Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: 1 ... 4 5 6 7 [8] |   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Sargnägel für die Zeitarbeit  (Gelesen 112308 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Kuddel


Beiträge: 11449


« Antworten #175 am: 06. März 2018, 21:56:10 »

Diese Liste ist sehr lückenhaft.
Postet weitere Beispiele von Aktionen gegen Sklavenhänder!
Auch halbgare und gescheiterte!
Sie alle sind wichtig und Teil des Kampfes!


Habe gerade Bilder einer zurückliegenden Aktion im Netz gefunden:















Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 1189


« Antworten #176 am: 15. März 2018, 12:22:30 »

Klingt nett:
Zitat
15.3.18
Ließen sich Leiharbeiter aus Protest krankschreiben?

Haben sich fast 50 Leiharbeiter verabredet, sich gleichzeitig krankschreiben zu lassen, um so ­gegen ihre Versetzung zu protestieren? Diesem ­Vorwurf geht das Arbeitsgericht nach. (Bezahlschranke)

http://www.op-marburg.de/Landkreis/Ostkreis/Liessen-sich-Leiharbeiter-aus-Protest-krankschreiben
Gespeichert
admin
Administrator

Beiträge: 2306


« Antworten #177 am: 20. März 2018, 17:41:50 »

Zitat
Leiharbeitnehmerin hat Kündigungsschutzverfahren gegen real gewonnen!

Die erste Kammer des Arbeitsgerichts Mönchengladbach hatte über die Kündigung einer Mitarbeiterin eines Zeitarbeitsunternehmens zu entscheiden. Die Klägerin war bei der Beklagten seit 2013 bei der Beklagten in Teilzeit beschäftigt. Sie war durchgehend bei einem Einzelhandelsunternehmen als Kassiererin eingesetzt. Der Kunde lehnte einen Einsatz der Klägerin über den 31.12.2017 hinaus ab.
zu den Hintergründen: http://www.labournet.de/?p=129090

Wir gratulieren!

Gespeichert
dagobert


Beiträge: 4655


« Antworten #178 am: 20. März 2018, 21:03:15 »

Wir gratulieren!

Ich auch.

Trotzdem kann ich mir ein paar Kommentare zu dem Artikel nicht verkneifen.

a) Die LAN hat nicht gegen Real gewonnen, sondern gegen die ZAF (= ihr Arbeitgeber).
b) Ich she hier nicht den auf labournet proklamierten Präzedenzfall, sondern lediglich ein Arbeitsgericht welches sich in seinem Urteil an der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zu betriebsbedingten Kündigungen in der Zeitarbeit orientiert.
---> BAG, 20.06.2013, 2 AZR 271/12
http://www.rechtsprechung-im-internet.de/jportal/portal/t/1cvs/page/bsjrsprod.psml?doc.hl=1&doc.id=KARE600041131&documentnumber=1&numberofresults=16&doctyp=juris-r&showdoccase=1&doc.part=L&paramfromHL=true#focuspoint
Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 1189


« Antworten #179 am: 20. März 2018, 23:58:39 »

Zur Bedeutung des Urteils gibt es hier eine Einschätzung:
https://arbeitsunrecht.de/leiharbeit-wegweisendes-urteil-gegen-umgehung-von-equal-pay/
Ich bin mir auch nicht so sicher, ob das jetzt wegweisend ist oder nicht. Wenn sich kaum jemand wehrt, bleibt es ein Einzelerfolg.

Ansonsten ist der Geschäftsführer von Mumme Personalservice GmbH, Joachim Wilmers, ein klassisches Frettchen und feister Schmierlappen aus der Sklavenhändlerzunft:

Zitat
2011
(...)
Da will sich Mumme von den schwarzen Schafen der Branche abheben und mit einer menschlichen Mitarbeiterführung den Ruf der Zeitarbeit ins rechte Licht rücken.
(...)
„Geleistete Überstunden kommen bei uns auf ein Arbeitszeitkonto und werden in den schwachen Monaten von Dezember bis März ausgeglichen.“ Andere Zeitarbeitsfirmen setzen in diesen Monaten die Mitarbeiter schon mal schnell auf die Straße.
(...)
https://www.nrz.de/region/niederrhein/zurueck-zu-den-wurzeln-id4661978.html

Problem: Hackfressen dürfen das Maul aufmachen.
« Letzte Änderung: 21. März 2018, 00:02:32 von Fritz Linow » Gespeichert
dagobert


Beiträge: 4655


« Antworten #180 am: 21. März 2018, 21:24:01 »

PM vom ArbG Mönchengladbach:
http://www.lag-duesseldorf.nrw.de/beh_static/presse/mitteilungen/945_14_18.pdf
Gespeichert
dagobert


Beiträge: 4655


« Antworten #181 am: 23. März 2018, 00:01:46 »

Stefan Sell hat auch was dazu zu sagen, und Unrecht hat er nicht.  Smiley
https://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2018/03/ein-aktenzeichen-fuer-leiharbeiter-und-gegen-equal-pay-umgeher.html
Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 11449


« Antworten #182 am: 19. April 2018, 12:49:08 »

Neulich in Bremen Gröpelingen...

Gespeichert
hühnergott


Beiträge: 7



« Antworten #183 am: 20. April 2018, 14:20:09 »

Wie wär's hiermit :

“Die Leiharbeit ist eine Maschinerie, in die du als Schwein reingehst und als Wurst rauskommst“ Grin

habe ich bei

LabourNet Germany Leiharbeit und Sklavenhandel Archive ...
www.labournet.de/category/politik/alltag/leiharbeit/

gefunden.

Gespeichert
admin
Administrator

Beiträge: 2306


« Antworten #184 am: 27. Juni 2018, 20:35:37 »

Zitat
Proteste der Leihsklaven

Die internationalen Missstände innerhalb der immer größer werdenden Leiharbeitsbranche sind unübersehbar und bedingen nun auch die Inhaftierung von Fu Tianbo, dem Sprecher der chinesischen Leiharbeiter*innen. Ein Bericht zur Lage.


Noch nie gab es so viel Leiharbeit wie heute. Die Grenze von einer Million wurde in Deutschland längst überschritten. Als der Bundesverband der Sklavenhändler iGZ am 17. Mai in Münster seine Erfolge und das 20 jähriges Bestehen des Verbands feiern wollte, wollten die Betroffenen dieser Ausbeutungsform das nicht hinnehmen und riefen zum Protest auf.



Diese Protestaktion gehört in den Zusammenhang wachsender Unruhe unter den von Leiharbeit Betroffenen. Gerade in der Automobilindustrie wurde sichtbar, dass die Unzufriedenheit mit den prekären Arbeitsformen zu wachsendem Widerstand führt. Stammbeschäftigte von Daimler Bremen kämpften 2014 in einem Wilden Streik gegen Leiharbeit und Fremdvergabe. In dem VW Werk im nordchinesischen Changchun begann Ende 2016 ein kollektiver Protest der Leiharbeiter*innen, die „Equal Pay“ forderten, die gleiche Bezahlung wie die Stammbeschäftigten, die ihnen nach dem chinesischen Arbeitsrecht zusteht.

Statt ihre berechtigten Forderungen zu erfüllen, reagierten VW und der autoritäre chinesische Staat mit massiver Repression. Mehrere Aktivist*innen wurden verhaftet. Solidaritätsaktionen beim G20 Gipfel in Hamburg verbreiten sich in chinesischen sozialen Medien und befeuerten den Kampf der Leiharbeitenden. Als eine weitere Aktion von Leiharbeiter*innen und Unterstützern in Wolfsburg medial hohe Wellen schlug, sah sich der Konzern gezwungen, den Kampf zu befrieden, in dem man die aufmüpfigen Leiharbeiter*innen zu einem etwa doppelt so hohen Lohn wie bisher zum Jahresende 2017 in die Stammbelegschaft übernahm.

Grenzüberschreitende Solidarität der Leiharbeiter*innen

Die Pest der Leiharbeit hat sich rund um den Globus verbreitet. Neu ist, dass sich nun auch die Betroffenen grenzüberschreitend austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Die Leiharbeiter*innen von VW waren überrascht, dass die Unternehmensstrategie in so entfernten Ländern wie China und Deutschland nahezu identisch ist. Man versucht, die Belegschaft zu spalten und die in prekären Arbeitsverhältnissen Beschäftigten regelmäßig auszutauschen, damit sich dort kein Widerstand entwickelt. Ähnlich wie in China, begannen Leiharbeiter*innen bei VW in Hannover zu protestieren, als ihre Verträge ausliefen und keine Vertragsverlängerung möglich war.

Ihr Protest war nicht so erfolgreich, wie der ihrer chinesischen Kolleg*innen. Sie verloren ihren Job. Leiharbeiter*innen bei VW Emden haben derweil begonnen, sich auf juristischem Weg gegen die Personalpolitik von VW zu wehren. Es schließen sich noch immer weitere diesem Kampf vor Gericht an. Im Februar 2018 gab es eine Protestaktion vor dem Werk in Emden, auch weil Fu Tianbo, der Sprecher der chinesischen Leiharbeiter*innen, weiterhin in Haft ist.

Feiernde Missstände beim Leiharbeitsriesen iGZ

Drei Monate später wurde in Münster gegen Leiharbeit protestiert. In dem Aufruf heißt es: „Nach einer Anstellung von 9 Monaten in einem Unternehmen steht Leiharbeiter*innen der gleiche Lohn wie Stammbeschäftigten zu. In der Praxis werden die Leiharbeiter*innen oft vor Ablauf der 9 Monate entlassen.

Für viele heißt es: “Einmal Leiharbeit, immer Leiharbeit!”. (…) Zwischenhändler für Arbeitskraft bezeichnen wir als Sklavenhändler. Menschen verleiht man nicht! (…) Wir wollen diese entwürdigende Form der Arbeit beendet sehen und fordern ein sofortiges Verbot der Arbeitnehmerüberlassung. Leiharbeit kann man nicht “fair gestalten”, sie muß weg!“ Es wurde ein langes Transparent mit der Aufschrift „LEIHARBEIT VERBIETEN!“ entrollt.
Aktion gegen Bundeskongress Zeitarbeit


Auch die FAU Münsterland protestiert gegen den Bundeskongress Zeitarbeit

Während eine Vertreterin des Messe und Congress Centrums die Polizei rief, versuchten iGZ Leute, sich an die Protestierenden ranzuwanzen und schlugen vor, man solle doch lieber gemeinsam gegen die Schwarzen Schafe in der Branche vorgehen, um so etwas gegen den schlechten Ruf der Zeitarbeit zu erreichen. Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen iGZ hat schließlich mit einem gewaltigen Imageproblem zu kämpfen.

Um das Sklavenhändlerimage der Branche aufzupolieren, ließ sich Gregor Gysi als Gastredner anheuern und erklärte in Münster, er habe wenig Probleme damit, dass Migrant*innen kaum anderes als Leiharbeit angeboten bekommen: »wir werden auch nicht dagegen sein, wenn es der Integration dient«.

Die Protestierenden vor dem Eingang der Messehallen demonstrierten eine andere Haltung: Sie trugen Ketten an ihren Füßen und hielten Schilder hoch mit den Worten „Ausbeuter“, „Sklavenhändler“ oder „Lohndrücker“.



Der gewaltige Skandal, daß bei dem größten deutschen Konzern ein Leiharbeiter inhaftiert wurde, weil er es gewagt hat, die Einhaltung des geltenden Arbeitsrechts einzufordern und inzwischen seit mehr als einem Jahr im Knast ist, ist in der deutschen Öffentlichkeit noch viel zu wenig bekannt. Um den Druck auf den Konzern zu erhöhen, fand Ende Mai eine Protestaktion vor dem VW Werk in Hannover statt.

Es ist nun dringend notwendig, mit einer Kampagne den Druck auf den Automobilbauer fortzusetzen, bis Fu Tianbo aus dem Knast ist!

Weitere Informationen auf chefduzen.de
https://direkteaktion.org/proteste-der-leihsklaven/
Gespeichert
admin
Administrator

Beiträge: 2306


« Antworten #185 am: 15. August 2018, 18:13:50 »

Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 11449


« Antworten #186 am: 27. August 2018, 08:30:13 »

Dieser Aufkleber ist wohl eine Reaktion des IWW auf die Leihkeule.
Die Leihkeule löste mit der Forderung "Leiharbeit verbieten" bei den Wobblies eine heftige Diskussion aus. Man empfand sie als an den Staat gerichtete Forderung. Er solle die Leiharbeit abschaffen. Als Gegenparole stellten sie daraufhin die Forderung "Leiharbeit gemeinsam abschaffen" auf, damit man nicht passiv auf eine Lösung durch den Staat wartet, sondern die Arbeiter aktiv gemeinsam gegen die Leiharbeitspest vorgehen.

Ich verstehe den Gedanken zwar, doch sehe ich beide Forderungen nicht als Gegensatz oder in Konkurrenz zueinander stehend.
Natürlich ist es Unsinn, auf eine positive Änderung der Regelung der Arbeitnehmerüberlassung durch den Staat zu hoffen. Er würde erst auf massiven Druck der Arbeiter reagieren. Trotzdem ist die Forderung nach einem Verbot nicht falsch. Wenn Leiharbeit durch zu starken Gegendruck nicht mehr durchsetzbar ist, muß das auch festgezurrt werden. Es muß gesichert werden, daß man nicht in Betrieben und Regionen, in denen die Kräfteverhältnisse anders sind, jeden Tag den Sklavenhandel aufs Neue zurückschlagen muß. Wir sollten ein Verbot des Sklavenhandels ebenso als gesetzliche Absicherung sehen, wie das Verbot der Kinderarbeit.
Gespeichert
Seiten: 1 ... 4 5 6 7 [8] |   Nach oben
Drucken
Gehe zu: