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Autor Thema: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein  (Gelesen 36219 mal)
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Kuddel


Beiträge: 11004


« Antworten #25 am: 06. Februar 2015, 18:48:30 »

Zitat
Kiel und Lübeck : Uniklinik kündigt 1000 Krankenschwestern
vom 5. Dezember 2014
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Verträge des UKSH mit dem Roten Kreuz werden 2016 nicht verlängert. 770 Pflegekräfte und 220 Auszubildende sind betroffen. Die Vorsitzende der Schwesterschaft gibt jedoch nicht auf.

Es ist eine bittere Nachricht kurz vor Weihnachten für die Angestellten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK): 500 vollzeitbeschäftigte Pflegekräfte sollen ab 2016 nicht mehr für die DRK-Schwesternschaften im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) arbeiten. Das bestätigte gestern UKSH-Sprecher Oliver Grieve: „Wir wollen nicht mehr auf gestellte Arbeitskräfte des DRK angewiesen sein. Zum 31.12.2015 kündigen wir den Vertrag.“
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Damit geht eine langjährige Tradition zu Ende. Seit mehr als 100 Jahren arbeiten Pflegekräfte der Rotkreuzschwestern in Kiel und Lübeck für das UKSH. Für sie kam die Entscheidung der Klinik völlig unerwartet. „Zwar wurden die Verträge in der Vergangenheit immer wieder neu geschlossen, aber jetzt hat der Vorstand signalisiert, dass es keinen Verhandlungsspielraum gibt“, sagte Oberin Maria Lüdeke, Vorsitzende der DRK-Heinrich-Schwesternschaft in Kiel.

Insgesamt seien 770 Fachkräfte und 220 Auszubildende betroffen. Das UKSH kündigte an, dass letztere ihre Ausbildung über die gesetzte Frist hinaus im Klinikum beenden können. Die restlichen Pflegekräfte bleiben beim DRK beschäftigt und verteilen sich auf andere Kooperationspartner. „Viele Kliniken in Schleswig-Holstein haben mit den Schwesternschaften Gestellungsverträge“, so Lüdeke. Auch bundesweit gebe es Partner.

Für die vielen betroffenen Mitglieder neue adäquate Plätze zu finden, sei jedoch eine Herausforderung. Aber auch das UKSH stehe in Zeiten des Fachkräftemangels vor dem Problem, die entstandene Personallücke zu füllen. Maria Lüdeke hofft deshalb, dass der Vorstand einlenkt und sich auf einen Kompromiss einlässt. „Bislang haben wir immer einen Weg gefunden.“

Eine Einschätzung, die UKSH-Sprecher Oliver Grieve nicht teilt: „Wir schätzen die DRK-Mitarbeiter sehr. Aber wir bezahlen für sie bisher keine marktüblichen Preise. Verhandlungen blieben hier seit Jahren erfolglos.“ Das Universitätsklinikum entlohne die Rotkreuzschwestern nach Tarif, wie seine anderen Angestellten auch. Hinzu komme jedoch eine jährliche Verwaltungskostenpauschale des DRK in Höhe von 400.000 Euro. Zu hoch für den UKSH-Vorstand. „Wir sind dazu aufgefordert, unsere ökonomische Situation zu verbessern, nicht die des DRK“, begründet Grieve die Entscheidung.

Die finanzielle Schieflage des UKSH sorgt immer wieder für Aufsehen. Für 2014 erwartet das Unternehmen mit etwa 12.440 Angestellten ein Minus von über 30 Millionen Euro. Der Schuldenberg des Klinikums würde damit auf mehr als 250 Millionen Euro anwachsen. Gleichzeitig steht mit der Sanierung der Standorte Kiel und Lübeck ein Großprojekt an.

Der UKSH-Vorstandsvorsitzende Jens Scholz sei bei den Sparbemühungen jetzt über das Ziel hinausgeschossen, kritisierte der Fraktionsvorsitzende der Piraten Torge Schmidt. „Wie der UKSH-Vorstand nach der Kündigung des Gestellungsvertrags mit dem DRK den Wegfall von Pflegekräften kompensieren will, ohne dass es zu einer weiteren Arbeitsverdichtung für das verbleibende Personal kommt, muss Herr Scholz erklären.“

Diese Kritik weist Oliver Grieve vehement zurück: „Die Stellen werden eins zu eins neu besetzt – nur nicht über die teuren DRK-Verträge. Wir freuen uns über motivierte Bewerber.“ Entsprechende Stellenausschreibungen seien in Vorbereitung.

Zwar sei die Mitgliedschaft bei den DRK-Schwesternschaften freiwillig, Oberin Maria Lüdeke will davon jedoch nicht sprechen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kooperation beendet wird“, sagt sie. Die Oberin will sich deshalb heute noch einmal mit dem Vorstand des UKSH treffen.
http://www.shz.de/schleswig-holstein/politik/uniklinik-kuendigt-1000-krankenschwestern-id8375761.html

Zitat
Lübeck
DRK legt neue Zahlen vor
Die Kündigung der Schwestern sei teurer fürs UKSH.




Lübeck. Der Streit um die Kündigung der Rot-Kreuz-Schwestern am Uniklinikum (UKSH) geht weiter. UKSH-Chef Jens Scholz hat den knapp 1000 DRK-Schwestern zum Ende des Jahres gekündigt. Er will dadurch 400 000 Euro im Jahr sparen und die Schwestern direkt am Klinikum anstellen. Doch die Oberinnen der DRK-Schwesternschaften wehren sich - und legen jetzt Zahlen vor. „Mehrkosten von mindestens 250 000 Euro im Jahr werden auf das UKSH zukommen“, sagt Oberin Maria Lüdeke. Das habe eine unabhängige Unternehmensberatung errechnet.

„Man kann Ersparnisse, Gewinne und Kosten nicht in der verkürzten Form wiedergeben, wie Herr Scholz dies tut“, kritisiert Lüdeke. Ihre Rechnung: Das UKSH müsste die Schwestern selbst verwalten und mehr Personal einstellen (300000 Euro). Die Altersversorgung werde teurer (230000 Euro). Das UKSH müsste Pauschalsteuern zahlen, die das DRK als Verein nicht entrichten muss (110000 Euro).



Einsparen würde das UKSH die Verwaltungspauschale an die DRK-Schwestern von 390000 Euro. Das macht Mehrkosten von 250000 Euro für das UKSH. „Ist die Kündigung der DRK-Verträge nur ein Vorwand oder hat sich Herr Scholz verrechnet?“, fragt Lüdeke.

Ein UKSH-Sprecher bezeichnet die Rechnung als falsch. Wären die Schwestern beim Klinikum angestellt, fiele für die Personalverwaltung kein Cent zusätzlich an. Es werde keine neuen Verhandlungen mit dem DRK geben.
http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/DRK-legt-neue-Zahlen-vor



Zitat
DRK-Schwestern machen ihrem Ärger Luft

Der Konflikt um die Kündigung der sogenannten Gestellungsverträge für 1.000 Pflegekräfte des DRK durch das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hält an. Mehr als 150 Schwestern demonstrierten am Donnerstag vor dem Kieler Landeshaus erneut für eine Wiederaufnahme von Verhandlungen. Parallel dazu befasste sich der Sozialausschuss des Parlaments mit dem Thema. Unter dem Strich kamen beide Seiten nicht auf einen Nenner.


UKSH: Kündigung wegen hoher Kosten

Das UKSH hatte die Kündigung mit hohen Kosten begründet. Bisher sind die Schwestern Mitglieder in den Vereinen des Deutschen Roten Kreuzes und werden von diesen bezahlt. Das Klinikum will die Schwestern direkt bei sich anstellen, um damit Kosten zu senken und leichteren Zugriff auf das Personal zu haben.

Schwestern wollen Perspektive

Nach Angaben der DRK-Schwesternschaften gehen bei ihnen täglich neue Jobangebote norddeutscher Kliniken und Träger ein. Dem Uni-Klinikum drohten damit große Engpässe, weil der Markt qualifizierter Pflegekräfte leer sei, hieß es. Mit Losungen auf Transparenten wie "Wo bleibt die Perspektive?", machten die Schwestern ihren Unmut deutlich.

Weiter viele offene Fragen

Für die Landtagsabgeordneten blieben auch nach der Sitzung des Sozialausschusses Fragen offen. Anita Klahn von der FDP verwies darauf, dass UKSH Chef Scholz kein eigenständiger Unternehmer ist, sondern für das Land die Geschäfte führt. Ihrer Meinung nach sollte sich daher der Landtag mit der Frage befassen, ob es richtig ist, in dieser Form mit dem DRK umzugehen. Von der CDU wurde die Forderung laut, den Gestellungsvertrag fortzuführen und alle an einen Verhandlungstisch zu setzen. Das UKSH müsse sein Versprechen einhalten, dass alle Schwestern zu gleichen Bedingungen übernommen werden können, forderte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Heinemann.
http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/DRK-Schwestern-machen-ihrem-Aerger-Luft-,drkschwestern100.html
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Fritz Linow


Beiträge: 1084


« Antworten #26 am: 08. Mai 2015, 23:45:19 »

Auch die Azubis an der UKSH Akademie sind abgenervt. In diesem Filmchen wird ganz gut beschrieben, was so die Probleme sind. Besonders schön ist das Gespräch mit der Pressebirne von Jens Scholz, dem Oberfuzzi vom UKSH. (Außerdem erklärt es irgendwie, warum der SDAJ, der verantwortlich für den Film ist, sich mittlerweile im DGB-Gewerkschaftshaus unter den Fittichen von ver.di trifft und auch so recht präsent am 1.Mai war.) Trotzdem informativ und gut gemacht:

https://www.youtube.com/watch?v=_HWYdQJvMFw  
« Letzte Änderung: 09. Mai 2015, 00:02:41 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 1084


« Antworten #27 am: 12. November 2015, 12:20:28 »

Am UKSH stehen die Zeichen auf Streik bei den Servicekräften, zumindest wenn man der Gewerkschaft der Servicekräfte (GDS) Glauben schenken mag:

Zitat
Nachdem am gestrigen Montag die nächste Verhandlungsrunde zur Beschäftigungssicherung und Altersteilzeit in Kiel stattgefunden hat, wurde der nächste Verhandlungstermin für den 11.11.2015 abgesagt.
 
 Die Arbeitgeberseite bewegte sich kaum und unterbreitete uns zwar ein neues Angebot, welches sich aber kaum vom vorherigen Vorschlag unterschied.
 
Zeitnah wird nun die Tarifkommission der GDS zusammenkommen und darüber beraten, ob die Verhandlungen als gescheitert zu betrachten sind! Dies würde bedeuten, dass in Kürze Arbeitskampfmaßnahmen eingeleitet werden.
 
Die Verantwortung dafür trägt allein die Arbeitgeberseite - die in den Verhandlungen zur Beschäftigungssicherung nur ihre Ansichten durchsetzen möchte! Auch die Zusage - auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten - reicht nicht, wenn durch die Hintertür ein Arbeitsplatzabbau durch Arbeitszeitverkürzungen stattfinden wird.


http://gds-kiel.de/g-d-s/149-tarifrunde-2015-zukunftssicherung-tarifinformation-n%C2%B0-10.html
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Kuddel


Beiträge: 11004


« Antworten #28 am: 26. Mai 2016, 10:29:06 »

Belegschaft der Unikliniken Kiel und Lübeck

Stimmen aus der Gesundheitsindustrie


https://uksh-blog.netzwerkit.de/
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xyu


Beiträge: 583


WWW
« Antworten #29 am: 10. Dezember 2016, 05:34:06 »

in einem berliner betriebsflugblatt heisst es:

“Personalmangel kann tödlich sein

Was haben das Universitätskrankenhaus Kiel und die Charité gemeinsam? Personalmangel. Leider kann ein kleiner Patient mit einer sehr seltenen Krankheit nicht von der Charité nach Kiel, zum einzigen Spezialisten deutschlandweit, verlegt werden. Der Grund: „Kapazitätsengpässe“. Was sollen wir dazu noch sagen?”

Quelle: http://sozialistische-arbeiterstimme.org/spip.php?article1249
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Fritz Linow


Beiträge: 1084


« Antworten #30 am: 19. Juli 2017, 20:15:59 »

Die Gewerkschaft der Servicekräfte am UKSH, GdS, überlegt, Arbeitskampfmaßnahmen einzuleiten. Sollte es tatsächlich so weit kommen, wäre das das erstemal seit ihrem Bestehen, ca. 2010:

Zitat
Tarifverhandlungen sind gescheitert!

Die Tarifkommission der Service Stern Nord GmbH hat in ihrer mehrstündigen Sitzung am Mittwoch, den 12. Juli 2017, noch einmal den gesamten Verlauf der derzeitigen Tarifverhandlungen sowie das letzte Angebot des Arbeitgebers kritisch geprüft und ist zu dem Ergebnis gelangt, dass die Tarifverhandlungen gescheitert sind.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Tarifkommission wird in den nächsten Tagen erneut zusammenkommen und den Antrag an den Vorstand unserer Gewerkschaft stellen, Arbeitskampfmaßnahmen einzuleiten.

Diese Verhandlungen werden die längsten sein, die wir bisher zu bestreiten hatten. Jetzt kommt es auf den Zusammenhalt aller Beschäftigten der Service Stern Nord GmbH für mehr Geld in der Tasche an.

http://gds-kiel.de/g-d-s/171-tarifinformation-n%C2%B0-10-2017.html
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Kuddel


Beiträge: 11004


« Antworten #31 am: 23. Januar 2018, 13:34:12 »

Die Finanz- und Personalpolitik von Land und Klinikum spotten jeder Beschreibung.

Zitat
Klinikmanagement
Land greift Uniklinik zinslos unter die Arme


KIEL. Das Land Schleswig-Holstein entlastet das Uniklinikum (UKSH) durch ein zinsloses Darlehen über 40 Millionen Euro. Mit dem Geld soll das UKSH Kredite bedienen, die dieses Jahr fällig werden und dabei weniger Zinsen bezahlen müssen. Damit folgt die Landesregierung einem 2016 gefassten Landtagsbeschluss, der solche Unterstützungsmaßnahmen in Aussicht gestellt, aber an Bedingungen geknüpft hatte.

Hierzu zählen ein positives operatives Ergebnis und keine weitere Arbeitsverdichtung für das Personal. Beide Punkte sieht das Land offensichtlich als erfüllt an. Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) kündigte an, dass sie beabsichtigt, dem UKSH auch in den beiden folgenden Jahren mit zinslosen Krediten zu helfen.
https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gesundheitswirtschaft/article/955911/klinikmanagement-land-greift-uniklinik-zinslos-arme.html

Zitat
Am Universitätsklinikum (UKSH) müssen angehende Ärzte bis zu einem Jahr lang unbezahlt arbeiten.
http://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Politik-fordert-Geld-fuer-angehende-Aerzte-am-UKSH
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Kuddel


Beiträge: 11004


« Antworten #32 am: 18. Februar 2018, 16:43:10 »

Das hätte man auch in der Rubrik "Witz des Tages" posten können:
Zitat
UKSH erneut unter besten Arbeitgebern

Bereits zum sechsten Mal hat das Nachrichtenmagazin „Focus“ die „Besten Arbeitgeber“ ermittelt. Erneut wurde das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) unter die Top Arbeitgeber Deutschlands in der Gesundheits- und Sozialbranche gerankt.
http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/UKSH-erneut-unter-besten-Arbeitgebern

Irgendwie muß der Focus ja sein Geld machen.
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Kuddel


Beiträge: 11004


« Antworten #33 am: 26. Februar 2018, 14:46:33 »

Zitat
Der Bau wird mit preisgünsigen osteuropäischen Arbeitskräften, meist aus Rumänien, hochgezogen. Günstig, genügsam und belastbar:

  "Im Schnitt sind momentan 160 Arbeiter rund 15 Stunden auf der Baustelle der Superlative"

schwärmte die SHZ. (https://www.shz.de/regionales/kiel/mitten-in-kiel-liegt-europas-groesste-krankenhaus-baustelle-id16052291.html) Wenn sie einen so langen Tag arbeiten, sollen sie es nicht so weit zu ihrer Matratze haben. So hat man ihnen Wohnzellen in Containerform auf dem Baustellengelände gestapelt.

Auf die würdelose Unterbringung in Containern angesprochen, redete man sich damit heraus, die Container würden nur Büros beherbergen. Wir haben aber Berichte und Fotos von Kollegen in Lübeck, die belegen, wie schlecht man sich da herausgeredet hat. Die Bewohner haben Satellitenschüsseln auf den Containern angebracht, um zumindest ein paar bunte und bewegte Bilder in ihre triste Behausung zu bringen.

https://uksh-blog.netzwerkit.de/2018/02/25/legebatterie-am-uksh/
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