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Autor Thema: Burma/Myanmar  (Gelesen 11797 mal)
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6225


« am: 21. September 2007, 17:51:11 »

Mönche protestieren    
 
In vielen Städten haben buddhistische Mönche große Demos organisiert. In Rangoon waren es 1000, ebenso in Bago. In Sittwe setzten Sicherheitskräfte Tränengas und Schlagstöcke ein, um die Demo aufzulösen. Einige Demoteilnehmer wurden verhaftet. Es wird berichtet, daß sich den Demos, nachdem sie angefangen hatten, viele Zivilisten angeschlossen haben. Es sind wohl die größten Demos seit 1988. Diese Demos wurden von den Mönchen organisiert, nachdem die Regierung eine Frist hatte verstreichen lassen. Die Mönche wollten eine Entschuldigung wegen der Übergriffe auf einen Protest in Pakokku  letzte Woche. Die Mönche haben ausserdem einen Boykott gegen alle Mitglieder und Unterstützer der Regierung und des Sicherheitsapparates ausgerufen: von ihnen werden sie keine Almosen mehr annehmen.
 

Quelle: The China Post, BBC News, Yahoo! News Singapore, 19.9.07
« Letzte Änderung: 13. Juni 2011, 14:04:15 von ManOfConstantSorrow » Gespeichert

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Kater


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« Antworten #1 am: 24. September 2007, 13:56:47 »

Zitat
Proteste gegen Birmas Militärjunta werden zu Volksaufstand
AFP - vor 11 Minuten

Rangun (AFP) - Die Proteste gegen die Militärjunta in Birma entwickeln sich zunehmend zum Volksaufstand. Allein in Rangun demonstrierten Augenzeugen zufolge rund 130.000 Menschen, etwa die Hälfte von ihnen einfache Bürger. Die Mönche, die an der Spitze der größten Protestbewegung seit fast zwei Jahrzehnten stehen, riefen die Demonstranten auf, sich friedlich zu verhalten und keine politischen Stellungnahmen abzugeben. Mit ihrer Marschroute sendeten die Massen jedoch politische Signale aus. Die Bundesregierung bekundete ihre Sympathie für die "friedlich agierenden Demonstranten".

Die Menschen zogen in zwei Demonstrationszügen mit 100.000 beziehungsweise 30.000 Teilnehmern durch die größte Stadt Rangun. Ausgangspunkt war wie schon an den Vortagen die berühmte Shwedagon-Pagode, wo die Mönche Gebete rezitierten. "Wir marschieren für das Volk", rief ein Mönch über ein Megaphon. Auf einem Spruchband war zu lesen: "Dies ist eine friedliche Massenbewegung."

Die Protestierenden zogen am Sitz der Oppositionspartei NDL von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi vorbei, die die Wahlen 1990 deutlich gewonnen hatte, was die Generäle jedoch nicht anerkannten. Parteimitglieder begrüßten die Mönche ehrfürchtig und schlossen sich der Kundgebung an. Einen erneuten Besuch am Haus der unter Arrest stehenden Oppositionsführerin verhinderten die Sicherheitskräfte. Auch in den Städten Mandalay, Pakokku und Sittwe gingen Tausende auf die Straße.

Am Samstag waren rund 2000 Mönche und Unterstützer zu Aung San Suu Kyi vorgelassen worden. Das Treffen mit der seit 18 Jahren fast ununterbrochen eingesperrten Politikerin ermutigte die Protestbewegung.

Normalerweise duldet die Junta keinen öffentlichen Protest: Die Demokratiebewegung von 1988 schlug sie gewaltsam nieder. Die Demonstranten zogen am Montag auch am Campus der an diesem Tag geschlossenen Universität vorbei, an der die Proteste damals ihren Ausgang genommen hatten.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Jäger, sagte in Berlin, wenn die birmanische Regierung es mit den angekündigten Reformschritten ernst meine, dürfe sie diese "Meinungsäußerungen" nicht unterbinden. Deutschland fordere die Machthaber zur Freilassung der bei den Protesten Inhaftierten auf.

Die birmanische Menschenrechtsbewegung "Hilfsverein für politische Gefangene" teilte in der thailändischen Hauptstadt Bangkok mit, seit Beginn der Proteste Mitte August seien 218 Menschen von den Militärs inhaftiert worden.


http://de.news.yahoo.com/afp/20070924/tpl-birma-regierung-proteste-religion-zf-451fab7_1.html
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flipper


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« Antworten #2 am: 25. September 2007, 04:03:16 »

Zitat
Original von Kater
Zitat
Proteste gegen Birmas Militärjunta werden zu Volksaufstand
AFP - vor 11 Minuten
Die Bundesregierung bekundete ihre Sympathie für die "friedlich agierenden Demonstranten".



na das sagt mir wieder genug über die opposition dort.

das land heisst ausserdem Myanmar. Burma haben es die britischen besatzer genannt.

http://en.wikipedia.org/wiki/Burma_Socialist_Programme_Party
ihre leute regieren trotz umbenennung der partei.

schlau, von den bürgerlichen parteien, die buddistenmönche einzuspannen, jetzt kann die regierung nur noch aussitzen oder abtreten. matt in 1 zug.
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"Voting did not bring us further, so we're done voting" (The "Caprica Six" Cylon Model, BSG)
Motte


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« Antworten #3 am: 25. September 2007, 07:15:33 »

RE: Proteste gegen Birmas Militärjunta werden zu Volksaufstand

Eigentlich handelt es sich bei Burma und Myanmar nicht um zwei unterschiedliche Bezeichnungen.
Bama mit undeutlich ausgesprochenem ersten "a" von dem sich die englisch ausgesprochene Schreibwiese Burma( und davon in anderen Sprachen wiederum Birma) herleitet, und Myanma sind seit jeher die Bezeichnungen für die größte Bevölkerungsgruppe der Bamar in ihrer eigenen sprache und für ihr Land ( wikipedia).

Die offizielle Umbenennung des Landes in Union Myanmar erfolgte aufgrund des Gesetzes Nr. 15/89 vom 18 Juni 1989.

Ich finde es mutig, oder es zeugt von dem Elend ( darüber weiß ich zu wenig), dass die Mönche ihre Meinung kundtun.

1988 erfolgte der Sturz des Militärdiktators Ne Win
Am 18. September wurde der Volksaufstand durch die Militärjunta beendet.

Inwieweit die Opposition ihre Hand im Spiel hat, ich hoffe es wird kein
blutiges Spiel, weiß ich nicht.
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #4 am: 27. September 2007, 20:51:41 »

Die Berichte der Mainstreampresse sind absolut sensationslüstern und wenig erhellend. Die besten Infos hab ich bisher bei umwaelzung.de gefunden:

Zitat
   Proteste weiten sich aus

24., 25.9.07    
Die Bewegung, die als kleine Proteste gegen Benzinpreiserhöhungen   begonnen hat, hat sich ausgeweitet und politisiert. Gestern demonstrierten allein in Rangoon 100 000 Menschen - wobei es nicht mehr nur um die Inflation und die wirtschaftlichen Lebensbedingungen ging. Auch in vielen anderen Städten wurde demonstriert. Neben Mönchen beteiligten sich auch viele Zivilisten - manchmal bildeten die eine Kette um die Mönche, manchmal nahmen Mönche die Zivilisten in die Mitte, wie heute in Kalaymyo, wo sich 10 000 beteiligen.
Die Regierung hat scharfe Warnungen ausgegeben; heute morgen fuhren Lautsprecherwagen durch Rangoon, um die Bevölkerung vor Teilnahme zu warnen. Dennoch haben sich 30 000 Mönche und 70 000 Zivilisten versammelt, darunter auch Prominente wie Schriftsteller und Schauspieler (The Irrawaddy, Mizzima News).
Wie die IUF (Internationale Union der Nahrung- Genuss- Gaststättengewerkschaften) berichtet, werden inzwischen auch Flugblätter von Arbeiteraktivisten verteilt; Beschäftigte von Ministerien haben offen ihre Teilnahme an der Bewegung verkündet.
Dennoch ist wohl überall die Angst zu verspüren, daß sich ähnliches wiederholt wie am 8.8.1988, als eine Demo für Demokratie von Truppen niedergeschossen wurden, wobei mehr als 3000 Menschen getötet worden sind. Auch damals hatte die Bewegung als Protest gegen wirtschaftliche Entscheidung der Militärregierung begonnen.
Die VR China, die einzige Macht, die bislang gute Beziehungen zur Militärregierung unterhalten hat, hat ihre Politik der Nichteinmischung bekräftigt und gleichzeitig für "Stabilität" plädiert. Manche Diplomaten sehen dies als einen der Gründe für die bisherige überraschende Zurückhaltung der Militärs.

Zitat
Demos trotz Versammlungsverbot

 26.9.07    
Trotz Versammlungsverbot und Aufmarsch des Militärs sind die Proteste in vielen Städten weitergegangen. Die Informationslage ist schlecht, weil die Regierung offenbar die Internetbandbreite (siehe 4857) verringert hat. In Rangoon demonstrierten 10 000nde, es gab Angriffe der Soldaten mit Tränengas und Schlagstöcken, Salven wurden über die Köpfe geschossen. Mehrere Menschen (bis zu 8 ) sind ums Leben gekommen, viele wurden verletzt, viele festgenommen. Dennoch konnte das Militär die Demos nicht verhindern. Auf Mizzima News wird gar von mehreren hunderttausend berichtet, die schließlich demonstriert haben. Nach der gleichen Quelle sollen mehrere LKWs der Armee und Mopeds des Geheimdienstes abgefackelt worden sein. Außerdem soll es Anwohner gelungen sein, schon verhaftete Mönche in großer Zahl wieder aus den LKWs zu holen. Über die Lage in anderen Städten ist wenig bekannt; in Mandalay soll die Demo mit Warnschüssen und Tränengas angegriffen worden sein, aber ansonsten einigermaßen friedlich verlaufen sein. Im Vorfeld der Demos sind im ganzen Land zahlreiche Aktivisten verhaftet worden. Auch Aung San Suu Kyi ist vom Hausarrest in ein Gefängnis verbracht worden.

Zitat
Truppen und Menschen    

27.9.07    
Rangoon: Über Nacht haben Soldaten drei Klöster überfallen und mehrere hundert Mönche und andere Anwesenden abtransportiert. Dabei sind sie ausserordentlich brutal vorgegangen, viele Mönche wurden verprügelt, mindestens ein Mönch dabei ermordet. In einem Fall soll ein anwesender General sogar auf Soldaten eingeschlagen haben, die zu sanft mit den Mönchen umgingen. (The Nation).
Auf den Straßen der Hauptstadt ist es zu vielen Konfrontationen zwischen Demonstranten und Soldaten gekommen. Nach Angaben des Staatsfernsehens sind insgesamt 9 Menschen umgekommen. Nach Augenzeugenberichten könnten es aber weit mehr sein, weil es viele Verwundete gab. Bei den Aktionen heute waren weit weniger Mönche beteiligt als gestern. Ebenfalls laut Staatsfernsehen sollen auch 31 "Sicherheitskräfte" verletzt worden sein - als Leute versuchten, ihnen die Waffen zu entwenden.(Alert.net) Andernorts sollen sich Leute mit Benzinkanistern zur Wehr gesetzt haben. (Mizzima News)
Unter den Erschossenen ist auch ein japanischer Fotojournalist. Am Nachmittag wurde das oft von Ausländern besuchte Traders Hotel gestürmt und Raum für Raum durchsucht - offenbar will das Regime die Berichterstattung noch mehr unterdrücken. (The Irrawaddy)

Verzweifelte Armut: Schon vor den Benzinpreiserhöhungen  und den folgenden Preissteigerungen von fast Allem lebten die Menschen in Burma/Myanmar in bitterer Armut. Eine staatliche Pensoin reicht noch für zwei Tassen Tee; mehr als ein Viertel der Bevölkerung lebt mit weniger als einem US$ am Tag. Letztes Jahr kosteten 1,7 Kilo Huhn noch 3000 Kyat, jetzt 5500, Speiseöl hat sich verdoppelt. Viele haben kein Strom, kaum Wasser. "Burmesen aus der Mittelklasse verkaufen ihre Sachen um im Wortsinn überleben zu können. Menschen können nicht zur Arbeit, weil sie kein Fahrgeld haben", so Sean Turnell, Co-Author der Burma Economic Watch. Dazu kam dann noch das inzwischen berühmte Hochzeitsvideo, das irgendwie in die Öffentlichkeit gelangte. Es zeigt die prachtvolle und luxuriöse Hochzeit der Tochter des Juntachefs Than Shwe. (Alert.net)
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Motte


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« Antworten #5 am: 28. September 2007, 18:55:42 »

Burma/Myanmar

Zur Geographie:

Myanmar grenzt im Norden und Osten an die Volksrepublik China, Laos und Thailand.
Ngari ist ein grenzüberschreitender Kulturraum (Tibet/VR China) Das Hochland von Tibet grenzt direkt an Westchina.

Geschichte Myanmar/Burma

Im 11.Jahrhundert gründete König Anawrahta das erste birmanische Reich.
Im 19. Jahrhundert fiel Birma nach mehreren Kriegen unter britische Herrschaft.
Im 2. Weltkrieg wurde es von Japan erobert.
Von 1948- 1958 eine kurze demokratische Phase.
Dann Militärregime
Mit Lokalreligionen gemischter Buddhismus 89 %

Geschichte Tibet

Ca. 614 wird das tibetische Reich gegründet
 und Khri Slon- brtsan zum König ausgerufen
Wen Cheng war eine Prinzessin der Tang- Dynastie
Sie wurde 641 n. Chr. Mit Songtsen Gampo in den Tibet verheiratet.
Mit Wen Cheng kam der Buddhismus 1000 Jahre nach Buddha in die Hochlandschaften nach Tibet.
Ein Buddha ist ein Wesen, welches aus eigener Kraft die Reinheit und Vollkommenheit seines Geistes erreicht hat. Die Qualität der Buddha- Erfahrung ist für Menschen, die diese Erfahrung nicht selbst gemacht haben nicht nachvollziehbar.

Geschichte Chinas

Seit der Staatsgründung 1949, nach einem Bürgerkrieg wird die Volksrepublik von der Kommunistischen Partei Chinas regiert.
Es gibt keine offiziellen Statistiken über Religionszugehörigkeit
Der Konfuzianismus beeinflusst bis heute die moralischen Verhaltensweisen.
Amnesty International warf China vor noch weit von der Einleitung von Menschenrechten entfernt zu sein.
2008 finden die Olympischen Spiele in China statt.

Eine Entwicklung wie sie sich so oder in ähnlicher Form überall abspielt.
Mich hat das restlos geschafft.
 Ich gehe durch die Stadt und sehe bedrückte, traurige, einsame oder verstummte Menschen.
Ich gehe durch die Stadt und sehe menschliches Elend und in den Geschäften glitzernde Waren.
Ich gehe durch die Stadt und bin das alles auch.

Ich sehe mein Spiel
Meine Programmierung
Ich weiß von meinen Niederlagen
Ich spüre meine Wunden
Ich weiß um meine Siege
Ich will nie wieder verwundet werden
Die Rechtfertigung für die Weiterführung des Spiels
Mein Spiel
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Kater


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« Antworten #6 am: 28. September 2007, 20:37:47 »

Zitat
Pressefreiheit in Birma
 
Blogger lassen sich nicht aufhalten
Die Junta nutzt Waffengewalt, um die Demonstrationen in Birma zu sprengen. Doch was sie nicht mit Waffen bekämpfen kann, ist die "Bedrohung" aus dem Internet. Durch einfallsreiche Ideen schmuggeln Technikfreaks Informationen und Bilder an der Zensur vorbei auf Monitore in der ganzen Welt.

Von Julia Abb für tagesschau.de

Als 1988 die Demokratiebewegung in Birma blutig niedergeschlagen wurde, bekam die Weltöffentlichkeit davon kaum etwas mit. Tage, gar Wochen hatte es gedauert, bis Informationen und Bilder das abgeriegelte Land verlassen konnten. Heute, fast zwanzig Jahre danach, gibt es neue, schnellere Wege in die Außenwelt. Über Internet und Mobiltelefone zeigen oppositionelle Birmanen, wie es derzeit wirklich in ihrem Land aussieht. So wurde beispielsweise nur mit Hilfe des Internets bekannt, dass sich vergangenen Samstag die unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi den demonstrierenden Mönchen zeigte.

Auch die Junta ist sich der technischen Möglichkeiten der neuen Medien bewusst und setzt schon seit Jahren dagegen. Einer Studie des Forschungsprojekts "OpenNet Initiative"  http://opennet.net/studies/burma/#toc2c der Harvard-Universität zufolge gehört die birmanische Internet-Zensur im Vergleich zu anderen totalitären Staaten zu den umfassendsten. Mit modernster Software wird demnach 85 Prozent der E-mail-Kommunikation überprüft, beinahe genauso viele demokratische oder systemkritische Webseiten sind für die birmanische Bevölkerung gesperrt. Auf der Rangliste der "Reporter ohne Grenzen"  http://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste-2006.html  zur Lage der Pressefreiheit liegt Birma auf Platz 164 (von 168 ). Unabhängige Nachrichten kommen also nur selten aus dem Land. Doch Technikfreaks entwickeln immer wieder neue Möglichkeiten, die staatliche Zensur auszutricksen.

In Weblogs schildern viele Birmanen die Situation auf den Straßen, veröffentlichen Bilder und üben Kritik am System – unter Pseudonym versteht sich. Denn wer erwischt wird, dem drohen hohe Strafen. Direkt aus Rangun berichtet "Nyein Chan Yar"  http://dathana.blogspot.com/ . Neben Bildern der Ereignissen zeigt er auf seiner Webseite auch Videos aus der Hauptstadt. "Die Zustände sind katastrophaler als in meinem schlimmsten Vorstellungen", schreibt er. Unterstützt werden die Web-Dissidenten von Exilbirmanen auf der ganzen Welt. Die Bloggerin "Moe Moe"  http://www.moeyyo.com/MM/ ist mit ihrer Familie vor zehn Jahren aus Birma geflohen und lebt jetzt in Kalifornien. Auf ihrer Webseite zeigt sie aktuelle Fotos aus ihrer alten Heimat und ruft zur Unterstützung auf. Auch der in London lebende Ko Htike  http://www.ko-htike.blogspot.com/ veröffentlicht in seinem Blog Bilder und Augenzeugenberichte aus Birma. Eigentlich ist seine Webseite auf Literaturthemen fokussiert. Jetzt gleicht sie eher einer Nachrichtenseite mit Tickermeldungen. "Etwa zehn Menschen aus Birma lassen mir Informationen zukommen", sagte er im Interview mit der BBC.

Diese sogenannten Bürgerreporter sind einfallsreich. Sie verstecken Mitteilungen und Fotos in eCards, auf Social-Network-Seiten oder in freien Bilddatenbanken, wie "Flickr" http://www.flickr.com/photos/naingankyatha/  , ums sie an der Junta vorbei ins Ausland zu schmuggeln. Auf der Internetplattform "YouTube"  http://www.youtube.com/results?search_query=burma tauchen ebenfalls immer mehr Handyvideos auf. Auf diese "Insider"-Informationen sind die Exilbirmanen der "Demokratischen Stimme Birmas"  http://www.dvb.no/ in Oslo angewiesen. Alle Mitteilungen, die sie erreichen, geben sie über Kurzwellenradio und Satellitenfernsehen in die ganze Welt weiter. Das Internet-Magazin "Irrawaddy"  http://www.irrawaddy.org/  in Thailand und die Exilzeitung "Mizzima News" http://www.mizzima.com/ mit Sitz in Indien versuchen ebenfalls durch die Augenzeugenberichte der Bürgerreporter über die Situation in Birma aufzuklären.

Netzbetreiber drosselt Übertragungsgeschwindigkeit  
Auch für den Informationsaustausch innerhalb Birmas seien die neuen Medien sehr wichtig, sagt Aung Din von der "U.S. Campaign for Burma"  http://www.uscampaignforburma.org/  in Washington. Per Mobiltelefon würden beispielsweise Demonstrationen organisiert und Mitstreiter über Militärkontrollen informiert.
Informationen aus Birma zu bekommen gestaltet sich jedoch immer schwieriger. Seit Freitag sind private Zeitungen und Zeitschriften eingestellt und Internet-Cafés geschlossen. Nur wenige Birmanen haben einen eigenen Internetzugang. Und auch diesen wird es schwer gemacht. Der staatlich kontrollierte Netzbetreiber "Bagan Cyber" hat die Übertragungsgeschwindigkeit so stark gedrosselt, dass kaum noch große Datenmengen, wie bei digitalen Fotos, hochgeladen werden können. Das Militär zerstört alle Handys und Digitalkameras, die sie in die Finger bekommen. Auch das birmanische Festnetz ist kaum noch zu erreichen. Aber es wird wohl nicht sehr lange dauern, bis die birmanischen Technik-Freaks auch dafür eine Lösung gefunden haben.


http://www.tagesschau.de/ausland/birmainternet2.html
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #7 am: 30. September 2007, 18:58:11 »

Ich bin absolut angwidert, wie Presse und Politiker ausgerechnet aus Dänemark, den USA und Deutschland die Demonstranten aufforden sich nicht einschüchtern zu lassen und mutig weiterzumachen. Man sollte sie bei Zeiten mal dran erinnern!

Die Bevölkerung ist gearscht, hier prallen internationale Interessen aufeinander. China profitiert nicht nur von der Ausbeutung des Landes und seiner Einwohner, es fürchtet natürlich auch ein Übergreifen der Unruhen auf Tibet.

Der Westen hofft natürlich selbst nen Fuß in die Tür zu kriegen und es weiter auszulutschen und eine Schwächung von China wäre ihm mehr als recht. China ist keine kommunistische Bedrohung, sondern eine kapitalistische Konkurenz.

In in Punkto Imperialismus und Skrupellosigkeit geben sich die USA, China und Europa nicht viel. Die moralischen Apelle ausgerechnet aus der Ecke sind durch und durch verlogen. Bei der Unterdrückung der Tschetschenischen Bevölkerung  hält man auch das Maul, denn die Geschäfte mit Rußland sind wichtiger.

Unsere Solidarität hat aber allen zu gelten, die gegen Armunt und Unterdrückung kämpfen.

Die letzten Infos von umwaelzung.de:

Zitat
   28.9.07    
Weniger Proteste    

 Rangoon: Mittels Abriegelung von buddhistischen Klöstern und technischer Kommunikation versucht das Militär, die Proteste und Informationen darüber zurückzudrängen. Soldaten führten eine Razzia gegen den größten burmesischen Internetprovider Myanmar Info-Tech durch. (The Irrawaddy) In der Hauptstadt gab es trotz massiver Militärpräsenz Demos, aber sie waren kleiner und weniger organisiert als an den Vortagen. Die Anzahl der Teilnehmer der größten Demo heute wird je nach Quelle mit 2000 (Yahoo! News Singapore) bis über 10 000 ((Democratic Voice of Burma) angegeben. Unter der Demonstranten sind so gut wie keine Mönche mehr. (The Irrawaddy) Das Militär versucht, die Demos durch Warnschüsse, Tränengas und Schlagstockeinsätze aufzulösen, Demonstranten kämpfen mit Steinen, Ziegeln und Stöcken. (Radio Free Asia) Mindestens zwei Leute wurden angeschossen, es gab auch wieder zahlreiche Verletzte und Verhaftungen. (The Irrawaddy)
Mandalay: Bei einer Razzia auf ein buddhistisches Kloster wurden 50 betende Mönche verprügelt und abgeführt. Als sich diese Nachricht verbreitete, fingen Mönche anderer Klöster an, sich Waffen zuzulegen, wie Messer, Speere und Steinschleudern, um sich gegen die Soldaten verteidigen zu können. (The Irrawaddy)

Zitat
   29.9.07    
Immer noch mutige Aktionen

  Es kommen immer weniger Nachrichten raus. In Rangoon gab es trotz massiver Präsenz von Militär immer noch kleinere Aktionen - die Leute versammeln sich, es kommen Soldaten, die Leute rennen weg, aber versammeln sich woanders wieder. Soldaten sollen es vor allem auf Leute mit Kameras abgesehen haben. Schüsse waren zu hören, über Opfer liegen keine Infos vor (der britische Premier hat angedeutet, daß die Zahl der Toten weit höher ist, als bisher bekannt, hat aber auch keine Zahlen genannt) (BBC News, CNN). Die Handelsfirma Htoo des Tycoons Tayza - ein enger Freund des Juntachefs - ist für mehrere Tage geschlossen worden, die Angestellten bekamen Vorschuss. (Mizzima News). In Kyaukpadaung, einer Vorstadt von Manadalay fand eine große Demo mit 30 000 (darunter 1000 Mönche) statt. In Sittwe demostrierten 5000 friedlich (The Irrawaddy)
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« Antworten #8 am: 01. Oktober 2007, 15:32:04 »

Zitat
Von der Grundschule ins Arbeitsleben
Von Von Sarah Stewart AFP - vor 2 Stunden 45 Minuten

Rangun (AFP) - Fünf bis zwölf Dollar Monatslohn

Tagsüber bereiten sie siedend heißen Tee, wischen den Fußboden oder rufen einander die Wünsche der Gäste zu, abends räumen sie die Tische und Stühle zur Seite, um auf dem nackten Boden zu schlafen. In Ranguns Teestuben sind unzählige Kinder beschäftigt, die aus jämmerlich armen Dörfern und verzweifelten Familien stammen. In den vergangenen Jahren hat die Kinderarbeit in Birma, das das Militär in seiner mehr als 40-jährigen Herrschaft übel heruntergewirtschaftet hat, sogar noch zugenommen: Steigende Preise für das Nötigste und zunehmende Inflation haben den Kampf der Ärmsten noch aussichtsloser gemacht.

Viele Kinder beginnen ihre traurige Karriere gleich nach der Grundschule. "An Orten, wo die Familien dringend Geld brauchen, ist es leicht, Kinder zu finden", erzählt eine Teestuben-Besitzerin in einem Vorort Ranguns. Die "Karriere" der Kleinen orientiere sich meistens an der Tätigkeit ihrer Mütter und Väter: "Wenn die Eltern Müllsammler sind, werden die Kinder auch Müllsammler, um ihren Familien zu helfen." Jeder vierte Haushalt lebt unterhalb der Armutsgrenze; selbst den Menschen in anderen "Armenhäusern" der Region wie Laos, Kambodscha und Bangladesch geht es besser.

Die Besitzer der Teestuben, in denen die Birmaner sich traditionsgemäß treffen, Klatsch und Nachrichten weitergeben oder einfach die Zeit vorüberziehen lassen, rekrutieren ihr junges Personal entweder direkt von armen Familien oder über Vermittler. Diese "Bauernfänger" dringen bis an die Grenzen des Landes in die Gebiete der ethnischen Minderheiten vor. "Einige von uns kamen mit einer Gruppe aus meinem Dorf nach Rangun", erzählt ein junger Kellner in einer beliebten Teestube in der Innenstadt. "Manche Kinder sind von ihren Eltern oder Verwandten hergeschickt worden."

Die Abwanderung in die Hauptstadt auf der Suche nach Arbeit ist in Birma, wie in vielen anderen Ländern, seit langer Zeit zu beobachten - neu ist, dass sich die Migration von den Erwachsenen auf die Kinder verlagert hat. "Die älteren behalten ihr Gehalt selbst, aber von den kleineren Kindern holen die Eltern jeden Monat Geld ab", berichtet die Teestubenbesitzerin. Viel kann es nicht sein: Mit umgerechnet fünf bis zwölf Dollar Monatsgehalt werden die jungen Angestellten selbst für birmanische Verhältnisse auch finanziell ausgebeutet.

Offiziell ist Kinderarbeit in dem armen südostasiatischen Land verboten: Birma hat die UN-Konvention über die Rechte des Kindes unterschrieben. Doch Gesetze kann man umgehen. Er schicke die Kinder zurück ins Dorf, wenn Kontrollen bevorstünden, erklärt einer der Teestuben-Chefs seine Strategie. Danach hole er sie wieder ab. Die bei ihm beschäftigten Kinder müssen auf Fragen hin angeben, sie seien 16 Jahre alt. Ihre Gesichter sprechen jedoch eine andere Sprache.


http://de.news.yahoo.com/afp/20071001/tde-birma-arbeit-kinder-korr-4cfbaad_1.html
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #9 am: 06. Oktober 2007, 21:28:06 »

Zitat
       Noch nicht ganz vorbei

1.10.07
 In Rangoon ist scheinbare Ruhe eingekehrt. Die Verhaftungen gehen weiter; die Schätzungen zur Gesamtzahl der Gefangenen geht von 1000 bis 6000 (Democratic Voice of Burma). Daneben gibt es Nachrichten, daß immer noch kleine Gruppen protestieren und sich - vor allem in den Vorstädten - ein Katz und Maus-Spiel mit den Sicherheitskräften liefern (CNN). In South Okkalapa und Insein, beides Vorstädte von Rangoon haben Menschenmengen die weitere Verhaftung von Mönchen verhindert. Im ersten Fall wurde ein 16-jähriger erschossen. Derweil werden überall in Rangoon die Taschen der Leute nach Handys und Kameras durchsucht. CNN war blockiert. (The Sydney Morning Herald)
Larry Jagan berichtet, daß es mehrere Anzeichen dafür gegeben hat, daß einfache Soldaten Befehle mißachtet haben. "Ihre Famlien leiden genauso unter den gestiegenen Preise wie die Demonstranten, während die Generale reich werden". Daneben sollen die Sicherheitskräfte Schwierigkeiten zu haben, die wirklichen "Rädelsführer" zu identifizieren. (Asia Times)
Zitat
   Mehr Verhaftungen    

 3./4.10.07
Angeblich sollen in den letzten Tagen bis zu 10 000 Personen wegen der Teilnahme an den Protesten festgenommen und verhört worden sein. Viele davon sollen Mönche sein. US-Diplomaten haben 15 Klöster, die sie aufgesucht haben, leer vorgefunden. Andere Klöster waren verbarrikadiert und werden von Soldaten bewacht.
(umwaelzung.de)
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« Antworten #10 am: 28. Oktober 2007, 10:34:59 »

Zitat
«Wir mussten den Aufstand anführen»

Bangkok (AP) Was im August in Birma vordergründig als Protest gegen eine von der Militärregierung verfügte Benzinpreiserhöhung begann, war tatsächlich ein von langer Hand vorbereiter Aufstand gegen die Junta. Angeführt wurde die Erhebung knapp zwei Jahrzehnte nach der blutigen Niederschlagung der studentischen Demokratiebewegung diesmal von den als eher unpolitisch geltenden buddhistischen Mönchen. Organisiert und geplant worden war der Protest jedoch heimlich von den Veteranen des Aufstands von 1988.

«Wir mussten uns erheben und die Führung übernehmen», meinte U Kovida, ein junger Mönch und einer der Führer der neuen Protestbewegung. Er flüchtete vor kurzem ins benachbarte Thailand, wo er auch Aktivisten der damaligen Demokratiebewegung traf. Die «88er Generation» kam im Sommer zu dem Schluss, dass die Zeit reif sei für eine neue Kraftprobe mit den Militärmachthabern in Rangun. Die Gegner des Regimes befürchteten, dass die Junta mit ihrem sogenannten Fahrplan zur Demokratie ihre Macht langfristig sichern wolle.

«Die Armee bereitete sich darauf vor, das Land lange Zeit zu regieren, über die Lebenszeit unserer Kinder und Enkel hinaus. Deshalb mussten wir handeln», sagte der 37-jährige Hlaing Moe Than, einer der Anführer der studentischen Protestbewegung von 1988, der acht Jahre inhaftiert war und nach eigenen Angaben im Gefängnis gefoltert wurde. Hlaing Moe Than gehört zu einer handvoll führender Aktivisten der Demokratiebewegung, die während der jüngsten blutigen Niederschlagung der Proteste nach Thailand geflüchtet sind.

Etwa ein halbes Dutzend von ihnen gab der Nachrichtenagentur AP im Gespräch einen seltenen Einblick in die Protestbewegung und deren Entwicklung seit 1988. Obwohl das Militär wieder die Oberhand in Birma gewonnen hat, sind die Aktivisten die Ansicht, dass die jüngsten Proteste eine neue Dynamik entwickelt hätten, die die Junta eines Tages zu Fall bringen werde. Diese Meinung wird von einigen Experten geteilt. Niemand erwartet allerdings, das dies schon bald geschehen werde. Einige Aktivisten und Analysten sprechen von einem langen und womöglich blutigen Weg.

Die Führer der Protestbewegung begrüßen den Druck der internationalen Staatengemeinschaft auf die Militärjunta, um einen demokratischen Wandel in Birma herbeizuführen. Andererseits wollen sie sich auch nicht auf das Ausland verlassen, um die bereits seit 1962 dauernde Herrschaft der Militärs zu beenden. «Der Kampf muss von innen heraus gewonnen werden», sagte Hlaing Moe Than. Aber man benötige dafür günstige internationale Rahmenbedingungen. Bei der Niederwerfung des studentischen Aufstands von 1988 wurden mindestens 3.000 Menschen getötet. Tausende wurden eingesperrt. Im Gefängnis hätten sich viele mit dem gewaltlosen Widerstand etwa von Mahatma Gandhi vertraut gemacht und dies mit der buddhistischen Lehre verbunden, sagten die Führer der Protestbewegung.

Studentische Protestbewegung organisierte sich neu

Nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis organisierten sich die Aktivisten neu. Sie nutzten dabei Hochzeitsfeiern, Beerdigungen und buddhistische Feierlichkeiten, weil diese nicht unter das Versammlungsverbot fielen. Mönche hätten vermehrt die Führung der Protestbewegung übernommen, weil die Reihen der Demokratiebewegung von 1988 nach deren Niederschlagung dezimiert worden seien, sagte der 24-jährige Mönch U Kovida. Außerdem seien die buddhistischen Mönche vom Regime in ihrer Bewegungsfreiheit nicht so eingeschränkt worden wie andere Gruppen.

Die Mönche hatten für ihre Protestaktionen allerdings auch wirtschaftliche Motive. Die wachsende Armut in Birma beeinträchtigte auch ihr eigenes Leben. Schließlich seien sie darauf angewiesen, dass sie von den Gläubigen mit Lebensmitteln und anderen notwendigen Gütern versorgt würden, sagte U Kovida. «Der Buddhismus konnte in Birma unter den Militärs nicht wachsen und gedeihen. Deshalb haben die Mönche beschlossen, dass diesmal wir die Verantwortung zum Schutz unserer Religion übernehmen müssen», sagte U Kovida weiter. Ihm wird von der Regierung vorgeworfen, Sprengkörper im Kloster versteckt zu haben. Dies sei eine Lüge, um die Mönche zu diskreditieren, sagte er.


http://de.news.yahoo.com/ap/20071028/tpl-wir-mussten-den-aufstand-anfhren-wie-cfb2994_1.html
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regenwurm


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« Antworten #11 am: 28. Oktober 2007, 11:37:50 »

Die burmesischen Militärs trauern dieser Tage wohl der “guten alten Zeit” nach, in der sie das Land noch fest unter ihrer Kontrolle hatten und die Lage vor der Weltöffentlichkeit geheim gehalten werden konnte. Die Generäle haben jetzt das Internet sperren lassen, um zu verhindern, dass von den derzeit stattfindenden Erschießungen und Verhaftungen unbewaffneter Zivilisten Berichte aus dem Land dringen. Allerdings werden die Militärs auf die Art und Weise nicht verhindern können, dass die Weltöffentlichkeit erfährt, was in Burma vor sich geht! Die letzten Zahlen sprechen von zehn Toten in den letzten Tagen.

Was den Generälen wohl besonders Stirnrunzeln bereitet, ist die Entschlossenheit der DemonstrantInnen trotz der brutalen Repression. Laut Berichten von gestern Abend ging die Bewegung nach den Schüssen sogar noch gestärkt hervor und wurde dadurch keineswegs geschwächt. ZivilistInnen ergeben sich den Soldaten und konfrontieren sie mit der Frage, ob sie denn tatsächlich gegen die eigenen Leute schießen wollen. In einem Viertel von Yangon gingen wieder hunderte DemonstrantInnen auf der Straße, die das von der Regierung ausgerufene Demonstrationsverbot einfach ignorieren.

Das Regime führt mittlerweile systematisch Razzien in den Klöstern durch, bei denen die militantesten Mönche verhaftet und viele verschleppt werden. Auf die Art und Weise soll der Kern der Protestierenden zerschlagen werden. Diese Rechnung wird aber so nicht aufgehen, aus einem einfachen Grund: Es gibt ca. 500.000 Mönche in Burma. Traditioneller Weise schicken die meisten Familien einen ihrer Söhne ins Kloster. Hinter den demonstrierenden Mönchen, die wir in den letzten Tagen im Fernsehen sehen konnten, stehen also die Familien der Mönche – Millionen von BurmesInnen! Daher wird die Hetze auf die Mönche und die Gewalt und Verhaftungen eher den gegenteiligen Effekt in der Bevölkerung auslösen als den begriffsstutzigen Generälen vorschwebt.

Die Militärs wollen jedoch anscheinend kein solches Blutbad anrichten wie im Ausmaß von 1988. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Würden sie eine große Anzahl an Mönchen töten – die in der Bevölkerung hohes Ansehen genießen – könnte das die Bevölkerung noch mehr gegen das Regime aufbringen und möglicherweise zu Protesten führen, die das Regime stürzen könnten.

Der Imperialismus hat ein Problem mit dem burmesischen Regime: Die Militärs stammen aus einer Zeit, in der sie uneingeschränkte Macht im Land hatten. Über Jahre hinweg haben sie es geschafft, das Land komplett von äußeren Einflüssen abzuschotten. Allerdings haben Jahre des ökonomischen Niedergangs von Innen am Regime genagt, sodass nun nur mehr ein verrotteter Körper, von dem nur noch eine äußere Schale intakt ist, übrig ist.

Innerhalb der Offizierskaste gibt es zwei Flügel: Ein Teil tendiert dazu, gegenüber der Opposition aufzumachen. Dahinter steckt das Kalkül, die Zügel bis zu einem gewissen Grad zu lockern, um der Gefahr zu entgehen, dass bald das gesamte Regime zusammenbricht. Es herrscht eine große Angst unter den Militärs vor, dass der Hass der Bevölkerung so groß werden könnte, dass sie nicht nur militärische und politische Ränge verlieren könnten, sondern auch ihren ganzen Reichtum, den sie über die Jahre angesammelt haben, für den Fall, dass das Militär in nächster Zeit ein groß angelegtes Gemetzel vornimmt. Dieser Teil der Offiziere handelt rein instinktiv! Der andere Flügel hingegen sieht in jeglicher Konzession in Richtung “Demokratie” das eigene Ende.

Die Existenz der unterschiedlichen Flügel innerhalb des Militärs mag auch erklären, warum Ibrahim Gambari, der Spezialgesandte der UNO für Burma, derzeit offenbar ohne Probleme nach Burma reisen kann. Dies wäre in der Vergangenheit undenkbar gewesen! Offensichtlich möchte sich das Regime die Verhandlungsschiene offen halten. Ein “Mediator” von außen könnte der Opposition den Weg zur Macht ebnen, was vom Regime derzeit als einzig in Frage kommende Maßnahme betrachtet wird, die die derzeitige Protestwelle stoppen könnte.

Von China erwartet man sich, dass es eine wichtige Rolle beim Entschärfen der Situation spielt. Gewöhnlich lautet die Politik Chinas für Situationen wie der aktuellen in Burma, sich nicht einzumischen in die “internen Angelegenheiten” eines anderen Staates. Ebenso wird umgekehrt vertreten, dass andere Länder sich nicht in die “internen Angelegenheiten” Chinas einzumischen hätten, so z.B. bei der brutalen Niederschlagung der Proteste am Platz des Himmlischen Friedens vor fast 20 Jahren. An dieser Politik kann China aber nun nicht länger festhalten!

China hat in großem Stil in Burma investiert und hat daher ein Interesse an der Sicherheit der Investitionen. China ist im übrigen der größte Handelspartner von Burma. Wie bereits viele Kommentatoren angemerkt haben, geht es China nicht um die “Demokratie” in Burma – wieso sollte es auch, nachdem in China selbst ja nicht einmal “Demokratie” existiert! China geht es vielmehr darum, dass das burmesische Regime stabilisiert wird. China kämpft ebenso mit zahlreichen internen Problemen, ansteigenden sozialen Spannungen und weitverbreiteten Unmut. Es wird befürchtet, dass die chinesischen Massen eines Tages von der gegenwärtigen Situation in Burma Schlüsse ziehen für ihre eigene Situation.
In jüngster Zeit hat das burmesische Regime den Versuch gestartet, eine demokratische Verfassung auszuarbeiten. Der Text war allerdings so gestaltet, dass die wichtigsten Machthebel in den Händen der Militärs verblieben. China versuchte Druck auszuüben, um den Prozess zu beschleunigen. Es wollte auf eine Lockerung von oben hinwirken, um eine Explosion der Unzufriedenheit von unten zu verhindern. Das Militär hat jedoch ein wenig zu lange zugewartet, und als sie dann ihre harten ökonomischen Maßnahmen im August ankündigten, brachte dies das Fass zum Überlaufen.

Jian Yu, der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, verkündete gestern, dass China hoffe, dass “alle Beteiligten in Burma Zurückhaltung üben und in der gegenwärtigen Situation vernünftig handeln, um sicherzustellen, dass die Situation nicht eskaliert und verkompliziert wird”.

Wir können davon ausgehen, dass der diplomatische Druck auf das Regime in den nächsten Tagen erhöht werden wird. Auch wäre es keine große Überraschung, wenn in nächster Zeit diskrete Kommunikationswege zwischen Armeeoffizieren und Oppositionsmitgliedern durch westliche Diplomaten eröffnet werden, was allerdings keineswegs im Widerspruch stehen würde zu einer möglichen weiteren Eskalation in den nächsten Tagen. Eine Steigerung der Gewalt seitens der Militärs könnte die Massen derart aufbringen, dass ein Teil der Militärs sich gezwungen sehen könnte, Verhandlungen aufzunehmen, um die Situation zu beruhigen.

Egal, wie lang sich dieser Prozess hinziehen wird – am Ende wird eine Entwicklung hin zu einem bürgerlich – demokratischen Regime stehen. Das chinesische Regime würde eine solche Entwicklung am liebsten verhindern, da so dessen Einfluss auf Burma geschwächt werden würde. Die USA und andere westliche Mächte wiederum drängen darauf, dass die Opposition an die Macht kommt. Dahinter steckt natürlich nicht die Liebe des Westens zur Demokratie, sondern die Perspektive einer Vergrößerung des Einflussgebietes der einen oder anderen imperialistischen Macht.

So erklärt sich auch die umfangreiche Medienberichterstattung über die Bewegung in Burma. Je nach Bericht haben zwischen 70.000 und 100.000 Menschen an der größten Demonstration, die bis jetzt stattgefunden hat, teilgenommen - eine beeindruckende Bewegung! Niemand zweifelt am Mut der DemonstrantInnen angesichts des brutalen Militärapparats. Wenn man aber bedenkt, dass Burma eine Bevölkerung von 50 Millionen hat, ist diese Bewegung doch relativ klein verglichen mit Bewegungen, die in anderen Teilen der Welt vor nicht allzu langer Zeit stattgefunden haben!

Erinnern wir uns zum Beispiel an Mexiko, wo während der Protestbewegung gegen den Wahlbetrug bis zu drei Millionen Menschen auf den Straßen von Mexiko City waren. Es gab eine Massenbeteiligung an der Bewegung, die über Monate andauerte. Und wie sah hier die Medienberichterstattung aus? Die offiziellen Medien brachten erst gar keine Bilder von den Demonstrationen in Mexiko City. Es wurde sogar versucht, der Bewegung jegliche Bedeutung abzusprechen. Die Organe des Kapitals wie “The Economist” und die “Financial Times”, die dieser Tage von einer “Revolution” in Burma berichten, haben die Bedeutung der Bewegung in Mexiko schlichtweg ignoriert.

Wieso also die unterschiedliche Berichterstattung? Das liegt auf der Hand! In Burma wird am Ende der Bewegung eine bürgerliche Opposition, die bereits jetzt in enger Verbindung mit dem Imperialismus steht, an die Macht kommen. In Mexiko hingegen hat der Imperialismus Calderon den Rücken gestärkt und sich vor den Massen gefürchtet, die für Lopez Obrador auf die Straße gegangen sind. In Burma sehnt der Imperialismus den Fall des Regimes herbei und drängt auf eine neue Regierung, mit der in Zukunft “Geschäfte gemacht” werden können. In Mexiko war jener Politiker, mit dem man “Geschäfte machen” kann, derjenige, der den Wahlbetrug angeführt hat.

Wir sehen also, dass der Imperialismus mit zweierlei Maß misst bei der Verwendung von Begriffen wie “Revolution” und “Demokratie”. Für den Imperialismus bedeutet “Demokratie” nichts anderes als die uneingeschränkte Herrschaft des Kapitals. Auch nur der kleinste Ansatz einer echten Beteiligung der Massen am politischen Leben eines Landes wird als “diktatorisch” bewertet – daher auch dieses Label des Imperialismus für die Regierung Venezuelas.

Wir unterstützen die mutigen burmesischen Massen in ihrem Protest und bei ihrem Versuch, das Militärregime zu stürzen! Gleichzeitig müssen wir das Gesamtbild im Auge behalten und die Manöver des Imperialismus beobachten. Für die meisten Menschen steht die Opposition zwar in erster Linie für Demokratie und für den Sturz der Diktatur – wir wissen aber, dass noch mehr dahinter steckt!
 Der Artikel erschien am Samstag, 29. September 2007.  Fred Weston ist Redakteur von In Defence of Marxism     Wir spiegelten von: http://www.derfunke.at/
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« Antworten #12 am: 16. Februar 2008, 08:46:58 »

Zitat
Lagebericht:  
  Die allgemeine  hat sich seit den Protesten signifikant verschlechtert. 80% der Anführer der Mönche und der Studentengruppen, welche die Proteste anführten, sind im Gefängnis.

 Der Rest ist auf der Flucht und versucht, in Anbetracht des konstanten Risikos entdeckt zu werden, sich an sicheren Orten zu verstecken. Die burmesische Militärdiktatur schreckt vor ausgiebiger Folter nicht zurück, um sich durch das Aktivistennetzwerk zu arbeiten und auf ebenso brutale Art und Weise wurden weitere Proteste auf der Strasse umgehend unterdrückt.
 Unsere ursprüngliche Hoffung war es, die von der Junta organisierte Informationssperre zu brechen und die Verbindungen zur Außenwelt wiederherzustellen. Doch mittlerweile sind die Proteste abgeflaut, so dass es nichts Signifikantes mehr darüber zu berichten gibt.  

Doch es besteht noch immer Hoffnung. Dank Ihrer Unterstützung können wir sie am Leben erhalten:  

 1) Die Proteste letzten Herbst brachten eine neue Generation von Aktivisten in die Politik. Hunderttausende sind erpicht darauf, den Kampf aufzunehmen und sich für die Sache einzusetzen.  
  2) Die Brutalität, die gegen die in der Bevölkerung hoch geachteten Mönche angewendet wurde, brachte das Fass zum Überlaufen. Die Generäle verloren jegliche Legitimität beim Volk. Sie verschanzen sich in ihrer Urwaldhauptstadt und regieren durch Schreckensherrschaft.  
   3) Es gibt Meinungsverschiedenheiten innerhalb der burmesischen Armee und gewisse ranghohe Beamte verweigerten ein hartes vorgehen gegen die Demonstranten.  
  4) Der Internationale Druck bleibt bestehen: Der UNO Sicherheitsrat und China forderten von der Junta in Resolutionen, den (wenn auch mangelhaften) Demokratisierungsprozess voranzutreiben. Im Mai soll ein konstitutionelles Referendum abgehalten werden.  
   5) 2008 wird ein entscheidendes Jahr für die burmesische Demokratiebewegung, und es werden verheißungsvolle Pläne geschmiedet. Die Bewegung arbeitet an ihrer großen Rückkehr.


Vor 3 Monaten haben sich Hunderttausende Mitglieder des Avaaz Netzwerkes an unserer Burma -Kampagne beteiligt und in nur vier Tagen über $325,000 gespendet, um die Bemühungen des burmesischen Volkes für einen friedlichen politischen Wandel zu unterstützen und die Aufmerksamkeit

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« Antworten #13 am: 13. Juni 2011, 14:01:04 »

Zitat
   Hungerstreik    

Rangoon: Im berüchtigten Insein-Gefängnis haben sich 17 männliche politische Gefangene dem Hungerstreik einiger Frauen angeschlossen. Sie fordern u.a. besseres Essen, medizinische Versorgung und das Recht, Bücher zu lesen. Ausserdem das Recht, sich unbeobachtet mit Besuchern zu unterhalten - was ausländischen Kriminellen erlaubt ist. Die neue Regierung hat vor einer Woche etwa 2000 Gefangene amnestiert - darunter waren aber nur 47 von 2000, die seit dem Massenaufstand im September 2007 im Knast sitzen.
Quelle: Mizzima, The Irrawaddy, 23.5.11


Zitat
   Erfolgreicher Streik    

Pegu: 65 Arbeiter (meist Frauen) der Cap 1 Hutfabrik streikten gegen die strenge Fabrikordnung. Am nächsten Tag stimmte der koreanische Eigentümer zu, dass zwei Vorarbeiter abgesetzt und in eine andere Fabrik versetzt werden. Die Regeln bezüglich Gesprächen und Toilettengang während der Arbeitszeit werden gelockert.
Quelle: Mizzima, 8.6.2011

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« Antworten #14 am: 07. Oktober 2011, 19:26:18 »

Zitat
Arbeiterprotest    

Rangoon: Mehr als 300 ArbeiterInnen der Esquire Schuhfabrik (Kapital aus Südkorea) im Hlaing Tharyar Industriepark protestierten gegen die Nichtzahlung einer monatlichen Anwesenheitsprämie von etwa 3,50 US$. Es war ein Sit-In vor der Fabrik, kein richtiger Streik, weil die Fabrik sowieso wegen mangelnden Aufträgen geschlossen war. Nach Verhandlungen erklärte sich der Besitzer bereit, die Prämie zu zahlen.
Quelle: Mizzima, 6.9.11


Zitat
   Landkonflikt    

Nyaungon, Pyin Oo Lwin: 2008 wurde den Bauern ein 200 Hektar großes Stück Land zugunsten einer staatseigenen Kaffeeplantage weggenommen. Die hat aber kürzlich angefangen, kleinere Stücke zu verkaufen, was die Bauern so erbost hat, daß sie - angeblich - etwa 50 Hektar zerstört haben. Sie sagen, sie hätten nur Bäume gefällt, wo noch kein Kaffee angebaut wird. Daraufhin wurden 5 Leute verhaftet. Dagegen gabs Protest von etwa 100 Bauern; Beamte unter Führung des Bezirkschefs kamen und hielten eine Versammlung ab. Danach baten sie 5 Bauern, sie in die Stadt zu begleiten, um dort den Fall schneller zu bereinigen. Sie waren damit einverstanden, wurden aber einfach verhaftet.
Quelle: Democratic Voice of Burma, 9.9.11


Zitat
Landprotest    

Pathein: Mehr als 100 Reisbauern demonstrierten zur Gemeindeverwaltung und übergaben ein Schreiben, in welchem sie gegen die Konfiszierung ihres Landes protestieren. Außerdem baten sie die Behörden um Hilfe. Ab dem Jahr 2000 wurden sie unter Druck gesetzt, Land weit unter Marktwert an das Yuzana Unternehmen zu verkaufen. Dessen Eigentümer werden dem enge Kontakte zur herrschenden Militärführung nachgesagt. Das Unternehmen züchtet auf dem abgenötigten Land Fische und Garnelen. Im Jahr 2006 wurde den Bauern entschädigungslos weiteres Land von der burmesischen Luftwaffe weggenommen.
Quelle: The Irrawaddy, 15.9.2011


Zitat
   Jahrestag    

Rangoon: Im August/Sept. 2007 gab es in Burma ein große friedliche Protestbewegung gegen die Regierungspolitik. Um daran zu erinnern, dass das vier Jahre her ist und viele der damaligen Aktivisten deswegen immer noch im Gefängnis sitzen, demonstrierten 200 durch die Hauptstadt. Sie wurden allerdings bald von der Polizei gestoppt und nach Hause geschickt.
Quelle: Mizzima, Democratic Voice of Burma, 26.9.2011
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« Antworten #15 am: 24. August 2012, 15:13:44 »

24.08.12 - Burma: Dorfbewohner gegen Landvertreibung

In Sagaing im Nordwest Myanmar (Burma) demonstrierten am Mittwoch bis zu 1.000 Dorfbewohner zur Stadtverwaltung, um gegen die Vertreibung von ihrem Land wegen der Erweiterung einer Kupfermine zu protestieren ...

Quelle: RF News
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« Antworten #16 am: 26. Januar 2015, 12:19:19 »

Zitat
Bauernprotest    

Myitta bei Mandalay: 500 Bauern demonstrierten für die Rückgabe von etwa 2500 ha Land, das ihnen 1976 vom Militär gestohlen worden ist.
Quelle: Eleven, 4.12.14

Zitat
   Bauern verletzt    

Bei der Latpadaung-Mine ist es wieder zu Zusammenstößen gekommen. Die Bauern versammelten sich, weil sie gehört hatten, daß die Mine erneut ihre Zäune verschieben will. Die Polizei schoß mit Gummikugeln und verletzt zwei Leute.
Quelle: Eleven, Democratic Voice of Burma, 14.12.14

Zitat
Streik    

Rangoon, Industriepark Hlaingtharyar: Mehr als 2000 ArbeiterInnen der Bogart Lingerie streiken, weil die Fabrik seit einiger Zeit angefangen hat, die Löhne zu kürzen.
Quelle: Eleven, 13.12.14

Zitat
Bäuerin erschossen    

Eine Frau wurde getötet, bis zu 20 weitere verletzt, als Polizei zusammen mit Beschäftigten aus China den Protest gegen die Erweiterung der Latpadaung-Mine (8834) in Nordwest-Myanmar angriff. 200 Bauern hatten protestiert; die Polizei war mit 600 Mann vor Ort. Die Mine wird von einem Joint-Venture von der chinesischen Firma Wanbao und einer Firma des Militärs von Myanmar betrieben.
Quelle: Democratic Voice of Burma, Eleven, 23.12.14

Zitat
   6,30    

Rangoon: Mehr als 150 Arbeiterinnen der Yess Candy Fabrik streikten für mehr Geld und Feiertagszuschläge. Sie haben ursprünglich 30 000 Kyat gefordert als Mindestlohn. Man einigte sich dann auf 7500 Kyat im Monat (ca. 6,30 €). Allerdings wurde ihnen abends der Zugang zu ihren Unterkünften verwehrt. Sie mußten in einem Kloster übernachten.
   Quelle: Democratic Voice of Burma, 9.1.15

Zitat
Protest    

Etwa 1000 Leute folgten einem Aufruf von Gewerkschaften, Studentenverbände und Bauernorganisationen zu einem gemeinsamen regionalen Treffen. Es geht darum, den gemeinsamen Widerstand gegen die repressive Politik der Regierung zu besprechen.
Quelle: Eleven, The Irrawaddy, 16.1.15

« Letzte Änderung: 26. Januar 2015, 12:43:25 von ManOfConstantSorrow » Gespeichert

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« Antworten #17 am: 26. Januar 2015, 12:57:59 »

Mir ist schon bewußt, daß ein Teil der chefduzen Community es befremdlich findet, daß ich mich für exotische Länder wie Myanmar interessiere und man wird sich denken: "Was das das denn mit uns zu tun?"

Es ist durchaus eine simple Tatsache, daß in Zeiten der Globalisierung keine Entwicklung in der Welt folgenlos für das geschehen im Rest der Welt bleibt.
Und an Myanmar ist vieles verdammt interessant. Das Land war seit 1962 unter eine Militärdiktatur, bis  2011 ein ziviler Präsident als Staatsoberhaupt eingesetzt wurde. Ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung lebt von der Opiumproduktion. Es gibt dort rechtsradikale Buddhisten, darunter auch Mönche, die Pogrome gegen Moslems anzetteln. Es tummeln sich in dem Land internationale Investoren. Das ist nicht verwunderlich, wenn ein Monatslohn von 6.30 Euro (Beitrag siehe oben) möglich ist.

Und natürlich ist es spannend zu sehen, wie sich dort Widerstand entwickelt. Das Zusammenkommen von Gewerkschaften, Studentenverbänden und Bauernorganisationen klingt vielversprechend...
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« Antworten #18 am: 12. März 2015, 19:52:49 »

Zitat
Myanmars Polizei knüppelt Proteste nieder

Der Protestmarsch der Studenten wurde zum zweiten Mal aufgehalten. Die Polizei prügelt mit Schlagstöcken auf die Demonstranten ein, es gab 120 Festnahmen. Erinnerungen an die Repression unter der Junta werden wach.




Stacheldraht und Barrikaden hatten die Studenten stoppen sollen. Dann ging die Polizei mit Schlagstöcken direkt auf die etwa 200 jungen Leute los, die mit ihrem wochenlangen Marsch nach Rangun gegen das neue Bildungsgesetz Myanmars (früher: Birma) protestieren wollen. In Letpadan wurde die Demonstration gewaltsam aufgelöst, auch Mönche und Journalisten wurden laut Augenzeugenberichten verprügelt.

Rund die Hälfte der Protestierenden wurde festgenommen, einige mussten schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht werden. Etwa 120 Aktivisten und Unterstützer seien inhaftiert worden, teilte ein Polizeisprecher der Agentur AFP mit. 16 Polizisten seien durch Steinwürfe verletzt worden. Einige Demonstranten versuchten zu fliehen und wurden bis in einen buddhistische Tempel hinein verfolgt.

Das neue Bildungsgesetz unterdrückt nach Ansicht der Studenten die akademische Unabhängigkeit. Sie fordern ein demokratisches und freies Ausbildungssystem. Eine größere Gruppe wollte von Mandalay im Landeszentrum ins etwa 600 Kilometer entfernte Rangun ziehen, war jedoch etwa 140 Kilometer vor ihrem Ziel von der Polizei in Letpadan umzingelt worden. Hoffnungen auf Gespräche mit der Regierung wurden nicht erfüllt.

Kritiker fürchten mit dem brutalen Vorgehen des Staatsapparats einen Rückfall in die Ära der Militärdiktatur. Die Tarnung sei gefallen, man sei "zurück im alten Birma", erklärte zum Beispiel ein Sprecher von Human Rights Watch (HRW).

In Rangun hat es häufig Studentenproteste gegeben. 1988 wurde so die Initialzündung für eine Demokratiebewegung gegeben, die das ganze Land erfasste, bevor sie von der damaligen Militärregierung niedergeschlagen wurde. Seit 2011 führt eine halb-zivile Regierung Myanmar. Sie hat erste Reformen angestoßen.
http://www.dw.de/myanmars-polizei-kn%C3%BCppelt-proteste-nieder/a-18305733

Auch interessant: http://www.dw.de/flucht-vor-neuem-feldzug-gegen-die-kokang/a-18259048
http://www.dw.de/die-opiumbauern-von-myanmar/a-18257786
http://www.dw.de/vertreibungen-wegen-myanmars-kupfer/a-18247483
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« Antworten #19 am: 17. Februar 2016, 13:48:52 »

Myanmar ist ein Teil der Erde, über den man gelegentlich eine Meldung hört, der aber ansonsten außerhalb des medialen Interesses steht.

Die Politikerin Aung San Suu Kyi wurde vom Westen zur Lichtgestalt erklärt, ihr der Friedensnobellpreis überreicht und es wurde ein kitschiger Hollywoodfilm über diese Kämpferin für Freiheit und Demokratie gemacht.

Wie diese neue Freiheit aussieht, ist kaum noch im öffentlichen Interesse.
Das ohnehin bettelarme Land (bzw. ihre bettelarme Bevölkerung) ist nun zur Plünderung durch internationale Konzerne freigegeben.
In den sozialen Umbrüchen wird Rassismus zu einem Ventil und es kommt vermehrt zu Pogromen von der Buddhistischen Mehrheit gegen die Muslimische Minderheit. Davon will die esoterisch angehauchte deutsche Öffentlichkeit nichts hören.
Zitat
...erschrecken neue anti-muslimische DVDs in Myanmar ihre Käufer mit Schauervisionen einer muslimischen Weltherrschaft.
Gegen solche Propaganda, gegen Vertreibung und Mord aufzubegehren – wäre das nun nicht die neue Aufgabe von Aung San Suu Kyi? Doch die Friedensnobelpreisträgerin schweigt dazu.
http://www.zeit.de/2013/21/myanmar-buddhisten-muslime/komplettansicht

Die Plünderung der Rohstoffe des Landes hinterläßt ein ökologisches Desaster.
Die Bevölkerung wird zusehens zu reinem Menschenmaterial auf dem internationalen Sklavenmarkt.
Wir sehen hier, wie die Märkte die Poltik ersetzen und es schon richten.

Zitat
Myanmar wird das neue Bangladesch
Viele Textilhersteller verließen seit dem Rana-Plaza-Unglück Bangladesch, nicht wenige davon gingen nach Myanmar. Die prekären Arbeitsbedingungen haben sie mitgenommen.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-12/myanmar-textilindustrie-mitarbeiter-lohn-oxfam-studie

Zitat
Jeden Tag schuften sie 16 Stunden in der stinkenden Halle, mit den Händen im Eiswasser puhlen sie Shrimps den Panzer vom Fleisch und schneiden die Köpfe ab. 80 Kilo schaffen sie täglich, dafür erhalten sie 3,60 Euro Lohn. Oder auch mal weniger oder gar nichts.
...
Die Arbeit in den riesigen Hallen der Fabriken wird meist von illegalen Einwanderern verrichtet. Sie kamen mit großen Hoffnungen und falschen Versprechen nach Thailand, meist aus Laos oder Mynmar, und leben jetzt in Knechtschaft. Wie Nummer 31. In der Fabrik, in der er arbeitet, sind auch Kinder beschäftigt. Ein Mädchen ist noch so klein, dass sie sich auf den Stuhl stellen muss, um arbeiten zu können, berichten Reporter der Nachrichtenagentur "AP".
http://www.stern.de/wirtschaft/news/thailand--ein-leben-als-sklave-fuer-den-scampi-hunger-europas-6606426.html

Zitat
Burma: Das gefährliche Millionengeschäft mit Jade

Bei einem Erdrutsch nahe einer Jademine sind mindestens 100 Menschen gestorben. Beim Abbau von Jade im Norden des Landes kommt es immer wieder zu Unfällen.
http://diepresse.com/home/panorama/welt/4872741/Burma_Das-gefaehrliche-Millionengeschaeft-mit-Jade

Zitat
Die entrechteten Frauen von Myanmar

In Myanmar wächst das Geschäft mit der Not von Frauen. Prostituierte verkaufen ihre Körper für zwei Euro, leben in vermüllten Armenvierteln und abgeschotteten Bordellen.
http://www.fr-online.de/panorama/prostitution--die-entrechteten-frauen-von-myanmar-,1472782,33801450.html
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« Antworten #20 am: 26. April 2016, 09:47:46 »

Zitat
Kinderarbeit:
Die Kinderfischer von Myanmar

Seit Myanmar seine Wirtschaft geöffnet hat, steigt der Bedarf an Arbeitskräften. Statt zur Schule geht inzwischen jedes fünfte Kind zwischen 10 und 17 Jahren arbeiten.


Myanmar braucht bessere Arbeitsgesetze für Kinder. Viel zu viele von ihnen gehen nicht zur Schule, weil sie arbeiten müssen, und das unter schwersten Bedingungen. Jungen wie Mädchen, die teils erst neun Jahre alt sind, schleppen Fische, stehen stundenlang im Meerwasser und schuften in 12-Stunden-Schichten bis in die Nacht hinein. Politiker, Aktivisten und Betroffene fordern nun unter anderem, dass Kinder unter 18 Jahren keine Schwerstarbeit mehr verrichten dürfen. Doch die Fischerfamilien zweifeln, dass es zu den versprochenen Veränderungen kommen wird.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-04/myanmar-fischerei-kinder-fs
(Artikel mit Fotostrecke)
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« Antworten #21 am: 24. April 2017, 19:53:36 »

Zitat
   Langer Streik    
Seit 25 Tagen streiken ArbeiterInnen der Plastikfabrik Shwe Mi in Hlaing Tharyar. Nachdem einige Forderungen erfüllt worden sind, sind von 300 fast 130 wieder zur Arbeit zurückgekehrt. Die anderen fordern nach wie vor eine Lohnerhöhung und vor allem Entschädigungen bzw. Renten für die KollegInnen, die bei der Arbeit krank geworden sind. Es gibt viele Fälle von TBC, Blutkrebs und Fehlgeburten, die von den ArbeiterInnen auf die Chemikalien bei der Produktion und beim Drucken auf Plastiktüten zurückgeführt werden.
   Quelle: The Myanmar Times, 23.12.16

Zitat
   Streik


[Streik bei der Hallmark Garment]

Hlaing Tharyar: Die 200 ArbeiterInnen der Hallmark Garment sind am 5.1., am üblichen Zahlungstermin, nicht bezahlt worden. Es gab auch keine Erklärung dafür. Deshalb haben sie tags darauf die Arbeit niedergelegt. Die Firma versprach dann, am 12.1. zu zahlen, aber auch gestern gabs kein Geld. Die Fabrik hat zwar Nähmaschinen, Autos u.a. verkauft, sagt aber, die Produktion werde fortgesetzt.
Quelle: The Myanmar Times, 13.1.17

Zitat
   Erneut im Streik    
Mandalay: Die 600 ArbeiterInnen der Panda Textile hatten ab Juni 2016 mehrere Wochen gestreikt, weil die Firma nach der Privatisierung (früher staatlich) die Arbeitsverträge geändert hatte (9471, 9378). Im November war in Verhandlungen eine Einigung erzielt worden; die Firma legte aber nach und verlangte die Neuverhandlung über 8 Punkte. Vor allem mit der Wiedereinstellung von Entlassenen ist sie nicht einverstanden. Jetzt sind die ArbeiterInnen erneut in Streik getreten.
Quelle: The Myanmar Times, 23.1.17

Zitat
        Gegen Goldsucher    
Thabeikkyin, Mandalay: Bauern aus 8 Dörfern protestieren vor dem Bergbauamt. Ihre Dörfer und ihr Land werden von Goldschürfern heimgesucht, die Erlaubnisse haben, deren Besitzer das Innenministerium ist. Diese Erlaubnisse sind noch von der alten Regierung ausgegeben worden; von einer demokratischen Regierung erwarten sie eine Untersuchung.
Quelle: The Myanmar Times, 27.1.17

Zitat
   Frieden !    
In mehreren Städten wie Bago, Sagaing, Pulaw demonstrierten insgesamt Tausende für ein Ende der Kriege der nationalen Armee gegen Einheiten von Minderheiten. In Yangon nahmen etwa 500 teil. Kämpfe gibt es im nördlichen Shan State, in Rakhine und in Kachin. Die Demonstranten fordern einen neuen Versuch für eine Friedenskonferenz, Freizügigkeit für alle Vertriebenen (etwa 500 000) und Reduzierung der Militärausgaben.
Quelle: The Irrawaddy, The Myanmar Times, 6.2.17

Zitat
   Land her !
Sagaing: Erneut haben 100 Anwohner vor der Letpadaung Kupfermine (9327) demonstriert und die Zufahrt blockiert. Sie fordern, dass die Firma (Wanbao Mining Copper (chinesisch) und Union of Myanmar Economic Holding (gehört dem Militär)) endlich die 780 Hektar Land bereitstellt, die ihnen von einer Parlamentskommission als Ersatz für die zerstörte Ernte von 2014 zugestanden hatte.
Quelle: Mizzima, 22.2.17

Zitat
   Fabrik aufgemischt    
Yangon: Vor zwei Jahren wurde die Fabrik von chinesischen Investoren eröffnet; sie wollten von den niedrigen Löhnen in Myanmar profitieren. Jetzt haben 300 ArbeiterInnen der Hangzhou Hundred-Tex Garment (Myanmar) die Fabrik gestürmt, chinesische Beschäftigte kurz als Geiseln genommen und Anlagen demoliert. Anlass war die Entlassung eines Kollegen. 5 Arbeiter wurden festgenommen.
Quelle: South China Morning Post, 24.2.17

Zitat
          Bäcker    
Yangon, Hlaing Tharyar Industriepark: Mehr als 400 ArbeiterInnen der Good Morning Bakery Brot- und Kuchenfabrik der Myanmar Mayson Co. streiken, weil die Firma 184 KollegInnen entlassen will. Sie werfen der Firma vor, absichtlich diese Fabrik abzuwirtschaften, während in zwei anderen Fabriken neue Leute eingestellt worden sind. Dort gibt es allerdings keine Gewerkschaft. Entsprechend sind viele Gewerkschafter unter den Entlassenen. Viele arbeiten schon 10 Jahre oder länger in der Fabrik.
Quelle: The Myanmar Times, 10.3.17


Zitat
      Streik erfolgreich    
Yangon: Nach drei Wochen Streik hat die Hangzhou Hundred-Tex Garment (9650) den Forderungen der ArbeiterInnen zugestimmt. Es wird ab sofort der Mindestlohn bezahlt (3600 Kyat, 2,70 US$ am Tag), Überstunden werden bezahlt und ein entlassener Gewerkschafter wieder eingestellt. Der Streik bei der Hundred-Tex hatte international Aufsehen erregt, weil die ArbeiterInnen die Fabrik gestürmt hatten und vorübergehend chinesische Manager festgesetzt hatten. Die Nachricht, dass Anlagen beschädigt worden wären, wird von der Gewerkschaft aber bestritten: nur einige Plastikstühle in der Kantine seien kaputt gegangen. Die Fabrik arbeitet ausschließlich für H&M. Die Fabrik war vor drei Jahren eröffnet worden, um von den niedrigen Löhnen zu profitieren. In Hangzhou muß dreimal soviel bezahlt werden.
Quelle: South China Morning Post, 11.3.17

Zitat
      PflegerInnen    
Yangon: Etwa 500 KrankenpflegerInnen und Hebammen demonstrierten gegen eine neue Vorschrift, die besagt, dass sie eine Arbeitslizenz erst erhalten, nachdem sie 3 Jahre in öffentlichen Krankenhäusern gearbeitet haben. Ohne diese Lizenz dürfen sie weder selbstständig noch in privaten Krankenhäusern arbeiten.
Quelle: The Myanmar Times, 16.3.17

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            Feiertage !    
Hlaing Tharyar, Yangon: Mehr als 1000 ArbeiterInnen der Ever Sunny Foods sind in Streik gegangen, um gegen die Entscheidung der Geschäftsführung zu protestieren, ihnen am burmesischen Neujahrsfest nur 5 Tage frei zu geben. Im letzten Monat haben sie an allen Wochenende gearbeitet, ohne die Überstunden bezahlt gekriegt zu haben. Mit dem Versprechen, dass sie zu den Feiertagen 15 Tage frei kriegen. Jetzt verlangen sie 10 Tage frei. Daneben haben sie noch andere Beschwerden, zum Beispiel die unzureichenden Toilettenanlagen, die zu kleine Kantine, das Verbot, Handys zu benutzen.
Ebenfalls in Hlaing Tharyar streiken 500 ArbeiterInnen der Running Tex (Kapital aus China) für 10 freie Tage am Neujahrsfest.
Quelle: The Myanmar Times, 21.3.17

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   Blockiert    
An der Letpadaung Kupfermine ist es erneut zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Anwohner hatten die Straße blockiert, auf der die LKW das Erz wegbringen. Sie protestierten damit gegen die vielen Unfälle, die diese LKW verursachen - Vieh töten, Anwohner verletzen. Beschwerden darüber wurden nicht beachtet. Die Polizei setzte Tränengas ein; die Leute wehrten sich mit Zwillen und Steinen. 15 Leute wurden verletzt.
Quelle: The Irrawaddy, 25.3.17

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       Wasserfest    
Yangon: Mehr als 5000 Gewerkschafter demonstrierten gegen die Entscheidung der Regierung, die Feiertage zum Thingyan- Fest (burmesisches Wasserfest zum Neujahr) von 10 auf 5 zu reduzieren. Diese Entscheidung gilt nur für den Privatsektor, Staatsbedienstete kriegen nach wie vor 10 Tage frei. Die abgezogenen Feiertage sollen allerdings auf andere Feste verteilt werden. Die Arbeiter sagen, 5 Tage wären zu kurz, um ihre zum Teil sehr entfernt wohnenden Familien zu besuchen. In den letzten beiden Wochen gabs 10 Streiks wegen der Feiertagsreduzierung
Quelle: The Myanmar Times, 27.3.17

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   Streik    
Hlaing Tharyar, Yangon: 650 ArbeiterInnen der Bekleidungsfabrik Myanmar Gun San (Kapital aus Südkorea) sind im Streik, weil auch diese Fabrik nur 5 Tage Urlaub über das Wasserfest gewähren wollte. Daneben haben sie noch weitere 21 Forderungen, wie zum Beispiel das Recht auf freie Tage, Sozialversicherung und die Zähmung des unverschämten Sicherheitspersonals. Die Fabrik hat angeboten, weitere 5 Tage frei zu geben, diese müßten aber nachgearbeitet werden.
Quelle: The Myanmar Times, 30.3.17

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« Antworten #22 am: 08. September 2017, 10:03:48 »

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Hunderttausende fordern Aberkennung von Suu Kyis Friedensnobelpreis

Internationaler Druck auf die mächtigste Politikerin Myanmars: Suu Kyi tue nichts gegen die Verfolgung der Rohingya im Land. Sie solle ihren Nobelpreis verlieren.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-09/verfolgung-rohingya-myanmar-san-suu-kyi-friedensnobelpreis

Ich schließe mich der Forderung an!
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« Antworten #23 am: 09. September 2017, 14:05:17 »

Gerne, und dem Drohnenmörder Obama gleich mit.
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Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
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« Antworten #24 am: 03. Dezember 2017, 20:03:04 »

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   Arbeiterdemo    
Mandalay: Mehr als 500 ArbeiterInnen demonstrierten für höhere Mindestlöhne (derzeit 3600 K für 8 Std., etwa 2,30 €). Daneben fordern sie mehr Schutz gegen willkürliche Entlassungen, mehr Arbeitssicherheit und die Einrichtung einer Arbeitsgerichtsbarkeit.
Quelle: The Myanmar Times, 19.7.17

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   Zerstört    
Human Rights Watch hat Sattelitenaufnahmen vom 16. September (der Monsun hatte sich aufgeklärt) analysiert und festgestellt, dass im Rakhine-Staat 214 Dörfer zu mehr als 90 % zerstört sind. Das entspricht den Berichten der mehr als 400 000 Rohingya, die nach Bangladesh geflohen sind und von Brandstiftung, Mord und Plünderung erzählen. Sprecher des Militärs weisen dies zurück und sagen, die Fliehenden hätten selbst die Feuer gelegt
Quelle: Human Rights Watch, 18.9.17

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   Streik    
Hlaing Tharyar, Yangon: Mehr als 500 ArbeiterInnen der Solamoda Garment streiken für höhere Löhne und andere Forderungen. Am 21.9. war zu Auseinandersetzungen mit der Security gekommen, als die Streikenden versuchten, Manager daran zu hindern, Waren aus der Fabrik zu bringen. Dabei waren 5 Frauen verletzt worden. Die Produktion ist gestoppt.
Quelle: The Myanmar Times, 26.9.17

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   Gegen Nationalpark    
Putao, Machanbaw und Naungmon, Kachin State: An die 10 000 haben gegen den Plan demonstriert, den Mt. Hkakabo Razi National Park zu erweitern und zum UNESCO- Naturerbe zu erklären. Der 3800 Quadratkilometer umfassende Nationalpark war 1996 eingerichtet worden. Die Anwohner, bzw. Bewohner klagen, dass sie seit damals stark in ihrer Lebenshaltung eingeschränkt sind, weil sie nicht mehr jagen und fischen dürfen.
Quelle: The Irrawaddy, The Myanmar Times, 29.9.17

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   Jadesammler erschossen    
Hpakant, Kachin State: Polizei, die die Jade-Mine der Triple One Company (ein Myanmar-China Joint Venture) bewacht, hat 5 Jade-Sammler erschossen und 20 weitere zum Teil schwer verletzt. Die Arbeiter versuchen, aus den Abraumhalden der Bergwerke noch Jade-Splitter zu finden. Es begann damit, dass etwa 60 Leute das Gelände der Mine betraten; es kam zu ersten Auseinandersetzungen. Später kamen 600, die sich ein Gefecht mit Steinwürfen mit den Sicherheitskräften lieferten. Daraufhin setzte die Polizei scharfe Waffen ein.
Quelle: The Irrawaddy, Radio Free Asia, 19.10.17

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   "Repatriierung"    
Die Regierung, allen voran Frau Aung San Suu Kyi, hat Pläne vorgestellt, wie die 600 000 geflohenen Rohingya wieder zurück geholt werden sollen. Es wurde ein ziviles Komitee gebildet. Bei genauerem Hinsehen allerdings zeigt sich, dass es bei der Vetreibung der Rohingya auch um ein großes Bauernlegen geht. Diejenigen, die zurückkommen wollen, müssen ihre Identität beweisen. Sie werden ihr Land nicht zurück erhalten, auch wenn sie Dokumente besitzen, die den Besitz belegen (Der Landwirtschaftsminister des Bundesstaates Rakhine: "Es gibt kein Landbesitz für die, die keine Staatsbürgerschaft haben"). Die Zurückgekommen sollen in "Modelldörfern" angesiedelt werden. Ihre Landfrüchte, vor allem der Reis, werden dann schon vom Staat abgeerntet sein - es geht um fast 30 000 Hektar. Staatliche Vollernter sollen im Januar fast 6000 Hektar Reis ernten, der Millionen Dollar wert sein wird.
Quelle: The Irrawaddy, 23.10.17

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   Abgang ist überall ?    
Yangon: Nach dem viertägigen Streik bei der Solamoda Garments hatte die Firma 10 ArbeiterInnen entlassen, darunter sieben Gewerkschafter. Jetzt hat die Firma nachgelegt und die Entlassenen des Diebstahls von 700 Kleidungsstücken während des Streiks beschuldigt. Das weisen die Beschuldigten natürlich zurück.
Quelle: The Myanmar Times, 31.10.17

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   Erfolgreicher Streik    
Insein: Mehr als 160 ArbeiterInnen der Very Impressive Prospect (Sportartikel wie Badminton- und Tennisschläger, Golfschläger und Fahrradrahmen) sind in Streik getreten, weil die Fabrik die Zulagen kürzen wollte. Jetzt sind sie wieder zur Arbeit zurückgekehrt, weil alle ihre Forderungen erfüllt werden. Neben den Zulagen sind das Verbesserungen in Arbeitssicherheit, medizinischer Notfallversorgung etc.
Quelle: The Myanmar Times, 24.11.17
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