die er sonst immer raushängt Cheesy
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« Antworten #38 am: 02. Oktober 2007, 10:07:59 »

Zitat
Original von joachimkuehnel
Welche Funktion übten denn Wicht, Lehmann und Brüning im Robotron-Kombinat aus?

Wicht und Lehmann waren ehemalige Mitarbeiter von Robotron (Direktor war Wokurka), ich vermute mal, das Wicht höchstens als Ingenieur angestellt war. 1996 kaufte sich Wicht sozusagen den Namen "Mifa" (Auffanggesellschaft "SFG Sachsen-Anhalt Fahrradbau  GmbH") für seine Bike-In GmbH. "Robotron Generaldirektor Wicht" ist eine Falschaussage, mit der dann 100fach copy&paste betrieben wurde.

Und Brüning war nach seinem Studium in Passau Investmentbanker bei der Dresdner Bank - wie seine Vita mit dem DDR-Kombinat Robotron in Verbindung stehen soll erschließt sich mir nicht.
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handkey


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« Antworten #39 am: 02. Oktober 2007, 10:45:53 »

wie ihr das aus alfreds letztem posting über Wicht feststellen könnt, lohnt sich genaueres lesen der hintergründe sehr wohl, dann könnte man auch nicht mehr so geflissentlich herumignorieren.

Das ist hier wieder mal wie bei dem Dieb, der haltet den Dieb ruft, wenn ausgerechnet Leute die hier schon des öfteren der Polemik überführt wurden, anstatt auf argumente einzugehen, jetzt hier leuten polemik vorwerfen-
wann hat den einer wie baku-rock hier das letzte mal  überhaupt den namen dieser basisgewerkschaft in den mund genommen?

man kann über die fau gerne jedweder meinung sein, mir ist auch name und symbol von funktionärsfreien basisgewerkschaften nicht wichtig, aber daß sie
den erfolg der strike-bike kampagne nicht den kollegen vor ort überlassen würde, ist schlicht gelogen und hetze gegen basisinitiativen, vermutlich von leuten, die beweisen wollen, das es ohne führungkader nicht geht.

bin gerade sauer, das habta mit eurem gegeifer geschafft, ihr parteigänger.

@ alfred: dich hab ich gerade nich jemeint, du recherchierst und lieferst hier coole hintergünde, und wenn wat nich stimmt, den wolln wa det alle wissen.
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« Antworten #40 am: 02. Oktober 2007, 13:06:57 »

Den Lebenslauf der 3 Leute Peter Wicht , Marcus Brüning
(Ex-Geschäftsführer der Biria-Gruppe und Ex-Banker der Dresdner Bank AG --> http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2007-03/artikel-7989753.asp oder http://www.finanzen.net/nachrichten/DGAP_Ad_hoc_MIFA_Mitteldeutsche_Fahrradwerke_AG_507199
), Michael Lehmann --> http://ir.mifa-shop.de/index.php?id=65 bzw. http://ir.mifa-shop.de/index.php?id=57 findet man nicht und alle genannten Namen sind nur mit der MIFA Mitteldeutschen Fahrradwerke AG Sangerhausen verbunden. Ich finde keinen Zusammenhang mit dem Robotron-Kombinat.

Unter dieser Quelle wird irrigerweise der Wicht als Robotron-Kombinatsdirektor hingestellt, was er meiner Kenntnis nach nicht war, wenn dann höchstens durch die Treuhand als westdeutscher Firmenbestatter in der Zerlegungsphase von Robotron eingesetzt --> http://de.indymedia.org/2007/09/194785.shtml oder http://www.elo-forum.net/arbeit%11beruf/arbeit%11beruf/-200709201271.html

Alle 3 dürften aus den Banken- oder Unternehmensberatungsdunstkreis stammen und sich über Vitamin B der Banker- und Treuhandbekanntschaften zueinander der ostdeutscher Firmen im Rahmen der Treuhandaktivitäten auf dubiose Weise bemächtigt haben --> http://www.hyrican.de/cms/front_content.php?idart=18

Zu Peter Wicht und Michael Lehmann findet man noch die Querverbindung zur Hyrican Informationssysteme AG, die es erst seit 1999, vormals seit 1990 als Lehmann & Partner GmbH aus Kindelbrück bei Erfurt gibt. --> http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_57712

Meine Hinweise zu den Robotron-GDs Wokurka und Sieber --> http://de.wikipedia.org/wiki/Robotron
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« Antworten #41 am: 02. Oktober 2007, 13:21:41 »

Zitat
Original von handkey
Leute die hier schon des öfteren der Polemik überführt wurden,

ist schlicht gelogen und hetze gegen basisinitiativen, vermutlich von leuten, die beweisen wollen, das es ohne führungkader nicht geht.

-na und? ich lass mich von dir ned zensieren  Tongue

-auweia, also auf dem niveau brauchen wa uns ned unterhalten, herr feierabendanarchist. Wink
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« Antworten #42 am: 02. Oktober 2007, 13:21:42 »

zu Peter Wicht u.a.:

http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/1081867246070.html

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0509/wirtschaft/0008/index.html
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« Antworten #43 am: 02. Oktober 2007, 13:33:50 »

Auszug aus Der Welt von heute:

Zitat
Der Protest der Zweirad-Arbeiter und das "Strike Bike" sind zum Politikum geworden. Unterstützer kommen von den Grünen, von der SPD, von Linksradikalen und von der rechtsextremen NPD.

Linksradikale und Rechtsextremisten
Thüringens oppositionelle SPD hat laut Landeschef Christoph Matschie schon zwei der knallroten Räder als Dienstfahrzeuge geordert. Die grüne Spitzenfrau Katrin Göring-Eckhardt hat ein Strike Bike bestellt. Die rechtsextremistische NPD ruft auf ihrer Website zur "nationalen Solidarität" mit der thüringischen Fabrik auf und verweist auf die Internet-Seite strike-bike.de. Die wiederum wird betrieben von einem linksradikalen Trupp aus Hamburg.

Vor einigen Wochen kamen Mitglieder des "Café Libertad Kollektiv" nach Nordhausen und nahmen die Sache in die Hand. Die Gruppe, die auch im Hamburger Verfassungsschutzbericht Erwähnung findet, verkauft unter anderem Bio-Kaffee aus "aufständischen indigenen Gemeinden" Mexikos sowie "zapatistische Stiefel". Gegründet wurde das "Café Libertad Kollektiv" von Mitgliedern der anarchistischen Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU). Die versteht sich als Alternativ-Gewerkschaft und wird vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft.


http://www.welt.de/wirtschaft/article1230010/Der_knallrote_Aufstand_der_Fahrradwerker.html
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Wilddieb Stuelpner


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« Antworten #44 am: 02. Oktober 2007, 13:51:43 »

Danke Kater,

da ist doch ein bissel magere Informationssubstanz dahinter. Das müssen 3 mit frischen BWL- und Finanzstudiums-Diplomen in der Tasche gewordene Existenzgründer mit der nötigen Geldgier aus Wendezeiten gewesen sein, die das Risiko lieben, aber waren keine gestandenen und erfahrenen, schnell gewendeten DDR-Betriebsfunktionäre.

Mit Google kommt man wohl nicht zu diesen Ergebnissen, eher mit MetaGer.
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alfred


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« Antworten #45 am: 02. Oktober 2007, 13:59:23 »

Zitat
Vor einigen Wochen kamen Mitglieder des "Café Libertad Kollektiv" nach Nordhausen und nahmen die Sache in die Hand.

Wenn das "vor einigen Wochen" stimmt, dann frage ich mich, wer hier bei wem "auf den Zug" aufgesprungen ist. Aber genug jetzt der kleinlichen Streitereien - das Ziel zählt und außer der NPD sollten alle willkommen sein!

Hier noch ein Link zur Mifa-Seite mit Personeninfos zu Wicht und Brüning.
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« Antworten #46 am: 02. Oktober 2007, 14:09:40 »

Zitat
Durch die Konzentration auf eine Produktionsstätte am Sitz der Gesellschaft in Sangerhausen sollen u.a. die Fixkosten langfristig niedrig gehalten werden.
link
LOL Deshalb wurden den Leuten von Bike Systems von Mifa auch Verträge mit 5 Euro Stundenlohn angeboten...
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« Antworten #47 am: 02. Oktober 2007, 16:30:52 »

Zitat
Original von Bürgerskäsblatt
Die Gruppe, die auch im Hamburger Verfassungsschutzbericht Erwähnung findet, verkauft unter anderem Bio-Kaffee aus "aufständischen indigenen Gemeinden" Mexikos sowie "zapatistische Stiefel". Gegründet wurde das "Café Libertad Kollektiv" von Mitgliedern der anarchistischen Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU). Die versteht sich als Alternativ-Gewerkschaft und wird vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft.

ach was. wirklich ned. leute die kaffee verkaufen, sind doch keine linksextremisten.
das is ja n witz.
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« Antworten #48 am: 02. Oktober 2007, 16:32:35 »

Hierzu:
http://agora.free.de/sofodo/sozialer-widerstand/lokale-buendnisse/belegschaft-nimmt-die-produktion-in-besetzter-fahrradfabrik-im-thuringischen-nordhausen-selbstverwaltet-wieder-auf-1

So sehr der Belegschaft auch der Fortbestand zu gönnen ist, 1800 Fahrräder als Vorbestellung sind doch nur ein Tropfen auf den heissen Stein.
Gestern kam eine Meldung das pro Woche (oder pro Monat, bin mir nicht mehr sicher) 2000 Räder bestellt werden müssen um den Fortbestand zu gewährleisten.
Kommt das nicht, wovon sollen dann bei ausgesprochenen 6 Euro Stundenlohn Löhne, Rohmaterial bzw. Instandhaltung bezahlt werden.
Ein frommer Wunsch ist auch, künftig von den Kunden nach Bestellung direkt Zahlung per Vorkasse zu erhalten. WELCHER Kunde wird das in größerem Rahmen so akzeptieren, bevor überhaupt nur 1 Stück geliefert wurde? Heute kommen die Räder für einen Bruchteil des Preises aus "Billigheimerländern" bezahlt wird 3 oder 6 Monate nach Lieferung.

Solange bei diesem "VEB-Modell" nicht auch potenzielle Abnehmer Farbe bekennen, sehe ich ehrlich gesagt (auch wenn es hier nicht gefällt) schwarz. Solidarisch wäre aus meiner Sicht, wenn diverse "Konsumtempelketten", die ja monatlich 1000e solcher Räder verhökern, die Räder zu einem fairen Preis "Made in Germany" bestellen und über einen längeren vertraglich fixierten Zeitraum vertreiben würden.
Aber wird das passieren? Wir sehen doch regelmäßig in den Kaufmärkten, wie das Publikum eher in der Preisklasse 100-200 Euro nach Rädern mit diversem Schnickschnackzubehör schielt. (Das Zeug kommt dann für 20-30 Euro aus "Schrottistan" und die Leute kaufen sich halt jedes Jahr ein neues Billigrad, nachdem sie sich wegen abgebrochenem Lenker auf die Fresse gelegt haben oder sich nach Abbruch des Sattels das freiliegende Rohr sonstwohin gerammt haben.

Oder was kaufen sich z. B. Arbeitslose? Aus Solidarität das Rad für 300 - 500 oder 1000 Euro - oder eher die Billig- bzw. Gebrauchtvariante?

Aber womöglich wird mich die Zukunft eines Besseren belehren!
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Alle von mir getätigten Aussagen/Antworten/Kommentare entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keinerlei Rechtsberatung dar.
Ziggy


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« Antworten #49 am: 02. Oktober 2007, 16:52:31 »

Zitat
Oder was kaufen sich z. B. Arbeitslose? Aus Solidarität das Rad für 300 - 500 oder 1000 Euro - oder eher die Billig- bzw. Gebrauchtvariante?
Da musst du nicht arbeitslos sein, war auch schon vorher so bei mir. 200 ist bei mir die absolute Schmerzgrenze. Wenn Frau auch noch eins haben will, max. 350 bis 400 EUR, das ist ein Haufen Geld, mehr geht einfach nicht.
Und die Strike-Bikes sind nicht für jeden geeignet, ich habe andere Anforderungen an ein Rad. Bei aller Sympathie, es hilft nichts.

Grüße, Ziggy
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Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.
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