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Autor Thema: Medienkasper freiwillig wehrlos  (Gelesen 11828 mal)
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Harryholtdenwagen
Gast
« am: 29. November 2003, 01:57:18 »

Kiel ist nicht gerade eine Medienmetropole.

Es gibt hier trotzdem eine Menge Leute, die versuchen in diesem Bereich ihre Brötchen zu verdienen. Die wohl vernünftigsten Bedingungen (alles ist relativ!) gibt es beim NDR. Doch dort wurde ausgelagert, bzw. Arbeiten werden inzwischen an Sub- und Sub-Subunternehmen weitergegeben.

Und dort herrscht finsterstes Mittelalter. Leibeigenschaft. Ewiges Praktikantentum. Leere Versprechen. Aus meinem Bekanntekreis höre ich ständig neue Horrorstories. Ich krieg beim besten Willen nicht in meinen Kopf rein, wie man sich soetwas bieten lassen kann! Der Chef einer Filmproduktionsfirma (die dem Fernsehen zuarbeitet) hat mehrere Monate keinen Lohn gezahlt und macht in der Südsee Urlaub. Arbeitsbedingungen mit bis zu 4 Wochen keinen Tag frei (auch keinen Sonntag). Erniedrigungen und Herausekeln aus einem Betrieb der nicht richtig läuft. Spontane Kündigung, wenn man nicht richtig pariert. Unterschlagen des Lohns für mehrere hundert Überstunden nach einer Kündigung, da die nicht schriftlich festgehalten waren.

Ich weiß garnicht, warum ich hier darüber schreibe. Man läßt sich die Scheiße einfach gefallen. Bestenfalls versucht man sich dann irgendwie selbstständig zu machen. Ein Haufen von Individualisten bei dem niemand zuzugeben wagt, wie doll man sich verarschen läßt! Ich konnte niemanden überreden hier seine eigene Geschichte zu posten. Sowenig, wie in diesem Forum hier los ist, muß man davon ausgehen, daß diese Mediemenschen sich nichteinmal dran denken Chefduzen auch nur zu lesen. So ist dieses Posting wohl auch vergebene Liebesmüh...

Aber mit dem einsamen Leser, der sich in dieses Forum verirrt hat, kann ich zumindest die Überraschung teilen, daß es in Berlin tätsächlich einen Versuch von freischaffenden Medienleuten gibt, sich gemeinsam zu wehren:



Freien-Vollversammlung am rbb beschließt Forderungen an Geschäftsleitung und wählt Verhandlungsdelegation
Am Abend des 27.11.2003 haben sich im rbb(Rundfunk Berlin Brandenburg)-Fernsehzentrum in der Masurenallee rund 250 freie Mitarbeiter getroffen - alle Programme und Bereiche waren vertreten.
Die Vollversammlung der rbb-Mitarbeiter ohne Arbeitsvertrag beschloss folgende Forderungen an die Geschäftsleitung des Hauses:

1. Die geplante Dienstvereinbarung für freie Mitarbeiter, die nach dem Willen der Geschäftsleitung ab 01.01.2004 gelten soll, wird nicht umgesetzt.
2. Es wird ein Tarifvertrag für die freien Mitarbeiter des rbb vereinbart, der auf Prognoseregelungen und Sperrzeiten verzichtet.
3. Bis zum Abschluss dieses Tarifvertrages darf es keine Verschlechterung des Status der Freien am Sender geben.
4. Die Geschäftsleitung des rbb nimmt darüber umgehend Verhandlungen mit rbbprotest, ver.di und DJV auf.

Die anwesenden Freien bekräftigten diese Forderungen mit ihrer persönlichen Unterschrift, nicht zuletzt weil rbb-Intendantin Dagmar Reim zuvor in einem Brief unverhohlene Drohungen an Abendschau-Moderator Jan Lerch gerichtet hatte.

Um deutlich zu machen, das der Widerstand der Freien gegen eine Verschlechterung ihrer Bedingungen eine breite Basis hat, wählte die Freien-VV als offizielle Vertreter und Verhandlungsdelegation.

Für Anfang kommender Woche ist eine Pressekonferenz geplant, voraussichtlich im Berliner Abgeordnetenhaus, um die Öffentlichkeit über die Vorgänge am Sender zu informieren.

Gleichzeitig soll auf dem Dag-Hammarskjöld-Platz - direkt gegenüber dem rbb - ein "Freien-Frühstück" stattfinden, bei dem sich auch kurzfristig im Dienst erkrankte MitarbeiterInnen stärken können.

Mehrere KollegInnen äußerten in der Versammlung die Einschätzung, dass der Geschäftsleitung die Bedeutung der freien MitarbeiterInnen für den Betrieb des Rundfunks Berlin Brandenburg durch Aktionen deutlich gemacht werden muss. Den fest angestellten KollegInnen ist dies klar, wie zahlreiche Solidaritätserklärungen an die Adresse von rbbprotest in den vergangenen Tagen gezeigt haben.

Berlin, 28. November 2003
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Harryholtdenwagen
Gast
« Antworten #1 am: 21. Dezember 2003, 01:09:26 »

Labournet berichtet über die Auseinandersetzungen in Berlin, die auch für "Chefduzen" interessant sein dürften. Dort organisieren sich "Freie" Medienleute unabhängig von Gewerkschaften um dem Sender entgegenzutreten und das Internet ist ein Mittel die Verstreuten zusammenzubringen. Hier ihre letzte Rundmail:

Liebe rbbprotestlerInnen,
alles ist momentan in Bewegung, es könnte sein, daß wir am Dienstag auf der Vollversammlung bereits ein Ergebnis haben, es könnte aber genauso gut passieren, daß wir ein weiteres Zeichen setzen müssen. Kommt daher alle! Jeder Einzelne zählt in dieser entscheidenden Phase.

Die Geschäftsleitung versucht weiterhin, rbbprotest zu delegitimieren. Zwar ist das Verhandlungsteam von knapp 300 Leuten gewählt worden, bisherige Freiensprecher hatten 14 oder 25 Stimmen vorzuweisen, dennoch hält die Geschäftsleitung aus durchsichtigen Gründen daran fest, daß sie sich aussuchen, mit wem sie reden. Was sind die warmen Worte der Intendantin wert, daß wir so wichtig seien für den Sender, wenn gleichzeitig den Freien das Recht abgesprochen wird, ihre Vertreter gegenüber der Geschäftsleitung selbst zu bestimmen?

Wir halten - keine Frage - dennoch Kurs. Uns geht es um konkrete Ergebnisse. Wir wollen, daß die Geschäftsleitung ihr Erbe ehrlich antritt und daraus die entsprechenden Konsequenzen zieht, wir wollen verhindern, daß zig von uns einfach so, ohne Not, aus dem System kippen. Unsere Vorschläge belasten - im Gegensatz zu dem, was die Geschäftsleitung gern behauptet - den Sender finanziell nicht. Davon wird sich jeder überzeugen können, wenn wir unsere detaillierten Vorschläge öffentlich machen. Ob wir das bereits am Dienstag machen können, hängt von der Entwicklung der Ereignisse ab.

Wir werden unsere Ziele erreichen, der Versuch der Geschäftsleitung, handstreichartig neue Verhältnisse zu schaffen, ist jetzt bereits gescheitert.

Am Montag tagt der Rundfunkrat, etliche Mitglieder sind bereits über die Situation informiert. Ob und wie wir beim Rundfunkrat auftreten werden, entscheiden wir kurzfristig, auch das hängt von der Entwicklung der Ereignisse ab. Schaut bitte am Montag gegen 13 Uhr in die mails, um 16 Uhr ist Rundfunkrat, möglicherweise wäre es sinnvoll, mit einer "kleinen Delegation" dort anzutreten. Aufgrund der aktuellen Ereignisse können wir leider nicht langfristiger disponieren.

Sonntag, 14.Dezember 2003
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #2 am: 13. Oktober 2005, 12:54:24 »

Hier ein Beispiel aus Kanada, daß es doch möglich ist sich gegen die Atomisierung der Belegschften in lauter "Freie" zu verhindern:

Zitat
Über 88 Prozent der 5.000 Angestellten des kanadischen Fernsehsenders CBC haben der neuen Vereinbarung zugestimmt, mit der eine fast zweimonatige Aussperrung zuende ging. Streitpunkt war, dass die CBC-Geschäftsleitung durchsetzen wollte, dass die Zahl der Zeitarbeiter und "freien" Mitarbeiter erheblich ausgeweitet wird. Das lehnten die Kollegen ab und traten im August in den Streik. CBC sperrte daraufhin alle aus - Journalisten, Korrespondenten, Techniker, Verwaltungsangestellte usw. Jetzt musste der Fernsehsender klein beigeben.

rf-news
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Kuddel


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« Antworten #3 am: 15. Oktober 2005, 19:34:04 »

Gestern blieben in Italien landesweit Kinos, Theater und Operhäuser geschlossen. Schauspieler, Musiker, Bühnenarbeiter, Kinobesitzer usw. protestierten damit gegen die Absicht der Regierung Berlusconi, im Jahr 2006 die öffentlichen Kulturetats um 35 Prozent zu kürzen. Die Kritiker warnen die Regierung, dass die Existenz von bekannten Kulturstätten dadurch bedroht sei.
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Kuddel


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« Antworten #4 am: 28. März 2006, 19:22:40 »

Es scheint, allmählich geht auch denjenigen der Arsch auf Grundeis, die merken, daß man vom "ich bin bei den Medien" Image auch nicht die Miete zahlen kann:

Zitat
Die Arbeit und der Arbeitsplatz der Printjournalisten verändern sich, aber sie fürchten nach einer aktuellen Umfrage nicht um ihr Medium


Leiden unter Informationsflut und Zeitdruck
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #5 am: 03. November 2007, 12:35:56 »

Die US-Amerikanischen Medienarbeiter sind in einem ganz anderen Maße organisiert, als die Deutschen.

 
Zitat
Autoren wollen Hollywood lahm legen
Erster Autorenstreik in USA seit fast 20 Jahren

Protest in der Traumfabrik: Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen wollen die amerikanischen Drehbuchautoren ihren Stift aus der Hand legen - zum ersten Mal nach 20 Jahren. Hollywood ist in Panik, denn ein Streik würde viele Film- und TV-Projekte lahm legen.



Die Drehbuchautoren in Hollywood werden nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen streiken. Dies berichtete die "Los Angeles Times" am späten Donnerstagabend unter Berufung auf die Autorengewerkschaft "Writers Guild" (WGA).
 

Die WGA-Führungsgremien wollten am Freitag gleichzeitig in Los Angeles und New York zusammenkommen, um über den Ausstand zu entscheiden. Wenn sie zustimmen, droht der US-Unterhaltungsindustrie eine der größten Krisen seit Jahrzehnten, die Hunderte Millionen Dollar kosten dürfte. Es wäre der erste Autorenstreik seit fast 20 Jahren.
 
Experten befürchten Chaos bei Sendern

Die Autorengewerkschaft "Writers Guild" und die Allianz der amerikanischen Film- und Fernsehproduzenten (AMPTP) hatten sich nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen können. Die 12.000 Mitglieder in der "Writers Guild" hatten kürzlich mit einer überwältigenden Mehrheit für einen Arbeitskampf gestimmt, sollte es keinen "fairen und vernünftigen Vertrag" mit den Film- und Fernsehproduzenten geben. Ein Streik würde viele Film- und TV-Projekte in Hollywood lahmlegen.
 

Der Verband verlangt vor allem eine bessere Vergütung für die Schreiber, wenn ihre Arbeit auf DVDs, im Internet und auf Mobiltelefonen verbreitet wird. Beide Seite hatten seit Juli miteinander verhandelt. 1988 waren die Schreiber 22 Wochen im Ausstand. Der Schaden für die Film- und Fernsehindustrie wurde damals mit 500 Millionen Dollar beziffert.
 

Analysten fürchten im Falle eines Streiks, dass die Fernsehprogramme der großen US-Sender völlig durcheinanderkommen. TV-Stars wie David Letterman und Jay Leno, deren legendäre Sprüche vor allem von WGA-Autoren erdacht werden, könnten plötzlich im Regen stehen. Der Bürgermeister von Los Angeles rechnet bereits mit Verlusten von bis zu einer Milliarde Dollar.

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/25/0,3672,7120953,00.html
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« Antworten #6 am: 07. November 2007, 14:00:30 »

Zitat
Zwangspause für „Desperate Housewives“

Der Streik der Fernsehautoren und Drehbuchschreiber in Hollywood legt immer mehr Fernsehshows lahm. Betroffen ist auch der in Deutschland bekannte Serienhit „Desperate Housewives“. Die Dreharbeiten werden am heutigen Mittwoch eingestellt, nachdem es keine aktuellen Drehbücher mehr gibt, wie Produzentin Alexandra Cunningham erklärte. Mit den Folgen, die bereits gedreht sind, werde man nicht einmal bis Weihnachten kommen.

Ferner betroffen sind sechs Comedy-Serien, die vor einem Live-Publikum gedreht werden, sowie die neuen Ausgaben von Sendungen wie der „Late Show with David Letterman“ oder der „Tonight Show with Jay Leno“. Stattdessen sollen nun Wiederholungen ausgestrahlt werden.

„Desperate Housewives“-Star Eva Eva Longoria verteilte am Dienstag Pizza an die Streikposten, die zum Drehort gezogen waren, und erklärte, sie unterstütze die Autoren. Sie mache sich aber auch Gedanken um Mitglieder der Crew wie ihre Friseuse und Visagistin, die jetzt nicht wüssten, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollten.

Die Drehbuchautoren fordern mit ihrem ersten Streik seit neunzehn Jahren eine höhere Beteiligung an den Erlösen der Produktionsfirmen im Internet und mit DVD-Publikationen. Von einer DVD, die im Laden etwa 20 Dollar (14 Euro) kostet, erhalten die Autoren bislang nur drei Cent. Die Verhandlungen zwischen der Writers Guild of America und der Alliance of Motion Picture and Television Producers wurden am Sonntag abgebrochen. Neue Verhandlungen wurden zunächst nicht angesetzt. Der Konflikt wird auch von Schauspielern und Regisseuren aufmerksam beobachtet. Ihre Abschlüsse richten sich in der Regel nach den Vereinbarungen für die Autoren.

http://www.faz.net/s/Rub21DD40806F8345FAA42A456821D3EDFF/Doc~E76EDB1EC165042EBA9EA993D5D248839~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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« Antworten #7 am: 07. November 2007, 17:36:29 »

Zitat
To strike or not to strike? Sebastian Andrae, Chef des Verbandes Deutscher Drehbuchautoren, will nicht nur von streikenden amerikanischen Autoren profitieren - im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt er auch, wie er von deutschen Lokführern lernen will.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,515773,00.html
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« Antworten #8 am: 13. November 2007, 18:07:55 »

Zitat
Internet-Blogger unterstützen Hollywood-Streik

New York/Los Angeles (dpa) - Zahlreiche Internetforen zur Film- und Fernsehszene in den USA haben sich mit dem Streik der Drehbuchschreiber in Hollywood solidarisch erklärt. Rund zwei Dutzend Blogger-Adressen erschienen mit «schwarzen Seiten» und veröffentlichten stattdessen eine Erklärung, in der sie ihre Unterstützung für den Arbeitskampf der Profi-Schreiber ausdrücken.

«Die begabten Autoren, die für so vieles verantwortlich sind, was wir im Fernsehen lieben, sollten und müssen fair und gerecht bezahlt werden, und wir stehen hinter ihnen, bis sie dieses Ziel erreicht haben», hieß es etwa auf der Seite Televisionary.

Auch Blogs wie «Give Me My Remote» (Gib mir meine Fernsteuerung), «The TV Addict» (Der Fernsehsüchtige) und «Watch With Intelligence» (Schau mit Köpfchen) schlossen sich der Aktion an. Auf diesen Seiten tauschen TV-Fans ihre Meinung über Filme und Fernsehsendungen aus.

«Einige Leute dachten, wir sind gegen den Streik, weil unsere liebsten Fernsehsendungen verschwinden», sagte laut «TV Week» die Bloggerin Liz Pardue, die den Solidaritätsstreik organisiert hat. «Aber wir wollen zeigen, dass es wichtigere Dinge gibt, als dass einige Shows die ganze Saison laufen.»

Hollywoods Drehbuchschreiber sind seit mehr als einer Woche im Ausstand. Sie verlangen eine bessere Entlohnung für die Weiterverwertung ihrer Arbeiten im Internet und auf DVDs. Durch den Streik fallen zahlreiche beliebte TV-Shows aus oder müssen auf Wiederholungen zurückgreifen.

CBS, einem der größten Fernsehsender Amerikas, könnte unterdessen zusätzlich ein hausinterner Streik der Nachrichtenschreiber drohen. Die rund 500 gewerkschaftlich organisierten Nachrichtenredakteure in Los Angeles, Chicago, New York und Washington arbeiten seit April 2005 ohne Vertrag und stimmen am Donnerstag über Kampfmaßnahmen ab. Wie die Zeitschrift «Hollywood Reporter» berichtete, gibt es derzeit keine Aussicht auf einen Kompromiss.


http://de.news.yahoo.com/dpa2/20071113/ten-internet-blogger-untersttzen-hollywo-78cf77f_1.html
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« Antworten #9 am: 20. November 2007, 22:39:20 »

Filme fallen Streik zum Opfer - Clooney spendet für Hilfsfonds

New York (dpa) - Der andauernde Streik der Hollywood-Autoren hat noch mehr geplanten Filmen das vorläufige Aus beschert. Warner Brothers gab bekannt, dass die Produktion des Films «Shantaram» mit Johnny Depp in der Hauptrolle nicht wie geplant im Februar starten könne, meldete das Fachblatt «Variety».

Auch Regisseur Rob Marshall («Chicago») muss die Dreharbeiten für die Musicalverfilmung «Nine», die im März beginnen sollten, auf Eis legen, bestimmte die Produktionsfirma Weinstein. In beiden Fällen wurden unfertige Drehbücher als Grund angegeben. Sony hatte zuvor den Film «Angels and Demons» von Ron Howard gestoppt, United Artists lässt Oliver Stones Drama «Pinkville» ruhen.

Hollywood-Star George Clooney zeigte sich unterdessen solidarisch und spendete 25 000 Dollar (knapp 16 000 Euro) für den Actors Fund, einen Hilfsfonds für in Not geratene Schauspieler und andere Mitarbeiter der Branche. «Für Leute wie mich ist der Streit erzwungener Urlaub, aber ein anhaltender Streik kann die Menschen zerstören, die ihren Lebensunterhalt in der Filmbranche verdienen. Ich hoffe, dass auch andere, die es sich leisten können, Verantwortung übernehmen und helfen», sagte der Schauspieler dem Branchenblatt «Variety».

Beliebte Fernsehsendungen waren gleich zum Auftakt des Streiks am 5. November hart getroffen worden. Late-Night-Shows etwa von Jay Leno und David Letterman senden nur noch Wiederholungen, die Hit-Serie «Desperate Housewives» liegt aus Mangel an Scripten auf Eis. Auch «Grey's Anatomy», «CSI» und «The Office» geht allmählich die Luft aus.

Die Drehbuchautoren wollen mit dem Arbeitskampf bessere Bezahlung für die Weiterverwertung ihrer Arbeiten im Internet und auf DVDs erreichen. Eine neue Verhandlungsrunde ist für den 26. November geplant. Der letzte Autorenstreik in Hollywood hatte 1988 mehr als fünf Monate gedauert und kostete schätzungsweise 500 Millionen Dollar.

welt online 20.11.07
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« Antworten #10 am: 26. November 2007, 17:57:34 »

Zitat
Der seit mehr als zwei Wochen laufende Streik der Hollywood-Autoren schmerzt jetzt auch die ersten Studios in Europa. Das britische Filmstudio Pinewood Shepperton musste eine „größere Filmproduktion“ stoppen, weil das Drehbuch noch nicht fertig gewesen sei. Europas führendes Filmstudio rechnet mit rund 4,17 Millionen Euro weniger Umsatz im kommenden Jahr.


http://www.nachrichten.at/kultur/617628?PHPSESSID=d866f221786a1535e7a138f7afbded63

Sonderseite zum Streik bei Youtube
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« Antworten #11 am: 28. November 2007, 14:45:17 »



Die Sonderseite „Der Verband Deutscher Drehbuchautoren unterstützt den Autorenstreik in den USA
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« Antworten #12 am: 11. Dezember 2007, 14:44:38 »

Bernd Lange

Aller Tage Arbeitskampf

KLAGEMAUERMANGEL Wir sind hier nicht in Hollywood. Ein deutscher Drehbuchautor über seine Situation, in der das Wort Autorenstreik nicht vorkommt


"The screenwriters are the most important people in showbusiness, but you must not let them know that." Die Warnung stammt von dem legendären Hollywood-Produzenten Irving Thalberg. Für die Autoren in Amerika ist die Tatsache, dass sie die wichtigsten Menschen im Kulturbetrieb sind, kein Geheimnis mehr. Ihr seit Wochen andauerndes, kollektives Verweigern der Arbeit ist ein finanzieller Stolperstein für die Filmindustrie, der Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Jüngste prominente Opfer des Arbeitskampfes sind Großproduktionen wie das Remake der britischen Serie State of Play, bei der Brad Pitt auf Grund der mangelnden Qualität des Drehbuchs seine Mitarbeit verweigert hat, oder die aus demselben Grund gestoppte Vorbereitung zur Fortsetzung des Bestsellers und gleichnamigen Blockbusters The Da Vinci Code. Neue Folgen der populären Serien Lost und Grey´s Anatomy werden nicht vor 2009 zu sehen sein, Late Night Shows wie die von David Letterman oder Jay Leno zeigen Wiederholungen. Offenbar zwingt dieses wenig prominente, aber wichtige Rad im Getriebe der Traumfabrik den ganzen Apparat zum Stillstand.

Die zentralen Forderungen der für den Streik verantwortlichen Gewerkschaft Writer´s Guild of America (WGA) sind eine Beteiligung am Zukunftsmarkt des Online-Geschäftes und ein größerer Anteil aus dem Erlös an Verkäufen von DVDs. Wer zu denjenigen gehört, die amerikanische Fernsehserien in sündhaft teuren Editionen erwirbt oder einmal einen Blick auf die Online-Portale der Kabelsender in den USA geworfen hat, ahnt, um welche Summen es für die Studios geht. Die zu erwartenden Auszahlungen an die einzelnen Autoren werden gegenwärtig nicht astronomische Höhen erreichen. Doch da die Filmwirtschaft in Zeiten von Harddiskrekordern und Video-on-Demand immer mehr zu einem Internetgeschäft wird, ist es vor allem ein Streik für die Zukunft, wenn eines Tages alles nur noch per Datenstrom auf den heimischen Bildschirm fließt.

In meiner täglichen Arbeit als Drehbuchautor von deutschen Kinofilmen und Fernsehspielen kämpfe ich mit Spannungsbögen und Figurenentwicklungen. Zeit, mir Gedanken über den eigenen Stellenwert zu machen, bleibt bei reger Beschäftigung selten. Trotzdem schaue ich neidisch auf die Summen, die manchmal für ein Drehbuch in Amerika bezahlt werden. Sie stehen in keinem Verhältnis selbst unter Abzug der Tatsache, dass die dortige Filmwirtschaft am Weltmarkt einen anderen Stellenwert hat als die deutsche. Der in der Industrie beschäftigte Autor genießt ein höheres Ansehen, als Schreiber für die Studios im Fernseh- oder Kinogeschäft arbeitet er für internationale Konzerne, die Produkte für den Weltmarkt herstellen. Das Modell des Writer-Producer ist nicht unüblich. Produzenten wie James Schamus (Brokeback Mountain) oder der für American Beauty und die Serie Six Feet Under verantwortliche Alan Ball legen Hand an die Skripte, die sie künstlerisch und später ökonomisch zu vertreten haben oder sind sogar deren Urheber und partizipieren als gleichzeitiger Produzent in einem anderen Maße am Erfolg. Wenn nun der Stand der amerikanischen Kollegen so viel besser ist, warum geht der deutsche Drehbuchautor nicht auf die Barrikaden?

In der letzten Woche haben sich achtzig Autoren, befreundete Schauspieler und Regisseure vor dem Brandenburger Tor in Berlin versammelt, um sich solidarisch mit den Forderungen ihrer Kollegen zu erklären. Das Häuflein Demonstranten konnte man glücklicherweise von den Reisegruppen unterscheiden, denn ein Städtetourist hat normalerweise kein Transparent in der Hand. Die Hollywood-Schreiber stehen Spalier vor den Eingangstoren von Disney, Paramount oder Warner Brothers. Warum ist das Brandenburger Tor für die Misere des deutschen Drehbuchhandwerks verantwortlich?

Eine Klagemauer für den heimischen Markt zu finden, ist schwer. Wen soll man beschuldigen für geringe Honorare und mangelnde Beteiligung am eventuellen wirtschaftlichen Erfolg? Die Filmförderung, die Produzenten, die Sender? Die Situation, wer Auftraggeber und Auftragnehmer ist, wer die Gewinne letztlich abschöpft, wenn sie mit deutschen Produkten überhaupt erzielt werden, ist leider nebulös. Jeder, der sich einmal den Finanzierungsplan eines durchschnittlichen deutschen Kinofilms angesehen hat, weiß, dass bei den Produzenten lange keine müde Mark eingeht, bevor ein Film nicht eine große Anzahl von Zuschauern hat. Die Mehrheit der benötigten Gelder zur Herstellung ist vom Staat oder den Bundesländern durch die Filmförderung geliehen und muss bei Erfolg anteilig zurückgezahlt werden. Die Auswertungsrechte verkauft der Produzent im Vorfeld an partizipierende Fernsehsender, einen Weltvertrieb und Verleih, um den Film herstellen zu können. Wo sich amerikanische Autoren eine Beteiligung am Onlinegeschäft und an den verkauften DVDs wünschen, schauen die deutschen Produzenten häufig selbst in die Röhre - und damit auch der deutsche Autor.

Streik ist immer Lobbyarbeit. In Deutschland findet keine gewerkschaftliche Arbeit statt wie bei der in Hollywood omnipräsenten WGA. Es gibt einen Verband deutscher Drehbuchautoren, doch die Mitgliedschaft ist freiwillig und hat für den ökonomischen Stellenwert ihrer Mitglieder keine Bedeutung. Unabhängig von den verbesserten Bedingungen durch schon bestehende Rahmenverträge mit den Studios, räumt die Mitgliedschaft in der WGA mit einem romantischen und verklärten Geniebegriff der Autoren auf. "Du bist nicht alleine in deiner Kammer, wo du vor dich hinschreibst und am großen Opus arbeitest. Du bist Teil einer Industrie und wir sind organisiert." Wer man ist, fängt im Kopf an.

Der deutsche Markt lässt sich selbstkritisch und ein wenig polemisch in drei Arten von Drehbuchautoren unterteilen: in den von der Filmförderung alimentierten Künstler, der für den ambitionierten, vom Feuilleton geliebten, auf Festivals gepriesenen und im Kino unter Ausschluss einer größeren Öffentlichkeit stattfindenden "deutschen Film" steht. Das Ergebnis seiner Arbeit ist ökonomisch nicht relevant, aber Geld interessiert ihn sowieso nicht. Es geht um den cineastischen Ausdruck. Das ist legitim. Dann gibt es den Lohnschreiber, der Fernsehspiele und Serien erfindet und in einem freischaffenden, aber letztlich weisungsgebunden Arbeitnehmerverhältnis gegenüber den Fernsehsendern und Produzenten steht. Keiner beißt die Hand, die ihn füttert, im besten Fall manifestiert sich bei diesem Typ eine larmoyante Haltung gegenüber seinem Auftraggeber. Schließlich bleibt der Autor, der versucht, künstlerisch integer gegenüber seinem Schaffen zu bleiben, für den Wirtschaftlichkeit kein Fremdwort ist, der weiß, dass er in einer Unterhaltungsindustrie arbeitet und dabei die Spannungsfelder der ersten beiden Kategorien aushalten muss. Eine funktionierende Solidargemeinschaft wie die WGA ist weit und breit nicht in Sicht, wenn das Selbstverständnis der Akteure so weit auseinander geht.

Zwar gibt es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine Regelsammlung, in der zum Beispiel die Vergütung einer Folge von Tatort vereinbart ist. Die finanzielle Bewertung der Arbeit geschieht aber meist im zähen, individuellen Verhandeln zwischen dem Produzenten des Films und dem Autor oder seiner Agentur. Dabei muss man festhalten, dass sich die Honorare der Drehbuchautoren schlechter an die Inflation angepasst haben als der Rentenspiegel. Am Ende zählt der Marktwert des Einzelnen. Wer "in" ist, leistet sich Forderungen, andere sind zufrieden, wenn es zu einem Vertragsabschluss kommt, der ein Jahreseinkommen oberhalb der Armutsgrenze sichert. Solidarität ist anderswo. Der Arbeitskampf der deutschen Drehbuchautoren hat kein Ende in Sicht, denn er findet jeden Tag statt.

Schön wäre, wenn man mit gutem Gewissen auf die Produzenten einprügeln könnte, dann gäbe es ein Feindbild, das die Gemeinschaft der Autoren zu mehr Zusammenhalt nötigt. Doch wem klar ist, dass die meisten unabhängigen Film- und Fernsehproduzenten selbst keinen Euro zu viel in der Tasche haben, wünscht sich in Deutschland vielleicht lieber einen Streik der Produzenten.

Bernd Lange ist Drehbuchautor und lebt in Berlin. Er hat an Filmen wie Am Ende kommen Touristen und Requiem mitgewirkt. Mit dem Regisseur Hans-Christian Schmid (Requiem, Lichter) arbeitet er zur Zeit an einem Film über internationales Strafrecht.

http://www.freitag.de/2007/49/07491301.php
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« Antworten #13 am: 11. Dezember 2007, 19:22:52 »

Zitat
Keine Hoffnung auf ein Ende des Arbeitskampfs
Serien wie "Grey's Anatomy" und "Dr. House" geht Nachschub aus - Bevorstehende Saison bis Oscar-Verleihung betroffen - Millionenverluste und 15.000 Jobs gefährdet


New York/Los Angeles - Keine Hoffnung auf ein Ende des Arbeitskampfs in Hollywood: Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen den streikenden Drehbuchautoren und den Film- und Fernsehproduzenten macht sich in der Traumfabrik Alarmstimmung breit. Medienberichten vom Sonntag zufolge droht inzwischen selbst den populärsten Fernsehshows wie "Grey's Anatomy" und "Dr. House" der Nachschub auszugehen. Auch die bevorstehende Saison der glamourösen Musik- und Filmpreisverleihungen bis hin zum Oscar ist betroffen.

Die Tarifverhandlungen zwischen dem Autorenverband und den Studios waren am Freitag nach fünf Wochen Streik ergebnislos abgebrochen worden. Beide Seiten machten sich gegenseitig für das Scheitern verantwortlich, berichtete die "Los Angeles Times". Ein Termin für neue Gespräche war nicht vereinbart worden. Neuen Schätzungen zufolge kostet der Streik täglich 21 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) und gefährdet 15.000 Arbeitsplätze.

Die Drehbuchschreiber, die seit 5. November im Ausstand sind, verlangen vor allem eine bessere Vergütung für die Weiterverwertung ihrer Arbeiten auf DVDs und im Internet. Ihr Verhandlungsführer David Young warf den Studios vor, die Autoren nicht als Partner zu akzeptieren: "Sie verlangen von uns, auf unsere Zukunft zu verzichten - vor allem in den neuen Medien." Die Produzenten erklärten im Gegenzug, sie seien "verwirrt und entmutigt", weil die Autoren den Streik offenbar nur hinausziehen wollten.

Der Arbeitskampf hat seit Wochen massive Auswirkungen auf die gesamte US-Unterhaltungsindustrie, auch große Filmprojekte in Europa sind betroffen. Der "Los Angeles Times" zufolge sind bereits mehr als 50 TV-Shows lahmgelegt, in der kommenden Woche müssten praktisch alle Fernsehproduktionen stoppen, die in irgendeiner Weise auf Manuskripte angewiesen sind. Viele Sender greifen auf Wiederholungen zurück, immer mehr sollen Reality-Shows die Lücken füllen. Betroffen sind nicht nur alle Jobs vom Schauspieler bis zum Bühnenarbeiter, die Studios haben zudem millionenschwere Ausfälle durch das Ausbleiben von Werbeeinnahmen. (APA/dpa)


http://derstandard.at/?url=/?id=3142970
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« Antworten #14 am: 17. Dezember 2007, 15:54:18 »

Verhärtete Fronten im Streik der US-Drehbuchautoren

"Die Fronten zwischen den seit sechs Wochen streikenden Drehbuchautoren und den amerikanischen Film- und Fernsehproduzenten verhärten nach einem Verhandlungsabbruch zunehmend. Nachdem am vergangenen Wochenende der US-Verband der Produzenten (AMPTP) den Verhandlungstisch verlassen hatte, reichte die Autoren-Gewerkschaft WGA nun eine Beschwerde beim National Labor Relations Board (NLRB) ein. Der vom US-Präsidenten eingesetzte und vom Senat bestätigte Ausschuss führt die Aufsicht über Gewerkschaftsangelegenheiten und entscheidet über Verstöße gegen das Organisations-, Streik- und Tarifrecht. Unterdessen steigt der Druck auf die WGA auch seitens der Schwesterorganisation DGA, die rund 13.000 Regisseure vertritt. (…) Gleichzeitig pochen auch die organisierten Regisseure auf ein baldiges Verhandlungsergebnis. Der Tarifvertrag der Produzenten mit der Directors Guild of America (DGA) läuft im kommenden Sommer aus. Die Gewerkschaft der Regisseure beginnt die Verhandlungen über eine Verlängerung üblicherweise schon Monate vor Ablauf des Vertrags. Bisher hat die DGA davon abgesehen, die Bemühungen der schreibenden Kollegen mit eigenen Verhandlungen oder Ergebnissen zu unterminieren. Doch wollen die Regisseure nun nur noch bis Anfang Januar warten und dann mit eigenen Verhandlungen beginnen…“

http://www.heise.de/newsticker/meldung/100629
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« Antworten #15 am: 01. Januar 2008, 18:25:24 »

Neue Gags für Letterman: Nach fast acht Wochen Streik erste Einigung

US-Talkmaster nach Teil-Einigung: "Schritt in die richtige Richtung"

Nach fast acht Wochen Arbeitskampf in Hollywood hat erstmals eine Produktionsfirma die Bedingungen der streikenden Drehbuchschreiber akzeptiert. Late-Night-Star David Letterman und sein Studio einigten sich mit der Autorengewerkschaft auf einen vorläufigen neuen Tarifvertrag, berichtete die "Los Angeles Times" am Wochenende. Damit können die beiden beliebten Shows des Talkmasters im US-Fernsehkanal CBS von Mittwoch an wieder ganz normal auf Sendung gehen. "Das ist keine Lösung für den Streik, der leider weiter das Leben Tausender beeinträchtigt", erklärte Letterman. "Aber ich hoffe, es wird als ein Schritt in die richtige Richtung gesehen."

Fast alle großen US-Talkshows sind seit dem 5. November durch den Streik lahmgelegt. Sie sendeten seither nur noch Konserven und haben massive Einbrüche bei den Zuschauerzahlen und Werbeeinnahmen zu verkraften. Neben Letterman wollen auch die Late-Night-Shows der Konkurrenzsender nach Neujahr wieder aktuell auf Sendung gehen, sie müssen aber weiter auf ihre Gag- und Moderationsschreiber verzichten. Unklar bleibt weiter auch, wie die traditionelle TV-Gala zur Verleihung der Golden Globes am 13. Januar über die Bühne geht: Viele Schauspieler wollen aus Solidarität mit den Drehbuchschreibern nicht im Fernsehen auftreten, solange der Arbeitskampf andauert.

Mehr Geld für Autoren gefordert

Die Gewerkschaft, die mehr als 10.000 Mitglieder vertritt, verlangt mehr Geld für die Autoren bei der Weiterverwertung ihrer Arbeiten auf DVDs und im Internet. Letterman, der seine Shows in einer eigenen Produktionsfirma erstellt, akzeptierte dem Bericht zufolge diese Forderungen. "Wir sind eine Autoren-freundliche Firma", sagte sein Hauptgeschäftsführer Rob Burnett. "Wir haben kein Problem damit, den Schreibern das zu geben, was sie verlangen. Wir glauben, sie haben es verdient." Einzelheiten des Deals wurden nicht bekannt.

Schätzungen zufolge kostet der Ausstand in Hollywood täglich 21 Millionen Dollar (etwas mehr als 14 Millionen Euro) und gefährdet 15 000 Arbeitsplätze. Neben den Fernsehsendungen sind auch zahlreiche Filmprojekte betroffen. (APA/dpa)

http://derstandard.at/?id=3165803
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« Antworten #16 am: 14. Januar 2008, 18:18:24 »

Fallen jetzt auch die Oscars aus?
 
13. Januar 2008 Gestern war heute, und heute ist schon morgen, das ist nicht bloß die lustige Formel des Films „Und täglich grüßt das Murmeltier“, in dem ein Mann immer wieder denselben Tag durchleben muss. Die Zeitschleife könnte auch die Wirklichkeit erfassen, wenn sich auf Bildschirmen und Kinoleinwänden die Wiederholungen wiederholen. Seit dem 5. November 2007 streiken in Hollywood die Drehbuchautoren, und wenn sie sich nicht bald mit dem Produzentenverband einigen, dann bleibt es nicht bei der Absage der für diesen Sonntag geplanten Golden-Globe-Gala: dann stehen die Oscars am 24. Februar auf dem Spiel.

http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc%7EEC9595DAE58B24BFBBF1574BF751D7817%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html
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« Antworten #17 am: 15. Januar 2008, 19:45:11 »


Hollywood-Streik

TV-Studios feuern Drehbuchautoren

Angesichts des inzwischen mehr als zehn Wochen dauernden Autorenstreiks in Hollywood haben vier große TV-Studios zahlreiche Verträge von Drehbuchschreibern gekündigt. Wie die "Los Angeles Times" am Dienstag berichtete, berufen sich die Unternehmen auf höhere Gewalt.


Insgesamt seien seit Freitag mehr als 65 Verträge aufgehoben worden, schrieb das Blatt. Wie viele Menschen davon betroffen sind, blieb zunächst unklar, weil es sowohl um Einzel- wie auch um Gruppenverträge geht. "Die Dauer des Autorenstreiks hat unsere laufende Arbeit entscheidend beeinträchtigt. Wegen dieser veränderten Geschäftsbedingungen mussten wir einige unserer Vereinbarungen mit Autoren/Producern beenden", erklärte das Fernsehunternehmen NBC Universal. Auch 20th Century Fox Television, CBS Paramount Network Television und Warner Brothers bestätigten Vertragsannullierungen.

 Der bisher einmalige Schritt hat der Zeitung zufolge auch strategische Gründe. Zwar haben die Studios den Autoren seit Beginn des Streiks am 5. November ohnedies kein Gehalt mehr gezahlt. Sie müssen die Zahlungen jetzt aber auch nicht wieder aufnehmen, wenn der Arbeitskampf beendet wird. Eine Klausel im US-Arbeitsrecht erlaubt es den Produktionsfirmen, die Verträge einseitig zu kündigen, wenn "höhere Gewalt" wie ein Streik im Spiel ist.
 
Bei den Vereinbarungen geht es der Zeitung "Los Angeles Times" zufolge vor allem um die Entwicklung und Produktion von neuen TV-Shows für die nächste Saison. Diese Arbeit läuft normalerweise im Januar an und kostet die Studios bis zu zwei Millionen Dollar (bis zu 1,34 Millionen Euro) im Jahr für einen Schreiber und sein Team.

Die Drehbuchautoren sind seit Anfang November im Ausstand. Sie verlangen eine bessere Vergütung für die Weiterverwertung ihrer Arbeiten auf DVDs und im Internet, die Produzenten lehnen das ab. Durch den Streik sind seit Wochen zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen lahmgelegt.

DPA

http://www.stern.de/unterhaltung/film/:Hollywood-Streik-TV-Studios-Drehbuchautoren/607934.html
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« Antworten #18 am: 15. Januar 2008, 19:56:26 »

Zitat
Streik der klugen Köpfe - Zeitenwende in der US-Filmbranche
Von Jörg Taszman

Beim Streik der US-Drehbuchautoren geht um das viele Geld, das Sender und Produzenten mit neuen Formen einer Verwertungskette verdienen, die früher nur aus Kino, Video, Pay-TV und Fernsehen bestand. Seit einigen Jahren nun wurde sie um die Wunderscheibe DVD und kürzlich auch durch Internet Downloads erweitert. Während der Umsatz auf DVD meist viel höher ist als bei der reinen Kinoauswertung, bekommen die Autoren etwa 4 Cent pro verkaufter DVD.

In Deutschland erregte die Hartnäckigkeit einer kleinen Lokführergewerkschaft seit Monaten die Gemüter. Noch verwunderter sind derzeit Amerikaner, die zum ersten Mal wegen eines Streiks auf die große Gala der "Golden Globes" verzichten müssen. Das ist nach der Oscarverleihung die wichtigste Veranstaltung der Film- und Entertainmentbranche.

Die USA gelten allgemein als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, als das Mekka des westlichen Kapitalismus. Streiks, die das gesamte Land lahmlegen, kennt man dort nicht. Und doch sind einige Gewerkschaften in gewissen Branchen sehr mächtig, wie der monatelange Streik der WGA "Writers Guild of America" beweist. Der WGA steht die noch viel mächtigere Produzentenvereinigung "Alliance of Motion Picture and Television Producers" AMPTP gegenüber, der im übrigen auch die großen Hollywoodstudios wie Warner Brothers, 20th Century Fox oder Disney angehören.


weiter:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/723639/
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« Antworten #19 am: 13. Februar 2008, 13:31:44 »

Zitat
Hollywood-Autoren beenden Streik

Folgenschwerster Ausstand in US-Film- und Fernsehindustrie nach drei Monaten beendet




Los Angeles - Der Streik der Hollywood-Drehbuchautoren geht nach drei Monaten zu Ende. Wie die Führung der Gewerkschaft WGA am Dienstag mitteilte, akzeptierten die Mitglieder bei einer Urabstimmung mit 92,5 Prozent der Stimmen ein am 2. Februar erzieltes Verhandlungsergebnis mit den Filmstudios. Die Autoren werden den Angaben zufolge die Arbeit am (heutigen) Mittwoch wiederaufnehmen. "Der Streik ist zu ende", sagte der Präsident der Gewerkschaft WGA (Writers Guild of America), Patric Verrone.

"Am Ende hat jeder gewonnen. Es ist eine faire Übereinkunft und eine, mit der die Studios leben können und die den großen Beitrag der Autoren für die Branche anerkennt", sagte der Chef der CBS Corp., Leslie Moonves. Er war einer der Medienvertreter, die das Abkommen mit ausgehandelt haben. Die am Wochenende erzielte Vereinbarung sieht einen neuen Vertrag mit dreijähriger Laufzeit und Gehaltserhöhungen von etwa drei Prozent pro Jahr vor.

Die Autoren für Film- und TV-Produktionen hatten eine bessere Beteiligung an den Einnahmen aus der Verwertung ihrer Arbeit in digitalen Medien gefordert. Ihr Streik, der erste seit 20 Jahren, hatte Tausende von Arbeitsplätzen in der Filmindustrie blockiert, die TV-Saison und die Filmproduktion auch für Endverbraucher deutlich wahrnehmbar beeinträchtigt und der Oscar-Saison Hollywoods den Glanz genommen. So mussten mehrere Fernsehserien und Talkshows eingestellt werden. Auch die Golden-Globe-Gala am 13. Jänner war wegen des Streiks ausgefallen.

Die Studios wollten das Honorar für Filme und Fernsehproduktionen im Internet auf eine Pauschale von 1.200 Dollar (800 Euro) begrenzen. Die Gewerkschaft verlangte jedoch eine prozentuale Beteiligung an den online erzielten Einnahmen. (APA/AP/AFP/Reuters)

http://derstandard.at/?id=3218938
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« Antworten #20 am: 15. Februar 2008, 17:27:06 »

Zitat
NDR-Freie protestieren gegen Arbeitssperre

Sie kämpfen nicht für mehr Geld - sie kämpfen für eine längerfristige berufliche Perspektive. Rund 50 freie Mitarbeiter des Norddeutschen Rundfunks (NDR) waren gestern in einem gelben School Busin Hamburg unterwegs, haben sich beim Abendblatt, der "Morgenpost", beim "Spiegel" und anderen Medienunternehmen symbolisch beworben. Sie taten, was der Sender ihnen schon lange rät: Sie bemühten sich um ein zweites berufliches Standbein. Im gesamten Sendegebiet blieben den NDR-Redaktionen und Studios gestern rund 400 Freie fern. Zu Beeinträchtigungen im Programm kam es jedoch kaum, der Protest war angekündigt worden. Knapp 900 Journalisten sind derzeit mit Rahmenvertrag beim NDR beschäftigt.
 
Der Aktionstag soll auf die in der ARD einmalige Regelung aufmerksam machen, dass der NDR die Arbeitsverhältnisse der freien Mitarbeiter spätestens nach 15 Jahren für mehrere Monate unterbricht und bei einer Wiederbeschäftigung das Honorar auf maximal 18 000 Euro pro Jahr begrenzt. Der Sender will sich so vor Festanstellungsklagen schützen und verweist auf mit Gewerkschaften ausgehandelte Tarifvereinbarungen sowie ein Grundsatzurteil aus dem Jahr 1982.

Die Initiative "Freie im Norden" setzt nun auf den neuen Intendanten Lutz Marmor, der bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert habe. Man sei bereit, "gemeinsam mit seinen freien Mitarbeitern über Verbesserungen nachzudenken", teilte der NDR gestern mit. Die "Freien im Norden" warten jetzt auf ein konkretes Angebot des Senders.

http://www.freie-im-norden.de


http://www.abendblatt.de/daten/2008/02/15/848139.html
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« Antworten #21 am: 21. Februar 2008, 16:31:37 »



 Bei der Premiere des Films „Die Schwester der Königin" gab es am Freitagabend (15.2.2008) eine überraschende Wendung. Als Scarlett Johansson und Natalie Portman den roten Teppich vor dem Berlinale Palast betraten, erklommen Prekäre Superhelden die Großbildleinwand und entrollten ein Banner mit der Aufschrift „Mir reicht's nicht, Statistin in meinem eigenen Leben zu sein." Sie warfen Glückskekse mit Zitaten prekär Beschäftigter und skandierten glamouröse Superslogans: "Glamour, Glamour - prekär on tour!" Mit ihrer Aktion unterstützten die beiden Superhelden GlamGirl und IncrediBoy die Kampagne „Mir reicht's ... nicht!", die sich gegen unsichere Arbeitsbedingungen in der Kultur- und Wissensproduktion richtet.
Bei der Premiere des Kostümfilms „Die Schwester der Königin", einem der mit Spannung erwarteten Höhepunkte der Berlinale, gab es am Freitag, den 15. Februar 2008, eine überraschende Wendung. Als Scarlett Johansson und Natalie Portman den roten Teppich vor dem Berlinale Palast betraten, erklommen Prekäre Superhelden die dortige Großbildleinwand und entrollten ein Banner mit der Aufschrift „Mir reicht's nicht, Statistin in meinem eigenen Leben zu sein." Von der Leinwand herunter riefen sie: „Glamour, Glamour – prekär on tour!"



Die beiden Superhelden Glamgirl und Incrediboy forderten eine öffentliche Diskussion über prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen: „Mir reicht's, dass es selbstbestimmte Arbeit nur im Tausch gegen Prekarität gibt. Mir reicht's nicht, nur 5,50 Euro die Stunde zu verdienen. Mir reicht's, dass nach jedem Filmprojekt der Absturz auf Hartz IV droht. Mir reicht's nicht, dass es das schöne Leben immer nur in der Zukunft gibt." Dabei warfen sie mit Glückskeksen, in denen sich statt Sinnsprüchen Zitate von Beschäftigten der Berlinale befanden: „Ich habe im Sommer gekellnert, um mir das Praktikum leisten zu können, dabei sein ist alles." (Praktikantin). Auch zwischen den Besuchern tauchten Prekäre Superhelden auf - sie hielten Sprechblasen hoch mit Statements wie „Immer wieder Hartz IV – für 'Vier Minuten' Plaisir" und „G.L'amour will ich mir leisten können!".

Mit ihrer spektakulären Kletterpartie unterstützten die Prekären Superhelden die Kampagne „Mir reicht's ... nicht!", die sich gegen unsichere Arbeitsbedingungen in der Kultur- und Wissensproduktion richtet. Gerade in der Filmbranche liegen Prekarität und Glamour oft dicht beieinander. Doch während bei der Berlinale alle Kameras auf den roten Teppich gerichtet sind, bleiben schlechte Arbeitsbedingungen und fehlende soziale Absicherung weitgehend unsichtbar. Prekäre Verhältnisse finden sich überall – in der Kulturbranche sind sie nicht nur weit verbreitet, sondern auch besonders akzeptiert. Das Versprechen von kreativer Selbstverwirklichung und das Rampenlicht der Filmbranche rechtfertigen unbezahlte Praktika und sebständige Dauerverausgabung.

Mit dem Auftritt der Prekären Superhelden setzte sich die Intervention der Kampagne „Mir reicht's... nicht!" auf der Berlinale fort. Bereits am Samstag, den 9.2., hatte im Roten Salon der Volksbühne die „Gala der Prekären Perspektiven" stattgefunden. Dort wurden beispielhafte Protestaktionen von Prekären Kulturproduzenten prämiert – etwa die Intermittents du Spectacle aus Paris, die einen Sommer lang die Musik- und Theaterfestivals in Frankreich lahmlegten.

Die Berlinale war nach der documenta 12 die zweite Station der Kampagne „Mir reicht's ... nicht!" Auch in Kassel waren zahlreiche Gespräche mit Kulturprekären geführt und über gemeinsame Strategien diskutiert worden.
  http://www.mirreichts-nicht.org



http://de.indymedia.org/2008/02/208411.shtml
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« Antworten #22 am: 27. August 2008, 11:09:56 »

Hier ein interessanter Versuch die "Freien" zu organisieren:

Zitat
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir möchten Euch zu einer sehr einfachen und doch unglaublich wirksamen Aktion aufrufen: FREIER TAG am 2. Oktober.
Nehmt Urlaub, sperrt den Tag, habt andere Aufträge, fühlt Euch nicht oder wollt einfach nicht!
(...)
Die Delegierten haben beschlossen, Euch zu der Aktion aufzurufen.
Für uns, für multikulti, für den rbb!

Ein Tag, an dem wir Freien zeigen, wie abhängig der rbb von unserer Arbeit ist. Ein Tag, an dem wir zeigen: es ist uns aus ureigensten Interesse nicht egal, wenn 24 Stunden tägliches Programm weggespart werden.
(...)
Und wer sich fürchtet, sei beruhigt. Wir zitieren die Intendantin aus ihrer Dienstanweisung: Unter Paragraph 1 - Grundsätze heißt es:

„Freie Mitarbeiter/innen können ihren Urlaub frei wählen. Sie dürfen nicht aufgefordert werden, sich in etwaige Urlaubslisten einzutragen und sich den Urlaub genehmigen zu lassen.“
„Freie Mitarbeiter/innen sind nicht verpflichtet, angebotene Aufträge anzunehmen. Die Ablehnung eines Angebots – die keiner Begründung bedarf – darf kein Anlass sein, keine Aufträge mehr anzubieten.“
„Freie Mitarbeiter/innen sind nicht verpflichtet, ihre Arbeitskraft in einem bestimmten Umfang dem RBB zur Verfügung zu stellen.“
„Freie Mitarbeiter/innen sind nicht verpflichtet, regelmäßig beim RBB zu erscheinen.“

Dann also: !!FREIER TAG am 2. OKTOBER!!

http://www.rbbpro.de/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=1&Itemid=4
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Kuddel


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« Antworten #23 am: 14. Juni 2011, 18:00:13 »

"Wir sind mehr wert"
4 Spots über die Arbeitsbedingungen von Filmschaffenden

http://www.connexx-av.de/profil_socialspots.php
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Troll
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« Antworten #24 am: 01. Februar 2017, 19:56:24 »

Zitat
Eine ZDF-Mitarbeiterin ist mit ihrer Klage auf mehr Gehalt gescheitert. Sie fand, dass sie (aufgrund ihres Geschlechtes?) diskriminiert würde, weil einige ihrer männlichen Mitarbeiter mehr Bezahlung bekommen. Das Arbeitsgericht Berlin hat die Klage abgewiesen, weil eine Diskriminierung nicht zu erkennen sei.

Das ZDF hatte vor Gericht argumentiert, dass die männlichen Kollegen der Klägerin mehr Berufserfahrung hätten. Bei der Entscheidung, wie viel jemand beim ZDF verdiene, sei das Geschlecht kein Kriterium. Die Vergütung der freien und festen Mitarbeiter werde weitgehend durch Tarifverträge bestimmt, sagte ein Sprecher. "Geschlecht, Alter, Religion etc. spielen hierbei keine Rolle."

Ich glaube ja, die Wurzel allen Übels ist, wenn man sein Gehalt mit dem anderer vergleicht. Vorher war man vielleicht nicht glücklich aber zufrieden, danach ist man vom Neid zerfressen und fühlt sich diskriminiert. Wenn das Gehalt objektiv zu wenig wäre, hätte man den Job halt nicht annehmen dürfen.

Ich weiß ja nicht, was für Gehaltsstrukturen das ZDF so hat, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass da irgendjemand Reichtum anhäuft. Der Vorstand vielleicht. Aber doch nicht Reporter!?

Update>/b>: Oha, das muss ich revidieren. Claus Kleber hatte 2008 einen Vertrag über 600.000 Euro. Heilige Scheiße!

Quelle: Fefes Blog


Zitat von: Aus dem Spiegel-Artikel
In der Verhandlung zeigte sich, wie verhärtet die Positionen sind. Als die Klägerin fragte, warum Männer in der Redaktion mit weniger Berufserfahrung trotzdem mehr verdienten als sie, antwortete der Vorsitzende Richter: "Weil die Kollegen besser verhandelt haben? Das nennt man Kapitalismus."


Siehste, selbst Schuld wenn das mit der Gleichberechtigung nicht hinhaut.

Besonders nett was man sich so einen Kleber kosten lässt, ein Regierungszäpfchen mit so einer Reichweite kostet eben was.
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
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