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Autor Thema: Journalisten!  (Gelesen 26799 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
admin
Administrator

Beiträge: 2209


« am: 20. April 2008, 22:02:17 »

Journalisten gehören zu den ständigen Besuchern des Forums. Das hat bereits zu einigen Konflikten geführt.

Deshalb wollen wir uns an dieser Stelle mit ein paar grundsätzlichen Bemerkungen zu Wort melden.

Das Forum ist für jeden zugänglich und benutzbar. Passiv und aktiv, es kann nur gelesen werden, man kann hier aber auch Texte und Bilder veröffentlichen.

chefduzen ist ein Forum mit einem klassenkämpferischen Anspruch. Das hießt, es geht hier um die Interessen derjenigen, denen es ökonomisch dreckig geht und die in diesem politischen System nichts zu melden haben.

Journalisten sind selbst auch Ausgebeutete. Die Medienmaschinerie baut zunehmend darauf, mit prekären Arbeitverhältnissen zu arbeiten. Wir sind hocherfreut über Berichte aus dem Inneren des Motors in der Rubrik Medien und Telekommunikation, wenn es die Arbeitsbedingungen angeht.

Journalisten machen keinswegs nur irgendeine Arbeit. Ihr Tun erfüllt einen gesellschaftlichen Zweck. In den seltensten Fällen sind die Medien die vielgerühmte 4. Gewalt im Staat, die die Herrschenden kontrollieren und gesellschaftliche Übel aufdecken. Die Medien sind Teil des herrschenden Systems und Nachrichten sind eine Ware. Die Masse der Journalisten machen brav die Drecksarbeit für die herrschende Klasse, egal wie schlecht sie selbst bezahlt sein mögen. Der RBB beschrieb in einer TV Sendung dieses Forum als Treffpunkt der Arbeitsscheuen, die sich hier gegenseitig Tips geben, wie man den Staat am besten bescheißen kann. Vera am Mittag erdreistete sich, hier nach Talkshowgästen zu suchen, die davon erzählen, wie geil ein Leben mit Hartz IV ist. Wir haben die Diffamierung von Streikenden und die Beleidigung von Erwerbslosen satt! Journalisten sollten sich somit nicht wundern, wenn ihnen hier ein rauher Wind entgegenbläst.

chefduzen.de versucht den Ausgebeuteten eine Stimme zu verleihen. Wir machen uns da nix vor, wir wissen selbst, daß wir mit täglich 10.000 Besuchern ein kleines Licht sind gegen die Medien mit einem Millionenpublikum. Wenn Journalisten mit uns zusammenarbeiten möchten, ist dieses durchaus möglch, denn wir haben ein Interesse an einer möglichst großen Öffenlichkeit bei politischen und sozialen Mißständen. Doch so geil sind wir auch nicht auf ein Millionenpublikum, daß wir dafür einfach unsere User benutzen und über den Tisch ziehen lassen.

Wir erwarten von Journalisten, daß sie mit dem Forum und Interviewpartnern korrekt umgehen und Intention und mögliche Konsequenzen nicht verschleiern.

Wir empfehlen erst eine Anfrage bei der chefduzen-Crew mit einer knappen Vorstellung des geplanten Projekts. info@chefduzen.de
Wir melden uns dann zurück.

Wenn wir das Projekt gutheißen, veröffentlichen wir das im Forum. In diesem Falle bitten wir unsere Community inständig sich zurückzuhalten und nicht einfach ihre Wut auf die Medien an den journalistischen Forenusern auszulassen.

Andererseits bitten wir die Community darum ein Feedback zu geben, wie der Umgang mit den Interviewern denn war, und wie der Bericht oder die Sendung am Ende herüberkam.
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Sobutai


Beiträge: 463


« Antworten #1 am: 12. Mai 2009, 21:29:06 »

Selbst wenn hier nur 10.000 Besucher sind.. die lesen hier aber und die TV Medien rieseln nur so vor sich hin.
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Zitat / Song Frank Zappa:
What I always say is that politics is the entertainment branch of industry.
Wilddieb Stuelpner


Beiträge: 8920


« Antworten #2 am: 12. Mai 2009, 22:43:52 »

... Der RBB beschrieb in einer TV Sendung dieses Forum als Treffpunkt der Arbeitsscheuen, die sich hier gegenseitig Tips geben, wie man den Staat am besten bescheißen kann. ...


Admin,

weil Du gerade den RBB ansprichst und nicht näher zwischen der Geschäftsleitung, Intendanten/in und den Redaktionsmitarbeitern unterscheidest.

Der RBB ist aus dem ORB und dem SFB entstanden und mit dieser Vereinigung wurden die Redaktionsmitarbeiter durch die Sendeleitung mehrfach heftig attackiert, ihr Angestelltendasein aufzugeben und in das raue Fahrwasser der freiberuflichen Zuarbeiter unter arbeitnehmerähnlichen Bedingungen  überzuwechseln, womit die sozialen Lasten völlig auf die neu gewordenen Freiberufler abgewälzt wurden. Auch die Honorargestaltung, Reisekostenerstattung etc. sollte einseitig durch die Geschäftsleitung des RBB diktiert werden und und wird auch diktiert. Es geisterten mehrere, diskriminierende, sendeinterne Dienstanweisungen über die Behandlungen der nunmehr freien Mitarbeiterin in der Sendeanstalt herum. Und sie waren und sind der zufälligen, externen Auftragserteilung ausgeliefert, wo es nach dem Prinzip der nicht kostendeckenden Leuteschinderei geht. So hat man im Medienbereich auch die Scheinselbständigkeit salonfähig gemacht.

Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an den Medienaufruf einer Interessenvereinigung gemaßregelter, ausgegrenzter RBB-Mitarbeiter, die ich auch in diesem Forum verbreitete. Ähnliche Veröffentlichungen gibt es auch im Labournet.

RBB will Freienvertreter mundtot machen

RBBpro

In anderen Sendeanstalten der Öffentlich-Rechtlichen und erst recht bei den Privaten geht's ähnlich bescheiden zu - Stichwort Leo Kirch und Co. Wenn man mal auf den Abspann verschiedener Fernsehsendungen achtet, wird eins besonders auffallen, daß als Produktionsstätte nicht die Sender mehr erscheinen, sondern kleine private Produktionsfirmen der freien Journalisten. Der soziale Fürsorgeauftrag der Sender als Arbeitgeber ist mit der Liberalisierung und Privatisierung flöten gegangen. Es wundert dann auch nicht mehr, daß der hochwertige, handwerkliche Qualitätsanspruch in den Medien den Bach runter geht und wir solchen Mist wie Dschungelcamps, Superstars, Big Brother, Comedians-, Charts Shows zum Erbrechen vorgesetzt bekommen. In diesem Zusammenhang passt so gut Georg Schramms Diskussionsbeitrag zur Volksverblödung.

Youtube: Georg Schramm - Volksverblödung


Nachdem der Scheibenwischer mit Abschied von Dieter Hildebrandt an Niveau verloren hat, bleibt nur noch "Neues aus der Anstalt", "Mitternachtsspitzen", "Die 3 von der Zankstelle" als sehenswertes, gesellschaftskritisches Kabarett mit Anspruch ohne billiger Schenkelklopferei a la Schmidt und Pocher oder Raab übrig.

Ich wundere mich noch über die guten Leistungen so einiger, weniger Redaktionen, die sich nicht an Einschaltquoten ausrichten.
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unkraut


Beiträge: 2632



« Antworten #3 am: 15. Mai 2009, 22:18:05 »

Kann ich also so verstehen , das bevor hier ein " jurnalistischer Aufruf " kommt Der- oder Diejenige sozusagen abgetastet wurde ?
MfG
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Noch Fragen Hauser ? Ja Kienzle , wer ist eigentlich Unkraut ?

Wir wagen es nicht weil es schwierig ist sondern es ist schwierig weil wir es nicht wagen .

Mein Buchtip als Gastautor :  Fleißig , billig , schutzlos - Leiharbeiter in Deutschland  > ISBN-10: 3771643945
admin
Administrator

Beiträge: 2209


« Antworten #4 am: 16. Mai 2009, 01:41:08 »

In etwa ja, unkraut.
Jeder Journalist kann hier Aufrufe einfach posten, doch erfahrungsgemäß hat er/sie dann wenig Freude daran, weil die Community nicht gut auf Journalisten zu sprechen ist. Wenn wir (Mods, Admins)  eine Empfehlung abgegeben haben heißt es, daß wir uns mit dem/der JournalistIn und dem Anliegen auseinandergesetzt haben. Fehler sind nie auszuschließen, deshalb bitten wir stets um Rückmeldung, wenn eine Empfehlung nicht der Kracher gewesen ist. Aber auch positives Feedback ist hier gern gesehen.
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