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Autor Thema: Die Kirche als Arbeitgeber  (Gelesen 37549 mal)
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12409



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« Antworten #50 am: 15. Januar 2013, 10:08:41 »

"Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert"
Matthäus (nicht Lothar) 10,34
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Kuddel


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« Antworten #51 am: 26. April 2013, 09:21:59 »

Zitat
Urteil des Bundesarbeitsgerichts
Kirchenaustritt kann Kündigung rechtfertigen

Aus Enttäuschung über die Missbrauchsfälle tritt ein Sonderpädagoge aus der Kirche aus, verliert prompt seinen Job bei der Caritas. Seine Kündigung ist nach höchstrichterlichem Urteil gerechtfertigt.
http://www.stern.de/panorama/urteil-des-bundesarbeitsgerichts-kirchenaustritt-kann-kuendigung-rechtfertigen-2002605.html
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Kuddel


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« Antworten #52 am: 06. Dezember 2013, 17:03:01 »

Zitat
Schul-Proteste
Feuert die evangelische Kirche 30 Lehrer?
Gunnar Schupelius wundert sich, wie unchristlich eine christliche Stiftung mit Mitarbeitern umgeht


Worum geht es? Die Elisabeth-Schulen in der Parkstraße 22 bieten Heilerziehungspflege, Sozialpädagogik, Altenpflege und Sozialassistenz für Berufs- und Fachschüler an.

Träger ist die evangelische Hoffbauer-Stiftung. 2014 sollen die Schulen zur ebenfalls evangelischen Stephanus-Stiftung wechseln. So weit, so gut.

Wie es üblich ist, befragte man die Mitarbeiter, ob sie mit der Veränderung einverstanden seien. Das sind sie nicht: 95 Prozent stimmten schriftlich gegen den Trägerwechsel.

Die Stephanus-Stiftung reagiert darauf mit einer Methode, die unfein wirkt: Sie schreibt neue Lehrer-Stellen aus. Sogar ein neuer Schulleiter wird gesucht. Zu sehen sind die Angebote im Internet (www.stephanus-bildung.de/stellenangebote).

Würden Sie das tun? Sie übernehmen eine Privatschule und befragen die Lehrer, ob sie das okay finden. Wenn die nicht einverstanden sind, schreiben Sie neue Stellen aus, damit die Lehrer Fracksausen kriegen!? Da würde ja der härteste Kapitalist erröten!

Die Stephanus-Stiftung selbst sieht es weniger dramatisch. "Stellenausschreibungen gehören zur ganz normalen Routine eines Bildungsträgers", teilte mir der Stiftungssprecher, Martin Jeutner, mit. Auch von einem rohen Akt gegen die Elisabeth-Lehrer wollte er nichts wissen. Man habe, schrieb er mir, "ein ausgesprochen großes Interesse an der weiteren Zusammenarbeit" mit den Mitarbeitern der Schulen.

Das steht außer Zweifel, nur haben die Mitarbeiter eben kein Interesse an der Zusammenarbeit mit der Stephanus-Stiftung. Sie stimmten dagegen.

Schulsenatorin Scheeres (SPD) kann dem Trägerwechsel der Schule nur zustimmen, wenn die Lehrer weiterarbeiten. Das ganze Unternehmen scheitert also wahrscheinlich am geltenden Recht.
http://www.nordbayern.de/region/polizei-fasst-gefahrlichen-serienbrandstifter-1.3300493
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Kuddel


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« Antworten #53 am: 10. Januar 2014, 20:23:45 »

Zitat
Insolvenz angemeldet
Weltbild-Verlag kaum noch zu retten

Einer der größten Bücherverlage in Deutschland hat Insolvenz angemeldet. Nach SZ-Informationen wollen die Gesellschafter kein weiteres Geld in das Unternehmen stecken. Die 6800 Beschäftigten des Konzerns fürchten nun um ihre Arbeitsplätze.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/insolvenz-angemeldet-weltbild-verlag-ist-pleite-1.1859946
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12409



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« Antworten #54 am: 10. Januar 2014, 23:33:53 »

Wusste gar nicht das die den Katholiken gehört.
Dachte immer die Protestanten stecken dahinter.

Naja, vieleicht werden sie jetzt vom Orion- Versand übernommen!
Das wär mal ´n Spaß! Grin
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Kuddel


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« Antworten #55 am: 12. Oktober 2017, 18:47:15 »

Zitat
Marienhausklinik:
Erstmals Streik in katholischer Einrichtung in Deutschland
Eigentlich sind Arbeitsniederlegungen in kirchlichen Einrichtungen verboten. Im Saarland hat nun in einem katholischen Krankenhaus ein Warnstreik begonnen.


Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wird in einer Einrichtung katholischer Trägerschaft gestreikt. Vor der Marienhausklinik im saarländischen Ottweiler versammelten sich um sechs Uhr morgens mehr als zwanzig Menschen, um mit einem Warnstreik zu beginnen. Die Arbeiter forderten bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege.

Nach Angaben der Klinikleitung legten zur Frühschicht sieben bis acht Mitarbeiter ihre Arbeit nieder. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.die rechnet damit, dass diese Zahl im Tagesverlauf auf etwa zwanzig steigen wird. Es ist unklar, ob das ausreicht, um den Betrieb entscheidend zu stören. Der Geschäftsführer der Klinik, Günter Merschbächer, sagte, der Streik laufe ins Leere. "Der Routinebetrieb läuft."

Merschbächer ließ offen, ob den Streikenden eine Abmahnung drohe. "Arbeitsrechtliche Konsequenzen stehen für uns nicht im Vordergrund, sondern die Sicherung des Betriebes." Das sieht die Dienstgeberseite der Arbeitsrechtlichen Kommission der Caritas anders. Der Streikaufruf sei verantwortlungslos, kritisierten Vertreter des Sozialverbands. Es bleibe nichts anderes übrig, als die Mitarbeiter auf etwaige arbeitsrechtliche Konsequenzen hinzuweisen. In kirchlichen Betrieben regeln grundsätzlich aus Dienstgebern und Dienstnehmern besetzte Kommissionen die Fragen des Tarifrechts.

Die Dienstgeber der Caritas nannten die Vorgänge in der Marienhausklinik einen "Warnstreik zur falschen Zeit am falschen Ort". Gerade in den vergangenen Wochen und Monaten sei zum Thema Personalbemessung viel passiert.

In kirchlichen Einrichtungen darf nur in Ausnahmen gestreikt werden

Das etwa 120 Betten zählende Krankenhaus gehört zur Marienhaus Stiftung der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, einem der größten kirchlichen Träger sozialer Einrichtungen in Deutschland. In den vergangenen Jahren hatte es zwar einige Streiks in evangelischen Einrichtungen gegeben, nicht aber in katholischen. Die katholischen Mitarbeitervertretungen, die in etwa den Betriebsräten in der freien Wirtschaft entsprechen, hatten sich mit den Arbeitsniederlegungen solidarisiert, ohne daran teilzunehmen.

Das Grundgesetz gewährt den Kirchen das Recht, ihre Angelegenheiten weitgehend selbstständig zu regeln. Das Betriebsverfassungsgesetz und die Möglichkeiten von Streiks und Aussperrung gelten für die Kirchen nicht. Unter stark eingeschränkten Bedingungen könnten Streiks aber erlaubt sein, entschied 2012 das Bundesarbeitsgericht.

Die saarländische Landtagsvizepräsidentin Isolde Ries kritisierte den konsensorientierten, sogenannten Dritten Weg im kirchlichen Arbeitsrecht. "Dieser Sonderweg der Kirchen ist ein Irrweg, das Streikrecht ist ein Grundrecht" sagte die SPD-Politikerin zum Auftakt der Arbeitsniederlegung in Ottweiler.

Der Dritte Weg sei kein Nachteil für die Beschäftigten, entgegnete der Geschäftsführer der Marienhaus Gruppe, Heinz-Jürgen Scheid. Die Personalbesetzung und die Arbeitsbedingungen in kirchlichen Betrieben seien sehr stark an den öffentlichen Dienst angelegt. Scheid zeigte Verständnis für die Kritik von ver.di an den Arbeitsbedingungen in der Pflege. Dennoch sei ein Streik das falsche Mittel. Das Thema sei auf Bundes- und Landesebene zu klären. Mehr Stellen in der Pflege müssten die Kliniken auch finanzieren können.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-10/marienhaus-klinik-streik-katholische-kirche
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eichkatz


Beiträge: 39


« Antworten #56 am: 12. Oktober 2017, 20:51:48 »

Hierzu auch die Fachbereichsseite von ver.di, die eine Erklärung der Streikenden dokumentiert:

https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/entlastung/++co++64c1e6e4-acdc-11e7-8e09-525400f67940

Das Urteil des Bundesarbeitsgerichts, auf das sich der Zeit-Artikel bezieht, lese ich so: Eine Gewerkschaft darf trotz des widerwärtigen "dritten Wegs" eine kirchliche Einrichtung bestreiken, wenn sich die kirchliche Einrichtuing weigert, unter Einbeziehung der Gewerkschaft eine verbindliche Regelung über das zu treffen, was anderswo ein Tarifvertrag regelt. Einen Tarifvertrag braucht die Kirche / das kirchliche Krankenhaus nicht zu schließen, etwas für sie Verbindliches muss sie unter Beteiligung von ver.di aushandeln. Das bedeutet m.M.n.: Wenn das Krankenhaus aufgefordert wird, in Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur Mindestbesetzung auf den Stationen zu schließen, und sich rundweg weigert, darf gestreikt werden.

http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=pm&nr=16300

Nicht dass ein Streik falsch würde, wenn ein Gericht ihm die Legalität abspricht. Das ist wohl in diesem Forum nicht weiter erklärungsbedürftig. Aber gerade in einem wenig streikerfahrenen Bereich erhöht es die Chancen, wenn der Arbeit"geber" nicht chancenreich mit Abmahnung oder Kündigung kommen kann.
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