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Autor Thema: H&M: Demo gegen Entlassung von Betriebsrätinnen  (Gelesen 14079 mal)
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6226


« am: 15. Dezember 2007, 10:57:49 »

Gestern demonstrierten 80 Gewerkschafter auf Initiative von Verdi vor dem Regionalbüro der Bekleidungskette H&M in der Münchner Fußgängerzone. H&M hatte zwei Betriebsrätinnen gekündigt, die sich gegen jahrelange Schikanen durch den schwedischen Konzern gewehrt hatten. Eine von ihnen musste aufgrund einer erfolgreichen Klage vor dem Arbeitsgericht wieder eingestellt werden. Die Klage der anderen Frau ist noch nicht entschieden.
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
HundM


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« Antworten #1 am: 17. Dezember 2007, 09:11:30 »

Dies ist ein altbekanntes Verfahren bei H&M mit unliebsamen Personen umzugehen. Siehe auch hier! :aggressiv>
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Kuddel


Beiträge: 10137


« Antworten #2 am: 17. April 2008, 11:38:31 »

HundM,
Deine Website war super. Sehr informativ. Du hattest geschrieben, daß jedes Wort nur die Wahrheit über die Machenschaften Deines Arbeitgebers wiedergibt. Du wärst bereit alles eidesstattlich zu versichern. Jetzt ist die Seite nicht mehr aufrufbar. Bist Du verklagt oder abgemahnt worden von H&M?
Hat der Konzern Angst davor, daß die Wahrheit öffentlich bekannt wird?
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HundM


Beiträge: 3


« Antworten #3 am: 17. April 2008, 16:08:46 »

1 - Danke
2 - Ja
3 - Ja
4 - leider
5a+b - Ja
6 - Ja

Muss leider vorerst reichen  cry
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Kuddel


Beiträge: 10137


« Antworten #4 am: 17. April 2008, 18:01:09 »

Wie kann man Dir verbieten die Wahrheit zu sagen?
Foren haben ja oftmals das Problem, daß die Atoren von Beiträgen anonym sind und sein wollen. Du hast doch mit Deinem Gesicht und deinem Namen dafür grade gestanden. Ich dachte, dann würde es kein Problem sein.

Man hört ja so oft von Internetzensur in China.
Hier scheint es nicht besser zu sein.
 :kotze>
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Sektsauferle


Beiträge: 1693



« Antworten #5 am: 17. April 2008, 18:41:44 »

vielleicht sollte sich da mal einer an die öffentlichkeit wenden, da ja lidl und konsorten grade so schön aktuell sind, bietet sich das an Wink
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In Memory of Menschenrechte !!!
kalle wirsch


Beiträge: 113


« Antworten #6 am: 17. April 2008, 19:03:53 »

Zitat
Original von Kuddel
Wie kann man Dir verbieten die Wahrheit zu sagen?
Foren haben ja oftmals das Problem, daß die Atoren von Beiträgen anonym sind und sein wollen. Du hast doch mit Deinem Gesicht und deinem Namen dafür grade gestanden. Ich dachte, dann würde es kein Problem sein.

Man hört ja so oft von Internetzensur in China.
Hier scheint es nicht besser zu sein.
 :kotze>


Solange ich die Macht und das Geld habe, kann ich alles verbieten.....  angry
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HundM


Beiträge: 3


« Antworten #7 am: 17. April 2008, 19:27:59 »

:wallbash>Die Rechte eines Jeden enden da, wo der €uro beginnt. Ist leider so. Das gute alte Recht des stärkeren.  :tischkante>
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6226


« Antworten #8 am: 28. Juli 2008, 21:31:01 »

Mitarbeiter klagen an: Miese Methoden bei H&M

„Bei der Modekette Hennes & Mauritz wird nach Gewerkschaftsangaben eine Mitbestimmung der Belegschaft systematisch erschwert. Das schwedische Unternehmen halte sich zudem in deutschen Niederlassungen nicht an Gesetze, Tarifverträge und Arbeitsschutzmaßnahmen, sagte Orhan Akman von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gegenüber Frontal21…“ Beitrag von Ch. Esser, A. Randerath, R. Stingl und J. Sperling bei Frontal21 vom 22.07.2008. Das Video findet sich oben rechts!
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6226


« Antworten #9 am: 23. Mai 2009, 19:47:18 »

Streik bei Kaufhof und H & M

Reutlingen. Die Zeichen im Einzelhandel stehen wieder auf Sturm, seit am 31. März der Tarifvertrag ausgelaufen ist. Gestern streikten 80 Mitarbeiter von Kaufhof und H & M ganztägig für 6,8 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 145 Euro.

Mit gerade mal einem Prozent und einer Einmalzahlung von 250 Euro ist das Angebot der Arbeitgeber weit davon entfernt. Indes sieht sich die Gewerkschaft Verdi gut aufgestellt. „Wir werden alles tun, um eine Verschleppung der Verhandlungen wie beim letzten Mal zu verhindern“, sagte der Reutlinger Verdi-Chef Martin Gross im Gespräch mit dem TAGBLATT. Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmerbewegung verteilten Papiertaschentücher mit dem Hinweis: „Die Löhne im Einzelhandel sind zum Weinen“.

http://tagblatt.de/3131049/Nachrichten/Newsticker
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Abraxas


Beiträge: 437



« Antworten #10 am: 08. Juni 2009, 19:23:39 »

bei eurest ist das üblich. großes getöne wie toll betriebsräte sind. wenn die mewhr wollen als über die farbe des klopapiers mitzubestimmen wewrden sie zur schnecke gemacht.
ich hab den eindruck gesetze gelten nicht für besitzende
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"es ist eine dumme idee menschen schlecht zu behandeln, die mit deinem essen alleine sind"
Kuddel


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« Antworten #11 am: 24. Juni 2010, 11:16:03 »

Report Mainz - H&M Skandal Bangladesch 2008

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bodenlos


Beiträge: 1372


« Antworten #12 am: 24. Juni 2010, 13:17:38 »

Bin ich froh dem Laden schon lange nicht mehr betreten zu haben.
Aber die ganzen Teenies (u.a) sollte man mal aufklären... .
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Kuddel


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« Antworten #13 am: 23. August 2010, 17:10:32 »

Zitat
Statt Mobbing Psychoblabla
Textilkette H&M schwört ihr Management auf »Richtungsänderung« im Umgang mit Betriebsräten ein: »Stärkere Einbindung« zum »Vorteil des Unternehmens«


Die schwedische Textileinzelhandelskette Hennes & Mauritz hat sich um die Bekleidungskultur in der Bundesrepublik Deutschland bleibende Verdienste erworben: In mittlerweile 367 Filialen verkauft das Unternehmen modische und bequeme Garderobe zu erschwinglichen Preisen. Mit dem Recht der Beschäftigten, Betriebsräte zu wählen, tat sich H&M in der Vergangenheit dagegen schwer. Wiederholt handelte sich die Firma in den letzten Jahren schlechte Schlagzeilen ein: Beschäftigtenvertreter klagten über massiven psychologischen Druck bis hin zum Mobbing, die Gewerkschaft ver.di warf H&M vor, Betriebsräte systematisch auszugrenzen und Neugründungen gezielt zu sabotieren.

Dennoch wuchs seit 2008 die Zahl der Betriebsräte von 82 auf mittlerweile 112 an. Zu den Dingen, die das Management nicht mehr einseitig festlegen kann, gehören betriebswirtschaftlich so sensible Angelegenheiten wie Dienstpläne, Pausenzeiten, Überstunden und Einstellungen.

Weil die rabiate Tour offenbar gescheitert ist, strebt das Unternehmen nun eine »Richtungsänderung« an. »Gewerkschaftliche Einflußnahmebestrebungen und die starke Position der Betriebsräte werden nicht geringer«, wird in einem Schulungsmaterial für H&M-Führungskräfte festgestellt, das den Vermerk »Streng vertraulich – nur für den internen Managementgebrauch« trägt und dieser Zeitung vorliegt. »Die notwendige Akzeptanz dieser Ausgangslage ist Grundvoraussetzung«, lautete die nüchterne Standortbestimmung. Weil von der Bundesregierung »keine wesentlichen Anpassungen oder Veränderungen des BetrVG zu erwarten« seien, müsse man »die wirtschaftspolitische Realität akzeptieren« und den »Fokus auf die eigene Arbeit konzentrieren«.

Im Mittelpunkt soll künftig »die funktionierende Zusammenarbeit (Mehrheit)« stehen, nicht länger der Konflikt mit den »auffälligen BR (Minderheit)«. »Mitgestalten anstatt Gegenhalten« und »Informieren und Involvieren«, – so heißen die neuen Parolen, auf die H&M sein Management nun einschwört. Und weil man offenbar damit rechnet, daß es manchen Betriebsrat komisch vorkommen könnte, wenn plötzlich eine »stärkere Mitmachkultur« angesagt ist, werden die Führungskräfte angewiesen: »Mißtrauen begegnen wir durch den Anfang einer Richtungsänderung mit stärkerer Einbindung.«

Ein Schwerpunkt soll dabei die »Stärkung der lokalen Betriebsräte zu autonomerer betrieblichen Zusammenarbeit« sein, womit nicht die Zusammenarbeit mit den Beschäftigtenvertretern anderer Filialen gemeint ist, sondern die Kooperation mit dem jeweiligen lokalen »Store Manager«.

Bemerkenswert ist, daß die einzelnen Betriebsräte »ermutigt« werden sollen, »losgelöster von den ›Direktiven‹ des Gesamtbetriebsrates« zu arbeiten, für das Agieren der einzelnen Filialleiter aber knallharte zentralistische Richtlinien aufgestellt werden. Da heißt es z.B.: »Verhalten im Umgang mit ver.di: Keine Entscheidungen auf lokaler Ebene«. Oder: »Kein BR-SM schließt BV’s ohne Rücksprache zu HR/ LL«, wobei »BV« für Betriebsvereinbarung, »HR« für »Human Resources« (also die Personalabteilung) und »LL« für »Labour Law«, die Arbeitsrechtsabteilung, stehen.

Grundsätzlich müsse die Auseinandersetzung mit den Betriebsräten als »Investment« verstanden werden, »um (mittelfristig) einen produktiven Output zu erreichen«, heißt es weiter. »Wir wollen auch den geeigneten MA Mut machen, sich zu Wahl zu stellen (BR-Arbeit ist nichts karrierefeindliches – im Gegenteil)«, empfiehlt das Papier und betont: »D. h. nicht, daß wir ›Spitzel‹ oder ›U-Boote‹ installieren möchten, sondern wir wollen tatsächlich alle erreichen – eben aber auch die (für uns) Geeigneten«.

Neben der Macht des Faktischen (»Betriebsräte wird es immer geben«) führt das Schulungsmaterial einen weiteren Grund für den Strategiewechsel an: So sei »das Risiko falscher (sic) Kommunikation« gestiegen, womit die Gefahr von »Imageverlust bei Öffentlichkeit/Kunden und Mitarbeitern sowie potentiellen MA« allgegenwärtig sei. »Informationen sind heute schneller, vielfältiger, nachhaltiger und unkontrollierbarer im Umlauf.«
http://www.jungewelt.de/2010/08-20/041.php
« Letzte Änderung: 23. August 2010, 17:33:59 von Kuddel » Gespeichert
Kuddel


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« Antworten #14 am: 26. August 2011, 08:39:24 »

Zitat
Zulieferer von H&M
Massenkollaps in Textilfabrik

In Kambodscha sind fast 300 Beschäftigte eines Zulieferers der Bekleidungskette H&M zusammengebrochen und ohnmächtig geworden. Zuvor hatten sich Arbeiter über einen komischen Geruch beschwert.


Erneut sind in einer Textilfabrik in Kambodscha Hunderte von Arbeitern zusammengebrochen. Fast 300 Beschäftigte eines Zulieferers der Bekleidungskette H&M seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte die Polizei in der Provinz Kampong am Donnerstag mit.

Am Mittwoch bereits seien 85 Arbeiter ohnmächtig geworden und hätten Medikamente bekommen müssen, am Donnerstag dann weitere 198 Beschäftigte, sagte Vize-Polizeichef Ly Vireak der Nachrichtenagentur AFP. Alle seien aber bereits wieder auf dem Weg der Besserung, die Ursache ihres Zusammenbruchs werde nun untersucht. Gewerkschaftsvertreter Chea Mony sagte AFP, viele der insgesamt 4600 Arbeiter hätten sich zuvor über einen „komischen Geruch“ beschwert.

Erst im Juni hatten bei einem Zulieferer von Puma mehrere hundert Arbeiter über Übelkeit und Benommenheit geklagt. Puma hatte lange Arbeitszeiten und eine Reihe von Verstößen gegen Gesundheitsbestimmungen verantwortlich gemacht.

Die Textilindustrie zählt zu Kambodschas wichtigsten Wirtschaftszweigen. Sie beschäftigt mehr als 300.000 Menschen, zumeist Frauen. Immer wieder erleiden Arbeitskräfte Schwächeanfälle, als Ursache gelten ihr schlechter Gesundheitszustand sowie die mangelnde Belüftung der Fabriken. (afp)
http://www.fr-online.de/wirtschaft/massenkollaps-in-textilfabrik/-/1472780/9674022/-/index.html
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Kuddel


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« Antworten #15 am: 06. September 2011, 16:14:43 »

Zitat
H&M-Zulieferer soll Arbeiter ausbeuten

Das große schwedische Unternehmen macht sich öffentlich für faire Arbeitsbedingungen stark. Doch bei einem seiner Zulieferer in Kambodscha müssen Frauen offenbar unter untragbaren Umständen schuften.


Beim dem Hennes&Mauritz-Zulieferer M&V in Kambodscha müssen die Arbeiterinnen bis zu 14 Stunden am Tag arbeiten, sieben Tage die Woche. Das geht aus einem Bericht der ARD-Tagesthemen hervor. Mit dem Niedriglohn von 30 Cent die Stunde können sie kaum überleben. Gewerkschaftsvertreter vor Ort fordern demnach H&M auf, stärker auf die Umsetzung seines Verhaltenskodex' in dem asiatischen Land zu achten.

Hinzu kommt, dass das Klima in der Fabrik, in der 4600 Menschen beschäftigt sind, offenbar die Gesundheit gefährdet. Ende August waren an zwei Tagen insgesamt fast 300 Beschäftigte am Arbeitsplatz zusammengebrochen. Sie mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

"Im Verlaufe des Jahres erreichten uns Berichte über derartige beunruhigende Vorfälle aus verschiedenen Fabriken aus ganz Kambodscha, die unterschiedlichste Produkte für verschiedene Marken herstellen", bestätigt H&M. Das Unternehmen habe "unmittelbar Untersuchungen eingeleitet und die Mitarbeiter in Kambodscha haben sofort die betroffenen Fabriken für eine erste Untersuchung und Befragungen der Arbeiter aufgesucht", sagte Sprecher Hendrik Heuermann auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Die Hauptgründe für die Massenohnmachten seien aber nicht leicht auszumachen, weil dafür "eine Vielzahl von Faktoren ausschlaggebend sein" könne. Deshalb werde unter anderem eine gründliche Untersuchung der der Luftqualität und des Umgang mit Chemikalien vorgenommen.

Sabine Ferenschild vom Südwind-Institut ist sich sicher: "Das ist kein Einzelfall, sondern nur die Spitze des Eisbergs." In Ländern wie Kambodscha oder Bangladesch gelten niedrige arbeitsrechtliche Standards, und selbst deren Einhaltung werden oft nicht kontrolliert. "Die Unternehmen, die sich einem Verhaltenskodex verschrieben haben, führen zwar Überprüfungen durch, aber oft nur stichpunktartig und mit Vorankündigung. Auf deren Ergebnisse würde ich nicht viel geben", sagt Ferenschild.

Schlampige Kontrollen

Auch die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) hat sich schon mit H&M beschäftigt. Im März 2010 starben bei einem Brand in einer Zulieferer-Fabrik des Konzerns in Bangladesch 21 Arbeiter. Laut CCC waren Notausgänge blockiert und hochbrennbare Stoffe falsch gelagert worden. Die Organisation warf daraufhin H&M vor, seine Partnerbetriebe zu schlampig zu kontrollieren.

Der Konzern hat sich einen Verhaltenskodex auferlegt, der sich an den Richtlinien der ILO und der UN-Kinderrechtskonvention orientiert und auch für Zulieferer gelten soll. Eigenen Angaben zufolge wird dessen Einhaltung von etwa 70 Vollzeit-Mitarbeitern überprüft. 2010 gab es demnach weltweit fast 2000 angemeldete und unangemeldete Kontrollen. Bei wiederholten Verstößen würden die Verträge mit den entsprechenden Zulieferern aufgelöst.

Doch im Hip&Billig-Wettlauf um die junge Kundschaft setzen die großen Textilkonzerne auf Produktion in Entwicklungs- und Schwellenländern - mit zum Teil fatalen Folgen. Jüngstes Beispiel ist die Modekette Zara, gegen den seit August die wegen des Verdachts auf Zwangsarbeit ermittelt wird. Der Konzern, der auch in Deutschland zahlreiche Läden unterhält, hat offenbar in Brasilien mehr als 50 Menschen wie Sklaven für sich nähen lassen.

Und auch der Massenkollaps von Beschäftigten in Kambodscha ist kein Einzelfall: Erst im Juni hatten bei einem Zulieferer von Puma mehrere hundert Arbeiter über Übelkeit und Benommenheit geklagt. Die Textilindustrie mit 300.000 Beschäftigten ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Kambodscha - und eine Boombranche: Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz mit Textil- und Garnexporten laut Handelsministerium um 25 Prozent auf fast 3 Milliarden US-Dollar.

Dass bei der Textilproduktion in Billigländern nicht nur Arbeits-, sondern auch Umweltsstandards unter den Tisch fallen, zeigte die Umweltorganisation Greenpeace vor wenigen Wochen in ihrem Bericht "Schmutzige Wäsche". Darin wurde die Belastung von Markenkleidung mit giftigen Chemikalien belegt. Bei 14 von 15 Herstellern wurde das Gift nachgewiesen - auch in Kleidung von H&M.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/h-m-zulieferer-soll-arbeiter-ausbeuten/-/1472780/10799408/-/index.html
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xyu


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« Antworten #16 am: 28. August 2016, 00:33:59 »

Zitat
Boykottaufruf gegen H&M

Liebe Genoss_innen des internationalen gewerkschaftlichen Solidaritäts- und Kampfnetzwerkes,

in diesen Augusttagen führen Arbeiter_innen in den H&M Warenlagern Stradella und Casalpusterlengo (beide in der Lombardei, Italien) ihren ersten wichtigen Kampf für ihre Rechte und Arbeitsbedingungen, nachdem sie sich im SI Cobas organisiert haben.

H&M, ein schwedisches multinationales Unternehmen, lagert seine Produktion in Niedriglohnländer aus, v.a. nach Bangladesh. Dort ist H&M der wichtigste Einkäufer und die Löhne der Textilarbeiter_innen betragen weniger als 100 Dollar im Monat. In Bangladesh starben schon vor dem Zusammenbruch der Rana Plaza Fabrik 2013, als 1.128 Textilarbeiter_innen starben und über 2.500 verletzt wurden, im März 2010 21 Arbeiter_innen von Garib & Garib, einem H&M Zulieferer, in einem Fabrikbrand. Im Februar 2016 brannte eine Fabrik von Matrix, einem anderen H&M Zulieferer, trotz eines von den wichtigsten Käufern unterzeichneten Vertrages zur Erhöhung der Sicherheitsstandards.

Die Ausbeutung beginnt in den Fabriken, geht jedoch weiter in den Warenlagern, wo die Logistik der Bekleidung gemanaged wird. Das Warenlager in Stradella, ist mit ca. 300 Arbeiter_innen, die meisten von ihnen Frauen, eines der wichtigsten Verteilzentren des schwedischen Bekleidungsgiganten in Europa. Von hier werden online gekaufte Kleidunsstücke direkt in Privathaushalte in verschiedene Länder Europas geschickt. Das Warenlager von Stradella wird von XPO betrieben, einem multinationalen Logistikunternehmen, das die Arbeit an eine sogenannte "Kooperative" als Subunternehmer auslagert. Diese Kooperative stellt die Arbeiter_innen ein. Mit befristeten Teilzeitverträgen, bei denen sie 11 Stunden am Tag arbeiten nüssen, sechs Tage die Woche. Ihre Arbeitszeiten werden ihnen jeden Tag für den kommenden Tag mitgeteilt. Sie können ihr Leben nicht planen. Die Löhne sind die niedrigstmöglichen für Logistikarbeiter_innen (Lohnstufe 6) und da sie "Teilzeit" angestellt sind erhalten sie nur einen Teil des Urlaubsgeldes und der Extrazahlungen für Juni und Dezember. Ihre Forderungen sind: normale 39 Stunden Wochenarbeitszeit, Vollzeitverträge, einen monatlichen Arbeitsplan und eine Lohnstufe die ihrer Arbeit entspricht. H&M-XPO und die Kooperative lehnen die Anerkennung der Gewerkschaft SI Cobas ab.

Die Arbeiter_innen in Stradella haben ihren dritten Streik innerhalb eines Monats am 19. August abgehalten, mit Streikposten, um ihre Kolleg_innen und die LKW Fahrer davon zu überzeugen, die Tore nicht zu passieren. Gestern (am 23. August) hat XPO Arbeiter_innen ausgesperrt, um den Streik zu brechen. Ein Teil der streikenden Arbeiter_innen hatten, nachdem sie erfahren hatten, dass die Produktion in ein anderes Warenlager verlagert wurde, dessen Einfahre blockiert.

In Casalpusterlengo hat H&M das Warenlager, von dem aus Geschäfte beliefert werden, bisher direkt betrieben. Das bedeutet, dass H&M die Arbeiter_innen direkt eingestellt hatte. Aber die nationalen Tarifvertrag einzuhalten scheint dem Unternehmen zu teuer und so möchte H&M erreichen, dass 15 Arbeiter_innen von ihrem alten Arbeitsvertrag zurücktreten und sich von einer "Kooperative" anstellen lassen, die ihre dem nationalen Tarifvertrag entsprechenden Verpflichtungen leichter umgehen kann, indem sie den neuen Jobs Act anwendet, der fast unbegrenzte Möglichkeiten zu kündigen vorsieht. Die offiziellen Gewerkschaftsverbände (CGIL, CISL und UIL) haben einen goldenen Handschlag für ihre Kündigungen vorgeschlagen und neue Arbeiter_innen zu schlechteren Bedingungen einzustellen. Die Arbeiter_innen haben auch hier angefangen zu streiken und werden bei den Streikposten von Arbeiter_innen aus Stradella unterstützt.

Obwohl H&M in seiner Unternehmens PR vorgibt, soziale Standards zu respektieren, umgeht es diese, indem es die Arbeit auslagert, mit der es Geld verdient, sowohl bei der Produktion als auch bei der Logistik. Da H&M ausschließlich die Sprache des Profits versteht, organisiert SI Cobas einen Boykott aller H&M Geschäfte in den größten Städten Italien ab Samstag, 27. August und ruft Schwestergewerkschaften und Organisationen dazu auf, in Europa und überall den Boykott zu organisieren.

Für das SI Cobas Exekutivkomitee

Roberto Luzzi

http://de.labournet.tv/boykottaufruf-gegen-hm
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Kuddel


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« Antworten #17 am: 10. September 2016, 11:42:54 »

Zitat
Heißer August bei H&M in Italien

Die Streikwelle der migrantischen Logistikarbeiter_innen in Italien hat sich auf H&M ausgeweitet. In diesem Video vom 20. August 2016 sehen wir eine Blockade des H&M Werkes in Casalpusterlegno, Lombardei. Die Streikenden stehen ihren Kolleg_innen gegenüber, die zur Schicht gehen wollen, dann aber in kleinen Grüppchen überlaufen. Der Streik hat am 28. Juli in dem Standort Stradella bei Pavia begonnen und sich im August auf Casalpusterlegno ausgeweitet. Die Forderungen sind: normale Arbeitszeiten, ein Ende der Praxis, am Abend vorher zu erfahren ob man am nächsten Tag arbeitet oder nicht, unbefristete Vollzeitverträge und die Einhaltung des Nationalen Tarifvertrages, der Mindeststandards für die Arbeit in den Warenlagern festlegt.

"Es ist wie zu Begin des 20. Jahrhunderts. 11 Stunden Schichten, Arbeit auf Abruf, die Arroganz der Arbeitgeber, die die Regierung hinter sich haben. ...und wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, harter Kampf ohne Angst, und die Lieder der revolutionären und proletarischen Bewegung, die unser Land aufgebaut hat,  kommen zurück." (von der Facebookseite von SICobas Piacenza)

SI Cobas hat in allen XPO Lagern in Italien (XOP macht die Logistik für H&M in Italien) zum unbefristeten Streik aufgerufen!

Ab dem 27. August sind wir dazu aufgerufen, Boykottaktionen gegen H&M durchzuführen.
Hier der Boykottaufruf von #SICobas

Der Gesamtbetriebsrat von H&M Deutschland hat eine Solidaritätserklärung an die streikenden Arbeiter_innen in Italien geschickt.

Am 1. September 2016 wurde ein Abkommen unterzeichnet, in dem sich die XPO zur Einhaltung des Nationalen Tarifvertrages und sozialverträgelichere Arbeitszeiten verpflichtet und die ausgelaufenen Verträge von 18 Kolleg_innen um zunächst einen Monat verlängert. Die Gewerkschaft SI Cobas wurde als Verhandlungspartner anerkannt.
http://de.labournet.tv/video/7053/heisser-august-bei-hm-italien
Link anklicken! Enthält sehenswertes Video.
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dagobert


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« Antworten #18 am: 29. September 2017, 17:04:23 »

Zitat
H&M zum Henker: Spaß-Guerilla statt Langeweile

Enthauptung von Grundrechten. Schreddern von Lebensläufen. Abmahnungen für alle. Modenschau der Grausamkeiten. Marsch der lebenden Arbeitszeit-Leichen.
https://arbeitsunrecht.de/hm-zum-henker-spass-guerilla-statt-langeweile/
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Troll
Abused Frog


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« Antworten #19 am: 20. Oktober 2017, 16:49:15 »

Brennen sollen sie!
http://cdn-storage.br.de/MUJIuUOVBwQIbtCCBLzGiLC1uwQoNA4p_A0S/_AES/_A4G_Akg_71S/5e542357-6ec0-40d8-9ca5-39755a12c590_C.mp4

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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
dagobert


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« Antworten #20 am: 01. November 2017, 20:18:36 »

Zitat
"Wer einen besseren Job findet, der geht"

H&M zieht vor Gericht, um einen Betriebsrat kündigen zu dürfen. Hier berichten zwei Mitarbeiter von prekären Arbeitszeitmodellen und Psychostress bei der Arbeit.

Vier H&M-Filialen befinden sich rund um den Marienplatz in München, nur wenige Schaufenster voneinander entfernt. Wer die Geschäfte der schwedischen Modekette verlässt, stößt dort in diesen Tagen womöglich auf eine sarkastische Kontaktanzeige, mit Tesafilm an ein Straßenschild geklebt: "Teilzeit-Lebensgefährte auf Abruf gesucht! Gemeinsame Hobbys unerwünscht. Leider arbeite ich bei H&M. Deshalb habe ich keine festen Arbeitszeiten und brauche einen Freund, der KEINEN WERT auf gemeinsame Hobbys legt und auf Abruf Zeit hat."
[...]
Die Modekette war nicht zu einem Gespräch bereit, bestreitet aber schriftlich, dass bei H&M Mitarbeiter mit Arbeitsverhältnissen auf Abruf beschäftigt sind: "Es gibt bei H&M keine Arbeit auf Abruf."

http://www.zeit.de/arbeit/2017-10/h-und-m-arbeitsbedingungen-kritik-betriebsrat-kuendigung/komplettansicht
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